Primaquin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Primaquin ist ein verschreibungspflichtiger Arzneistoff mit anti-parasitären Eigenschaften. Es wird zur Vorbeugung, Behandlung und Nachbehandlung von Malaria eingesetzt. In ihrer Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Malaria empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) Primaquin bei der Malaria tertiana zusätzlich zur eigentlichen Behandlung – und zwar zur Rezidivprophylaxe: Es beseitigt die ruhenden Formen des Erregers in der Leber und verhindert so Rückfälle. In Deutschland ist Primaquin nicht zugelassen; die Leitlinie verweist darauf, dass das Mittel über internationale Apotheken zu beziehen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Primaquin?

Primaquin
Primaquin wird seit den 1940er Jahren hergestellt und als Antimalariamittel in mehreren Ländern eingesetzt. Sein genauer Wirkmechanismus ist jedoch bis heute trotz intensiver Forschung nicht bekannt.
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Primaquin oder N4-(6-Methoxychinolin-8-yl)pentan-1,4-diamin ist ein razemisches Gemisch mit der Summenformel C15 H21 N3 O.

Es ist ein 8-Aminochinolin-Derivat. Die in Arzneimitteln verwendete Substanz ist das Salz Primaquindiphosphat, ein kristallines, rot-oranges und wasserlösliches Pulver mit neutralem Geruch und bitterem Geschmack. Dosisangaben beziehen sich üblicherweise nicht auf dieses Salz, sondern auf die enthaltene Base; eine Tablette mit 26,3 Milligramm Primaquindiphosphat enthält 15 Milligramm Base.

Pharmakologische Wirkung

Nach oraler Verabreichung wird Primaquin leicht durch den Verdauungstrakt absorbiert und schnell von der Leber zu einem Carboxyl-Derivat metabolisiert. Die Spitzenplasmakonzentration von Primaquin wird in ca. 2 bis 3 Stunden erreicht. Primaquin hat eine Halbwertzeit von 5 bis 6 Stunden. Das Carboxyl-Derivat (Carboxyprimaquin) hat eine Halbwertzeit von 24 bis 30 Stunden. Nur ein kleiner Anteil von Primaquin (ca. 1 %) wird in der ursprünglichen Form ausgeschieden. Die Ausscheidung erfolgt durch den Urin.

Als Therapeutikum wird Primaquin 14 Tage lang eingenommen. Die tägliche Dosis wird nach dem Körpergewicht des Patienten berechnet und ist von dem gesamten Behandlungskonzept bzw. von den anderen angewendeten Medikamenten abhängig. Zur Vorbeugung wird das Mittel täglich eingenommen. Die Dosis für Erwachsene beträgt 30 mg Base pro Tag; bei Kindern wird sie nach dem Körpergewicht berechnet.

Die prophylaktische Maßnahme muss innerhalb des Zeitraums von 1 Tag vor bis 1 Woche nach Aufenthalt im Malariagebiet erfolgen. Primaquin ist in Deutschland überhaupt nicht zugelassen, weder zur Vorbeugung noch zur Behandlung. Es muss deshalb über eine internationale Apotheke aus dem Ausland bezogen werden. Verschreibungspflichtig ist der Stoff gleichwohl: Die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt ihn ausdrücklich auf.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Primaquin wird seit den 1940er Jahren hergestellt und als Antimalariamittel in mehreren Ländern eingesetzt. Sein genauer Wirkmechanismus ist jedoch bis heute trotz intensiver Forschung nicht bekannt. Es wird vermutet, dass eine Interaktion des Stoffes mit der DNA der Plasmodien die Biosynthese von Proteinen hemmt und dadurch zum Tod des Erregers führt. Auch eine mitochondriale Funktionsstörung wird in Betracht gezogen.

Primaquin ist sehr wirksam gegen die exoerythrozytären Stadien des Plasmodium vivax und des Plasmodium ovale sowie am Anfang der exoerythrozytären Phase des Plasmodium falciparum. Das Präparat zeigt auch große Wirksamkeit gegen die Gametozyten der Plasmodien, insbesondere des Plasmodium falciparum. Auf erythrozytäre Stadien der Plasmodien hat sich Primaquin allerdings als unwirksam erwiesen.

Obwohl in Deutschland gar nicht zugelassen, findet Primaquin Verwendung in der Prophylaxe von allen Malaria-Typen. Studien in zentralafrikanischen Ländern, Kolumbien, Iran und Indonesien zeigen eine präventive Wirkung von Primaquin von bis zu 85% gegenüber dem Erreger Plasmodium falciparum, der für die Malaria tropica verantwortlich ist. Eine Anwendung von Primaquin zur therapeutischen Behandlung von Malaria quartana und Malaria tropica gilt hingegen nicht als sinnvoll.

