Nervenerkrankungen


Aktualisiert am 30. Januar 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Der Oberbegriff Nervenerkrankungen beschreibt eine Vielzahl von Krankheiten, die das Nervensystem oder auch bestimmte Nerven im Körper betreffen. Meist handelt es sich dabei um physische Störungen; es können aber auch psychische Begleiterscheinungen auftreten. Nervenkrankheiten können oftmals nicht geheilt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Nervenerkrankungen?

Grafische Darstellung der Anatomie der Hand, des Karpaltunnels, des Mittelarmnervs und des Karpalbandes.

Unter dem Sammelbegriff „Nervenerkrankungen“ verstehen Mediziner zahlreiche Krankheiten, die ganz unterschiedlicher Natur sein können. Sie befallen entweder das vegetative Nervensystem und führen so zu Störungen oder betreffen die Nerven einer ganz bestimmten Körperregion.

So vielfältig, wie die Ursachen sind, können auch die körperlichen Symptome der Erkrankungen ausfallen. Sie reichen von einem Kribbeln und Taubheitsgefühlen etwa in den Gliedmaßen bis hin zu Lähmungen oder starken Schmerzen.

Auch psychische Störungen wie Angst- oder Panikattacken können infolge von Nervenerkrankungen auftreten. Einige Nervenkrankheiten treten nur vorübergehend auf und klingen von alleine wieder ab; andere wiederum lassen sich nur schwer bzw. gar nicht therapieren und können auch zum Tod des Patienten führen.

Ursachen

Die Ursachen für Nervenerkrankungen können in zahlreichen unterschiedlichen Krankheiten und Zuständen liegen. Durch eine simple falsche Bewegung kann es beispielsweise zu einem eingeklemmten Nerv kommen, der vorübergehend starke Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung führt.

Eine mangelnde Durchblutung, die auf äußere oder innere Ursachen wie eine Verengung der Blutgefäße zurückgeführt werden kann, zieht ein Kribbeln und Taubheitsgefühle etwa von Armen oder Beinen mit sich. Das bekannte Karpaltunnelsyndrom ist eine Erkrankung, bei der eine Verengung auf den Mittelhandnerv drückt und Schmerzen sowie ein Kribbeln hervorruft.

Unter Umständen können aber auch ernsthaftere Krankheiten wie beispielsweise Multiple Sklerose, eine Störung im Zentralnervensystem, oder auch ein Schlaganfall hinter den Symptomen stecken. Diese bedürfen dringend ärztlicher Behandlung, da sie das Leben des Betroffenen gefährden können.

Typische & häufige Erkrankungen

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome bei Nervenerkrankungen sind größtenteils abhängig von der genauen Art der Erkrankung. So führt das Karpaltunnelsyndrom etwa zu Empfingsstörungen in der Hand, während eine Fazialisparese eine Gesichtslähmung meint.

Insgesamt äußern sich Nervenerkrankungen allerdings durch Missempfindungen und motorische Probleme. So kommt es besonders häufig zu einem Kribbelgefühl an Füßen oder Händen. Dieses Symptom steht am Anfang vieler Nervenerkrankungen. Es können auch die ganzen Extremitäten betroffen sein. Häufig kommt es später zu Berührungsempfindlichkeit, brennenden Schmerzen und einem Gefühl der Unsicherheit beim Gehen. Das Gefühl der Schwellung oder des Eingeschnürtseins kommt vor. Die Extremitäten können sich auch so anfühlen, also seien sie nicht Teil des Körpers.

Es kann aber auch zu Taubheit oder Missempfindungen kommen. Die Taubheit kann in völlige Gefühllosigkeit an einzelnen Körperteilen übergehen. Die Missempfindungen umfassen zum Beispiel das grundlose Wahrnehmen von Wärme und Kälte sowie plötzliche Schmerzreize oder ein Gefühl der Pelzigkeit. Insgesamt sind diese Missempfindungen sehr vielseitig.

