Gynäkologe (Frauenarzt)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der Frauenarzt ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Gynäkologen. Dieser befasst sich mit der Frauenheilkunde, also mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des weiblichen Fortpflanzungs- und Sexualtraktes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gynäkologe (Frauenarzt)?

Gynäkologe (Frauenarzt)
Der/die Gynäkologe/in befasst sich mit der Frauenheilkunde, also mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des weiblichen Fortpflanzungs- und Sexualtraktes.

Frauenärzte bzw. Gynäkologen widmen sich der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der weiblichen Fortpflanzungsorgane. Aus diesem Grund werden die Fachärzte der Gynäkologie meist auch verallgemeinernd als „Frauenarzt“ bezeichnet.

Die offizielle Bezeichnung lautet „Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe“. Grundvoraussetzung für eine Tätigkeit als Gynäkologe ist ein Medizinstudium an einer Hochschule. Anschließend müssen angehende Frauenärzte noch eine fünfjährige fachspezifische Weiterbildung absolvieren. Die Weiterbildungsordnung von 2003 ließ davon höchstens 24 Monate im ambulanten Bereich zu, sodass mindestens drei Jahre stationär abzuleisten waren; nach der geltenden Ordnung kann die Weiterbildung dagegen sowohl ambulant als auch stationär erfolgen, und höchstens sechs Monate dürfen auf andere Gebiete entfallen.

Das Aufgabengebiet des ausgebildeten Frauenarztes umfasst unter anderem das Durchführen operativer Eingriffe wie der Sterilisation, aber auch die Beratung der Patientinnen bezüglich unerfüllter Kinderwünsche oder unterschiedlicher Verhütungsmethoden.

Ausbildung & Qualifikation

Ein Gynäkologe ist ein Facharzt, der sich auf die Gesundheit von Frauen, insbesondere auf die Fortpflanzungsorgane, Schwangerschaft und Geburt spezialisiert. Um Gynäkologe zu werden, ist zunächst ein abgeschlossenes Medizinstudium erforderlich, das in der Regel sechs Jahre dauert. Nach dem Medizinstudium folgt eine mehrjährige Facharztausbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe, die in Deutschland fünf Jahre dauert. Während dieser Zeit erlernt der angehende Gynäkologe sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse in Bereichen wie Geburtshilfe, Krebsvorsorge, Hormontherapie und Reproduktionsmedizin.

Die Weiterbildung richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer, die sich an der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer orientiert. Danach umfasst das Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe die Erkennung, Vorbeugung, konservative und operative Behandlung sowie die Nachsorge geschlechtsspezifischer Gesundheitsstörungen der Frau, dazu die Erkrankungen der Brustdrüse, die Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin, die Urogynäkologie und die Betreuung normaler wie gestörter Schwangerschaften, Geburten und Wochenbettverläufe. Zur Weiterbildung gehört außerdem eine Kurs-Weiterbildung in psychosomatischer Grundversorgung im Umfang von 80 Stunden – ein Hinweis darauf, dass in diesem Fach das Gespräch nicht als Beiwerk der Untersuchung gilt. Die Anerkennung als Facharzt spricht am Ende die Landesärztekammer aus; sie ist es auch, die einzelne Kliniken und Praxen überhaupt erst zur Weiterbildung befugt.

Das Berufsbild eines Gynäkologen ist vielfältig: Es umfasst die Betreuung von Frauen in allen Lebensphasen, von der Pubertät über die Schwangerschaft bis hin zu den Wechseljahren. Eine besondere ethische Verantwortung trägt der Gynäkologe im Hinblick auf das sensible Verhältnis zwischen Arzt und Patientin. Diskretion, Einfühlungsvermögen und Respekt sind essenziell, insbesondere bei Themen wie Fruchtbarkeit, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch.

