Mutterkornalkaloide
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Mutterkornalkaloide sind natürlich vorkommende, aktive Wirkstoffe, die hauptsächlich im Mutterkornpilz (Claviceps purpurea) zu finden sind. Sie werden aufgrund ihrer psychotropen sowie wehenfördernden und gefäßverengenden Eigenschaften als isolierte Komponente in diversen Arzneimitteln eingesetzt.
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Was sind Mutterkornalkaloide?
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Der parasitäre halbmondförmige Getreidepilz wächst vorwiegend in Getreideähren nach einer Infektion des Kornes. Da Alkaloide als sekundärer Pflanzenstoff eine hohe Toxizität besitzen, wird in der Landwirtschaft dem Befall durch verschiedene Strategien vorgebeugt. Bis ins 20. Jahrhundert gab es regelmäßig Massenvergiftungen durch den Verzehr von verseuchtem Getreide, was als „Ergotismus“ bezeichnet wurde. Heute wird der Begriff für die auftretenden Nebenwirkungen bei chronischer Einnahme von Ergotamin verwendet.
Im Aufbau bestehen Mutterkornalkaloide aus Ergolin, einer stickstoffhaltigen, organisch-chemischen Verbindung, deren abgeleitete Substanzen in der Behandlung von Migräne und der Parkinson-Krankheit eingesetzt werden; die früheren Anwendungen bei Hypotonie und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland weitgehend entfallen. Aus dem Mutterkornpilz wird Lysergsäure gewonnen, welche zur Herstellung von LSD (Lysergsäurediethylamid) eingesetzt wird. Aus diesem Grund wird die Abgabe des Arzneistoffes Ergotamin vom deutschen Grundstoffüberwachungsgesetz eingeschränkt.
Schon in niedriger Konzentration wirken die Alkaloide des Mutterkorns toxisch und beeinflussen das Zentralnervensystem. Aktuell sind die Alkaloide und Derivate des Getreideparasiten als Neuro-Psychopharmaka im Gespräch. Als „Dirty Drugs“ werden im pharmakologischen Sprachgebrauch Medikamente bezeichnet, die im Gehirn an diverse Rezeptoren binden. Das führt einerseits zu einem breiten Spektrum von Wirkungen, geht jedoch häufig auch mit unvorhersehbaren Nebenwirkungen einher. Die Wissenschaft arbeitet daran, sich einer gezielteren Wirkung anzunähern.
Neben Mutterkornalkaloiden konnte der britische Biochemiker Henry Hallett Dale Histamin als Naturstoff in Mutterkorn nachweisen.
Pharmakologische Wirkung
Für die Gruppe als Ganzes trifft die Einordnung als Dopaminagonisten allerdings nicht zu. Die Wirkungen der einzelnen Alkaloide beruhen auf ihrer Bindung an alpha-adrenerge, dopaminerge und serotoninerge Rezeptoren; je nach Substanz greifen sie dort als Agonisten, als Teilagonisten oder als Gegenspieler an. Ergotamin und Dihydroergotamin etwa wirken bei Migräne vor allem über die Serotonin-Rezeptoren 5-HT1B und 5-HT1D, während Bromocriptin, Cabergolin und Dihydroergocryptin in erster Linie das Dopaminsystem ansprechen.
Einzelne Mutterkornalkaloide können bereits bei niedriger Konzentration neurologische Störungen bewirken und das Zentralnervensystem beeinflussen. Es kann dadurch zu epileptischen Anfällen oder Krämpfen kommen. Andere Alkaloide wirken so stark giftig, dass Gliedmaßen durch den Verschluss der Blutgefäße absterben können.
Fünf bis zehn Gramm frisches Mutterkorn können bei einem erwachsenen Menschen bereits zum Tod führen. Dafür verantwortlich ist die Zusammensetzung der verschiedenen Mutterkornalkaloide und deren hoher Konzentration.
