Ausschabung
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Ausschabung dient dazu, das betroffene Organ auszuräumen oder Untersuchungsmaterial zu gewinnen. Meist ist damit eine Ausschabung der Gebärmutter gemeint, etwa nach einer Fehlgeburt, bei abklärungsbedürftigen Blutungen oder bei Verdacht auf eine Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut. Obwohl die Risiken gering sind, kann es während des Eingriffs zu Verletzungen des Uterus kommen und nach dem Eingriff zu Infektionen, die jedoch gut zu behandeln sind.
Was ist eine Ausschabung?
Der Begriff Kürettage bezeichnet die operative Gewebeentfernung durch eine Kürette, ein Instrument, welches für eben diesen Zweck gemacht wurde. Eine Kürette gibt es in verschiedensten Ausführungen, meist weist sie einen schneidenden oder stumpfen Löffel auf.
Obwohl Ausschabungen auch in anderen medizinischen Fachrichtungen angewandt werden, wird meist eine in der Gynäkologie verwendete Ausschabung der Gebärmutter damit gemeint. Eine Kürettage kann auch in der Dermatologie, etwa zur Warzenentfernung, oder in der Zahnmedizin zur Behandlung von Parodontitis, angewandt werden.
Eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut wird auch als „Abrasio uteri“ bezeichnet und kann zum Beispiel nach einer Fehlgeburt nötig sein.
Geschichte & Entwicklung
Die Geschichte der Ausschabung, auch als Kürettage bekannt, reicht weit in die Medizingeschichte zurück. Bereits in der Antike wurde die Methode angewendet, wobei frühe Aufzeichnungen auf die Nutzung von primitiven Instrumenten zur Behandlung von Gebärmutterproblemen hinweisen. Hippokrates, der als Vater der Medizin gilt, erwähnte im 5. Jahrhundert v. Chr. Methoden zur Entfernung von Uterusinhalten.
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden die Techniken weiterentwickelt, jedoch war das Wissen über Hygiene und Infektionskontrolle begrenzt, was die Risiken der Prozedur erhöhte. Mit der Einführung von antiseptischen Methoden im 19. Jahrhundert durch Joseph Lister verbesserte sich die Sicherheit von chirurgischen Eingriffen erheblich.
Die moderne Kürettage wurde im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert standardisiert. Der deutsche Gynäkologe Alfred Hegar trug maßgeblich zur Verfeinerung der Technik bei, indem er spezialisierte Instrumente wie die nach ihm benannten Hegarstifte entwickelte. Diese Entwicklungen ermöglichten eine präzisere und sicherere Durchführung des Eingriffs.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Ausschabung zu einem häufig angewendeten Verfahren in der Gynäkologie, insbesondere zur Behandlung von Fehlgeburten, starken Blutungen und zur Diagnose von Uteruserkrankungen. Mit der Weiterentwicklung der medizinischen Technologie und der Einführung von minimal-invasiven Methoden wie der Hysteroskopie hat sich die Anwendung der Kürettage weiterentwickelt, wobei die moderne Praxis heute auf hohe Sicherheitsstandards und patientenschonende Techniken setzt.
Einsatz & Indikation
Eine Ausschabung, auch Kürettage genannt, wird aus verschiedenen medizinischen Gründen durchgeführt. Sie kommt in Betracht, wenn bestimmte gynäkologische Befunde abgeklärt oder behandelt werden müssen.
Eine häufige Indikation für eine Ausschabung ist eine Fehlgeburt. Nach einer Fehlgeburt kann eine Kürettage notwendig sein, um verbliebenes Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter zu entfernen und so Infektionen oder starke Blutungen zu verhindern.
Eine weitere häufige Anwendung ist die Behandlung abnormaler uteriner Blutungen. Frauen, die unter schweren oder unregelmäßigen Menstruationsblutungen leiden, können von einer Ausschabung profitieren. Der Eingriff kann helfen, die Blutung zu stoppen und Gewebeproben zur weiteren Diagnose zu entnehmen.
Eine Kürettage wird auch zur Diagnose und Behandlung von Endometriumhyperplasie verwendet, einer Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, die manchmal zu Krebs führen kann. Durch die Entfernung des überschüssigen Gewebes kann die Schleimhaut untersucht und das Risiko verringert werden.