Probleme mit den Muskeln kommen vor. So kann es zu Krämpfen, Spannungslosigkeit, Zuckungen oder einer Muskelatrophie kommen. All diese Symptome schränken die Motorik des Betroffenen erheblich ein. Die weiteren Symptome sind abhängig vom Krankheitsverlauf der zugrundeliegenden Krankheit. Nicht alle Symptome treten immer auf.

Diagnose & Verlauf

Besteht der Verdacht auf eine Nervenerkrankung, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären. Neben einem umfassenden Gespräch mit dem Patienten wird der Mediziner die betroffenen Körperregionen neurologisch untersuchen und so etwa die Schmerzempfindlichkeit, die Druckempfindung und die Temperaturempfindung sowie die Muskelreflexe testen.

Auch eine Blutuntersuchung und bildgebende Diagnosetechniken können unter Umständen Auskunft über den Grund der Beschwerden geben. Ein einfacher eingeklemmter Nerv oder eine Mangeldurchblutung, die durch einseitige Belastung oder zu enge Kleidung hervorgerufen wurde, kann auch ohne Behandlung von selbst wieder abklingen.

Andere Krankheiten bedürfen zwingend einer medizinischen Therapie, da sich die Symptome sonst verschlimmern und die Lebensqualität des Betroffenen deutlich einschränken können. Einige Erkrankungen können sogar den Tod des Patienten zur Folge haben.

Komplikationen

Bei Nervenerkrankungen kann es zu vielen verschiedenen Beschwerden und Komplikationen kommen. Im schlimmsten Fall führen diese Erkrankungen allerdings zu Lähmungen oder zu anderen Störungen der Sensibilität. Die Lebensqualität des Betroffenen wird damit aufgrund der Nervenerkrankungen erheblich verringert und der Alltag wird eingeschränkt. In vielen Fällen sind die Betroffenen dann auch auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Leben angewiesen und können viele Dinge des Alltages nicht mehr alleine ausführen.

Nicht in jedem Fall kommt es bei Nervenerkrankungen zu einem positiven Krankheitsverlauf. Sollten die Nerven irreversibel geschädigt worden sein, muss der Betroffene sein gesamtes Leben lang mit diesen Einschränkungen leben. Weiterhin können Nervenerkrankungen auch zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen führen. In einigen Fällen leiden die Patienten dabei auch an Selbstmordgedanken.

Ob eine Behandlung bei der jeweiligen Krankheit möglich ist, kann nicht universell vorausgesagt werden. Der weitere Verlauf hängt damit sehr stark von der Grunderkrankung selbst ab. Komplikationen treten bei der Behandlung in der Regel nicht auf. Mit Hilfe verschiedenr Therapien und einer gesunden Lebensweise können die Nervenerkrankungen möglicherweise eingeschränkt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nervenerkrankungen können auf emotionaler wie auch auf körperlicher Ebene entstehen. Ein Arzt sollte bei Beeinträchtigungen beider Bereiche konsultiert werden, da sie jeweils einen starken Einfluss auf die Lebensgestaltung des Betroffenen haben. Treten plötzliche Beschwerden auf, bleiben sie über eine längere Zeit unverändert bestehen oder nehmen sie an Intensität zu, ist die Abklärung durch einen Arzt zu empfehlen.

Bei Taubheitsgefühlen, Störungen der Sensibilität oder unangenehmen Empfindungen auf der Haut bei einer Berührung sollte ein Arztbesuch erfolgen. Treten Funktionsstörungen auf, können alltägliche Verpflichtungen nicht mehr erfüllt werden oder sinkt die allgemeine Belastungsgrenze des Betroffenen, ist die Konsultation eines Arztes zu empfehlen. Bei Einschränkungen der Mobilität, Schmerzen oder einem Ziehen bei Bewegungen wird ein Arzt benötigt.

