Amidotrizoesäure

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das jodhaltige Kontrastmittel Amidotrizoesäure wird vor allem bei Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes sowie bei urologischen Untersuchungen bevorzugt eingesetzt. Für Untersuchungen und kleine Eingriffe in diesem Bereich zählt Amidotrizoesäure zu den bevorzugten Präparaten, weil sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten und der Wirkstoff schnell über die Niere ausgeschieden werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amidotrizoesäure?

Amidotrizoesäure
Amidotrizoesäure ist ein Röntgenkontrastmittel, welches Jod enthält und wasserlöslich ist.

Amidotrizoesäure ist ein Röntgenkontrastmittel, welches Jod enthält und wasserlöslich ist. Darüber hinaus besitzt das Präparat eine hohe Osmolalität, die zwischen fünf- und achtmal so hoch ist wie die des Blutes.

Mit diesem Begriff wird die Zahl der gelösten Teilchen je Kilogramm Flüssigkeit bezeichnet; sie bestimmt, in welche Richtung Wasser zwischen den Zellen und ihrer Umgebung wandert. Dieses Kontrastmittel kann sowohl oral als auch rektal oder durch Injektionen verabreicht werden, was in Form von unterschiedlichen Salzlösungen geschieht. Üblicherweise handelt es sich um Meglumin-, Natrium- oder L-Lysin-Verbindungen.

Diese Salze weisen eine geringe Tendenz zur Proteinbindung auf; bei der Anwendung im Magen-Darm-Trakt und in Hohlorganen gilt Amidotrizoesäure deshalb als gut verträglich. Verwendet wird Amidotrizoesäure ausschließlich bei radiologischen Untersuchungen, hauptsächlich für Untersuchungen im Magen-Darm-Bereich sowie in der Urologie. Für die Anwendung in Blutgefäßen ist Amidotrizoesäure in Deutschland nicht mehr zugelassen: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte widerrief diese Zulassung im Jahr 2000, weil die hohe Osmolalität mehr Nebenwirkungen verursacht als bei den heute üblichen niederosmolaren, nichtionischen Kontrastmitteln. Die Anwendung im Magen-Darm-Trakt sowie in Hohlorganen und Gängen wie den Harnwegen oder den Gallenwegen ist davon nicht betroffen.

Chemisch gehört Amidotrizoesäure zu den dreifach iodierten Abkömmlingen der Benzoesäure; in der älteren Literatur und im englischen Sprachraum findet sich für dieselbe Substanz die Bezeichnung Diatrizoesäure, für ihre Salze entsprechend Diatrizoat. Innerhalb der iodhaltigen Röntgenkontrastmittel gehört sie zur ältesten Untergruppe. Sie ist ionisch, zerfällt in Lösung also in ein geladenes Säureteilchen und ein Gegenion, und sie ist monomer, trägt somit nur einen einzigen iodhaltigen Ring je Molekül. Beides zusammen erklärt, warum in der fertigen Lösung besonders viele gelöste Teilchen vorliegen. Die später entwickelten Mittel setzen genau hier an: Nichtionische Verbindungen zerfallen nicht in geladene Bruchstücke, dimere Verbindungen tragen zwei iodhaltige Ringe je Teilchen. Auf diese Weise lässt sich derselbe Iodgehalt mit weniger gelösten Teilchen erreichen, was die osmotische Belastung des Gewebes verringert.

Amidotrizoesäure ist ein reines Diagnostikum: Sie soll keine eigene Wirkung im Körper entfalten, sondern allein die Schwächung der Röntgenstrahlung in dem Raum verändern, den sie ausfüllt.

Pharmakologische Wirkung

Wie alle anderen Kontrastmittel dient Amidotrizoesäure dazu, Funktionen und Strukturen des Körpers bei radiologischen Untersuchungen besser darstellen zu können. Für Ultraschall und MRT werden dagegen andere Kontrastmittel benötigt, da Amidotrizoesäure ihre Wirkung allein im Röntgenstrahl entfaltet. Auf molekularer Ebene enthält Amidotrizoesäure drei Iodatome je Molekül.