Als Therapeutikum und zwecks der Prävention von Rezidiven wird Primaquin bei der Malaria tertiana eingesetzt, die von dem Plasmodium vivax und dem Plasmodium ovale verursacht wird.


Verabreichung & Dosierung

Bei der Verabreichung und Dosierung von Primaquin, einem Medikament zur Behandlung und Vorbeugung von Malaria, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Die Dosierung variiert je nach Zweck: Zur Behandlung der Malaria empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Tagesdosis von 0,25 mg Base pro Kilogramm Körpergewicht über 14 Tage. Die deutsche Leitlinie staffelt die Menge nach dem Erreger: Bei einer Infektion mit Plasmodium vivax liegt sie höher als bei Plasmodium ovale.

Bei Patienten mit normalem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Enzym, das für den Schutz der roten Blutkörperchen wichtig ist, ist das Risiko einer Blutzersetzung gering; die Herstellerangaben raten aber auch hier zu Blutuntersuchungen im Verlauf der Behandlung. Bei Patienten mit G6PD-Mangel kann Primaquin jedoch schwere hämolytische Anämie auslösen. Daher sollte vor der Verabreichung von Primaquin ein G6PD-Test durchgeführt werden.

Der G6PD-Mangel ist damit die wichtigste Frage vor einer Behandlung mit Primaquin. Es handelt sich um einen angeborenen Mangel an einem Enzym der roten Blutkörperchen, der diese anfällig dafür macht, unter bestimmten Stoffen zu zerfallen; geläufig ist dafür auch der Name Favismus. Verbreitet ist der Mangel vor allem in Afrika, im Mittelmeerraum und in Südeuropa, im Nahen Osten, in Südostasien und in Ozeanien – also gerade in den Gegenden, in denen auch Malaria vorkommt. Wer dort geboren ist oder wessen Familie von dort stammt, trägt ein höheres Risiko. Die Herstellerangaben verlangen vor der Gabe deshalb nicht nur den Test auf diesen Mangel, sondern zusätzlich die Bestimmung des roten Blutfarbstoffs als Ausgangswert.

Wie es dann weitergeht, hängt vom Ausmaß des Mangels ab. Bei einem schweren Mangel ist Primaquin gegenangezeigt. Bei einem leichten bis mäßigen Mangel ist der Wirkstoff nicht verboten, verlangt aber eine ausdrückliche Abwägung von Nutzen und Risiko, eine engmaschige Kontrolle des Blutbilds und die Möglichkeit, eine einsetzende Blutzersetzung sofort zu behandeln. Auch die deutsche Leitlinie rät bei einem bestehenden G6PD-Mangel dazu, einen erfahrenen Tropenmediziner hinzuzuziehen, und stellt das Risiko der Behandlung dem Risiko einer erneut auftretenden Malaria gegenüber. Weil sich ein solcher Mangel nicht in jedem Fall zuverlässig erfassen lässt, bleibt zudem nach einem unauffälligen Testergebnis ein Restrisiko: Die Herstellerangaben nennen deshalb weitere Anzeichen, bei denen die Einnahme sofort zu beenden und ärztliche Hilfe zu suchen ist, nämlich Blässe der Haut, Atemnot, Schwindel und ausgeprägte Müdigkeit. Auch bei unauffälligem Enzymstatus raten sie zu Blutuntersuchungen im Verlauf der Behandlung.

Das Medikament ist in der Regel gut verträglich, kann jedoch bei einigen Patienten Übelkeit und Bauchschmerzen verursachen. Eine Einnahme mit Nahrung kann helfen, diese Nebenwirkungen zu reduzieren. Während der Schwangerschaft ist Primaquin gegenangezeigt, weil es dem ungeborenen Kind schaden kann. Für stillende Mütter ist Primaquin gegenangezeigt, solange beim Säugling ein G6PD-Mangel besteht oder sein G6PD-Status nicht bekannt ist.

Die Therapie muss strikt gemäß den Anweisungen des behandelnden Arztes erfolgen, um die Entwicklung resistenter Malariaparasiten zu verhindern und eine vollständige Ausheilung sicherzustellen.

Risiken & Nebenwirkungen

Primaquin ist für Menschen mit einem schweren Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel kontraindiziert. Bei Menschen, die an Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis leiden, kann Primaquin die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen absinken lassen, die bei diesen Erkrankungen ohnehin vermindert sein kann. Die Herstellerangaben verlangen deshalb eine engmaschige Kontrolle des Blutbilds und ein sofortiges Absetzen, sobald die Werte abfallen. Eine weitere Kontraindikation ist die Einnahme von potenziell hämolytischen Medikamenten oder eine persönliche Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff.

