Haloperidol
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine psychische Krankheit kann das Leben von Betroffenen und Angehörigen sehr erschweren. Doch das bereits vor einigen Jahrzehnten entwickelte Haloperidol kann Abhilfe schaffen.
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Was ist Haloperidol?
Haloperidol zählt zu den hochpotenten, also am stärksten wirksamen Medikamenten in der Gruppe der Neuroleptika. Neuroleptika oder Antipsychotika sind Psychopharmaka, welche eine sedierende, also beruhigende und dem Realitätsverlust psychisch Kranker entgegen steuernde Wirkweise haben.
Haloperidol zählt zu den Butyrophenonen und wird bei akuten Erregungszuständen wie manischen Phasen oder akuten wie chronischen schizophrenen Krankheitsformen angewendet.
Nach dem Schlucken gelangen etwa zwei Drittel der aufgenommenen Menge in den Blutkreislauf; der Rest wird bereits bei der ersten Leberpassage abgebaut. Der höchste Blutspiegel wird einige Stunden nach der Einnahme erreicht, ein gleichbleibender Spiegel innerhalb der ersten Behandlungswoche. Haloperidol überwindet die Blut-Hirn-Schranke leicht, geht durch die Plazentaschranke und tritt in die Muttermilch über. Abgebaut wird es überwiegend in der Leber; die dabei entstehenden Abbauprodukte tragen nach heutigem Kenntnisstand nicht wesentlich zur Wirkung bei. Wie hoch der Blutspiegel bei gleicher Menge ausfällt, schwankt von Mensch zu Mensch erheblich.
Pharmakologische Wirkung
Haloperidol hat eine etwa fünfzigfach höhere antipsychotische Wirkung als Vorgängerarzneimittel wie Chlorpromazin. Es ist imstande, einige Dopamin-Rezeptoren zu blockieren. Es kommt im Zuge der Behandlung mit Haloperidol zur Blockade von adrenergen Rezeptoren.
Wie bei allen Neuroleptika sind eine akute und eine langfristige Wirkung zu unterscheiden: Die primäre Wirkung ist, dass Haloperidol sediert – es kommt zu einer besseren Ausdrucksfähigkeit der Patienten, was bei Erregungszuständen nicht selbstverständlich ist. Die antipsychotische Wirkung tritt erst ein paar Tage bis Wochen nach Erstanwendung ein – dann werden Symptome akuter Manien oder von Schizophrenie gebessert.
Im Vergleich zu Blut kommt es bei Haloperidol zu einer zwanzigfach größeren Kumulation im Hirn und in anderen Organen. Durch das Absetzen von Haloperidol sinkt die Gehirnkonzentration nur langsam, das führt dazu, dass die Begleitwirkungen von Haloperidol nach dem Absetzen auch nur langsam abnehmen.
Die Blockade der Dopamin-Rezeptoren wirkt nicht nur dort, wo sie erwünscht ist. Im mesolimbischen System unterdrückt sie Wahnvorstellungen und Halluzinationen, in den Basalganglien ist sie dagegen die wahrscheinliche Ursache der unerwünschten Bewegungsstörungen. In der Hirnanhangdrüse hebt sie die vom Dopamin ausgeübte Bremse auf die Ausschüttung von Prolaktin auf. Der Prolaktinspiegel steigt dadurch an, was einen Milchfluss aus der Brustdrüse, eine Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann sowie eine abgeschwächte oder ausbleibende Regelblutung nach sich ziehen kann. Bei bereits bestehendem Prolaktinüberschuss und bei Tumoren, die auf Prolaktin ansprechen könnten, ist Haloperidol deshalb nur mit Vorsicht anzuwenden.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Des Weiteren wirkt Haloperidol auch angstlösend. Die Patienten werden im Allgemeinen bei der Behandlung ausgeglichener und die Unruhe verschiedener Krankheitsbilder wird gemäßigt. Die Wahnvorstellungen nehmen bei der Gabe von Haloperidol ab – Denk- und Ich-Störungen werden gelindert. Die seelische Erregung und gefühlsmäßige Anspannung nehmen bei den psychisch Kranken bei Haloperidolgabe ab. Auch krankhaft ausgeformte Stimmungslagen oder Steigerungen des Antriebs wie bei der bipolaren Erkrankung üblich, werden mit Haloperidol gelindert.
