Dopaminagonist
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Ein Dopaminagonist ist ein Arzneistoff, der Dopamin-Rezeptoren stimulieren kann. Dopaminagonisten werden unter anderem zur Behandlung der Parkinsonschen Krankheit oder beim Restless-Legs-Syndrom eingesetzt. Ein Vertreter der Gruppe, das Apomorphin, diente früher als Brechmittel; diese Anwendung ist inzwischen durch verträglichere Mittel abgelöst.
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Was ist ein Dopaminagonist?
Dopaminagonisten können sich ebenso wie der Neurotransmitter Dopamin an Dopamin-Rezeptoren (D-Rezeptoren) binden. Je nach Rezeptorselektivität werden die Agonisten in D1/5- und D2/3/4-Agonisten unterteilt.
Durch die Rezeptorbindung rufen die Dopaminagonisten eine dopaminähnliche Wirkung hervor. Die selektiven D1/5-Agonisten wie SKF 81297 oder Dihydrexidin spielen in der Behandlung von Erkrankungen keine Rolle. Agonisten, die sich an die D2-Rezeptoren binden, spielen eine Rolle bei der Therapie verschiedener Krankheitsbilder.
Bekannte D2-Agonisten sind die Arzneistoffe Ropinirol, Rotigotin, Piribedil oder Pramipexol. Beim Einsatz von Dopaminagonisten können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck, Halluzinationen oder Verwirrtheit auftreten.
Die Gruppe zerfällt in zwei Lager, und diese Einteilung ist für die Anwendung entscheidend. Die einen leiten sich chemisch vom Mutterkorn ab und heißen deshalb Ergoline: Bromocriptin, Cabergolin, Dihydroergocryptin, Lisurid und Pergolid. Den anderen fehlt diese Struktur; zu ihnen gehören Ropinirol, Rotigotin, Piribedil, Pramipexol und Apomorphin.
Diese Zweiteilung ist keine bloße Ordnungsfrage, sondern für die Auswahl eines Wirkstoffs bestimmend. Die Ergoline leiten sich von den Alkaloiden des Mutterkorns ab, eines Pilzes, der auf Getreide wächst. Aus dieser Herkunft folgt das Risiko einer bindegewebigen Umwandlung von Herzklappen, Brustfell und Bauchfell, das bei den Vertretern ohne Mutterkornstruktur nach heutigem Kenntnisstand nicht besteht. Damit unterscheiden sich die beiden Lager nicht in der Wirkung am Rezeptor, sondern in dem, was sie darüber hinaus anrichten können.
Die Darreichungsformen gehen weit auseinander und bestimmen mit, für welche Lage ein Wirkstoff taugt. Neben Tabletten stehen ein Wirkstoffpflaster zur Verfügung, das den Stoff gleichmäßig über die Haut abgibt, sowie eine Zubereitung zur Spritze unter die Haut, deren Wirkung rasch einsetzt.
Pharmakologische Wirkung
Ein dopaminerger Verarbeitungspfad ist das mesostriatale System, das seinen Ursprung in der Substantia nigra im Mittelhirn hat. Hier übernimmt Dopamin wichtige Aufgaben bei der Steuerung von Bewegungen. Störungen in diesem System sind eine der Ursachen für die hypokinetischen Bewegungsstörungen beim Morbus Parkinson.
Im mesolimbischen System kommt es bei einem Mangel an Dopamin zu Antriebslosigkeit. Dopaminagonisten können einen Dopaminmangel ausgleichen und den Patienten zu mehr Aktivität und Lebensfreude verhelfen. Bei einer Unteraktivität des mesocorticalen Systems können sich Psychosen des schizophrenen Formenkreises entwickeln. Auch in diesem System werden Dopaminagonisten wirksam, indem sie sich an die entsprechenden Rezeptoren binden. Zur Behandlung einer Psychose eignen sie sich jedoch nicht: Dafür kommen umgekehrt Dopaminantagonisten zum Einsatz, und Dopaminagonisten können psychotische Symptome sogar hervorrufen.