Die Wirkstoffe können die Rezeptoren an den Blutgefäßen sowohl blockieren als auch erregen, je nachdem, um welches Alkaloid es sich handelt. Die erfolgreiche Behandlung von Migräne erklärt sich aufgrund der Wirkung auf die Blutgefäße. Durch das Binden der Substanzen an die alpha-Rezeptoren der Muskulatur wird außerdem ein Zusammenziehen der Gebärmutter ausgelöst.
Ein zum Einsatz kommendes Mutterkornalkaloid ist Ergometrin. Es ist ein Uterotonikum (wirkt tonisierend auf den Uterus), das alpha-sympatholytisch wirkt (die Auswirkungen des Sympathikus aufhebend) und direkt stimulierend auf die glatten Gefäßmuskeln und den Uterus Einfluss nimmt. Ergotamin wirkt in natürlicher Form ausgeprägt vasokonstriktorisch (verengend) auf venöse und arterielle Gefäße.
Daneben besteht eine serotoninerge (über Serotonin-Rezeptoren vermittelte) Wirkung. Ergotaminderivate sind in der Muttermilch nachweisbar. Sie können beim gestillten Säugling Erbrechen, Diarrhoe und Hypertension auslösen.
Lysergsäure erweitert die Pupillen und erhöht den Blutdruck, kann Wahrnehmungsveränderungen im Zeitgefühl sowie in optischen und akustischen Reizen auslösen. LSD ist ein stimmungsveränderndes Halluzinogen.
Des Weiteren finden einige Derivate der Mutterkornalkaloide Einsatz. Bromocriptin und Cabergolin etwa weisen dopaminerge Eigenschaften auf und hemmen die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Dihydroergotamin wirkt blutdruck- und gefäßregulierend. Dihydroergocryptin wirkt vor allem an D2-Rezeptoren und zusätzlich als Teilagonist an D1-Rezeptoren; daneben greift es auch an Adrenalin- und Serotonin-Rezeptoren an.
Dihydroergotoxin kann wiederum in Kombination mit anderen Präparaten die Hirnleistungsfähigkeit positiv beeinflussen und ist blutdrucksenkend. Lisurid und Pergolid binden an Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren. Methylergometrin wirkt kontrahierend (tonisierend) auf den Uterus.
Medizinische Anwendung & Verwendung
In der Medizin stellen die Stoffe des Pilzes trotz ihrer Giftigkeit eine Gruppe hochwirksamer Arzneistoffe dar. Sie werden daher bei unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt.
Dihydroergotamin bei: Hypotonie, Ohnmachtsanfälle, Herz-Kreislaufbeschwerden, Akute Migräneanfälle mit und ohne Aura.
Dihydroergotoxin bei: Hypertonie / Altershochdruck, Begleitbehandlung des Raynaud-Syndroms, Sehfeldstörungen vaskulären Ursprungs, symptomatische Behandlung bei venös-lymphatischer Insuffizienz, Hirnleistungsstörungen, Alzheimer, Demenz, Migräne. Schon geringe Mengen können Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Ergotamin bei: akuten Migräneanfällen; bei Cluster-Kopfschmerzen wurde es früher ebenfalls eingesetzt. Dihydroergocryptin, Lisurid, Cabergolin und Pergolid bei: Morbus Parkinson. Dihydroergocryptin bei: Morbus Parkinson und Intervallbehandlung von Migräne. Bromocriptin bei: Restless-Legs-Syndrom, Störungen des Menstruationszyklus, Infertilität der Frau, Hyperprolaktinämie beim Mann, Prolaktinome, Akromegalie, gutartigen Brustdrüsenerkrankungen und Morbus Parkinson.
Cabergolin wiederum bei: Hyperprolaktinämischen Störungen. Methylergometrin bei: Förderungen der Plazentaablösung, Behandlungen von Uterusatonie und der Behandlung von Wochenbettblutungen.
