Prednisolon

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Wirkstoffe Prednisolon

Prednisolon ist ein Arzneimittel, welches zu den künstlich hergestellten Glukokortikoiden gehört. Im Körper wirkt es ähnlich wie das körpereigene, in der Nebennierenrinde produzierte Hydrocortison und kann dieses bei einem Ausfall der Nebennierenrinde ersetzen. Gleich sind die beiden Stoffe deshalb aber nicht: Prednisolon wirkt bezogen auf dieselbe Menge deutlich stärker entzündungshemmend, und seine mineralokortikoide Wirkkomponente – der Einfluss auf den Salz- und Wasserhaushalt – ist nur gering ausgeprägt. Bei einer Ersatzbehandlung nach Ausfall der Nebennierenrinde muss deshalb zusätzlich ein Mineralokortikoid gegeben werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Prednisolon?

Prednisolon
Therapeutisch wird Prednisolon insbesondere zur Hemmung von Entzündungen sowie zur Abschwellung eingesetzt.

Bei Prednisolon handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Gruppe der Kortisonpräparate. Das körpereigene Hormon dieser Gruppe ist das in der Nebennierenrinde gebildete Hydrocortison. Kortison selbst wird im Körper erst in der Leber in diese wirksame Form umgewandelt.

Therapeutisch wird Prednisolon insbesondere zur Hemmung von Entzündungen sowie zur Abschwellung eingesetzt. Es verhindert das Eindringen von Entzündungszellen in geschädigtes Gewebe und die Ausschüttung immunmodulierender Stoffe.

Prednisolon hat eine entzündungshemmende, immunsuppressive und antiallergische Wirkung und beeinflusst den Fettstoffwechsel und den Kohlenhydrat-Stoffwechsel.

Pharmakologische Wirkung

Neben seinem Einfluss auf den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel wirkt Prednisolon auch auf das blutbildende und das lymphatische System. Zudem weist es Auswirkungen auf den Mineralkortikoid- und den Kalziumhaushalt auf. Ebenso bestehen Einflüsse auf Entzündungen, entzündlich bedingte Absonderungen (Exsudation) und das Wachstum bestimmter Gewebe.

Hinsichtlich des Kohlenhydrat-Stoffwechsels fördert der Wirkstoff die Glukoneogenese, den Aufbau von Glukose aus Eiweiß und Zwischenprodukten. Beim Fettstoffwechsel führt Prednisolon zur Umverteilung von Fetteinlagerungen bei gesteigertem Fettabbau. Die Fettmenge wird an den Extremitäten verringert, in der Leber und am Körperstamm hingegen angelagert.

Im lymphatischen Gewebe steigt durch die Einnahme des Wirkstoffs die Anzahl der weißen Blutkörperchen. Die Menge der Untergruppen eosinophiler Granulozyten und der Lymphozyten nimmt jedoch ab. Aus der sich hieraus ergebenden eingeschränkten Abwehr resultiert eine größere Anfälligkeit gegenüber Infekten. Im blutbildenden System kommt es durch die Gabe von Prednisolon zur vermehrten Bildung der roten Blutkörperchen und der Blutplättchen. Zugleich erhöht sich die Menge gerinnungsfördernder Stoffe, sodass ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in den Gefäßen besteht.

Aus der von diesem Wirkstoff eingeleiteten Hemmung der Entzündung, Exsudation und Zellvermehrung ergibt sich eine entzündungshemmende Wirkung, die mit verzögerter Wundheilung sowie vermehrter Ulkusbildung (Ulkus = tief liegende Defekte der Haut bzw. Schleimhaut) einhergeht. Darüber hinaus senkt Prednisolon den Kalziumspiegel des Blutes, da die normalerweise im Darm erfolgende Kalziumaufnahme gehemmt und zugleich die Ausscheidung über die Nieren erhöht wird.

