Paroxetin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Paroxetin ist ein antidepressiv wirkender medizinischer Stoff, der zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zählt. Die Substanz kommt zur Behandlung psychischer Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen zum Einsatz. Entwickelt wurde der Wirkstoff vom englischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline mit Sitz in London.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Paroxetin?

Paroxetin
Paroxetin zählt zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs). Dementsprechend ist die Wirkung auf die Beeinflussung des Serotoninsystems im menschlichen Gehirn zurückzuführen.
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Bei Paroxetin handelt es sich um einen hochwirksamen Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Die Substanz wurde vom englischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline mit Sitz in London entwickelt. In Deutschland und zahlreichen anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unterliegt Paroxetin der Verschreibungs- und Apothekenpflicht. Es ist also nicht frei erhältlich und kann nur nach vorheriger ärztlicher Verordnung eingenommen werden.

Aufgrund seiner spezifischen Wirkungsweise zählt Paroxetin zur Wirkstoffklasse der Antidepressiva. Depressionen sind allerdings nicht das einzige Anwendungsfeld der Arznei. Paroxetin wird auch eingesetzt, um andere psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Zwangsstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen zu bekämpfen. Für die Fibromyalgie ist Paroxetin in Deutschland dagegen nicht zugelassen; eine Anwendung bei diesem Krankheitsbild erfolgt außerhalb der Zulassung.

Die weiß bis weißgelbliche Substanz weist eine molare Masse von 329,37 g/mol auf und wird in der Chemie mit der Summenformel C 19 – H 20 – F – N – O 3 beschrieben.

Pharmakologische Wirkung

Paroxetin zählt zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs). Dementsprechend ist die Wirkung auf die Beeinflussung des Serotoninsystems im menschlichen Gehirn zurückzuführen. Bei Serotonin handelt es sich um einen wichtigen Neurotransmitter, der bestimmte Informationen über den synaptischen Spalt im Gehirn transportiert.

Serotonin ist u. a. für die Steuerung der Stimmung und des Gemüts zuständig. Ein hoher Serotoningehalt sorgt zahlreichen Studien zufolge für ein Gefühl von Gelassenheit, Zufriedenheit und Glück. Gleichzeitig werden das Aggressionspotenzial verringert und negative Emotionen wie Kummer unterdrückt.

Menschen mit Depressionen weisen häufig einen besonders niedrigen Serotoninspiegel auf, was als (Mit-)Ursache für ihre Verstimmung aufgefasst wird. SSRIs wie Paroxetin hemmen nach der Einnahme die Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt in die Nervenzelle. Im synaptischen Spalt kommt es hierdurch zu einer erhöhten Konzentration des Neurotransmitters.

Die Hemmung wirkt dabei gezielt auf das Serotoninsystem: An die muskarinartigen Bindungsstellen des Acetylcholins bindet Paroxetin nur schwach, und auch andere Botenstoffsysteme beeinflusst es kaum. Weitere Informationen, die die genaue pharmakologische Wirkung des Stoffes auf den Körper erklären, sind bisher nicht bekannt.

Epidemiologische Studien weisen jedoch darauf hin, dass es während der ersten drei Monate einer Schwangerschaft zu einem erhöhten Risiko für angeborene Fehlbildungen (insbesondere im Bereich des Herz-Kreislaufsystems) kommen kann. Da der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch gerät, sollte während und kurz nach der Behandlung mit Paroxetin nicht gestillt werden.

Wie lange ein Wirkstoff im Körper bleibt, prägt den Umgang mit ihm im Alltag. Paroxetin wird nach der Einnahme gut aus dem Darm aufgenommen und in der Leber zu Abbauprodukten umgewandelt, die kaum noch eigene Wirkung entfalten; nur ein sehr geringer Teil verlässt den Körper unverändert. Ungefähr zwei Drittel der aufgenommenen Menge werden als Abbauprodukte über den Urin ausgeschieden, der Rest über die Galle mit dem Stuhl. Die Zeit, in der sich der Blutspiegel halbiert, schwankt von Mensch zu Mensch und liegt im Allgemeinen bei ungefähr einem Tag; ein gleichbleibender Spiegel stellt sich binnen ein bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn ein.

Im Blut liegt Paroxetin fast vollständig an Eiweiße gebunden vor, und nur ein Bruchteil der im Körper befindlichen Menge hält sich überhaupt im Blut auf; der weitaus größere Teil verteilt sich in die Gewebe. Ein Zusammenhang zwischen dem gemessenen Blutspiegel und der klinischen Wirkung ließ sich weder für die Wirksamkeit noch für die Verträglichkeit feststellen. Bei älteren Menschen sowie bei stark eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion fallen die Blutspiegel höher aus.

