Moclobemid
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Moclobemid ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der MAO-Hemmer (Monoaminoxidase-Hemmer). Eingesetzt wird es bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen (Phasen der Major Depression). Auch bei Angststörungen, insbesondere bei der sozialen Phobie, kommt Moclobemid zur Anwendung. Bei Psychosen ist es dagegen nicht angezeigt.
Was ist Moclobemid?
Moclobemid ist ein so genannter Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmer. Er gehört zu den Antidepressiva und wird vorrangig bei depressiven Erkrankungen und bei der sozialen Phobie verordnet.
Es handelt sich um ein aktivierendes, stimmungsaufhellendes und belebendes Antidepressivum, welches in Form von Filmtabletten erhältlich ist. Diese müssen zwei- bis dreimal pro Tag nach den Mahlzeiten eingenommen werden.
Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe
Ziel einer Therapie mit Antidepressiva ist es, die Menge an Monoaminen heraufzusetzen. Eine Erhöhung der Konzentration ist unter anderem durch die Hemmung der Monoaminoxidase A (Enzym der äußeren Mitochondrienmembran an den Nervenenden) möglich. Diese hat die Aufgabe, Monoamine abzubauen.
Durch Moclobemid wird die Monoaminoxidase gehemmt. Da der Wirkstoff vorzugsweise die Monoaminoxidase A und kaum die Monoaminoxidase B hemmt, treten weniger Nebenwirkungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten auf.
Ein zweiter Unterschied zu den älteren Vertretern dieser Wirkstoffgruppe ist ebenso bedeutsam: Moclobemid hemmt das Enzym nur vorübergehend, also umkehrbar (reversibel), während die älteren Monoaminoxidase-Hemmer wie Tranylcypromin oder Phenelzin es dauerhaft ausschalten. Nach dem Absetzen ist die Enzymwirkung deshalb rasch wiederhergestellt.
Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung
Anwendung findet Moclobemid bei schweren Depressionen (so genannte Major Depressionen) und bei der sozialen Phobie, die im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts behandelt wird. Da es antriebssteigernd wirkt, kommt es auch bei sogenannten „gehemmten“ Depressionen zum Einsatz. Sie kennzeichnen sich durch einen besonders stark gehemmten Antrieb, durch Lustlosigkeit sowie durch eine quälende innere Unruhe aus. Anwendung findet es außerdem, wenn andere Antidepressiva nicht oder nicht ausreichend wirken.
Bereits nach einer Behandlungsdauer von einer Woche können erste Verbesserungen spürbar sein, allerdings sollte in der ersten Woche der Therapie keine Erhöhung der Dosis erfolgen. Die Behandlung dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen, nur so lässt sich die Wirkung von Moclobemid beurteilen.
Eine Einnahme sollte danach auch in symptomfreier Zeit für 4 bis 6 Monate erfolgen. Im Anschluss wird die Behandlung durch die schrittweise Senkung der Dosis beendet.
Risiken & Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen müssen nicht bei jedem auftreten. Für gewöhnlich können sie in den ersten Wochen der Behandlung beobachtet werden und bilden sich im weiteren Therapieverlauf zurück. Nach Ende der Behandlung kann es als Nebenwirkung außerdem zu Absetzsymptomen kommen, weshalb immer eine schrittweise Absetzung der Medikation erfolgt.
Bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Medikamenten kann es auch zu Wechselwirkungen kommen. Sowohl die Wirkung als auch Nebenwirkungen können sich dadurch verändern. Die Faktoren für das Entstehen von Wechselwirkungen sind dabei sehr unterschiedlich.
Wechselwirkungen können bei Moclobemid auch bei der Einnahme von tyraminhaltigen Lebensmitteln (z. B. Käse, weiße Bohnen, Rotwein) auftreten. Allerdings sind diese so gering ausgeprägt, dass keine spezielle Diät notwendig ist. Nur ein übermäßiger Verzehr entsprechender Lebensmittel sollte vermieden werden. Der Grund für diese Entwarnung ist die umkehrbare und vorzugsweise auf die Monoaminoxidase A gerichtete Hemmung: Anders als unter den älteren, dauerhaft wirkenden Monoaminoxidase-Hemmern sind Wechselwirkungen mit tyraminreichen Lebensmitteln unter üblichen Bedingungen und bei Einnahme nach den Mahlzeiten klinisch ohne Bedeutung.
