Rückenschmerzen
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Rückenschmerzen sind eigentlich keine eigenständige Krankheit, sondern zumeist ein Symptom einer Erkrankung. Rückenschmerzen sind weit verbreitet und gelten daher als Volkskrankheit. Sie sind die zweithäufigste Beschwerde bei den Hausärzten.
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Was sind Rückenschmerzen?
Rückenschmerzen sind, wie der Name selbst ausdrückt, Schmerzen im oder am Rücken, die häufig durch Verschleißerscheinungen verursacht sind. Früher führte man Rückenschmerzen fast immer auf solche Verschleißerscheinungen zurück. Nach heutigem Kenntnisstand lässt sich jedoch bei den meisten Betroffenen keine eindeutige körperliche Ursache finden; man spricht dann von unspezifischen Rückenschmerzen. Rückenschmerzen lassen sich in radikulären und pseudoradikulären Schmerz unterscheiden. Bei radikulären Rückenschmerzen ist zumeist ein Nerv gereizt. Dieses kommt zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall vor.
Rückenschmerzen, die durch einen Wirbelsäulendefekt oder durch Gelenke verursacht werden, nennt man pseudoradikuläre Rückenschmerzen. Weitere Formen des Rückenschmerzes sind: Kreuzschmerzen, Hexenschuss und chronische Rückenschmerzen.
Ursachen
Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig. Oftmals werden die Ursachen auch gar nicht gefunden oder mehrere Ursachen sind für die Rückenschmerzen verantwortlich.
Dennoch kann man die Ursachen in zwei grobe Kategorien einordnen. Zum einen sind es körperliche oder organische Gründe, zu denen auch Übergewicht, Verspannungen, Fehlbelastungen und Fehlhaltungen gehören.
Auf der anderen Seite sind auch psychosomatische Erkrankungen für Rückenschmerzen verantwortlich.
Eine Liste mit Erkrankungen, die Rückenschmerzen als Symptom haben, finden Sie im Folgenden.
Krankheiten mit diesem Symptom
Diagnose & Verlauf
Die Diagnose für Rückenschmerzen ist einfach: Einer oder mehrere Abschnitte auf der Körperrückseite schmerzen mehr oder weniger stark. Betroffen sind Muskeln, Sehnen oder Nerven.
Der Arzt wird sich die Symptome beschreiben lassen, den Rücken per Hand untersuchen, diverse Stellungen ausprobieren - wie gut kann sich der Patient bücken, den Kopf drehen, die Arme nach hinten nehmen oder den Rumpf seitwärts neigen - und im Zweifelsfall Röntgenaufnahmen oder sogar eine Kernspintomografie anordnen.
Sind Nerven betroffen, werden deren Funktionsfähigkeiten durch neurologische Untersuchungen getestet. Die Therapie reicht von Massagen über Krankengymnastik und Sportverordnungen bis zu Operationen, beispielsweise wenn Wirbel oder Bandscheiben betroffen sind.
Komplikationen
Die Komplikationen bei Rückenschmerzen sowie der weitere Verlauf dieses Symptoms sind stark von der betroffenen Person abhängig und hängen auch von der sportlichen Aktivität der Person ab. In den meisten Fällen treten Rückenschmerzen im höheren Alter auf und stellen den gewöhnlichen Alterungsprozess dar. Sie müssen nicht unbedingt zu Komplikationen führen. Rückenschmerzen sind allerdings kein zwangsläufiger Teil des Alterns; am häufigsten treten sie bereits im mittleren Lebensalter auf.
Falls die Rückenschmerzen nicht besonders stark sind oder nur nach einem langen Tag im Sitzen auftreten, können sie auch durch eine sportliche Betätigung kompensiert werden. Sie sind also auch ein Zeichen dafür, dass eine Person zu lange am Tag sitzt und sich zu wenig bewegt. In einigen Fällen wird bei Rückenschmerzen auch eine Massage oder Physiotherapie angeordnet.
Dabei können Rücken und Schultern entspannt werden, was die Rückenschmerzen ebenso beseitigt. Komplikationen treten dann auf, wenn aus den Rückenschmerzen dauerhafte Verspannungen entstehen, welche zu starken Schmerzen führen. Diese Schmerzen sind nicht temporär, sondern permanent und erlauben dem Betroffenen keinen gewöhnlichen Alltag mehr.
