Fluoxetin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Fluoxetin ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Antidepressiva. Der Wirkstoff gehört zu den Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI).
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Was ist Fluoxetin?
Fluoxetin ist nach Zimelidin (mittlerweile nicht mehr zugelassen) der zweite Arzneistoff aus der Generation der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Das erste Patent erhielt im Jahr 1975 die Pharmafirma Lilly. In den USA erfolgte im Jahr 1988 mit dem Namen Prozac die Markteinführung. In Deutschland kam der Arzneistoff 1990 unter dem Handelsnamen Fluctin auf den Markt. Dieses Präparat wird dort nicht mehr angeboten; erhältlich sind heute wirkstoffgleiche Nachfolgepräparate, die den Wirkstoffnamen tragen.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie das Fluoxetin werden in Deutschland zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Auch bei der Therapie von Zwangserkrankungen oder von Bulimie kommt der Arzneistoff zum Einsatz.
Eine der häufigsten Nebenwirkungen des Antidepressivums ist Übelkeit. Ein Fünftel aller Patienten, die mit Fluoxetin behandelt werden, klagen über Übelkeit. Des Weiteren kann es zu Schlaflosigkeit und zu starker Müdigkeit kommen.
Die zugelassenen Anwendungsgebiete sind je nach Altersgruppe verschieden gefasst. Bei Erwachsenen sind es Episoden einer Major Depression, die Zwangsstörung und die Bulimie; bei der Bulimie ist Fluoxetin ausdrücklich nur als Ergänzung zu einer Psychotherapie angezeigt, um Essattacken und selbstinduziertes Erbrechen zu verringern. Bei Kindern ab acht Jahren und bei Jugendlichen beschränkt sich die Zulassung auf mittelgradige bis schwere Episoden einer Major Depression, die auf eine Psychotherapie nicht angesprochen haben, und auch dann soll der Arzneistoff nur zusammen mit einer weiterlaufenden psychologischen Behandlung gegeben werden.
Pharmakologische Wirkung
In diesen Organsystemen erfüllt Serotonin verschiedene Funktionen. So sorgt es beispielsweise für die Anspannung der glatten Muskulatur in den Blutgefäßen oder regt die Darmtätigkeit an. Die bekannteste Wirkung zeigt Serotonin allerdings bei der Stimmungslage. Serotonin vermittelt ein Gefühl von Gelassenheit, Zufriedenheit und innerer Ruhe. Ein Mangel an Serotonin führt zu Angstgefühlen, Depressionen, Kummer und Aggressivität. Aufgrund dieser Wirkung wird Serotonin im Volksmund auch Glückshormon genannt.
Depressive und andere psychisch erkrankte Patienten zeigen häufig einen ausgeprägten Mangel an Serotonin. Deshalb kommen Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie das Fluoxetin zum Einsatz. Fluoxetin hemmt die Aufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt. Dadurch wird die Wirkung des bereits ausgeschütteten Neurotransmitters verlängert. An die Serotoninrezeptoren selbst bindet Fluoxetin dagegen praktisch nicht; sein Wirkmechanismus wird auf die gehemmte Wiederaufnahme zurückgeführt. In höheren Dosen kann Fluoxetin auch die Wiederaufnahme von Noradrenalin hemmen.
Wie die Wiederaufnahmehemmung die depressive Symptomatik bessert, ist im Einzelnen nicht geklärt. Die deutsche Fachinformation hält sich zurück und führt den Wirkmechanismus lediglich mit dem Wort „wahrscheinlich“ auf die selektive Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme zurück. Belegt ist dagegen, dass Fluoxetin zu anderen Andockstellen des Nervensystems praktisch keine Affinität besitzt, weder zu adrenergen noch zu dopaminergen, histaminergen, muskarinischen oder GABA-Rezeptoren.
Fluoxetin bleibt ungewöhnlich lange im Körper. Es wird in der Leber über das Enzym CYP2D6 abgebaut, wobei mit Norfluoxetin ein Abbauprodukt entsteht, das selbst wirksam ist. Die Halbwertszeit des Wirkstoffs beträgt vier bis sechs Tage, die von Norfluoxetin vier bis sechzehn Tage. Deshalb ist auch Wochen nach dem Absetzen noch wirksame Substanz im Körper nachweisbar. Bei einer alkoholbedingten Leberzirrhose verlängern sich beide Zeiten zusätzlich. Ausgeschieden wird der Wirkstoff überwiegend über die Nieren; er geht außerdem in die Muttermilch über.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Der Arzneistoff Fluoxetin wird zur Behandlung von Zwangsstörungen und Depressionen eingesetzt. Auch als medikamentöse Ergänzung bei der Therapie von Essstörungen und selbstinduziertem Erbrechen wird der Wirkstoff eingesetzt. Durch die Erhöhung des Serotonin-Gehalts im Gehirn sorgt Fluoxetin bei den Betroffenen für eine Antriebssteigerung.