Diese bewirken, dass die Hohlräume, in die das Präparat eingebracht wurde, einen Röntgenschatten werfen und dadurch auf dem Bild sichtbar werden. In der Amidotrizoesäure sind die Iodatome symmetrisch angeordnet, wodurch die notwendige Kontrastdichte entsteht. Zudem enthält das Präparat eine Carboxygruppe, die als funktionelle Gruppe für die Salzbildung verantwortlich ist. Charakteristisch für Carboxygruppen ist ein doppelt gebundenes Sauerstoffatom sowie eine Hydroxygruppe mit einfacher Bindung.

Carboxygruppen gehören zu den in der Natur häufig vorkommenden funktionellen Gruppen. Darüber hinaus verfügt Amidotrizoesäure über Acetylaminogruppen, welche die Fettlöslichkeit des Wirkstoffmoleküls reduzieren. Dadurch nimmt die Tendenz zur Proteinbindung erheblich ab. Durch die geringe Neigung zur Proteinbindung kommt es bei der Gabe von Amidotrizoesäure zu geringeren Schädigungen der Membrane und Enzyme werden seltener in ihrer Wirkungsweise gehemmt.

Der Bildkontrast beruht auf einer physikalischen Eigenschaft des Iods: Seine Atome sind erheblich schwerer als die Atome, aus denen Weichteile und Körperflüssigkeiten bestehen, und schwächen Röntgenstrahlung deshalb weitaus stärker. Wo sich das Mittel ansammelt, erreicht weniger Strahlung den Bildempfänger, und der betreffende Bereich hebt sich von seiner Umgebung ab. Dieselbe Eigenschaft wird auch in der Computertomographie genutzt, die ebenfalls mit Röntgenstrahlung arbeitet.

Eine pharmakologische Wirkung im engeren Sinn – die Bindung an einen Rezeptor oder der Eingriff in einen Stoffwechselweg – ist nicht beabsichtigt und findet auch nicht statt. Was sich am Körper dennoch beobachten lässt, geht im Wesentlichen auf zwei Umstände zurück: auf den hohen Iodgehalt, der die Schilddrüse mit einer Iodmenge in Berührung bringt, die den täglichen Bedarf um ein Vielfaches übersteigt, und auf die bereits genannte Osmolalität, die Wasser aus dem umgebenden Gewebe in den Hohlraum zieht, in den das Mittel eingebracht wurde. Aus diesen beiden Umständen leiten sich die meisten der weiter unten beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen und Gegenanzeigen ab.

Im Körper wird die Substanz nicht in andere Stoffe umgebaut. Von einer unversehrten Schleimhaut wird sie nur in geringem Umfang aufgenommen; ist die Schleimhaut entzündet oder verletzt, gelangt ein größerer Anteil in den Kreislauf. Was dorthin gelangt, verteilt sich im Raum zwischen den Zellen, dringt nicht in die Zellen ein und überwindet die Blut-Hirn-Schranke nicht; die Ausscheidung erfolgt unverändert über die Nieren, deren Nierenkörperchen den Stoff aus dem Blut filtern.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Kontrastmittel, die Amidotrizoesäure enthalten, werden in der Radiologie vor allem für folgende Zwecke verwendet: Zur Darstellung des Magen-Darm-Traktes auf Röntgenbildern. Das gilt insbesondere, wenn der Verdacht darauf besteht, dass Magen oder Darm perforiert sein könnten.