Ein Teil dieser Anwendungsgebiete ist heute nicht mehr zulässig. Die europäische Arzneimittelbehörde überprüfte die Mutterkornabkömmlinge im Jahr 2013 und entzog ihnen die Grundlage für acht Anwendungsgebiete: die Vorbeugung von Migräne, die Behandlung krankhafter Störungen des Denkens und der Sinneswahrnehmung bei älteren Menschen außerhalb von Alzheimer und anderen Demenzformen, die begleitende Behandlung der Schaufensterkrankheit, die begleitende Behandlung des Raynaud-Syndroms, die begleitende Behandlung von nachlassender Sehschärfe und von Gesichtsfeldausfällen aufgrund von Durchblutungsstörungen, akute Netzhauterkrankungen durch Durchblutungsstörungen, den Blutdruckabfall beim Aufstehen sowie die Abflussschwäche von Venen und Lymphgefäßen. Ausschlaggebend waren Berichte über bindegewebige Organveränderungen und über Mutterkornvergiftungen bei nur begrenzt belegter Wirksamkeit. Die oben aufgezählten Einsatzgebiete von Dihydroergotamin, Dihydroergotoxin und Dihydroergocryptin sind davon zum großen Teil betroffen; die Behandlung des akuten Migräneanfalls und die Anwendung bei der Parkinson-Krankheit blieben dagegen bestehen.
Soweit dieser Abschnitt Anwendungsgebiete im Präsens aufzählt, gibt er den früheren Stand wieder; für mehrere der genannten Stoffe hat sich die Lage in Deutschland inzwischen erheblich verändert. Für Dihydroergotamin ist seit 2022 kein Arzneimittel mehr zugelassen, sodass die oben aufgeführten Einsatzgebiete dieses Stoffes ausschließlich historisch zu verstehen sind; das Anwendungsgebiet der hypotonen Kreislaufstörungen war bereits 2014 entfallen. Ergotamin ist auf die Behandlung des bereits eingetretenen Migräneanfalls beschränkt und wirkt weder vorbeugend noch verringert es die Zahl der Attacken. Bei Bromocriptin wurde die lange Zeit übliche Anwendung zum Abstillen nach einer europäischen Überprüfung im Jahr 2014 stark eingeschränkt.
Auch bei Cabergolin deckt sich die Aufzählung nicht mit dem heutigen Zulassungsstand. Die deutschen Fachinformationen zweier cabergolinhaltiger Präparate nennen als Anwendungsgebiete ausschließlich die Unterdrückung des Milchflusses aus medizinischen Gründen sowie Erkrankungen mit erhöhtem Prolaktinspiegel, darunter prolaktinbildende Geschwülste der Hirnanhangdrüse und die Hyperprolaktinämie ohne erkennbare Ursache; die Parkinson-Krankheit steht dort nicht. Für sie sind eigene, höher dosierte cabergolinhaltige Präparate zugelassen, und zwar ausdrücklich nur als Mittel der zweiten Wahl und erst dann, wenn ein Dopamin-Rezeptor-Agonist ohne Mutterkorn-Struktur nicht oder nicht ausreichend wirkt oder nicht vertragen wird; verordnet wird es in solchen Fällen meist allein, gelegentlich auch in Kombination mit anderen Parkinsonmitteln.
Auch innerhalb der Parkinson-Therapie hat sich die Bewertung verschoben. Dopaminagonisten mit Mutterkorn-Struktur werden heute nur noch selten verordnet, weil sie bindegewebige Veränderungen an Herzklappen, Brustfell und im Bauchraum hervorrufen können; bevorzugt werden Wirkstoffe ohne diese Struktur, bei denen dieses Risiko bislang nicht beobachtet wurde. Die Mutterkornabkömmlinge kommen daher erst dann in Betracht, wenn ein solches Mittel nicht ausreicht oder nicht vertragen wird.