Darin unterscheidet sich Paroxetin deutlich von anderen Vertretern seiner Gruppe. Fluoxetin etwa bleibt ungewöhnlich lange im Körper, weil sein Abbauprodukt Norfluoxetin selbst wirksam ist und noch Wochen nach dem Absetzen nachweisbar bleibt. Vom schrittweisen Ausschleichen entbindet die lange Verweildauer allerdings auch dort nicht, denn Absetzerscheinungen treten bei beiden Wirkstoffen häufig auf.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Paroxetin wird in der Regel in Tablettenform verschrieben. Diese werden oral eingenommen, um psychische Erkrankungen zu bekämpfen bzw. deren Auswirkungen zu lindern. Eine Indikation besteht insbesondere bei schweren depressiven Erkrankungen, Zwangsstörungen, generalisierten Angststörungen, sozialen Phobien, Panikstörungen (zB die Angst, das Haus zu verlassen oder Geschäfte zu betreten) und posttraumatischen Belastungsstörungen (häufig auch PTSD oder PTBS genannt).

Durch die erhöhte Serotoninkonzentration im Gehirn, die durch Paroxetin hervorgerufen wird, sollen die Symptome dieser Erkrankungen eliminiert oder zumindest abgeschwächt werden. Die genaue Menge an Paroxetin, die ein Patient für seine Behandlung zu sich nehmen muss, variiert je nach behandelter Krankheit. Die Fachinformation legt sie für jedes Anwendungsgebiet gesondert fest und sieht dabei vor, von einer niedrigen Anfangsmenge aus schrittweise zu steigern. Am Ende einer Behandlung darf Paroxetin nicht abrupt abgesetzt, sondern muss schrittweise ausgeschlichen werden. Absetzsymptome treten unter Paroxetin häufig auf: In klinischen Studien zeigten sie sich bei 30 Prozent der Behandelten gegenüber 20 Prozent unter Scheinmedikament. Berichtet wurden unter anderem Schwindel, Missempfindungen wie Kribbeln oder ein Gefühl wie ein Stromschlag, Schlafstörungen, Unruhe oder Angst, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen und Durchfall. Meist sind diese Beschwerden leicht bis mittelgradig und klingen innerhalb von zwei Wochen von selbst ab; eine Abhängigkeit vom Wirkstoff bedeuten sie nicht. Auch während einer Schwangerschaft soll ein plötzliches Absetzen vermieden werden. Wie lange das Ausschleichen dauert, richtet sich nach dem Bedarf des Patienten und kann sich über mehrere Wochen oder Monate erstrecken. Bei einzelnen Personen halten die Absetzerscheinungen länger an als die üblichen zwei Wochen, in seltenen Fällen über Monate. Wie stark sie ausfallen, hängt unter anderem davon ab, wie lange und mit welcher Menge behandelt wurde und wie schnell verringert wird.

Paroxetin und andere SSRIs werden in der Regel nicht bei Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet, sondern ausschließlich bei Erwachsenen. In begründeten Ausnahmefällen erfolgt jedoch auch eine Verschreibung an Minderjährige.

Hinter dieser Zurückhaltung steht ein ausdrücklicher Warnhinweis. In klinischen Studien wurden suizidale Verhaltensweisen – Suizidversuche und Suizidgedanken – sowie Feindseligkeit in Gestalt von Aggressivität, trotzigem Verhalten und Wut bei Kindern und Jugendlichen, die Antidepressiva erhielten, häufiger beobachtet als bei gleichaltrigen Patienten unter einem Scheinmedikament. Fällt die Entscheidung dennoch für eine Behandlung, wird der junge Patient sorgfältig auf das Auftreten solcher Symptome hin überwacht. Zur langfristigen Sicherheit in dieser Altersgruppe – zu Wachstum, Reifung sowie geistiger Entwicklung und Verhaltensentwicklung – fehlen Daten.