Im deutschen Raum ist Haloperidol zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie und der schizoaffektiven Störung, mittelschwerer bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-I-Störung, also akuter Manien, sowie akuter psychomotorischer Erregungszustände im Rahmen einer psychotischen Störung oder einer manischen Episode; früher zählten auch organisch verursachte Psychosen dazu. Die organisch bedingten Psychosen sind mit der europaweiten Überarbeitung der Anwendungsgebiete im Jahr 2017 entfallen; an ihre Stelle trat die Akutbehandlung des Delirs, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen versagt haben. Hinzugekommen sind ferner die persistierende Aggression und psychotische Symptome bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz sowie die leichte bis mittelschwere Chorea Huntington.
Zur Erklärung: Psychosen sind schwere psychische Störungen, die mit Realitätsverlust verbunden sind. Manien sind affektive Störungen, also Störungen der Stimmungslage und des Antriebs, verbunden mit dem Gefühl, fast keinen Schlaf zu brauchen und extrem energiegeladen zu sein. Primär dient Haloperidol zur Sedierung, es wird aber auch prophylaktisch eingesetzt, um Rückfälle bei den eben beschriebenen Krankheiten zu verhindern. Ein weiteres Anwendungsgebiet von Haloperidol sind Tic-Erkrankungen, wie das Tourette-Syndrom.
In der Schweiz war Haloperidol zugelassen für zerebralsklerotisch verursachte Unruhezustände (diese treten im Rahmen schwerer Durchblutungsstörungen des Gehirns auf), Oligophrenie (geistige Behinderung) und als Begleitmedikation für den Alkoholentzug. Außerdem konnte es zum Lindern von Schmerzen bei chronischen Schmerzleiden aufgrund diverser Leiden eingesetzt werden. Die heute gültige Schweizer Fachinformation führt diese Anwendungsgebiete nicht mehr; zugelassen sind seither die Schizophrenie und die schizoaffektive Störung, das Delir, mittelschwere bis schwere manische Episoden einer Bipolar-I-Störung, akute psychomotorische Erregungszustände, persistierende Aggression und psychotische Symptome bei Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz, Tics einschließlich Tourette-Syndrom sowie die Chorea Huntington.
Wie wird Haloperidol angewendet?
Die Darreichungsformen von Haloperidol sind oral in Form von Tabletten oder Tropfen beziehungsweise intramuskulär, hierbei wird dem Patienten das Mittel injiziert – und dies meist in Depotform. Die Injektionslösung ist ausschließlich zur Anwendung in den Muskel bestimmt. Wird sie dennoch in die Vene gegeben, kann es zu kardialen Nebenwirkungen kommen; deswegen ist dann ein ständiges EKG-Monitoring des Patienten vonnöten.
Die deutsche Fachinformation der Injektionslösung nennt ein Anwendungsgebiet, das den Darreichungsformen zum Einnehmen fehlt: die Vorbeugung und die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen. Sie kommt dafür bei Menschen mit mäßigem bis hohem Risiko in Betracht, und zwar dann, wenn andere Arzneimittel nicht wirken oder nicht vertragen werden. Bei zwei weiteren Anwendungsgebieten der Injektionslösung, dem akuten psychomotorischen Erregungszustand und der Chorea Huntington, kommt die Bedingung hinzu, dass eine Behandlung zum Einnehmen nicht geeignet ist.
