Buspiron

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Buspiron wird ein angstlösender Wirkstoff bezeichnet. Er kommt zur Therapie von Angststörungen zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Buspiron?

Buspiron
Als Buspiron wird ein angstlösender Wirkstoff bezeichnet. Er kommt zur Therapie von Angststörungen zum Einsatz.

Bei Buspiron handelt es sich um einen Arzneistoff, der über eine angstlösende Wirkung verfügt. Dabei greift er in den Stoffwechsel des Neurotransmitters Serotonin ein. Im Unterschied zu anderen angstlösenden Präparaten wie Benzodiazepinen entfaltet Buspiron seine positiven Effekte erst nach mehreren Wochen. Dafür hat der Wirkstoff jedoch den Vorteil, kaum müde und nicht abhängig zu machen.

Entdeckt wurde Buspiron 1972 durch ein Team von Wissenschaftlern, die für die Mead Johnson Nutrition Company, einem Erzeuger von Nahrungsmitteln für Kinder, tätig waren. Das Patentieren von Buspiron fand 1975 statt. Auf den amerikanischen Markt kam der Arzneistoff 1986 durch das Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb. Ab 1996 durfte Buspiron auch in Deutschland angeboten werden. Seit dem Auslaufen des Patentschutzes im Jahr 2001 lässt sich Buspiron zudem als Generikum vertreiben.

Im internationalen ATC-System, das Arzneistoffe nach Organsystem und Wirkprinzip ordnet, steht Buspiron in der Gruppe N05BE, den Azaspirodecandion-Derivaten. Damit steht der Wirkstoff getrennt von den Benzodiazepinen, obwohl beide gegen Angst eingesetzt werden. Seine molare Masse beträgt 385,5 g/mol; in Arzneimitteln liegt er als Buspironhydrochlorid vor. In Deutschland sind zwei Tablettenstärken unter dem Namen Busp® der Hexal AG im Handel, deren Gebrauchsinformation im November 2025 zuletzt überarbeitet wurde.

Pharmakologische Wirkung

Buspiron entfaltet seine Wirkung bei der Behandlung von Angststörungen. Unter Angststörungen werden anhaltende Ängste bezeichnet, die sich oft nicht eindeutig begründen lassen und sich auf zahlreiche Lebensbereiche negativ auswirken. Dabei kann es sich um das Berufsleben, soziale Kontakte oder die Gesundheit handeln. Nicht selten leiden die betroffenen Personen dabei unter körperlichen Problemen wie Verspannungen, Schwindelgefühlen, Herzrasen, Zittern, Schlafproblemen, Übelkeit oder Kopfschmerzen.

Lindern lassen sich Angstzustände von angstlösenden Präparaten, zu denen in erster Linie Benzodiazepine gehören. So können durch ihre Einnahme sowohl die psychischen als auch die physischen Symptome gebessert werden. Allerdings haben die meisten Mittel dieser Art den großen Nachteil, dass sie nach einigen Wochen Einsatzdauer abhängig machen. Kommt es dann zu ihrem Absetzen, tauchen die Angstsymptome und ihre unangenehmen Begleiterscheinungen verstärkt wieder auf.

Durch die Einnahme von Buspiron kann jedoch eine Abhängigkeit vermieden werden. Nach einer Anwendung von mehreren Wochen ordnen sich die neuronalen Strukturen des Gehirns aufs Neue. Geändert wird das Verschalten der Nervenzellen (Neuronen) durch das Aktivieren von bestimmten Andockstellen, auch Rezeptoren genannt, am Botenstoff Serotonin. Der positive Effekt des Angstlösers zeigt sich aus diesem Grund erst nach einiger Zeit.

Seine Wirkung entfaltet Buspiron neben dem sogenannten Glückshormon Serotonin außerdem an Dopamin und Noradrenalin, die den psychischen Antrieb stimulieren. Im Unterschied zu den Benzodiazepinen zeigt Buspiron keine Wirkung an den GABA-Rezeptoren, die wichtig für den Schlaf des Menschen sind. Daher sind auch kaum einschläfernde Effekte durch das Verabreichen des Mittels zu verzeichnen.

Genauer beschrieben wirkt Buspiron als partieller Agonist am Serotonin-Rezeptor vom Typ 5-HT1A im Gehirn. Partiell heißt, dass der Wirkstoff den Rezeptor zwar aktiviert, aber nicht in dem Maß, in dem es der körpereigene Botenstoff tut. Serotonin ist an der Steuerung von Stimmung, Angst und Schlaf beteiligt; über diesen Rezeptor beeinflusst Buspiron die Übertragung zwischen den Nervenzellen. Weil das GABA-System dabei unberührt bleibt, unterscheidet sich das Nebenwirkungsprofil deutlich von dem der Benzodiazepine: Es fehlt die dämpfende Komponente, und das Risiko einer Abhängigkeit oder einer Gewöhnung fällt geringer aus.

