Clotrimazol

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Clotrimazol gehört zu den Breitband-Antimykotika. Das Mittel dient zur Therapie von unterschiedlichen Pilzinfektionen (Mykosen).

Inhaltsverzeichnis

Was ist Clotrimazol?

Clotrimazol
Clotrimazol gehört zu den Breitband-Antimykotika. Es wird zur Behandlung von Pilzinfektionen auf der Haut verabreicht.

Bei Clotrimazol handelt es sich um ein Anti-Pilzmittel, das aus der Gruppe der Imidazole stammt. Es wird zur Behandlung von Pilzinfektionen auf der Haut verabreicht. Weil Clotrimazol seine Wirkung gegen verschiedene Pilze entfaltet, kommt es als Breitbandantimykotikum zum Einsatz.

Die Entwicklung von Clotrimazol fand zwischen 1967 und 1969 in Deutschland in den Forschungsstätten der Bayer AG statt. Experimentelle sowie klinische Studien folgten in den Jahren 1970 bis 1972, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Anti-Pilzmittels zu testen. Die ersten Patente wurden 1972 in den USA ausgestellt. Ein Jahr später kam Clotrimazol unter der Markenbezeichnung Canesten® in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt. Dabei ließ sich das Mittel als Creme, Vaginaltablette und Lösung verabreichen.

Weil sich Clotrimazol als gut verträglich erwies, konnte das Antimykotikum ab 1977 von der Verschreibungspflicht befreit werden. Seit den frühen 1980er Jahren ist der Wirkeffekt von Clotrimazol durch Studien abgeklärt. Auch in der Gegenwart findet der Arzneistoff gegen zahlreiche Hautpilzinfektionen Verwendung.

Pharmakologische Wirkung

Clotrimazol gehört zur Gruppe der Imidazole. Die Wirkung des Antimykotikums basiert darauf, den Aufbau der Zellmembran schädlicher Pilze zu stören. Auf diese Weise lässt sich das Wachstum der Pilze einschränken.

Durch Clotrimazol kommt es zur Hemmung der Bildung der Substanz Ergosterol. Die Ergosterol-Herstellung, die in verschiedenen Schritten abläuft, erfolgt durch unterschiedliche Enzyme. Durch die Hemmung eines bestimmten Enzyms sorgt Clotrimazol dafür, dass der Aufbau des Ergosterols unterbrochen wird. Dies hat eine Störung des Aufbaus der Zellmembran im Rahmen der Zellteilung zur Folge. Daraus resultiert eine Hemmung des Pilzwachstums, sodass sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann.

In der Medizin wird die pilzhemmende Wirkung auch als fungistatisch bezeichnet. Mit entsprechend hohen Dosierungen ist ebenso ein pilzabtötender Effekt möglich. Die Breitbandwirkung hat allerdings eine Grenze: Im Laborversuch erfasst sie nur sich vermehrende Pilzzellen, während Dauerformen wie Pilzsporen nur wenig empfindlich sind. Clotrimazol verfügt ferner über die Eigenschaft, gegen spezielle Corynebakterien vorgehen zu können. Aus diesem Grund eignet sich das Pilzmittel auch zur Therapie von Infektionen mit diesen stäbchenförmigen Keimen.

Die Wirkung auf Bakterien reicht über die Corynebakterien hinaus. Die Fachinformationen nennen neben ihnen grampositive Keime wie Streptokokken, Staphylokokken und Gardnerella vaginalis sowie den gramnegativen Keim Bacteroides. Ausgenommen sind die Enterokokken, deren Vermehrung Clotrimazol nicht hemmt. Diese Begleitwirkung erklärt, warum die Fachinformationen auch Superinfektionen mit Clotrimazol-empfindlichen Bakterien als Anwendungsgebiet führen.