Die Wirkung tritt nicht sofort ein. In den Zulassungsstudien zur Major Depression verlief die Beziehung zwischen der eingenommenen Menge und der erzielten Wirkung flach: Höhere als die empfohlenen Mengen brachten keinen nachweisbaren Wirksamkeitsvorteil, auch wenn eine schrittweise Steigerung im Einzelfall nützlich sein kann.
In den Zulassungsstudien wurde die Wirksamkeit an einer standardisierten Skala zur Einschätzung der Depression gemessen. Fluoxetin war dabei einem Scheinmedikament statistisch sicher überlegen, sowohl beim Anteil der Behandelten, deren Beschwerden sich mindestens um die Hälfte besserten, als auch beim Anteil derer, die in eine Remission kamen.
Unabhängig vom Alter gilt in den ersten Behandlungswochen besondere Aufmerksamkeit. Depressive Erkrankungen gehen selbst mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken und selbstschädigendes Verhalten einher, und dieses Risiko besteht so lange fort, bis die Beschwerden deutlich nachlassen. Da die Besserung nicht schon in den ersten Wochen eintreten muss, sind die Behandelten bis dahin engmaschig zu begleiten. Betroffene und ihre Angehörigen sollen auf jede Verschlechterung, auf das Auftreten von Suizidgedanken und auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen achten und in einem solchen Fall unverzüglich ärztlichen Rat einholen.
Beendet wird die Behandlung nicht abrupt, sondern durch eine schrittweise Verringerung der Tagesmenge. Treten dabei stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auf, kann nach ärztlicher Anweisung noch einmal auf die zuletzt eingenommene Menge zurückgegangen und anschließend in kleineren Schritten weiter verringert werden. Die lange Verweildauer im Körper ist der Grund für die langen Wartezeiten bei einem Wechsel auf andere Arzneimittel; vom schrittweisen Verringern der Tagesmenge entbindet sie nicht, denn Absetzerscheinungen treten auch bei Fluoxetin häufig auf.
Risiken & Nebenwirkungen
Bei einer Manie oder Hypomanie in der Vorgeschichte ist Fluoxetin nur mit Vorsicht anzuwenden. Gerät ein Patient unter der Behandlung in eine manische Phase, muss der Arzneistoff abgesetzt werden. Des Weiteren darf der Arzneistoff nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden. MAO-Hemmer werden zur Behandlung von Depressionen und Parkinson eingesetzt. In Kombination mit Fluoxetin können schwere bis tödliche Nebenwirkungen auftreten. Nach dem Absetzen von Fluoxetin müssen die Patienten mindestens fünf Wochen warten, bis sie einen MAO-Hemmer einnehmen dürfen. Deshalb darf die Umstellung von Fluoxetin auf einen MAO-Hemmer oder von einem MAO-Hemmer auf Fluoxetin nur unter Aufsicht eines Arztes erfolgen. Nicht angewendet werden darf Fluoxetin außerdem zusammen mit Metoprolol, wenn dieses zur Behandlung einer Herzinsuffizienz dient: Fluoxetin hemmt den Abbau des Metoprolols, wodurch ein gefährlich langsamer Herzschlag droht.
Übelkeit ist eine der häufigsten Nebenwirkungen des Arzneistoffes. Mehr als 20 Prozent aller Patienten, die Fluoxetin einnehmen, leiden unter Übelkeit. Auch Schlaflosigkeit gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Weitere Nebenwirkungen sind Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Angst, Nervosität, Muskelschwäche und Muskelzittern sind ebenfalls potenzielle Nebenwirkungen. Insbesondere Angstzustände, Manien, Nervosität und Schlafstörungen führen dazu, dass die Behandlung mit Fluoxetin von den Patienten abgebrochen wird.
Eine weitere häufige Nebenwirkung von Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern wie Fluoxetin ist eine Störung der Libido. Auch andere sexuelle Dysfunktionen, wie beispielsweise die Unfähigkeit einen Orgasmus zu erleben, können Nebenwirkungen von SSRI sein.
Einige Patienten entwickeln unter der Einnahme des Antidepressivums Nesselsucht und teils schwere Hautausschläge. Etwa ein Drittel der Patienten mit diesen Hauterscheinungen bricht die Therapie mit Fluoxetin ab.
Selten tritt auch das Phänomen der Akathisie (Sitzunruhe) auf. Bei einer Akathisie können die Patienten nicht still in einer Position verharren. Sie sind sehr unruhig. Die Akathisie tritt meist direkt nach Beginn der Therapie oder bei einer Dosiserhöhung ein. Sie verschwindet, wenn die Behandlung beendet oder die Dosis reduziert wird.
Wenn Fluoxetin mit Arzneistoffen kombiniert wird, die sich ebenfalls auf das Serotoninsystem auswirken, kann das sogenannte Serotoninsyndrom entstehen. Es handelt sich dabei um einen Symptomenkomplex, der durch die Anhäufung von Serotonin in Teilen des Körpers hervorgerufen wird. Zu den Symptomen des Serotoninsyndroms gehören Schwitzen, Tremor und Schüttelfrost.
