Mesna
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Mesna steht als Abkürzung für Natrium-2-mercaptoethansulfonat. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der unterstützend zur Chemotherapie zum Einsatz kommen kann. Mesna soll den Organismus dabei unterstützen, indem es giftige Stoffwechselprodukte unschädlich macht und dadurch das Risiko senkt, dass der Patient eine schwere Komplikation infolge der Chemotherapie entwickelt.
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Was ist Mesna?
Bei Mesna (seltener auch in der Schreibweise MESNA) handelt es sich um eine Kurzform für die pharmakologisch wirksame Substanz Natrium-2-mercaptoethansulfonat mit der Summenformel C2H5NaO3S2. In Reinform wirkt es reizend und erfordert deshalb einen sorgfältigen Umgang.
Mesna gehört zur Klasse der Gegengifte (Antidote); früher zählte es außerdem zu den Hustenlösern, die den Bronchialschleim verflüssigen (Mukolytika). 2008 lief die Zulassung für Mesna als Mukolytikum aus; davor kam es bei Bronchialobstruktion, Bronchiektasen, Mukoviszidose und anderen Erkrankungen zur Anwendung.
Mesna entsteht aus der Verbindung von 2-Bromethansulfonsäure und Thioharnstoff, der aus Harnstoff entsteht, wenn ein Schwefelatom das Sauerstoffatom des Harnstoffs verdrängt.
Pharmakologische Wirkung
Das Mesna-Molekül verfügt an einem Ende über eine Sulfhydrylgruppe, über die es eine Verbindung mit dem giftigen Stoff Acrolein eingehen kann. Die EU-Gefahrenstoffkennzeichnung stuft Acrolein u. a. als sehr giftig ein. Es entsteht, wenn der Körper Cyclophosphamid oder ein anderes Oxazaphosphorin abbaut.
Für die Chemotherapie stellt Acrolein somit ein großes Problem dar, denn ohne ein Gegenmittel wie Mesna richtet sich die Dosis zur Behandlung mit Cyclophosphamid nicht allein nach der Notwendigkeit. Stattdessen müssen Ärzte die Dosis des Chemotherapeutikums begrenzen, um die toxische Wirkung von Acrolein unter Kontrolle zu halten.
Durch Mesna verschiebt sich das Verhältnis zugunsten des Patienten. Ohne das Arzneimittel würde Acrolein möglicherweise eine Blasenentzündung mit Blutungen hervorrufen, eine sogenannte hämorrhagische Zystitis. Neben einer deutlichen Menge Blut im Urin kann sich die hämorrhagische Zystitis in häufigem, schmerzhaftem oder brennendem Wasserlassen und Blasenkrämpfen äußern. Eventuell treten auch Unterleibsschmerzen, Fieber oder Dranginkontinenz auf.
Eine unbehandelte Blasenentzündung kann sich zu einer Nierenbeckenentzündung entwickeln, die sich oft in Symptomen wie Druckschmerzen in der Nierengegend, Übelkeit, Schwindel, Fieber oder Kopfschmerzen zeigt. Im schlimmsten Fall breitet sich die Infektion weiter aus und endet in einer spezifischen Form der Blutvergiftung, der Urosepsis, bei der die Blutgefäße Schaden nehmen und ein lebensbedrohlicher Zustand eintreten kann. Die Sterblichkeitsrate ist bei der Urosepsis hoch.