Der Unterschied zwischen einem Gynäkologen und verwandten Berufsgruppen wie Hebammen oder Urologen liegt in der Spezialisierung. Während Hebammen die Geburtshilfe unterstützen, sind Gynäkologen auch für medizinische Eingriffe und die Diagnose von gynäkologischen Erkrankungen zuständig. Urologen hingegen befassen sich mit dem Harnsystem beider Geschlechter und darüber hinaus mit dem männlichen Geschlechtssystem.

Aufgabenbereich

Der Aufgabenbereich eines Gynäkologen ist umfassend und spezialisiert auf die Gesundheit von Frauen, insbesondere auf das weibliche Fortpflanzungssystem. Die Tätigkeiten eines Gynäkologen lassen sich in verschiedene Hauptbereiche unterteilen: Vorsorge, Diagnostik, Behandlung und Beratung.

Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit eines Gynäkologen ist die Vorsorge. Dies umfasst regelmäßige gynäkologische Untersuchungen, die Frauen ab einem bestimmten Alter oder nach bestimmten medizinischen Vorgaben wahrnehmen sollten. Hierzu gehören unter anderem der Pap-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, Brustuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs und allgemeine Untersuchungen des Uterus, der Eierstöcke und der Eileiter. Diese Vorsorgeuntersuchungen dienen der Früherkennung von Krankheiten, die im Frühstadium oft besser behandelt werden können. Lange Zeit bestand die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs allein aus dem jährlichen Pap-Test. Seit 2020 wird sie in Deutschland als organisiertes Programm angeboten: Frauen zwischen 20 und 34 Jahren erhalten weiterhin jährlich einen Pap-Test, ab 35 Jahren tritt an dessen Stelle alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung aus Pap-Test und Test auf Humane Papillomviren.

Neben diesem Früherkennungsprogramm regelt die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, welche klinischen Untersuchungen die gesetzliche Krankenversicherung in welchem Lebensalter trägt. Ab 20 Jahren gehören dazu die gezielte Anamnese, die Inspektion der genitalen Hautregion, die bimanuelle gynäkologische Untersuchung, die Spiegeleinstellung der Portio sowie die Mitteilung des Befundes mit anschließender Beratung. Ab 30 Jahren kommt das Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten hinzu, verbunden mit einer Anleitung zur regelmäßigen Selbstuntersuchung und der Inspektion der zugehörigen Hautregion. Getrennt davon steht das Mammographie-Screening: Frauen zwischen 50 und 75 Jahren können die Mammographie in diesem Rahmen alle 24 Monate in Anspruch nehmen.

Im Bereich der Diagnostik sind Gynäkologen für die Untersuchung und Erkennung einer Vielzahl von Erkrankungen und Störungen des weiblichen Fortpflanzungssystems verantwortlich. Dazu gehören Infektionen, hormonelle Ungleichgewichte, Menstruationsbeschwerden, Zysten, Myome oder Krebserkrankungen. Auch bei Problemen mit der Fruchtbarkeit oder Schwangerschaften stehen Gynäkologen den Patientinnen zur Seite. Zu den diagnostischen Verfahren gehören Ultraschalluntersuchungen, Labortests und gegebenenfalls Biopsien.

Ein weiterer bedeutender Aufgabenbereich ist die Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen. Dazu gehört sowohl die medikamentöse Therapie, etwa bei Infektionen oder Hormonstörungen, als auch operative Eingriffe, wie die Entfernung von Zysten, Myomen oder in fortgeschrittenen Fällen von Krebserkrankungen. Auch die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen zählt zu den Aufgaben eines Gynäkologen, wobei hierbei eine enge ethische Verantwortung und rechtliche Vorgaben beachtet werden müssen.

Ein großer Teil der Arbeit eines Gynäkologen dreht sich um die Betreuung während der Schwangerschaft. Dies umfasst die regelmäßige Überwachung der Gesundheit der Mutter und des ungeborenen Kindes, Ultraschalluntersuchungen, Bluttests und die Begleitung durch die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft. Gynäkologen sind oft auch für die Geburt verantwortlich oder arbeiten eng mit Hebammen und Geburtshelfern zusammen, um eine sichere Entbindung zu gewährleisten.