In der Diagnostik von Uteruserkrankungen kann eine Kürettage ebenfalls notwendig sein. Bei Verdacht auf Endometriumkarzinom (Gebärmutterkrebs) wird Gewebe entnommen und histologisch untersucht, um eine genaue Diagnose zu stellen und den Behandlungsplan zu bestimmen.
Weitere Indikationen sind die Entfernung von Plazentaresten nach der Geburt und die Behandlung von Polypen oder Myomen, die Blutungen verursachen können.
Insgesamt dient die Ausschabung sowohl diagnostischen als auch therapeutischen Zwecken und wird in Abhängigkeit von den spezifischen Bedürfnissen und gesundheitlichen Problemen der Patientin durchgeführt.
Vorteile & Nutzen
Eine Ausschabung bietet mehrere Vorteile gegenüber anderen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden in der Gynäkologie. Einer der Hauptvorteile ist die Effektivität bei der schnellen Linderung von Symptomen wie starken Blutungen. Durch die direkte Entfernung von Gewebe aus der Gebärmutter können Blutungen schnell gestoppt und die Beschwerden der Patientin zügig gelindert werden.
Ein weiterer Vorteil ist die diagnostische Genauigkeit. Während des Eingriffs können Gewebeproben direkt aus der Gebärmutter entnommen und anschließend histologisch untersucht werden. Dies ermöglicht eine präzise Diagnose von Zuständen wie Endometriumhyperplasie, Polypen, Myomen und Endometriumkarzinom. Andere Untersuchungsmethoden, wie Ultraschall oder MRT, können zwar Hinweise liefern, aber keine definitive Diagnose stellen.
Die Ausschabung kann auch minimalinvasiv durchgeführt werden, was zu einer relativ schnellen Genesung führt. Moderne Techniken und Instrumente reduzieren das Risiko von Komplikationen und ermöglichen es vielen Frauen, nach dem Eingriff schnell wieder ihren normalen Aktivitäten nachzugehen.
Im Vergleich zu medikamentösen Behandlungen bietet die Ausschabung den Vorteil, dass sie sofortige Ergebnisse liefert. Medikamente zur Behandlung von Gebärmutterproblemen benötigen oft Wochen oder Monate, um Wirkung zu zeigen, während eine Kürettage die Symptome direkt behandelt.
Zudem kann die Ausschabung in Fällen, in denen eine medikamentöse Behandlung versagt oder nicht geeignet ist, eine wirksame Alternative darstellen. Beispielsweise kann bei starken Blutungen oder bei Verdacht auf Krebs eine sofortige Intervention notwendig sein, die durch eine Ausschabung effektiv durchgeführt werden kann.
Insgesamt bietet die Ausschabung eine wirksame und präzise Methode zur Diagnose und Behandlung verschiedener gynäkologischer Zustände, mit Vorteilen wie schneller Symptomlinderung, diagnostischer Genauigkeit und minimalinvasiver Durchführung.
Funktion, Wirkung & Ziele
Bei einer Kürettage schabt der behandelnde Gynäkologe zuerst den Gebärmutterhals und dann, nachdem er den Muttermund etwas geweitet hat, die Gebärmutterhöhle mit einer Kürette aus. Es besteht die Möglichkeit, das Gewebe unmittelbar abzusaugen; dieses Vorgehen wird als Saugkürettage bezeichnet und erfolgt meist unter Vollnarkose, mitunter auch in örtlicher Betäubung.
Erfolgt die Kürettage aus Diagnosezwecken, etwa bei abklärungsbedürftigen Blutungen, wird nur sehr wenig Schleimhaut mit einer Sonde entnommen, man spricht von einer Aspirationskürettage. Hierbei ist keine Narkotisierung bzw. nur eine lokale Betäubung der Patientin nötig. Nach der Probenentnahme wird das Gewebe untersucht, um mögliche bösartige Veränderungen feststellen zu können.
Bei Blutungsstörungen wird meist eine Probe aus dem Gebärmutterhals und danach aus der Gebärmutter selbst entnommen. Dieses Verfahren wird als fraktionierte Abrasio bezeichnet und wird auch bei Frauen angewandt, bei denen nach den Wechseljahren erneut eine Blutung auftritt. Bei einer Kürettage kann gleichzeitig auch eine Hysteroskopie, also eine Gebärmutterspiegelung, durchgeführt werden. In den meisten Fällen sind Menstruationsbeschwerden bzw. Beschwerden während der Wechseljahre harmlos und hormonell bedingt, in seltenen Fällen kann es sich jedoch auch um Gebärmutterkrebs handeln.
