Bromocriptin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Bromocriptin handelt es sich um einen Wirkstoff, der zur Gruppe der Mutterkornalkaloide gerechnet wird. Zum Einsatz kommt der Wirkstoff in erster Linie dann, falls eine Erkrankung vorhanden ist, die auf einen zu hohen Prolaktinspiegel im Blut zurückzuführen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bromocriptin?

Bromocriptin
Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften wird Bromocriptin bei gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen eingesetzt, die auf eine zu hohe Konzentration von Prolaktin im Blut zurückzuführen sind.

Per Definition ist Bromocriptin ein spezieller Wirkstoff, der in die Kategorie der Dopamin-Agonisten eingeordnet wird. Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften wird Bromocriptin vor allen Dingen bei gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen eingesetzt, die auf eine zu hohe Konzentration von Prolaktin im Blut zurückzuführen sind.

Bei Prolaktin handelt es sich um ein bestimmtes Hormon, welches unter anderem dafür verantwortlich ist, dass im Zuge einer Schwangerschaft die Brustdrüse anwächst und die Produktion von Muttermilch stattfindet. Durch den Wirkstoff Bromocriptin wird erreicht, dass die Herstellung des Hormons gehemmt wird.

Diese Wirkung führte unter anderem dazu, dass der Arzneistoff lange Zeit zum Abstillen verwendet wurde. Nach einer europäischen Überprüfung im Jahr 2014 ist diese Anwendung stark eingeschränkt worden: Bromocriptin soll heute nicht mehr routinemäßig zum Abstillen eingesetzt werden, sondern nur noch dann, wenn das Stillen aus medizinischen Gründen beendet werden muss. Anlass waren seltene, aber schwere Nebenwirkungen im Wochenbett wie Krampfanfälle, Schlaganfall und Herzinfarkt. In den meisten Fällen wird Bromocriptin in Form von Salz, nämlich als Bromocriptinmesilat, angewendet. Vor allem aufgrund von möglichen Nebenwirkungen ist der Wirkstoff Bromocriptin verschreibungspflichtig.

Pharmakologische Wirkung

Als so bezeichneter Dopamin-Agonist wird Bromocriptin in die Gruppe der Mutterkornalkaloide eingeordnet und entfaltet seine Wirkung an verschiedenen Stellen im Bereich des Gehirns.

Eine direkte Wirkung wird zum Beispiel an den Dopamin-Rezeptoren erreicht, sodass eine ähnliche Wirkung eintritt, wie sie auch durch das körpereigene Hormon auftritt. Konkret beinhaltet die Wirkung an diesen Rezeptoren, die sich im Bereich der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) befinden, dass die Produktion bzw. vielmehr die Freisetzung von Prolaktin gehemmt wird. Aufgrund dieser Wirkungsweise kann durch Bromocriptin erreicht werden, dass sich Regelstörungen oder ein nicht erwünschter Milchfluss verbessern.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Wirkung auch dann anhält, falls der Wirkstoff über einen relativ langen Zeitraum hinweg angewendet wird. Eine weitere Wirkung besteht darin, dass nicht nur die Freisetzung des Prolaktins gehemmt wird, sondern gleichzeitig auch die des Wachstumshormons Somatotropin.

Die Wirkung an den Dopamin-Rezeptoren erklärt zugleich einen Nutzen, der leicht übersehen wird: Weil ein zu hoher Prolaktinspiegel bei Frauen zur Unfruchtbarkeit führen kann, hebt eine Behandlung mit Bromocriptin diese Unfruchtbarkeit wieder auf. Eine Schwangerschaft kann damit auch dann eintreten, wenn sie nicht beabsichtigt ist; zuverlässige Verhütung gehört deshalb zur Behandlung dazu, solange kein Kinderwunsch besteht. Wird eine Schwangerschaft festgestellt und sprechen keine medizinischen Gründe dagegen, wird die Behandlung umgehend beendet.

Die Wirkung beschränkt sich nicht auf das Gehirn. Bromocriptin kann den Blutdruck steigern, in manchen Fällen aber auch senken; bei schwankendem Blutdruck wird dieser deshalb besonders in den ersten Behandlungstagen regelmäßig kontrolliert. Unter einer hoch dosierten Langzeitbehandlung wurde außerdem häufig über durch Kälte ausgelöste Durchblutungsstörungen an Fingern und Zehen berichtet, die auf ein Zusammenziehen der Gefäße zurückgehen; betroffen sind vor allem Menschen, bei denen eine Raynaud-Erkrankung bereits bekannt ist.