Aus demselben Grund ergibt sich eine Einschränkung, die im Behandlungsalltag Gewicht hat: Zwischen Buspiron und den Benzodiazepinen besteht keine Kreuztoleranz. Buspiron ist deshalb nicht geeignet, Entzugserscheinungen zu beheben, die nach dem Absetzen eines Benzodiazepins auftreten können. Benzodiazepine werden aus diesem Grund allmählich und unter fortlaufender Verringerung der Menge abgesetzt, bevor eine Behandlung mit Buspiron beginnt. Dasselbe gilt für andere Arzneimittel, die das Zentralnervensystem seit längerer Zeit dämpfen.

Die Aufnahme von Buspiron ins Blut findet nach seiner Einnahme rasch über die Darmwand statt. Von dort aus wird der Wirkstoff mit dem Blut in Richtung Leber transportiert. Dort erfolgt seine Deaktivierung zu rund 95 Prozent. Nach 60 bis 90 Minuten hat Buspiron seinen maximalen Pegel im Körper erreicht. Bereits nach zwei bis drei Stunden sinkt der Pegel wieder um 50 Prozent. Ausgeschieden aus dem Organismus wird Buspiron mit Urin und Stuhl.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Zur Anwendung gelangt Buspiron in der Behandlung von Angststörungen und Spannungszuständen. Als hilfreich gilt das Mittel außerdem bei innerer Unruhe. Die Gebrauchsinformation fasst das Anwendungsgebiet als symptomatische Behandlung von Angstzuständen mit den Leitbeschwerden Angst, innere Unruhe und Spannungszustände. Sie hält zugleich fest, dass nicht jeder Angstzustand einer medikamentösen Behandlung bedarf: Angst kann Folge einer körperlichen oder seelischen Erkrankung sein und unter Umständen durch die Behandlung dieser Grundkrankheit verschwinden.

Eine wichtige Abgrenzung betrifft die Depression. Als alleinige Behandlung einer Depression ist Buspiron nicht geeignet, und es kann deren Beschwerden nach den Angaben der Gebrauchsinformation wahrscheinlich verschleiern. Da die Wirkung erst nach einiger Zeit einsetzt, ist Geduld erforderlich; bessern sich die Beschwerden nach mehreren Wochen nicht, ist eine erneute ärztliche Beurteilung vorgesehen. Zwar gaben Studien keinen Hinweis darauf, dass Buspiron abhängig macht, überwacht werden sollte die Anwendung dennoch. Wie lange das Mittel eingenommen wird, legt der Arzt fest; ist eine Langzeitbehandlung nötig, wird sie engmaschig überwacht und der fortgesetzte Behandlungsbedarf regelmäßig überprüft.

Darreichen lässt sich Buspiron in Form von Tabletten. Dabei teilt sich die tägliche Dosis in drei einzelne Verabreichungen auf. Die Einnahme sollte immer zur gleichen Tageszeit und in gleichbleibendem Bezug zu den Mahlzeiten erfolgen – entweder immer nüchtern oder immer nach dem Essen. Im Anfangsstadium der Therapie nimmt der Patient lediglich eine geringe Dosis an Buspiron ein. Diese besteht aus drei Mal 5 Milligramm am Tag. Im weiteren Verlauf steigert sich die Dosis allmählich, sofern keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten, auf 10 Milligramm, die der Patient drei Mal pro Tag einnimmt. In schweren Fällen ist auch eine Steigerung der Einzeldosis auf 20 Milligramm möglich.

Buspiron unterliegt der Verschreibungspflicht. Das Mittel lässt sich in der Apotheke also nur durch die Vorlage eines ärztlichen Rezepts bekommen.


Verabreichung & Dosierung

Die Tabletten werden unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt. Sie tragen eine Bruchrille und lassen sich teilen, indem sie mit der Kerbe nach oben auf eine feste Unterlage gelegt und mit leichtem Daumendruck gebrochen werden. Welche Menge im Einzelfall angemessen ist, legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach der Ausgangslage fest.

Für einzelne Gruppen gelten Besonderheiten. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion wird die Menge gegebenenfalls verringert; bei schweren Funktionsstörungen dieser Organe darf Buspiron gar nicht angewendet werden. Ältere Menschen mit normaler Leber- und Nierenfunktion benötigen dagegen keine Anpassung, und auch nach Alter oder Geschlecht ist eine Änderung nach den vorliegenden Daten nicht erforderlich. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist das Mittel nicht vorgesehen.

