Bromelain

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das Enzym Bromelain wurde 1891 in der Ananas entdeckt. Als Wissenschaftler 1957 feststellten, dass hochkonzentriertes Bromelain außerdem noch im Stamm der Ananaspflanze vorkommt, beschlossen sie, den Wirkstoff medizinisch zu nutzen. Bromelain gehört zu den wissenschaftlich gut untersuchten pflanzlichen Enzymgruppen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bromelain?

Bromelain
Das Enzym Bromelain wurde 1891 in der Ananas entdeckt.

Beim Bromelain unterscheidet die Biochemie zwischen dem in der unreifen Frucht vorhandenen Bromelain und dem im Stamm enthaltenen Wirkstoff. Frucht- und Stamm-Bromelain unterscheiden sich in ihrer Abfolge von Aminosäuren; das Stamm-Bromelain besteht aus 212 Aminosäuren. Bromelain, das auch Bromelin genannt wird, ist eine Peptidase, das heißt, ein Enzym, das Peptide spaltet und damit ähnlich wirkt wie die körpereigenen Verdauungsenzyme. Es wirkt zugleich als Protease (Proteine spaltend). Die Bromelain-Enzymgruppe gehört biochemisch zur Familie der Cystein-Proteasen.

Das aus dem Stamm und der unreifen Frucht gewonnene Bromelain wird als Gemisch aufbereitet und in hochkonzentrierter Form als Mono- und Kombinationspräparat (Tabletten, Kapseln, Pulver) beziehungsweise als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken und über das Internet verkauft. Die Tabletten sind magensaftresistent und setzen die Wirkstoffe erst im Dünndarm frei. Rechtlich sind beide Gruppen streng zu unterscheiden: Bromelainhaltige Arzneimittel sind für ein bestimmtes Anwendungsgebiet zugelassen und in ihrem Enzymgehalt standardisiert. Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen Lebensmittel; sie durchlaufen kein Zulassungsverfahren, sondern werden dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit lediglich angezeigt, und ihnen dürfen keine Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer Krankheit zugeschrieben werden.

Als Bromelain wird auch der Roh-Extrakt aus der Pflanze bezeichnet, der außer dem Wirkstoff selbst noch andere Enzyme, Proteaseinhibitoren und Kalzium enthält. Der Genuss der reifen Ananas-Frucht würde dem Patienten, außer einem angenehmen Geschmackserlebnis, nicht allzu viel Bromelain bringen, da die Konzentration in ihr nur äußerst gering ist.

Als Mono-Präparat wird Bromelain beispielsweise unter den Handelsnamen Bromelain-POS®, Bromelaintabletten hysan® und Phlogenzym® mono rezeptfrei in Apotheken verkauft. In Kombination mit anderen proteolytischen Enzymen kommt es in den Kombinationspräparaten Wobenzym®, Innovazym® und Proteozym® vor.

Eine Sonderstellung nimmt ein aus Bromelain angereichertes Konzentrat proteolytischer Enzyme ein, das als Gel auf Brandwunden aufgetragen wird. Es ist verschreibungspflichtig, wird ausschließlich in Verbrennungszentren angewendet und gehört damit einer ganz anderen Anwendungswelt an als die Tabletten aus der Apotheke.

Bei einem Enzym sagt die reine Masse wenig über die Wirkung aus; maßgeblich ist seine Aktivität, also die Menge an Eiweiß, die es in einer bestimmten Zeit spaltet. Ausgedrückt wird sie in Enzymeinheiten, bei bromelainhaltigen Arzneimitteln häufig in den Einheiten der Internationalen Pharmazeutischen Föderation, abgekürzt F.I.P. Deshalb tragen die Packungen neben der Milligramm-Angabe eine Angabe in Enzymeinheiten, und die Angaben verschiedener Hersteller sind nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Pharmakologische Wirkung