Die Resistenzlage schätzen die Fachinformationen als günstig ein. Pilzarten, die von vornherein unempfindlich gegen Clotrimazol sind, obwohl ihre Art als empfindlich gilt, kommen sehr selten vor. Dass empfindliche Pilze unter der Behandlung erst unempfindlich werden, ist bislang nur ganz vereinzelt beobachtet worden. Das unterscheidet Clotrimazol von manchen anderen Antiinfektiva, bei denen die Resistenzentwicklung die Anwendung zunehmend einschränkt.

Nach oraler Verabreichung findet eine Resorption von Clotrimazol zu 90 Prozent statt. Nach etwa vier Stunden ist das Antimykotikum in den meisten Geweben des Organismus angekommen. Seine höchste Konzentration erreicht es nach einem Zeitraum von 25 Stunden in der Leber, dem Fettgewebe, der Haut sowie den Nebennieren. In der Leber erfolgt auch die Inaktivierung des Arzneistoffes. Zu 90 Prozent wird Clotrimazol über den Kot ausgeschieden. Die übrigen zehn Prozent gelangen mit dem Urin aus dem Körper. Diese Werte gelten für die Einnahme über den Mund, die bei Clotrimazol heute keine Rolle mehr spielt. Bei der örtlichen Anwendung auf Haut und Schleimhaut gelangen nur wenige Prozent des Wirkstoffs in den Blutkreislauf, sodass Wirkungen und Nebenwirkungen im gesamten Körper unwahrscheinlich sind.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Mit Clotrimazol lassen sich die meisten krankheitsverursachenden Pilze behandeln. Dazu gehören in erster Linie Pilzinfektionen auf der Haut und an der weiblichen Scheide. Bei Nagelpilzerkrankungen an Händen und Füßen reicht die örtliche Behandlung mit Clotrimazol dagegen meist nicht aus, weil der Wirkstoff die harte Nagelplatte kaum durchdringt.

Die Darreichungsformen von Clotrimazol gegen Hautpilze (Dermatophyten), Schimmelpilze oder Hefepilze sind unterschiedlich. So lassen sich großflächige Pilzinfektionen wirkungsvoll mit Sprays behandeln. Diese eignen sich auch zum Besprühen von Gegenständen. Dazu zählen unter anderem Schuhe, im Falle von Fußpilz.

Neben den eigentlichen Pilzinfektionen führen die Fachinformationen zwei weitere Hauterkrankungen als eigene Anwendungsgebiete auf. Die eine ist das Erythrasma, eine bräunlich-rötliche, scharf begrenzte Veränderung in Hautfalten, die von Corynebacterium minutissimum hervorgerufen wird. Die andere ist die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor), bei der der Hefepilz Malassezia furfur auf der Haut fleckige Aufhellungen oder Verfärbungen verursacht. Hinzu kommen oberflächliche Candidosen sowie Mykosen der Füße und der Hautfalten.

Zur Therapie der Genitalregion kommen hauptsächlich Cremes zur Anwendung. Aber auch Scheidenzäpfchen oder Vaginaltabletten lassen sich verabreichen. Behandelt werden zumeist entzündliche Hefepilzinfektionen. Des Weiteren eignet sich Clotrimazol zur Therapie von Superinfektionen, die von solchen Bakterien ausgelöst werden, die mit Clotrimazol bekämpft werden können.

Vaginaltabletten sind zudem wirksam bei einer Trichomoniasis, bei der es sich um eine Infektion mit dem Mikroorganismus Trichomonas vaginalis handelt. Heute gilt Clotrimazol dafür allerdings nicht mehr als Mittel der Wahl: Die Trichomoniasis wird mit Metronidazol oder verwandten Wirkstoffen behandelt, die über den Mund eingenommen werden und den Erreger auch außerhalb der Scheide erfassen.

Als Puder gelangt Clotrimazol zur Anwendung, um eine Nachbehandlung von Hautpilzinfektionen durchzuführen. Ebenso möglich ist die Anwendung des Puders zur Vorbeugung von Pilzerkrankungen. Dabei gilt besonders der Trockeneffekt des Puders als vorteilhaft, da sich Pilze am liebsten in feuchtem Milieu vermehren.

