Efavirenz

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Efavirenz wird ein nichtnukleosidischer Reverse-Transkriptaseinhibitor bezeichnet. Der Arzneistoff kommt zur Behandlung von HIV-Infektionen zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Efavirenz?

Efavirenz
Einziges Anwendungsgebiet von Efavirenz sind Infektionen mit HIV-1, die zu einer Immunschwäche des menschlichen Körpers führen.
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Der Wirkstoff Efavirenz (EFV) zählt zur Gruppe der nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptaseinhibitoren (NNRTI). Das Medikament wird als reines Enantiomer genutzt und dient zur Therapie von Infektionen mit HIV-1. Dabei ist es Bestandteil einer antiretroviralen Kombinationsbehandlung. Gegen HIV-2 ist der Wirkstoff nicht wirksam.

Die Zulassung als Arzneimittel in Europa erhielt Efavirenz 1999 von der EMEA (Europäische Arzneimittelbehörde). Weil sich im Rahmen einer Monotherapie jedoch rasch Resistenzen gegen den Wirkstoff bilden, muss der nichtnukleosidische Reverse-Transkriptaseinhibitor stets gemeinsam mit einem anderen antiretroviralen Stoff, den der Patient zuvor noch nie erhielt, eingenommen werden. Schon vor seiner Zulassung in Europa war Efavirenz in Nordamerika auf dem Markt.

Als Monopräparat wurde Efavirenz unter dem Handelsnamen Sustiva® vertrieben, dazu kam das Kombinationspräparat Atripla®. Für beide Präparate ist die europäische Zulassung inzwischen zurückgenommen worden, für Sustiva® am 1. Februar 2024. In der Europäischen Union ist Efavirenz weiterhin als Einzelwirkstoffpräparat zugelassen, außerdem in generischen Kombinationspräparaten zusammen mit Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil.

Pharmakologische Wirkung

Viren sind nicht in der Lage, eigenständig für ihre Vermehrung zu sorgen. So brauchen sie zu diesem Zweck den Vermehrungsapparat der Zellen, die sie befallen haben. Um dies zu erreichen, schleusen die Viren ihr eigenes Erbgut in das Erbgut der Zellen ein. Die Zellen erhalten dabei Baupläne, nach denen sie sich bei der Produktion der Viren richten. Schwieriger gestaltet sich dieser Vorgang bei HI-Viren, da ihr Erbgut anders als das von Säugetieren und Menschen geformt ist.

Damit das Erbgut der HI-Viren in menschliche Zellen gelangen kann, ist es nötig, es „umzuschreiben“. Für diese Veränderung sorgt das Enzym reverse Transkriptase. Auf diese Weise kann das HI-Virus sein Erbgut derart umgestalten, dass es sich ohne Schwierigkeiten in das Erbgut des Menschen einbringen lässt.

Da Efavirenz zur Gruppe der reversen Transkriptasehemmer gehört, verfügt es über die Fähigkeit, das Enzym zu blockieren. Anders als die nukleosidischen Hemmstoffe setzt es dabei nicht am aktiven Zentrum an, sondern bindet an einer benachbarten Stelle des Enzyms und verformt dieses so, dass es seine Arbeit nicht mehr verrichten kann. Infolgedessen ist das Enzym nicht mehr imstande, das Erbgut der Viren umzuschreiben. Ohne diesen Schritt kann das Erbgut nicht in das der Wirtszelle eingebaut werden. Der Herstellung von neuen HI-Viren wird damit entgegengewirkt.

Durch diesen Vorgang geht die Virenlast zurück, wodurch sich der Ausbruch von AIDS verzögern lässt. Außerdem werden die Symptome der HIV-Infektion abgemildert, wodurch sich wiederum die Lebensqualität des Patienten verbessert.