Im Blut wandelt sich das als freie Thiolverbindung zugeführte Mesna rasch in sein Disulfid um. Dieses wird in den Nierenkörperchen filtriert und dabei zu einem erheblichen Teil wieder in die freie Thiolverbindung zurückverwandelt, die erst im Harn ihre schützende Wirkung entfaltet. Ausgeschieden wird der Stoff fast ausschließlich über die Niere, und zwar von der Gabe an: In den ersten Stunden überwiegt die freie Form, danach fast nur noch das Disulfid; nach wenigen Stunden ist die Ausscheidung über die Niere weitgehend abgeschlossen. Für den Schutz der Blase zählt allein, wie viel freies Mesna im Urin ankommt, nach einer Gabe in die Vene etwa ein Drittel der zugeführten Menge.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Mesna kann bei bestimmten Chemotherapien zur Behandlung von Krebserkrankungen zum Einsatz kommen. Die Substanz wirkt nicht unmittelbar auf die Neubildungen oder Metastasen, sondern unterstützt die Therapie, indem es giftige Stoffwechselprodukte unschädlich macht. Diese schädlichen Stoffe entstehen infolge der eigentlichen Chemotherapie.
Ärzte können Mesna jedoch nicht beliebig anwenden, um allgemeine Nebeneffekte verschiedener Chemotherapien zu dämpfen. Der Wirkstoff neutralisiert lediglich ein spezifisches toxisches Stoffwechselprodukt, mit dem er eine chemische Verbindung eingehen kann, nämlich Acrolein. Daneben stabilisiert Mesna die urotoxischen Hydroxy-Metaboliten der Oxazaphosphorine; über beide Reaktionen wird eine örtlich begrenzte Entgiftung in der Niere und den ableitenden Harnwegen erreicht.
Als Anwendungsgebiet nennt die Fachinformation die Verhütung der Harnwegsgiftigkeit von Oxazaphosphorinen, also von Ifosfamid, Cyclophosphamid und Trofosfamid. Ausdrücklich aufgeführt sind dabei Risikopatienten: Menschen, die im Bereich des kleinen Beckens bestrahlt wurden, die unter einer früheren Behandlung mit einem dieser Mittel bereits eine Blasenentzündung entwickelt haben oder bei denen Erkrankungen der Harnwege aus der Vorgeschichte bekannt sind. Wie viel Schutz nötig ist, hängt außerdem davon ab, ob das Zytostatikum als Tablette oder als Injektion gegeben wird und ob eine Harnwegsinfektion besteht.
Mesna ist als Antidot unter dem Handelsnamen Uromitexan® erhältlich. Patienten erhalten es in der Regel als Infusion während und nach der eigentlichen Chemotherapie; daneben stehen Tabletten zur Verfügung.
Damit das Acrolein den Körper verlassen kann, sollten Patienten viel Flüssigkeit aufnehmen. Unter Umständen ist außerdem eine Kontrolle der Ausscheidungen notwendig, um sicherzustellen, dass keine Körperfunktionen beeinträchtigt sind und die Flüssigkeit, in Kombination mit Mesna, die Giftstoffe wie beabsichtigt ausschwemmt. In der Regel scheidet der Organismus das Arzneimittel sehr schnell aus.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Mesna, einem uroprotektiven Mittel, das zur Vorbeugung von hämorrhagischer Zystitis bei der Chemotherapie mit Oxazaphosphorinen wie Cyclophosphamid und Ifosfamid eingesetzt wird, sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten. Mesna wirkt durch die Bindung und Inaktivierung der toxischen Metaboliten dieser Chemotherapeutika, die die Blasenschleimhaut schädigen können.
Die Dosierung von Mesna wird typischerweise basierend auf der Dosis des verwendeten Chemotherapeutikums berechnet. Üblicherweise beträgt die Dosis von Mesna 60-100% der Cyclophosphamid- oder Ifosfamid-Dosis, aufgeteilt in mehrere Verabreichungen. Mesna wird häufig in drei bis vier Einzeldosen verabreicht: die erste Dosis intravenös zu Beginn der Chemotherapie und die folgenden Dosen oral oder intravenös in regelmäßigen Abständen, um eine kontinuierliche Schutzwirkung zu gewährleisten.
Es ist entscheidend, dass Mesna rechtzeitig und in der richtigen Dosierung verabreicht wird, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Eine unzureichende Dosierung oder verzögerte Verabreichung kann den Schutz der Blase verringern und das Risiko für hämorrhagische Zystitis erhöhen.