Auch bei Erwachsenen verdient der Beginn einer Behandlung besondere Aufmerksamkeit. Depressive Erkrankungen sind für sich genommen mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken und selbstschädigendes Verhalten verbunden, und dieses Risiko besteht fort, bis die Beschwerden deutlich nachlassen. Weil das nicht schon in den ersten Behandlungswochen geschehen muss, wird bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig begleitet; nach bisheriger klinischer Erfahrung kann das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung sogar ansteigen. Eine Auswertung placebokontrollierter Studien fand suizidales Verhalten bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren unter Paroxetin häufiger als unter einem Scheinmedikament; in den älteren Altersgruppen zeigte sich ein solcher Anstieg nicht. Bei Erwachsenen jeden Alters mit einer depressiven Erkrankung fand dieselbe Auswertung allerdings insgesamt mehr suizidales Verhalten unter Paroxetin als unter dem Scheinmedikament, wobei die Mehrzahl dieser Fälle wiederum auf die jungen Erwachsenen entfiel. Angehörige und Betreuer werden deshalb gebeten, auf Verschlechterungen und auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen zu achten und ärztlichen Rat einzuholen. Dieselbe Vorsicht gilt bei den anderen psychischen Erkrankungen, gegen die Paroxetin verordnet wird, denn auch sie können mit einem erhöhten Risiko einhergehen.

Bis die stimmungsaufhellende Wirkung einsetzt, vergeht Zeit. Eine Besserung stellt sich im Allgemeinen nach ungefähr einer Woche ein, sie kann aber auch erst danach erkennbar werden. Die Behandlung wird deshalb nicht nach wenigen Tagen als wirkungslos verworfen, und auch nach dem Abklingen der Beschwerden wird sie noch eine Zeit lang fortgeführt, damit die Besserung Bestand hat.


Risiken & Nebenwirkungen

Auch Paroxetin kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. So wurde in umfangreichen Tests bekannt, dass bei einem bis zehn Behandelten von insgesamt 100 (häufig) Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Angespanntheit, Schwindel, allgemeine Schwächegefühle, Gewichtszunahmen, Empfindungsstörungen, starkes Schwitzen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen sowie Störungen des Magen-Darm-Traktes (u. a. Durchfall, Mundtrockenheit, Erbrechen und Verstopfungen) auftraten.

Gelegentlich (bei einem bis zehn Behandelten von 1.000) kam es auch zu abnormen Blutungen auf der Haut sowie den Schleimhäuten, Halluzinationen, Erweiterungen der Pupillen, motorischer Unruhe, Gefühlsschwankungen, starkem Herzklopfen, einem Abfall des Blutdrucks oder dessen Anstieg, Hautausschlag und Juckreiz.

In seltenen Fällen (bei einem bis zehn Behandelten von 10.000) können auch manische Reaktionen, Depersonalisationen, Panikattacken sowie eine Erhöhung der Leberenzymwerte eintreten. Ferner kann es auch zu Lichtempfindlichkeiten der Haut, starken Hautausschlägen, einem verlangsamten Puls oder der Entwicklung eines Serotoninsyndroms (Symptomkomplex aus motorischer Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen und ggf. Halluzinationen) kommen.

In Einzelfällen kann eine Kontraindikation vorliegen. Dies ist der Fall, wenn eine medizinische Gegenanzeige eine Behandlung mit der Arznei als zwingend nicht durchführbar erscheinen lässt. Eine Kontraindikation besteht bei Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff Paroxetin. Eine Gegenanzeige besteht auch, wenn gleichzeitig MAO-Hemmer (Medikamente, die das körpereigene Enzym Monoaminoxidase hemmen), Thioridazin oder Pimozid eingenommen werden. Denn in diesen Fällen kann es zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen kommen. Der behandelnde Arzt ist also über die Einnahme anderer Medikamente zu unterrichten. Bedeutsam ist dabei vor allem, dass Paroxetin das Leberenzym Cytochrom P450 2D6 stark hemmt. Es bremst damit den Abbau anderer Arzneistoffe, die über dieses Enzym verstoffwechselt werden, sodass deren Blutspiegel ansteigen können – betroffen sind etwa bestimmte trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika vom Phenothiazintyp, Risperidon und einige Antiarrhythmika. Umgekehrt kann dieselbe Hemmung eine Wirkung auch schwächen: Beim Brustkrebsmittel Tamoxifen, das erst in der Leber in seine wirksame Form überführt wird, soll eine gleichzeitige Gabe von Paroxetin deshalb möglichst vermieden werden.

Zu Beginn einer Behandlung kann Paroxetin eine Sitzunruhe auslösen. Sie äußert sich als innere Unruhe und als getriebene Rastlosigkeit mit der Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen, und wird von den Betroffenen meist als quälend erlebt. Eine Erhöhung der Dosis kann die Beschwerden verschlimmern.

