Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Unter Hypoglykämie versteht man ein Absinken des Blutzuckerspiegels unter einen Wert von ca. 60 mg/dl oder 3,3 mmol/l. Die Unterzuckerung ist im medizinischen Sinne keine eigene Krankheit, sondern eher ein durch andere Umstände oder Erkrankungen hervorgerufener Zustand. Behandelt wird deshalb immer auch die zugrunde liegende Ursache; von ihr hängt ab, wie die Aussichten auf Dauer sind. Die schwerste Verlaufsform mit Bewusstlosigkeit wird als hypoglykämischer Schock bezeichnet, die absichtlich selbst herbeigeführte Sonderform als Hypoglycaemia factitia.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hypoglykämie?

Hypoglykaemie
Nach der ersten Untersuchung erfolgt gleich zu Beginn ein sog. Blutzuckertest. Mit einem kleinen Stich in die Fingerspitze nimmt man mittels eines Teststreifens eine kleine Menge Blut auf, der vor Ort mithilfe eines Blutzuckermessgerätes gleich ausgewertet werden kann.
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Man spricht von einer Hypoglykämie, wenn der Zuckerspiegel des Blutes unter bestimmte Werte sinkt. Hierbei werden wichtige Organe wie das Gehirn nicht ausreichend mit Glukose (Zucker) versorgt, was zu neurologischen Defiziten führen kann.

Eine Hypoglykämie erkennt man i.d.R. an ihren Symptomen, jedoch muss nicht immer eine Symptomatik vorliegen. Je nach Ausprägung der Hypoglykämie werden die Symptome in drei Gruppen eingeteilt.

Erste Symptome - auch autonome oder adrenerge Zeichen genannt - manifestieren sich als Heißhunger, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Herzrasen. Im weiteren Verlauf kommen neurologische Defizite hinzu wie z. B. Verwirrtheit, Koordinations- und Sehstörungen. Die Symptome sind Anzeichen dafür, dass der Glukosemangel bereits das Zentrale Nervensystem beeinträchtigt hat. Diese Gruppe der Symptome wird als neuroglykopenische Zeichen bezeichnet.

Wird die Hypoglykämie im weiteren Verlauf nicht behandelt, kann dies zu Lähmungen, hypoglykämischem Schock und Krampfanfällen führen. Die dritte Gruppe der Symptome nennt sich unspezifische Zeichen. Es sind Begleitsymptome, die nicht charakteristisch für eine Hypoglykämie sind. Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen können jedoch erste Hinweise auf eine Unterzuckerung sein.

Ursachen

Die Ursachen für eine Hypoglykämie sind sehr vielfältig. Oftmals liegen Grunderkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus vor. Hierbei kann eine übermäßig hohe Dosis an Insulin Auslöser der Unterzuckerung sein, so dass man hier von einer sog. diabetisch bedingten Hypoglykämie spricht.

Eine weitere Form ist die sog. reaktive Hypoglykämie. Diese betrifft häufig übergewichtige und adipöse Menschen. Durch eine hohe Aufnahme von Kohlehydraten wird kurzfristig zu viel Insulin ins Blut ausgeschüttet, was den Zuckergehalt rapide sinken lässt.

Weitere Ursachen sind starke körperliche Belastungen im Beruf als auch im Sport, da hierbei die Energiereserven des Körpers aufgebraucht werden, so dass bei einem Nichtausgleich eine Unterzuckerung auftreten kann. Alkoholmissbrauch hat zur Folge, dass die Leber während des Alkoholabbaus keine neue Glukose mehr bilden kann und der Blutzucker deshalb absinkt. In Folge des Alkoholmissbrauchs ist die Leber meist zusätzlich geschädigt, so dass diese nicht mehr oder nur noch eingeschränkt in der Lage ist, Glukose zu speichern bzw. neu zu bilden. Da diese Blockade noch Stunden nach dem Trinken anhält, treten alkoholbedingte Unterzuckerungen häufig erst spät in der Nacht auf – sie zählen zu den wichtigsten und zugleich am häufigsten übersehenen Ursachen.

