Amphetamin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Arzneistoff, Aufputschdroge, Dopingmittel - das Amphetamin hat in seiner Geschichte schon eine Menge mitgemacht und viele Bezeichnungen erhalten. Unter dem Namen „Speed“ ist es hierzulande als illegale Droge im Umlauf, noch in den 30er Jahren wurde es aber als Schnupfenmittel und gegen Depressionen oder Impotenz angewandt. Als Arzneimittel sind Amphetamine aufgrund ihres Suchtpotentials weitgehend zurückgedrängt worden - bei der ADHS werden sie jedoch bis heute ärztlich verordnet, ebenso wie das damit verwandte, chemisch aber andersartige Methylphenidat.
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Was ist Amphetamin?
Der Wirkstoffname Amphetamin ist die Kurzversion der chemischen Bezeichnung alpha-Methylphenethylamin und beschreibt einen synthetisch hergestellten Stoff aus der Gruppe der Phenylethylamine, welcher im Körper eine nicht-halluzinogene stimulierende Wirkung hat.
Die verschiedenen Amphetamine haben eine Menge Wirkungen und sind in ihrer Geschichte als Arzneimittel für viele verschiedene Indikationen verwendet worden - heutzutage ist das Anwendungsgebiet aufgrund des enormen Suchtpotenzials stark eingeschränkt.
Als Droge sind die Amphetamine auch unter dem Namen „Speed“ bekannt - auch das MDMA (Methylendioxymethamphetamin) ist ein bekannter Vertreter dieser Substanzklasse.
Zwischen der Einzelsubstanz und der Stoffgruppe ist dabei zu unterscheiden. Amphetamin im engeren Sinn bezeichnet einen einzelnen Stoff; als Amphetamine wird darüber hinaus eine ganze Gruppe von Abkömmlingen zusammengefasst, die sich in der Stärke und in der Art ihrer Wirkung erheblich unterscheiden. Was für die Gruppe gilt, trifft deshalb nicht ohne Weiteres auf jeden einzelnen Vertreter zu. Die Substanz selbst kommt in zwei spiegelbildlichen Formen vor, die sich zueinander verhalten wie die linke zur rechten Hand. Die rechtsdrehende Form – als Wirkstoff unter dem Namen Dexamfetamin geführt – wirkt im Gehirn deutlich stärker anregend als ihr Gegenstück, während die Wirkung auf Herz und Blutgefäße bei beiden Formen ähnlich ausgeprägt ist. Das gewöhnliche Amphetamin ist ein Gemisch aus beiden zu gleichen Teilen.
Pharmakologische Wirkung
Ihre pharmakologische Wirkung entfalten die Amphetamine durch ihre Verwandtschaft mit dem Adrenalin des Körpers und über die Freisetzung der Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin im Zentralen Nervensystem.
Sie gehören somit in die pharmakologische Gruppe der Sympathomimetika. In der Körperperipherie haben die Amphetamine eine deutliche direkte adrenerge Wirkung: Blutgefäße werden verengt, Herzschlag und Blutdruck gesteigert, die Bronchien werden erweitert zur vermehrten Sauerstoffaufnahme und Schleimhäute schwellen ab. All dies und viele weitere Teilwirkungen sind Bestandteil des Fight-or-Flight-Systems unseres autonomen Nervensystems, des Sympathikus.
Dieser wird dann aber vor allem noch einmal direkt stimuliert im Zentralen Nervensystem: Als „Weckamine“ gehen die Amphetamine problemlos über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn und setzen hier aus den Speichern von Nervenzellendigungen Noradrenalin und Dopamin frei. Ebenso wie das Coffein wirken die Amphetamine dabei bei ermüdeten Personen deutlicher als im hellwachen Zustand. Die Müdigkeit verschwindet, die Stimmung wird angehoben, eventuell kommt es zu Euphorie, die durch Ermüdung herabgesetzte Leistungsfähigkeit wird für einige Stunden wiederhergestellt.
Kraftreserven werden mobilisiert, die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit steigt, gleichzeitig kommt es zu Appetithemmung und gesteigertem Bewegungsdrang - der Körper wird bis in die Haarspitzen in einen Kampf-und-Flucht-Modus versetzt.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass der Körper bei wiederholter Gabe bald in einen Erschöpfungszustand gerät, schließlich fehlen ihm Schlaf und Nahrung - auch wenn der Geist dies nicht mehr erkennt. Es tritt eine Gewöhnung ein, die zur Dosissteigerung führt. Eventuell kommt es zur Gewohnheitsbildung und Sucht. Auch Psychosen können in diesem Stadium des Missbrauchs entstehen. Aus diesem Grund sind die Amphetamine als Betäubungsmittel eingestuft und dürfen nur auf einem besonderen Betäubungsmittelrezept verordnet werden.
