Hyperkoagulabilität

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Hyperkoagulabilität wird eine krankhaft erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes bezeichnet. Sie geht mit einer Neigung zu Thrombenbildung einher und gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für eine Phlebothrombose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hyperkoagulabilität?

Hyperkoagulabilitaet
Häufig bleiben Thrombosen unbemerkt. Selbst schwere Thrombosen, die in einem späteren Verlauf zu einer Lungenembolie führen, sind anfangs oft symptomlos.
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Bei Patienten mit einer Hyperkoagulabilität gerinnt das Blut schneller als bei gesunden Menschen. Die erhöhte Gerinnbarkeit wird durch eine Vermehrung gerinnungsfördernder Faktoren oder durch eine Verminderung gerinnungshemmender Faktoren bedingt.

Die Folge einer solchen Gerinnungsstörung sind spontan auftretende Thrombosen. Thrombosen sind Gefäßverschlüsse durch Gerinnsel. Thrombosen in den Herzkranzgefäßen können einen Herzinfarkt auslösen, Thromben in den hirnversorgenden Gefäßen führen zu einem Schlaganfall. Die Therapie der Hyperkoagulabilität erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache.

Die Hyperkoagulabilität ist damit keine eigenständige Krankheit, sondern ein Zustand, der auf eine angeborene oder erworbene Grunderkrankung hinweist. Behandelt wird deshalb immer die Ursache, und auch die Prognose richtet sich nach dieser Grunderkrankung und nicht nach dem Laborwert allein.

Ursachen

Hyperkoagulabilität kann erworben oder angeboren sein. Die angeborene Hyperkoagulabilität wird auch als kongenitale Hyperkoagulabilität bezeichnet. Ihr können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Die Gerinnungsstörung kann autosomal-dominant vererbt werden. Durch Genfehler kann es zu einem Mangel an Protein-C, Protein-S oder Antithrombin III kommen.

Aus einem Mangel an diesen Eiweißen resultieren eine verminderte Inaktivierung der Gerinnungskaskade und eine Hypofibrinolyse. Dadurch bilden sich zum einen schneller Blutgerinnsel und zum anderen werden diese Blutgerinnsel langsamer abgebaut. Auch eine Faktor-V-Mutation als APC-Resistenz kann autosomal-dominant vererbt werden. Die APC-Resistenz ist durch eine schwache Antwort auf das aktivierte Protein C gekennzeichnet.

Das aktivierte Protein C hemmt die Blutgerinnung. Patienten mit einer APC-Resistenz erleiden schneller Venenthrombosen als gesunde Menschen. Auch die angeborene Hyperhomocysteinämie geht mit einer Hyperkoagulabilität einher. Die erworbene Hyperkoagulabilität beruht meist auf einer Funktionseinschränkung der Leber. Dabei entwickelt sich eine verminderte Synthese von Protein S, Protein C und Antithrombin III.

Die verminderte Synthese kann durch einen Mangel an Vitamin K, durch Abflussstörungen oder durch Syntheseeinschränkungen im Rahmen von Leberinsuffizienzen verursacht werden. Die Leberinsuffizienz ist meist die Folge einer Leberzirrhose. Auch Autoimmunerkrankungen können eine Hyperkoagulabilität bedingen. Ein Beispiel für eine solche Immunkoagulopathie ist das Antiphospholipid-Syndrom des systemischen Lupus Erythematodes. Dabei zirkulieren Antiphospholipid-Antikörper im Blut.

Diese richten sich unter anderem gegen Gerinnungsfaktoren und bedingen eine erhöhte Bereitschaft zur Gerinnung. Das Antiphospholipid-Syndrom kann auch durch die Rheumatoide Arthritis, HIV, Hepatitis B, Malaria oder Medikamente wie Chlorpromazin oder Propranolol ausgelöst werden. Das Antiphospholipid-Syndrom kommt auch ohne eine solche Grunderkrankung vor; man spricht dann von einem primären Antiphospholipid-Syndrom. Im Rahmen einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie kann ebenfalls eine Hyperkoagulabilität auftreten. Sie wird durch eine Verklebung der Thrombozyten bedingt.