Aufgrund dieser Wirkung kommt Bromocriptin unter anderem zur Behandlung von Akromegalie (Hirnanhangdrüse produziert viel zu hohe Mengen an Wachstumshormonen) zum Einsatz.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ein Vorteil des Wirkstoffs Bromocriptin besteht unter anderem darin, dass es verschiedene Einsatzgebiete in der Medizin gibt. Aufgrund der bereits dargestellten Wirkung wird Bromocriptin zum Beispiel bei Parkinson, auch als Schüttellähmung bezeichnet, angewendet. Bei dieser Erkrankung wird es heute allerdings nur noch selten verordnet; bevorzugt werden Dopaminagonisten ohne Mutterkorn-Struktur, weil bei diesen kein Risiko für bindegewebige Veränderungen an Herzklappen, Brustfell und im Bauchraum besteht.

Typisch für die Parkinson-Krankheit ist, dass der Botenstoff Dopamin im Gehirn nicht verfügbar ist bzw. die Produktion deutlich vermindert ist. Ursache ist das fortschreitende Absterben Dopamin produzierender Nervenzellen. Der Wirkstoff Bromocriptin kann sich dann aufgrund seiner Eigenschaften positiv auf die Erkrankung auswirken. Eine weitere Anwendung besteht darin, den natürlichen Milchfluss nach einer Schwangerschaft zu verhindern; sie ist heute auf medizinisch begründete Fälle beschränkt.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Stoffwechselstörungen, die im Erwachsenenalter auftreten und sich durch eine zu hohe Produktion des körpereigenen Wachstumshormons auszeichnen. Diese Störungen werden auch als Akromegalie bezeichnet und machen sich vor allem durch ein überdurchschnittliches Wachstum im Bereich der Nase, des Kinns oder der Ohren bemerkbar. Aber auch bei einer Stoffwechselstörung, die sich durch eine erhöhte Produktion des Hormons Prolaktin auszeichnet, wird Bromocriptin erfolgreich angewendet.


Verabreichung & Dosierung

Bromocriptin ist ein Medikament, das zur Behandlung verschiedener Gesundheitszustände wie Parkinson-Krankheit, Hyperprolaktinämie (erhöhte Prolaktinspiegel) und Akromegalie verwendet wird. Es wirkt, indem es Dopamin-Rezeptoren im Gehirn stimuliert, was die Produktion von Prolaktin verringert und die Dopamin-Aktivität erhöht. Bei der Verabreichung und Dosierung von Bromocriptin sind einige wichtige Punkte zu beachten:

Dosierung: Die Dosierung von Bromocriptin muss individuell angepasst werden, je nach der zu behandelnden Krankheit, dem Alter des Patienten und seiner Reaktion auf das Medikament. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer niedrigen Dosis, die allmählich erhöht wird, um Nebenwirkungen zu minimieren.

Einnahme: Bromocriptin sollte mit Nahrung eingenommen werden, um Magenbeschwerden zu vermeiden. Es wird normalerweise täglich zur gleichen Zeit eingenommen, um eine gleichmäßige Wirkung zu erzielen.

Nebenwirkungen: Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit. Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn diese oder andere ungewöhnliche Symptome auftreten.

Vorsichtsmaßnahmen: Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen sollten vor Beginn der Behandlung mit ihrem Arzt sprechen, da Bromocriptin bestimmte Zustände verschlimmern kann. Bei schweren Herzerkrankungen und bei schweren psychischen Störungen bleibt es nicht bei einer Vorsichtsmaßnahme: Sie sind Gegenanzeigen und schließen eine Behandlung aus.

Interaktionen: Bromocriptin kann mit anderen Medikamenten interagieren, darunter bestimmte Antidepressiva, Antipsychotika und Antiemetika. Es ist wichtig, dass der Arzt über alle Medikamente, die der Patient einnimmt, informiert ist, um potenzielle Wechselwirkungen zu vermeiden.

Die korrekte Einhaltung der Dosierungsanweisungen und die regelmäßige medizinische Überwachung sind entscheidend für eine effektive und sichere Behandlung mit Bromocriptin. Patienten sollten eng mit ihrem behandelnden Arzt zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Medikament korrekt verwendet wird.

Risiken & Nebenwirkungen

Es gibt einige Nebenwirkungen, die während der Einnahme von Bromocriptin relativ häufig auftreten können. Dazu zählen unter anderem Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schwindelgefühle, Erbrechen, sonstige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Müdigkeit oder auch Depressionen.