Ein plötzliches Absetzen kann dazu führen, dass sich die Beschwerden wieder verstärken; das Ende der Behandlung wird deshalb ärztlich festgelegt. Eine vergessene Einnahme wird nicht durch eine doppelte Menge ausgeglichen.

Wird versehentlich zu viel eingenommen, ist ärztliche Hilfe erforderlich. Beobachtet wurden bei einer Überdosierung vor allem Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit, verengte Pupillen und Magenbeschwerden. Ein gezieltes Gegenmittel gibt es nicht. Zu Beginn der Behandlung und bei einer Änderung der Menge kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sind. Die Tabletten enthalten außerdem Milchzucker (Lactose), was bei einer bekannten Zuckerunverträglichkeit vor der Einnahme zu klären ist.

Risiken & Nebenwirkungen

Mitunter zeigen sich durch die Einnahme von Buspiron Nebenwirkungen. Dabei handelt es sich zumeist um Schwindelgefühle und Schläfrigkeit. Daneben sind unerwünschte Nebeneffekte wie Verwirrtheit, Wut, Sehstörungen, starkes Schwitzen, Ausschläge auf der Haut, Missempfindungen, Schmerzen an den Muskeln, das Verstopfen der Nase, Halsschmerzen, Schmerzen in der Brust, Tinnitus und Albträume zu verzeichnen. Mitunter treten auch Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Konzentrationsprobleme, Mundtrockenheit, Ekzeme, Taubheitsgefühle oder feuchte Hände auf. Nur sehr selten drohen Stimmungsschwankungen, Durchblutungsstörungen des Gehirns, allergische Reaktionen, ein Serotonin-Syndrom, Erkrankungen des Herzmuskels oder sogar ein Herzinfarkt.

In der Regel treten unerwünschte Wirkungen zu Beginn der Behandlung auf und klingen im weiteren Verlauf oder nach einer Verringerung der Menge wieder ab. Sehr häufig, also bei mehr als einem von zehn Behandelten, werden Schwindel, Kopfschmerzen und Schläfrigkeit beobachtet. In die Kategorie häufig, bis zu einem von zehn Behandelten, fallen unter anderem ein beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, unspezifische Brustschmerzen, verschwommenes Sehen, Ohrgeräusche, Missempfindungen, Konzentrationsstörungen, Albträume, Erregung, Zorn, Feindseligkeit, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Zittern, Magen-Darm-Beschwerden und Hautausschlag. Gelegentlich, bei bis zu einem von hundert Behandelten, kommen kurze Ohnmachtsanfälle, Blutdruckveränderungen, Halluzinationen, Selbstmordgedanken und Krampfanfälle vor.

Eine Gruppe von Nebenwirkungen verdient eine eigene Erwähnung: Die Basisinformation des Herstellers führt extrapyramidale Beschwerden auf, darunter Früh- und Spätdyskinesien, Dystonien und Rigor, einen Parkinsonismus, eine Akathisie und ein Restless-Legs-Syndrom. Gemeint sind unwillkürliche Bewegungen, Muskelverkrampfungen, Muskelsteifigkeit und ein quälender Bewegungsdrang.

Gar nicht erst zur Anwendung gelangen darf Buspiron, wenn der Patient unter starken Störungen der Nieren- oder Leberfunktion, Muskelschwäche, Krampfanfällen oder einem akuten Engwinkelglaukom leidet. In der Schwangerschaft sollte Buspiron nur mit Zustimmung des Arztes verabreicht werden; die Gebrauchsinformation des in Deutschland erhältlichen Präparats rät von der Einnahme während einer Schwangerschaft ab. Eine Begründung nennt sie dafür nicht. Die Wirkstoffmonografie fasst es schwächer und lässt die Anwendung bei strenger Indikationsstellung zu; sie begründet das damit, dass beim Menschen keine Erfahrungen vorliegen, und hält fest, dass experimentelle Studien keine Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen ergeben haben. Auf eine Einnahme des Mittels während der Stillzeit ist komplett zu verzichten, weil über die Wirkung auf den Säugling nichts bekannt ist. Als weitere Gegenanzeige nennt die Fachinformation eine akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Antipsychotika. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren soll Buspiron ebenfalls nicht angewendet werden; die Fachinformation führt diesen Punkt allerdings unter den Warnhinweisen und nicht unter den Gegenanzeigen, weil für diese Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Wechselwirkungen zwischen Buspiron und anderen Medikamenten gelten ebenfalls als möglich. Aus diesem Grund sollte eine konsequente Überwachung des Patienten erfolgen, wenn dieser zusätzlich Bluthochdruckmittel, angstlösende Präparate wie Benzodiazepine, gerinnungshemmende Arzneimittel, Herzmittel oder die Antibabypille einnimmt.

