Bauchwand

Die Bauchwand besteht aus drei Schichten, die sich aus verschiedenen Gewebetypen zusammensetzen, und begrenzt den Bauchraum mit den Bauchorganen. Schäden im Gewebe der Bauchwand oder eine Schwächung der dazu gehörigen Muskulatur führen zu verschiedenen Beschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet die Bauchwand?

Die Bauchwand umschließt und begrenzt den Bauchraum. Sie verbindet Brustkorb und Becken. Die Bauchwand wird in drei Bereiche unterteilt, den ventralen (vorderen), den lateralen (seitlichen) und den dorsalen (hinteren) Teil. Unter dem Begriff Bauchdecke werden meist nur die ventralen sowie die lateralen Abschnitte der Bauchwand verstanden.

Die Bauchwand setzt sich aus drei Schichten mit unterschiedlichen Gewebearten zusammen. Die ventralen und lateralen Bereiche der Bauchwand sind frei von Knochen, hier trägt die mittlere Schicht aus Muskeln und Sehnen die meiste Last. Die im Bauchraum liegenden Organe und das vom Bauchfell überzogene Fettgewebe üben dabei Druck auf die Bauchwand aus, dem die Bauchmuskulatur entgegenwirkt.

Anatomie & Aufbau

Die oberflächliche Schicht der Bauchwand besteht aus der sogenannten Cutis, das heißt der Ober- und Lederhaut. Darunter befindet sich die Subcutis, eine Hautschicht aus Binde- und Fettgewebe sowie die Fascia abdominalis, die oberflächliche Körperfaszie. Das Bindegewebe ist von Blutgefäßen und Nerven durchzogen.

Die mittlere Schicht besteht aus verschiedenen Bauchmuskeln, der Fascia transversalis (die innere Bauchfaszie) sowie der Rektusscheide. Zu den Bauchmuskeln zählen der Musculus obliquus externus abdominis (äußerer Bauchmuskel], der Musculus obliquus internus abdominis (innerer schräger Bauchmuskel), der Musculus transversus abdominis (querverlaufender Bauchmuskel) und der Musculus rectus abdominis (gerader Bauchmuskel].

Die Rektusscheide ist ein aus Sehnenplatten gebildeter Kanal, in dem sich Muskeln, Nerven und Gefäße befinden. Die dritte oder tiefe Schicht der Bauchwand enthält Bindegewebe und das sogenannte Peritoneum oder Bauchfell, das den Bauchraum auskleidet. Das Peritoneum liegt mit dem parietalen Peritoneum, welches das äußere Blatt des Bauchfells ist, an der inneren Bauchfaszie an. Das viszerale Peritoneum bedeckt die Bauchorgane.

Funktion & Aufgaben

Die Bauchwand hat vielfältige Funktionen. So dient sie dem Schutz der Bauchorgane. Hierzu zählen Leber, Gallenblase, Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Milz. In der Subcutis, der sogenannten Unterhaut, kann Fett als Energiespeicher für den Körper eingelagert werden.

Das Einlagern von Fett dient außerdem als Schutz vor dem Verlust von Wärme. Die mittlere, muskulöse Schicht der Bauchwand sorgt für die Beweglichkeit des Rumpfes nach vorne und ermöglicht die Drehung des Oberkörpers. Außerdem stabilisiert sie die Bauchwand. Die Muskulatur der Bauchwand unterstützt als Atemhilfsmuskulatur die Ausatmung und das Zusammenspiel zwischen Herzschlag und Atmung.

Sie unterstützt außerdem Wirbelsäule und Rückenmuskulatur. Mithilfe der sogenannten Bauchpresse, bei der durch Anspannung der Bauchmuskulatur Druck auf den Bauchraum ausgeübt wird, kann in Zusammenspiel mit der Beckenbodenmuskulatur und dem Zwerchfell die Stuhlentleerung unterstützt werden.

Ebenso kann die Muskulatur der Bauchwand bei Blasenentleerungsstörungen bei der Entleerung der Harnblase helfen. Die Bauchpresse kann beim Geburtsvorgang außerdem die Wirkung der Wehen verstärken. Das in der tiefen Schicht der Bauchwand in Falten liegende Peritoneum umhüllt die Bauchorgane und kann die sogenannte Peritonealflüssigkeit, ein Sekret, das als eine Art Schmiermittel fungiert, abgeben und aufnehmen.

Hierdurch können sich die in der Bauchhöhle gelegenen Organe leichter gegeneinander bewegen. Dies ist beispielsweise bei der Nahrungsaufnahme durch einen gefüllten Magen, in der Schwangerschaft, bei Bewegungen und bei der Atmung erforderlich. Gleichzeitig hält es die Bauchorgane in der ihnen zugedachten Position und schützt sie. Das Peritoneum ist von Blut- und Lymphgefäßen sowie von Nerven durchzogen und versorgt hierdurch die Organe.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Krankheiten & Beschwerden

Krankheiten oder Schäden der Bauchwand können zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Hierzu zählen ziehende Schmerzen in der Bauchgegend, die häufig bei Bewegung, beim Husten oder beim Heben von schweren Gegenständen stärker sind als im Ruhezustand. So können Schwachstellen oder Risse in den Schichten der Bauchwand zu einer sogenannten Hernie, einem Bruch, führen, bei der sich Eingeweide nach außen schieben, Ausstülpungen bilden können und durch eine Geschwulst an der Bruchstelle sichtbar sind.

