Levodopa

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 12. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Levodopa ist ein verschreibungspflichtiger Arzneistoff zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Der Wirkstoff L-Dopa ist die Vorstufe eines Botenstoffes; anders als dieser kann er die Bluthirnschranke überwinden und damit zum Ort der Erkrankung gelangen. Die Parkinson Erkrankung gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern für eine Therapie mit Levodopa.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Levodopa?

Levodopa
Die Parkinson Erkrankung gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern für eine Therapie mit Levodopa.

Levodopa wird auch L-Dopa genannt und ist chemisch gesehen eine Aminosäure und ein Abkömmling von Phenylalanin. Die chemische Bezeichnung der Verbindung lautet L-3,4-Dihydroxy-Phenylalanin oder 2-Amino-3-(3,4-dihydroxyphenyl)-propansäure.

Der menschliche Körper synthetisiert L-Dopa aus der Aminosäure Tyrosin. Diese wird aus der essentiellen Aminosäure Phenylalanin, die in vielen Lebensmitteln enthalten ist, gebildet. Nach Hydroxylierung von Tyrosin entsteht L-DOPA. Es stellt den Vorläufer für die Synthese verschiedener Stoffe dar, die als Hormone und Botenstoffe im Körper agieren. Dazu gehören Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und Melanin.

L-Dopa wird in die Nervenzellen transportiert und dort erfolgt die weitere Reaktion, beispielsweise zu Dopamin. Dopamin entsteht nach Decarboxylierung von L-Dopa. Diese Reaktion läuft im Zentralnervensystem (ZNS), aber auch außerhalb ab. Für die Medikation soll die Reaktion vorrangig im ZNS stattfinden. Deshalb wird Levodopa als Medikament überwiegend mit einem weiteren Bestandteil kombiniert: einem Dopa-Decarboxylase-Hemmer. Die entsprechenden Präparate heißen beispielsweise Levodopa comp. oder weisen diesen Decarboxylase-Hemmer zusätzlich im Namen aus.

Drei Dinge werden im Sprachgebrauch häufig für dasselbe gehalten, obwohl sie pharmakologisch verschieden sind, und die Unterscheidung ist mehr als eine Wortklauberei. Dopamin ist der körpereigene Botenstoff selbst; als Arzneistoff wird er in die Vene gegeben und wirkt dort auf Herz, Gefäße und Nieren, ins Gehirn gelangt er nicht. Levodopa ist dessen Vorstufe: kein Botenstoff, sondern eine Aminosäure, die den Weg ins Gehirn findet und dort erst zum Botenstoff wird. Die Dopaminagonisten schließlich enthalten überhaupt kein Dopamin; es sind eigenständige Wirkstoffe, die sich an dieselben Andockstellen setzen und dort die Wirkung des Botenstoffs nachahmen. Levodopa gehört damit weder in die eine noch in die andere Gruppe, und die Zuordnung entscheidet mit darüber, welche Nebenwirkungen und welche Wechselwirkungen zu erwarten sind. In der Parkinson-Behandlung stehen die Gruppen nebeneinander: Neben der Levodopa-Therapie werden Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmer und Amantadin eingesetzt.

Pharmakologische Wirkung

Erste Behandlungsversuche mit L-Dopa wurden 1961 dokumentiert. Ziel war es, einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn auszugleichen. Die direkte Gabe von Dopamin war nicht erfolgreich, da Dopamin aus dem Blutkreislauf nicht in das Gehirn gelangt. Das heißt, während L-DOPA die natürliche, selektiv durchlässige Barriere zwischen Gehirn (Zentralnervensystem, ZNS) und dem Blutkreislauf passieren kann, bleibt diese für Dopamin undurchlässig. Levodopa als Vorstufe des Dopamins dringt nach dem Passieren der Bluthirnschranke in das Gehirn und wird durch die Abspaltung von Kohlendioxid (Decarboxylierung) zu Dopamin umgesetzt.

In der Blutbahn reagiert ebenfalls L-Dopa zu Dopamin. Weiterentwicklungen des Medikaments beugen diesem Effekt vor, indem L-Dopa mit einem Dopa-Decarboxylase-Inhibitor kombiniert wird. Benserazid und Carbidopa sind solche Hemmer, die die Umwandlung von L-Dopa in Dopamin außerhalb des Gehirns verhindern.

