Reproduktionsmedizin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 4. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das medizinische Teilgebiet der Reproduktionsmedizin besteht seit den 1970er Jahren und befasst sich mit der Erforschung, Diagnostik und Therapie der Fruchtbarkeit. Die In-vitro- und die In-vivo-Fertilisation gehören zu den wichtigsten Ausrichtungen reproduktionsmedizinischer Verfahren. Im Bereich der Forschung beschäftigt sich die Reproduktionsmedizin zusätzlich mit der Analyse gesellschaftlicher und ethischer Folgen.

Wie viele Paare die Fachrichtung in Anspruch nehmen, hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen; als Gründe gelten unter anderem das steigende Alter bei der ersten Schwangerschaft und die erweiterten technischen Möglichkeiten. Behandelt wird dabei nie ein einzelnes Organ, sondern immer ein Paar, weshalb die Untersuchung beider Partner am Anfang jeder reproduktionsmedizinischen Behandlung steht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Reproduktionsmedizin?

Reproduktionsmedizin
Die Reproduktionsmedizin beschäftigt sich mit der Erforschung, der Diagnostik und der Behandlung von Prozessen der Fortpflanzung.

Die Reproduktionsmedizin beschäftigt sich mit der Erforschung, der Diagnostik und der Behandlung von Prozessen der Fortpflanzung. Ein Hauptaugenmerk legt die medizinische Fachrichtung in dieser Hinsicht auf Störungen der Fruchtbarkeit. Der Ausdruck der Reproduktion versteht sich in diesem Zusammenhang als Generierung von neuen, aber weitestgehend ähnlichen Individuen.

Von Unfruchtbarkeit im medizinischen Sinn wird üblicherweise dann gesprochen, wenn trotz regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs über ein Jahr hinweg keine Schwangerschaft eintritt. Diese Grenze ist keine starre Diagnose, sondern der Zeitpunkt, ab dem eine Abklärung sinnvoll erscheint; bei höherem Alter der Frau oder bei bekannten Vorerkrankungen wird sie bewusst früher angesetzt.

Die Ursachen verteilen sich annähernd gleichmäßig auf beide Partner, und nicht selten kommen mehrere Faktoren zusammen oder es findet sich trotz vollständiger Abklärung keine fassbare Ursache. Beim Mann stehen Störungen der Bildung und der Beweglichkeit der Samenzellen im Vordergrund, etwa nach einem Hodenhochstand, bei einer Varikozele oder nach Entzündungen. Bei der Frau spielen Störungen des Eisprungs, verschlossene oder in ihrer Funktion beeinträchtigte Eileiter, eine Endometriose und hormonelle Erkrankungen wie das PCO-Syndrom die größte Rolle.

Die Reproduktionsmedizin steht im weitesten Sinn mit den Teilgebieten der Urologie, der Gynäkologie, der Genetik und der Andrologie in Verbindung. Unter der Andrologie versteht der Mediziner die Erforschung der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit. Damit entspricht die Andrologie im weitesten Sinn einer Gynäkologie für den Mann. Als Begründer der Andrologie in Deutschland gilt Carl Schirren, der das Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg als eigenständiges Arbeitsfeld etablierte. Einer der wichtigsten Bereiche der Reproduktionsmedizin hat sich in den 1970er Jahren eröffnet. Damals entwickelten Steptoe und Edwards die In-vitro-Fertilisation.

Diese künstliche Befruchtung brachte in Deutschland im Jahr 1982 das erste "Retortenbaby" des Landes zur Welt. Die Verfahren der künstlichen Befruchtung sind seitdem permanent verfeinert und weiterentwickelt worden. Den Rahmen der Reproduktionsmedizin geben dabei weitestgehend das deutsche Recht und die Bioethik vor. Im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung haben sich seit jeher ethische und rechtliche Streitfragen ergeben. Gerade diese Streitfragen gilt es von der Reproduktionsmedizin permanent medizinrechtlich und bioethisch abzuklären.