Auch im tuberoinfundibulären System entfalten Dopaminagonisten ihre Wirkung. Sie hemmen an den Neuronen, die vom Nucleus arcuatus zum Vorderlappen der Hypophyse ziehen, die Freisetzung des Hormons Prolaktin. Prolaktin ist ein Hormon, das für die Milchsekretion (Laktation) während der Stillzeit verantwortlich ist.
Aus dem Nebeneinander dieser vier Verarbeitungspfade erklärt sich die Doppelnatur der Gruppe: Ein Dopaminagonist wirkt nicht an einem einzigen Ort, sondern überall dort, wo passende Andockstellen sitzen. Die erwünschte Wirkung auf die Beweglichkeit und die unerwünschten Wirkungen auf Stimmung, Wahrnehmung und Antrieb entspringen demselben Wirkprinzip.
Ein zweiter Punkt betrifft die Abgrenzung zum Neurotransmitter selbst. Dopamin eignet sich nicht als Arzneimittel gegen die Parkinson-Krankheit, weil es die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet. Deshalb wird mit Levodopa eine Vorstufe gegeben, die diese Schranke passiert und erst im Gehirn zu Dopamin umgebaut wird. Die Dopaminagonisten gehen einen anderen Weg: Sie ersetzen den Überträgerstoff nicht, sondern besetzen seine Andockstellen unmittelbar. Daraus folgt ein praktischer Unterschied, denn ihre Wirkung ist von den noch verbliebenen dopaminbildenden Nervenzellen unabhängig.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Eine der Hauptindikationen für den Einsatz von Dopaminagonisten ist der Morbus Parkinson. Durch degenerative Veränderungen im extrapyramidalmotorischen System (EPMS) entsteht ein Dopaminmangel. Dadurch gerät der Neurotransmitterhaushalt durcheinander. Dies äußert sich durch neurologische Störungen und insbesondere durch Störungen der Motorik.
Typische Symptome des Morbus Parkinson sind Bewegungslosigkeit, eine verlangsamte Willkürmotorik, eine gesteigerte Grundspannung der Skelettmuskulatur und ein Zittern (Tremor). Um die klinischen Beschwerden zu mildern, wird den Patienten meist Dopamin in Form der Vorstufe L-Dopa verabreicht. Die Wirksamkeit dieser Vorstufe allein reicht in der Regel jedoch nicht aus, sodass die D2-Rezeptoren zusätzlich mithilfe der Agonisten stimuliert werden.
Eine weitere Indikation für Dopaminagonisten ist das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Die Störung des extrapyramidalmotorischen Systems gehört zu den Hyperkinesen. Die Erkrankung äußert sich durch Zuckungen, Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen. Ähnlich wie der Morbus Parkinson wird das Restless-Legs-Syndrom mit einer Kombination aus L-Dopa und Dopaminagonisten behandelt. Dopaminerge Wirkstoffe werden bei dieser Erkrankung heute allerdings zurückhaltender verordnet, weil sich die Beschwerden unter längerer Anwendung verstärken und zeitlich vorverlagern können (Augmentation).
Doch die Dopaminagonisten spielen nicht nur eine Rolle für die Motorik, sie wirken auch hemmend auf die Prolaktin-Sekretion. Deshalb werden sie auch zum Abstillen eingesetzt. Dafür gilt allerdings eine Einschränkung: Ein solcher Einsatz setzt einen medizinischen Grund für das Ende des Stillens voraus. Sie kommen zudem bei der Behandlung von hormonellen Beschwerden, die mit einer vermehrten Produktion von Prolaktin einhergehen, zum Einsatz. So werden Prolaktinome mit Dopaminagonisten wie Cabergolin oder Bromocriptin behandelt.