Die Dosierung von Clotrimazol richtet sich nach dem Ausmaß der Pilzerkrankung. Das Mittel wird unmittelbar auf die befallene Stelle aufgetragen oder aufgesprüht. Wie oft es täglich angewendet wird und wie lange die Behandlung dauert, hängt von der Darreichungsform und vom Ort der Infektion ab und ist der jeweiligen Packungsbeilage oder der ärztlichen Anweisung zu entnehmen. Damit es nicht zu einem Rückfall kommt, wird die Behandlung über das Abklingen der Beschwerden hinaus fortgesetzt. Clotrimazol allein ist in Deutschland nicht verschreibungspflichtig; entsprechende Cremes, Lösungen, Sprays und Vaginaltabletten sind in der Apotheke frei erhältlich.


Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten durch eine Behandlung mit Clotrimazol nur selten auf, da das Mittel allgemein gut verträglich ist. Bei manchen Menschen kann es allerdings mitunter zu Juckreiz, zeitweiliger Hautrötung, Stechen, Brennen und trockener Haut kommen. Gelegentlich zeigen sich auch allergische Reaktionen.

Eine Angabe, wie oft diese Beschwerden auftreten, machen die Fachinformationen bewusst nicht. Die aufgeführten Nebenwirkungen beruhen auf freiwilligen Meldungen aus der Anwendung nach der Zulassung; weil die Größe der behandelten Gruppe dabei unbekannt bleibt, lässt sich aus solchen Meldungen keine Häufigkeit berechnen. Sie stehen deshalb geschlossen unter der Kategorie „Häufigkeit nicht bekannt“.

Aufgeführt sind neben Stechen und Brennen, Rötung, Juckreiz und Hautreizung auch Ausschlag, Bläschen, Schwellungen, ein Ablösen oder Abschuppen der Haut sowie Missempfindungen und Schmerzen an der behandelten Stelle. Unter den allergischen Reaktionen nennen die Fachinformationen Nesselsucht, einen Blutdruckabfall, Atemnot und Ohnmacht. Bei der Anwendung an der Scheide kommen Beschwerden im Bereich von Scheide und äußerem Genitale hinzu, darunter Juckreiz, Brennen, Rötung, Schmerzen, Blutungen und Ausfluss.

Nicht eingesetzt werden darf Clotrimazol, wenn der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen das Antimykotikum leidet. Während der ersten Phase der Schwangerschaft sollte Clotrimazol zur Behandlung einer Scheidenpilzinfektion nur unter strenger Aufsicht eines Arztes verabreicht werden. Aus Vorsicht raten die Fachinformationen dazu, Clotrimazol im ersten Schwangerschaftsdrittel zu meiden oder nur nach ärztlicher Rücksprache anzuwenden; ein Zusammenhang mit einer Fehlgeburt ist nicht belegt. Untersuchungen an einer großen Zahl von in der Schwangerschaft behandelten Frauen ergaben allerdings keine schädlichen Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft oder die Gesundheit des Kindes.

Bei örtlich begrenzter Anwendung auf der Haut sind keine Schädigungen des Kindes zu befürchten. Während der Stillzeit ist eine Anwendung des Antimykotikums auf der Brust zu vermeiden. Für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern liegen keine eigenen Untersuchungsdaten vor; sie sollte deshalb ärztlich abgesprochen werden.

Bei der gleichzeitigen Behandlung von Clotrimazol und weiteren Anti-Pilzmitteln wie Nystatin, Natamycin und Amphotericin B sind Wechselwirkungen möglich. So kann Clotrimazol die Wirksamkeit dieser Arzneistoffe herabsetzen. Ferner besteht das Risiko, dass die Wirkung des Mittels durch die Anwendung von Kosmetika, Deos oder Intimhygiene-Mitteln reduziert wird.