Darüber hinaus gibt es noch gelegentlich auftretende Nebenwirkungen, wie zum Beispiel allergische Hautreaktionen, Angst, Nervosität, Muskelkrämpfe, Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, Sehstörungen oder Mundtrockenheit.

Ferner können in seltenen Fällen Gesichtsblässe, Bluthochdruck, Kurzatmigkeit oder sogar ein Herzinfarkt sowie ein Schlaganfall als Nebenwirkungen auftreten. Allerdings kommen diese Nebenwirkungen relativ selten vor. Sehr selten auftretende Nebenwirkungen sind unter anderem Magen-Darm-Blutungen, Herzrhythmusstörungen und ebenfalls Störungen im Sprachbereich.

Wie andere Dopaminagonisten kann Bromocriptin Impulskontrollstörungen hervorrufen. Betroffene entwickeln dabei einen Drang, dem sie nicht widerstehen können – etwa Spielsucht, zwanghaftes Geldausgeben oder Essen sowie einen ungewöhnlich starken Sexualtrieb. Angehörige bemerken solche Veränderungen häufig eher als die Betroffenen selbst.

Eine zweite Gruppe von Nebenwirkungen betrifft die Wachheit. Bromocriptin macht müde, und in sehr seltenen Fällen kommt es zu übermäßiger Tagesmüdigkeit und zu plötzlichen Schlafanfällen, die ohne Vorwarnung auch während der Tagestätigkeit auftreten können. Wer davon betroffen ist, darf kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis diese Anfälle ausbleiben.

Nach Häufigkeit geordnet stehen depressive Verstimmung, Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufkollaps, Ermüdung sowie Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Oberbauchkrämpfe, Blähungen und Appetitlosigkeit an erster Stelle; sie gelten als sehr häufig. Häufig sind Verwirrtheit, Unruhe, Psychosen, Halluzinationen, Schlafstörungen, Benommenheit, Angst, Nervosität, schmerzhafte Bewegungsstörungen der Gesichtsmuskeln, Gang- und Bewegungsstörungen, Sehstörungen, ein Gefühl der verstopften Nase, Mundtrockenheit, allergische Hautreaktionen, schmerzhafte Schwellungen und Rötungen vor allem an Füßen und Knöcheln, Haarausfall, Muskelkrämpfe in Beinen und Füßen sowie Beschwerden beim Wasserlassen. Selten kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen und Verwachsungen im Brustfellraum, zu einer Lungenfibrose, zu Erkrankungen des Herzbeutels, zu Herzrhythmusstörungen, zu vermehrtem Bindegewebe im hinteren Bauchraum, zu einem Magengeschwür oder zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Der Übergang zwischen Wirkung und Nebenwirkung ist bei Bromocriptin gleitend: In niedriger Menge sind unerwünschte Wirkungen schwach ausgeprägt und meist vorübergehend, in hoher Menge und bei Langzeitbehandlung fallen sie stärker aus. In Kombination mit Levodopa-Präparaten treten sie ebenfalls häufiger und ausgeprägter auf.

Ein eigenes Kapitel ist die Anwendung nach einer Geburt. Im Wochenbett wurde in gelegentlichen Fällen über Bluthochdruck, Herzinfarkt, Krampfanfälle, Schlaganfall oder psychische Störungen berichtet; bei einigen Betroffenen gingen starke Kopfschmerzen mit oder ohne Sehstörungen voraus. Ein ursächlicher Zusammenhang mit Bromocriptin ist nicht gesichert. Dennoch wird der Blutdruck in den ersten Behandlungstagen regelmäßig kontrolliert, und bei Bluthochdruck, bei schweren oder anhaltenden Kopfschmerzen sowie bei anderen Zeichen einer Beeinträchtigung des Nervensystems wird die Behandlung sofort abgebrochen.

Abrupt beendet wird eine Behandlung mit Bromocriptin nicht. Eine rasche Verringerung oder ein plötzliches Absetzen kann ein malignes neuroleptisches Syndrom auslösen; außerdem ist ein Entzugssyndrom mit Teilnahmslosigkeit, Angstzuständen, Depressionen, Müdigkeit, Schwitzen und Schmerzen beschrieben. Die Menge wird deshalb schrittweise verringert.