Außerdem ist eine mineralkortikoide Wirkkomponente zu beobachten, deren Folge ein Rückgang der Natriumausscheidung bei gleichzeitiger Zunahme der Kaliumausscheidung ist.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Prednisolon findet sowohl in Form einer Substitutionstherapie als physiologisch dosierte Hormonersatzbehandlung als auch in Form einer unphysiologisch hoch dosierten Pharmakotherapie Anwendung.

Letztere kommt bei rheumatologischen Krankheiten wie rheumatoider Arthritis oder Vaskulitis, bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma bronchiale, akuter Verschlechterung von COPD oder Heuschnupfen zum Einsatz. Weitere Verwendungsbereiche sind Veränderungen der Haut (allergische Reaktionen), Krebstherapie bei bestimmten Leukämieformen, Krankheiten des blutbildenden Systems oder neurologische Krankheitsbilder wie multiple Sklerose. Auch bei Augenerkrankungen wie Optikusneuropathie, Magen-Darm-Erkankungen, Nierenkrankheiten und Infektionen kann Prednisolon zur Anwendung kommen.

Wird dieser Wirkstoff verordnet, müssen regelmäßig ärztliche Kontrollen durchgeführt werden. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Kalium-Zufuhr (erhöht) und der Natrium-Restriktion (zurückhaltend). Eine begleitende Osteoporose-Prophylaxe, die in Kalzium- und Vitamin-D-Gaben und viel Bewegung besteht, zählt ebenfalls zu den ärztlichen Aufgaben bei der Verordnung von Prednisolon.

In der Regel muss die Dosis in akuten Stresssituationen wie Operationen, Unfällen oder Geburten angehoben werden, da der Bedarf stressbedingt ansteigt. Erkranken Personen in der Umgebung des Patienten an Windpocken oder Masern, sollte eine prophylaktische Behandlung erfolgen, da aufgrund der durch das Medikament verursachten Immunschwäche eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht.

Bei Impfungen ist zu unterscheiden. Impfstoffe, die keine vermehrungsfähigen Erreger enthalten, dürfen unter Prednisolon in der Regel gegeben werden; bei höheren Mengen des Wirkstoffs kann allerdings die Antwort des Immunsystems und damit der Impfschutz schwächer ausfallen. Für Impfungen mit Lebendimpfstoffen sehen die Fachinformationen in dem Zeitraum um die Behandlung herum dagegen eine strenge Abwägung vor. Auch eine über lange Zeit fortgeführte Behandlung mit nur geringen Mengen erhöht die Infektionsgefahr, und zwar auch durch Erreger, die sonst selten Erkrankungen auslösen.


Verabreichung & Dosierung

Prednisolon ist verschreibungspflichtig; die Dosierung legt allein der behandelnde Arzt fest. Sie richtet sich nach der Erkrankung, ihrer Schwere und dem Ansprechen der Behandlung und wird, sobald die gewünschte Wirkung eingetreten ist, schrittweise verringert.

Im Handel ist der Wirkstoff in mehreren Darreichungsformen: als Tablette zum Einnehmen, als Lösung zum Spritzen und Infundieren, als Zäpfchen, als Augentropfen sowie in Zubereitungen zum Auftragen auf Haut und Kopfhaut. Für Augentropfen und für Zubereitungen zum Auftragen bestehen eigene Fachinformationen mit eigenen Gegenanzeigen; die Einnahmeregeln der innerlichen Anwendung gelten für sie nicht.

Die gesamte Tagesmenge wird im Allgemeinen frühmorgens eingenommen. Damit folgt die Behandlung dem natürlichen Tagesverlauf der Nebennierenrindenfunktion, in dem der körpereigene Hormonspiegel in den frühen Morgenstunden am höchsten liegt. Hohe Tagesmengen können je nach Erkrankung auch auf mehrere Einzelgaben verteilt werden.