Wie diese Betreuung im Einzelnen aussieht, gibt die Mutterschafts-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses vor. Die Vorsorgeuntersuchungen sollen im Regelfall im Abstand von vier Wochen stattfinden, in den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten jeweils zwei je Monat. Zu ihnen gehören unter anderem Blutdruckmessung, Gewichtskontrolle, die Untersuchung des Mittelstrahlurins, die Kontrolle des Höhenstands der Gebärmutter und der kindlichen Herztöne sowie die Feststellung der Kindslage. Hinzu kommen serologische Untersuchungen, etwa auf Röteln, Lues und Hepatitis B; ein HIV-Test wird jeder Schwangeren empfohlen, erfolgt aber freiwillig und erst nach vorheriger ärztlicher Beratung. Bei der Erstuntersuchung wird zudem an einer Urinprobe auf eine genitale Chlamydieninfektion getestet. Das Ultraschallscreening ist auf drei Untersuchungen angelegt, vorgesehen für die Schwangerschaftswochen 8+0 bis 11+6, 18+0 bis 21+6 und 28+0 bis 31+6. Es dient der Bestimmung des Gestationsalters, der Kontrolle der körperlichen Entwicklung, der Suche nach auffälligen Merkmalen und dem frühzeitigen Erkennen von Mehrlingsschwangerschaften.

Zusätzlich zu diesen Aufgaben gehört auch die Beratung zu Themen wie Verhütung, Sexualgesundheit, Menopause und Familienplanung. Gynäkologen informieren Frauen über verschiedene Verhütungsmethoden, führen Hormonbehandlungen durch und bieten psychologische Unterstützung bei Themen wie Kinderwunsch oder hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren.

Gynäkologen betreuen somit Frauen in allen Lebensphasen, von der Pubertät bis ins hohe Alter, und tragen maßgeblich zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge und Behandlung bei.

Spezialisierungen

Gynäkologen haben nach ihrer Facharztausbildung die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bereichen weiterzubilden und zu spezialisieren. Eine gängige Spezialisierung ist die gynäkologische Onkologie, bei der sich der Arzt auf die Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane wie Gebärmutterhals-, Eierstock- und Brustkrebs konzentriert. Diese Spezialisierung erfordert tiefgehende Kenntnisse in der onkologischen Chirurgie sowie in Strahlen- und Chemotherapie.

Eine weitere Möglichkeit ist die Spezialisierung auf Reproduktionsmedizin und Endokrinologie, bei der der Gynäkologe sich auf Fruchtbarkeitsprobleme und hormonelle Störungen fokussiert. Hier spielt die künstliche Befruchtung, wie die In-vitro-Fertilisation (IVF), eine große Rolle. Dieser Bereich ist besonders für Paare mit Kinderwunsch von großer Bedeutung.

Die Pränataldiagnostik ist ebenfalls eine bedeutende Spezialisierung. Sie umfasst die vorgeburtliche Untersuchung und Überwachung des ungeborenen Kindes, um genetische Anomalien oder andere gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Diese Ärzte arbeiten oft eng mit Fachärzten für Humangenetik zusammen.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich auf Urogynäkologie zu spezialisieren, die sich mit Beckenbodenproblemen, Inkontinenz und anderen urologisch-gynäkologischen Erkrankungen befasst. Diese Spezialisierung erfordert fundierte chirurgische Fähigkeiten und umfassende Kenntnisse der weiblichen Anatomie.

Die gynäkologische Onkologie, die gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin sowie die spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin sind dabei formal Schwerpunktbezeichnungen, die auf der abgeschlossenen Facharztweiterbildung aufbauen.