In seltenen Fällen entwickelt sich unter Paroxetin ein Serotoninsyndrom oder ein Zustand, der dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnelt – besonders dann, wenn gleichzeitig andere serotonerge Arzneimittel oder Neuroleptika eingenommen werden. Erkennbar wird das an einer Kombination aus Fieber, Muskelstarre, Zuckungen, Unruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit und schwankendem Blutdruck. Aus dieser Gefahr erklärt sich das Verbot der Kombination mit MAO-Hemmern und die Regel, zwischen beiden Behandlungen eine Pause einzulegen: Nach dem Ende einer Therapie mit einem unumkehrbar wirkenden MAO-Hemmer ist vor dem Beginn mit Paroxetin eine Wartezeit einzuhalten, bei einem umkehrbar wirkenden Vertreter wie Moclobemid fällt sie kürzer aus; auch nach dem Absetzen von Paroxetin vergeht Zeit, ehe ein MAO-Hemmer begonnen werden darf. Vorsicht ist ebenso geboten, wenn andere serotonerge Stoffe hinzukommen, etwa L-Tryptophan, Mittel gegen Migräne aus der Gruppe der Triptane, Tramadol, Lithium, Pethidin oder Fentanyl und Zubereitungen aus Johanniskraut.

SSRI können die Blutungsneigung erhöhen. Berichtet wurden Blutungen in die Haut, also blaue Flecken und punktförmige Einblutungen, daneben Blutungen im Magen-Darm-Trakt und im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane. Bei älteren Patienten ist das Risiko für Blutungen außerhalb der Regelblutung möglicherweise erhöht, und nach einer Entbindung kann eine verstärkte Blutung auftreten. Vorsicht gilt deshalb, wenn zugleich Gerinnungshemmer zum Einnehmen, Acetylsalicylsäure oder andere Mittel gegeben werden, welche die Blutplättchen in ihrer Funktion beeinträchtigen, und wenn früher bereits Blutungen aufgetreten sind.

Selten fällt der Natriumspiegel im Blut ab. Diese Hyponatriämie betrifft vorwiegend ältere Menschen und bildet sich nach dem Absetzen von Paroxetin im Allgemeinen wieder zurück. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden, die den Natriumspiegel senken, sowie bei einer Schrumpfleber.

Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen zählen sexuelle Funktionsstörungen. In Einzelfällen wurde berichtet, dass sie nach dem Absetzen des Mittels fortbestanden. Selten kommen ein Anstieg des Prolaktinspiegels mit krankhaftem Milchfluss und Menstruationsstörungen vor, sehr selten eine schmerzhafte Dauererektion.

Wie andere SSRI kann Paroxetin die Pupillen erweitern. Deshalb wird es bei einem Engwinkelglaukom und bei einem Grünen Star in der Vorgeschichte nur mit Vorsicht angewendet. Krampfanfälle traten bei weniger als einem von tausend Behandelten auf; kommt es dazu, wird das Mittel abgesetzt, und bei einer bestehenden Epilepsie ist ohnehin Zurückhaltung geboten. Nach der Markteinführung wurden Fälle einer verlängerten QT-Zeit im EKG bekannt; bei entsprechender Vorgeschichte in der Familie, bei gleichzeitiger Gabe von Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen und bei Störungen des Salzhaushalts ist deshalb Vorsicht angezeigt. Zur gleichzeitigen Anwendung mit einer Elektrokrampftherapie liegt nur wenig Erfahrung vor.

In Beobachtungsstudien an Patienten ab 50 Jahren fand sich unter SSRI und unter trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche; der Mechanismus dahinter ist nicht bekannt. Während der Behandlung mit Paroxetin wird außerdem empfohlen, auf Alkohol zu verzichten. Bei einer Zuckerkrankheit kann sich unter einem SSRI die Einstellung des Blutzuckers verschieben, sodass die Menge des Insulins oder der blutzuckersenkenden Tabletten angepasst werden muss. Wird Paroxetin bis in die späte Schwangerschaft hinein eingenommen, wird das Neugeborene überwacht: Berichtet wurden unter anderem Atemnot, eine bläuliche Verfärbung der Haut, Atempausen, Krampfanfälle, eine unbeständige Körpertemperatur, Trinkschwäche, Zittern, Reizbarkeit und Schläfrigkeit. Diese Beschwerden beginnen meist unmittelbar nach der Geburt.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Berger, M. (Hrsg.): Psychische Erkrankungen.
    ISBN: 9783437224850

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