Efavirenz bindet sich im Blut zu 99 Prozent an Plasmaproteine. Seine Konzentration im Gehirnwasser fällt drei Mal so hoch aus wie der nicht an Plasmaproteine gebundene Anteil im Blutplasma; gemessen am Gesamtgehalt des Blutplasmas liegt sie dagegen weit darunter. Die Halbwertszeit des Wirkstoffes liegt bei etwa 50 Stunden. Die Ausscheidung von Efavirenz findet in Metabolitenform zu einem Drittel über den Urin statt. Der Rest des Stoffes gelangt ohne Veränderungen via Stuhl aus dem Organismus.

Die Art der Hemmung unterscheidet Efavirenz von den nukleosidischen Hemmstoffen auch in pharmakologischer Hinsicht: Die europäische Produktinformation bezeichnet ihn als nichtkompetitiven Hemmer der reversen Transkriptase von HIV-1. Nichtkompetitiv bedeutet, dass der Wirkstoff nicht mit den Bausteinen um denselben Platz am Enzym wettstreitet, sondern das Enzym an anderer Stelle verformt. Die reverse Transkriptase von HIV-2 hemmt er nicht in nennenswertem Umfang, und die Polymerasen der menschlichen Zelle lässt er ebenfalls weitgehend unbehelligt.

Aus derselben Bindungsstelle erklärt sich die Empfindlichkeit gegenüber Resistenzen. Schon der Austausch einer einzigen Aminosäure an der Bindestelle kann die Wirksamkeit des Stoffes um ein Vielfaches herabsetzen. In klinischen Studien war ein bestimmter Austausch an der Position 103 der reversen Transkriptase die mit Abstand häufigste Veränderung bei Behandelten, deren Viruslast wieder anstieg. Dieselbe Veränderung setzt auch die Wirkung der verwandten Wirkstoffe Nevirapin und Delavirdin herab; Fachleute sprechen von einer Kreuzresistenz. Genau darin liegt der Grund, weshalb Efavirenz nicht als alleiniges Arzneimittel angewendet werden darf und weshalb bei der Auswahl der Begleitwirkstoffe auf mögliche Kreuzresistenzen geachtet wird.

Eine Besonderheit betrifft den eigenen Abbau des Stoffes. Efavirenz wird überwiegend durch das Cytochrom-P450-System der Leber umgewandelt, wobei die Enzyme CYP3A4 und CYP2B6 im Vordergrund stehen. Zugleich regt der Wirkstoff die Bildung eben dieser Enzyme an und beschleunigt damit seinen eigenen Abbau; bei wiederholter Einnahme reichert er sich deshalb weniger an als aus einer Einzelgabe zu erwarten wäre, und seine Verweildauer im Körper verkürzt sich. Bei Menschen, die eine bestimmte Erbvariante des Enzyms CYP2B6 von beiden Elternteilen geerbt haben, kann der Blutspiegel dagegen erhöht sein. Welche Folgen das im Einzelfall hat, ist nicht geklärt; dass Nebenwirkungen dann häufiger oder schwerer ausfallen, lässt sich nach der Produktinformation nicht ausschließen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Einziges Anwendungsgebiet von Efavirenz sind Infektionen mit HIV-1, die zu einer Immunschwäche des menschlichen Körpers führen. Das Mittel kann sowohl bei erwachsenen und jugendlichen Patienten als auch bei Kindern zum Einsatz gelangen. Die Zulassung des Einzelwirkstoffpräparats erstreckt sich auf Kinder ab drei Jahren; die Kombinationspräparate sind Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten.

Als Medikament zur Virenhemmung geht Efavirenz unmittelbar gegen die HI-Viren vor. Ebenso ist es jedoch möglich, dem Ausbruch von AIDS entgegenzuwirken oder ihn zu verlangsamen.

