Rhinopharyngitis

Bei einer Rhinopharyngitis handelt es sich um eine Kombination aus Nasen- und Rachenschleimhautentzündung. Dabei leiden die Betroffenen unter Schnupfen und Halsschmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rhinopharyngitis?

Liegt eine bakterielle Infektion vor, nimmt der Schnupfenschleim eine grüngelbe Verfärbung an. Da zudem die Nasenschleimhäute stark anschwellen, ist die Atmung durch die Nase erheblich erschwert.
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Von einer Rhinopharyngitis ist die Rede, wenn es zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) sowie der Rachenschleimhaut (Pharyngitis) kommt. Die Erkrankung ist auch als grippaler Infekt oder Erkältung bekannt und von harmloser Natur. So gehen die Beschwerden nach etwa einer Woche von selbst wieder zurück. Allerdings gilt die Rhinopharyngitis auch als sehr ansteckend.

Besonders in den kühlen Jahreszeiten Herbst und Winter ist sie verbreitet, denn das Abkühlen von bestimmten Körperstellen wie Nase, Ohren, Fingern und Fußzehen wirkt sich begünstigend auf das Entstehen dieses Infekts aus, da das menschliche Abwehrsystem dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Inkubationszeit der Rhinopharyngitis liegt zwischen zwei und fünf Tagen. Nicht selten erfolgt auch eine bakterielle Sekundärinfektion.

Ursachen

Verursacher einer Rhinopharyngitis sind in den meisten Fällen Viren. Zu unterscheiden ist zwischen einer akuten sowie einer chronischen Form. Eine akute Rhinopharyngitis wird zumeist durch Viren ausgelöst. Dabei handelt es sich um Rhinoviren, Adenoviren, Parainfluenzaviren oder Influenzaviren. Diese Viren verbreiten sich nach der Infektion über die Schleimhaut von Nase und Rachen.

Sind Schleimhaut und Immunsystem bereits geschwächt, haben die schädlichen Keime leichtes Spiel und lösen rasch eine Entzündung von Nasen- und Rachenraum aus. Sogar auf der Oberfläche der Haut überleben die Krankheitserreger einige Stunden. Als Risikofaktoren für eine Schädigung der Schleimhaut gelten Zigarettenkonsum, trockene Warmluft sowie Allergien, Hormonstörungen oder Stoffwechselstörungen.

In manchen Fällen führt die Viruserkrankung zum Ausbruch einer eitrigen Rhinopharyngitis. Diese entsteht wiederum durch Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken. Treten mehrere Infektionen hintereinander auf, sprechen Mediziner von einer chronischen Rhinopharyngitis. Diese macht sich durch eine permanente eitrig-schleimige Sekretion bemerkbar. Als mögliche Ursachen für eine chronische Rhinopharyngitis kommen eine chronische Mandelentzündung oder Vergrößerungen der Rachenmandel (Hyperplasie) in Betracht.

Es ist aber auch möglich, dass eine Rhinopharyngitis allergisch bedingt ist. So kann die Atemwegserkrankung durch zahlreiche Allergene entstehen. Dabei greifen die Beschwerden häufig auch auf andere Organe über und lösen Asthma bronchiale, Ekzeme oder eine Bindehautentzündung aus. Als Verursacher gelten Gräser-, Getreide- oder Baumpollen sowie Tierhaare und Hausstaubmilben.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu Beginn einer Rhinopharyngitis treten bei den Betroffenen Abgeschlagenheit und Müdigkeit auf. Nicht selten leiden sie außerdem unter Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Gliederbeschwerden und leichtem Fieber. Im weiteren Verlauf rinnt ein wässriges, klares Sekret aus der Nase, bei dem es sich um Schnupfen handelt. Im weiteren Verlauf wird die Konsistenz des Schnupfens dickflüssiger.

Liegt eine bakterielle Infektion vor, nimmt der Schnupfenschleim eine grüngelbe Verfärbung an. Da zudem die Nasenschleimhäute stark anschwellen, ist die Atmung durch die Nase erheblich erschwert. Mitunter entsteht innerhalb der Ohren auch ein Druckgefühl, das zu einer vorübergehenden Hörverminderung führen kann. Nicht selten leidet der Patient auch unter weiteren Beschwerden wie Heiserkeit, Husten und Schüttelfrost. Außerdem tritt am Rachen, der sich meist trocken anfühlt, eine Rötung auf.