Bei Kindern im Wachstumsalter soll die Behandlung möglichst abwechselnd an einzelnen Tagen oder in Abständen erfolgen, weil Glukokortikoide das Längenwachstum hemmen können. Verringert wird die Menge stufenweise: Bei einer Verteilung auf mehrere Einzelgaben wird zuerst die Abenddosis verringert, danach die Mittagsdosis.

Für Patienten in einer länger dauernden Behandlung sieht die Fachinformation einen Notfallausweis vor, weil der Bedarf in besonderen Belastungssituationen plötzlich ansteigen kann.

Risiken & Nebenwirkungen

Die Einnahme von Prednisolon kann durch ihre Einwirkung auf den Hormonhaushalt zur Ausbildung eines Cushingsyndroms mit dem dafür typischen Vollmondgesicht und Stammfettsucht führen. Unter Umständen sind Störungen des Kalium- und Natriumhaushaltes, eine Erhöhung der Blutfette, eine Gewichtszunahme, eine Störung des Sexualhormon-Haushalts sowie die Entwicklung eines Diabetes mellitus zu verzeichnen.

An der Haut können sich sogenannte Schwangerschaftsstreifen bilden. Atrophie (Pergamenthaut), Petechien (Unterblutungen der Haut), Teleangiektasien, Pigmentierungsstörungen und Steroidakne zählen ebenfalls zu den Nebenwirkungen des Prednisolons.

Bezüglich der Muskeln und des Skeletts gehören Muskelschwäche, Muskelabbau und Osteoporose zu den Randerscheinungen der Behandlung mit diesem Wirkstoff. Weiterhin sind unter der Einwirkung von Prednisolon Depressionen, Schlafstörungen oder Psychosen möglich. Im Magen-Darm-Trakt können sich Geschwüre, Blutungen und Bauchspeicheldrüsenentzündungen ausbilden. An den Augen tritt beispielsweise grauer oder grüner Star als Prednisolon-Nebenwirkung auf.

Zwei Punkte der Fachinformationen werden dabei leicht übersehen. Der erste betrifft das Herz: Unter hohen Mengen Prednisolon kann sich der Herzschlag verlangsamen (Bradykardie), und das Auftreten hängt nicht notwendigerweise davon ab, wie lange die Behandlung schon läuft – eine kurze Behandlung schützt davor also nicht zuverlässig. Der zweite betrifft die Sehnen: Werden gleichzeitig Fluorchinolone gegeben, eine Gruppe von Antibiotika, steigt das Risiko für Sehnenbeschwerden, für eine Sehnenentzündung und für einen Sehnenriss. Die Fachinformationen führen diese Kombination sowohl unter den Warnhinweisen als auch unter den Wechselwirkungen auf.

Kontraindikationen

Die deutschen Fachinformationen für Prednisolon-Tabletten nennen als einzige Gegenanzeige eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Für die kurzfristige Anwendung bei lebenswichtiger Indikation besteht darüber hinaus keine Gegenanzeige. Alles Weitere sind Warnhinweise: Umstände, unter denen die Behandlung nur bei strenger Abwägung, unter Überwachung und gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Behandlung erfolgen soll.

Der wichtigste dieser Warnhinweise betrifft Infektionen. Weil Prednisolon die Abwehr schwächt, können bakterielle, virale und parasitäre Erkrankungen sowie Pilzinfektionen leichter auftreten oder wieder aufflammen, und die Anzeichen einer bestehenden Infektion können verdeckt werden. Ausdrücklich genannt sind akute Virusinfektionen wie Gürtelrose, Herpes simplex und Windpocken, eine chronisch aktive Hepatitis mit Nachweis des Hepatitis-B-Oberflächenantigens, der Zeitraum um eine Impfung mit Lebendimpfstoffen, Pilz- und Wurmerkrankungen des ganzen Körpers, die Kinderlähmung sowie akute und chronische bakterielle Infektionen. Bei einer Tuberkulose in der Vorgeschichte darf Prednisolon nur unter dem Schutz von Tuberkulosemitteln gegeben werden.