Die Aufnahme von fettreichen Speisen kann sich auf die Resorption von Efavirenz auswirken. Sie erhöht sich dadurch deutlich. Die Einnahme des Medikaments findet normalerweise am Abend auf nüchternen Magen vor dem Zubettgehen statt. Beides zielt auf dieselben Beschwerden: Eine Mahlzeit erhöht die aufgenommene Wirkstoffmenge und damit die Gefahr von Nebenwirkungen am Nervensystem, und die Einnahme vor dem Schlafengehen verbessert die Verträglichkeit gegenüber diesen Symptomen. Da die Halbwertszeit von Efavirenz hoch ist, genügt eine einmalige Gabe des Mittels pro Tag. Die Einnahme von Efavirenz kann sowohl als Lösung als auch in Form von Filmtabletten erfolgen.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Anwendung von Efavirenz besteht das Risiko von Nebenwirkungen, die sich in erster Linie auf das zentrale Nervensystem (ZNS) auswirken. So leiden die betroffenen Patienten oft unter Müdigkeit, Benommenheit, Schlafproblemen, Albträumen und Schwindelgefühlen. Vor allem in der Anfangsphase der Efavirenz-Behandlung sind bis zu 50 Prozent aller Erkrankten von diesen unerwünschten Nebeneffekten betroffen.

Weitere Nebenwirkungen können Konzentrationsschwierigkeiten, Angstzustände, Depressionen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Ausschläge auf der Haut und Juckreiz sein. In den meisten Fällen bessern sich diese Nebeneffekte nach ein bis vier Wochen wieder. Bei 10 bis 20 Prozent aller Betroffenen bleiben jedoch Beschwerden bestehen, sodass es dann ratsam ist, auf ein anderes Präparat auszuweichen.

Mitunter zeigen sich auch weitere Nebenwirkungen wie eine akute Entzündung der Leber (Hepatitis), eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Stimmungsschwankungen, Euphorie, Aggressivität, Verfolgungswahn, Wahnvorstellungen, Unruhe, Gedächtnisprobleme, Bewegungsstörungen, Störungen des Gleichgewichts, Krämpfe, Sehstörungen, Verwirrtheit sowie Selbstmordgedanken, die bis zu einem Selbstmordversuch führen können.

Kommt es während der Behandlung auf der Haut zur Bildung von Hautblasen, Schleimhautveränderungen, Hautabschuppungen und Fieber, sollte dringend Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden und die Therapie möglicherweise abgebrochen werden.

Da die Nebenwirkungen nicht selten mit der Einnahme von Mahlzeiten verbunden sind, empfiehlt es sich, Efavirenz auf nüchternen Magen darzureichen. In manchen Fällen bewirkt der Arzneistoff Störungen bei der Verteilung des Körperfetts. Dabei vermindert sich das Fett an Körper und Gesicht, während es im Bauchraum zunimmt.

Es liegen auch einige Kontraindikationen gegen die Einnahme von Efavirenz vor. So darf seine Anwendung nicht erfolgen, wenn der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder ausgeprägten Leberschäden leidet. Eine strenge ärztliche Kontrolle ist nötig im Falle von Nierenfunktionsstörungen, Lebererkrankungen, Epilepsie, psychiatrischen Störungen im Vorfeld oder einer Resistenz gegen andere HIV-Mittel.

Die europäische Produktinformation trennt beide Ebenen genau. Als Gegenanzeige, also als absolutes Hindernis, führt sie neben der Überempfindlichkeit die schwere Leberschädigung auf. Hinzu kommt eine Reihe von Arzneimitteln, die nicht zusammen mit Efavirenz gegeben werden dürfen, weil der Wirkstoff ihren Abbau über das Enzym CYP3A4 hemmen kann und dadurch schwere bis lebensbedrohliche Folgen wie Herzrhythmusstörungen, eine verlängerte Betäubung oder einen Atemstillstand auslösen kann: Terfenadin, Astemizol, Cisaprid, Midazolam, Triazolam, Pimozid, Bepridil sowie die Mutterkornalkaloide, darunter Ergotamin und Dihydroergotamin. Verboten ist außerdem die Verbindung mit der Wirkstoffkombination Elbasvir und Grazoprevir gegen Hepatitis C, weil deren Blutspiegel dabei deutlich absinken, sowie mit pflanzlichen Zubereitungen aus Johanniskraut, weil diese den Spiegel des Efavirenz selbst senken.