Prolaktinome sind hormonproduzierende Tumore des Hypophysenvorderlappens. Durch die entstehende Hyperprolaktinämie kommt es bei Frauen zu einer Hypoöstrogenämie mit fehlendem Eisprung und ausbleibender Menstruationsblutung. Bei der Hälfte der Patientinnen tritt spontan Muttermilch aus den Brustdrüsen aus (Galaktorrhö). Einige Dopaminagonisten wurden zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Der Begriff erektile Dysfunktion bezeichnet die fehlende Erektion des Penis bei Erregung. Die dafür entwickelte Darreichungsform von Apomorphin zur Anwendung unter der Zunge ist in Europa nicht mehr erhältlich, weil ihre Zulassung 2006 auslief und nicht verlängert wurde.
Risiken & Nebenwirkungen
Weitere Nebenwirkung von Dopaminagonisten sind Inkontinenz, Ödeme, Haarausfall oder Schwindel. In seltenen Fällen entwickeln die Patienten nach der Einnahme von Dopaminagonisten Halluzinationen oder gar eine Psychose.
Quer durch die gesamte Gruppe treten Impulskontrollstörungen auf – unabhängig davon, ob ein Wirkstoff vom Mutterkorn abstammt oder nicht. Gemeint ist ein übermächtiges Verlangen, das sich als Spielsucht, als Kaufzwang, als Essattacke oder als stark gesteigerter Sexualtrieb zeigen kann. Die entsprechenden Warnhinweise richten sich nicht nur an die Behandelten selbst, sondern auch an Angehörige und Betreuende. Auf die Entwicklung solcher Störungen wird während der Behandlung regelmäßig geachtet; treten sie auf, kommen eine Verringerung der Menge oder ein schrittweises Absetzen in Betracht. In dieselbe Richtung zielt ein weiterer Warnhinweis, der sich auf gehobene, übersteigerte Stimmungslagen und auf Verwirrtheitszustände bezieht und ebenfalls eine regelmäßige Beobachtung vorsieht.
Bei einigen Patienten ist die Hemmung der Prolaktinproduktion erwünscht. Während der Stillzeit muss die Wirkung der Dopaminagonisten auf den Milchfluss jedoch beachtet werden. Andernfalls kann der Milchfluss unbeabsichtigterweise versiegen.
Die von den Mutterkornalkaloiden abgeleiteten Dopaminagonisten dürfen nicht bei Organfibrosen verabreicht werden. Es besteht dann das Risiko einer bindegewebigen Umwandlung (Fibrosierung) der Herzklappen. Diese Gegenanzeige gehört zu den Ergolinen und nicht zur gesamten Gruppe: Bei Dopaminagonisten ohne Mutterkornstruktur besteht ein solches Risiko nach heutigem Kenntnisstand nicht, weshalb sie bei der Parkinson-Krankheit bevorzugt werden. Auch ein Pleuraerguss und zu hoher Blutdruck gehören bei den Ergolinen zu den Kontraindikationen. Bei eingeschränkter Leberfunktion unterscheiden sich die Vorgaben je nach Wirkstoff: Für Apomorphin ist eine Leberfunktionsstörung eine Gegenanzeige, für Pramipexol dagegen nicht, da es überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird. Die Arzneistoffe dürfen in der Regel nicht mit Neuroleptika kombiniert werden.
Die sicherheitsrelevanteste Nebenwirkung der Gruppe betrifft die Wachheit. Unter dopaminerger Behandlung kommen übermäßige Schläfrigkeit und plötzliches Einschlafen vor, und zwar auch mitten in Alltagsverrichtungen und gelegentlich ohne vorherige Warnzeichen. Die Fachinformation eines Vertreters ohne Mutterkornstruktur hält dazu fest, dass das Arzneimittel einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und auf die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben kann; wer über Schläfrigkeit oder Einschlafereignisse berichtet, darf kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, solange diese Ereignisse auftreten. In Betracht kommen dann eine Verringerung der Menge oder ein Abbruch der Behandlung. Zusammen mit anderen beruhigend wirkenden Arzneimitteln und mit Alkohol können sich diese Wirkungen addieren.