Dass diese Hemmstoffe wirken, obwohl sie das Gehirn selbst nicht erreichen, hat einen einfachen Grund: Benserazid und Carbidopa können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden und hemmen das Enzym deshalb ausschließlich außerhalb des Zentralnervensystems. Im Gehirn bleibt die Umwandlung von L-Dopa zu Dopamin dadurch unbeeinträchtigt, während außerhalb davon deutlich weniger Wirkstoff verloren geht. Angaben zur Dosierung und ein Teil der Nebenwirkungen beziehen sich deshalb in aller Regel auf die Kombination und nicht auf Levodopa allein.

Die therapeutische Wirkung von Levodopa ist innerhalb der ersten drei bis sieben Jahre hervorragend. Danach setzen Nebenwirkungen ein, die als L-Dopa-Spätsyndrom oder L-Dopa-Langzeitsyndrom bezeichnet werden. Nach einem individuell unterschiedlichen Zeitraum wird ein Zustand erreicht, bei dem zu wenige Dopamin-bereitstellende Zellen vorliegen und die Speicherung von Dopamin unzureichend ist. Die Wirkung von L-Dopa ebbt nach zwei Stunden ab. Wird es nicht nachgeliefert, zeigen sich Wirkungslücken (End-of-Dose Effekte).

Des Weiteren reagieren die Dopamin-Rezeptoren auf die nicht kontinuierliche Bereitstellung von Dopamin. Einerseits spiegelt sich eine Überreaktion als unwillkürliche Bewegung (Dyskinesien) wider, andererseits tritt eine kurzzeitig herabgesetzte Empfindlichkeit mit Verlangsamung, Steifigkeit oder Muskelkrämpfen (motorische Fluktuation) auf.

Wie groß der Verlust auf dem Weg ins Gehirn ohne Hemmstoff ist, macht die Fachinformation eines Kombinationspräparates deutlich: Der weitaus größte Teil des geschluckten Levodopas wird bereits in Darm, Leber, Nieren, Herz und Magen umgesetzt, sodass nur geringe Mengen das Gehirn erreichen. Das außerhalb des Gehirns entstehende Dopamin und die daraus gebildeten adrenergen Substanzen verursachen einen erheblichen Teil der Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden, die die alleinige Gabe von Levodopa begleiten. Der Decarboxylase-Hemmer verhindert diese Umsetzung vor allem in der Darmschleimhaut nahezu vollständig; die für den gleichen Effekt nötige Levodopa-Menge sinkt dadurch auf einen Bruchteil, und die genannten Beschwerden werden weitgehend vermieden. Eine Nebenwirkung bringt der Hemmstoff allerdings selbst mit: Weil er Decarboxylasen blockiert, steigt der Spiegel des Hormons Prolaktin.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Hauptindikation für die Medikation mit Levodopa ist die Parkinson Erkrankung. Bei dieser Krankheit ist ein spezielles Netzwerk von Nervenzellen betroffen, das als Basalganglien bezeichnet wird und als Schaltzentrale für die Bewegungsabläufe dient. Für die Regulierung von Bewegung ist die Anwesenheit von Dopamin erforderlich.

Zwei Areale, die mit dem Dopaminstoffwechsel im Zusammenhang stehen, spielen eine besondere Rolle: die schwarze Substanz (Substantia nigra) und der sogenannte Streifenkörper (Striatum). Während im ersteren das Dopamin gebildet wird, nimmt der Streifenkörper Dopamin auf und sorgt für eine Umsetzung in bestimmte Signale und deren Weiterleitung. Dopamin agiert dabei als Botenstoff (Neurotransmitter). Bei der Parkinson Krankheit sterben Zellen in der schwarzen Substanz ab, so dass weniger Dopamin synthetisiert wird. Der Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Mit zunehmendem Alter tritt die Krankheit häufiger auf.

