Bindegewebsmassage
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Bindegewebsmassage entspricht einer Reflextherapie, die über den kuti-viszeralen Reflexbogen eine Antwort in den Organen, im Bewegungsapparat und in der Haut auslöst. Nach einem Tastbefund bearbeitet der Therapeut das Bindegewebe mit tangentialen Zugreizen. Die Bindegewebsmassage erfüllt therapeutische und diagnostische Funktionen.
Was ist die Bindegewebsmassage?
Die Bindegewebsmassage ist eine subkutane Reflextherapie, die 1929 von der Krankengymnastin E. Dicke ins Leben gerufen wurde. Sie litt damals an einer Behinderung, die eine Beinamputation hätte nötig machen können.
Ihre heftigen Rückenschmerzen behandelte sie durch festes Streichen am Kreuzbein und Beckenkamm. In ihrem kranken Bein spürte sie es daraufhin kribbeln und stechen, obwohl die Extremität aus klinischer Sicht eigentlich taub war. Aus diesen Erfahrungen entwickelte Dicke die Massagetechnik. Die Grundannahme des Verfahrens ist die Beobachtung, dass Erkrankungen der inneren Organe im Bindegewebe der Unterhaut Spannungsunterschiede hervorrufen. Diese Spannungsunterschiede werden ertastet und vom Masseur behoben.
Die manuelle Reiztherapie arbeitet mit tangentialen Zugreizen. Die Hauttechnik trifft sich bei diesem Verfahren mit der Unterhauttechnik und der Faszientechnik. Die behandelten Zonen lösen über den kuti-viszeralen Reflexbogen eine reflektorische Reaktion der Organe, des Bewegungsapparats und der Haut aus. Die bekannteste Unterform der Bindegewebemassage ist die Segmentmassage. Die Bindegewebemassage erfüllt klinisch sowohl diagnostische, als auch therapeutische Zwecke.
Funktion, Wirkung & Ziele
Die Tastbefunde können zum Beispiel subcutane Turgorveränderungen, Adhäsionen, Sensibilitätsstörungen oder Narbenstörungen sein. Die betroffenen Gebiete reizt der Therapeut nach der Befundstellung mit einer besonderen Massagetechnik, die einen Ausgleich im Spannungsgefüge herbeiführen soll. Nach der Vorstellung des Verfahrens beeinflusst die Bindegewebsmassage nicht nur das örtliche Gewebe, sondern erreicht auch entfernt liegende Zonen, so zum Beispiel Organe und Organfunktionen. Im Regelfall wird die Massage zweimal oder dreimal die Woche vorgenommen.
Jede Sitzung dauert rund zehn bis 15 Minuten. Verschiedene Beschwerden sollen besonders gut auf die Massagetechnik ansprechen. Zu den wichtigsten Indikationen der Bindegewebemassage zählen entzündungsbedingte Magen-Darmstörungen und entzündungsbedingte Leber- oder Gallenbeschwerden. Auch andere Schmerzen verschiedener Art sollen durch die Massage positiv beeinflusst werden, so zum Beispiel Migräne oder Menstruationsbeschwerden. Bei rheumatischen Erkrankungen soll die Massagetechnik Gelenkschmerzen lindern. Im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gefäßerkrankungen wird der Bindegewebemassage ein günstiger Einfluss auf Durchblutungsstörungen der Beine und auf nicht-entzündliche Venenleiden, wie Krampfadern, zugeschrieben.
Die Bindegewebsmassage soll so therapeutisch Einfluss auf vegetative Regulationsmechanismen nehmen und über den kuti-viszeralen und kuti-kutanen Reflexbogen einen normalen Tonus im Bindegewebe, in den inneren Organen, in der Muskulatur und in den Nerven oder Gefäßen herstellen. Die erste Reaktion auf die Massage entspricht einer Hyperämie. Im Verlauf der Behandlung soll sich die Gewebeelastizität normalisieren. Auch Vasomotorik, Sekretion und Motilität sollen sich normalisieren. Die Bindegewebszonen als Ansatzpunkte der Massage entsprechen vorwiegend den Headschen Zonen. Sie gliedern sich in Kopfzonen, Bronchialzonen, Armzonen, Magenzonen und Leberzonen.
