Neuroleptika

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Neuroleptika gehören zu den Psychopharmaka. Sie werden bei Psychosen eingesetzt und daher auch als Antipsychotika bezeichnet. Sie bilden dabei nur eine von mehreren Gruppen der Psychopharmaka; daneben stehen unter anderem Antidepressiva, angstlösende Beruhigungsmittel (Tranquilizer) und Stimmungsstabilisierer. Neuroleptika sind verschreibungspflichtige Arzneimittel: Sie durchlaufen vor der Zulassung eine behördliche Prüfung auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit und dürfen nur auf ärztliche Verordnung angewendet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Neuroleptika?

Neuroleptika
Neuroleptika haben eine beruhigende Wirkung und sie dämpfen die Sinneswahrnehmungen, sie werden bei Psychosen eingesetzt.

Psychosen sind seelische Erkrankungen, bei welchen das Denken und die Wahrnehmung gestört sind. Dies kann zu Angst und Unruhezuständen führen, zu Halluzinationen oder Wahnvorstellungen.

Neuroleptika haben beruhigende Wirkung und dämpfen die Sinneswahrnehmungen. Je nach Zusammensetzung überwiegt mehr die eine oder die andere Wirkweise. Die Medikamente greifen im Gehirn in die Erregungsübertragung an den Synapsen ein und blockieren die Andockstellen (Rezeptoren) des Neurotransmitters Dopamin, was zu einer Dämpfung der Nerventätigkeit führt.

Außerdem greifen sie in die Systeme anderer Neurotransmitter wie Noradrenalin, Serotonin oder Histamin ein. Neuroleptika wirken symptomatisch, das heißt sie haben keine Heilungswirkung auf die psychische Erkrankung. Sie lindern lediglich die Symptome im Akutzustand oder verhindern ein erneutes Auftreten der Störungen.

Wie gut sie wirken, hängt von der Art der Beschwerden ab. Bei der sogenannten Positivsymptomatik – Halluzinationen, Wahn, Denkzerfahrenheit, also Erlebnissen, die zum normalen Erleben hinzukommen – sprechen Neuroleptika meist deutlich an. Schwächer fällt die Wirkung auf die Negativsymptomatik aus, bei der etwas fehlt: Antriebsarmut, Rückzug, verflachte Gefühle, verarmte Sprache. Auch Aufmerksamkeit, Gedächtnis und planendes Denken bessern sich unter der Medikation nur begrenzt. Gerade diese Anteile bestimmen aber, wie gut jemand im Alltag, im Beruf und in Beziehungen zurechtkommt – ein Grund, warum eine Behandlung selten allein aus Medikamenten besteht.

Wie stark ein Wirkstoff auf die Psychose wirkt, wird als Neuroleptische Potenz beschrieben. Hochpotente Wirkstoffe binden fest an die Dopaminrezeptoren und wirken kräftig gegen Wahn und Halluzinationen, machen aber weniger müde; niederpotente Wirkstoffe wirken umgekehrt stark beruhigend und schwächer gegen die psychotischen Symptome.

Geschichte & Entwicklung

Die Entdeckung und Entwicklung von Neuroleptika begann in den 1950er Jahren und revolutionierte die Behandlung psychischer Erkrankungen, insbesondere der Schizophrenie. Den Anfang machte 1952 die Einführung von Chlorpromazin, dem ersten Neuroleptikum, in die Psychiatrie durch die französischen Ärzte Jean Delay und Pierre Deniker; auf die beruhigende Wirkung der 1950 hergestellten Substanz hatte zuvor der Chirurg Henri Laborit aufmerksam gemacht. Ursprünglich als Antihistaminikum zur Ergänzung der Narkose entwickelt, stellte sich heraus, dass Chlorpromazin starke beruhigende und antipsychotische Eigenschaften hatte. Es reduzierte Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Erregungszustände bei Patienten mit Schizophrenie.

Dieser Durchbruch führte zur Entwicklung einer Reihe weiterer Neuroleptika, die als typische Antipsychotika bekannt wurden. Zu diesen gehörten Substanzen wie Haloperidol, das in den 1960er Jahren eingeführt wurde und aufgrund seiner starken antipsychotischen Wirkung schnell verbreitet wurde. Typische Neuroleptika wirken vor allem durch die Blockade von Dopaminrezeptoren im Gehirn, was die psychotischen Symptome mindert, allerdings häufig mit starken Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen einhergeht.