Wie eng die Anwendung dieser Stoffe geführt wird, zeigt das Beispiel des Methylergometrins. Die deutsche Fachinformation beschränkt das zugelassene Anwendungsgebiet auf Blutungen nach einer Fehlgeburt sowie auf verstärkte Blutungen nach der Entbindung und eine verzögerte Rückbildung der Gebärmutter im Wochenbett – und zwar bei nicht stillenden Frauen. Bei stillenden Frauen ist der Stoff ausdrücklich nur Mittel der zweiten Wahl und kommt erst in Betracht, wenn andere die Gebärmutter zusammenziehende Substanzen wie Oxytocin oder Prostaglandine unwirksam oder ausgeschlossen sind. Zur Einleitung der Geburt und zur Unterstützung der Wehen ist Methylergometrin nicht vorgesehen.
Die Gegenanzeigen dieses Stoffes lesen sich wie ein Abbild seiner gefäßverengenden Wirkung: Bluthochdruck, die Zeit nach einer Präeklampsie oder Eklampsie, schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Gefäßerkrankungen mit Durchblutungsmangel und eine Blutvergiftung. Der Blutdruck ist während der Behandlung sorgfältig zu überwachen. Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit oder deren Risikofaktoren – genannt werden Rauchen, Übergewicht, Zuckerkrankheit und hohe Cholesterinwerte – tragen ein erhöhtes Risiko, dass die Krampfneigung der Gefäße zu einer Mangeldurchblutung des Herzmuskels oder zu einem Herzinfarkt führt. Während der Schwangerschaft darf der Stoff nicht angewendet werden; er vermindert die Stillleistung und geht in die Muttermilch über.
Auch bei den Wechselwirkungen tritt die Gruppenzugehörigkeit hervor. Obwohl Methylergometrin verhältnismäßig gezielt an der Gebärmutter wirkt, sind Zusammenwirken und Wirkungsverstärkung mit anderen Mutterkornalkaloiden abhängig von der verabreichten Menge möglich. Es verstärkt die gefäßverengende und blutdrucksteigernde Wirkung anderer Mittel, etwa der Sympathomimetika oder des Ergotamins. Zusammen mit Oxytocin und Prostaglandinen ergänzen sich die Wirkungen auf die Gebärmutter; für die Kombination mit Oxytocin sind zudem Blutdruckkrisen mit Hirnschwellung und Krampfanfällen berichtet worden.
Risiken & Nebenwirkungen
Weitere Beschwerden sind zu langsame oder zu schnelle Herzfrequenz (Bradykardie, Tachykardie), Herzklappenschäden, Herzinfarkt, Herzstolpern, Atemstörungen, Ödeme, Fibrosen, Dyskinesien, Halluzinationen, Hypotension, Benommenheit, Schwitzen, Mundtrockenheit, Magenschmerzen, Magenkrämpfe, Schwächegefühl, Sodbrennen, Wassereinlagerungen im Gewebe, Gewichtsveränderung, Rastlosigkeit, Libidoverlust, Zittern, Ohrensausen, Albträume, Wahnvorstellungen, Oberbauchbeschwerden, Verdauungsschwäche, schmerzhafte Beine, Haarausfall, Sehstörungen, Psychosen, Nervosität, Koordinationsstörungen, Inkontinenz, häufiges Wasserlassen, Gesichtsblässe, Schlaganfall, Uteruskontraktionsschmerz, Hypogalaktie und Verhaltensstörungen.
Bei einem Teil dieser Wirkstoffe, den Dopaminagonisten, können außerdem Störungen der Impulskontrolle auftreten.
Der Verdacht auf bindegewebige Organveränderungen hat auch die Gegenanzeigen der einzelnen Präparate verändert. Für Cabergolin nennt die Fachinformation ausdrücklich fibrotische Veränderungen an Lunge, Herzbeutel oder im Raum hinter dem Bauchfell in der Vorgeschichte als Grund, den Stoff nicht anzuwenden. Bei einer Langzeitbehandlung gilt dasselbe, wenn sich vor Behandlungsbeginn in der Ultraschalluntersuchung des Herzens eine Erkrankung der Herzklappen zeigt. Hinzu kommen eine Psychose in der Vorgeschichte und das Risiko einer Psychose nach der Entbindung.