Eine zweite Gruppe von Gegenanzeigen betrifft das Herz. Efavirenz kann die sogenannte QTc-Zeit im Elektrokardiogramm verlängern, ein Maß für die Erholung der Herzkammern. Der Wirkstoff ist deshalb verboten bei plötzlichen Todesfällen in der Familie oder einer angeborenen Verlängerung dieser Zeit, bei Herzrhythmusstörungen mit Beschwerden, bei deutlich verlangsamtem Herzschlag, bei einer vorausgegangenen Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung der linken Herzkammer sowie bei schweren Störungen des Salzhaushalts, etwa einem Mangel an Kalium oder Magnesium. Dasselbe gilt für Erkrankte, die bereits andere Arzneimittel einnehmen, welche diese Zeit verlängern; die Produktinformation nennt dafür Antiarrhythmika bestimmter Klassen, Neuroleptika und Antidepressiva, einzelne Antibiotika und Mittel gegen Pilzerkrankungen, bestimmte nicht müde machende Antihistaminika, Cisaprid, Flecainid, einzelne Mittel gegen Malaria und das Methadon.

Von diesen Verboten unterscheidet die Produktinformation die bloßen Warnhinweise. Dazu zählt die Regel, dass Efavirenz weder allein angewendet noch einem versagenden Behandlungsplan als einziges Mittel hinzugefügt werden darf. Dazu zählen ferner die Hinweise zum Hautausschlag: Ein leichter bis mittelschwerer Ausschlag verschwand in den Studien im Allgemeinen auch bei fortgesetzter Behandlung wieder, während ein schwerer Ausschlag mit Blasenbildung, Abschuppung, Beteiligung der Schleimhäute oder Fieber das Absetzen verlangt. Bei Kindern trat ein Ausschlag deutlich häufiger auf als bei Erwachsenen.

Bei den seelischen Nebenwirkungen hebt die Produktinformation hervor, dass Erkrankte mit früheren seelischen Störungen ein größeres Risiko tragen und dass schwere Depressionen bei Menschen mit einer Depression in der Vorgeschichte häufiger auftraten. Nach der Markteinführung wurden schwere Depressionen, Tod durch Suizid, Wahnvorstellungen, psychoseähnliche Störungen und Katatonie berichtet. Die Beschwerden des Nervensystems wie Schwindel, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Konzentrationsstörungen und lebhaftes Träumen setzen dagegen gewöhnlich in den ersten Behandlungstagen ein und klingen meist innerhalb weniger Wochen wieder ab; sie kündigen nach der Produktinformation nicht die selteneren seelischen Störungen an.

Weitere Warnhinweise betreffen Krampfanfälle bei Menschen mit einem Anfallsleiden in der Vorgeschichte, Leberversagen auch ohne vorbestehende Lebererkrankung, das Entzündungssyndrom bei der Wiederherstellung der Immunabwehr, bei dem der erstarkende Körper auf zuvor unbemerkte Erreger heftig reagiert, sowie Knochengewebsuntergang im Hüftgelenk bei fortgeschrittener HIV-Erkrankung und langer Behandlungsdauer. Unter einer antiretroviralen Behandlung können außerdem das Körpergewicht und die Blutfett- und Blutzuckerwerte ansteigen. Bei mittelschwerer Lebererkrankung wird Efavirenz nicht empfohlen, weil die Datenlage für eine Beurteilung nicht ausreicht; bei leichter Lebererkrankung ist Vorsicht geboten. Eine Nierenschwäche wirkt sich dagegen nur wenig auf die Ausscheidung aus, weil der Wirkstoff kaum unverändert über den Harn ausgeschieden wird.