Das Restless-Legs-Syndrom, im Deutschen als Syndrom der ruhelosen Beine bezeichnet, wird in einigen Fällen ebenfalls mit Levodopa behandelt. Kennzeichnend für diese neurologische Erkrankung sind Gefühlsstörungen in den Beinen oder Füßen, die von unwillkürlichen Bewegungen begleitet werden. Bekannt ist, dass Veränderungen im Dopaminstoffwechsel eine bedeutende Rolle bei dieser Störung spielen. Levodopa führt zu einer Linderung der Beschwerden.

In der Therapie von Chorea Huntington wird in Einzelfällen ebenfalls Levodopa eingesetzt. Chorea Huntington ist eine bis heute unheilbare Erbkrankheit. Die Patienten zeigen ein gestörtes Gefühlsleben und eine eingeschränkte Steuerung der Muskeln und der Mimik. Bei Patienten mit auftretender Muskelsteifheit (Rigor) kann die Medikation mit Levodopa eine Verbesserung bewirken.


Wirkungsschwankungen und Langzeitfolgen

Die gute Wirkung der ersten Jahre bleibt nicht unverändert erhalten. Die Fachinformationen fassen die Langzeitfolgen unter dem Begriff der motorischen Fluktuationen zusammen und benennen drei Erscheinungsformen. Der Wearing-off-Effekt bedeutet, dass die Wirkung einer Einzelgabe vor der nächsten nachlässt und die Beweglichkeit einbricht. Peak-Dose-Dyskinesien sind Überbewegungen, die gerade dann auftreten, wenn der Wirkstoffspiegel am höchsten ist. Und die fortgeschrittene Form, das On-off-Phänomen, ist durch unvorhersehbare Wechsel zwischen Beweglichkeit und Unbeweglichkeit gekennzeichnet, die sich dem Einnahmerhythmus kaum noch zuordnen lassen. Daneben nennt die Fachinformation eines zweiten Kombinationspräparates das Freezing-Phänomen, das ebenfalls nach längerer Behandlung auftreten kann.

Die Ursachen dieser Schwankungen sind nicht vollständig geklärt. Belegt ist jedoch, dass Behandlungsschemata, die für gleichmäßige Levodopa-Spiegel im Blut sorgen, sie vermindern. Daraus folgt die übliche Gegenmaßnahme: kleinere Einzelgaben, dafür häufiger über den Tag verteilt, statt weniger großer Gaben. Nach einer Langzeitbehandlung lassen sich die Beschwerden dadurch oft wieder auf ein erträgliches Maß zurückführen; auch ein stufenweiser Versuch, die Menge wieder anzuheben, ist möglich.

Einen zweiten Weg gehen Retardtabletten, die den Wirkstoff verzögert freisetzen. Ihr Nutzen fällt in den Untersuchungen begrenzt aus und ist nicht ohne Nachteil. Gegenüber schnell freisetzenden Kombinationen verkürzen sie die Phasen der Unbeweglichkeit nur in bescheidenem Umfang, und die Häufigkeit von Überbewegungen liegt unter ihnen etwas höher. Bei Betroffenen, die schon am frühen Morgen unter Überbewegungen leiden, kann der Wirkungseintritt zudem später einsetzen als bei der schnell freisetzenden Form. In den Untersuchungen bewerteten Patienten wie Ärzte die Alltagsbewältigung unter der Retardform dennoch besser, und die Betroffenen empfanden sie als wirksamer gegen ihre Schwankungen. Eine allgemeine Besserung der übrigen Parkinson-Beschwerden ließ sich nicht nachweisen. Wer bisher Levodopa allein erhalten hat, stellt nicht unmittelbar um: Das bisherige Präparat wird vorher abgesetzt, und beim Wechsel ist mit Überbewegungen zu rechnen, weil durch den Hemmstoff mehr Levodopa ins Gehirn gelangt und dort mehr Dopamin entsteht.

Risiken & Nebenwirkungen

Zu hohe Dosierungen können Störungen des Bewegungsablaufes (Dyskinesie) oder psychische Probleme (Schlaflosigkeit, Halluzinationen) verursachen. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Erbrechen, Übelkeit und Herz-Kreislauf-Störungen.