Daneben existieren Herzzonen, Nierenzonen, Darmzonen, Genitalzonen und Blasenzonen oder Venen-Lymphzonen. In der Regel steht am Anfang der eigentlichen Massage die Bearbeitung der Beckenregion. Später widmen sich die Arbeitsgänge dem ganzen Rücken und beziehen schließlich auch den Bauch mit ein. Verschiedene Techniken kommen bei der Bearbeitung in Frage. Bei den flächigen Techniken verschiebt der Therapeut das Unterhautgewebe mit dem Daumen und den Fingerkuppen. Bei der Hauttechnik verschiebt er oberflächlich das Gewebe in der Verschiebeschicht der Haut. Die Unterhauttechnik verlangt nach stärkerem Zug. Die Faszientechnik hat den stärksten Zug von allen Techniken und entspricht einer Bearbeitung der Faszienränder mit den Fingerkuppen.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Je höher die Spannung in dem Gewebe ist, desto stärker ist auch das Schneidegefühl. Temporär bilden sich auf der Haut manchmal auch Quaddeln. Nicht jeder sollte bedenkenlos an einer Bindegewebemassage teilnehmen. Als Kontraindikationen zu der Technik gelten akute Entzündungen, akute Asthmaanfälle oder Herzerkrankungen und Tumore. Auch akutes Fieber, Verletzungen oder Myositis und Thrombosen gelten als Kontraindikationen. Bei allen Gefäßerkrankungen sollte die Massage ausschließlich in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Dasselbe gilt bei akuten Entzündungen, bei Infektionskrankheiten, Blutungsneigung oder Kreislaufbeschwerden. Als besonders geeignet gilt das Massageverfahren mittlerweile bei Erkrankungen des Bewegungsapparates. Wirbelsäulensyndrome, rheumatische Erkrankungen, Arthrosen und Traumen gelten somit als Indikation für eine Bindegewebemassage. Auch einige Erkrankungen der inneren Organe zählen zu den typischen Indikationen. Dazu gehören zum Beispiel Atemwegserkrankungen oder Erkrankungen im Urogenitalbereich.
Gefäßerkrankungen wie die funktionelle arterielle Durchblutungsstörung, eine Arteriosklerose oder das postthrombotische Syndrom kommen ebenso als Indikationen in Frage. Auch bei neurologischen Störungen wie Paresen, Neuralgien oder Spastiken wird die Bindegewebemassage eingesetzt. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden, um etwaige Risiken einzuschätzen und unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen. Mittlerweile wurde die Massagetechnik weiterentwickelt und ist so zu einem Teil der subcutanen Reflextherapie nach Häfelin geworden.
Geschichte und Entwicklung
Die Bindegewebsmassage geht auf eine Selbstbeobachtung zurück. Elisabeth Dicke, eine deutsche Krankengymnastin, litt Ende der 1920er Jahre an einer schweren Durchblutungsstörung eines Beins. Während sie im Liegen versuchte, ihre Rückenschmerzen durch festes Streichen über Kreuzbein und Beckenkamm zu lindern, bemerkte sie ungewöhnliche Empfindungen in dem betroffenen Bein. Sie führte diese Beobachtung weiter und entwickelte daraus in den folgenden Jahren eine systematische Grifftechnik, die sie zunächst an sich selbst und später an Patienten anwandte.
Ausgearbeitet und lehrbar gemacht wurde das Verfahren erst in der Zusammenarbeit mit Ärzten und weiteren Krankengymnastinnen. Vor allem Hede Teirich-Leube ordnete die Griffe, beschrieb die Zoneneinteilung genauer und gab dem Verfahren die Form, in der es später in der Ausbildung vermittelt wurde. Damit verschob sich die Bindegewebsmassage von einer persönlichen Erfahrung zu einer lehrbaren Technik mit festgelegtem Aufbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand sie Eingang in die deutschsprachige Krankengymnastik und gehörte über Jahrzehnte zum festen Bestand der Massageausbildung.