Kontraindikationen

Die Gegenanzeigen von Clotrimazol sind knapp gefasst. Alle geprüften Fachinformationen nennen als einzigen Ausschlussgrund eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff selbst oder gegen einen der sonstigen Bestandteile der jeweiligen Zubereitung. Für ein Arzneimittel, das ohne Rezept erhältlich ist und seit Jahrzehnten breit angewendet wird, ist das eine bemerkenswert kurze Liste.

Bedeutsamer als der Wirkstoff sind dabei mitunter die Hilfsstoffe. Cetylstearylalkohol, der in mehreren Cremes enthalten ist, kann örtlich begrenzt Hautreizungen bis hin zu einer Kontaktdermatitis hervorrufen; bei bekannter Überempfindlichkeit empfehlen die Fachinformationen, auf eine Zubereitung ohne diesen Stoff auszuweichen, etwa auf ein Spray oder auf Vaginaltabletten. Benzylalkohol kann leichte örtliche Reizungen und allergische Reaktionen auslösen, Polysorbate ebenfalls allergische Reaktionen.

Für die Anwendung an der Scheide führen die Fachinformationen Umstände auf, unter denen zunächst eine ärztliche Abklärung nötig ist: wenn die Beschwerden erstmals auftreten oder wenn die Erkrankung in den zurückliegenden Monaten bereits mehrfach aufgetreten ist. Ärztlich abzuklären sind außerdem Fieber, Unterleibs- oder Rückenschmerzen, übel riechender Ausfluss, Übelkeit, Blutungen aus der Scheide sowie Beschwerden, die mit Schulterschmerzen einhergehen, denn solche Anzeichen können auf eine andere Ursache hindeuten als auf eine Pilzinfektion.

Zwischen den einzelnen Zubereitungen bestehen für die Schwangerschaft Unterschiede in der Formulierung. Eine Fachinformation rät, Clotrimazol im ersten Schwangerschaftsdrittel vorsorglich zu meiden; eine zweite spricht sich dafür aus, die Anwendung während der gesamten Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit dem Arzt und unter seiner Anleitung vorzunehmen; eine dritte hält die Anwendung während der Schwangerschaft für möglich, jedoch nur unter ärztlicher Kontrolle. Wird in der Schwangerschaft an der Scheide behandelt, empfehlen die Fachinformationen Vaginaltabletten, weil sie sich ohne Applikator einführen lassen.

Während der Stillzeit ist Clotrimazol bei bestimmungsgemäßem Gebrauch anwendbar, weil bei örtlicher Behandlung nur wenig Wirkstoff in den Körper gelangt. Ob Clotrimazol beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; im Tierversuch geschah dies nach Einnahme über den Mund. Einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben tierexperimentelle Untersuchungen nicht gezeigt; Studien am Menschen dazu liegen nicht vor. Auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat Clotrimazol nach den Fachinformationen keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss.

Ein Risiko der Vergiftung sehen die Fachinformationen selbst dann nicht, wenn einmalig eine zu große Menge an der Scheide oder auf großer Hautfläche angewendet oder versehentlich geschluckt wird. Ein besonderes Gegenmittel gibt es nicht.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Wie wenige Wechselwirkungen für Clotrimazol beschrieben sind, hängt mit der Art der Anwendung zusammen: Bei der Behandlung auf Haut und Schleimhaut gelangt nur wenig Wirkstoff in den Blutkreislauf. Entsprechend unterschiedlich fallen die Fachinformationen aus – die einer Creme führt unter den Wechselwirkungen ausdrücklich „Keine bekannt“ auf, während andere Zubereitungen je eine einzige Wechselwirkung nennen.

Die eine betrifft andere Antimykotika. Clotrimazol vermindert die Wirksamkeit von Amphotericin und der übrigen Polyenantimykotika, zu denen Nystatin und Natamycin gehören. Die Beeinflussung verläuft dabei nur in eine Richtung: Von einer Abschwächung des Clotrimazols durch diese Stoffe ist in den Fachinformationen nicht die Rede.