Eine dieser Wurmerkrankungen verdient besondere Erwähnung, weil in Mitteleuropa kaum mit ihr gerechnet wird: die Strongyloidiasis, der Befall mit dem Zwergfadenwurm. Besteht ein Verdacht darauf oder ist der Befall nachgewiesen, können Glukokortikoide zu einer Aktivierung und Massenvermehrung der Parasiten führen. Die Fachinformationen nennen diesen Fall neben den Pilz- und Wurmerkrankungen des ganzen Körpers eigens und verlangen dann eine strengste Abwägung sowie gegebenenfalls eine gezielte Behandlung gegen den Erreger.

Strenge Abwägung und Überwachung verlangen die Fachinformationen außerdem bei Geschwüren des Magen-Darm-Trakts, bei Osteoporose, bei schwer einstellbarem Bluthochdruck, bei schwer einstellbarem Diabetes mellitus, bei psychiatrischen Erkrankungen einschließlich einer Suizidgefährdung sowie beim Grünen Star und bei Verletzungen der Hornhaut. Wegen der Gefahr eines Darmdurchbruchs ist besondere Zurückhaltung geboten bei schwerer Colitis ulcerosa, bei einer Divertikulitis und unmittelbar nach Operationen am Darm.

Zwei weitere Umstände verlangen besondere Aufmerksamkeit. Bei einer schweren Herzschwäche ist eine sorgfältige Überwachung nötig, weil sich die Erkrankung unter Prednisolon verschlechtern kann. Und bei der Muskelschwächeerkrankung Myasthenia gravis können sich die Beschwerden zu Beginn einer Kortisonbehandlung zunächst verstärken; die Einstellung auf den Wirkstoff soll deshalb im Krankenhaus erfolgen.

Einen eigenen Punkt bildet die Schwangerschaft. Eine Behandlung ist dann nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko zulässig. Bei einer langen Behandlung während der Schwangerschaft sind Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes nicht auszuschließen; im Tierversuch hat Prednisolon zur Ausbildung von Gaumenspalten geführt, und ob Glukokortikoide auch beim Menschen in den ersten drei Monaten das Risiko für Spaltbildungen erhöhen, wird weiterhin diskutiert. Wird der Wirkstoff gegen Ende der Schwangerschaft gegeben, kann die Nebennierenrinde des Kindes verkümmern, sodass das Neugeborene seinerseits eine ausschleichende Ersatzbehandlung braucht. In der Stillzeit geht Prednisolon in die Muttermilch über; eine Schädigung des Säuglings ist bislang nicht bekannt geworden, dennoch soll die Behandlung streng abgewogen werden, und bei höheren Mengen raten die Fachinformationen zum Abstillen.

Für Augentropfen und für Zubereitungen zum Auftragen auf die Haut gelten eigene, engere Gegenanzeigen – etwa Infektionen des Auges oder der Haut durch Viren, Bakterien und Pilze.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Prednisolon beeinflusst die Wirkung zahlreicher anderer Arzneimittel, und umgekehrt verändern viele Arzneimittel seine eigene Wirkung. Die deutschen Fachinformationen führen dazu eine ganze Reihe von Beispielen auf.

Über den Kaliumhaushalt laufen zwei dieser Wechselwirkungen. Entwässerungsmittel und Abführmittel verstärken die Kaliumausscheidung, die Prednisolon ohnehin steigert. Der dadurch mögliche Kaliummangel wiederum verstärkt die Wirkung von Herzglykosiden, sodass bei gleichzeitiger Gabe Vorsicht geboten ist.