Auf der Ebene der einzelnen Nervenzelle lässt sich die anregende Wirkung genauer beschreiben. Amphetamin ähnelt den körpereigenen Botenstoffen so weit, dass es von deren Transporteiweißen in die Nervenendigung aufgenommen wird. Dort kehrt es die Arbeitsrichtung dieser Transporter um: Statt Botenstoffe aus dem Spalt zwischen den Nervenzellen einzusammeln, befördern sie Noradrenalin und Dopamin nach außen. Zugleich wird die Rückaufnahme des bereits Freigesetzten gehemmt und der Abbau der Botenstoffe innerhalb der Zelle verlangsamt. Anders als bei einem Stoff, der lediglich an einen Rezeptor andockt, speist sich die Wirkung damit aus den körpereigenen Vorräten – was erklärt, warum sie schwächer ausfällt, sobald diese Vorräte erschöpft sind. Aufgenommen wird Amphetamin über den Darm rasch und weitgehend vollständig; ein Teil verlässt den Körper unverändert über die Nieren, der übrige wird in der Leber umgebaut.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Heutzutage ist von den früheren medizinischen Anwendungen der Amphetamine nur noch wenig übrig geblieben. Früher galt das Gegenteil: So ziemlich jede der oben beschriebenen Wirkungen hat zur Verwendung der Amphetamine als Arzneimittel geführt.
In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren sie Erkältungsmittel und Antiallergikum, dienten Studenten zum Durchlernen ganzer Nächte, wurden später auch verwendet gegen Parkinson, Depressionen, Narkolepsie und Impotenz. Im Zweiten Weltkrieg hielten Armeen ihre Soldaten massenhaft mit Amphetaminen wach - so wurde der Weg geebnet für die Verbreitung des Wirkstoffes als Droge, welche vor allem ab den 50er Jahren um sich griff.
1948 wurde ein Amphetamin auch gegen ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) auf den Markt gebracht - die Behandlung der ADHS ist bis heute das wichtigste Anwendungsgebiet geblieben (das heute gebräuchliche Methylphenidat ist chemisch kein Amphetamin, wirkt aber ähnlich anregend und ist ebenfalls der BtM-Verschreibungsordnung unterstellt). Verordnet werden bei der ADHS heute vor allem Dexamfetamin und Lisdexamfetamin, ein Abkömmling, der erst im Körper in Dexamfetamin umgewandelt wird; beide stehen ebenso wie das Amfetamin selbst in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes und sind damit verkehrs- und verschreibungsfähig.
Im Hochleistungssport werden Amphetamine zudem gerne als Dopingmittel zur Leistungssteigerung verwendet. Der Athlet bemerkt seine körperliche Müdigkeit auf diese Weise nicht und gibt weiter „Vollgas“ - psychische Bremsen, die eigentlich zum Schutz des Körpers vor Überanstrengung sehr sinnvoll sind, werden somit ausgeschaltet, kurzfristig wird also die Leistungsfähigkeit gesteigert.
Die drei Verwendungsformen – Arzneistoff, Rauschmittel und Dopingmittel – betreffen dieselbe Substanz, folgen aber ganz unterschiedlichen Regeln. Als Arzneistoff ist die Anwendung an eine ärztliche Verordnung, an eine gestellte Diagnose und an eine Verlaufskontrolle gebunden. Im Sport führt die Welt-Anti-Doping-Agentur Amphetamin unter den Stimulanzien, die im Wettkampf verboten sind; der Nachweis in einer Dopingprobe zieht unabhängig davon Folgen nach sich, ob der Stoff aus einem Arzneimittel stammt. Ist eine solche Behandlung medizinisch erforderlich, muss dafür vorab eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Der außermedizinische Gebrauch schließlich fällt vollständig aus dem geregelten Bereich heraus.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Amphetamin ist Vorsicht geboten, da es ein stark wirksames Stimulans des Zentralnervensystems ist. In Deutschland darf es nur auf einem Betäubungsmittelrezept verordnet werden. Amphetamine werden oft zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Narkolepsie verschrieben. Die Dosierung sollte individuell angepasst werden, basierend auf der Reaktion des Patienten und der Verträglichkeit. In der Regel beginnen Erwachsene und Kinder mit einer niedrigen Anfangsdosis, die schrittweise erhöht wird, um Nebenwirkungen zu minimieren. Die Dosierung für ADHS kann beispielsweise bei 5 mg pro Tag beginnen und bei Bedarf erhöht werden. Bei Narkolepsie können höhere Dosen erforderlich sein.