Die andere betrifft die Behandlung an der Scheide und hat es in sich, weil sie Wirkstoffe erfasst, die an ganz anderer Stelle eingesetzt werden. Wird Clotrimazol an der Scheide angewendet, während gleichzeitig Tacrolimus über den Mund eingenommen wird, können die Blutspiegel dieses Immunsuppressivums ansteigen; dasselbe gilt für Sirolimus. Betroffen sind damit vor allem Menschen nach einer Organtransplantation. Die Fachinformation verlangt in diesem Fall eine sorgfältige Beobachtung auf Anzeichen einer Überdosierung und, falls nötig, eine Bestimmung der Blutspiegel.

Eine dritte Wechselwirkung betrifft kein Arzneimittel, sondern die Empfängnisverhütung. Vaginalcremes und ähnliche Zubereitungen können wegen ihrer Hilfsstoffe, insbesondere der Stearate, die Funktionsfähigkeit von Latexprodukten wie Kondomen und Diaphragmen vermindern und damit deren Sicherheit beeinträchtigen. Der Effekt ist vorübergehend und besteht nur während der Behandlung, doch fällt er genau in den Zeitraum, in dem die Fachinformationen ohnehin empfehlen, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, weil der Partner angesteckt werden kann. Tampons, Intimduschen, Spermizide und andere Scheidenprodukte sollen während der Behandlung ebenfalls nicht verwendet werden.

Alternative Behandlungsmethoden

Innerhalb der Behandlung mit Clotrimazol selbst besteht die erste Wahlmöglichkeit in der Zubereitung. Cremes, Lösungen, Sprays, Puder, Vaginaltabletten und Vaginalcremes enthalten denselben Wirkstoff, unterscheiden sich aber in der Verträglichkeit, in der Handhabung und darin, wie gut sie die betroffene Stelle erreichen. Bei einer gleichzeitigen Infektion der Schamlippen und der angrenzenden Bereiche sehen die Fachinformationen die Verbindung einer Creme zur äußerlichen Behandlung mit der Behandlung in der Scheide vor.

Wo die örtliche Behandlung an ihre Grenzen stößt, kommen andere Wirkstoffe in Betracht. Das gilt für die Nagelmykose, die in keiner der geprüften Fachinformationen ein Anwendungsgebiet von Clotrimazol ist, und es gilt für ausgedehnte oder wiederkehrende Pilzinfektionen. In beiden Fällen entscheidet der behandelnde Arzt, ob eine Behandlung über den Mund nötig ist.

Als eigene Wirkstoffgruppe stehen die Polyenantimykotika zur Verfügung, unter ihnen Nystatin, Natamycin und Amphotericin. Sie greifen ebenfalls an der Zellmembran des Pilzes an, jedoch nicht über die Ergosterolsynthese. Als Ergänzung zu Clotrimazol eignen sie sich nicht: Nach den Fachinformationen vermindert Clotrimazol ihre Wirksamkeit. Sie kommen deshalb als Ausweichmöglichkeit in Betracht, nicht als Partner in einer gemeinsamen Behandlung.

Bei der Trichomoniasis hat sich die Behandlung von der örtlichen zur inneren verschoben. Und beim Scheidenpilz in der Schwangerschaft entscheidet nicht der Wirkstoff, sondern die Zubereitung darüber, welcher Weg gewählt wird. In allen Fällen gilt, dass wiederkehrende Infektionen ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein können und dann eine ärztliche Abklärung nötig ist.


Quellen

  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Moll, I. (Hrsg.): Dermatologie.
    ISBN: 9783132446045
  • Dirschka, T., Oster-Schmidt, C., Schmitz, L. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie.
    ISBN: 9783437223037
  • Brodt, H.-R. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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