Leidet der Betroffene auf emotionaler Ebene unter einem erhöhten Stresserleben, Angst, Panik oder einer inneren Unruhe, benötigt er Hilfe. Störungen der Konzentration, eine verminderte Aufmerksamkeit oder Einbußen der Gedächtnisfunktion sind einem Arzt vorzustellen. Bei Verhaltensauffälligkeiten, schnellen Schwankungen der Stimmung, einem aggressiven Auftreten oder einem vollständigen Rückzug sind die Beschwerden mit einem Arzt zu besprechen. Breiten sich die Unannehmlichkeiten weiter aus, lösen sie eine Minderung des Wohlbefindens sowie der Lebensqualität aus und führen sie zu einer Gereiztheit, ist ein Arztbesuch vonnöten.

Behandlung & Therapie

Wurde eine Nervenerkrankung festgestellt, wird der behandelnde Arzt eine entsprechende Therapie einleiten. Die Art der Behandlung richtet sich maßgeblich nach der individuellen Ursache, die den Beschwerden zugrunde liegt.

Einige Nervenkrankheiten, die infolge leichter traumatischer Einwirkungen auftreten, müssen nicht zwangsläufig ärztlich behandelt werden. Sie klingen bei entsprechender Schonung von selbst ab. Schwerere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Multiple Sklerose können vom Arzt mit einer medikamentösen Therapie an einem schnellen Fortschreiten gehindert werden. In Zusammenarbeit mit Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten wird meist eine Verbesserung der Lebensqualität des Patienten angestrebt.

Eine vollständige Heilung kann aber nicht erreicht werden. Ein Karpaltunnelsyndrom wird entweder durch ein vorübergehendes Ruhigstellen der Hand oder auch durch einen operativen Eingriff behandelt. Auch eine medikamentöse Begleittherapie mit Schmerzmitteln ist anzuraten. Bei einem Schlaganfall muss sofort reagiert und der im Gehirn entstandene Druck gemindert werden, da es sonst zu irreparablen Schäden kommt. Unbehandelt kann der Schlaganfall zum Tode führen. Wurde er rechtzeitig erkannt, ist anschließend meist eine umfangreiche Rehabilitation erforderlich.

Auch im Rahmen einer Diabeteserkrankung kann es zu Schädigungen der Nerven kommen. Die diabetische Neuropathie erreicht eine Besserung meistens dann, wenn der Diabetes behandelt und der Blutdruck des Patienten dauerhaft gesenkt wird. Angststörungen, die nervliche Ausfallerscheinungen mit sich bringen, bedürfen einer auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Psychotherapie, die ambulant oder auch stationär erfolgen kann. Diese kann auch mit Medikamenten unterstützt werden.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose bei Nervenerkrankungen ist stark abhängig von der vorliegenden Ursache der gesundheitlichen Störung. Bei einem eingeklemmten Nerv kommt es meist vorübergehend zu starken Schmerzen und Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten. Die Heilungsaussichten sind in diesen Fällen sehr günstig. Oftmals kann der eingeklemmte Nerv durch entsprechende ausgleichende Bewegungen oder eine ausreichende Nervenzufuhr gelöst werden. Innerhalb kurzer Zeit kehrt im Anschluss eine Beschwerdefreiheit ein.

Ebenso besteht die Aussicht auf eine Genesung aufgrund einer einfachen Behandlungsmöglichkeit. Mit wenigen medizinischen Handgriffen wird der Nerv durch einen Arzt aus seiner Position befreit werden. Unmittelbar nach der Behandlung kommt es bereits zu einer erheblichen Linderung der Beschwerden und nach kurzer Zeit zu einer vollständigen Heilung.

Bei einer schwerwiegenden Erkrankung verschlechtert sich die Prognose. Eine Störung im Zentralnervensystem kann einen chronischen Verlauf haben. Eine Linderung der vorhandenen Unregelmäßigkeiten wird bei diesen Patienten ausschließlich in einer medikamentösen Langzeittherapie ermöglicht. Eine vollständige Beschwerdefreiheit wird meist nicht erreicht. Zudem kommt es zu einer Zunahme der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sobald die Behandlung unterbrochen wird. In einigen Fällen besteht dringender Handlungsbedarf, da es andernfalls zu einer Gefährdung des Lebens kommt. Liegt eine Störung der Durchblutung vor, kann sich in einem unbehandelten Zustand eine Lebensgefährdung entwickeln und damit das vorzeitige Ableben des Betroffenen drohen.