Oftmals haben die Betroffenen Schmerzen und Schwierigkeiten beim Schlucken, wodurch Essen, Trinken und Sprechen schwerfallen. Ferner ist ein unangenehmes Brennen in der Rachenregion möglich. Bei Kindern besteht die Gefahr von hohem Fieber. Eine bakterielle Infektion macht sich durch Eiterauflagerungen, die sich auf der Rachenschleimhaut befinden, bemerkbar.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Muss wegen der Rhinopharyngitis ein Arzt zu Rate gezogen werden, erfasst dieser erst einmal die Krankengeschichte des Patienten. Anschließend nimmt er eine gründliche Untersuchung des Rachens vor. Um den Befall mit Bakterien diagnostizieren zu können, findet die Abnahme eines Abstriches aus dem Rachenraum statt. Dieser lässt sich mithilfe eines Schnelltests auswerten und gibt auf diese Weise weiteren Aufschluss.

Weiterhin gilt es, die Rhinopharyngitis von einer allergischen Rhinitis abzugrenzen. In manchen Fällen wird die Rhinopharyngitis auch von einer sogenannten Kinderkrankheit wie Windpocken, Masern oder Scharlach hervorgerufen, was der Arzt feststellen muss.

Der Krankheitsverlauf der Rhinopharyngitis ist normalerweise positiv. So klingen die Beschwerden nach einigen Tagen von selbst wieder ab. In manchen Fällen sind allerdings Komplikationen durch eine bakterielle Sekundärinfektion möglich.

Komplikationen

Die typischen Symptome einer Rhinopharyngitis können sich im Verlauf der Erkrankung zu ernsten Komplikationen entwickeln. Häufig kommt es mit dem Fortschreiten der Krankheit zu starkem Fieber, welches fast immer mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, einem starken Unwohlsein und weiteren Infektionen verbunden ist. Begleitend dazu treten Beschwerden wie Schüttelfrost und Gliederschmerzen auf, die ihrerseits mit Komplikationen verbunden sind.

In Folge der typischen Schluckbeschwerden kann es zur Aspiration von Speiseresten kommen, wodurch sich in manchen Fällen eine Lungenentzündung entwickelt. Wenn sich eine bakterielle Sekundärinfektion entwickelt, sind weitere Beschwerden des Immunsystems, des Darms und des Herz-Kreislauf-Systems wahrscheinlich. Zudem nehmen die Erstsymptome zu und rufen starke Beschwerden hervor. Mögliche Superinfektionen sind unter anderem Mittelohrentzündungen, Sinusitis oder Laryngitis.

Ein schwerer Krankheitsverlauf führt zu rheumatischem Fieber und daraus resultierend zu Gelenk- und Herzbeschwerden. Auch bei rechtzeitiger Behandlung können Komplikationen auftreten, etwa aufgrund eingenommener fiebersenkender Arzneimittel, Schmerzmittel oder Antibiotika. Entsprechende Präparate bergen immer das Risiko von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen. Bei längerer Verwendung von Nasentropfen oder Nasensprays kann sich ein Suchtverhalten entwickeln. Auch Spätfolgen wie beispielsweise Nieren- und Leberschädigungen sind nicht auszuschließen.

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Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Schnupfen, ein geröteter Rachen mit Juckreiz und Schmerzen sowie Anzeichen von Fieber auftreten, liegt womöglich eine Rhinopharynghitis zugrunde. Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn die Beschwerden nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen von selbst zurückgehen. Kinder sollten bei Fieber und Atemwegsbeschwerden umgehend dem Kinderarzt vorgestellt werden. Auch Menschen, die an einer viralen Infektion oder Allergie leiden, zählen zu den Risikogruppen und sollten die genannten Symptome rasch abklären lassen. Dies gilt insbesondere, wenn außerdem Hautveränderungen oder asthmatische Beschwerden auftreten.

Die Rhinopharynghitis wird von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt oder einem Allergologen behandelt. Weitere Anlaufstellen sind Fachärzte für innere Erkrankungen sowie ein Dermatologe. Bei chronischen Leiden, die sich durch konservative Behandlungsmaßnahmen nicht lindern lassen, kann der Arzt zudem alternative Mediziner hinzuziehen. Die Nasen- und Rachenschleimhaut-Entzündung kann gut behandelt werden, insofern sie frühzeitig diagnostiziert wird. Wenn keine Behandlung erfolgt, werden die Beschwerden stärker und es besteht das Risiko, dass sich eine chronische oder eine allergische Rhinopharynghitis entwickelt.

Therapie & Behandlung

Bei der Behandlung der Rhinopharyngitis werden deren Symptome bekämpft. Dazu gehört der Einsatz von Nasentropfen oder Nasensprays, um die geschwollene Nasenschleimhaut wieder zum Abschwellen zu bringen. Als hilfreich gelten außerdem das Spülen des Mundes mit desinfizierenden Lösungen, das Auflegen von warmen Halswickeln, das Trinken von heißem Tee sowie die Einnahme von Lutschtabletten, die eine schmerzstillende Wirkung haben.