Später wurde die Technik weiterentwickelt und ging in die subkutane Reflextherapie nach Häfelin über. Parallel entstanden verwandte Verfahren, die ebenfalls mit Zugreizen an der Unterhaut arbeiten, sowie die Segmentmassage, die den Gedanken der segmentalen Zuordnung stärker in den Vordergrund stellt. In der heutigen Praxis wird die Bindegewebsmassage seltener als eigenständige Behandlung eingesetzt und häufiger als eine Technik unter mehreren innerhalb einer physiotherapeutischen Behandlung verwendet.
Die theoretische Grundlage
Der gedankliche Kern des Verfahrens ist die Vorstellung einer segmentalen Verknüpfung zwischen Haut, Bindegewebe und inneren Organen. Ausgangspunkt ist eine Beobachtung, die in der klinischen Medizin gut bekannt ist: Erkrankungen innerer Organe können Schmerzen und Missempfindungen in bestimmten, weit vom Organ entfernten Hautbereichen hervorrufen. Ein Herzinfarkt kann sich in den linken Arm ausstrahlend bemerkbar machen, ein Leiden der Gallenblase in die rechte Schulter. Der englische Neurologe Henry Head beschrieb diese Zuordnung systematisch; nach ihm sind die Headschen Zonen benannt.
Erklärt wird das Phänomen dadurch, dass Nervenfasern aus einem Organ und Nervenfasern aus einem bestimmten Hautbezirk in dasselbe Segment des Rückenmarks eintreten. Das Gehirn kann die eintreffenden Signale dann nicht zuverlässig ihrem Ursprung zuordnen und verlegt die Empfindung an die Körperoberfläche. Diese Richtung – vom Organ zur Haut – ist gut belegt.
Die Bindegewebsmassage kehrt den Weg um. Sie geht davon aus, dass ein Reiz an der Körperoberfläche über denselben Rückenmarksabschnitt auf das zugeordnete Organ zurückwirkt und dort die Regulation beeinflusst. Vermittelt werden soll dies über das vegetative Nervensystem, das Durchblutung, Drüsentätigkeit und die Spannung der glatten Muskulatur steuert. Diese Rückwirkung ist die eigentliche Annahme des Verfahrens, und sie ist deutlich schwächer belegt als die zugrunde liegende Beobachtung der übertragenen Schmerzen. Wer die Bindegewebsmassage einordnen will, sollte diese Unterscheidung kennen: Die Ausgangsbeobachtung ist gesichert, der daraus abgeleitete Behandlungsweg ist eine Hypothese.
Ablauf einer Behandlung
Eine Behandlung beginnt nicht mit dem Griff, sondern mit dem Betrachten und Betasten des Rückens. Der Patient sitzt dafür in der Regel mit freiem Oberkörper auf einer Bank, die Arme locker abgelegt, damit der Rücken zugänglich ist und die Muskulatur nicht angespannt wird. Der Therapeut betrachtet zunächst die Körperoberfläche: Einziehungen, Vorwölbungen, Farbunterschiede und Unterschiede in der Behaarung gelten als Hinweise auf veränderte Zonen. Anschließend prüft er durch Verschieben der Haut gegen die Unterlage, wo sich das Gewebe leicht abheben lässt und wo es festhaftet.
Der eigentliche Aufbau folgt einer festen Reihenfolge. Begonnen wird an der Beckenregion, also an den unteren Rückenabschnitten. Erst wenn diese Region bearbeitet ist, wird der Aufbau nach oben erweitert; später kommen der Brustkorb, die Schulterregion und schließlich – bei entsprechender Indikation – die Vorderseite des Rumpfes und die Gliedmaßen hinzu. Dieser von unten nach oben führende Aufbau ist ein Kennzeichen des Verfahrens und wird damit begründet, dass die Behandlung zunächst eine vegetative Ausgangslage schaffen soll, bevor empfindlichere Regionen bearbeitet werden.