Vorsicht ist darüber hinaus geboten bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beim Raynaud-Syndrom, bei Magen- oder Darmgeschwüren und bei Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Bei Frauen, die den Stoff nach der Entbindung zur Unterdrückung des Milchflusses erhielten, wurde über schwerwiegende Ereignisse berichtet – Bluthochdruck, Herzinfarkt, Krampfanfälle, Schlaganfälle und psychiatrische Erkrankungen. Bei einigen von ihnen gingen starke Kopfschmerzen oder vorübergehende Sehstörungen voraus. Treten solche Beschwerden auf, ist die Behandlung abzubrechen und die Betroffene umgehend zu untersuchen.
Wie genau die Verhaltensauffälligkeiten zu fassen sind, zeigt die Fachinformation des Cabergolins. Sie hält fest, dass bei Patienten, die mit Dopaminagonisten einschließlich Cabergolin behandelt werden, Störungen der Impulskontrolle auftreten können – genannt werden krankhafte Spielsucht, eine gesteigerte Libido und Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen sowie Essattacken und Esszwang. Die Patienten sind darauf regelmäßig hin zu überwachen, und Angehörige sollen auf die Möglichkeit hingewiesen werden; entwickeln sich solche Erscheinungen, wird die Menge verringert oder die Behandlung ausschleichend beendet.
Ein zweiter Warnhinweis betrifft die Müdigkeit. Cabergolin wird mit Schläfrigkeit in Verbindung gebracht, und Dopaminagonisten können bei Parkinson-Patienten Episoden plötzlichen Einschlafens auslösen. Wer solche Episoden bereits erlebt hat, darf während der Behandlung weder ein Fahrzeug führen noch Maschinen bedienen. Für Methylergometrin gilt eine vergleichbare Einschränkung, dort begründet mit Kopfschmerzen und Schwindel und verschärft durch die gleichzeitige Anwendung anderer zentral wirksamer Mittel oder von Alkohol.
Weil die bindegewebigen Veränderungen schleichend entstehen, sehen die Fachinformationen eine gezielte Überwachung vor. Besteht der Verdacht auf eine solche Erkrankung, muss die Behandlung abgebrochen werden. Welche weiteren Untersuchungen nötig sind – körperliche Untersuchung einschließlich sorgfältigen Abhörens des Herzens, Röntgenaufnahme oder Computertomographie –, wird im Einzelfall entschieden; zur Bestätigung können die Blutsenkungsgeschwindigkeit und der Kreatininwert im Blut herangezogen werden.
Eine seltene, aber gefährliche Besonderheit betrifft große prolaktinbildende Geschwülste. Bei einigen so behandelten Patienten trat Hirnwasser aus der Nase aus. Der Vorgang ist nicht vollständig geklärt; wahrscheinlich legt das Schrumpfen der Geschwulst eine Verbindung an der Schädelbasis frei, durch die die Flüssigkeit abläuft. Bleibt diese Verbindung offen, droht eine Hirnhautentzündung.
Für den Alltag der Behandlung nennen die Fachinformationen schließlich zwei praktische Punkte. Um Beschwerden im Magen-Darm-Bereich zu verringern, wird empfohlen, Cabergolin bei allen Anwendungsgebieten zusammen mit den Mahlzeiten einzunehmen. Und für Kinder und Jugendliche unter sechzehn Jahren sind Sicherheit und Wirksamkeit des Stoffes nicht erwiesen; auch bei älteren Menschen ist die Erfahrung wegen der eng gefassten Anwendungsgebiete sehr begrenzt, wenngleich die verfügbaren Daten auf kein besonderes Risiko hindeuten.
Quellen
- Göbel, H.: Die Kopfschmerzen.
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- Kaisenberg, C. von, Klaritsch, P., Hösli-Krais, I. (Hrsg.): Die Geburtshilfe.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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