Während der Einnahme von Primaquin ist eine Kontrolle der Blutwerte sinnvoll. Während der Schwangerschaft darf Primaquin nicht angewendet werden; die Herstellerangaben führen die Schwangerschaft als Gegenanzeige auf.

Als Nebenwirkung von Primaquin treten Anämie und Kopfschmerzen, Müdigkeit und Benommenheit, Verdauungsbeschwerden und Magenkrämpfe sowie juckende Haut auf.

Primaquin kann darüber hinaus die sogenannte QT-Zeit im Elektrokardiogramm verlängern und dadurch Herzrhythmusstörungen begünstigen. Die deutsche Leitlinie zählt es dabei zu den Malariamitteln mit geringerem Risiko, verlangt bei Patienten mit Herzerkrankungen aber engmaschige EKG-Kontrollen. Bei einer Dunkelfärbung des Urins muss die Behandlung mit Primaquin sofort abgesetzt werden, denn dies kann ein Hinweis auf eine Überforderung der Leber, auf eine Nierenerkrankung oder Hämolyse sein.

Neben der Blutzersetzung steht eine weitere, weniger bekannte Wirkung auf das Blut: die Bildung von Methämoglobin. Der rote Blutfarbstoff wird dabei in eine Form umgewandelt, die keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Bei Menschen ohne besondere Vorbelastung bleibt dieser Anstieg vorübergehend und gering. Schwer verlaufen kann eine Methämoglobinämie dagegen bei einem angeborenen Mangel des Enzyms, das Methämoglobin wieder zurückverwandelt, und ebenso dann, wenn gleichzeitig Arzneimittel eingenommen werden, die dieselbe Wirkung haben; die Herstellerangaben nennen dafür Dapson und die Sulfonamide. Das Warnzeichen ist mit bloßem Auge zu erkennen und sollte sofort zum Arzt führen: eine bläuliche Verfärbung der Lippen oder der Fingernägel.

Kontraindikationen

Bei der Verwendung von Primaquin gibt es mehrere wichtige Kontraindikationen, die berücksichtigt werden müssen, um das Risiko schwerer Nebenwirkungen zu minimieren. Eine der bekanntesten Kontraindikationen betrifft Patienten mit einem schweren Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Mangel. Dieser genetische Defekt kann dazu führen, dass die Einnahme von Primaquin zu einer hämolytischen Anämie führt, einer Erkrankung, bei der rote Blutkörperchen zerstört werden. Daher sollte ein G6PD-Test vor Beginn der Behandlung durchgeführt werden.

Eine weitere Kontraindikation ist eine bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegenüber Primaquin oder einem seiner Inhaltsstoffe. In solchen Fällen können allergische Reaktionen auftreten, die schwerwiegend sein können.

Bei schwangeren Frauen ist Primaquin nicht bloß mit Vorsicht anzuwenden, sondern gegenangezeigt. Der Wirkstoff passiert die Plazenta; ob das ungeborene Kind einen G6PD-Mangel hat, lässt sich vorher nicht feststellen, sodass ihm eine Blutzersetzung droht. Auch die deutsche Leitlinie sieht bei einer Malaria tertiana in der Schwangerschaft ausdrücklich keine Primaquin-Behandlung vor.

Aus dieser Gegenanzeige ergeben sich Vorgaben, die schon vor dem Beginn der Behandlung greifen. Die Herstellerangaben sehen bei Frauen im gebärfähigen Alter einen Schwangerschaftstest vor, bevor mit Primaquin begonnen wird. Während der Behandlung und über deren Ende hinaus wird eine zuverlässige Verhütungsmethode empfohlen; behandelten Männern, deren Partnerin schwanger werden könnte, wird für diesen Zeitraum ein Kondom angeraten. Wie lange dieser Zeitraum nach dem Ende der Behandlung zu bemessen ist, geben die Hersteller unterschiedlich an – die Frage gehört deshalb in das ärztliche Gespräch vor der Behandlung.

Für stillende Mütter gilt eine Gegenanzeige, wenn beim Säugling ein G6PD-Mangel festgestellt wurde oder sein G6PD-Status unbekannt ist, denn das Medikament geht über die Muttermilch auf ihn über. Gegenangezeigt ist außerdem die gleichzeitige oder kurz zurückliegende Anwendung des verwandten Malariamittels Quinacrin (Mepacrin), weil dieses die Giftigkeit von Primaquin verstärkt.

Bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis kann der Wirkstoff einen Mangel an weißen Blutkörperchen auslösen und erfordert deshalb eine besondere Überwachung. Wie weit das geht, geben die Hersteller unterschiedlich an: Ältere Herstellerangaben führen Primaquin bei akut Erkrankten, deren Grunderkrankung zu einem Mangel an Granulozyten neigt, als Gegenanzeige auf; die neueren fassen denselben Sachverhalt als Vorsichtsmaßnahme und verlangen ein sofortiges Absetzen, sobald die Zahl der weißen Blutkörperchen plötzlich abfällt.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Primaquin kann mit verschiedenen Medikamenten interagieren, weshalb eine sorgfältige Bewertung der Medikamentenliste des Patienten vor der Verschreibung wichtig ist. Eine bedeutende Wechselwirkung besteht mit Medikamenten, die ebenfalls die Funktion der roten Blutkörperchen beeinträchtigen, insbesondere mit Arzneimitteln, die das Risiko einer hämolytischen Anämie erhöhen. Dazu zählen Medikamente wie Dapson oder Sulfonamide. Die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden oder streng überwacht werden.

Außerdem kann Primaquin mit Arzneimitteln interagieren, die das Cytochrom-P450-Enzymsystem beeinflussen. Entscheidend ist dabei das Enzym CYP2D6: Primaquin wird über dieses Enzym erst in die eigentlich wirksamen Abbauprodukte umgewandelt. Starke CYP2D6-Hemmer können die Wirkung deshalb abschwächen und einen Rückfall begünstigen; wo es möglich ist, sollte auf solche Mittel ausgewichen werden. Dasselbe gilt für Menschen, die das Enzym von Geburt an nur eingeschränkt bilden – bei ihnen versagt die Behandlung häufiger.

Umgekehrt hemmt Primaquin selbst das Enzym CYP1A2 und das Transporteiweiß P-Glykoprotein. Der Blutspiegel von Arzneimitteln, die darüber abgebaut oder transportiert werden, kann deshalb ansteigen; genannt werden unter anderem Theophyllin, Duloxetin sowie das Herzmittel Digoxin und der Gerinnungshemmer Dabigatran.

Es ist wichtig, dass Patienten ihren Arzt oder Apotheker über alle Medikamente informieren, die sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. So können potenzielle Wechselwirkungen frühzeitig erkannt und die Sicherheit des Patienten gewährleistet werden.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Patienten Primaquin nicht vertragen oder es kontraindiziert ist, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung. Eine solche Alternative ist Tafenoquin, ein Medikament, das in ähnlicher Weise wie Primaquin gegen Leberformen des Malariaparasiten wirkt und wegen seiner langen Wirkdauer mit einer einzigen Gabe auskommt. In den USA ist es dafür zugelassen; ob und wann eine Zulassung in Europa folgt, ist bislang nicht absehbar. Wie bei Primaquin muss jedoch auch bei Tafenoquin der G6PD-Status geprüft werden, da auch dieses Medikament das Risiko einer hämolytischen Anämie bei Patienten mit G6PD-Mangel birgt.

Artemisinin-basierte Kombinationstherapien (ACTs) sind eine weitere wichtige Alternative, insbesondere bei der Behandlung akuter Malaria-Infektionen. Sie kombinieren Artemisinin mit einem weiteren antimalariellen Medikament und bieten eine hohe Wirksamkeit. Beispiele hierfür sind Kombinationen wie Artemether-Lumefantrin oder Artesunat-Mefloquin.

In Regionen mit Chloroquin-empfindlicher Malaria kann auch Chloroquin als Alternative in Betracht gezogen werden – allerdings ist es kein Ersatz für Primaquin, sondern ein Mittel gegen die Erreger im Blut: Die ruhenden Leberformen beseitigt es nicht, sodass es Rückfälle einer P. vivax-Malaria nicht verhindert. Hinzu kommt, dass gerade bei P. vivax aus manchen Regionen hohe Raten von Chloroquin-Resistenz beschrieben sind.

In Situationen, in denen eine Prophylaxe erforderlich ist, können andere Medikamente wie Doxycyclin oder Atovaquon-Proguanil (Malarone) in Betracht gezogen werden. Diese Medikamente sind jedoch nicht in der Lage, die ruhenden Leberformen von P. vivax zu eliminieren, was nach wie vor eine Herausforderung darstellt.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
    ISBN: 9783437216428
  • Mehlhorn, H.: Die Parasiten des Menschen.
    ISBN: 9783662653142
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435

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