Werden gleichzeitig opiode Schmerzmittel (z. B. Tramadol, Pethidin) eingenommen, kommt es zu einer Verstärkung ihrer Wirkung durch Moclobemid, weshalb die Medikamente nicht gleichzeitig angewendet werden dürfen. Auch eine gleichzeitige Einnahme von anderen Antidepressiva ist nicht erlaubt, da es hier zum lebensbedrohlichen Serotonin-Syndrom kommen kann; die Fachinformationen fassen diesen Punkt allerdings unterschiedlich streng, von der ausdrücklichen Gegenanzeige bis zum Gebot besonderer Vorsicht.
Mittel gegen Migräne (z. B. Triptane) dürfen ebenfalls nicht gemeinsam mit Moclobemid eingenommen werden: Es handelt sich um starke Angriffspartner des Serotoninsystems, die teilweise über die Monoaminoxidase abgebaut werden, sodass ihre Blutspiegel unter Moclobemid ansteigen. Von dem angstlösenden Wirkstoff Buspiron wird ebenfalls abgeraten, da unter der Kombination von Buspiron mit Monoaminoxidase-Hemmern gefährliche Blutdruckanstiege berichtet wurden.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Alpha-Sympathomimetika wird deren eigene Wirkung durch Moclobemid verstärkt und verlängert; die Wirkung von Moclobemid selbst wird dagegen durch den magensäurehemmenden Wirkstoff Cimetidin verstärkt. Bei letzterem ist eine Reduzierung der Moclobemid-Dosis ausreichend. Sympathomimetika wie Ephedrin, Pseudoephedrin und Phenylpropanolamin, die in vielen Mitteln gegen Husten enthalten sind, sollen Patienten unter Moclobemid dagegen meiden.
Unter bestimmten Umständen darf Moclobemid nicht angewendet werden. Dies ist nicht nur bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente der Fall, sondern auch bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei akuten Zuständen der Verwirrtheit sowie bei einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom). Kinder unter 18 Jahren dürfen ebenfalls nicht mit Moclobemid behandelt werden. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse ist die Anwendung nicht verboten, aber nur unter Vorsicht vertretbar, weil Monoaminoxidase-Hemmer dabei Blutdruckanstiege auslösen könnten.
Moclobemid bei Schizophrenie
Dass Moclobemid bei Psychosen nicht angezeigt ist, ist nur die eine Hälfte der Auskunft. Die Fachinformationen gehen weiter: Bei Patienten mit schizophrenen oder schizoaffektiven Psychosen ist eine Verschlimmerung der schizophrenen Beschwerden möglich. Die Behandlung mit lang wirkenden Neuroleptika soll bei diesen Patienten nach Möglichkeit beibehalten werden.
Der Unterschied ist erheblich und lässt sich aus der bloßen Feststellung fehlender Wirksamkeit nicht ablesen. Es geht nicht darum, dass das Mittel bei einer Schizophrenie nichts nützt, sondern darum, dass es der Erkrankung schaden kann. Die Fachinformation führt diesen Punkt sowohl unter den Warnhinweisen als auch unter den Nebenwirkungen auf.
Aufnahme, Verteilung und Abbau
Nach dem Schlucken wird Moclobemid vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Weil der Stoff fettlöslich ist, verteilt er sich sehr weit im Körper; an Bluteiweiße, überwiegend an Albumin, bindet er dagegen nur zu etwa der Hälfte. Die höchsten Werte im Blutplasma stellen sich bereits etwa eine Stunde nach der Einnahme ein.
Bemerkenswert ist der Verlauf über die ersten Behandlungstage: Bei wiederholter Einnahme nimmt der Blutspiegel während der ersten Woche zu und stabilisiert sich erst danach. Genau darauf beruht die Vorgabe, die Dosis in der ersten Behandlungswoche nicht zu steigern – nicht auf einer allmählich einsetzenden Wirkung, sondern auf einer noch zunehmenden Verfügbarkeit des Wirkstoffs. Wird die Tagesmenge erhöht, steigt der Blutspiegel im Gleichgewichtszustand überproportional an.
Der Abbau erfolgt fast vollständig, bevor der Stoff ausgeschieden wird, und zwar weitgehend über Oxidationsvorgänge an einem bestimmten Teil des Moleküls. Wirksame Abbauprodukte kommen beim Menschen nur in sehr geringen Konzentrationen vor. Bei älteren Patienten und bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine besondere Anpassung nötig; bei schweren Störungen des Leberstoffwechsels und bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die bestimmte Leberenzyme hemmen, ist die Tagesmenge dagegen deutlich zu verringern.
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Fachinformation ordnet die unerwünschten Wirkungen festen Häufigkeitsklassen zu. Sehr häufig, das heißt bei mindestens einem von zehn Behandelten, sind Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Übelkeit.