Gegenüber Kontrastmitteln, die Bariumsulfat enthalten, bietet Amidotrizoesäure den Vorteil, dass es nicht zur chemischen Bauchfellentzündung kommen kann, falls das Präparat in den Bauchraum dringen sollte. Durch die Verwendung von Amidotrizoesäure lässt sich also ein operativer Eingriff, um die Bauchfellentzündung zu behandeln, vermeiden. Weil diese mögliche Nebenwirkung bei Amidotrizoesäure entfällt, kann das Präparat auch in relativ hohen Konzentrationen genutzt werden, wodurch eine detailreichere Darstellung des Magen-Darm-Traktes möglich ist. Wegen ihrer hohen Osmolalität zieht Amidotrizoesäure zugleich Wasser in den Darm. Das kann den Darminhalt verflüssigen, aber auch zu Flüssigkeitsmangel und Störungen des Elektrolythaushalts führen; bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern sowie bei ausgetrockneten Patienten darf die unverdünnte Lösung deshalb nicht angewendet werden. Gelangt die unverdünnte Lösung beim Verschlucken in die Atemwege, kann sie ein Lungenödem auslösen.

Außerdem wird Amidotrizoesäure als Kontrastmittel im urologischen und endoskopischen Bereich verwendet, etwa wenn die ableitenden Harnwege wie Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase oder Harnröhre untersucht werden sollen. Mit Hilfe von Amidotrizoesäure werden zudem Gallenblase, Gallenwege oder Pankreasgang näher untersucht. Hierbei wird die Methode der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie verwendet. Bei diesem Verfahren ist neben der Diagnose auch ein therapeutischer Eingriff möglich.

Typische therapeutische Maßnahmen, die mit der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie durchgeführt werden, sind die Öffnung des Gallenganges oder die Entfernung von Gallensteinen. Üblicherweise wird für diese Art von Eingriffen ein Endoskop, das über eine Seitblickoptik verfügt, oral eingeführt. Amidotrizoesäure wird für die Untersuchung entgegen der Flussrichtung der Gallenflüssigkeit in das betroffene Organ injiziert.

Die Zugangswege richten sich nach der Fragestellung. Für die Darstellung von Speiseröhre, Magen und Dünndarm wird die Lösung geschluckt oder über eine Sonde gegeben, für den Dickdarm als Einlauf verabreicht. Daneben lässt sie sich in Hohlorgane, Gänge, Fistelgänge und liegende Drainagen einbringen, um deren Verlauf und Dichtigkeit sichtbar zu machen. Nach Operationen am Magen-Darm-Trakt dient eine solche Untersuchung vor allem der Frage, ob eine Nahtverbindung dicht ist: Tritt Kontrastmittel über die Naht hinaus, ist die undichte Stelle unmittelbar auf dem Bild zu erkennen. Auch bei der Darstellung der Harnwege wird das Mittel über einen Katheter oder ein Endoskop unmittelbar in das zu untersuchende Hohlorgan eingebracht und nicht über den Blutweg zugeführt. Für die Beurteilung der Gänge von Bauchspeicheldrüse und Galle gilt dasselbe Prinzip der unmittelbaren Einbringung.


Verabreichung & Dosierung

Soweit dieser Abschnitt die Gabe in ein Blutgefäß beschreibt, gilt er für die heute üblichen nichtionischen Kontrastmittel; für Amidotrizoesäure ist diese Anwendung in Deutschland nicht mehr zugelassen. Bei der Verabreichung und Dosierung von Amidotrizoesäure, einem iodhaltigen Kontrastmittel, sind mehrere wichtige Faktoren zu beachten, um die Sicherheit und Effektivität zu gewährleisten. Zunächst sollte die Anamnese des Patienten sorgfältig überprüft werden, insbesondere hinsichtlich Allergien auf iodhaltige Substanzen, da eine Kontrastmittelunverträglichkeit oder -allergie zu schweren Reaktionen führen kann. Vor der Verabreichung sollte eine Risikobewertung für jodinduzierte Schilddrüsenfunktionsstörungen durchgeführt werden, insbesondere bei Patienten mit bestehender Schilddrüsenerkrankung.