In den 1990er Jahren setzte sich eine neue Generation von Neuroleptika durch, die atypischen Antipsychotika. Clozapin war bereits 1972 eingeführt worden, kam wegen des Risikos einer Agranulozytose aber nur unter regelmäßiger Blutbildkontrolle zum Einsatz; in den 1990er Jahren folgten Wirkstoffe wie Risperidon. Sie zeichneten sich durch weniger schwere motorische Nebenwirkungen und eine breitere Wirkung auf verschiedene Neurotransmittersysteme aus, was sie zu einer bevorzugten Therapieoption machte.

Anwendung & Gebrauch

Neuroleptika werden aufgrund ihrer Wirkweise in schwach und stark wirksame Neuroleptika unterteilt. Schwach wirksame Neuroleptika sind von der Wirkweise stärker beruhigend und weniger antipsychotisch. Sie kommen bei Angst- und Unruhezuständen, bei Schlafstörungen oder bei Manien zur Anwendung.

Liegen echte Psychosen vor, so werden stark wirksame Neuroleptika verabreicht. Sie machen nicht so müde und wirken dafür stärker gegen die psychotischen Symptome. Man setzt sie beispielsweise bei Wahnvorstellungen, schizophrenen Zuständen oder Halluzinationen ein. Auch bei Entzugserscheinungen werden sie verabreicht. Die Patienten werden in ihrer Wahrnehmung gedämpft, sie erleben die Umwelt distanzierter und die typischen Symptome der Psychose gehen zurück.

In der Regel müssen die Neuroleptika bei diagnostizierten Psychosen über längere Zeit regelmäßig eingenommen werden; eine lebenslange Einnahme ist jedoch nicht in jedem Fall nötig, wie lange behandelt wird, richtet sich nach dem Verlauf und wird ärztlich festgelegt. Nach Bewältigung der Akutsituation wird allerdings die Dosis verringert. Neuroleptika werden als Tabletten eingenommen oder auch gespritzt. Es besteht die Möglichkeit sogenannte Depot-Spritzen zu verabreichen. Diese wirken je nach Präparat über mehrere Wochen bis Monate.

Neuroleptika werden auch in sehr geringer Dosierung vor Operationen zur Beruhigung von ängstlichen Patienten eingesetzt. Bei kleineren operativen Eingriffen verwendet man Neuroleptika zusammen mit speziellen Schmerzmitteln. Dieses Verfahren wurde als Neuroleptanalgesie bezeichnet und galt als verträglicher als eine Vollnarkose. Heute wird es kaum noch angewendet; an seine Stelle sind besser steuerbare Narkoseverfahren mit kurz wirksamen Schmerz- und Schlafmitteln getreten.

Außerdem haben Neuroleptika antiemetische (den Brechreiz eindämmend) Wirkung und werden daher bei sehr starker Übelkeit und Erbrechen angewendet, um lebensbedrohliche Zustände zu vermeiden.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Neuroleptika

Es gibt zwei Arten von Neuroleptika, typische und atypische. Diese Einteilung geht auf das Alter der Medikamente zurück; maßgeblich ist heute jedoch das Wirkprofil, also die Frage, an welchen Rezeptoren ein Wirkstoff angreift und welche Nebenwirkungen daraus folgen. Die älteren und typischen Neuroleptika kamen erstmals in den 50er Jahren zum Einsatz, das bekannteste dieser Gruppe ist Haloperidol. Bei der Einnahme dieser herkömmlichen Medikamente hatten die Patienten teilweise heftige Nebenwirkungen in Form von Bewegungsstörungen.

Die neuere Variante, die atypischen Neuroleptika, gibt es seit den 70er Jahren. Sie sind anders zusammengesetzt und rufen diese Bewegungsstörungen seltener und meist schwächer hervor; dafür stehen bei ihnen Nebenwirkungen des Stoffwechsels im Vordergrund. Außerdem wirken sie spezifischer auf die Symptome.

Da Neuroleptika, auch die neuere Generation, dennoch Nebenwirkungen verursachen, wird gelegentlich versucht, Psychosen mit homöopathischen Mitteln zu behandeln – ein Vorgehen, für das ein über den Placeboeffekt hinausgehender Wirknachweis fehlt. Eine Psychose ist eine schwere Erkrankung; homöopathische Mittel können eine antipsychotische Behandlung deshalb nicht ersetzen, und ein eigenmächtiges Absetzen der verordneten Medikamente kann einen Rückfall auslösen.