Häufig, also bei mindestens einem von hundert und weniger als einem von zehn Behandelten, treten Erregtheit, Angstzustände und Unruhe auf, dazu Missempfindungen der Haut, ein niedriger Blutdruck, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung sowie ein Hautausschlag. Gelegentlich, also bei mindestens einem von tausend und weniger als einem von hundert Behandelten, kommt es zu Suizidgedanken und zu Verwirrtheitszuständen, die nach dem Absetzen rasch verschwanden, ferner zu Geschmacksstörungen, Sehstörungen, einem Hitzegefühl, Wassereinlagerungen, Juckreiz, Nesselsucht und rascher Erschöpfbarkeit.
Selten, also bei mindestens einem von zehntausend und weniger als einem von tausend Behandelten, sind Appetitlosigkeit, ein Natriummangel im Blut, suizidales Verhalten und Wahnvorstellungen. In dieselbe Klasse setzt die Fachinformation das Serotoninsyndrom, und zwar ausdrücklich bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die den Serotoninspiegel erhöhen, sowie eine Erhöhung der Leberenzymwerte ohne klinische Folgen. Für einen erhöhten Prolaktinspiegel im Blut lässt sich aus den vorliegenden Daten keine Häufigkeit abschätzen. Mehrere dieser Nebenwirkungen wurden nicht in den klinischen Studien, sondern erst nach der Zulassung berichtet.
Das Suizidrisiko zu Beginn der Behandlung
Die Fachinformation widmet diesem Punkt den ersten und längsten Warnhinweis. Depressive Erkrankungen sind für sich genommen mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, selbstschädigendes Verhalten und Suizid verbunden, und dieses Risiko besteht fort, bis die Beschwerden deutlich nachlassen. Weil die Besserung nicht schon in den ersten Behandlungswochen eintreten muss, sind die Patienten bis dahin engmaschig zu überwachen. Die klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung sogar ansteigen kann.
Besonders gefährdet sind Patienten, die bereits früher suizidales Verhalten zeigten oder vor der Behandlung ausgeprägte Suizidabsichten hatten. Eine Zusammenschau placebokontrollierter Studien zu Antidepressiva bei Erwachsenen ergab zudem für Patienten unter fünfundzwanzig Jahren ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten. Patienten und ihre Betreuer sind deshalb darauf hinzuweisen, auf jede Verschlechterung, auf suizidales Verhalten und auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen zu achten und dann unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen.
Ein zweiter Warnhinweis betrifft das Umschlagen der Stimmung in die Gegenrichtung. Treten eine Manie oder eine Hypomanie auf oder zeigen sich deren frühe Zeichen wie Größenwahn, Überaktivität, verstärkter Rededrang oder Waghalsigkeit, wird die Behandlung unterbrochen und eine andere begonnen. Schlaflosigkeit, Nervosität oder Überspanntheit zu Beginn der Behandlung können dagegen eine Verringerung der Dosis oder eine kurzfristige Behandlung dieser Beschwerden rechtfertigen.
Verbotene Kombinationen
Die Gegenanzeigen der Fachinformationen nennen neben der Überempfindlichkeit, den akuten Verwirrtheitszuständen, dem Tumor des Nebennierenmarks und dem Kindesalter eine ganze Reihe von Arzneimitteln, mit denen Moclobemid nicht zusammen angewendet werden darf. Dazu zählen Selegilin, die Triptane gegen Migräne, Pethidin, Tramadol, Bupropion, Dextromethorphan und Linezolid.
Die Begründungen sind unterschiedlich. Bei den Triptanen steigt der Blutspiegel, weil sie über die Monoaminoxidase und über verschiedene Enzyme der Leber abgebaut werden. Bei Pethidin besteht ein erhöhtes Risiko für serotonerge Beschwerden, zu denen die Fachinformation Verwirrtheit, Fieber, Krämpfe, Gangunsicherheit, gesteigerte Reflexe, Muskelzuckungen und Durchfall zählt. Dextromethorphan ist deshalb bedeutsam, weil es in frei verkäuflichen Mitteln gegen Erkältungskrankheiten enthalten sein kann.
Nicht empfohlen, aber nicht verboten sind Präparate mit Johanniskraut, weil sie den Serotoninspiegel im Nervensystem steigen lassen, sowie Sibutramin und Dextropropoxyphen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Buprenorphin ist das Risiko eines Serotoninsyndroms erhöht; ist die Kombination klinisch nötig, muss engmaschig überwacht werden, vor allem zu Beginn der Behandlung.