Schwachstellen gibt es beispielsweise in der Nabel- und Leistengegend, wo es zu einem Nabel- oder Leistenbruch kommen kann, bei denen es sich nicht um Knochenbrüche, sondern um Hernien handelt. Hernien zählen zu den häufigsten chirurgischen Erkrankungen. Eine Hernie kann auch durch eine Fehlbildung der Bauchwand im Embryonalalter entstehen, wo sich durch eine fehlende Durchblutung bereits Spalten in den Gewebeschichten bilden können.

Ebenso kann eine Hernie durch einen sogenannten postoperativen Laparoschisis entstehen. Hierunter wird eine Spalte in den Gewebeschichten verstanden, die nach einem operativen Eingriff entsteht. Eine Entzündung der Bauchwand kann zu einer reflektorischen Abwehrspannung der Bauchmuskulatur führen.

Ist das Bauchfell gereizt, kann dies zu Übelkeit und Erbrechen oder Schwindel führen. Bei einer sogenannten Aszites sammelt sich vermehrt Flüssigkeit im Peritoneum an und der Bauch schwillt an. Bei Blinddarmentzündungen kommt eine Entzündung des Peritoneums häufig als Begleiterkrankung vor und ist mit starken Schmerzen verbunden.

Ist die Bauchmuskulatur der mittleren Schicht der Bauchwand zu schwach ausgebildet, kann es zu Rückenbeschwerden kommen. Die Lendenwirbelsäule beugt sich nach vorne durch, ein Hohlkreuz entsteht und kann neben Verspannungen der Rückenmuskulatur dauerhaft zu Schäden an den Bandscheiben führen.

Ein weiteres Problem in Zusammenhang mit der Bauchwand können Tumorerkrankungen wie Lipome oder Liposarkome in der Subkutis sein. Bei Tumorerkrankungen der inneren Organe kommt es außerdem im Bereich des Bauchfells häufig zur Bildung von Metastasen.

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 8. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Bauchwand?

Name oder Pseudonym:

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Mit dem Abschicken Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten (Datenschutzerklärung) durch diese Website einverstanden.

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Manuela kommentierte am 11.02.2016

Seit zweieinhalb Jahren habe ich immer wieder rechtsseitige Bauchmuskelschmerzen. Eine Hernie wurde ausgeschlossen. Gleichzeitig habe ich auch Rückenschmerzen rechts. Kein Bandscheibenvorfall. Es muss wohl eine muskuläre Ursache haben. Kann das mit Bauchmuskelbeschwerden zusammenhängen? Kein Arzt kann es mir erklären.

Uschka kommentierte am 20.04.2016

Ich hatte viele Operationen am Bauch und dadurch viele Verwachsungen, die jetzt zum Teil an der Bauchwand kleben und entsprechend Beschwerden auslösen. Eine erneute OP ist unmöglich. Was kann ich selber noch tun um die Beschwerden zu vermeiden?

Ve-Tu kommentierte am 19.03.2017

Ich laufe seit ca. zwölf Jahren Halbmarathons und bin 2016 erster in meiner Altersgruppe 70-74 Jahre geworden. Vor fünf Monaten hatte ich das erste Mal nach dem Joggen erhebliche Schmerzen in der ventralen Bauchwand, konnte drei bis vier Stunden kaum gehen, musste mich am Geländer die Treppe hochziehen. Ich habe sehr viele Untersuchungen inzwischen hinter mir, auch etliche VDs wie Magenkrebs. Zum Glück war es ein gutartiger Tumor. Aber auch ein bösartiger hätte meine Schmerzen nicht erklären können. Ich war auch zweimal beim Orthopäden. Die LWS ist an der Stelle, die für diese Schmerzen verantwortlich sein könnte, in Ordnung. Ich war auch zweimal in der Röhre - alles o.B., bzw. nur Befunde, die die Schmerzen nicht erklären können. In dieser Woche bin ich wieder auf meine Hausstrecke (66 Minuten) joggen gegangen. Ich wollte meiner Hausärztin einen genaueren Bericht liefern können. Die Schmerzen waren so wie vor fünf Monaten. Ich kann Nordic walken, auf den Crosstrainer, Rad fahren, auf die Langlaufski, tanzen und wandern. Aber ich kann nicht joggen. Blutbilder wurden auch zwei gemacht. Wo könnte noch gesucht werden? Die Schmerzen habe ich unter dem Bauchnabel, von einer auf die andere Seite. Im Vorfeld sind Schmerzen nur links aufgetreten und nur für zwei Minuten oder so.

Josef kommentierte am 15.11.2018

Ich habe schon jahrelang immer wieder starke unerklärliche Bauchschmerzen. Ein Gastroenterologe sagte, diese kommen vom Rücken. Nach etlichen Rückenuntersuchungen mit MRT kam jeder Arzt zu dem Ergebniss, dass diese Schmerzen nicht vom Rücken kommen können. Woher können diese Bauchschmerzen kommen? Mein Hausarzt hat eigentlich noch nie diesbezüglich Blut untersucht und zweimal hatte ich wegen den starken Schmerzen schon einen Zusammenbruch und kam in ein Krankenhaus. Jedoch wurde ich dort nach einer Infusion wieder entlassen.