Levothyroxin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 12. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Verschiedene Hormonerkrankungen erfordern eine hormonelle Einstellung bzw. einen Hormonersatz. Dies gilt auch für eine Schilddrüsenerkrankung. So ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion die Gabe von künstlichen Schilddrüsenhormonen notwendig. Dabei kommt beispielsweise Levothyroxin zum Einsatz.
Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
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Bei Levothyroxin handelt es sich um ein Schilddrüsenhormon. Genau genommen um die Hormonform T4. Das Hormon T4 wird überwiegend außerhalb der Schilddrüse – vor allem in Leber und Nieren – mithilfe selenhaltiger Enzyme zu T3 umgewandelt.
T3 ist das stoffwechselaktive Hormon, welches zahlreiche Funktionen des Körpers steuert. So zum Beispiel Wuchs von Haaren und Nägeln, Appetit und Verdauung, Fruchtbarkeit bei Frauen, Konzentration und Gedächtnis, Körpertemperaturregulierung etc.
Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe
Bei Personen mit einer Funktionsstörung der Schilddrüse wie beispielsweise einer Unterfunktion wird Levothyroxin zur Therapie verwendet. Die in dem Medikament enthaltene Hormonform T4 ersetzt die fehlenden Hormone, die von der Schilddrüse selbst nicht mehr gebildet werden können.
Die Verabreichung von T4 in Form von Levothyroxin-Tabletten wirkt sich auf zahlreiche Körperfunktionen aus. Sie beeinflusst:
- die Regelung der Körpertemperatur
- die Fruchtbarkeit der Frau bei Kinderwunsch
- Wachstum von Haaren und Nägeln
- Psychische Stabilität
- den Schlaf
- Verdauung und Körpergewicht
- Fettstoffwechsel
- Blutzucker usw.
Ein Fehlen von ausreichend T4 wirkt sich bei einer Schilddrüsenerkrankung daher auf den ganzen Körper aus. Der Patient fühlt sich müde, abgeschlagen, depressiv und nimmt an Körpergewicht zu. Die Blutfette steigen auch bei gesunder Ernährung und viele Patienten leiden an Haarausfall, brüchigen Nägeln und Schlafstörungen.
Levothyroxin ist in Deutschland von verschiedenen Herstellern erhältlich. Um eine möglichst genaue Hormoneinstellung zu ermöglichen, gibt es Levothyroxin in unterschiedlichen Dosierungen im Handel. Die Darreichungsform als Tabletten ist unter anderem in Stärken von: 25 µg, 50 µg, 75 µg, 100 µg und 125 µg möglich.
Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung
Rezeptiert wird Levothyroxin von Fachärzten wie Nuklearmedizinern oder Endokrinologen (Hormonfacharzt) unter anderem nach der Feststellung einer Unterfunktion oder Entzündung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis). Folgerezepte kann auch der Hausarzt ausstellen.
Diagnostizieren lassen sich Erkrankungen dieses Typs durch ein genaues Hormonprofil im Blut. Hierbei werden die Hormone T3, T4 und der TSH Wert bestimmt. Eine Ultraschalluntersuchung und ein Szintigramm sowie die Abnahme von Schilddrüsenantikörpern ( MAK, TRAK, TPO) untermauern die Diagnose.
Je nach Typ der Erkrankung kann es vorkommen, dass die Schilddrüse sich wegen des Hormonmangels vergrößert und sich ein Kropf (Struma) bildet. Auch Knoten sind keine Seltenheit. Wird die Hormonlage durch die regelmäßige Verabreichung von T4 Medikamenten wieder ausgeglichener, kann sich die Vergrößerung der Schilddrüse wieder zurückbilden.
Bei Hashimoto Thyreoiditis schrumpft die Schilddrüse durch Entzündungsprozesse. Dies geschieht durch Antikörper im Zuge eines Autoimmunprozesses und es werden nicht mehr genügend Hormone gebildet. Hier muss unbedingt mit der Gabe von Levothyroxin gegengesteuert werden.
Verabreichung & Dosierung
Levothyroxin ist ein synthetisches Schilddrüsenhormon, das hauptsächlich zur Behandlung von Hypothyreose eingesetzt wird. Eine korrekte Verabreichung und Dosierung sind entscheidend, um die Wirksamkeit zu optimieren und Nebenwirkungen zu minimieren.
Verabreichung: Levothyroxin sollte auf nüchternen Magen, typischerweise 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück, eingenommen werden. Die Aufnahme des Medikaments kann durch Nahrung und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie Kalzium oder Eisen beeinträchtigt werden, die mindestens vier Stunden Abstand zur Einnahme von Levothyroxin haben sollten.