Die Dosierung von Amidotrizoesäure richtet sich nach dem spezifischen diagnostischen Verfahren, dem Körpergewicht des Patienten und der zu untersuchenden Körperregion. Es ist wichtig, die empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren. Bei der intravenösen Verabreichung sollte auf eine langsame Injektion geachtet werden, um mögliche kardiovaskuläre Reaktionen zu vermeiden.

Hydratation vor und nach der Verabreichung ist entscheidend, insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz, um das Risiko einer Kontrastmittel-induzierten Nephropathie zu reduzieren. Eine Überwachung der Nierenfunktion sollte bei gefährdeten Patienten vor und nach der Anwendung erfolgen.

Bei der Anwendung von Amidotrizoesäure bei schwangeren oder stillenden Frauen ist Vorsicht geboten, da Kontrastmittel durch die Plazenta und in die Muttermilch übergehen können. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich.

Risiken & Nebenwirkungen

Amidotrizoesäure darf nicht bei Patienten angewendet werden, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einer Störung des Wasser- oder Elektrolythaushalts oder der Schilddrüsenfunktion leiden oder die überempfindlich auf jodhaltige Kontrastmittel reagieren.

Der Grund: Diese Probleme können sich durch die Verabreichung von Amidotrizoesäure noch erheblich steigern, bei Patienten mit Kreislaufproblemen kann im Extremfall sogar ein Herzstillstand auftreten. Zu den weiteren Nebenwirkungen, die auftreten können, gehören verschiedene allergische Reaktionen, Krämpfe und Atemstörungen. Häufig treten außerdem Störungen des Magen-Darm-Traktes auf. Zu den genannten häufigen Nebenwirkungen in diesem Bereich gehören Übelkeit und Erbrechen sowie Diarrhoe.

Kontraindikationen

Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Amidotrizoesäure, einem iodhaltigen Kontrastmittel, beinhalten vor allem bekannte Allergien oder Überempfindlichkeiten gegenüber iodhaltigen Substanzen. Patienten mit einer solchen Allergie können schwere anaphylaktische Reaktionen entwickeln, weshalb eine alternative Kontrastmittelwahl oder eine prophylaktische Medikation in Betracht gezogen werden sollte.

Eine weitere Kontraindikation ist eine bestehende Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) oder ein autonomes Adenom der Schilddrüse. Amidotrizoesäure kann eine jodinduzierte thyreotoxische Krise auslösen, da es den iodreichen Zustand verschlimmern könnte. Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion, insbesondere bei schwerer Niereninsuffizienz, sollten ebenfalls keine Amidotrizoesäure erhalten, da das Risiko einer Kontrastmittel-induzierten Nephropathie erhöht ist.

Zusätzlich sollte Amidotrizoesäure bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder dekompensierter Herzinsuffizienz mit Vorsicht verwendet werden, da die Belastung durch das Kontrastmittel den Zustand verschlechtern kann. Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von multiplen Myelomen ist ebenfalls Vorsicht geboten, da diese ein erhöhtes Risiko für Nierenfunktionsstörungen haben könnten.

Schließlich ist auch die Schwangerschaft eine relative Kontraindikation, da iodhaltige Kontrastmittel die Schilddrüsenfunktion des Fötus beeinflussen können. Die Verabreichung sollte nur erfolgen, wenn der diagnostische Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Bei der Verwendung von Amidotrizoesäure können mehrere wichtige Interaktionen mit anderen Medikamenten auftreten, die berücksichtigt werden müssen. Eine wesentliche Interaktion besteht mit Metformin, einem häufig eingesetzten Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes.

Wird ein iodhaltiges Kontrastmittel in ein Blutgefäß gegeben, kann die gleichzeitige Anwendung mit Metformin das Risiko einer Kontrastmittel-induzierten Nephropathie erhöhen, was zu einer Akkumulation von Metformin und dem seltenen, aber ernsten Risiko einer Laktatazidose führen kann. Lange Zeit galt deshalb die Empfehlung, Metformin vor der Verabreichung des Kontrastmittels abzusetzen und erst nach ausreichender Erholung der Nierenfunktion wieder zu beginnen. Nach den heutigen Empfehlungen der Fachgesellschaften wird Metformin allerdings nicht mehr grundsätzlich pausiert, sondern nur noch bei eingeschränkter Nierenfunktion oder wenn das Kontrastmittel in eine Arterie gegeben wird.