Damit sind auch bestimmte Arbeiten nicht mehr möglich, was in vielen Fällen zum Verlust der Arbeitsstelle führt. Damit es nicht soweit kommt, sollten Rückenschmerzen grundsätzlich immer behandelt werden. Falls eine sportliche Betätigung keinen Erfolg bringt, kann der Arzt eine Therapie empfehlen, um dem Problem entgegenzuwirken.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Da Rückenschmerzen ein Hinweis auf eine langfristig bestehende ungesunde Körperhaltung sind, ist es nicht verkehrt, sie selbst bei leichten Erscheinungsformen ärztlich untersuchen zu lassen. Denn je eher ein solches Haltungsproblem erkannt und behandelt wird, desto unwahrscheinlicher werden ernste Rückenbeschwerden wie Bandscheibenvorfälle oder eingeklemmte Nerven. Dennoch warten die meisten Menschen mit dem Arztbesuch so lange, bis die Rückenschmerzen schlimmer werden und sie in ihrem Alltag beeinträchtigen.
Das erhöht nicht nur die Dauer einer notwendigen Behandlung, sondern schwächt natürlich auch den Rücken unnötig. Bestenfalls wird der Arzt spätestens dann aufgesucht, wenn es wiederkehrend oder gar regelmäßig zu Rückenschmerzen kommt - unabhängig davon, wie schmerzhaft sie sind. Ein Arzttermin ist auch und besonders dann notwendig, wenn die Rückenschmerzen mit Symptomen wie Schwindel und Benommenheit einhergehen, denn dahinter kann eine Reizung von Nerven im Bereich der Halswirbelsäule stecken. Es kann sehr lange dauern, bis sich diese Symptome von allein bessern, da dazu die Reizung des Nervs von selbst zurückgehen muss.
Ein Arzt dagegen braucht wenige Sekunden, um mit einem gezielten Handgriff der manuellen Therapie eine Blockade zu lösen und den Nerv zu entlasten. Wenn schon einmal schwere gesundheitliche Rückenprobleme wie Bandscheibenvorfälle aufgetreten sind und jetzt nach einer Phase der Beschwerdefreiheit erneut Rückenschmerzen aufkommen, sollte mit dem Arztbesuch unabhängig von Häufigkeit und Schweregrad der Schmerzen nicht gewartet werden.
Behandlung & Therapie
Rückenschmerzen sollten immer vom Arzt (Orthopäde) untersucht werden, auch wenn nicht zwangsweise organische Ursachen dahinter stecken müssen. Auch Fehlbelastungen, Fehlhaltungen und Übergewicht können den Körper auf Dauer sehr belasten und zu Erkrankungen führen.
Der Arzt wird, wie bei allen Beschwerden, zunächst ein Gespräch mit dem Betroffenen führen, um die Rahmenbedingungen für eine spätere Diagnose zu ermitteln. Dabei ist es wichtig, dass Sie dem Arzt alle Vorerkrankungen schildern. Besonders bei älteren Patienten spielen hierbei Knochenschwund (Osteoporose) und Gelenkverschleiß (Arthrose) eine elementare Rolle in der Diagnostik. Ebenso wird der Arzt auch potentielle psychosomatische Ursachen (z.B. Depressionen) abklären wollen, die dann durch eine andere Behandlungsreihe (z.B. Psychotherapie) behandelt werden können.
Ebenso ist es wichtig abzuklären, ob Fehlhaltungen oder Belastungen zu den Rückenschmerzen geführt haben.
Danach wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen. Ergänzend kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) infrage. Lange Zeit wurde bei Rückenschmerzen frühzeitig geröntgt. Heute wird bei unspezifischen Rückenschmerzen ohne Warnzeichen in den ersten Wochen dagegen bewusst auf eine Bildgebung verzichtet, weil sie den Verlauf nicht verbessert und harmlose Verschleißbefunde die Betroffenen unnötig verunsichern.
Besondere Auffälligkeiten, wie eine Verkrümmung der Wirbelsäule, Fehlhaltungen der Schulter und Überbelastung des Körpers können hierbei schnell ermittelt werden. Weitere körperliche Untersuchungen können durch eine Analyse der Reflexe, Muskelkraft und der Beweglichkeit durchgeführt werden. Dabei wird der Arzt besonders auf die Gelenke achten.
Eher selten sind Schädigungen der Nerven für die Rückenschmerzen verantwortlich. Dann sollte aber eine weitere Behandlung von einem Neurologen durchgeführt werden.
Sind die Ursachen für die Rückenschmerzen gefunden, beginnt die passende Therapie. Vor allem haben sich hierbei Massagen, Akupunktur, Wärmebehandlungen, Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung bewährt. Nach heutigem Kenntnisstand steht allerdings die aktive Bewegungstherapie im Vordergrund; passive Anwendungen wie Massagen oder Wärmebehandlungen gelten nur noch als unterstützende Ergänzung. Auf Medikamente oder Operationen sollte nur im Notfall zurückgegriffen werden, wenn erstgenannte Behandlungen nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Dies aber nur nach einer ausführlichen ärztlichen Beratung.