Dosierung: Die Dosierung von Levothyroxin wird individuell angepasst, basierend auf dem Alter, Gewicht, der Schwere der Hypothyreose und bestehenden Komorbiditäten wie Herzerkrankungen. Die initiale Dosierung ist oft niedrig und wird schrittweise erhöht, bis die gewünschten Schilddrüsenhormonspiegel erreicht sind. Dies wird durch regelmäßige Bluttests überprüft, um das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) zu messen.
Besondere Überlegungen: Bei älteren Patienten oder solchen mit Herzerkrankungen wird oft mit einer besonders niedrigen Dosis begonnen, um das Risiko kardiovaskulärer Nebenwirkungen zu minimieren. Die vollständige Wirkung der Einstellung oder Dosisänderung kann mehrere Wochen dauern, da Levothyroxin eine lange Halbwertszeit im Körper hat.
Patienten sollten angewiesen werden, regelmäßige Nachuntersuchungen einzuhalten und bei jeglichen Symptomen einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse ihren Arzt zu informieren. Es ist wichtig, dass dieselbe Marke oder Formulierung konsequent verwendet wird, da geringfügige Unterschiede zwischen den Produkten bestehen können.
Risiken & Nebenwirkungen
Bei einer nicht gut eingestellten Behandlung der Schilddrüse kann es zu mehr oder weniger unangenehmen Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen kommen. Insbesondere Patienten, die lange an einem Hormonmangel litten, der nicht sofort diagnostiziert wurde, tun sich häufig schwer mit der Verträglichkeit einer höheren Anfangsdosis.
Der Körper muss sich erst wieder an das erhöhte Hormonangebot gewöhnen. Daher sollten T4 Medikamente immer "eingeschlichen" werden, d.h. die Dosis sollte am Anfang möglichst klein sein und dann langsam aufbauend gesteigert werden. Nebenwirkungen bei einer zu hohen Anfangsdosis können unter anderem sein:
Bei der Verabreichung von Schilddrüsenhormonen ist es außerdem sinnvoll mindestens 2x pro Jahr ein Hormonprofil beim Haus- oder Facharzt durchführen zu lassen, um eine Über- bzw. Unterdosierung zu vermeiden.
Eingenommen wird die tägliche Dosis am Morgen, nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück. So wird die optimale Wirksamkeit des Medikamentes sichergestellt.
Bei einer dauerhaften Überdosierung treten die Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion auf; in schweren Fällen kommen Verwirrtheit und Kreislaufversagen hinzu. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Patienten mit einer Herzerkrankung; bei ihnen kann eine zu hohe Dosis Herzrhythmusstörungen auslösen. Bei älteren Menschen ist Vorhofflimmern dabei die häufigste Rhythmusstörung. Eine über Jahre zu hohe Einstellung kann außerdem die Knochendichte vermindern.
Kontraindikationen
Levothyroxin, ein synthetisches Schilddrüsenhormon, wird weitgehend zur Behandlung der Hypothyreose eingesetzt, doch es gibt bestimmte Situationen und Zustände, bei denen die Verwendung dieses Medikaments kontraindiziert ist oder besondere Vorsicht erfordert.
Unbehandelte Nebennierenschwäche: Die Einnahme von Levothyroxin ohne vorherige Behandlung einer Nebenniereninsuffizienz kann zu einer akuten Nebennierenkrise führen. Daher ist es wichtig, vor Beginn der Levothyroxin-Therapie eine Nebennierenschwäche zu diagnostizieren und zu behandeln.
Akute Myokarditis und akuter Herzinfarkt: Eine Behandlung mit Levothyroxin darf bei einem akuten Herzinfarkt, einer akuten Herzmuskelentzündung und einer akuten Entzündung aller Herzwandschichten nicht begonnen werden, weil das Hormon den Sauerstoff- und Energiebedarf des Herzens steigert.
Thyreotoxische Krise: Bei einer unbehandelten Überfunktion der Schilddrüse darf Levothyroxin nicht angewendet werden, weil es die Beschwerden einer Überfunktion der Schilddrüse verstärkt; ausgenommen ist allein die Begleitbehandlung während einer Therapie mit Thyreostatika.
Schwangerschaft und Stillzeit: Die Behandlung mit Levothyroxin wird in der Schwangerschaft und während der Stillzeit fortgeführt, wobei die Menge sorgfältig überwacht und angepasst wird. Nicht angewendet werden darf in der Schwangerschaft dagegen die Kombination von Levothyroxin mit einem Thyreostatikum.
Hypersensitivität gegen Levothyroxin oder Hilfsstoffe: Patienten, die eine bekannte Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Medikaments haben, sollten Levothyroxin meiden.