Daher wird eine Kürettage durchgeführt, wenn verdächtige Ultraschall- bzw. Krebsabstrichbefunde vorliegen. Erleidet eine Frau eine Fehlgeburt, kann eine Ausschabung der Gebärmutterhöhle nötig sein, um verbliebenes Embryo- und Mutterkuchengewebe zu entfernen. Häufig stößt die Gebärmutter das Gewebe jedoch von selbst ab, sodass auch ein abwartendes Vorgehen oder eine medikamentöse Behandlung in Betracht kommen. Bleibt Gewebe in der Gebärmutter zurück, kann dies zu anhaltenden Blutungen und zu Infektionen führen. Eine Kürettage kann auch zur Abtreibung verwendet werden. In diesem Fall wird meist eine Saugkürettage durchgeführt.
Das Ziel einer Kürettage ist also entweder die Gewinnung von Untersuchungsmaterial oder die Ausräumung der Gebärmutterhöhle. Eine genetische Untersuchung des bei der Kürettage gewonnenen Materials ist möglich, wenn eine Frau mehrere Fehlgeburten erleidet. Dabei können eventuelle schwere genetisch bedingte Erkrankungen abgeklärt werden.
Durchführung & Ablauf
Eine Ausschabung, auch Kürettage genannt, ist ein gynäkologischer Eingriff, der zur Diagnose oder Behandlung bestimmter Gebärmuttererkrankungen durchgeführt wird. Der Ablauf beginnt in der Regel mit einer präoperativen Beratung, in der der Arzt die Patientin über den Eingriff, mögliche Risiken und das zu erwartende Ergebnis informiert.
Am Tag des Eingriffs erhält die Patientin eine Anästhesie. Dies kann eine Vollnarkose, eine Spinalanästhesie oder eine lokale Betäubung sein, je nach den individuellen Gegebenheiten und Präferenzen der Patientin sowie der Einschätzung des Arztes.
Sobald die Anästhesie wirkt, wird die Patientin in eine gynäkologische Position gebracht, ähnlich wie bei einer Routineuntersuchung. Der Arzt führt dann ein Spekulum in die Vagina ein, um den Gebärmutterhals sichtbar zu machen. Mit speziellen Instrumenten, sogenannten Dilatatoren, wird der Gebärmutterhals vorsichtig gedehnt, um den Zugang zur Gebärmutterhöhle zu erleichtern.
Nachdem der Gebärmutterhals ausreichend erweitert wurde, wird ein Küretteninstrument in die Gebärmutter eingeführt. Die Kürette ist ein scharfes oder stumpfes löffelartiges Instrument, mit dem der Arzt die Gebärmutterschleimhaut ausschabt. Dabei wird das überschüssige oder verdächtige Gewebe entfernt. Dieses Gewebe wird zur histologischen Untersuchung ins Labor geschickt, um genauere Diagnosen zu ermöglichen.
Der Eingriff dauert in der Regel nur etwa 15 bis 30 Minuten. Nach der Kürettage wird die Patientin in einen Aufwachraum gebracht, wo sie überwacht wird, bis die Wirkung der Anästhesie nachlässt. Es ist normal, dass die Patientin nach dem Eingriff leichte Krämpfe und vaginale Blutungen hat, die jedoch in der Regel nach ein paar Tagen abklingen.
Nach dem Eingriff gibt der Arzt Anweisungen zur Nachsorge, einschließlich der Vermeidung von körperlicher Anstrengung und sexueller Aktivität für eine bestimmte Zeit, um eine vollständige Heilung zu gewährleisten. Regelmäßige Kontrolltermine sind wichtig, um den Heilungsprozess zu überwachen und sicherzustellen, dass keine Komplikationen auftreten.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Eine leichte Blutung nach einer Kürettage ist völlig normal. Manchmal führt eine Ausschabung auch zu Fieber, Unterleibsschmerzen und starken Blutungen, die der Menstruation ähneln.