Bei Antidiabetika wird die blutzuckersenkende Wirkung vermindert; Zuckerkranke brauchen unter Prednisolon unter Umständen mehr Insulin oder mehr Tabletten. Die Wirkung gerinnungshemmender Mittel vom Cumarin-Typ kann sowohl abgeschwächt als auch verstärkt werden, weshalb die Gerinnungswerte zu kontrollieren sind. Nichtsteroidale Entzündungshemmer und Acetylsalicylsäure erhöhen zusammen mit Prednisolon die Gefahr von Geschwüren und Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Den Abbau von Prednisolon in der Leber steuert überwiegend das Enzym CYP3A4. Arzneimittel, die dieses Enzym anregen – etwa Rifampicin, Phenytoin, Barbiturate, Carbamazepin und Primidon –, schwächen die Kortisonwirkung ab. Stoffe, die es hemmen, darunter Ketoconazol und Itraconazol, verstärken sie. Östrogenhaltige Mittel wie Ovulationshemmer verlängern die Verweildauer im Körper und können die Wirkung ebenfalls verstärken.

Weitere Beispiele aus den Fachinformationen: Magensäurebindende Mittel mit Magnesium- oder Aluminiumhydroxid vermindern die Aufnahme von Prednisolon, weshalb zwischen beiden Einnahmen ein zeitlicher Abstand liegen soll. Nicht depolarisierende Muskelentspannungsmittel wirken länger. Atropin und andere Anticholinergika können den Augeninnendruck zusätzlich erhöhen. Bei Chloroquin, Hydroxychloroquin und Mefloquin steigt das Risiko für Muskel- und Herzmuskelerkrankungen. Und wird gleichzeitig ein Wurmmittel mit dem Wirkstoff Praziquantel gegeben, kann dessen Blutspiegel abfallen.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Prednisolon nicht vertragen wird oder nicht infrage kommt, hängt die Alternative von der behandelten Erkrankung ab. Innerhalb der Gruppe der Glukokortikoide stehen mehrere Wirkstoffe zur Verfügung, die sich in Wirkstärke und Wirkdauer unterscheiden.

Soll eine ausgefallene Nebennierenrinde ersetzt werden, sind Hydrocortison und Kortison die Mittel der ersten Wahl, weil sie dem körpereigenen Hormon am nächsten kommen und neben der Glukokortikoid- auch eine Mineralokortikoid-Wirkung besitzen. Für die Behandlung von Entzündungen kommen Methylprednisolon und Prednison in Betracht; Prednison ist eine Vorstufe, die der Körper erst in der Leber in Prednisolon umwandelt. Ist eine stärkere und länger anhaltende Wirkung gefragt, werden Dexamethason oder Betamethason eingesetzt.

Betrifft die Erkrankung nur ein Organ, lässt sich die innerliche Gabe oft vermeiden. Bei Asthma und bei der COPD werden eigens für die Atemwege entwickelte Wirkstoffe wie Budesonid, Fluticason oder Beclometason eingeatmet; auf der Haut kommen je nach Stärkeklasse Zubereitungen mit Hydrocortison, Prednicarbat oder Mometason zum Einsatz, und in Gelenke wird unter anderem Triamcinolon gespritzt. Der Vorteil dieses Weges liegt darin, dass der Wirkstoff dort ankommt, wo er gebraucht wird, und der übrige Körper weitgehend verschont bleibt.

Soll das Immunsystem dauerhaft gedämpft werden, können Immunsuppressiva wie Methotrexat oder Azathioprin an die Stelle des Kortisons treten oder es einsparen helfen; bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kommen zusätzlich Biologika infrage. Stehen Schmerzen und Entzündung im Vordergrund, sind nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Naproxen eine Möglichkeit – allerdings mit eigenen Risiken für Magen, Darm und Kreislauf. Welche Alternative die richtige ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Allolio, B., Schulte, H. M. (Hrsg.): Praktische Endokrinologie.
    ISBN: 9783437246807
  • Hettenkofer, H.-J., Schneider, M., Braun, J. (Hrsg.): Rheumatologie.
    ISBN: 9783136578063
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

Das könnte Sie auch interessieren