Amphetamin sollte immer gemäß ärztlicher Anweisung eingenommen werden, vorzugsweise am Morgen, um Schlafstörungen zu vermeiden. Die Einnahme am Nachmittag oder Abend kann zu Schlaflosigkeit führen. Eine genaue Überwachung ist besonders wichtig, da Amphetamine ein hohes Abhängigkeitspotenzial haben und Missbrauch zu schweren physischen und psychischen Nebenwirkungen führen kann.
Personen mit Herzproblemen, Bluthochdruck oder psychischen Störungen sollten besonders vorsichtig sein, da Amphetamine den Blutdruck erhöhen und psychische Symptome wie Angst und Reizbarkeit verschlimmern können. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind notwendig, um die langfristige Sicherheit der Behandlung sicherzustellen.
Der rechtliche Rahmen der ärztlichen Verordnung ergibt sich aus dem Betäubungsmittelgesetz, das die erfassten Stoffe drei Anlagen zuordnet: Die erste führt die nicht verkehrsfähigen Stoffe, die zweite die verkehrsfähigen, aber nicht verschreibungsfähigen, die dritte die verkehrs- und zugleich verschreibungsfähigen. Amfetamin steht in der dritten Anlage und darf deshalb ärztlich verordnet werden; dasselbe gilt für Dexamfetamin, für Lisdexamfetamin und für das chemisch andersartige Methylphenidat. Das nahe verwandte Metamfetamin ist dagegen der zweiten Anlage zugeordnet und damit von der Verschreibung ausgenommen. An eine Verordnung aus der dritten Anlage schließen sich besondere Pflichten zur Dokumentation und zur Aufbewahrung an, die für gewöhnliche Arzneimittel nicht gelten.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Risiken und Nebenwirkungen des Amphetamins und seiner Derivate sind so schwerwiegend, dass Amphetamine nur noch in engen Grenzen und unter ärztlicher Kontrolle verwendet werden. Besitz und Handel ohne ärztliche Verschreibung sind in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern strafbar.
Hauptproblem ist natürlich die körperliche Auszehrung, welche bei Amphetamingebrauch eintritt, ohne dass der Betroffene es merkt und richtig einschätzen könnte. Energisch durchtanzte Nächte unter Einfluss von Speed und verwandten Drogen führen so nicht nur zum Kater am nächsten Morgen, sondern können ernsthafte lebensbedrohliche Erschöpfungszustände hervorrufen.
Langfristig tragen Appetit- und Schlafmangel zu dieser Problematik bei. Gleichzeitig haben Amphetamine aufgrund ihrer berauschenden Wirkung ein enormes Suchtpotenzial. Die Dosis muss dabei aufgrund rascher Gewöhnungsprozesse stetig gesteigert werden, um noch dieselbe Wirkung zu erzielen.
Von dieser Gewöhnung zu unterscheiden ist der Zustand nach dem Abklingen der Wirkung. Weil die körpereigenen Vorräte an Botenstoffen aufgebraucht sind, folgt auf die Phase der Anregung regelmäßig ein Tief mit ausgeprägter Erschöpfung, Heißhunger, gedrückter Stimmung und starkem Schlafbedürfnis. Dieser Nachschwung ist ein wesentlicher Antrieb für die erneute Zufuhr und damit für die Entstehung der Abhängigkeit. Hinzu kommen die unmittelbaren körperlichen Gefahren: Der gesteigerte Kreislaufantrieb kann Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und einen gefährlichen Anstieg der Körpertemperatur hervorrufen, letzteres besonders bei körperlicher Anstrengung in warmer Umgebung und bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme. Die Abhängigkeit von Amphetamin ist dabei in erster Linie eine seelische; ein körperliches Entzugsbild wie bei den Opiaten entwickelt sich nicht.
Kontraindikationen
Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Amphetamin betreffen vor allem Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist das Vorliegen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere unbehandelter Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen, da Amphetamin den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen kann, was das Risiko von Herzinfarkten oder Schlaganfällen erhöht.
Auch bei psychischen Störungen, wie Schizophrenie, schweren Angststörungen oder einer Vorgeschichte von Suchterkrankungen, ist die Anwendung von Amphetamin kontraindiziert. Das Medikament kann psychotische Episoden verschlimmern oder auslösen und das Suchtverhalten verstärken, da Amphetamin ein hohes Potenzial für Missbrauch und Abhängigkeit besitzt.