Zudem können Schilddrüsenmedikamente, wie Levothyroxin, durch die jodhaltige Natur von Amidotrizoesäure beeinflusst werden. Das Kontrastmittel kann die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse stören und somit die Schilddrüsenhormonspiegel beeinflussen, was insbesondere bei Patienten mit Schilddrüsenfunktionsstörungen relevant ist.

Wechselwirkungen können auch mit nephrotoxischen Medikamenten wie NSAIDs (nichtsteroidale Antirheumatika), Aminoglykosiden oder Cisplatin auftreten, da diese das Risiko einer Kontrastmittel-induzierten Nierenschädigung erhöhen können.

Darüber hinaus sollten Patienten, die Betablocker einnehmen, vorsichtig beobachtet werden, da diese die Behandlung von allergischen Reaktionen, einschließlich Anaphylaxie, erschweren können, die durch das Kontrastmittel ausgelöst werden könnten.

Über die genannten Arzneimittel hinaus betrifft die wichtigste Wechselwirkung kein Medikament, sondern ein Verfahren: Der hohe Iodgehalt sättigt die Schilddrüse für einige Zeit, sodass sie radioaktiv markiertes Iod kaum noch aufnimmt. Eine Szintigraphie der Schilddrüse und eine Radioiodtherapie sind deshalb nach der Gabe eines iodhaltigen Kontrastmittels über Wochen hinweg nur eingeschränkt oder gar nicht verwertbar; die Reihenfolge solcher Untersuchungen wird entsprechend geplant. Weil Amidotrizoesäure kaum an die Eiweiße des Blutes gebunden wird, spielt dagegen die Verdrängung anderer Wirkstoffe aus ihrer Eiweißbindung – ein sonst häufiger Mechanismus von Wechselwirkungen – bei dieser Substanz keine nennenswerte Rolle.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Amidotrizoesäure nicht vertragen wird, stehen mehrere alternative Kontrastmittel und Techniken zur Verfügung. Eine gängige Alternative sind nicht-ionische, iodhaltige Kontrastmittel wie Iohexol oder Iopamidol, die eine geringere osmotische Aktivität aufweisen und oft besser verträglich sind. Diese Mittel reduzieren das Risiko von Nebenwirkungen, insbesondere allergischen Reaktionen und Nierenfunktionsstörungen.

Für Patienten mit einer bekannten Jodallergie können nicht-iodhaltige Kontrastmittel, wie gadolinium-basierte Mittel (z.B. Gadobutrol) für MRT-Untersuchungen, eine Alternative darstellen. Diese sind besonders bei der Weichteildiagnostik effektiv und bieten ein geringes allergisches Potenzial. Allerdings sollten sie bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz vorsichtig eingesetzt werden, da sie das Risiko einer nephrogenen systemischen Fibrose bergen.

Bei Untersuchungen der Blutgefäße, für die Amidotrizoesäure nicht mehr zugelassen ist, kommt als weitere Option die CO2-Angiografie in Betracht. CO2 ist ein gut verträgliches, nicht-iodhaltiges Kontrastmittel, das insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Jodallergien nützlich ist.

In bestimmten Fällen, wie bei der Beurteilung der Gallenwege, kann auch die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP) ohne Kontrastmittel verwendet werden. Diese Methode ermöglicht eine detaillierte Darstellung ohne Risiko für jodinduzierte Komplikationen.

Zusätzlich kann die Ultraschalldiagnostik mit Kontrastmitteln auf Basis von Mikrobläschen verwendet werden, die keine nephrotoxischen Eigenschaften besitzen und somit für Patienten mit Nierenfunktionsstörungen geeignet sind.

Quellen

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    ISBN: 9783132444621
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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