Die häufigsten erworbenen Auslöser einer erhöhten Gerinnungsneigung sind jedoch alltäglicher: eine längere Ruhigstellung nach Operationen, Verletzungen oder bei Bettlägerigkeit, eine Schwangerschaft und die Wochen nach der Entbindung, Krebserkrankungen und deren Behandlung sowie hormonelle Verhütungsmittel und Hormonpräparate in den Wechseljahren. Besonders ungünstig ist die Kombination aus hormoneller Verhütung und Rauchen, da sich beide Risiken gegenseitig verstärken. Auch starkes Übergewicht, eine schwere Infektion und höheres Lebensalter erhöhen die Gerinnungsbereitschaft.

Eine Hyperkoagulabilität tritt auch im Rahmen einer Verbrauchskoagulopathie auf. Hier verursacht die erhöhte Gerinnbarkeit einen Verbrauch von Gerinnungsfaktoren. In der Folge kommt es zu einem Mangel an Gerinnungsfaktoren und damit zu einer erhöhten Blutungsneigung.

Bei der Hyperkoagulabilität ist die Blutgerinnung erhöht. Dadurch entstehen spontan Thrombosen, die auch rezidivieren können. Die Hyperkoagulabilität ist Teil der Virchow-Trias. Demnach sind für die Entstehung von Thrombosen vor allem drei Faktoren relevant:

  • Veränderungen der Gefäßwand
  • Veränderungen der Strömungsgeschwindigkeit
  • Veränderungen der Blutzusammensetzung (Hyperkoagulabilität)

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome einer Thrombose können je nach Lage und nach Ausmaß des Gefäßverschlusses sehr unterschiedlich sein. Häufig bleiben Thrombosen unbemerkt. Selbst schwere Thrombosen, die in einem späteren Verlauf zu einer Lungenembolie führen, sind anfangs oft symptomlos. Bei einer ausgeprägten Beinvenenthrombose kommt es aber typischerweise zu einer Schwellung und einem Wärmegefühl am Unterschenkel oder am gesamten Bein.

Die Schwellung ruft häufig ein Spannungsgefühl hervor. Die Hochlagerung der betroffenen Extremität bringt Linderung. Die Haut im betroffenen Bereich ist gerötet und gespannt. Eventuell ist auch eine Blaufärbung erkennbar. Die gefährlichste Komplikation der tiefen Beinvenenthrombose ist die Lungenembolie. Dabei löst sich der Thrombus, wandert in die Lunge und verschließt dort wichtige Gefäße.

Die Lungenembolie kann tödlich verlaufen. Als Spätkomplikation kann nach einer tiefen Beinvenenthrombose ein postthrombotisches Syndrom auftreten. Bilden sich aufgrund der Hyperkoagulabilität Thromben in den Herzkranzgefäßen, kommt es zu einem Herzinfarkt. Die typischen Symptome eines Herzinfarkts sind heftiger Druck im Herzbereich, Schmerzen im Brustkorb mit Ausstrahlung in Arme oder Oberbauch, Engegefühl, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot.

Eine Gerinnselbildung in einer Hirnarterie führt hingegen zu einem ischämischen Apoplex. Diese Erkrankung ist auch als Schlaganfall bekannt. Dabei kommt es durch die Durchblutungsstörung zu einem Sauerstoffmangel und somit zu einem Absterben von Hirngewebe.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnosestellung erfolgt im Labor. Dafür werden Protein C, Protein S und Antithrombin III bestimmt. Einer oder mehrere dieser Werte sind bei einer Hyperkoagulabilität erniedrigt. Bei Verdacht auf eine Faktor-V-Leiden-Mutation erfolgt eine molekulargenetische Untersuchung.