Bei Jugendlichen und Kindern ist der Rahmen enger gefasst. Die Fachinformation sieht Haloperidol bei Jugendlichen von 13 bis 17 Jahren zur Behandlung der Schizophrenie vor, wenn andere Arzneimittel versagt haben oder nicht vertragen wurden, bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren bei schwerer anhaltender Aggression im Rahmen eines Autismus oder einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung sowie bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren bei Tics einschließlich des Tourette-Syndroms.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Haloperidol, einem typischen Antipsychotikum, sind mehrere Aspekte zu beachten, um Nebenwirkungen zu minimieren und eine wirksame Behandlung zu gewährleisten. Die Dosierung hängt vom individuellen Patienten, der Erkrankung und der Art der Verabreichung ab.
Bei akuten psychotischen Zuständen wird Haloperidol meist intramuskulär verabreicht. Die Initialdosis liegt in der Regel bei 2-10 mg, kann jedoch abhängig von der Schwere der Symptome wiederholt werden. Für chronische Therapien, beispielsweise bei Schizophrenie, erfolgt die Gabe oral, beginnend mit 0,5 bis 5 mg pro Tag, aufgeteilt in mehrere Dosen. Bei Langzeitbehandlungen kann die Erhaltungsdosis zwischen 5 und 15 mg täglich liegen. Die Tageshöchstdosis darf dabei nicht überschritten werden, weil bei höheren Mengen die Sicherheitsbedenken den klinischen Nutzen überwiegen.
Besondere Vorsicht ist bei älteren Patienten geboten, da sie empfindlicher auf das Medikament reagieren und eine niedrigere Anfangsdosis von 0,5 bis 2 mg benötigen. Ebenso sollte bei Patienten mit Lebererkrankungen oder Herzproblemen die Dosis angepasst werden, da Haloperidol das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen kann. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, insbesondere solchen, die das ZNS beeinflussen, müssen berücksichtigt werden.
Es wird empfohlen, die niedrigste wirksame Dosis zu verwenden und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen, um unerwünschte Wirkungen wie extrapyramidale Symptome oder QT-Verlängerungen zu erkennen.
Bei älteren Menschen mit einer Demenzerkrankung ist besondere Zurückhaltung geboten. Werden sie wegen einer demenzbedingten Psychose mit Antipsychotika behandelt, ist ihre Sterblichkeit erhöht; die Auswertung von 17 placebokontrollierten Studien mit überwiegend atypischen Antipsychotika hat das gezeigt. Über Einzelfälle eines plötzlichen Herztodes bei psychiatrisch Erkrankten unter Antipsychotika einschließlich Haloperidol ist ebenfalls berichtet worden. Bei Menschen mit Risikofaktoren für einen Schlaganfall ist die Anwendung mit Vorsicht zu handhaben.
Haloperidol kann die Anfallsschwelle herabsetzen. Bei Epilepsie und bei Zuständen, die Krampfanfälle auslösen können, etwa beim Alkoholentzug oder bei Hirnschäden, ist deshalb Vorsicht angezeigt. Weil der Wirkstoff in der Leber abgebaut wird, ist bei eingeschränkter Leberfunktion die Menge anzupassen; vereinzelt sind Leberfunktionsstörungen und Leberentzündungen beschrieben worden, die meist auf einem gestörten Gallefluss beruhten. Unter Antipsychotika sind außerdem venöse Thrombosen berichtet worden, weshalb entsprechende Risikofaktoren vor und während der Behandlung zu erfassen sind. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse ist besondere Vorsicht nötig, weil das Schilddrüsenhormon Thyroxin die Giftigkeit von Haloperidol begünstigen kann; eine schilddrüsenhemmende Begleitbehandlung ist dann stets erforderlich.
Risiken & Nebenwirkungen
Nebenwirkungen bzw. Spätfolgen von der Einnahme oder der Injektion von Haloperidol sind beispielsweise Dyskinesien, also Schluck- oder Schlundkrämpfe, kloßige Sprache, unregelmäßige Bewegungen, Störungen der Motorik, etc. – es kann auch zu Zuckungen oder unwillkürlichen Schmatz- oder Kaubewegungen kommen.