Die erste Geburt nach einer Befruchtung außerhalb des Körpers fand 1978 im englischen Oldham statt; Robert Edwards erhielt für die Entwicklung des Verfahrens im Jahr 2010 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Einen zweiten Einschnitt brachte Anfang der 1990er Jahre die Einführung der Injektion einer einzelnen Samenzelle in die Eizelle, mit der erstmals auch ausgeprägte Einschränkungen der männlichen Fruchtbarkeit behandelbar wurden.

Den rechtlichen Rahmen setzt in Deutschland vor allem das Embryonenschutzgesetz, das seit Anfang 1991 gilt. Es lässt die Verwendung gespendeter Samenzellen zu, untersagt jedoch die Eizellspende und die Leihmutterschaft. Für Kinder, die seit dem 1. Juli 2018 mit einer ärztlich verwendeten Samenspende gezeugt wurden, führt eine Bundesbehörde ein Register, in dem die Angaben zum Spender über Jahrzehnte hinweg gespeichert werden; mit 16 Jahren können die so gezeugten Menschen dort selbst Auskunft über ihre Abstammung verlangen. Die Präimplantationsdiagnostik ist seit 2011 in eng gefassten Ausnahmefällen und nur nach zustimmender Bewertung durch eine Ethikkommission zulässig; von der Pränataldiagnostik unterscheidet sie sich dadurch, dass sie vor Eintritt einer Schwangerschaft stattfindet.

Behandlungen & Therapien

Die Reproduktionsmedizin ist vor allem mit In-vivo- und In-vitro-Fertilisation befasst. Das Behandlungsspektrum reicht dabei von der Therapie bestimmter Fruchtbarkeitsstörungen bis hin zur Herbeiführung assistierter Schwangerschaften bei Unfruchtbarkeit. Sowohl die In-vivo- als auch die In-vitro-Fertilisation zählen zum Teilgebiet der sogenannten assistierten Reproduktion.

Der Mittelpunkt dieser assistierten Reproduktion ist dabei die Generierung einer Schwangerschaft durch verschiedene, medizinische Techniken. Zu diesen Techniken zählen hormonelle Behandlungen genauso wie operative oder minimal-invasive Eingriffe. Verfahren der In-vivo-Fertilisation befruchten die Eizelle im Mutterleib. Die Methoden der In-vitro-Fertilisation beziehen sich dagegen auf künstliche Befruchtung im Reagenzglas. Im Bereich der Forschung beschäftigt sich die Reproduktionsmedizin insbesondere mit der Weiterentwicklung der Verfahren zur In-vitro- und In-vivo-Fertilisation. Auch die diagnostischen Methoden zur Feststellung einer Unfruchtbarkeit werden im Forschungsbereich permanent weiterentwickelt.

Davon abgesehen untersucht die reproduktionsmedizinische Forschung innovative Verhütungsmethoden, wie die hormonelle Verhütung des Mannes. Außerdem ist die Analyse von Umwelteinflüssen in Zusammenhang mit der allgemeinen Fruchtbarkeit ein wichtiges Forschungsgebiet der Fachrichtung. Auch die gesellschaftlichen und ethischen Auswirkungen neuer reproduktionsmedizinischer Verfahren werden im Forschungsbereich der Reproduktionsmedizin erfasst und analysiert. Das betrifft zum Beispiel die Fragestellung, inwieweit die heute schon eingeschränkt mögliche Nachwuchsplanung nach ausgewählten Merkmalen ethisch verantwortbar ist.

Der praktische Ablauf einer Behandlung im Reagenzglas folgt einem festen Muster. Zunächst werden die Eierstöcke hormonell so angeregt, dass mehrere Eibläschen gleichzeitig heranreifen; der Verlauf wird engmaschig mit Ultraschall und Blutuntersuchungen überwacht. Sind die Eibläschen weit genug entwickelt, werden die Eizellen unter Ultraschallsicht durch die Scheide abgesaugt, meist in einer kurzen Narkose. Im Labor werden sie mit aufbereiteten Samenzellen zusammengebracht, und die entstandenen Zellen werden nach einigen Tagen mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutter übertragen. Nicht übertragene, entwicklungsfähige Zellen können eingefroren und in einem späteren Zyklus verwendet werden, was eine erneute hormonelle Anregung erspart.