Weitere Wechselwirkungen
Im Tierversuch verstärkt Moclobemid die Wirkung von Opiaten, sodass bei Morphin, Fentanyl und Codein eine Anpassung nötig werden kann. Weil Moclobemid das Enzym CYP2C19 hemmt, können die Blutspiegel von Arzneimitteln ansteigen, die über dieses Enzym abgebaut werden; genannt werden Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol sowie Fluoxetin und Fluvoxamin. Auch die Blutspiegel von Trimipramin und Maprotilin steigen bei gleichzeitiger Gabe an.
Vorsicht gilt ferner bei allen Arzneimitteln, die auf das Serotoninsystem wirken, besonders bei Kombinationspräparaten. Die Fachinformation zählt dazu Venlafaxin, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Clomipramin, Citalopram, Escitalopram, Sertralin und Bupropion. Für Clomipramin geht sie darüber hinaus: Die gleichzeitige Gabe mit Moclobemid soll wegen des erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen vermieden werden. In Einzelfällen wurde über schwere Beschwerden wie Überhitzung, Verwirrtheit, gesteigerte Reflexe und Muskelzuckungen berichtet, die auf eine serotonerge Überaktivität hinweisen; dann ist der Patient ärztlich, bei Bedarf auch stationär, zu behandeln.
Ebenso ausdrücklich hält die Fachinformation fest, wo sich in klinischen Studien keine Wechselwirkungen ergeben haben: für das Entwässerungsmittel Hydrochlorothiazid bei Bluthochdruckpatienten, für die Antibabypille, für Digoxin, für den Gerinnungshemmer Phenprocoumon und für Alkohol. Von Alkohol wird trotzdem abgeraten, wie bei allen Arzneimitteln, die auf das Nervensystem wirken. Unabhängig von Wechselwirkungen können bei entsprechend veranlagten Patienten Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Schwellungen oder Atemnot auftreten. Die Filmtabletten enthalten Lactose und eignen sich deshalb nicht für Patienten mit erblicher Galactose-Unverträglichkeit, mit Lactase-Mangel oder mit Glucose-Galactose-Malabsorption.
Umstellung von und auf andere Antidepressiva
Die Reversibilität der Enzymhemmung hat einen praktischen Vorteil, den die Fachinformation ausdrücklich beschreibt: Die Umstellung von Moclobemid auf ein trizyklisches oder ein anderes Antidepressivum ist bei entsprechender Vorsicht ohne Wartezeit möglich, also von einem Tag auf den anderen.
In der Gegenrichtung gilt das nicht. Beim Wechsel von einem anderen Antidepressivum auf Moclobemid ist eine Auswaschphase nötig, deren Länge sich nach der Halbwertszeit des zuvor eingenommenen Mittels richtet. Beim Wechsel von einem der älteren, dauerhaft wirkenden Monoaminoxidase-Hemmer wie Phenelzin oder Tranylcypromin ist ein behandlungsfreies Intervall von vierzehn Tagen vorgesehen. Nach dem Absetzen eines selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers richtet sich die Auswaschphase nach der Halbwertszeit des Wirkstoffs und seiner noch wirksamen Abbaustoffe und fällt entsprechend länger aus.
Schwangerschaft, Stillzeit, Fahrtüchtigkeit und Überdosierung
Für die Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen vor; Untersuchungen am Tier ergaben keinerlei Hinweise auf Risiken für den Fetus. Auf die Fruchtbarkeit zeigten sich im Tierversuch ebenfalls keine Auswirkungen. In die Muttermilch geht Moclobemid nur in kleiner Menge über. Insgesamt ist das Risiko einer Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit sorgfältig gegen den erwarteten Nutzen abzuwägen.
Das Reaktionsvermögen wird nach der Fachinformation in der Regel nicht beeinträchtigt; zu Beginn der Behandlung soll dennoch aufmerksam auf die individuelle Reaktion geachtet werden. Eine Überdosierung mit Moclobemid allein führt gewöhnlich zu leichten, rückbildungsfähigen Störungen des Nervensystems und zu einer Reizung des Verdauungstrakts. Gefährlich wird es bei einer Mischvergiftung mit weiteren Arzneimitteln, besonders mit solchen, die auf das Nervensystem wirken; diese kann je nach deren Giftigkeit lebensbedrohlich sein. Betroffene sind dann stationär aufzunehmen und eng zu überwachen, wobei die Behandlung in erster Linie auf die Erhaltung der Lebensfunktionen zielt. In der amtlichen Einteilung der Wirkstoffe steht Moclobemid unter dem Code N06AG02.
Quellen
- Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
ISBN: 9783662676844
- Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
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- Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
ISBN: 9783804746541