Patienten, die an einem Phäochromozytom, an einer schweren Schilddrüsenüberfunktion oder einem Engwinkelglaukom (Form des Grünen Stars) leiden, dürfen kein Levodopa einnehmen. Außerdem besteht ein besonderes Risiko bei Herzrhythmusstörungen, nach einem Herzinfarkt oder Magen-Darm-Geschwüren.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Dopamin-Antagonisten, Substanzen, die die Säure des Magensaftes neutralisieren (Antazida) und Eisenpräparate reduzieren die Effekte von Levodopa ebenso wie nervendämpfende Substanzen (Neuroleptika), opioide Schmerzmittel und blutdrucksenkende Wirkstoffe. Bestimmte MAO-Hemmer (MAO-B-Hemmer) verstärken dagegen die Wirkung. Werden dagegen zeitgleich MAO-A-Hemmer eingenommen, kann dies einen enormen Blutdruckanstieg zur Folge haben. Bei Beginn der Therapie mit Levodopa sollte in jedem Fall die zeitgleiche Einnahme weiterer Medikamente gewissenhaft überprüft werden.

Eine praktisch wichtige Wechselwirkung betrifft nicht Arzneimittel, sondern die Nahrung. Levodopa gehört zu den großen neutralen Aminosäuren und benutzt für den Weg aus dem Darm ins Blut und weiter durch die Blut-Hirn-Schranke denselben Transportweg wie die Bausteine des Nahrungseiweißes. Eine eiweißreiche Mahlzeit kann die Wirkung deshalb abschwächen, weil beide um denselben Platz konkurrieren; das Präparat wird daher nach Möglichkeit mit zeitlichem Abstand zu solchen Mahlzeiten eingenommen.

Eine Nebenwirkungsgruppe, die weniger den Körper als das Verhalten betrifft, hat erst spät Eingang in die Fachinformationen gefunden. Unter dopaminerg wirkenden Arzneimitteln – dazu zählen neben den Dopaminagonisten auch die levodopahaltigen Präparate – können Impulskontrollstörungen auftreten: krankhafte Spielsucht, gesteigerter Sexualtrieb, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen sowie Essattacken. Die Betroffenen selbst empfinden das Verhalten oft nicht als krankhaft, weshalb die Fachinformationen ausdrücklich auch Angehörige ansprechen und eine regelmäßige Überprüfung der Behandlung empfehlen, sobald solche Veränderungen auffallen.

Ebenfalls dem Nervensystem zuzurechnen sind Schläfrigkeit und plötzliche Schlafattacken. In sehr seltenen Fällen ist berichtet worden, dass Betroffene mitten in einer Alltagstätigkeit einschliefen, teils ohne Vorzeichen. Wem das widerfahren ist, darf kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; eine Verringerung der Menge oder ein Abbruch der Behandlung ist dann zu erwägen. Auf die Stimmung ist ebenfalls zu achten: Die Fachinformationen verlangen eine sorgfältige Beobachtung auf Depressionen mit Selbsttötungsgedanken. Bei Psychosen gehen die Fachinformationen auseinander, und der Unterschied ist erheblich: Für die Kombination mit Benserazid sind endogene und exogene Psychosen eine Gegenanzeige, das Mittel darf dort also nicht angewendet werden. Für die Kombination mit Carbidopa gilt bei einer Psychose in der Vorgeschichte oder einer bestehenden psychotischen Erkrankung besondere Vorsicht; verschlechtert sich ein solcher Zustand, wird das Präparat abgesetzt.

Nicht abrupt beendet werden darf die Behandlung. Beim plötzlichen Absetzen von Parkinson-Mitteln ist ein Krankheitsbild beschrieben worden, das dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnelt: Muskelstarre, erhöhte Körpertemperatur, Veränderungen des Bewusstseins und ein Anstieg des Muskelenzyms Kreatinphosphokinase im Blut. Jede rasche Verringerung der Menge wird deshalb überwacht, besonders bei Menschen, die zugleich Antipsychotika erhalten.