Auch die Hormone haben einen Einfluss auf den Blutzuckergehalt, sind sie doch notwendige Helfer, um aus Aminosäuren Glukose herzustellen. Bei verschiedenen Erkrankungen wie z. B. Krebs, Nierenerkrankungen und Pankreatitis kann der Blutzucker nicht mehr ausreichend stabil gehalten werden, was eine Hypoglykämie zur Folge haben kann. Ein Mangel des Hormons Kortisol entsteht dagegen bei einer Nebennierenrindeninsuffizienz und ist eine eigene, seltenere Ursache der Unterzuckerung.

Medikamente, Gluten- und Fruktoseunverträglichkeit sowie Nahrungsmittelallergien können ebenfalls Ursachen für eine Hypoglykämie sein.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Hypoglykämie äußert sich durch Symptome wie Heißhunger, Zittern und Konzentrationsstörungen. Bei vielen Patienten ruft eine Unterzuckerung starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit hervor, oft verbunden mit Bewusstseinsstörungen. Begleitet werden diese Symptome von einer erhöhten Reizbarkeit und innerer Unruhe. In Einzelfällen ruft eine Unterzuckerung Hautirritationen hervor.

Die Betroffenen leiden dann vorübergehend an starkem Juckreiz und Rötungen, die am gesamten Körper auftreten können. Die Hypoglykämie kann jedoch auch schwerwiegende Komplikationen hervorrufen. Wird die Unterzuckerung nicht rasch ausgeglichen, kann der Betroffene das Bewusstsein verlieren oder sogar ins Koma fallen.

In weniger schweren Fällen führt eine Unterzuckerung zu einem sehr starken Unwohlsein beim Betroffenen. Meist kommt ein Krankheitsgefühl hinzu, das nach Stabilisierung des Blutzuckerspiegels langsam zurückgeht. Eine Hypoglykämie tritt meist plötzlich oder im Verlauf weniger Stunden auf und bleibt für einige Stunden bestehen.

Wird der Blutzuckerspiegel frühzeitig ausgeglichen, können die Symptome und Beschwerden zwar reduziert werden, die Konzentrationsstörungen und der Schwindel bleiben oft aber noch einige Zeit bestehen. Bei Diabetes-Patienten kann eine Unterzuckerung lebensbedrohliche Folgen haben. Wird dem Patienten nicht umgehend Glukose zugeführt, verliert er unter Umständen das Bewusstsein und fällt in ein hypoglykämisches Koma. Insulin darf in dieser Situation keinesfalls gespritzt werden, weil es den Blutzucker noch weiter senken würde. Davon zu unterscheiden ist das diabetische Koma, das umgekehrt durch eine schwere Überzuckerung entsteht und bei dem gerade Insulin gegeben werden muss; die beiden Notfälle werden häufig verwechselt.

Diagnose & Verlauf

Diagnostiziert wird die Hypoglykämie durch den Allgemeinmediziner. Symptome wie Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Konzentrationsstörungen sind erste Hinweise. Nach der ersten Untersuchung erfolgt gleich zu Beginn ein sog. Blutzuckertest. Mit einem kleinen Stich in die Fingerspitze nimmt man mittels eines Teststreifens eine kleine Menge Blut auf, der vor Ort mithilfe eines Blutzuckermessgerätes gleich ausgewertet werden kann.

Bei der Auswertung ist darauf zu achten, ob es sich bei dem Patienten um einen Diabetiker handelt oder nicht. Bei Nicht-Diabetikern spricht man von einer Hypoglykämie von unter 60 mg/dl. Bei Diabetikern kann jedoch schon ein Wert von unter 80 mg/dl als Hypoglykämie gelten, da diese meist an höhere Blutzuckerspiegel gewöhnt sind. Nach heutiger Festlegung gilt bei Menschen mit Diabetes bereits ein Wert unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) als Unterzuckerung, ein Wert unter 54 mg/dl (3,0 mmol/l) als klinisch bedeutsame Hypoglykämie.