Ein zweites Klassenmerkmal sind Halluzinationen, die als bekannte Nebenwirkung einer Behandlung mit Dopaminagonisten und mit Levodopa gelten und meist das Sehen betreffen. Beim Absetzen tritt eine eigene Gruppe von Beschwerden auf, die als Dopaminagonisten-Entzugssyndrom bezeichnet wird: Teilnahmslosigkeit, Angst, gedrückte Stimmung, Müdigkeit, Schwitzen und Schmerzen. Kennzeichnend ist, dass diese Beschwerden auf Levodopa nicht ansprechen. Ein erhöhtes Risiko tragen nach begrenzten Daten jene, die bereits eine Impulskontrollstörung entwickelt haben, sowie jene unter hohen Tagesmengen oder hoher Gesamtmenge. Wird eine dopaminerge Behandlung plötzlich beendet, sind außerdem Beschwerden berichtet worden, die auf ein malignes neuroleptisches Syndrom hindeuten. Aus beidem folgt, dass die Behandlung schrittweise verringert und nicht abrupt abgebrochen wird.
Kontraindikationen
Die Gegenanzeigen fallen innerhalb der Gruppe sehr verschieden aus, und diese Ungleichheit ist für die Auswahl eines Wirkstoffs entscheidend. Für einen der Vertreter ohne Mutterkornstruktur nennt die Fachinformation als einzige Gegenanzeige die Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Die Ergoline tragen dagegen eine eigene Liste, die sich aus dem Risiko einer bindegewebigen Umwandlung von Organen ergibt.
Was bei den Vertretern ohne Mutterkornstruktur an die Stelle einer Gegenanzeige tritt, sind Umstände, die eine Abwägung verlangen. Dazu zählt eine bestehende psychotische Erkrankung: Eine Behandlung mit Dopaminagonisten kommt dann nur in Betracht, wenn der zu erwartende Nutzen die Risiken überwiegt. Dazu zählt eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung, weil eine dopaminerge Behandlung allgemein das Risiko eines lagebedingten Blutdruckabfalls trägt; der Blutdruck wird deshalb besonders zu Beginn kontrolliert. Dazu zählt eine eingeschränkte Nierenfunktion, wenn ein Wirkstoff überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird, und umgekehrt eine eingeschränkte Leberfunktion bei Wirkstoffen, die in der Leber umgesetzt werden.
Wie weit die Erfahrungen beim Menschen reichen, hängt vom einzelnen Wirkstoff ab. Für einen der Vertreter ohne Mutterkornstruktur hält die Fachinformation fest, dass die Auswirkung auf Schwangerschaft und Stillzeit beim Menschen nicht untersucht wurde; er soll in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn die Behandlung unbedingt erforderlich ist. Für die Mutterkornabkömmlinge gelten eigene, ausführlichere Vorgaben, bis hin zum Ausschluss einer Schwangerschaft vor Behandlungsbeginn und zum Beenden der Behandlung, wenn eine Schwangerschaft eintritt. Weil Dopaminagonisten die Ausschüttung von Prolaktin hemmen, ist eine Hemmung des Milchflusses zu erwarten; eine Anwendung während der Stillzeit unterbleibt deshalb, und ist sie unvermeidbar, wird abgestillt.
Eine weitere Vorsichtsmaßnahme betrifft die Augen: Für einen der Wirkstoffe werden regelmäßige augenärztliche Untersuchungen empfohlen sowie eine zusätzliche Untersuchung beim Auftreten von Sehstörungen. Unter den Ergolinen tritt an diese Stelle eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung des Herzens, mit der eine Veränderung der Herzklappen frühzeitig erkannt werden soll.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Die wichtigste Wechselwirkung ergibt sich aus dem Wirkprinzip selbst. Arzneimittel, die die Dopamin-Rezeptoren blockieren, heben die Wirkung eines Dopaminagonisten auf. Das betrifft vor allem die Neuroleptika, deren gleichzeitige Gabe deshalb vermieden wird, und es betrifft ebenso Mittel gegen Übelkeit aus derselben Wirkgruppe. Umgekehrt können Dopaminagonisten die Wirkung von Neuroleptika abschwächen.