Kontraindikationen

Bromocriptin, ein Dopaminagonist, wird zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Parkinson, Hyperprolaktinämie und Akromegalie verwendet. Doch nicht für jeden Patienten ist Bromocriptin geeignet. Hier sind einige typische Kontraindikationen, die bei der Verwendung von Bromocriptin beachtet werden sollten:

Unkontrollierter Bluthochdruck: Bromocriptin kann den Blutdruck beeinflussen. Bei Patienten mit unkontrolliertem Hypertonus könnte die Einnahme von Bromocriptin zu gefährlichen Blutdruckspitzen führen.

Schwangerschaftshochdruck (Eklampsie/Präeklampsie): Bei schwangeren Frauen, die an Eklampsie oder Präeklampsie leiden, ist die Verwendung von Bromocriptin kontraindiziert, da es potenziell schwerwiegende kardiovaskuläre Nebenwirkungen haben kann.

Koronare Herzkrankheit und andere schwere kardiovaskuläre Erkrankungen: Patienten mit schweren Herzerkrankungen oder schweren Gefäßerkrankungen dürfen Bromocriptin nicht einnehmen, da es die Herzlast erhöhen und bestehende Erkrankungen verschlimmern kann.

Psychiatrische Erkrankungen: Bei Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen in der Vorgeschichte, insbesondere Psychosen, darf Bromocriptin nicht angewendet werden, da es psychotische Symptome auslösen oder verschlimmern kann.

Lebererkrankungen: Da Bromocriptin in der Leber metabolisiert wird, sollten Patienten mit schweren Lebererkrankungen dieses Medikament meiden oder nur unter strenger ärztlicher Überwachung einnehmen.

Bindegewebige Veränderungen: Als Mutterkornalkaloid kann Bromocriptin eine Vermehrung von Bindegewebe an Herzklappen, Brustfell, Lunge und im Bauchraum auslösen. Vor einer Langzeitbehandlung wird deshalb geprüft, ob solche Veränderungen bereits bestehen oder bestanden haben; treten sie unter der Behandlung auf, wird diese abgebrochen.

Überempfindlichkeit: Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Bromocriptin, gegen andere Mutterkornalkaloide oder gegen einen der Bestandteile des Medikaments sollten dieses nicht einnehmen.

Die Beachtung dieser Kontraindikationen ist wesentlich, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Es ist wichtig, dass Ärzte eine vollständige medizinische Anamnese und eine sorgfältige Beurteilung durchführen, bevor sie eine Behandlung mit Bromocriptin beginnen.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Bromocriptin, ein Dopaminagonist, kann eine Reihe von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweisen, die bei der Behandlung berücksichtigt werden müssen. Hier sind einige wichtige Interaktionen:

Antipsychotika: Da Bromocriptin die Dopaminaktivität im Gehirn erhöht, kann es der Wirkung von Antipsychotika, die Dopaminrezeptoren blockieren, entgegenwirken. Dies könnte die Wirksamkeit von Antipsychotika reduzieren und sollte daher vermieden oder unter engmaschiger Überwachung erfolgen.

Antihypertensiva: Bromocriptin kann den Blutdruck beeinflussen. Die gleichzeitige Verwendung mit blutdrucksenkenden Medikamenten kann zu einer unvorhersehbaren Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung führen, was eine sorgfältige Überwachung des Blutdrucks erforderlich macht.

Makrolidantibiotika (wie Erythromycin): Diese können den Metabolismus von Bromocriptin über das Cytochrom P450-Enzymsystem hemmen, was zu erhöhten Bromocriptin-Plasmaspiegeln und einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen führen kann.

Ergot-Alkaloide: Da Bromocriptin selbst ein Ergot-Derivat ist, kann die Kombination mit anderen Ergot-Alkaloiden, wie Ergotamin, das Risiko für Ergotismus erhöhen, einer schweren Reaktion, die durch Vasokonstriktion und Durchblutungsstörungen gekennzeichnet ist.

Hemmstoffe des Cytochrom P450-Enzymsystems: Medikamente, die dieses System beeinflussen, können ebenfalls die Plasmaspiegel von Bromocriptin beeinflussen, was zu einer erhöhten oder verringerten Wirkung führen kann.