Darüber hinaus ist es wichtig, Buspiron nicht zur gleichen Zeit mit MAO-Hemmern zu verabreichen. Grund dafür ist eine drohende Krise durch Bluthochdruck. Abgeraten wird zudem von einer gleichzeitigen Einnahme von Erythromycin, Nefazodon, Verapamil, Itraconazol oder Cimetidin. Diese Arzneistoffe verstärken die Wirkung des Buspirons.

Hinter dieser Verstärkung steht ein gemeinsamer Mechanismus. Buspiron wird über das Enzym Cytochrom P450 3A4 abgebaut. Wird dieses Enzym gehemmt, gelangt mehr Wirkstoff in den Blutkreislauf, weshalb eine Verringerung der Menge nötig sein kann. Zu den genannten Hemmstoffen zählen neben den bereits aufgeführten auch Ketoconazol, Diltiazem und der HIV-Wirkstoff Ritonavir. Umgekehrt können Arzneistoffe, die dieses Enzym anregen, eine größere Menge erforderlich machen; für Rifampicin nennt die Wirkstoffmonografie ausdrücklich eine verringerte Wirksamkeit des Buspirons. Die Gebrauchsinformation führt daneben, ohne einen Mechanismus zu nennen, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Dexamethason und Johanniskraut unter den Arzneimitteln auf, über die die Ärztin oder der Arzt vor der Einnahme zu unterrichten ist. Auch Grapefruitsaft erhöht den Buspiron-Spiegel im Blut, weshalb größere Mengen davon während der Behandlung gemieden werden. Auf Alkohol wird während der Behandlung ebenfalls verzichtet.

Die Liste der Arzneimittel, über die vor einer Einnahme zu sprechen ist, umfasst darüber hinaus mehrere Stoffe, die ihrerseits auf den Serotoninhaushalt wirken: selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin, Fluvoxamin und Paroxetin, daneben Triptane, Tramadol, Lithium, Johanniskraut und die Aminosäure L-Tryptophan. Für die Kombination mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern sind in Einzelfällen Krampfanfälle beschrieben worden. Ebenfalls aufgeführt sind Linezolid, Haloperidol, Trazodon, Diazepam, Baclofen, Lofexidin und Nabilon. Dazu kommen die bereits genannten Gruppen: Mittel gegen Bluthochdruck, gegen Diabetes, gerinnungshemmende Mittel wie Warfarin, hormonelle Verhütungsmittel, Herzglykoside wie Digoxin und Antihistaminika.

Vor Beginn einer Behandlung ist außerdem von Bedeutung, ob früher Krampfanfälle aufgetreten sind, ob eine Abhängigkeit von Arzneimitteln oder Drogen bestand und ob die Leber oder die Nieren eingeschränkt arbeiten oder früher erkrankt waren. In allen diesen Fällen sieht die Gebrauchsinformation ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vor der ersten Einnahme vor.

Alternative Behandlungsmethoden

Steht die medikamentöse Behandlung einer Angststörung an, kommen mehrere Wege infrage. Die Benzodiazepine wirken rasch, machen jedoch bei längerer Anwendung abhängig und eignen sich deshalb nicht für eine dauerhafte Behandlung. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer besitzen ein geringeres Suchtpotenzial und sind auch bei langfristiger Anwendung wirksam. Buspiron steht zwischen beiden: Es wirkt nicht sofort, dafür fehlt ihm das Abhängigkeitspotenzial der Benzodiazepine.

Die Wahl hängt davon ab, wie rasch eine Wirkung erforderlich ist, wie lange behandelt werden soll und welche Begleiterkrankungen vorliegen. Soll zugleich eine Depression behandelt werden, ist Buspiron als alleiniges Mittel nicht geeignet. Eine frühere Abhängigkeit von Arzneimitteln oder Drogen gehört nach der Gebrauchsinformation zu den Punkten, die vor einer Behandlung mit Buspiron zu besprechen sind.

Die wichtigste Alternative ist allerdings gar kein Arzneimittel. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Psychotherapie bei Angststörungen nicht die zweite, sondern die erste Säule der Behandlung: Als Behandlung der ersten Wahl gilt die kognitive Verhaltenstherapie mit Expositionsübungen, während Medikamente ergänzend eingesetzt werden oder dann, wenn eine Psychotherapie nicht ausreicht oder nicht verfügbar ist. Und geht die Angst auf eine andere körperliche oder seelische Erkrankung zurück, steht deren Behandlung an erster Stelle.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Falkai, P., Wittchen, H.-U. (Hrsg.): Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen.
    ISBN: 9783801732172
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223

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