Leichte Hypoglykämien wie sie z. B. nach sportlicher Aktivität vorkommen können, sind relativ harmlos. Bei häufigerem Auftreten kann es jedoch zu einer Gewöhnung kommen, so dass die typischen Warnsymptome ausbleiben und schwere Unterzuckerungen unbemerkt eintreten können; man spricht dann von einer gestörten Hypoglykämie-Wahrnehmung. Wiederholte schwere Unterzuckerungen gehen zudem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie die KHK (Koronare Herzerkrankung) einher.

Da die Hypoglykämie manchmal keine Symptome aufweist, kann eine leichte Unterzuckerung übersehen werden und sich daraus unmittelbar eine schwere Hypoglykämie bilden. Der Verlauf bei einer schweren Unterzuckerung mit hypoglykämischem Schock kann u. U. lebensbedrohlich sein. Da dieser Zustand häufig mit Lähmungen und Bewusstlosigkeit einhergeht, ist sofortige notärztliche Hilfe notwendig; der Rettungsdienst wird über die Notrufnummer 112 alarmiert.

Studien bei Typ-2-Diabetikern haben ergeben, dass wiederholt auftretende schwere Hypoglykämien das Risiko erhöhen, später an Demenz zu erkranken.

Komplikationen

Durch die Hypoglykämie kommt es zu starken Einschränkungen im Leben des Patienten. Nicht selten fallen Betroffene in Ohnmacht und verlieren das Bewusstsein, was vor allem durch anstrengende körperliche Tätigkeiten oder durch sportliche Aktivitäten auftreten kann. Es kommt zu einer Konzentrationsstörung und zu einer Koordinationsstörung. Der Betroffene leidet an Heißhunger und zittert dabei oft.

Weiterhin tritt eine innere Unruhe auf und der Patient leidet an Schweißausbrüchen oder an Panikattacken. Sollte es zur Bewusstlosigkeit kommen, so kann sich der Patient bei einem möglichen Sturz verletzen oder danach ersticken. In der Regel ist immer Hilfe durch eine andere Person notwendig. Sollte die Hypoglykämie über einen längeren Zeitraum andauern, so kann es auch zu Schäden an den Organen oder zu Lähmungen kommen.

Diese sind in vielen Fällen nicht reversibel und können daher auch nicht nachträglich behandelt werden. Ebenso kommt es durch die Hypoglykämie zu einem erhöhten Risiko der Demenzerkrankung. Die Behandlung der Hypoglykämie erfolgt in den meisten Fällen akut durch die Zugabe von Glukose. Dabei treten keine weiteren Komplikationen auf. Die Beschwerden und Folgeschäden hängen allerdings von der Dauer der Unterzuckerung ab.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Symptome wie Heißhunger, Schwäche und Zittern bemerkt werden, liegt womöglich eine Hypoglykämie zugrunde. Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn die Beschwerden über mehrere Tage bestehen bleiben oder innerhalb weniger Wochen immer wieder auftreten. Sollten sich weitere Symptome wie Reizbarkeit, innere Unruhe oder Konzentrationsschwäche einstellen, ist ebenfalls ärztlicher Rat gefragt. Ein niedriger Blutzuckerspiegel deutet auf Diabetes oder eine andere ernste Erkrankung hin, die, falls nicht bereits geschehen, diagnostiziert und behandelt werden muss. Darum sollte bereits bei ersten Anzeichen einer Hypoglykämie ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn Lähmungserscheinungen, Panikattacken oder Koordinationsstörungen auftreten, wird am besten über die Notrufnummer 112 der Notarzt gerufen bzw. muss der Betroffene umgehend in die nächstgelegene Klinik gebracht werden. Ist der Betroffene bewusstlos oder nicht mehr sicher schluckfähig, darf ihm nichts eingeflößt werden – es besteht Erstickungsgefahr; bei normaler Atmung wird er in die stabile Seitenlage gebracht, bis der Rettungsdienst eintrifft. Personen, die an Diabetes mellitus, Krebs, Pankreatitis oder hormonellen Störungen leiden, sollten bei Anzeichen einer Hypoglykämie mit dem zuständigen Arzt sprechen. Auch übergewichtige Menschen und Alkoholkranke gehören zu den Risikogruppen, die genannte Symptome umgehend abklären sollten. Mit Kindern, die Anzeichen eines niedrigen Blutzuckerspiegels zeigen, wird am besten zum Kinderarzt gegangen.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung von Hypoglykämie kann man zwischen einer Akuttherapie und einer Langzeittherapie unterscheiden. Die Therapieform ist abhängig von den Blutzuckerwerten.