Aussicht & Prognose
Rückenschmerzen treten bei sehr vielen Menschen auf und können relativ gut behandelt werden. Bei einer frühzeitigen Behandlung können Spätfolgen und andere Schmerzen verhindert werden, sodass die Rückenschmerzen zu keinen weiteren Komplikationen oder Einschränkungen führen. In den meisten Fällen findet eine Behandlung in Form einer Therapie oder Massage statt.
Rückenschmerzen können den Alltag des Betroffenen relativ stark einschränken. Somit sind bestimmte Tätigkeiten nicht mehr möglich oder führen dabei zu sehr großen Schmerzen. Oft sind eine falsche Sitzhaltung und keine sportliche Aktivität der Grund für die Rückenschmerzen. Die Umstellung der Sitzhaltung und das Betreiben einer Sportart kann somit Rückenschmerzen vorbeugen.
Falls die Rückenschmerzen nur gelegentlich auftreten und den Alltag nicht einschränken, muss kein Arzt aufgesucht werden. Ein Arzt sollte jedoch dann um Rat gefragt werden, wenn die Rückenschmerzen permanent vorhanden sind und Bewegungen nicht mehr möglich machen. Operative Eingriffe finden in der Regel nicht statt, ebenso werden auch nur selten Medikamente zur Behandlung verwendet.
Vorbeugung
Rückenschmerzen, die nicht durch organische Erkrankungen hervorgerufen werden, kann man gut vorbeugen. Vor allem eine gesunde Ernährung, viel körperliche Bewegung durch Sport und Entspannungstechniken beugen Rückenschmerzen am nachhaltigsten vor. Sportarten, bei denen Muskeln aufgebaut werden, die die Gelenke entlasten, sind am besten. Dazu gehören vor allem Schwimmen und leichtes Krafttraining. Ebenso förderlich ist eine medizinische Rückenschule.
Sorgen Sie weiterhin für ein stressfreies und entspanntes Leben. Verzichten Sie auf viel Alkohol und Rauchen. Wenn Sie viel im Alltag sitzen müssen, versuchen Sie auf geeigneten, orthopädischen Stühlen zu sitzen. Informieren Sie sich dazu bei Ihrem Orthopäden.
↳ Weitere Informationen: Hausmittel gegen Rückenschmerzen
Das können Sie selbst tun
Bei Rückenschmerzen ist in jedem Fall die Aufnahme einer sportlichen Aktivität hilfreich. Diese muss den Betroffenen nicht komplett auslasten und darf auch den Rücken nicht stark belasten. Daher sollten Aktivitäten wie Joggen oder Fahrradfahren ausgesucht werden. Gewichtheben und Bankdrücken sind dahingegen zu vermeiden. In der Regel sollten alle Aktivitäten vermieden werden, die den Rücken stark belasten. Dazu gehört vor allem das Heben und Bewegen von schweren Gegenständen. Beim Heben sollte der Patient in die Knie gehen, damit der Rücken entlastet wird. Eine Sporttherapie, die gezielt auf muskuläre Defizite achtet, und auf gezielten Muskelaufbau und -stärkung setzt, kann sich förderlich auf die Linderung von Rückenschmerzen auswirken.
Gegen die Rückenschmerzen hilft auch eine gesunde Sitzhaltung. Der Rücken sollte gerade sein und darf nicht eingeknickt sein. Vor allem bei einem Bürojob ist es hilfreich, mindestens zweimal in der Stunde aufzustehen und sich zu bewegen. Wichtiger als eine bestimmte „richtige“ Sitzhaltung ist nach heutigem Kenntnisstand der häufige Wechsel der Sitzposition. Auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, empfehlenswert ist Wasser, sollte stets geachtet werden.
Bei stärkeren Schmerzen können Massagen helfen, diese können auch vom eigenen Partner durchgeführt werden. Die Behandlung wird durch Wärme beschleunigt. Hier kann der Patient zum Beispiel ein wärmendes Bad mit ätherischen Ölen einnehmen oder die betroffene Stelle am Rücken mit einem Wärmekissen aufwärmen. Sehr starke Rückenschmerzen sollten allerdings durch einen Arzt behandelt werden, damit es nicht zu Folgeschäden kommt.
Video: Rückenschmerzen
Quellen
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ISBN: 9783132443150
- Casser, H.-R., Hasenbring, M., Becker, A., Baron, R. (Hrsg.): Rückenschmerzen und Nackenschmerzen.
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- Krämer, R., Matussek, J., Theodoridis, T.: Bandscheibenbedingte Erkrankungen.
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- Reinhold, M., Eicker, S. O., Schleicher, P. (Hrsg.): Checkliste Wirbelsäule.
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- Grifka, J., Kuster, M. (Hrsg.): Orthopädie und Unfallchirurgie.
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