Auch die Frage nach pflanzlichen Psychopharmaka kommt immer häufiger auf, jedoch sind noch keine pflanzlichen Neuroleptika erforscht worden. Man sagt der Wurzel des Kava-Kava-Strauchs einen ähnlichen Effekt wie den der Neuroleptika nach, da sie angstlösend und beruhigend wirken soll. Als Mittel gegen Psychosen ist Kava-Kava jedoch weder erforscht noch geeignet. Wegen des Verdachts auf schwere Leberschäden widerrief das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 2002 die deutschen Zulassungen; seither ist die Zulassung mehrfach Gegenstand von Gerichtsverfahren gewesen, zuletzt nach einem erneuten Widerruf im Dezember 2019; Kava-Kava-Wurzelstock und seine Zubereitungen sind nach Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig, ausgenommen sind allein bestimmte homöopathische Zubereitungen zur oralen Anwendung.


Risiken & Nebenwirkungen

Neuroleptika haben diverse Nebenwirkungen, die von Mensch zu Mensch verschieden sind; die neuere atypische Variante verursacht seltener Bewegungsstörungen, dafür häufiger Nebenwirkungen des Stoffwechsels. Die sogenannten extrapyramidal-motorischen Störungen, die von der alten Form verursacht werden, äußern sich in sogenannten Dyskinesien.

Das sind plötzlich einsetzende Bewegungen, die der Patient nicht kontrollieren kann. Weiterhin kann es zu Zittern (Tremor) und zu einer Muskelsteifheit (Rigor) kommen. Auch eine gewisse Bewegungsarmut kann eintreten, aber ebenso überschießendes Bewegungsbedürfnis, wodurch die Betroffenen nicht still sitzen oder liegen können.

Weil sich viele dieser unerwünschten Wirkungen früh erkennen lassen, gehören Verlaufskontrollen zur Behandlung: Neben dem Blutbild werden regelmäßig Gewicht, Blutzucker- und Blutfettwerte erfasst, und weil einzelne Wirkstoffe die Erregungsleitung am Herzen verzögern können, wird auch ein EKG geschrieben. Ältere Menschen mit einer Demenz bilden eine besondere Gruppe: Erhielten sie Neuroleptika gegen Unruhe oder aggressives Verhalten, war in Untersuchungen die Sterblichkeit erhöht und das Risiko für einen Schlaganfall größer. Deshalb gilt für diese Anwendung heute große Zurückhaltung; sie ist nur nach sorgfältiger Abwägung, in möglichst kurzer Behandlung und nach dem Versuch nicht-medikamentöser Maßnahmen vertretbar.

Weitere Nebenwirkungen der Neuroleptika sind Müdigkeit, Verstopfung oder Schwitzen sowie eine Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens. Einzelne Wirkstoffe, allen voran Clozapin, können die Bildung der weißen Blutkörperchen stören, weshalb unter dieser Behandlung regelmäßige Blutbildkontrollen vorgeschrieben sind. Die Nebenwirkungen des Stoffwechsels, die bei den atypischen Medikamenten im Vordergrund stehen, sind Gewichtszunahme, erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte. Eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation aller Neuroleptika ist das maligne neuroleptische Syndrom mit hohem Fieber, Muskelsteifheit und Bewusstseinstrübung; es ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden.

Anwendung & Sicherheit

Die Anwendung von Neuroleptika erfolgt hauptsächlich zur Behandlung psychotischer Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolaren Störungen und schweren Depressionen. Diese Medikamente zielen darauf ab, Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und schwere Erregungszustände zu lindern. Bei Depressionen kommen sie vor allem dann infrage, wenn psychotische Symptome hinzutreten oder Antidepressiva allein nicht ausreichen. Die genaue Dosierung und das Präparat werden individuell auf den Patienten abgestimmt, abhängig von der Schwere der Erkrankung und den Reaktionen auf das Medikament. Neuroleptika können oral (Tabletten, Kapseln) oder als Depotpräparate verabreicht werden, die über eine Injektion langsam freigesetzt werden und eine längere Wirkungsdauer haben.

Die Sicherheit der Anwendung von Neuroleptika ist ein zentrales Thema. Während sie psychotische Symptome effektiv reduzieren, können sie auch Nebenwirkungen haben. Typische Antipsychotika sind bekannt für Bewegungsstörungen wie extrapyramidale Symptome oder tardive Dyskinesien, während atypische Neuroleptika eher Stoffwechselprobleme wie Gewichtszunahme, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen können. Regelmäßige ärztliche Überwachung ist wichtig, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Neuroleptika ist streng reguliert. Pharmazeutische Unternehmen müssen strenge Richtlinien der Good Manufacturing Practice (GMP) einhalten. Diese Standards gewährleisten, dass jedes Medikament sicher, wirksam und konsistent ist, durch regelmäßige Tests auf Reinheit, Stabilität und Wirksamkeit in jeder Produktionscharge.