Patienten, die bereits mit Levothyroxin behandelt werden, sollten regelmäßig ärztlich überwacht werden, um die Dosis bei Bedarf anzupassen und sicherzustellen, dass keine Kontraindikationen durch neu aufgetretene Erkrankungen entstehen. Eine sorgfältige Überwachung der Schilddrüsenfunktion und der allgemeinen Gesundheit ist entscheidend, um potenzielle Komplikationen zu vermeiden.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Levothyroxin, ein essentielles Medikament zur Behandlung der Hypothyreose, kann mit einer Vielzahl anderer Medikamente interagieren, was zu einer veränderten Wirksamkeit sowohl des Levothyroxins als auch der anderen Arzneimittel führen kann. Hier sind einige wichtige Arzneimittelinteraktionen, die bei der Verwendung von Levothyroxin beachtet werden sollten:
Eisen- und Kalziumpräparate: Diese können die Absorption von Levothyroxin im Magen-Darm-Trakt reduzieren, wenn sie zeitgleich eingenommen werden. Es wird empfohlen, einen Abstand von mindestens vier Stunden zwischen der Einnahme von Levothyroxin und diesen Präparaten einzuhalten.
Antazida und Protonenpumpenhemmer (PPIs): Medikamente zur Reduzierung der Magensäure können ebenfalls die Aufnahme von Levothyroxin beeinträchtigen. Ähnlich wie bei Eisen und Kalzium sollte Levothyroxin einige Stunden vor oder nach diesen Medikamenten eingenommen werden.
Sukralfat: Dieses Medikament, das zur Behandlung von Magengeschwüren verwendet wird, kann die Bioverfügbarkeit von Levothyroxin verringern. Daher sollte auch hier ein zeitlicher Abstand eingehalten werden.
Phenytoin, Carbamazepin und Rifampicin: Diese Medikamente können die hepatische Metabolisierung von Levothyroxin beschleunigen, was zu einem erhöhten Bedarf an Levothyroxin führen kann.
Sertralin und andere SSRIs: Es gibt Berichte, dass selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) die Wirksamkeit von Levothyroxin beeinträchtigen können, was möglicherweise Anpassungen der Levothyroxin-Dosis erfordert.
Die Wechselwirkungen von Levothyroxin mit anderen Medikamenten können die Wirksamkeit der Behandlung erheblich beeinflussen, daher ist es wichtig, dass Patienten alle von ihnen eingenommenen Medikamente mit ihrem Arzt besprechen. Eine sorgfältige Überwachung durch regelmäßige Bluttests hilft, die korrekte Einstellung der Levothyroxin-Dosis sicherzustellen.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Levothyroxin aufgrund von Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen nicht geeignet ist, gibt es alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe für die Therapie der Hypothyreose. Diese Alternativen sind besonders wichtig für Patienten, die auf die Hilfsstoffe in herkömmlichen Levothyroxin-Präparaten empfindlich reagieren oder spezifische Kontraindikationen haben.
Liothyronin (T3): Dies ist das synthetische Äquivalent des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin. Liothyronin wird manchmal verwendet, wenn Patienten auf die alleinige Behandlung mit Levothyroxin (T4) nicht ausreichend ansprechen. Es kann auch eine Option für diejenigen sein, die Levothyroxin nicht vertragen.
Kombinationstherapie mit T4 und T3: Einige Patienten profitieren von einer Kombinationstherapie, die sowohl Levothyroxin als auch Liothyronin enthält. Diese Kombination kann hilfreich sein, um ein ausgewogeneres Verhältnis der Schilddrüsenhormone zu erreichen.
Schilddrüsenextrakt aus getrockneten tierischen Schilddrüsen: Dies ist ein natürlicher Schilddrüsenextrakt, der sowohl T4 als auch T3 enthält und aus Schweine- oder Rinderschilddrüsen gewonnen wird. Obwohl diese Behandlung in einigen Ländern wie den USA verfügbar ist, ist sie umstritten und nicht alle Endokrinologen empfehlen sie aufgrund der Schwierigkeiten, konsistente Hormonkonzentrationen zu gewährleisten.
Hypothyreose-Diät und Lebensstiländerungen: In manchen Fällen können Anpassungen der Ernährung und des Lebensstils die Symptome der Hypothyreose lindern. Eine Ernährung reich an Jod, Selen und Zink kann hilfreich sein, da diese Spurenelemente für die Schilddrüsenhormonproduktion wichtig sind. Eine Ernährungsumstellung ersetzt die Zufuhr der fehlenden Hormone allerdings nicht; bei einer nachgewiesenen Unterfunktion bleibt die Gabe von Schilddrüsenhormonen erforderlich.
Patienten, die Levothyroxin nicht vertragen, sollten mit ihrem Arzt über diese alternativen Behandlungsoptionen sprechen, um die bestmögliche Lösung für ihre spezifische Situation zu finden. Es ist wichtig, regelmäßig den Hormonstatus überwachen zu lassen, um sicherzustellen, dass die gewählte Behandlung effektiv ist und die Schilddrüsenfunktion angemessen unterstützt wird.