In diesen Fällen sollte der behandelnde Arzt aufgesucht werden, da eine behandlungsbedürftige Infektion vorliegen könnte. Bei starken Blutungen kurz nach dem Eingriff besteht auch die Gefahr, dass eine Verletzung von Blutgefäßen vorliegt, die unmittelbar behandelt werden muss. In Ausnahmefällen wird die Wand der Gebärmutter während der Kürettage verletzt. Eine oberflächliche Verletzung heilt häufig von selbst aus; eine tiefere muss behandelt werden.
Durchstößt der behandelnde Arzt die Gebärmutterwand mit der Spitze seines Instrumentes, kann es in weiterer Folge zu Blutungen in den Bauchraum und schweren Infektionen der Gebärmutter bzw. der Eierstöcke kommen. Eine Kürettage nach einer Fehlgeburt bzw. zur Abtreibung kann eine starke psychische Belastung für die betroffene Frau und möglicherweise auch für ihren Partner bedeuten.
Ist es der Frau nach dem Eingriff nicht möglich, ihre Trauer alleine zu bewältigen, sollte unbedingt professionelle Hilfe aufgesucht werden. Viele Gynäkologen können dabei Ansprechpartner vermitteln. Alles in allem handelt es sich bei einer Kürettage jedoch um einen Routineeingriff, der nur sehr selten mit Komplikationen verbunden ist.
Alternativen
Es gibt mehrere alternative Verfahren zur Ausschabung, die in Betracht gezogen werden können, wenn eine Kürettage nicht möglich oder nicht ideal für die Patientin ist. Diese Alternativen bieten verschiedene Vorteile und können je nach spezifischen gesundheitlichen Bedürfnissen und Zuständen der Patientin gewählt werden.
Eine gängige Alternative ist die Hysteroskopie. Bei diesem minimalinvasiven Verfahren wird ein dünnes, beleuchtetes Teleskop (Hysteroskop) durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt. Dies ermöglicht dem Arzt, die Gebärmutterhöhle direkt zu betrachten und gezielt Gewebeproben zu entnehmen oder Polypen und Myome zu entfernen. Die Hysteroskopie bietet den Vorteil, dass sie diagnostische und therapeutische Maßnahmen kombiniert und oft weniger invasiv ist als eine Ausschabung.
Ein weiteres Verfahren ist die Endometriumablation, bei der die Gebärmutterschleimhaut dauerhaft zerstört wird, um starke Menstruationsblutungen zu behandeln. Verschiedene Techniken wie Hochfrequenzenergie, Wärme oder Kryotherapie (Einfrieren) können verwendet werden. Diese Methode ist besonders geeignet für Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben, da sie die Möglichkeit einer zukünftigen Schwangerschaft stark reduziert.
Medikamentöse Behandlungen sind ebenfalls eine Alternative. Hormontherapien, wie Gestagene oder GnRH-Analoga, können helfen, die Gebärmutterschleimhaut zu reduzieren und Blutungen zu kontrollieren. Diese Behandlung ist weniger invasiv, erfordert jedoch eine langfristige Einnahme und regelmäßige ärztliche Überwachung.
In Fällen von Myomen oder größeren Polypen kann eine Myomektomie in Betracht gezogen werden. Dieses chirurgische Verfahren zielt darauf ab, Myome aus der Gebärmutter zu entfernen, ohne die Gebärmutter selbst zu entfernen. Es kann laparoskopisch (minimalinvasiv) oder durch einen offenen chirurgischen Eingriff durchgeführt werden.
Für Frauen, die keine invasive Behandlung wünschen, können IUPs (Intrauterinpessare) mit Hormonfreisetzung eine Option sein. Diese Hormonspiralen setzen Gestagene frei, die die Gebärmutterschleimhaut verdünnen und Blutungen verringern.
Diese alternativen Verfahren bieten verschiedene Ansätze zur Behandlung gynäkologischer Probleme und können je nach individueller Situation und Präferenzen der Patientin gewählt werden.
Vor dem Eingriff
Einer geplanten Ausschabung geht eine gynäkologische Untersuchung voraus. Zu ihr gehören das Gespräch über Beschwerden, Zyklus und frühere Eingriffe, die Tastuntersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung, meist über die Scheide, mit der sich die Dicke der Gebärmutterschleimhaut beurteilen und Polypen, Myome oder verbliebenes Gewebe darstellen lassen. Liegt ein auffälliger Abstrichbefund vor, wird er in die Planung einbezogen.