Neuroleptika und Antidepressiva: Bestimmte Medikamente aus diesen Kategorien können die Wirkung von Bromocriptin beeinträchtigen, indem sie entweder dessen Effektivität verringern oder das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

Über die genannten Gruppen hinaus können einzelne Wirkstoffe die Wirkung von Bromocriptin aufheben oder verstärken. Griseofulvin, ein Mittel gegen Pilzerkrankungen, kann die Wirkung von Bromocriptin aufheben; dasselbe gilt für das Antiöstrogen Tamoxifen. Das Somatostatin-Analogon Octreotid erhöht dagegen die Verfügbarkeit von Bromocriptin im Körper und verstärkt damit seine Wirkung. Auch Metoclopramid und Domperidon wirken der Wirkung von Bromocriptin entgegen und können sie abschwächen oder aufheben; dasselbe gilt für Dopamin-Antagonisten aus der Gruppe der Phenothiazine, Butyrophenone und Thioxanthene. Bei Domperidon ist der Zusammenhang zweischneidig: In abgestimmter Menge kann es umgekehrt gerade dazu dienen, Brechreiz und Erbrechen unter Bromocriptin zu lindern. Welche Menge dafür angemessen ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Einzelfall.

Von ergotalkaloidhaltigen Mitteln wie Methylergometrin wird nach der Geburt und im Wochenbett abgeraten, auch wenn eine Wechselwirkung dort nicht nachgewiesen ist. Auf Alkohol wird während der Behandlung verzichtet, weil er die Verträglichkeit von Bromocriptin herabsetzt und die Unverträglichkeitserscheinungen verstärkt.

Patienten, die Bromocriptin einnehmen, sollten alle aktuellen Medikationen mit ihrem Arzt besprechen, um potenzielle Wechselwirkungen und deren Management zu klären. Dies ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Behandlung sowohl sicher als auch effektiv ist.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Bromocriptin, ein Dopaminagonist, der zur Behandlung von Krankheiten wie Parkinson, Hyperprolaktinämie und Akromegalie verwendet wird, nicht vertragen wird, gibt es mehrere alternative Behandlungsmöglichkeiten, die in Betracht gezogen werden können:

Cabergolin: Ein weiterer Dopaminagonist mit einer ähnlichen Wirkungsweise wie Bromocriptin, aber mit einer längeren Halbwertszeit, was bedeutet, dass es seltener eingenommen werden muss. Cabergolin wird oft besser vertragen und ist besonders effektiv bei der Behandlung von Hyperprolaktinämie.

Ein Unterschied bleibt dabei bestehen: Bei der Parkinson-Krankheit ist Cabergolin ausdrücklich nur Mittel der zweiten Wahl und kommt erst infrage, wenn ein Dopaminagonist ohne Ergotamin-Struktur nicht oder nicht ausreichend wirkt oder nicht vertragen wird. Der Nutzen einer Langzeitbehandlung wird regelmäßig überprüft und dabei das Risiko fibrotischer Reaktionen und von Herzklappenveränderungen berücksichtigt; begonnen wird eine solche Behandlung von einer Fachärztin oder einem Facharzt.

Quinagolid: Dieser Dopaminagonist wird ebenfalls zur Behandlung von Hyperprolaktinämie eingesetzt und kann eine Option für Patienten sein, die Bromocriptin nicht vertragen.

Levodopa/Carbidopa: Bei Parkinson-Patienten, die Bromocriptin nicht vertragen, kann die Umstellung auf Levodopa in Kombination mit Carbidopa, welches die periphere Umwandlung von Levodopa verhindert, eine wirksame Alternative darstellen.

Pramipexol und Ropinirol: Diese Medikamente sind ebenfalls Dopaminagonisten und werden häufig zur Behandlung von Parkinson verwendet. Sie können bei Patienten, die Bromocriptin nicht gut vertragen, eingesetzt werden.

Octreotid und Lanreotid: Bei Patienten mit Akromegalie, die Bromocriptin nicht vertragen, können diese Somatostatin-Analoga eine effektive Alternative bieten. Sie helfen, die Hormonproduktion zu regulieren und die Symptome zu kontrollieren.

Somatostatin-Analoga und GH-Rezeptor-Antagonisten: Für die Behandlung der Akromegalie können auch andere Medikamente wie Somatostatin-Analoga (Octreotid, Lanreotid) und Wachstumshormon-Rezeptor-Antagonisten (Pegvisomant) in Betracht gezogen werden, die auf unterschiedliche Weise wirken, um die Hormonspiegel zu regulieren.

Es ist wichtig, dass Patienten alle verfügbaren Behandlungsoptionen mit ihrem Arzt besprechen, um die beste Alternative basierend auf ihrem spezifischen Gesundheitszustand und ihren medizinischen Bedürfnissen zu finden.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Lehnert, H. (Hrsg.): Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel.
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  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
    ISBN: 9783662606742
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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