Gearbeitet wird mit den Kuppen des dritten und vierten Fingers, seltener mit dem Daumen. Der Zug verläuft tangential, also entlang der Gewebeschicht und nicht senkrecht in die Tiefe. Je nach gewählter Technik betrifft er die Verschiebeschicht der Haut, das Unterhautgewebe oder die Ränder der Faszien. Eine Sitzung ist vergleichsweise kurz, und der Behandlungsaufbau erstreckt sich über mehrere Termine, weil sich das Gebiet erst allmählich erweitert. Ein Gleitmittel wird nicht verwendet, da die Finger auf der Haut haften müssen, um das Gewebe überhaupt verschieben zu können.
Wie sich die Behandlung anfühlt
Die Bindegewebsmassage entspricht nicht dem, was viele unter einer Massage erwarten. Der Zugreiz erzeugt typischerweise ein scharfes, klar begrenztes Gefühl, das in der Fachliteratur als schneidend beschrieben wird, so als würde ein Fingernagel über die Haut gezogen. Dieses Gefühl gilt nicht als unerwünscht, sondern als Kennzeichen einer richtig ausgeführten Technik. Seine Stärke soll mit der Spannung im behandelten Gewebe zusammenhängen: In auffälligen Zonen wird es als deutlicher empfunden als in unauffälligen.
Vom Schneidegefühl zu unterscheiden ist ein dumpfer oder brennender Schmerz. Er gilt als Zeichen dafür, dass der Zug zu tief oder zu kräftig ausgeführt wurde, und ist ein Anlass, die Technik anzupassen. Patienten sollten dem Therapeuten deshalb während der Behandlung rückmelden, wie sich der Reiz anfühlt. Sichtbare Reaktionen der Haut wie eine anhaltende Rötung entlang der bearbeiteten Striche sind üblich; gelegentlich bilden sich vorübergehend Quaddeln.
Nach der Behandlung
Weil das Verfahren über das vegetative Nervensystem wirken soll, sind Nachwirkungen ausdrücklich Teil des Behandlungskonzepts. Beschrieben werden Müdigkeit, ein Wärmegefühl, vermehrtes Schwitzen, ein verstärkter Harndrang und gelegentlich ein leichter Blutdruckabfall beim Aufstehen. Deshalb wird nach der Sitzung eine Ruhephase empfohlen, und es gilt als ungünstig, unmittelbar danach eine körperlich fordernde Tätigkeit aufzunehmen. Auch von einer anschließenden Wärmeanwendung oder einem Saunabesuch wird üblicherweise abgeraten, weil sich die Kreislaufwirkungen addieren können.
Bei empfindlichen Personen kann es unmittelbar nach der Behandlung zu Schwindel oder einem Schwächegefühl kommen. Aus diesem Grund wird beim ersten Termin häufig zurückhaltender gearbeitet als später. Treten nach einer Sitzung ungewöhnlich starke oder länger anhaltende Beschwerden auf, sollte dies vor dem nächsten Termin besprochen werden, damit die Reizstärke angepasst oder die Behandlung überdacht werden kann.
Wissenschaftliche Einordnung
Die Bindegewebsmassage ist ein traditionsreiches, aber nur schmal untersuchtes Verfahren. Für einen Teil der ihr zugeschriebenen Anwendungsgebiete, etwa bei Durchblutungsstörungen der Beine, liegen ältere Untersuchungen vor; sie umfassen meist kleine Teilnehmerzahlen und erlauben keine allgemeinen Schlüsse. Für die weitreichenderen Zuschreibungen, insbesondere die gezielte Beeinflussung innerer Organe über zugeordnete Hautzonen, fehlt ein belastbarer Nachweis.
Methodisch ist ein solcher Nachweis schwer zu führen. Eine Massage lässt sich kaum verblindet vergleichen, weil sowohl der Behandelnde als auch der Behandelte merkt, welche Technik angewandt wird. Hinzu kommen die unspezifischen Anteile jeder manuellen Behandlung: Berührung, Zuwendung, Ruhe und die Erwartung einer Besserung wirken für sich genommen und lassen sich vom untersuchten Verfahren nur schwer trennen. Die Bindegewebsmassage ist damit in einer ähnlichen Lage wie viele Techniken der manuellen Therapie.