Einen eigenen Bereich bildet inzwischen der Erhalt der Fruchtbarkeit vor Behandlungen, die sie gefährden. Vor einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung im Becken können Samenzellen, Eizellen oder Eierstockgewebe entnommen und eingefroren werden, um sie nach überstandener Erkrankung zu verwenden. Weil dafür wenig Zeit bleibt, gehört die Frage nach dem Kinderwunsch heute zum Aufklärungsgespräch vor solchen Behandlungen. Abzugrenzen davon ist die operative Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Samenleitern oder Eileitern nach einer Sterilisation, die Refertilisierung, die ohne assistierte Befruchtung auskommt.

Die Reproduktionsmedizin ist im weitesten Sinn auch mit der Stammzellenforschung befasst. So werden embryonale Stammzellen zum Beispiel größtenteils aus der In-vitro-Fertilisation gewonnen. In diesem Bereich ist die Reproduktionsmedizin an die gesetzlichen Vorgaben zur Stammzellenforschung gebunden. Im Bereich der Fertilisation ist die Einhaltung des Embryonenschutzgesetzes eine der wichtigsten Rahmenbedingungen bei der Entwicklung neuer Therapie- und Befruchtungsverfahren.

Wie jede medizinische Behandlung ist auch die assistierte Reproduktion nicht frei von Risiken. Die wichtigste unerwünschte Wirkung der hormonellen Anregung ist eine Überstimulation der Eierstöcke, bei der diese stark anschwellen und Flüssigkeit in den Bauchraum abgeben. Sie äußert sich mit Spannungsgefühl, zunehmendem Bauchumfang, Übelkeit und Kurzatmigkeit und macht in ausgeprägten Fällen eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Durch die engmaschige Überwachung und die zurückhaltende Übertragung von Embryonen lässt sich das Risiko verringern. Werden mehrere Embryonen übertragen, steigt zudem die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft, die für Mutter und Kinder mit deutlich höheren Risiken verbunden ist als eine Schwangerschaft mit einem Kind.

Nicht zu unterschätzen ist die seelische Belastung. Die Behandlung ist zeitlich eng getaktet, erfordert häufige Arztbesuche und endet in einem erheblichen Teil der Fälle ohne Schwangerschaft. Aus diesem Grund gehört eine psychosoziale Beratung zum Angebot der Zentren; sinnvoll ist sie vor Beginn ebenso wie zwischen erfolglosen Versuchen und bei der Entscheidung darüber, eine Behandlung zu beenden.

Für die Kinder, die aus solchen Behandlungen hervorgehen, liegen inzwischen Beobachtungen über mehrere Jahrzehnte vor. Die weitaus meisten entwickeln sich unauffällig. Soweit erhöhte Risiken beschrieben wurden, werden sie zu einem erheblichen Teil auf Mehrlingsschwangerschaften, auf Frühgeburtlichkeit und auf das höhere Alter der Eltern zurückgeführt und damit nicht unmittelbar auf das Verfahren selbst. Aus diesem Grund gilt die Vermeidung von Mehrlingen heute als eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale einer reproduktionsmedizinischen Behandlung.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

In der Regel sucht ein Paar oder eine Einzelperson vor allem im Rahmen einer ausbleibenden Schwangerschaft einen Reproduktionsmediziner auf. Die Anamnese ist ein nicht zu unterschätzender Bestandteil der Reproduktionsmedizin. Meist entwickelt der Arzt schon anamnestisch eine Ahnung von den möglichen Ursachen einer gestörten Fruchtbarkeit.