Bromelain wird oft als andere Therapien unterstützendes Mittel angewandt. Zugelassen ist es in Deutschland als pflanzliches Arzneimittel zur Begleitbehandlung akuter Schwellungszustände nach Operationen und Verletzungen, insbesondere der Nase und der Nebenhöhlen. Bromelain wirkt anti-entzündlich, indem es die Produktion entzündungsfördernder Prostaglandine hemmt. Für einen erfolgreichen Einsatz bei rheumatischer Arthritis, Gicht, Arteriosklerose oder Colitis ulcerosa fehlen dagegen ausreichende Belege; diese Anwendungen sind nicht Teil der Zulassung. Gleichzeitig eingenommene Antibiotika erreichen unter Bromelain höhere Blut- und Urinspiegel. In Laborversuchen unterdrückt es die Bildung des Gewebshormons Thromboxan.

Der Wirkstoff-Komplex aus der Ananas hat einen gerinnungshemmenden Effekt, indem er das körpereigene Fibrin abbaut, ein Protein, das in hoher Konzentration die Fließgeschwindigkeit des Blutes verringert. Ein daraus abgeleiteter Schutz vor Thrombosen oder vor der koronaren Herzkrankheit ist jedoch nicht belegt; zur Vorbeugung von Thrombosen ist Bromelain nicht zugelassen.

Außerdem hat es schmerzlindernde Eigenschaften: Es blockiert schmerzleitende Botenstoffe. Von seiner zudem abschwellenden Wirkung profitieren insbesondere die Nasen-Nebenhöhlen-Schleimhaut und Nasenschleimhäute. Denselben Effekt hat es auf Schwellungen, die durch Verletzungen und chirurgische Eingriffe verursacht werden: Die die Schwellung hervorrufenden Proteine werden vom Bromelain aufgespalten, sodass sie schnell abtransportiert werden können. Die Schwellung geht zurück, der Druckschmerz wird verringert.

Bromelain hat außerdem eine verdauungsfördernde Wirkung. Das gilt insbesondere für Patienten mit Pankreas-Insuffizienz. Als eiweißspaltendes Enzym kann es einen Teil der Aufgaben übernehmen, die sonst die von der Bauchspeicheldrüse gebildeten Verdauungsenzyme erfüllen, und so zur Aufspaltung der Nährstoffe aus der Nahrung beitragen.

Bromelain unterstützt insbesondere bei Verbrennungsopfern die Wundheilung. Bei tiefen Verbrennungen zweiten und dritten Grades löst es, als Gel auf die Wunde aufgetragen, den dort befindlichen Schorf auf, sodass die Wunde vorsichtig gereinigt werden kann. Für diesen Zweck ist ein aus Bromelain angereichertes Enzymkonzentrat als Arzneimittel zugelassen, das ausschließlich von geschultem medizinischem Fachpersonal in spezialisierten Verbrennungszentren angewendet wird. Auch die durchblutungsfördernde Wirkung des Bromelain unterstützt eine rasche Wundheilung. So können schädliche Substanzen schneller von dort abtransportiert werden.

Da Bromelain auch entwässernde Eigenschaften hat, kann Bromelain auch bei Ödemen verwendet werden. Es baut das Gewebehormon Bradykinin ab und sorgt so dafür, dass die Kapillargefäße weniger durchlässig werden und weniger Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe abgegeben wird. Dadurch gehen die Gewebe-Schwellungen zurück.

In Laborversuchen fördert Bromelain die Bildung bestimmter Zytokine und verändert die aus Proteinen bestehende Oberfläche von Tumorzellen, sodass diese für die Abwehrzellen des Immunsystems leichter erkennbar werden. Ein Nutzen bei Krebserkrankungen des Menschen lässt sich daraus nicht ableiten und ist durch Studien nicht belegt.

Leistungssportler und Fitness-Begeisterte schätzen den Ananas-Enzym-Komplex auch als Schutz vor Infektionen; ein solcher Schutz ist wissenschaftlich nicht belegt.