Eine zweite Gruppe von Wechselwirkungen betrifft den Weg, auf dem ein Wirkstoff den Körper wieder verlässt. Vertreter, die unverändert über die Nieren ausgeschieden werden, treffen dort auf ein Transportsystem, das auch andere Arzneistoffe befördert. Wird dieses Transportsystem gehemmt oder von einem anderen Stoff mitbenutzt, kann der Dopaminagonist langsamer ausgeschieden werden und sich anreichern. Genannt werden unter anderem Cimetidin, Amantadin, Mexiletin, Zidovudin, Cisplatin, Chinin und Procainamid. Bei Wirkstoffen, die dagegen in der Leber umgesetzt werden, verschiebt sich die Frage auf die dort beteiligten Enzyme.
Die dritte Gruppe betrifft die Verstärkung unerwünschter Wirkungen. Beruhigend wirkende Arzneimittel und Alkohol können die Schläfrigkeit verstärken. Und bei der gemeinsamen Gabe mit Levodopa wird bei einer Steigerung der Menge des Dopaminagonisten die Levodopa-Menge verringert, während die übrigen Parkinson-Mittel unverändert bleiben; andernfalls können überschießende Bewegungen auftreten.
Alternative Behandlungsmethoden
Bei der Parkinson-Krankheit ist Levodopa der wichtigste Partner der Dopaminagonisten, nicht ihr Gegenspieler: Beide werden häufig nebeneinander gegeben. Der Unterschied zwischen ihnen liegt weniger in der Stärke als im Verlauf, denn nach längerer Behandlung mit Levodopa stellen sich überschießende Bewegungen ein, zu denen Dopaminagonisten seltener führen. Neben beiden stehen weitere Gruppen bereit, darunter Hemmstoffe der Monoaminoxidase B, Hemmstoffe der Catechol-O-Methyltransferase und Amantadin. In fortgeschrittenen Stadien kommen Verfahren hinzu, die nicht auf einer Tablette beruhen, etwa die tiefe Hirnstimulation oder die kontinuierliche Zufuhr eines Wirkstoffs über eine Pumpe.
Innerhalb der Gruppe selbst ist der Wechsel von einem Ergolin auf einen Vertreter ohne Mutterkornstruktur die geläufigste Alternative, weil damit das Risiko einer bindegewebigen Umwandlung von Herzklappen und Brustfell entfällt. Aus demselben Grund werden die Vertreter ohne Mutterkornstruktur bei der Parkinson-Krankheit bevorzugt.
Beim Restless-Legs-Syndrom hat sich die Rangfolge verschoben. Weil sich die Beschwerden unter längerer dopaminerger Behandlung verstärken und zeitlich vorverlagern können, wird zunächst nach behandelbaren Ursachen gesucht, allen voran nach einem Eisenmangel. Für die medikamentöse Behandlung stehen daneben Wirkstoffe zur Verfügung, die an einer anderen Stelle ansetzen, darunter bestimmte Mittel gegen Krampfanfälle. Zeigt sich unter einem Dopaminagonisten eine solche Verstärkung, kommen eine Verringerung auf die niedrigste wirksame Menge oder ein Absetzen in Betracht.
Bei der vermehrten Bildung von Prolaktin ist die Lage anders: Dort sind Dopaminagonisten selbst die Behandlung der Wahl, und die Alternativen sind keine anderen Arzneimittel, sondern eine Operation oder eine Bestrahlung.
Quellen
- Deuschl, G., Oertel, W. H., Poewe, W. (Hrsg.): Parkinson-Syndrome und andere Bewegungsstörungen.
ISBN: 9783132415508
- Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
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- Diener, H.-C., Fink, G. R. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Neurologie.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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