Vorbeugung

Nervenerkrankungen kann in einigen Fällen aktiv vorgebeugt werden. Da vor allem auch die Lebensumstände des Einzelnen Einfluss auf die Entstehung unterschiedlicher Erkrankungen nehmen, ist eine gesunde Lebensweise in jedem Fall zu empfehlen.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Bewegung vermeidet Übergewicht und damit eventuell verbundene Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck. Der maßvolle Genuss von Alkohol und anderen Genussgiften kann das Ausbilden von Empfindungsstörungen und anderen Symptomen verhindern.

Kommt es häufiger zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Schmerzen, sollte in dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann die Ursache für die Beschwerden herausfinden und eine ernsthafte Erkrankung ausschließen bzw. eine geeignete Therapie einleiten.

Nachsorge

In den meisten Fällen sind die Maßnahmen und die Möglichkeiten einer Nachsorge bei Nervenerkrankungen deutlich eingeschränkt oder stehen dem Betroffenen dabei gar nicht erst zur Verfügung. Der Betroffene sollte aus diesem Grund frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um das Auftreten von anderen Beschwerden oder Komplikationen zu verhindern. Es kann keine allgemeine Voraussage über den weiteren Verlauf der Erkrankung getroffen werden, wobei auch die Lebenserwartung des Patienten in einigen Fällen durch die Nervenerkrankungen deutlich eingeschränkt und verringert ist.

Eine frühzeitige Diagnose wirkt sich allerdings positiv auf den weiteren Verlauf dieser Krankheit aus. Häufig sind die Patienten dabei auf die Einnahme von unterschiedlichen Medikamenten angewiesen. Dabei ist immer eine regelmäßige Einnahme und ebenso eine richtige Dosierung zu beachten, um die Beschwerden dauerhaft einzuschränken.

Bei Nebenwirkungen oder bei Fragen sollte immer zuerst ein Arzt konsultiert werden. Häufig ist auch die Hilfe und die Unterstützung der eigenen Familie bei den Nervenerkrankungen sehr wichtig. Dadurch werden Depressionen und andere psychische Verstimmungen verhindert oder gelindert. Im Allgemeinen kann sich auch eine gesunde Lebensweise mit einer gesunden Ernährung positiv auf die Beschwerden dieser Krankheit auswirken.

Das können Sie selbst tun

Zahlreiche Nervenerkrankungen können durch eine Veränderung des eigenen Verhaltens positiv beeinflusst werden. Dies kann bedeuten, dass dadurch die Ursache für eine Nervenerkrankung beseitigt oder in ihrer Auswirkung reduziert werden kann. Dies kann durch allgemein stabilisierende Effekte für gesunde Nerven durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung erfolgen.

Als hilfreicher Begleiter bietet sich auch entspannende Musik in angemessener Lautstärke an. Gelegenheiten zum Lachen sollten keine Ausnahmen bleiben. Im Einzelfall kann eine Einschränkung oder Vermeidung von Genussmittel wie Alkohol oder Tabak angebracht sein. Es könnte auch ein Weglassen bestimmter Medikamente als Verhaltensänderung infrage kommen. Gezielte zusätzliche Maßnahmen zur alltäglichen Beschwerdeverbesserung bei Nervenerkrankungen sind von individuellen Krankheitsbild abhängig.

In Selbsthilfegruppen ist ein hilfreicher Informationsaustausch über konkrete Verhaltensempfehlungen im Alltag möglich. So kann Wechselduschen oder Saunieren durch Nervenerkrankungen ausgelöstes Kribbeln mindern. Falls übermäßiger Stress im Beruf der Grund für eine Nervenerkrankung darstellt, sollte die Möglichkeit eines Wechsels nicht tabuisiert werden. Entspannungsübungen können die Stressstabilität verbessern.