Was mit dem Enzym im Körper geschieht, ist für die Anwendung auf der Brandwunde untersucht worden. Auch von einer Wundfläche aus gelangt Bromelain in den Blutkreislauf, und zwar rasch. Im Blut bindet sich etwa die Hälfte des Enzyms an zwei körpereigene Hemmstoffe von Proteasen, nämlich an die Eiweiße Alpha-2-Makroglobulin und Alpha-1-Antichymotrypsin. Die mittlere Halbwertszeit liegt zwischen zwölf und siebzehn Stunden; drei Tage nach der Behandlung ist im Blutserum kaum noch etwas nachweisbar.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bromelain wird im Stamm und in der noch nicht reifen Ananas-Frucht gebildet. Wird es dem Körper in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder standardisierten Fertigarzneimitteln aus der Apotheke zugeführt, wird es in der Leber abgebaut. Plant der Patient oder Sportler eine längerfristige Anwendung des Enzym-Komplexes, sollte er das Mittel nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden.

Die wirksame Menge hängt vom jeweiligen Präparat ab; maßgeblich sind die Angaben der Packungsbeilage. Anders als bei Nahrungsergänzungsmitteln ist der Enzymgehalt bromelainhaltiger Arzneimittel standardisiert und in Enzymeinheiten angegeben.

Der günstigste Einnahmezeitpunkt richtet sich nach dem Behandlungsziel und nach den Angaben des jeweiligen Präparats; die zugelassenen Arzneimittel werden vor den Mahlzeiten unzerkaut eingenommen, da ihr magensaftresistenter Überzug beim Teilen zerstört würde.

Wie weit ein bromelainhaltiges Erzeugnis mit einer gesundheitlichen Wirkung beworben werden darf, hängt davon ab, ob es ein Arzneimittel oder ein Lebensmittel ist. Für Lebensmittel und damit auch für Nahrungsergänzungsmittel gilt die europäische Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben. Nach deren Artikel 10 sind gesundheitsbezogene Angaben verboten, sofern sie nicht den Anforderungen der Verordnung entsprechen, förmlich zugelassen und in die europäische Liste der zugelassenen Angaben aufgenommen worden sind. Für die Bewertung solcher Angaben ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuständig. Weitreichende Versprechen auf einer Packung oder in einem Werbetext sind damit kein Hinweis darauf, dass eine Wirkung geprüft und anerkannt wäre.


Verabreichung & Dosierung

Die Darreichungsform bestimmt, wie Bromelain in den Körper gelangt. Tabletten, Kapseln und Pulver werden geschluckt; ihr magensaftresistenter Überzug schützt die Enzyme vor der Magensäure, sodass sie erst im Dünndarm frei werden. Das Konzentrat für Brandwunden wird dagegen nicht eingenommen, sondern als Gel auf die Wunde aufgetragen und nach einer festgelegten Einwirkzeit wieder entfernt.

Die Behandlung der Brandwunde ist schmerzhaft und wird deshalb nur unter ausreichender Schmerzstillung oder Betäubung durchgeführt. Sie bleibt geschultem medizinischem Fachpersonal in spezialisierten Verbrennungszentren vorbehalten. Der Anteil der Körperoberfläche, der auf einmal behandelt werden darf, ist begrenzt; bei kleinen Kindern liegt die Grenze niedriger als bei Erwachsenen. Vor dem Auftragen werden örtlich aufgebrachte Desinfektionsmittel entfernt, weil ihre Reste die Wirkung des Enzyms abschwächen.

Bei den Präparaten zum Einnehmen richtet sich die wirksame Menge nach der Enzymaktivität des jeweiligen Erzeugnisses. Ein Vergleich zwischen zwei Packungen allein anhand der Milligramm-Angabe führt deshalb in die Irre.