Für jeden dieser drei Schwerpunkte sieht die Musterweiterbildungsordnung eine Mindestweiterbildungszeit von 24 Monaten vor, die erst nach der Facharztanerkennung beginnt. Die Urogynäkologie und die Pränataldiagnostik sind demgegenüber keine eigenen Schwerpunktbezeichnungen, sondern Tätigkeitsfelder innerhalb des Gebietes; wer sie schwerpunktmäßig ausübt, weist seine Qualifikation über Fortbildungen nach und über die Genehmigungen, die für bestimmte Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft vorausgesetzt werden. Für Patientinnen ist die Unterscheidung weniger akademisch, als sie klingt: Eine Schwerpunktbezeichnung darf nur führen, wer die zusätzliche Weiterbildung nachweislich abgeschlossen hat, während sich der Begriff „Spezialgebiet“ auf einem Praxisschild frei verwenden lässt.

Behandlungen

Frauenärzte haben in ihrem Arbeitsalltag vornehmlich mit Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und mit Fragen rund um die Empfängnis zu tun. Dazu zählt die Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten und gutartigen bzw. bösartigen Veränderungen ebenso wie die Verordnung eines zur Patientin passenden Verhütungsmittels.

Operative Eingriffe, wie das Entfernen von Zysten und Geschwülsten sowie die Sterilisation werden vom Gynäkologen bei Notwendigkeit durchgeführt. Kinderlose Paare können sich vom Facharzt bezüglich unterstützender Methoden wie zum Beispiel Hormonbehandlungen beraten lassen.

Im Falle einer Schwangerschaft überwacht der Frauenarzt die Entwicklung des ungeborenen Kindes und kann so eventuell auftretende Probleme frühzeitig erkennen.

Neben diesen grundlegenden Behandlungsgebieten der Gynäkologie kann sich der Frauenarzt auf Wunsch auch auf ein weiteres Fachgebiet spezialisieren. Die sogenannte Pränatalmedizin befasst sich schwerpunktmäßig mit der Überwachung des ungeborenen Kindes. In der Kindergynäkologie werden unter anderem Fehlbildungen der kindlichen Geschlechtsorgane behandelt. Hier sind noch einmal besondere Kenntnisse der Kinderheilkunde und auch der Psychologie notwendig.

Spezialisiert sich ein Frauenarzt auf die Senologie, die Lehre von der weiblichen Brust, ist er besonders dafür qualifiziert, Erkrankungen und Veränderungen der Brust (z.B. Brustkrebs) zu diagnostizieren und zu behandeln.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Frauenärzten stehen unterschiedliche Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die sie je nach Einzelfall zur Diagnose einsetzen können. Eine Routineuntersuchung beinhaltet meist eine Untersuchung der Scheide, der Gebärmutter und der Eierstöcke.

Zu diesem Zweck liegt die Patientin in einem speziellen gynäkologischen Stuhl, der es dem Frauenarzt ermöglicht, die entsprechenden Organe besonders gut zu erreichen. Zunächst wird eine Ultraschallaufnahme der Gebärmutter und der umliegenden Organe angefertigt. Auf diese Weise können eventuelle Veränderungen entdeckt werden. Mittels einer Tastuntersuchung werden anschließend die Eierstöcke überprüft. Mithilfe eines Spekulums, das in die Scheide eingeführt wird, kann der Frauenarzt unter anderem den Muttermund und das Innere der Scheide untersuchen.

Gleichzeitig kann ein Abstrich gemacht werden, bei dem eine Probe der Schleimhaut genommen wird. Diese wird später im Labor untersucht und kann Auskunft über mögliche krankhafte Veränderungen geben. Je nach körperlicher Beschaffenheit der Patientin stehen die Instrumente in unterschiedlichen Größen bereit. Vor dem Abtasten und Einführen des Spekulums verwendet der Frauenarzt ein Gleitgel, um zu verhindern, dass die Untersuchung unangenehm oder gar schmerzhaft für die Patientin ist.

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung, können weitere Untersuchungen in der Praxis oder gegebenenfalls im Krankenhaus durchgeführt werden. Soll eine Schwangerschaft überwacht werden, wird die Entwicklung des Fötus mithilfe des Ultraschallgeräts verfolgt. Außerdem werden die Herztöne des Ungeborenen gemessen.