Im Rahmen der Haloperidolgabe leiden die Patienten häufig unter massiver Müdigkeit, Bewegungs- und Sitzunruhe. Außerdem kann das extrapyramidale Syndrom auftreten – gemeint ist damit eine Zunahme bzw. Abnahme der Bewegungen in Verbindung mit einem veränderten Spannungszustand der Muskeln. Auch Hypotonie ist eine mögliche Begleiterscheinung der Haloperidoltherapie.
Weitere Nebenwirkungen bzw. Spätfolgen von Haloperidol sind Erregungsleitstörungen wie Herzrhythmusstörungen, leichtere Formen bleiben oft unbemerkt und daher unbehandelt, bei schwereren Formen kann es zu einer Verlängerung der QT-Zeit und zu lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen der Herzkammern bis hin zum Herzstillstand kommen. Es können Sprachstörungen während oder nach einer Haloperidoltherapie auftreten. Hunger sowie Gewichtszunahme stehen unter der Behandlung mit Haloperidol ebenfalls an der Tagesordnung.
Allgemein sind die vegetativen Nebenwirkungen eher zu vernachlässigen, während die Hauptproblematik in der Beeinflussung der Motorik liegt. Diese Symptomatik, die auch an Morbus Parkinson erinnert, ist nach der Einnahme von Haloperidol meist reversibel und hängt von der verabreichten Dosis ab. Während der Behandlung mit Haloperidol lassen sich solche Nebenwirkungen durch Antiparkinsonsubstanzen abfedern.
Kontraindikationen
Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Haloperidol betreffen vor allem Patienten, bei denen bestimmte Vorerkrankungen oder Zustände bestehen, die das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erhöhen können. Eine absolute Kontraindikation ist eine bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Haloperidol oder einen seiner Bestandteile.
Patienten mit schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere solchen mit einer Verlängerung des QT-Intervalls, sollten kein Haloperidol erhalten, da das Medikament das Risiko für Herzrhythmusstörungen, einschließlich Torsade de Pointes, erhöht. Bei anamnestisch bekannten Rhythmusstörungen der Herzkammern oder Torsade de Pointes sowie bei nicht ausgeglichener Hypokaliämie darf Haloperidol ebenfalls nicht angewendet werden; bei Bradykardie oder anderen Elektrolytstörungen wie einer Hypomagnesiämie ist besondere Vorsicht geboten.
Haloperidol darf nicht bei Patienten mit einer Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS) verabreicht werden, z. B. bei Koma oder schweren depressiven Zuständen des ZNS. Es sollte ebenfalls nicht bei Personen mit der Parkinson-Krankheit angewendet werden, da es die Symptome dieser Erkrankung verschlechtern kann. Dasselbe gilt für die Lewy-Körper-Demenz und die progressive supranukleäre Blickparese. Bei Patienten mit einem malignen neuroleptischen Syndrom in der Vorgeschichte oder mit schwerer Leberfunktionsstörung ist besondere Vorsicht geboten, da diese Zustände die Verträglichkeit des Medikaments beeinträchtigen können.
Schwangere Frauen sollten ebenfalls auf die Anwendung verzichten, da Haloperidol plazentagängig ist und die fetale Entwicklung beeinflussen kann. Es wird nicht empfohlen, während der Stillzeit angewendet zu werden, da Haloperidol in die Muttermilch übergeht.