Zu einer vollständigen Abklärung gehören außerdem die Suche nach der Prothrombin-Mutation sowie der Nachweis von Antiphospholipid-Antikörpern und des sogenannten Lupus-Antikoagulans. Der Zeitpunkt der Untersuchung ist dabei wichtig: In der akuten Thrombose und unter einer laufenden Behandlung mit Gerinnungshemmern sind die Werte verfälscht, die Bestimmung erfolgt deshalb erst mit zeitlichem Abstand. Eine solche Untersuchung wird heute nicht mehr bei jeder Thrombose veranlasst, sondern vor allem dann, wenn sich aus dem Ergebnis für die Behandlung tatsächlich eine Änderung ergibt.

Komplikationen

In vielen Fällen bleibt die Hyperkoagulabilität unbemerkt, sodass keine frühzeitige Behandlung dieser Krankheit möglich ist. Der Betroffene kann durch die Hyperkoagulabilität eine Lungenembolie erleiden und daran im schlimmsten Falle sterben. In der Regel breitet sich in erster Linie eine Schwellung am Unterschenkel aus, welche später das gesamte Bein erfassen kann. Weiterhin kommt es an den Beinen auch zu Schmerzen und zu einer Färbung der Haut.

Es kommt zu Bewegungseinschränkungen und damit zu starken Beeinträchtigungen im Alltag. Ebenfalls kann die Hyperkoagulabilität später zu einem Herzinfarkt führen, dem Schmerzen im Brustkorb vorausgehen. Diese können sich auch in andere Bereiche des Körpers ausbreiten und damit auch zu Schmerzen im Nacken und im Rücken führen. Der Patient leidet auch an Atemnot, Erbrechen und an einer Übelkeit.

Auch der Herzinfarkt kann für den Patienten tödlich verlaufen. Die Behandlung der Hyperkoagulabilität findet kausal statt und wird in der Regel mit Hilfe von Medikamenten durchgeführt. Dabei ist vor allem auf ein erhöhtes Blutungsrisiko zu achten, denn gerinnungshemmende Medikamente können Blutungen begünstigen; regelmäßige ärztliche Kontrollen sind deshalb notwendig. Allerdings kann eine vollständige Heilung nicht garantiert werden. Der weitere Verlauf der Krankheit hängt stark von der Ausprägung ab.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Konsultation eines Arztes ist notwendig, sobald sich Störungen der Durchblutung einstellen. Kommt es zu einem ungewöhnlichen Wärmeempfinden im Körper oder kalten Gliedmaßen, sind die Anzeichen untersuchen und behandeln zu lassen. Halten die Beschwerden über eine längere Zeit an oder nehmen sie kontinuierlich an Intensität zu, besteht Grund zu Besorgnis. Bei Schwellungen, Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten oder einem Verlust des üblichen Leistungsniveaus sollten die Beobachtungen mit einem Arzt besprochen werden. Kommt es zu einem Engegefühl in der Brust, Veränderungen des Hautbildes oder Verfärbungen, ist ein Arztbesuch anzuraten.

Insbesondere eine Blaufärbung gilt als Warnhinweis. Leidet der Betroffene unter Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel, empfiehlt sich eine Abklärung der Symptome. Bei Atemnot oder Aussetzern der Atmung ist schnellstmöglich ein Arztbesuch einzuleiten. Bewusstlosigkeit oder ein plötzlicher Zusammenbruch muss unverzüglich medizinisch versorgt werden. Ein Notarzt ist zu rufen und dessen Anweisungen ist Folge zu leisten, damit das Überleben des Patienten gesichert wird. Schmerzen im Brustkorb weisen auf einen Notfall hin. Ziehen die Schmerzen in den Arm, die Schulter oder den Oberbauch, wird ein Arzt benötigt. Bei plötzlicher Luftnot mit Brustschmerz, bei Bewusstlosigkeit sowie bei Sprach-, Seh- oder Lähmungserscheinungen ist ohne Zögern der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 zu alarmieren, denn dahinter können eine Lungenembolie, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall stecken. Kommt es zu Atembeschwerden, Schlafstörungen, einem allgemeinen Unwohlsein oder Verhaltensauffälligkeiten, ist ein Arzt zu konsultieren.