Zur Anamnese gehören bei beiden Partnern Fragen nach früheren Schwangerschaften, nach Operationen im Bauchraum, nach Entzündungen der Geschlechtsorgane, nach Vorerkrankungen wie einem Diabetes mellitus oder einer Erkrankung der Schilddrüse sowie nach eingenommenen Medikamenten. Ebenso werden der Zyklus der Frau, sein Rhythmus und seine Begleiterscheinungen erfragt, dazu Lebensumstände wie Rauchen, Übergewicht, ausgeprägtes Untergewicht, Alkoholkonsum und beruflicher Umgang mit Schadstoffen. Das Gespräch dient nicht allein der Ursachensuche: Es legt zugleich offen, wie lange der Kinderwunsch bereits besteht, was bisher unternommen wurde und welche Vorstellungen und Grenzen das Paar mitbringt.

Auch Fruchtbarkeitstests fallen in das Behandlungsspektrum der Fachrichtung. Beim Mann entsprechen solche Tests meist einem Funktionstest der Spermien. Zur Gewinnung der Spermien kann Masturbation dienen. Auch minimal-invasive Verfahren sind aber denkbar. Die Funktion der so gewonnenen und analysierten Spermien wird in einem Spermiogramm dokumentiert. Dieses Spermiogramm gibt vor allem Hinweise auf die Dichte, die Geschwindigkeit und die allgemeine Gesundheit der Spermien. Die Fertilität der Frau untersucht der Reproduktionsmediziner unter Umständen über Hormonuntersuchungen. Daneben sind auch Bauchspiegelungen, Gebärmutterspiegelungen und Ultraschalluntersuchungen oder eine Beobachtung des Zyklus denkbare Diagnostikverfahren.

Bei der Frau richtet sich die Hormondiagnostik nach dem Zyklus: Bestimmte Werte werden zu dessen Beginn abgenommen, andere in der zweiten Zyklushälfte, weil erst der zeitliche Bezug sie aussagekräftig macht. Ergänzt wird die Untersuchung durch die Darstellung von Gebärmutter und Eierstöcken im Ultraschall, durch die Beurteilung der Schleimhaut im Zyklusverlauf und, wenn ein Verschluss der Eileiter im Raum steht, durch ein Verfahren, das deren Durchgängigkeit mit einem Kontrastmittel sichtbar macht. Eine Bauchspiegelung wird heute seltener allein zur Abklärung durchgeführt, kann aber sinnvoll sein, wenn zugleich ein Befund wie eine Endometriose behandelt werden soll.

Beim Mann wird das Spermiogramm in der Regel wiederholt, bevor daraus Schlüsse gezogen werden, weil die Werte natürlichen Schwankungen unterliegen und auch von einer fieberhaften Erkrankung in den Wochen zuvor beeinflusst werden können. Bei stark auffälligen Befunden schließen sich eine körperliche Untersuchung, eine Ultraschalluntersuchung der Hoden, eine Hormonbestimmung und gegebenenfalls eine genetische Untersuchung an.

Die wichtigsten Methoden im therapeutischen Bereich der Reproduktionsmedizin sind die intrauterine Insemination, die intrazytoplasmatische Spermieninjektion und die testikuläre Spermienextraktion. Daneben kommt auch der mikrochirurgischen, epididymalen Spermienaspiration und der In-vitro-Maturation mittlerweile eine hohe Bedeutung in der reproduktionsmedizinischen Therapie zu. Bei der intrauterinen Insemination werden Spermien direkt in den Uterus der Frau eingebracht. Dieses Verfahren bietet sich insbesondere an, wenn die Beweglichkeit der Spermien beeinträchtigt ist.