Patienten, die Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) einnehmen, dürfen Amphetamin nicht verwenden, da es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann, wie hypertensiven Krisen. Auch Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und Engwinkelglaukom sollten Amphetamin vermeiden, da es die Symptome dieser Erkrankungen verstärken kann.
Schwangere oder stillende Frauen sollten ebenfalls auf Amphetamin verzichten, da es das Risiko für Fehlbildungen beim Fötus erhöhen oder beim Säugling Schlafprobleme und Reizbarkeit verursachen kann.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Bei der Verwendung von Amphetamin bestehen zahlreiche potenzielle Interaktionen mit anderen Medikamenten, die sorgfältig überwacht werden müssen. Eine besonders gefährliche Wechselwirkung tritt mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) auf. Wenn Amphetamin zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen wird, kann es zu einer hypertensiven Krise kommen, die einen lebensbedrohlichen Anstieg des Blutdrucks verursacht. Aus diesem Grund müssen MAO-Hemmer mindestens 14 Tage vor Beginn der Amphetaminbehandlung abgesetzt werden.
Wechselwirkungen bestehen auch mit anderen zentralnervösen Stimulanzien wie Koffein oder Nikotin, die die stimulierende Wirkung von Amphetamin verstärken können, was zu erhöhter Nervosität, Herzrasen und Bluthochdruck führt. Auch trizyklische Antidepressiva und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer können die Wirkung von Amphetamin verstärken, was das Risiko für Herzrhythmusstörungen und eine übermäßige Stimulation des Nervensystems erhöht.
Betablocker, die zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet werden, können die Wirkung von Amphetamin abschwächen, während Antipsychotika, insbesondere Dopamin-Antagonisten, die stimulierenden Effekte von Amphetamin verringern. Auch Wechselwirkungen mit Säureblockern (Antazida) sind bekannt, da diese die Aufnahme von Amphetamin im Magen-Darm-Trakt beschleunigen und dadurch zu einer verstärkten Wirkung führen können.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Amphetamin nicht vertragen wird, gibt es verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe, insbesondere bei der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Narkolepsie. Eine der häufigsten Alternativen zu Amphetaminen sind Methylphenidat-haltige Medikamente, wie Ritalin oder Concerta. Diese wirken ebenfalls als zentrale Stimulanzien, haben jedoch ein etwas anderes Wirkprofil und können bei manchen Patienten besser verträglich sein.
Als nicht-stimulierende Alternative wird Atomoxetin (Strattera) häufig eingesetzt. Dieser Wirkstoff beeinflusst den Noradrenalinspiegel im Gehirn und hat keine stimulierenden Effekte, was das Risiko für Missbrauch und Abhängigkeit reduziert. Atomoxetin ist besonders bei Patienten geeignet, die auf Stimulanzien mit starken Nebenwirkungen reagieren.
Guanfacin und Clonidin sind weitere nicht-stimulierende Medikamente, die bei ADHS zum Einsatz kommen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Sie wirken blutdrucksenkend und beeinflussen ebenfalls die Impulskontrolle und Konzentration, haben jedoch eine beruhigende Wirkung.
Verhaltenstherapie stellt eine nicht-medikamentöse Alternative dar. Besonders bei ADHS kann eine Kombination aus Verhaltenstherapie und Psychoedukation helfen, die Symptome zu kontrollieren. Auch Entspannungstechniken und Achtsamkeitstraining werden zur Symptomlinderung angewandt.
Für die Behandlung von Narkolepsie werden neben Amphetamin häufig Modafinil oder Armodafinil verwendet, die Wachheit fördern und ebenfalls als Alternativen in Frage kommen.
Welches dieser Mittel infrage kommt, richtet sich nach dem Alter, nach Begleiterkrankungen und danach, wie stark ein Missbrauchsrisiko ins Gewicht fällt. Die nicht anregenden Wirkstoffe haben den Vorzug, selbst kein Suchtpotenzial zu besitzen; sie entfalten ihre Wirkung dafür erst nach mehreren Wochen, während die Stimulanzien bereits am ersten Behandlungstag wirken. Die nichtmedikamentösen Verfahren gelten bei Kindern und Jugendlichen zudem nicht als Ersatz für eine Arzneitherapie, sondern als Bestandteil eines Gesamtkonzepts, in das die Familie und das schulische Umfeld einbezogen werden.
Quellen
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., Kannt, A., Ruth, P.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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- Graefe, K.-H., Lutz, W., Bönisch, H.: Pharmakologie und Toxikologie.
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