Die Soforttherapie kann wie folgt aussehen:

Liegt der Blutzuckerwert bei weniger als 80 mg/dl, genügt meist eine Mahlzeit, um den Glukosehaushalt wieder auszugleichen.

Bei Werten unter 60 mg/dl helfen ein bis zwei Stück Traubenzucker (1 BE), so dass sich die Symptome der Hypoglykämie zurückbilden. Nach ca. 30 Minuten sollte eine Blutzuckermessung erfolgen. Heute werden dafür 15 bis 20 Gramm schnell wirksame Kohlenhydrate empfohlen – etwa vier Plättchen Traubenzucker, ein Glas Saft oder Limonade, keinesfalls jedoch Light-Getränke – und die Blutzuckerkontrolle bereits nach 15 Minuten.

Bei einer schweren Hypoglykämie mit Werten unter 50 mg/dl ist eine notärztliche Versorgung dringend erforderlich, da hier nur eine intravenös verabreichte Dosis Glukose helfen kann, den Blutzuckerhaushalt wieder auszugleichen. Der Rettungsdienst wird dazu über die Notrufnummer 112 alarmiert. Einem bewusstlosen oder verwirrten Betroffenen darf dabei nichts eingeflößt werden, weil er sich daran verschlucken kann. Des Weiteren sind engmaschige Blutzuckerkontrollen über einen längeren Zeitraum erforderlich.

Die Langzeittherapie beinhaltet zu Beginn eine intensive Aufklärung des Betroffenen. Liegt eine Hypoglykämie bei einem Diabetiker vor, so sollten auch die Angehörigen den Umgang mit Glukagon-Fertigspritzen erlernen, so dass diese im Notfall in den Oberschenkel oder in das Gesäß des Betroffenen injiziert werden können. Inzwischen steht Glukagon zusätzlich als Nasenspray zur Verfügung, das ohne Spritze angewendet werden kann und deshalb für Angehörige einfacher zu handhaben ist.


Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen bei einer Hypoglykämie sind u.a. die Aufklärung und Schulung der Betroffenen und deren Angehörigen. Wer häufig an Unterzuckerung leidet, sollte regelmäßig seinen Blutzuckerwert kontrollieren. Hierfür gibt es günstige Geräte für den Hausgebrauch, die aufgrund ihrer Handlichkeit auch mit sich geführt werden können.

Wichtig ist, dass sich Betroffene regelmäßig und gesund ernähren, vor allem wenn körperliche Belastungen anstehen. Auf Alkohol sollte verzichtet werden. Patienten sollten stets Traubenzucker für eine Soforttherapie mit sich führen. Des Weiteren ist es sinnvoll ein Hypoglykämie-Tagebuch zu führen, in dem vermerkt wird, wann und bei welchen Aktivitäten die Hypoglykämie auftritt.

Nachsorge

Eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) erfordert auch nach rechtzeitiger und erfolgreicher Behandlung eine Nachsorge. Diese gilt einerseits der Regeneration des geschwächten Organismus und andererseits der Prävention einer erneuten Hypoglykämie. Zunächst gönnen sich die von Unterzuckerung betroffenen Patienten körperliche Ruhe und vermeiden auch psychische Aufregung.