Unterfunktion, Kropf und die Einstellung über den TSH-Wert
Die zugelassenen Anwendungsgebiete der Levothyroxin-Tabletten sind breiter, als es der Begriff Hormonersatz vermuten lässt. Neben der Unterfunktion nennen die deutschen Fachinformationen die gutartige Struma bei normaler Hormonlage, die Vorbeugung eines erneuten Kropfes nach der Operation einer solchen Struma, die Suppressions- und Ersatzbehandlung beim bösartigen Schilddrüsentumor – vor allem nach der vollständigen Entfernung des Organs –, die Begleitbehandlung während einer Therapie mit Thyreostatika, sobald die Hormonlage sich normalisiert hat, sowie den Schilddrüsensuppressionstest.
Der Wirkstoff ist mit dem natürlich vorkommenden Schilddrüsenhormon identisch, und der Körper kann zwischen dem selbst gebildeten und dem zugeführten Hormon nicht unterscheiden. Nach der teilweisen Umwandlung zu T3, vor allem in Leber und Niere, und dem Übertritt in die Körperzellen entfaltet es über die T3-Rezeptoren seine Wirkungen auf Entwicklung, Wachstum und Stoffwechsel. Der Hormonersatz führt die Stoffwechselvorgänge wieder in den Normalbereich zurück; ein durch die Unterfunktion bedingter Anstieg des Cholesterins etwa geht unter der Gabe von Levothyroxin deutlich zurück.
Der Unterschied zwischen den beiden häufigsten Anlässen ist grundlegend. Bei der Unterfunktion ersetzt das Präparat, was die Schilddrüse nicht mehr selbst herstellt; die Behandlung ist in den meisten Fällen lebenslang, ebenso nach der Entfernung des Organs wegen eines bösartigen Tumors. Bei der Struma mit normaler Hormonlage arbeitet das Organ dagegen ausreichend, es ist nur vergrößert. Hier dauert die Behandlung nach den Fachinformationen mehrere Monate oder Jahre, mitunter ebenfalls lebenslang; bringt sie in einem überschaubaren Zeitraum nicht das erhoffte Ergebnis, werden andere Wege erwogen.
Für die Steuerung der Behandlung ist nicht der Hormonspiegel selbst der beste Maßstab, sondern der TSH-Wert. Das erklärt sich daraus, dass die T4- beziehungsweise fT4-Werte bei einem Teil der Behandelten erhöht ausfallen können; die Bestimmung des TSH im Blutserum ist deshalb zur Überwachung besser geeignet. In der Schwangerschaft gilt das in verschärfter Form. Der Bedarf kann dann steigen, weil der Östrogenspiegel zunimmt, und erhöhte TSH-Werte können bereits in den ersten Schwangerschaftswochen auftreten. Die Fachinformationen verlangen deshalb eine Bestimmung in jedem Schwangerschaftsdrittel und eine Anpassung, sobald der Wert steigt. Unmittelbar nach der Geburt wird auf die Menge von vor der Schwangerschaft zurückgestellt, weil die Werte dann wieder denen vor der Empfängnis entsprechen; einige Wochen später folgt eine erneute Kontrolle.
Die Vorschrift, die Tablette nüchtern einzunehmen, hat einen handfesten Grund. Auf nüchternen Magen wird ein großer Teil des Wirkstoffs aufgenommen, hauptsächlich im oberen Dünndarm; zusammen mit einer Mahlzeit ist die Aufnahme deutlich geringer. Bis die Wirkung zu Beginn der Behandlung einsetzt, vergehen nach den Fachinformationen mehrere Tage. Aus demselben Grund lassen sich viele Wechselwirkungen allein durch den Zeitpunkt der Einnahme entschärfen. Nicht nur Calcium- und Eisenpräparate und Mittel gegen Magensäure vermindern die Aufnahme des Wirkstoffs im Verdauungstrakt, sondern auch Gallensäurebinder, Austauscherharze, Sucralfat und Lanthan; die Fachinformationen verlangen für all diese einen möglichst großen zeitlichen Abstand. Auch Sojaprodukte und eine ballaststoffreiche Kost vermindern die Aufnahme, ebenso Mittel gegen Übergewicht vom Typ des Orlistats. Eine eigene Gruppe bilden Stoffe, die nicht die Aufnahme, sondern die Umwandlung von T4 in das wirksame T3 hemmen: dazu zählen Glukokortikoide, Lithium, Jodid, orale Kontrastmittel sowie Betablocker wie Propranolol. Amiodaron und jodhaltige Kontrastmittel können wegen ihres hohen Jodgehalts sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion auslösen.
Quellen
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- Weber, M. M., Parhofer, K. G. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel.
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