Während der Behandlung einer Brandwunde wird über die übliche Überwachung hinaus auf mehrere Dinge geachtet: auf einen Anstieg der Körpertemperatur, auf Zeichen einer örtlichen oder den ganzen Körper betreffenden Entzündung oder Infektion, auf Hinweise auf eine allergische Reaktion und auf mögliche Auswirkungen auf die Blutgerinnung. Auch Beschwerden, die durch die vorbeugende Schmerzstillung oder eine begleitende Antibiotikagabe ausgelöst oder verstärkt werden können, werden erfasst.

Risiken & Nebenwirkungen

Bei 1 bis 10% der Patienten kann es zu allergischen Reaktionen, Hautausschlägen und asthmaähnlichen Beschwerden kommen. In einem solchen Fall sollte der Anwender die Einnahme aussetzen und seinen Arzt aufsuchen. 0,1 bis 1% der Nutzer bekommen durch Bromelain Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden und Magenschmerzen. Sehr selten verlängert sich unter Bromelain die Blutungszeit.

Über den Hautausschlag hinaus sind schwere allergische Reaktionen bis hin zum allergischen Schock beschrieben worden. Sie können sich als Verkrampfung der Bronchien, als Schwellung tieferer Hautschichten, als Nesselsucht oder als Beschwerden von Schleimhäuten und Verdauungswegen äußern. Vor der Anwendung des Gels bei Brandwunden wird deshalb erfragt, ob eine Allergie bekannt ist.

Wer auf Bromelain allergisch reagiert, reagiert unter Umständen auch auf verwandte Stoffe. Beschrieben wurden Kreuzreaktionen mit dem Papaya-Enzym Papain, mit Latex-Eiweißen im Rahmen des sogenannten Latex-Frucht-Syndroms, mit Bienengift und mit den Pollen des Olivenbaums.

Bei der Behandlung tiefer Brandwunden mit dem Enzymgel gelten erhöhte Körpertemperatur und Fieber als sehr häufige unerwünschte Wirkungen; sie und die Schmerzen bei der Behandlung waren in den Zulassungsstudien die am häufigsten gemeldeten Ereignisse. Häufig kommen örtliche Schmerzen, Wundinfektionen, ein beschleunigter Herzschlag, Wundkomplikationen sowie ein örtlicher Hautausschlag und Juckreiz hinzu; gelegentlich bildet sich ein Bluterguss in der Haut.

Kontraindikationen

Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren sollten den Enzym-Komplex nicht anwenden. Dasselbe gilt für Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff und mit Blutgerinnungsstörungen. Die Anwendung gerinnungshemmender Arzneimittel oder von Mitteln gegen Thrombose ist ebenfalls eine Gegenanzeige für bromelainhaltige Arzneimittel. Vor einer geplanten Operation wird die Einnahme vorsichtshalber beendet.

Die Überempfindlichkeit betrifft nicht nur den Wirkstoff selbst. Auch eine bekannte Allergie gegen Ananas sowie gegen Papaya oder das darin enthaltene Enzym Papain schließt die Anwendung aus.

Für das Gel zur Behandlung von Brandwunden gilt darüber hinaus: Bei einer nicht beherrschten Gerinnungsstörung wird es nicht angewendet. Vorsicht ist geboten, wenn gerinnungshemmende Arzneimittel eingenommen werden, wenn die Zahl der Blutplättchen niedrig ist oder wenn aus anderem Grund ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht, etwa bei einem Magengeschwür oder einer Blutvergiftung. Auch bei Erkrankungen von Herz und Lunge und im Bereich von Krampfadern wird das Gel nur mit Zurückhaltung eingesetzt. In der Schwangerschaft wird von seiner Anwendung abgeraten, weil Erfahrungen fehlen; das Stillen wird nach der ersten Anwendung für mehrere Tage unterbrochen.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Bei gleichzeitiger Einnahme von Thrombozyten-Aggregationshemmern (Gerinnungshemmern) erhöht sich die Blutungsneigung. Der Grund liegt in der Wirkung des Bromelains auf die Blutgerinnung selbst: Beschrieben sind eine verminderte Verklumpung der Blutplättchen, ein niedrigerer Spiegel des Gerinnungseiweißes Fibrinogen und eine mäßige Verlängerung der Gerinnungszeiten. Bei gleichzeitiger Anwendung sind entsprechende Kontrollen erforderlich.