Beides wirkt sich auf den Blutzuckerspiegel aus, der jedoch nach erfolgreich therapierter Hypoglykämie auf einem stabilen Level gehalten werden soll, solange sich die Person von der Erkrankung erholen muss. Teil der Nachsorge ist deshalb der anfängliche Verzicht auf Sport, der je nach Schwere der Unterzuckerung einige Tage aufrecht gehalten werden sollte. Außerdem sind im Hinblick auf die Zukunft Maßnahmen zu planen, die einer Unterzuckerung bei sportlicher Betätigung entgegenwirken.

Dazu gehören vor allem regelmäßige Essenspausen und gegebenenfalls das Messen des Blutzuckerspiegels. Ähnliches gilt auch für das Arbeitsleben der Patienten, insbesondere dann, wenn dabei körperlich mehr oder weniger anstrengende Tätigkeiten ausgeübt werden. Zur Nachsorge einer krankheitsbedingten Unterzuckerung gehört auch, einen adäquaten Speiseplan zu erarbeiten.

Dieser beinhaltet nicht nur Art und Umfang der Mahlzeiten, sondern auch die Zeiten ihrer Einnahme. Ein professioneller Ernährungsberater kann dabei sinnvolle Unterstützung anbieten. Zudem vereinbaren die Betroffenen mit ihrem Arzt regelmäßige Kontrolltermine, um auch die Langzeit-Zuckerwerte im Blut dauerhaft im Blick zu behalten und bei Bedarf rasch einlenken zu können. Nach jeder schweren Unterzuckerung gehört außerdem die Ursachensuche dazu: zu viel Insulin, eine ausgelassene Mahlzeit, Alkohol oder ungewohnte körperliche Belastung – und daran anschließend die Anpassung der Therapie.

Das können Sie selbst tun

Unterzuckerung kann auf eine Reihe verschiedener Ursachen zurückzuführen sein. Welche Selbsthilfemaßnahmen der Patient ergreifen kann, hängt davon ab, was der Auslöser für diese Störung ist.

Unterzuckerung kann zum Beispiel aus einem Diabetes mellitus resultieren. Gerade bei medikamentös schlecht eingestellten Diabetikern kann es immer wieder zu einer Hypoglykämie kommen. Die Betroffenen können dem entgegenwirken, indem sie ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig testen lassen und die verordneten Medikamente auch vorschriftsmäßig anwenden.

Übergewichtige, die zu Essattacken neigen, leiden oftmals an einer reaktiven Unterzuckerung. Werden während einer Essattacke zu viele Kohlenhydrate aufgenommen, reagiert der Körper darauf mit einer übermäßigen Insulinausschüttung, was den Blutzuckerspiegel drastisch absinken lassen kann. Kommt dies öfter vor, müssen die Betroffenen ihre Ernährungsweise umstellen. Dazu kann bei Suchtverhalten die Hilfe eines Therapeuten erforderlich sein. Das gilt auch für Personen, deren Zuckerspiegel aufgrund von fortgesetztem Alkoholmissbrauch regelmäßig zu niedrig ist. Werden hohe Mengen Alkohol zugeführt, kann die Leber währenddessen keine neue Glukose bilden, weil sie mit dem Abbau des Giftstoffs beschäftigt ist. Eine durch Alkohol vorgeschädigte Leber kann darüber hinaus nur mehr wenig Glukose speichern, was das Problem noch verschärft.

Darüber hinaus kann starke körperliche Anstrengung, zum Beispiel beim Sport, dazu führen, dass mehr Zucker verbraucht als zugeführt wird. Dem kann durch regelmäßige Pausen und kleine Zwischenmahlzeiten vorgebeugt werden.

Quellen

  • Häring, H.-U., Gallwitz, B., Müller-Wieland, D. (Hrsg.): Diabetologie in Klinik und Praxis.
    ISBN: 9783132428928
  • Diederich, S., Feldkamp, J., Grußendorf, M., Reincke, M.: Checkliste Endokrinologie und Diabetologie.
    ISBN: 9783132454132
  • Weber, M. M., Parhofer, K. G. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel.
    ISBN: 9783437238574
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443488

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