Patienten müssen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um die Ausscheidung der Chemotherapeutika und deren Metaboliten zu fördern. Regelmäßige Kontrollen des Urins auf Blut und andere Anzeichen einer Blasenschädigung sind notwendig, um frühzeitig eingreifen zu können.
Nebenwirkungen von Mesna sind häufig: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Benommenheit, Fieber, Hautausschlag und Hitzegefühl treten sehr häufig auf, also bei mehr als einem von zehn Behandelten. Schwerwiegende Reaktionen wie eine Anaphylaxie oder ausgedehnte Hautablösungen sind ebenfalls berichtet worden, ohne dass sich ihre Häufigkeit aus den vorliegenden Daten abschätzen lässt. Patienten sollten über mögliche Nebenwirkungen informiert werden und wissen, wann sie medizinische Hilfe suchen sollten.
Die korrekte Handhabung, Lagerung und Verabreichung von Mesna sind ebenfalls wichtig, um seine Wirksamkeit zu gewährleisten. Es sollte in der Originalverpackung und gemäß den Anweisungen des Herstellers aufbewahrt werden, um eine Beeinträchtigung der Wirksamkeit zu vermeiden.
Risiken & Nebenwirkungen
Als Nebenwirkungen von Mesna treten Beschwerden wie Hautreaktionen, Wassereinlagerungen (Ödeme), Symptome der Schleimhaut, Abfallen des Blutdrucks und Herzrasen (Tachykardie) auf.
Nach sehr hohen Einzeldosen sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Kraftlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gliederschmerzen ebenfalls beschrieben, dort zusammen mit einem Blutdruckabfall und Veränderungen der Herzschlagfolge. Unklar ist jedoch, ob ein Teil der Beschwerden auf die Chemotherapie zurückgeht und nicht etwa auf Mesna.
Einige Menschen reagieren überempfindlich auf Mesna und entwickeln verschiedene Hautreaktionen, die auch die Schleimhäute betreffen können. Auch Kreislaufprobleme können sich manifestieren. Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Mesna ist das Mittel deshalb kontraindiziert.
Die Nebenwirkungstabelle der Fachinformation ordnet den einzelnen Beschwerden Häufigkeiten zu. Als sehr häufig, also bei mehr als einem von zehn Behandelten, gelten Kopfschmerzen, Benommenheit, Schläfrigkeit, Hitzegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Hautausschlag sowie Fieber und Reaktionen an der Infusionsstelle. Häufig sind unter anderem eine Reizung der Schleimhäute, Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen, Herzklopfen, eine Bindehautentzündung, Lichtscheu, unscharfes Sehen und erhöhte Leberwerte. Für die Wassereinlagerung rund um die Augen, den Blutdruckabfall und die Beschleunigung des Herzschlags lässt sich aus den vorliegenden Daten dagegen keine Häufigkeit abschätzen.
Als schwerwiegendste Nebenwirkungen führt die Fachinformation die toxische epidermale Nekrolyse, das Stevens-Johnson-Syndrom, die Anaphylaxie und das Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und Beteiligung innerer Organe auf; auch für diese Reaktionen ist die Häufigkeit nicht abschätzbar. Weil Mesna zusammen mit Zytostatika gegeben wird, lässt sich oft nicht trennen, welche Beschwerde auf welches der beiden Mittel zurückgeht. Beschrieben ist außerdem ein rascher Rückgang der Lymphozytenzahl im Blut, der sich im Allgemeinen binnen einer Woche nach der Gabe wieder ausgleicht.