Behandlung & Therapie

Die Therapie der Hyperkoagulabilität erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache. Wenn bereits mehrere Spontanthrombosen aufgetreten sind, muss die kongenitale Hyperkoagulabilität lebenslang medikamentös behandelt werden. Dafür kommen sogenannte Antikoagulantien zum Einsatz. Diese Blutverdünner hemmen die Blutgerinnung. Bekannte Antikoagulantien sind Cumarinderivate wie Phenprocoumon oder Warfarin.

Lange Zeit waren diese Cumarine die einzige Möglichkeit einer dauerhaften Gerinnungshemmung in Tablettenform. Heute werden zur Vorbeugung erneuter Venenthrombosen und Lungenembolien meist direkte orale Antikoagulanzien wie Rivaroxaban, Apixaban oder Edoxaban bevorzugt, weil sie keine regelmäßigen Gerinnungskontrollen erfordern. Beim Antiphospholipid-Syndrom bleiben dagegen die Cumarine das Mittel der Wahl, da die neueren Wirkstoffe hier weniger zuverlässig schützen.

Bei einem angeborenen Antithrombin-III-Mangel ist Heparin nur eingeschränkt wirksam, da die Wirkung des Medikaments gerade auf Antithrombin III angewiesen ist. Die Therapie der erworbenen Hyperkoagulabilität erfolgt ebenfalls ursachenabhängig. Bei einem Vitamin-K-Mangel wird Vitamin K substituiert. Eventuell muss zusätzlich eine thromboseprophylaktische Heparinisierung erfolgen.

Geht die Hyperkoagulabilität auf eine Lebererkrankung zurück, muss diese ursächliche Erkrankung behandelt werden. Ein Antithrombin-III-Mangel, der durch eine Lebererkrankung hervorgerufen wurde, kann kurzfristig durch eine Antithrombin-III-Substitution behandelt werden. Diese Therapie kann allerdings nicht dauerhaft durchgeführt werden.


Aussicht & Prognose

Unbehandelt hat die Hyperkoagulabilität eine ungünstige Prognose. Die Wirkungen der Störung können verschiedene lebensbedrohliche Zustände des Betroffenen auslösen. Im ungünstigsten Fall tritt eine akute Situation ein, in der es innerhalb weniger Minuten zum Ableben des Patienten kommt. Wird die Hyperkoagulabilität rechtzeitig bemerkt und diagnostiziert, können in einer Langzeittherapie die lebensbedrohlichen Folgen deutlich minimiert werden. Die ursächliche Erkrankung muss gefunden und behandelt werden, damit eine gute Prognoseaussicht vorhanden ist.

Nicht alle Grunderkrankungen der Blutgerinnungsstörung sind heilbar. In vielen Fällen müssen neben der medikamentösen Behandlung die Lebensbedingungen verändert und optimiert werden. Liegen Organerkrankungen vor, sind diese individuell zu bewerten. Bei irreparablen Schäden des Organgewebes kann die Notwendigkeit eines Spenderorgans vorhanden sein, um das Leben des Patienten zu sichern. Ein operativer Eingriff ist stets mit verschiedenen Risiken und Komplikationen verbunden. Verläuft die Operation erfolgreich und wird das Spenderorgan vom Organismus gut angenommen, stellen sich deutliche Verbesserungen der Gesundheit ein.

Wenngleich Einschränkungen bestehen bleiben, kann eine gute Lebensqualität unter veränderten Bedingungen erreicht werden. Dennoch muss lebenslang eine regelmäßige Kontrolle der Vital- und Blutwerte erfolgen. Bei Veränderungen und Auffälligkeiten sind neue Behandlungen notwendig. Insgesamt führt die Blutgerinnungsstörung bei einer Vielzahl der Patienten nicht zu einer Beschwerdefreiheit. Dennoch wird bei Einhaltung des Therapieplans eine günstige Prognose gegeben.

Vorbeugung

Die kongenitale Hyperkoagulabilität ist angeboren und kann somit auch nicht verhindert werden. Der erworbenen Hyperkoagulabilität kann allenfalls durch eine frühzeitige Erkennung und Therapie der Grunderkrankung vorgebeugt werden.