Efavirenz greift außerdem in den Abbau anderer Arzneimittel ein. Der Wirkstoff steigert die Aktivität mehrerer Enzyme der Leber, darunter CYP3A4, CYP2B6 und UGT1A1. Am Enzym CYP3A4 wirkt Efavirenz damit in zwei Richtungen: Im Reagenzglas hemmt er es, im lebenden Organismus regt er es zu vermehrter Bildung an. Die Blutspiegel anderer Arzneimittel können deshalb je nach Stoff sinken oder steigen, und welche Verbindungen zulässig sind, entscheidet sich an der Fachinformation des jeweiligen Mittels. Arzneimittel, die über diese Enzyme abgebaut werden, erreichen bei gleichzeitiger Einnahme deshalb niedrigere Blutspiegel und können an Wirkung verlieren. Betroffen sind unter anderem hormonelle Verhütungsmittel, bestimmte Mittel gegen Pilzerkrankungen sowie weitere Arzneimittel gegen HIV und Hepatitis C. Welche Kombinationen zulässig sind, entscheidet der behandelnde Arzt anhand der Fachinformation.

In der Schwangerschaft darf die Einnahme von Efavirenz nur dann stattfinden, wenn keine anderen Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Tierversuche ergaben schädliche Auswirkungen auf das Kind durch den Arzneistoff.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Neben den Kombinationen, die gänzlich verboten sind, nennt die europäische Produktinformation eine Reihe von Verbindungen, die sie zwar nicht untersagt, aber ausdrücklich nicht empfiehlt. Dazu gehören mehrere neuere Mittel gegen Hepatitis C: die Kombinationen aus Sofosbuvir und Velpatasvir, aus Velpatasvir, Sofosbuvir und Voxilaprevir sowie aus Glecaprevir und Pibrentasvir. Bei der letztgenannten Verbindung können die Blutspiegel beider Wirkstoffe deutlich absinken und ihre Wirkung dadurch nachlassen. Ebenfalls nicht empfohlen wird die gleichzeitige Einnahme von Auszügen aus dem Ginkgo-Baum.

Eine zweite Gruppe betrifft Arzneimittel gegen Krampfanfälle. Werden Phenytoin, Carbamazepin oder Phenobarbital zusammen mit Efavirenz gegeben, kann eine regelmäßige Bestimmung ihrer Blutspiegel erforderlich werden, weil beide Seiten über die Leber abgebaut werden. In einer eigens angelegten Untersuchung sanken die Blutspiegel des Carbamazepins bei gleichzeitiger Gabe von Efavirenz ab.

Eine dritte Besonderheit gilt den Kombinationspräparaten. Efavirenz soll nicht zusätzlich zu einem festen Kombinationspräparat aus Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil eingenommen werden; eine Ausnahme besteht, wenn die Menge des Wirkstoffs angepasst werden muss, etwa bei gleichzeitiger Behandlung mit Rifampicin. Wird ein antiretrovirales Arzneimittel wegen einer vermuteten Unverträglichkeit abgesetzt, ist zu erwägen, die übrigen Mittel des Behandlungsplans gleichzeitig abzusetzen, denn eine zeitweilige Einzelbehandlung und ein gestaffelter Wiederbeginn begünstigen die Auswahl widerstandsfähiger Viren. Bessern sich die Zeichen der Unverträglichkeit, werden die antiretroviralen Arzneimittel nach der Produktinformation sogleich wieder gemeinsam angewendet. Für Erkrankte, die unter einem anderen Wirkstoff derselben Klasse eine lebensgefährliche Hautreaktion erlitten haben, wird Efavirenz nicht empfohlen; die Erfahrung mit dem Wirkstoff nach dem Absetzen eines anderen Vertreters dieser Klasse ist begrenzt.


Quellen

  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Salzberger, B. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Infektionskrankheiten und Impfungen.
    ISBN: 9783437238178
  • Modrow, S., Truyen, U., Schätzl, H.: Molekulare Virologie.
    ISBN: 9783662617809
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223

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