Nimmt ein Anwender Bromelain und zugleich bestimmte Antibiotika (Tetrazykline) ein, so kann es zu einer teils zu starken Verstärkung der Antibiotika-Wirkung kommen.

Nach der Aufnahme ins Blut hemmt Bromelain zwei Enzyme des Leberstoffwechsels, die als CYP2C8 und CYP2C9 bezeichnet werden. Arzneistoffe, die über diese beiden Wege abgebaut werden, können sich dadurch im Körper anreichern. Zu ihnen gehören unter anderem Amiodaron, Chloroquin, Paclitaxel und Torasemid auf der einen sowie Ibuprofen, Celecoxib, Losartan, Warfarin und Phenytoin auf der anderen Seite.

Für die Krebsmittel Fluorouracil und Vincristin ist beschrieben, dass Bromelain ihre Wirkung verstärken kann; die Betroffenen werden deshalb auf vermehrte Nebenwirkungen hin beobachtet. Bei blutdrucksenkenden Mitteln aus der Gruppe der ACE-Hemmer kann Bromelain den Blutdruck stärker abfallen lassen als erwartet. Schlaffördernde und dämpfende Arzneimittel wie Benzodiazepine, Barbiturate, stark wirkende Schmerzmittel und Antidepressiva können unter Bromelain eine ausgeprägtere Benommenheit hervorrufen.

Örtlich aufgetragene antibakterielle Mittel wie Silbersulfadiazin oder Povidon-Iod schwächen umgekehrt die Wirkung des Enzymgels auf der Brandwunde ab.

Alternative Behandlungsmethoden

Bromelain ist in seinen Anwendungsgebieten meist eine ergänzende und keine tragende Behandlung. Fällt es weg, bleiben die übrigen Bestandteile der Therapie bestehen.

Bei Schwellungen nach einer Verletzung oder einem chirurgischen Eingriff stehen andere entzündungshemmende Arzneimittel zur Verfügung. Bromelain selbst wird der Gruppe der Antiphlogistika zugerechnet, also der Mittel gegen Entzündungen.

Beim Verbrennungsschorf ist die naheliegende Alternative das chirurgische Abtragen. In der Zulassungsstudie wurde das Enzymgel genau damit verglichen: Die Vergleichsgruppe erhielt die übliche Behandlung, die sowohl chirurgische als auch nicht-chirurgische Verfahren umfasste. Das Gel verringerte die Häufigkeit chirurgischer Eingriffe, die Zeit bis zur vollständigen Entfernung des Schorfs und den Blutverlust. Blieb nach der Behandlung mit dem Gel noch Schorf zurück, wurde dennoch chirurgisch nachgearbeitet.

Für Menschen mit einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse ist Bromelain kein Ersatz für die dafür vorgesehenen Enzympräparate. Es kann als Protease einen Teil der Eiweißverdauung übernehmen, deckt aber nicht das gesamte Spektrum der fehlenden Enzyme ab, zu dem auch die Spaltung von Fetten und Kohlenhydraten gehört.

Quellen

  • Blaschek, W. (Hrsg.): Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka.
    ISBN: 9783804730687
  • Sticher, O., Heilmann, J., Zündorf, I.: Hänsel, Sticher - Pharmakognosie Phytopharmazie.
    ISBN: 9783804731448
  • Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie.
    ISBN: 9783437553455
  • van Wyk, B.-E., Wink, C., Wink, M.: Handbuch der Arzneipflanzen.
    ISBN: 9783804734098
  • Biesalski, H.-K., Bischoff, S. C., Pirlich, M., Weimann, A. (Hrsg.): Ernährungsmedizin.
    ISBN: 9783132445956

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