Vorbeugen lassen sich jedoch die gefährlichen Folgen: Bei bekannter Gerinnungsneigung ist in Risikosituationen wie Operationen, Gipsverbänden, längerer Bettlägerigkeit oder langen Flug- und Busreisen eine ärztlich verordnete Thromboseprophylaxe mit Heparinspritzen oder Kompressionsstrümpfen sinnvoll. Ausreichende Bewegung, viel Trinken und der Verzicht auf das Rauchen – besonders bei gleichzeitiger Einnahme hormoneller Verhütungsmittel – senken das Thromboserisiko zusätzlich.

Nachsorge

Bei der Hyperkoagulabilität besteht die Nachsorge in den meisten Fällen aus der zuverlässigen Einnahme der Medikamente und der regelmäßigen Kontrolle der Gerinnungswerte. Hierbei ist vor allem auf eine frühzeitige Diagnose mit der anschließenden Behandlung zu achten, um die Beschwerden richtig zu lindern und eine weitere Verschlechterung der Beschwerden zu verhindern. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser ist in der Regel auch der weitere Verlauf der Erkrankung.

Diese Krankheit wird in den meisten Fällen durch die Einnahme von Arzneimitteln behandelt. Dabei ist der Betroffene auf eine richtige Dosierung mit einer regelmäßigen Einnahme angewiesen, um die Beschwerden richtig und vor allem dauerhaft zu lindern. Dabei sind die Anweisungen des Arztes immer zu beachten. Ebenfalls sollten regelmäßige Untersuchungen durch einen Arzt durchgeführt werden, um die Situation zu kontrollieren.

Handelt es sich bei der Hyperkoagulabilität um eine angeborene Störung, so lässt sich diese auch nicht vollständig heilen. Sollte es beim Betroffenen zu einem Kinderwunsch kommen, kann auch eine humangenetische Beratung durchgeführt werden, in der das Wiederholungsrisiko für die Nachkommen konkret beziffert wird. Bei erkannter und konsequent behandelter Gerinnungsneigung ist die Lebenserwartung in der Regel nicht verkürzt; entscheidend dafür ist die zugrunde liegende Erkrankung.

Das können Sie selbst tun

In den meisten Fällen wird die Hyperkoagulabilität durch die Einnahme von Medikamenten behandelt. Dabei sollten die Betroffenen auf eine regelmäßige Einnahme von Blutverdünnern achten, um Thrombosen und andere Komplikationen zu vermeiden.

Liegt der Gerinnungsstörung ein Mangel an Vitamin K zugrunde, muss dieses Vitamin ärztlich verordnet ersetzt werden. Auf eigene Faust sollte Vitamin K dagegen nicht eingenommen werden, da es die Wirkung von Cumarinen aufhebt. Vor allem ältere Menschen sollten an regelmäßigen Untersuchungen bei verschiedenen Fachärzten teilnehmen, um zum Beispiel einen Herzinfarkt zu verhindern. Dabei können schon leichte Schmerzen in den jeweiligen Bereichen auf die Erkrankung hindeuten. Da viele Betroffene aufgrund der Hyperkoagulabilität an Bewegungseinschränkungen leiden, sind sie auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen. Dabei erweist sich vor allem die Hilfe von Freunden und der Familie als positiv. Auch Gespräche mit Psychologen oder mit den engsten Freunden und Verwandten über die Erkrankung können Depressionen lindern.

Bei Kindern sollte eine direkte Aufklärung stattfinden, um einen richtigen Verlauf der Krankheit aufzuzeigen. Die weitere Behandlung hängt stark von der zugrundeliegenden Erkrankung ab, sodass hierbei keine allgemeine Voraussage getroffen werden kann.

Quellen

  • Pötzsch, B., Madlener, K. (Hrsg.): Hämostaseologie.
    ISBN: 9783642015434
  • Barthels, M. (Hrsg.): Das Gerinnungskompendium.
    ISBN: 9783131317520
  • Kreuzer, K.-A. (Hrsg.): Referenz Hämatologie.
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  • Hoffmann, U., Weiss, N., Czihal, M., Mühlberg, K. S. (Hrsg.): Klinische Angiologie.
    ISBN: 9783662608791
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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