Zu den Gegenanzeigen der Kombinationspräparate zählen neben der Überempfindlichkeit das Engwinkelglaukom, eine schwere Herzinsuffizienz, schwere Herzrhythmusstörungen und ein akuter Schlaganfall. Auch bei Zuständen, in denen ein Sympathomimetikum nicht gegeben werden darf, scheidet die Kombination aus. Die Fachinformation der Kombination mit Benserazid schließt darüber hinaus die Anwendung bei Schwangeren und bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne sicheren Empfängnisschutz aus; tritt unter der Behandlung eine Schwangerschaft ein, wird das Mittel nach ärztlicher Anweisung abgesetzt. Eine eigene Gegenanzeige gilt der Haut: Weil Levodopa ein malignes Melanom aktivieren kann, darf es bei verdächtigen, nicht abgeklärten Hautveränderungen oder einem Melanom in der Vorgeschichte nicht angewendet werden. Da Parkinson-Kranke ohnehin häufiger an Melanomen erkranken als die übrige Bevölkerung – ob durch die Krankheit selbst oder durch andere Ursachen, ist ungeklärt –, empfehlen die Fachinformationen regelmäßige Hautuntersuchungen durch Fachleute. Während der Behandlung werden außerdem Blutbild sowie Leber-, Nieren- und Herzfunktion regelmäßig kontrolliert, bei Zuckerkranken zusätzlich die Blutzuckerwerte. Eine weitere Begleiterscheinung betrifft die Kleidung: Die ausgeschiedenen Wirkstoffe können Urin, Speichel und Schweiß färben und dadurch Flecken verursachen; die Flecken lassen sich nur im frischen Zustand auswaschen.

Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Gruppe der MAO-Hemmer. Nicht selektive Hemmstoffe dürfen mit levodopahaltigen Präparaten nicht kombiniert werden; zwischen dem Absetzen eines solchen Mittels und dem Beginn der Levodopa-Behandlung muss ein behandlungsfreier Zeitraum liegen, weil es sonst zu einem starken Blutdruckanstieg kommen kann. Ein reiner MAO-B-Hemmer ist dagegen erlaubt und kann die Parkinson-Wirkung sogar verstärken, ohne gefährliche Folgen. Werden ein MAO-A- und ein MAO-B-Hemmer gleichzeitig genommen, entspricht das in der Wirkung einer nicht selektiven Hemmung – auch diese Kombination ist deshalb ausgeschlossen. Vor einer Vollnarkose wird die Behandlung nach Möglichkeit bis zum Eingriff fortgesetzt; eine Ausnahme bildet das Narkosemittel Halothan, bei dem wegen möglicher Blutdruckschwankungen und Rhythmusstörungen vorher abgesetzt wird.

Die Gegenspieler des Levodopas im Arzneischrank sind die Antipsychotika. Sie besetzen die Andockstellen des Dopamins und blockieren sie, insbesondere die Rezeptoren vom Typ D2 – genau jene Wirkung also, die die Levodopa-Therapie anstrebt, nur in umgekehrter Richtung. Die Fachinformationen halten deshalb fest, dass Antipsychotika mit dopaminrezeptorblockierenden Eigenschaften die Wirkung levodopahaltiger Präparate hemmen können und nur mit Vorsicht gleichzeitig gegeben werden dürfen; dabei ist auf einen Wirkungsverlust und eine Verschlechterung der Parkinson-Beschwerden zu achten. Das gilt auch für ein niederpotentes Neuroleptikum wie Levomepromazin, dessen Fachinformation die Abschwächung ihrerseits aufführt. Ebenfalls abgeschwächt wird die Wirkung durch opioide Schmerzmittel und durch reserpinhaltige Blutdrucksenker. Eisensulfat schließlich vermindert die Aufnahme von Levodopa messbar, wobei die Fachinformation offenlässt, ob das bei allen Betroffenen auch klinisch spürbar wird – bei einigen scheint es das zu sein, bei anderen nicht.

Quellen

  • Deuschl, G., Oertel, W. H., Poewe, W. (Hrsg.): Parkinson-Syndrome und andere Bewegungsstörungen.
    ISBN: 9783132415508
  • Diener, H.-C., Fink, G. R. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Neurologie.
    ISBN: 9783437210044
  • Berlit, P.: Klinische Neurologie.
    ISBN: 9783662606742
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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