Als entspannender Ausgleich zur Alltagsbelastung kann auch ein Hobby dienen. Ein schlafförderndes Alltagsverhalten sorgt für die notwendige Regeneration durch den Nachtschlaf. Eine gelassenere, positive Lebenseinstellung wirkt sich bei Nervenerkrankungen ebenfalls vorteilhaft aus. Die eigene Tagesplanung sollte ohne Termindruck erstellt werden. Um sich vor Überforderungen im Alltag zu schützen, nützen praktische Übungen, auch einmal „nein“ zu sagen.

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Lothar Scholz kommentierte am 24.05.2015

Seit Wochen habe ich Schmeren in den oberen Beinen, also in den Oberschenkeln. Ich kann kaum laufen. Muskelschmerzen sind es nicht, denn es ist manchmal im ganzen Körper. Ich nehme schon Schmerzmittel, wegen meinen drei Bandscheibenvorfällen, die nicht operiert werden können. Mein Alter ist 62 Jahre. Oder kann das etwas Anderes sein? Denn wenn ich eine Weile sitze und will wieder aufstehen, so habe ich noch mehr Schmerzen und kann nicht gleich los laufen.

jacky kommentierte am 02.01.2016

Ich bin 22 Jahre alt und habe dieses Taubheitsgefühl und Kribbeln, und diesen stechenden Schmerz schon seit über sechs Jahren. Ich bin von einem Arzt zum nächsten gegangen, jedoch immer wieder ohne Erfolg. Jetzt finde ich diesen Artikel hier und den werde ich dem Arzt beim nächsten Besuch vor die Nase halten, damit er einen Ansatz hat. Danke für diese hilfreiche Seite und den gut erklärten Text.

June kommentierte am 02.11.2016

Ich bin 41 Jahre alt und hatte schon zwei mal eine Fazialisparese, d.h. eine halbseitige Gesichtslähmung.
Das erste Mal war 2008, das zweite Mal 2013. Beide Male hat man mich zu vielen Untersuchungen geschickt, HNO-Arzt, Zahnarzt, Frauenarzt, Neurologe, MRT, aber die Ursache konnte nicht gefunden werden. Mit Cortison hat sich die Lähmung glücklicherweise fast ganz zurückgebildet, aber beim nächsten Mal könnte sie auch dauerhaft sein. Seit 2015 habe ich jetzt auch noch Nervenschmerzen in der anderen Gesichtshälfte. Der Schmerz kommt und geht, unterschiedlich lang und unterschiedlich intensiv. Wenn es schlimm ist, fühlt es sich an wie eine Mittelohrentzündung plus Zahnschmerzen mit wunder Gesichtshaut. Nach drei Tagen kommen einem so Gedanken wie, sich die Zähne auszureißen, oder das Ohr abzuschneiden, oder das Leiden ganz zu beenden.
Zuerst hat mir mein Hausarzt Ibuprophen verschrieben, die habe ich wie Smarties gefressen, ohne dass sie geholfen hätten. Dann bekam ich Gabapentin, aber die waren auch wirkungslos. Vom Neurologen habe ich dann Pregabalin bekommen. Da bin ich jetzt bei 150mg am Tag, habe aber immer noch heftige Schmerzattacken. Auch mit den Nervenschmerzen waren alle Untersuchungen bisher ohne Ergebnis. Jetzt steht noch die Untersuchung des Nervenwassers an, aber die findet erst in zwei Monaten statt. Es hat jetzt ein Jahr gedauert, bis ich die Fachärzte durch hatte, weil ich auf jeden Termin Monate warten musste. Und ich weiß immer noch nicht, was ich eigentlich habe. Hat schon einmal jemand Ähnliches gehabt und weiß, was das sein könnte?