Die intrazytoplasmatische Spermieninjektion geht noch einen Schritt weiter. Die Spermien des Mannes werden hierbei in das Zytoplasma der weiblichen Eizelle injiziert. Um Spermien zu gewinnen, wird in der testikulären Spermienextraktion eine Hodenbiopsie angewandt. Für In-vitro-Verfahren lassen sich die Spermien allerdings auch über eine mikrochirurgische, epididymale Spermienaspiration aus den Nebenhoden gewinnen. Die In-vitro-Maturation betrifft Frauen mit bestimmten Fruchtbarkeitsstörungen. Bei diesem Verfahren entnimmt der Reproduktionsmediziner unreife Eizellen aus den Eierstöcken der Frau.

Die entnommenen Eizellen werden im Reagenzglas künstlich nachgereift, bis sie befruchtungsfähig sind. Viele Verfahren der Reproduktionsmedizin sind vorwiegend hormonell gesteuert und werden daher von einer Hormontherapie begleitet. Die Erfüllung eines bislang unerfüllten Kinderwunsches ist damit der Hauptbereich aller reproduktionstherapeutischen Maßnahmen.

Was eine Behandlung kostet und wer sie bezahlt, ist für viele Paare die zweite große Frage neben den Erfolgsaussichten. Die gesetzliche Krankenversicherung beteiligt sich unter engen Voraussetzungen an den Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft: Das Paar muss miteinander verheiratet sein, es dürfen nur die Ei- und Samenzellen der Eheleute verwendet werden, vor Beginn muss eine Beratung durch eine nicht behandelnde Ärztin oder einen nicht behandelnden Arzt erfolgen, und der Behandlungsplan muss vorab genehmigt sein. Übernommen wird dann die Hälfte der genehmigten Kosten, und zwar für eine begrenzte Zahl von Versuchen – bei einer Behandlung im Reagenzglas für längstens drei. Ein Anspruch besteht erst ab dem vollendeten 25. Lebensjahr und entfällt für Frauen mit dem 40. und für Männer mit dem 50. Geburtstag. Bund und mehrere Länder haben ergänzende Förderprogramme aufgelegt, deren Bedingungen sich unterscheiden; private Versicherungen entscheiden nach ihren eigenen Bedingungen und stellen häufig darauf ab, bei welchem der beiden Partner die Ursache liegt.

Über die Erfolgsaussichten lässt sich pauschal wenig sagen. Sie hängen vor allem vom Alter der Frau ab, daneben von der Ursache der Kinderlosigkeit und von der Zahl der bereits unternommenen Versuche. Eine sorgfältige Beratung nennt deshalb keine allgemeine Erfolgsquote, sondern ordnet die Aussichten für den Einzelfall ein und benennt ausdrücklich auch die Möglichkeit, eine Behandlung zu beenden.

Zu einer vollständigen Beratung gehört schließlich der Hinweis, dass die Reproduktionsmedizin nicht der einzige Weg zu einem Kind ist und dass ihre Verfahren nicht in jedem Fall angezeigt sind. Manche Ursachen einer ausbleibenden Schwangerschaft lassen sich einfacher beheben, etwa eine unbehandelte Erkrankung der Schilddrüse oder ein Zyklus, dessen fruchtbare Tage falsch eingeschätzt werden. Andere Paare entscheiden sich nach einer Reihe erfolgloser Versuche bewusst gegen eine Fortsetzung. Die Fachrichtung versteht sich deshalb nicht allein als Anbieterin technischer Verfahren, sondern ebenso als Beraterin bei einer Entscheidung, die medizinische, finanzielle, rechtliche und persönliche Fragen zugleich berührt.

Quellen

  • Diedrich, K., Ludwig, M., Griesinger, G. (Hrsg.): Reproduktionsmedizin.
    ISBN: 9783662576359
  • Amrani, M., Seufert, R. (Hrsg.): Gynäkologische Endokrinologie und Kinderwunschtherapie.
    ISBN: 9783662653708
  • Nieschlag, E. (Hrsg.): Andrologie.
    ISBN: 9783662619001
  • Kainer, F. (Hrsg.): Facharztwissen Geburtsmedizin.
    ISBN: 9783437210976
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783132411012

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