Gegen Fieber können auch fiebersenkende Arzneimittel zur Anwendung kommen. Lösen Bakterien eine eitrige Entzündung im Nasen- und Rachenraum aus, erhält der Patient in der Regel keimabtötende Antibiotika. Während der Erkrankung ist es ratsam, dem Körper reichlich Flüssigkeit zuzuführen. Zur Anfeuchtung der Raumluft empfiehlt es sich, auf die Heizungen feuchte Tücher zu legen, um weitere Reize an der Nasenschleimhaut zu vermeiden.

Obwohl die Rhinopharyngitis normalerweise nach spätestens 14 Tagen wieder verschwindet, dauert es noch drei oder vier Wochen, bis die Schleimhaut ihre komplette Funktionsfähigkeit wieder erreicht hat. In diesem Zeitraum besteht daher das Risiko von erneuten Infektionen.

Vorbeugung

Um einer Rhinopharyngitis vorzubeugen, wird die Stärkung des Immunsystems empfohlen. Zu diesem Zweck sollte auf eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen geachtet werden. Ebenfalls wichtig sind eine ausgewogene Ernährung, Saunabesuche und genügend Bewegung.

Nachsorge

Die Rhinopharyngitis wird durch Erkältungsviren hervorgerufen, die Schleimhäute im Nasen-und Rachenbereich sind dabei gleichzeitig entzündet. Klassische Symptome sind ein brennendes Gefühl im Hals, das beim Schlucken von Nahrung intensiviert wird, geschwollene Schleimhäute sowie Sekretbildung in der Nase. Eine Nachsorge ist ratsam, um die Entzündung nachhaltig zu beseitigen.

Ein Rückfall, der aufgrund nicht ausreichend behandelter Symptome eintreten könnte, muss verhindert werden. Ziel ist die Beschwerdefreiheit des Patienten und eine vollständige Ausheilung der Rhinopharyngitis. Die Behandlung erfolgt in Form von Medikamentenvergabe. Ein Besuch beim Hausarzt oder HNO-Facharzt ist empfehlenswert, damit der Patient eine ihm angepasste Medizin erhält.

Von Antibiotika sollte hingegen Abstand genommen werden, da sie Bakterien statt Viren bekämpfen. Neben den ärztlich verordneten Medikamenten tragen Hausmittel wie Kamillentee zur Linderung der Beschwerden bei. Die Nachsorge ist mit der Therapie kombiniert, sie endet mit der Abheilung der Rhinopharyngitis.

Der Patient kann weniger selbst Nachsorge treffen, dafür aber vorbeugen. Bis zu einem Monat nach der Heilung besteht erhöhte Infektgefahr. Wird kalte Raumluft vermieden, der Halsbereich mit Tüchern oder Wollschals gewärmt, salzhaltiges Rachenspray verwendet und die Anordnung des Arztes befolgt, kann eine erneute Entzündung der Schleimhäute unterbunden werden.

Das können Sie selbst tun

Die Rhinopharyngitis kann für Betroffene sehr unangenehm und belastend sein. Je nach Ursache können unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden, um bestehende Symptome zu lindern.

Das Absondern des meist klaren Sekrets entsteht vor allem durch das Anschwellen der Nasenschleimhaut. Um dem entgegen zu wirken, können abschwellende Nasensprays und Nasentropfen verwendet werden. Hierdurch wird die Atmung erleichtert. Allerdings sollten besonders höher dosierte Nasensprays nur selten und vor allem zur Nacht verwendet werden. Ein zu häufiger Gebrauch kann zur Abhängigkeit führen. Auch die Rachenschleimhaut kann unterstützend beruhigt werden. Schmerzstillende Lutschtabletten und das Trinken von warmen Tees werden hier empfohlen. Außerdem können Nasenduschen mit Kochsalzlösungen sowie inhalieren mit Menthol schleimlösend wirken.

Bestehendes Fieber und Kopfschmerzen können mit leichten Schmerzmitteln bekämpft werden. Hier eignen sich vor allem Ibuprofen und Paracetamol, die gut vertragen werden und gleichzeitig antientzündlich sowie abschwellend wirken. Da die meisten Rhinopharyngitiden viral bedingt sind, sollte ein Antibiotikum nur bei eitrigen Racheninfektionen oder Nasennebenhöhlenentzündungen eingesetzt werden.

Die Krankheitsdauer selbst kann wenig beeinflusst werden und dauert individuell in etwa ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit sollten Patienten sich schonen, viel schlafen und symptomatisch therapiert werden. Es empfiehlt sich außerdem das Einhalten von allgemeinen Hygienemaßnahmen, da die Patienten über Tröpfcheninfektion für Mitmenschen ansteckend sind.

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 26. April 2020

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