Kontraindikationen
Bei der Verwendung von Mesna gibt es mehrere typische Kontraindikationen, die berücksichtigt werden müssen, um das Risiko von Nebenwirkungen und Komplikationen zu minimieren. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist eine bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Mesna oder seine Bestandteile. Patienten, die in der Vergangenheit allergische Reaktionen wie Hautausschläge, Juckreiz, Atembeschwerden oder anaphylaktische Reaktionen nach der Einnahme von Mesna gezeigt haben, sollten das Medikament nicht erneut erhalten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die gleichzeitige Anwendung bestimmter Medikamente. Mesna ist eine Thiolverbindung. Thiolhaltige Arzneimittel wie Amifostin, Penicillamin oder Captopril haben ähnliche Nebenwirkungsprofile und können schwere Hautreaktionen auslösen. Wer auf eines dieser Mittel mit einer Nebenwirkung reagiert hat, sollte Mesna deshalb nur unter besonderer Vorsicht erhalten.
Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen sollten Mesna nur mit Vorsicht verwenden, da die Ausscheidung des Medikaments hauptsächlich über die Nieren erfolgt. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann es zu einer Akkumulation des Wirkstoffs kommen, was das Risiko von Nebenwirkungen erhöht. Für die Tabletten ist eine eingeschränkte Nierenfunktion sogar ausdrücklich als Gegenanzeige aufgeführt.
Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes ist Vorsicht geboten, da bei ihnen das Risiko allergischer und anaphylaktoider Reaktionen erhöht ist. Auch bei Patienten mit bekannten Blasenproblemen oder -erkrankungen sollte eine genaue Abwägung der Risiken und Nutzen erfolgen, da diese Patienten möglicherweise ein höheres Risiko für Komplikationen haben.
Mesna sollte zudem nicht bei Patienten angewendet werden, die keine Behandlung mit Oxazaphosphorinen erhalten, da seine spezifische Schutzwirkung gegen die toxischen Metaboliten dieser Chemotherapeutika gerichtet ist und bei anderen Anwendungen keine nachgewiesene Wirksamkeit hat.
Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter sechzehn Jahren sind in klinischen Studien des Herstellers nicht nachgewiesen; in der medizinischen Fachliteratur ist die Anwendung in dieser Altersgruppe jedoch beschrieben. Weil Kinder in der Regel häufiger Wasser lassen als Erwachsene, kann eine dichtere Abfolge der Gaben erforderlich sein. Die Filmtabletten enthalten Lactose und eignen sich deshalb nicht für Menschen mit einer seltenen erblichen Galactose-Unverträglichkeit, einem Lactase-Mangel oder einer Glucose-Galactose-Malabsorption.
Während der Behandlung mit Mesna sollte nicht gestillt werden. Für die Anwendung in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Daten vor; im Tierversuch ergaben sich keine Hinweise auf eine Schädigung des Embryos oder auf Fehlbildungen. Da Mesna stets im Rahmen einer Chemotherapie gegeben wird, gilt für beide Zeiträume ohnehin die Nutzen-Risiko-Abwägung dieser Behandlung. Unter Mesna können ferner Ohnmacht, Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel und unscharfes Sehen auftreten, die die Fahrtüchtigkeit erheblich beeinträchtigen; ob ein Patient ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen kann, ist deshalb im Einzelfall zu klären.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Bei der Verwendung von Mesna bestehen einige potenzielle Interaktionen mit anderen Medikamenten, die berücksichtigt werden müssen, um Nebenwirkungen zu vermeiden und die Wirksamkeit der Behandlung sicherzustellen. Eine wesentliche Interaktion betrifft Chemotherapeutika wie Cyclophosphamid und Ifosfamid, mit denen Mesna häufig zusammen verabreicht wird, um hämorrhagische Zystitis zu verhindern. Während Mesna die toxischen Metaboliten dieser Medikamente neutralisiert, beeinflusst es weder deren Wirkung gegen den Tumor noch deren sonstige Nebenwirkungen.