Im Aufklärungsgespräch erläutert die Ärztin oder der Arzt den Ablauf, die möglichen Komplikationen und die Alternativen; die Einwilligung der Patientin ist Voraussetzung des Eingriffs. Besprochen werden außerdem Vorerkrankungen, Allergien und die eingenommenen Medikamente. Gerinnungshemmende Mittel werden nach ärztlicher Vorgabe rechtzeitig abgesetzt oder umgestellt, weil sie die Blutungsneigung während und nach dem Eingriff erhöhen. Vor einer Narkose bleibt die Patientin nüchtern; die Einzelheiten legt das Narkosegespräch fest.
Ist eine Schwangerschaft nicht sicher auszuschließen, wird sie vor dem Eingriff abgeklärt. Bei einer Ausschabung zu Diagnosezwecken wird der Termin zudem auf den Zyklus abgestimmt, weil sich die Gebärmutterschleimhaut im Lauf des Zyklus verändert und der feingewebliche Befund entsprechend unterschiedlich ausfällt. Manche Kliniken bereiten den Gebärmutterhals mit einem Medikament vor, damit er sich leichter dehnen lässt.
Heilung & Fruchtbarkeit nach dem Eingriff
Nach einer Ausschabung baut sich die Gebärmutterschleimhaut in der Regel wieder auf, und der Zyklus kommt nach kurzer Zeit erneut in Gang; die erste Blutung nach dem Eingriff kann dabei schwächer oder stärker ausfallen als gewohnt. Die Fruchtbarkeit bleibt üblicherweise erhalten. Nach einer Ausschabung wegen einer Fehlgeburt wird gleichwohl häufig besprochen, wann eine erneute Schwangerschaft sinnvoll ist; die Einschätzung richtet sich nach dem Befund und nach der Verfassung der Frau und wird im Einzelfall getroffen.
Selten bleiben nach dem Eingriff Verwachsungen in der Gebärmutterhöhle zurück. Verkleben Vorder- und Hinterwand miteinander, spricht man vom Asherman-Syndrom. Es äußert sich in ausbleibenden oder sehr schwachen Blutungen und kann eine erneute Schwangerschaft erschweren; behandelt wird es meist durch das Lösen der Verwachsungen im Rahmen einer Hysteroskopie. Das Risiko steigt, wenn mehrfach ausgeschabt wurde oder wenn der Eingriff bei einer bestehenden Entzündung erfolgte. Aus diesem Grund wird eine Ausschabung nur bei entsprechender Indikation vorgenommen und nicht ohne Anlass wiederholt.
Ausschabung außerhalb der Gynäkologie
Das Prinzip der Kürettage — das Abtragen von Gewebe mit einem löffelförmigen Instrument — ist nicht auf die Gynäkologie beschränkt. In der Dermatologie werden mit der scharfen Kürette oberflächliche Hautveränderungen abgetragen, etwa Alterswarzen oder Dellwarzen; bei einem Basaliom an geeigneter Stelle wird die Kürettage mit einer Verödung des Wundgrunds verbunden. Das entnommene Material kann anschließend feingeweblich untersucht werden.
In der Zahnmedizin bezeichnet die Kürettage die Reinigung der Zahnfleischtaschen bei einer Parodontitis: Entzündetes Gewebe und Beläge auf der Wurzeloberfläche werden mit Handinstrumenten oder mit Ultraschallgeräten entfernt, damit sich das Zahnfleisch wieder an den Zahn anlegen kann. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und in der Regel in mehreren Sitzungen.
Auch in der Chirurgie und in der Orthopädie wird kürettiert. Aus einem Knochen werden gutartige Veränderungen wie eine Knochenzyste mit der Kürette ausgeräumt, und der entstandene Hohlraum wird anschließend aufgefüllt. Bei chronischen Wunden dient die Kürettage dazu, abgestorbenes Gewebe und Beläge zu entfernen, damit der Wundgrund wieder heilen kann.
Quellen
- Janni, W., Hancke, K., Fehm, T., Scholz, C., Rack, B.: Facharztwissen Gynäkologie.
ISBN: 9783437239175
- Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe.
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- von Kaisenberg, C., Klaritsch, P., Hösli-Krais, I. (Hrsg.): Die Geburtshilfe.
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- Gembruch, U., Hecher, K., Steiner, H. (Hrsg.): Ultraschalldiagnostik in Geburtshilfe und Gynäkologie.
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