Moderne Technologien und Hilfsmittel

Ein Gynäkologe verwendet eine Vielzahl von diagnostischen Geräten und Instrumenten, um eine gründliche Untersuchung und Behandlung durchzuführen. Zu den häufigsten Geräten gehört der Ultraschall, der sowohl für transabdominale als auch transvaginale Untersuchungen genutzt wird. Dieser erlaubt es dem Gynäkologen, innere Strukturen wie Gebärmutter, Eierstöcke und das ungeborene Kind während der Schwangerschaft detailliert zu betrachten.

Ein weiteres grundlegendes Instrument ist das Spekulum, das verwendet wird, um die Vagina zu öffnen und den Gebärmutterhals sichtbar zu machen. Dies ist essenziell für Untersuchungen und Verfahren wie den Pap-Test, bei dem Zellen vom Gebärmutterhals entnommen werden, um auf Krebsvorstufen zu testen.

Für minimalinvasive Eingriffe nutzt der Gynäkologe oft ein Hysteroskop. Dieses Gerät ermöglicht es, die Gebärmutterhöhle visuell zu untersuchen und kleine operative Eingriffe durchzuführen. In ähnlicher Weise wird ein Kolposkop eingesetzt, um den Gebärmutterhals unter Vergrößerung zu betrachten, häufig nach auffälligen Pap-Testergebnissen.

Zur Untersuchung des Hormonspiegels und anderer Blutwerte werden auch Blutanalysegeräte verwendet, während spezifische Labortests Infektionen oder Hormonstörungen aufdecken. Auch Instrumente wie Biopsiezangen zur Gewebeentnahme und Küretten zur Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut gehören zur Standardausrüstung eines Gynäkologen.

Worauf sollte man als Patientin achten?

Frauenärzte gibt es im gesamten Bundesgebiet, in Österreich und in der Schweiz. Insgesamt sind in Deutschland knapp 20000 ausgebildete Gynäkologen ärztlich tätig.

Bei der Wahl ihres Frauenarztes sollten Patientinnen zunächst natürlich auf die fachliche Kompetenz achten. Wird ein Gynäkologe mit speziellen Fachkenntnissen gewünscht, sollten seine Qualifikationen geprüft werden. Da im Rahmen der frauenärztlichen Untersuchung sehr intime Körperstellen untersucht werden, kommt es bei der Wahl des richtigen Gynäkologen auch darauf an, dass die Patientin sich in den Händen des Arztes wohlfühlt und ihm vertraut.

Daher sollten sich Patientinnen nicht schämen, ihren Frauenarzt zu wechseln, wenn sie zu ihm kein Vertrauensverhältnis aufbauen können. Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen ist weiterhin sinnvoll, um den geeigneten Gynäkologen zu finden.

Zum ersten Termin gehören die Versichertenkarte, eine Liste der eingenommenen Medikamente und, sofern vorhanden, Vorbefunde früherer Untersuchungen; bei einer bestehenden Schwangerschaft kommt der Mutterpass hinzu. Für die Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses laden die Krankenkassen die anspruchsberechtigten Frauen inzwischen schriftlich ein – erstmals mit 20 Jahren, danach jeweils mit 25, 30, 35, 40, 45, 50, 55, 60 und 65 Jahren – und legen dem Schreiben eine Information über Nutzen und Grenzen der Untersuchung bei. Verpflichtend wird die Untersuchung dadurch nicht: Die Einladung begründet einen Anspruch, keine Auflage. Und wer zwischen zwei Terminen Beschwerden bemerkt, ist an den Vorsorgerhythmus ohnehin nicht gebunden, sondern kann die Praxis jederzeit aufsuchen.

Quellen

  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783132411012
  • Kaufmann, M., Costa, S. D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie.
    ISBN: 9783642209222
  • Janni, W., Hancke, K., Fehm, T., Scholz, C. (Hrsg.): Facharztwissen Gynäkologie.
    ISBN: 9783437239175
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783437211348
  • Amrani, M., Seufert, R. (Hrsg.): Gynäkologische Endokrinologie und Kinderwunschtherapie.
    ISBN: 9783662653708

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