Förmliche Studien zu Wechselwirkungen von Mesna mit anderen Arzneimitteln wurden nicht durchgeführt. Dokumentiert sind dagegen Unverträglichkeiten in der Lösung: Mesna darf nicht mit Epirubicin gemischt werden, weil dieses dadurch unwirksam wird. Mit Carboplatin, Cisplatin und Stickstofflost ist Mesna im Reagenzglas ebenfalls unverträglich; eine zeitgleiche Gabe über getrennte Zugänge ist jedoch möglich, da sich die Mittel im Körper nicht beeinflussen.
Auf Laboruntersuchungen wirkt sich Mesna dagegen nachweislich aus. Unter der Behandlung kann der Urintest auf Ketonkörper falsch positiv ausfallen, sofern er auf Nitroprussid-Natrium beruht; durch Zugabe von Eisessig lässt sich ein solches Scheinergebnis von einem echten unterscheiden. Ebenso kann es bei Urin-Suchtests auf Ascorbinsäure (Vitamin C) mit Tillmans Reagenz zu falsch positiven Ergebnissen kommen.
Der Einfluss von Antioxidantien und anderen Nahrungsergänzungsmitteln auf die Wirkung von Mesna ist nicht untersucht. Es wird empfohlen, die Einnahme solcher Präparate mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
Auch in der Kombination mit Cyclophosphamid oder Ifosfamid verhindert Mesna nicht bei allen Patienten eine hämorrhagische Zystitis; die Patienten müssen deshalb während der Behandlung entsprechend überwacht werden.
Insgesamt ist es wichtig, dass Patienten ihren Ärzten alle eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mitteilen, um potenzielle Wechselwirkungen zu vermeiden und eine sichere und wirksame Anwendung von Mesna zu gewährleisten.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Mesna nicht vertragen wird, gibt es alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe, die zur Vorbeugung von hämorrhagischer Zystitis bei der Chemotherapie mit Cyclophosphamid und Ifosfamid eingesetzt werden können. Eine mögliche Alternative ist Acetylcystein (N-Acetylcystein, NAC). NAC kann als Antioxidans wirken und die Bildung schädlicher Metaboliten verhindern, die die Blase schädigen könnten.
Ein weiterer Wirkstoff, der verwendet werden kann, ist Amifostin. Amifostin ist ein zytoprotektives Mittel, das gesunde Zellen vor den schädlichen Wirkungen der Chemotherapie schützt, indem es freie Radikale neutralisiert und die DNA-Reparatur fördert. Es wird intravenös verabreicht und kann dazu beitragen, die toxischen Wirkungen von Chemotherapeutika auf die Blase zu reduzieren.
Hydrationstherapie ist eine weitere wichtige Methode zur Vermeidung von Blasenschäden. Durch die Verabreichung großer Mengen intravenöser Flüssigkeit wird die Harnproduktion erhöht und die Konzentration der schädlichen Metaboliten im Urin verringert. Dies kann das Risiko einer hämorrhagischen Zystitis erheblich reduzieren.
Hyperhydration, oft in Kombination mit Diuretika wie Furosemid, kann ebenfalls helfen, die Blase durch häufiges Wasserlassen zu spülen und die Konzentration toxischer Substanzen zu senken. Diese Methode erfordert eine sorgfältige Überwachung der Flüssigkeitsbilanz des Patienten, um eine Überlastung zu vermeiden.
Schließlich kann die lokale Instillation von Schutzmitteln in die Blase erwogen werden. Eine solche Methode ist die direkte Verabreichung von Hyaluronsäure oder Chondroitinsulfat in die Blase, um die Blasenschleimhaut zu schützen und die Regeneration des Gewebes zu fördern. Diese Ansätze können als Ergänzung oder Alternative zu Mesna dienen, insbesondere wenn eine Unverträglichkeit vorliegt.
Quellen
- Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J.: Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
ISBN: 9783609512242
- Engelhardt, M., Mertelsmann, R., Duyster, J. (Hrsg.): Das Blaue Buch – Chemotherapie-Manual Hämatologie und Onkologie.
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- Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
ISBN: 9783804746541