Praktisch bedeutet das: Eine Besserung, die Patienten nach einer Behandlungsserie berichten, ist ernst zu nehmen, lässt sich aber nicht ohne Weiteres auf den angenommenen Reflexweg zurückführen. Als Ergänzung innerhalb einer physiotherapeutischen Behandlung wird das Verfahren weiterhin verwendet. Problematisch wird es dort, wo es als Ersatz für eine abgeklärte Behandlung eines Organleidens verstanden wird – anhaltende Beschwerden innerer Organe gehören ärztlich abgeklärt, unabhängig davon, ob eine Massage sie vorübergehend lindert.
Abgrenzung zu anderen Massageformen
Von der klassischen Massage unterscheidet sich die Bindegewebsmassage in mehrfacher Hinsicht. Die klassische Massage bearbeitet vor allem die Muskulatur, arbeitet mit Knet-, Streich- und Klopfgriffen, verwendet ein Gleitmittel und zielt in erster Linie auf die behandelte Region selbst. Die Bindegewebsmassage bearbeitet dagegen die Verschiebeschichten zwischen Haut, Unterhaut und Faszien, arbeitet ohne Gleitmittel mit Zug statt Druck und beansprucht, auch entfernt gelegene Bereiche zu beeinflussen.
Der Segmentmassage steht sie besonders nahe; beide beziehen sich auf die segmentale Zuordnung, wobei die Segmentmassage stärker mit Griffen der klassischen Massage arbeitet. Die Reflexzonenmassage und die Fußreflexzonenmassage teilen die Grundidee der Fernwirkung, verwenden aber eine andere Zuordnungskarte, die nicht auf den Rückenmarkssegmenten beruht. Die Lymphdrainage arbeitet mit sehr leichtem, rhythmischem Druck und zielt auf den Abtransport von Gewebsflüssigkeit; ihr Ansatzpunkt ist das Lymphsystem und nicht eine Reflexverbindung. Techniken der manuellen Therapie wiederum richten sich auf Gelenkfunktion und Beweglichkeit.
Rahmen, Ausbildung und Kostenübernahme
Die Bindegewebsmassage ist keine Anwendung zur Selbstbehandlung. Sie setzt einen Tastbefund und die Kenntnis der Zoneneinteilung voraus, und die Reizstärke muss laufend an die Reaktion des Behandelten angepasst werden. Durchgeführt wird sie von Masseuren und medizinischen Bademeistern sowie von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die eine entsprechende Fortbildung absolviert haben; auch Heilpraktiker wenden sie an.
In Deutschland kann eine Massage ärztlich verordnet werden und gehört dann zu den Heilmitteln. Die Verordnung nennt üblicherweise die Massagetechnik, nicht jedoch zwingend das einzelne Verfahren, sodass die Auswahl der Technik in der Praxis erfolgt. Für gesetzlich Versicherte fällt bei verordneten Heilmitteln ein Eigenanteil an. Wird die Behandlung ohne ärztliche Verordnung in Anspruch genommen, ist sie privat zu zahlen. Da sich die Regelungen ändern können, empfiehlt sich eine Rückfrage bei der Krankenkasse, bevor eine längere Behandlungsserie begonnen wird.
Quellen
- Schiffter, R., Harms, E. (Hrsg.): Bindegewebsmassage.
ISBN: 9783132443907
- Kolster, B. C.: Massage.
ISBN: 9783662715291
- Bossert, F.-P., Müller, P., Vogedes, K. (Hrsg.): Leitfaden Physikalische Therapie.
ISBN: 9783437481017
- Reichert, B. (Hrsg.): Physikalische Therapie.
ISBN: 9783132461673
- Beer, A.-M., Adler, M. (Hrsg.): Leitfaden Naturheilverfahren für die ärztliche Praxis.
ISBN: 9783437319365