Zwei weitere Gegenanzeigen betreffen das Herz: Ein kürzlich erlittener akuter Herzinfarkt und eine dekompensierte Herzschwäche schließen die Anwendung von Haloperidol aus. Die Hälfte aller in der Fachinformation aufgeführten Gegenanzeigen betrifft damit das Herz und den Kreislauf.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Haloperidol kann mit einer Vielzahl von Medikamenten interagieren, was die therapeutische Wirksamkeit beeinflusst oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöht. Eine bedeutende Interaktion besteht mit Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern, wie bestimmte Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron), Antidepressiva (z. B. Citalopram), und einige Antibiotika (z. B. Makrolide). Haloperidol darf mit solchen Arzneimitteln nicht zusammen angewendet werden, da die Kombination das Risiko für schwerwiegende Herzrhythmusstörungen, insbesondere Torsade de Pointes, erhöht.
Haloperidol wird hauptsächlich über das Cytochrom-P450-System, insbesondere CYP3A4 und CYP2D6, metabolisiert. Inhibitoren dieser Enzyme, wie Ketoconazol oder Paroxetin, können die Konzentration von Haloperidol im Blut erhöhen, was das Risiko von Nebenwirkungen wie extrapyramidalen Symptomen und Sedierung steigert. Umgekehrt können Induktoren dieser Enzyme, wie Rifampicin oder Carbamazepin, die Wirksamkeit von Haloperidol verringern, da sie dessen Abbau beschleunigen.
Die gleichzeitige Gabe von zentral dämpfenden Substanzen wie Benzodiazepinen, Opioiden oder Alkohol kann die sedierende Wirkung von Haloperidol verstärken und zu verstärkter Atemdepression oder Koma führen. Auch Anticholinergika, wie beispielsweise Atropin oder bestimmte Antiparkinsonmittel, können mit Haloperidol zusammenwirken; bei gemeinsamer Anwendung ist damit zu rechnen, dass der Augeninnendruck ansteigt. Anticholinerge Beschwerden wie Mundtrockenheit, Verstopfung oder Harnverhalt gehen dabei von den Begleitmedikamenten aus, denn Haloperidol entfaltet in den empfohlenen Dosen selbst keine anticholinerge Wirkung.
Bei der Kombination von Haloperidol mit blutdrucksenkenden Medikamenten kann es zu einer verstärkten Hypotonie kommen, insbesondere bei Patienten, die Antihypertensiva einnehmen.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Haloperidol nicht vertragen wird, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, die je nach zugrunde liegender Erkrankung gewählt werden können. Ein gängiger Ansatz bei der Behandlung von psychotischen Störungen ist die Verwendung von atypischen Antipsychotika. Diese haben in der Regel ein geringeres Risiko für extrapyramidale Nebenwirkungen als Haloperidol.
Zu den Alternativen gehören Risperidon, Olanzapin und Quetiapin. Risperidon wirkt ähnlich wie Haloperidol, hat jedoch ein günstigeres Nebenwirkungsprofil, insbesondere hinsichtlich motorischer Nebenwirkungen. Olanzapin wird häufig bei Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt und verursacht weniger Bewegungsstörungen, kann jedoch zu Gewichtszunahme und metabolischen Veränderungen führen. Quetiapin zeichnet sich durch eine besonders gute Verträglichkeit bei Patienten mit erhöhtem Risiko für extrapyramidale Symptome aus.
Aripiprazol ist eine weitere Option. Es wirkt als partieller Dopamin-Agonist und verursacht weniger sedierende Nebenwirkungen und motorische Störungen, wodurch es für viele Patienten gut verträglich ist. Auch Clozapin kann bei therapieresistenter Schizophrenie in Betracht gezogen werden, jedoch erfordert es eine engmaschige Überwachung aufgrund des Risikos einer Agranulozytose.
Falls eine medikamentöse Therapie insgesamt problematisch ist, können psychotherapeutische Verfahren wie kognitive Verhaltenstherapie oder die Elektrokonvulsionstherapie (ECT) in Betracht gezogen werden, besonders bei schwerwiegenden, medikamentenresistenten Fällen von Psychosen oder Depressionen.
Quellen
- Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
ISBN: 9783662676844
- Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
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- Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
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- Falkai, P., Laux, G., Kapfhammer, H.-P., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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