Alternativen

Alternativen zu Neuroleptika bei der Behandlung psychotischer Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolarer Störungen umfassen andere Medikamentengruppen sowie nicht-medikamentöse Therapieansätze. Antidepressiva können bei bestimmten Formen der Depression oder begleitender Angststörungen eine Alternative sein, haben jedoch keine direkte Wirkung auf psychotische Symptome. Stimmungsstabilisatoren wie Lithium oder Antikonvulsiva (z. B. Valproat) werden bei bipolaren Störungen eingesetzt und können helfen, manische und depressive Episoden zu stabilisieren, ohne die motorischen Nebenwirkungen von Neuroleptika.

Nicht-medikamentöse Therapien spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie (CBT), kann helfen, den Umgang mit den psychotischen Symptomen zu verbessern und die soziale Funktion zu unterstützen. Allerdings ersetzen solche Therapien Neuroleptika bei schweren Psychosen nicht, sondern ergänzen sie.

Elektrokonvulsionstherapie (EKT) wird in einigen Fällen von therapieresistenter Schizophrenie oder schwerer Depression eingesetzt. Sie kann eine wirksame Alternative sein, insbesondere wenn Medikamente keine ausreichende Wirkung zeigen oder schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Obwohl EKT effektiv sein kann, wird sie aufgrund ihres invasiven Charakters nur in speziellen Fällen angewendet.

Einen festen Platz haben außerdem die begleitenden Hilfen, die keine Alternative im eigentlichen Sinn sind, ohne die eine Behandlung aber selten trägt: Psychoedukation, in der Betroffene und Angehörige die Erkrankung und ihre Frühwarnzeichen kennenlernen, Ergotherapie, Soziotherapie und Angebote zur beruflichen Wiedereingliederung. Bei therapieresistenter Schizophrenie, also wenn zwei ausreichend lange Behandlungsversuche mit verschiedenen Wirkstoffen erfolglos geblieben sind, gilt Clozapin als wirksamste Möglichkeit – um den Preis engmaschiger Blutbildkontrollen.

Insgesamt hängt die Wahl der Therapie von der Schwere der Erkrankung, der Reaktion auf frühere Behandlungen und dem Nebenwirkungsprofil ab.

Forschung & Zukunft

Aktuelle Trends in der Forschung zu Neuroleptika konzentrieren sich auf die Entwicklung von Medikamenten mit einem besseren Nebenwirkungsprofil und einer gezielteren Wirkung auf das Gehirn. Ein wichtiger Ansatz ist die Entwicklung von Medikamenten, die spezifischere Rezeptoren im Gehirn ansprechen, um unerwünschte Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen oder Stoffwechselprobleme zu reduzieren. Insbesondere wird an der Modulation von Glutamat-Rezeptoren geforscht, da Glutamat eine wichtige Rolle bei Schizophrenie und anderen psychotischen Erkrankungen spielt.

Ein weiterer Trend ist die Entwicklung von langwirksamen Depotpräparaten, die die Einnahmefrequenz reduzieren und die Therapietreue verbessern. Diese Präparate sorgen dafür, dass Patienten über Wochen oder sogar Monate eine gleichmäßige Medikamentenfreisetzung haben, was besonders bei Patienten mit mangelnder Adhärenz zur Medikation hilfreich ist.

Ein eigener Forschungszweig sucht nach Wirkstoffen, die ohne eine Blockade der Dopaminrezeptoren auskommen und damit die Bewegungsstörungen von vornherein vermeiden könnten; erste Substanzen dieser Art greifen an anderen Bindungsstellen im Gehirn an und werden derzeit in klinischen Studien geprüft.

Darüber hinaus wird an neuen Biomarkern geforscht, um individuellere Behandlungsansätze zu ermöglichen. Ziel ist es, vor der Behandlung besser vorhersagen zu können, welche Patienten auf welche Medikamente ansprechen und wer ein höheres Risiko für Nebenwirkungen hat.

Untersucht werden auch Substanzen wie Psilocybin und Ketamin, die in kontrollierten klinischen Umgebungen gegen schwer behandelbare Depressionen geprüft werden. Für psychotische Erkrankungen gilt das ausdrücklich nicht: Klassische Psychedelika können Psychosen auslösen oder verstärken und sind bei diesen Erkrankungen nicht angezeigt. Ketamin zählt pharmakologisch auch nicht zu den klassischen Psychedelika, sondern zu den dissoziativen Anästhetika. Diese Ansätze sind noch in der Erprobung, bieten jedoch neue Perspektiven für die zukünftige Behandlung von psychischen Störungen.

Quellen

  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Schneider, F. (Hrsg.): Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783662706671
  • Falkai, P., Wittchen, H.-U. (Hrsg.): Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen.
    ISBN: 9783801732172
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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