Das Syndrom kann teils tödlich enden. Besondere Vorsicht ist bei der Kombination von Fluoxetin mit MAO-Hemmern, Tramadol, Triptanen, Lithium, Johanniskraut und Tryptophan geboten. Bei der Kombination von Fluoxetin mit Substanzen wie Carbamazepin, Risperidon oder trizyklischen Antidepressiva können sich Blutspiegelverschiebungen und Vergiftungserscheinungen entwickeln.
Als die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen führt die Fachinformation Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Durchfall auf. Schweregrad und Häufigkeit der Beschwerden können im Verlauf der Behandlung abnehmen und führen im Allgemeinen nicht zum Abbruch.
Zu den selteneren, aber ernsten Nebenwirkungen zählt ein Absinken des Natriumspiegels im Blut. Es beruht vermutlich auf einer unangemessenen Ausschüttung des wasserrückhaltenden Hormons und bildet sich nach dem Absetzen in der Regel zurück. Ebenfalls selten sind Veränderungen des Blutbildes mit einem Mangel an Blutplättchen oder an weißen Blutkörperchen sowie schwere allergische Reaktionen.
Blutungen sind eine Nebenwirkung der gesamten Wirkstoffgruppe. Neben den blauen Flecken und den punktförmigen Hauteinblutungen sind Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt, aus den weiblichen Geschlechtsorganen und aus Schleimhäuten beschrieben worden. Nach einer Geburt kann die Blutung verstärkt ausfallen, wenn die Mutter im letzten Monat der Schwangerschaft behandelt wurde.
Bei Kindern und Jugendlichen verlangt die Behandlung eine eigene Überwachung. In einer klinischen Studie nahmen behandelte Kinder und Jugendliche weniger an Körpergröße und Gewicht zu als erwartet; ob die im Erwachsenenalter erreichte Körpergröße davon berührt wird, ist nicht untersucht, und eine Verzögerung der Pubertät lässt sich nicht ausschließen. Wachstum und Pubertätsentwicklung sollen deshalb während und nach der Behandlung beobachtet werden. In Studien an Kindern wurden außerdem häufig manische und hypomanische Phasen berichtet.
Kontraindikationen
Die deutsche Fachinformation nennt nur drei Gegenanzeigen, bei denen Fluoxetin nicht angewendet werden darf.
Die erste ist die Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Die zweite ist die Kombination mit irreversiblen, nicht selektiven MAO-Hemmern. Bei dieser Kombination sind schwerwiegende und mitunter tödliche Reaktionen berichtet worden, die einem Serotoninsyndrom entsprechen: hohe Körpertemperatur, Muskelstarre, Zuckungen, Schwankungen von Puls und Atmung sowie Verwirrtheit, Reizbarkeit und starke Erregtheit bis hin zu Delir und Koma. Umgekehrt darf eine Behandlung mit Fluoxetin erst zwei Wochen nach dem Absetzen eines solchen MAO-Hemmers begonnen werden, weil dessen Wirkung zwei Wochen lang anhält.
Die dritte Gegenanzeige ist die Kombination mit Metoprolol, wenn dieses zur Behandlung einer Herzinsuffizienz eingesetzt wird.
Von diesen drei Fällen zu unterscheiden sind Zustände, die besondere Vorsicht verlangen. Bei einer Manie oder Hypomanie in der Vorgeschichte ist Zurückhaltung geboten, und kommt ein Patient unter der Behandlung in eine manische Phase, muss Fluoxetin abgesetzt werden. Bei einer instabilen Epilepsie soll die Behandlung vermieden werden; bei gut eingestellter Epilepsie ist eine sorgfältige Überwachung nötig, und treten Krampfanfälle neu auf oder häufen sie sich, wird die Behandlung abgebrochen. Eine Verarmung des Blutes an Natrium gehört ebenfalls zu den bekannten Nebenwirkungen. Bei Diabetes mellitus kann sich die Einstellung des Blutzuckers verändern: Während der Behandlung sind Unterzuckerungen aufgetreten, nach ihrer Beendigung Überzuckerungen. Die Menge an Insulin oder an blutzuckersenkenden Tabletten muss dann möglicherweise angepasst werden. Bei Blutungen in der Vorgeschichte und bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Mittel ist ebenfalls Vorsicht geboten.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Fluoxetin hemmt das Leberenzym CYP2D6 stark. Über dieses Enzym werden zahlreiche andere Arzneistoffe abgebaut, deren Blutspiegel deshalb ansteigen können. Die Fachinformation nennt dafür vor allem Wirkstoffe mit geringer therapeutischer Breite wie Flecainid, Propafenon und Nebivolol, außerdem Atomoxetin, Carbamazepin, trizyklische Antidepressiva und Risperidon; ihre Behandlung soll am unteren Ende des Dosisbereichs beginnen. Das gilt auch dann noch, wenn Fluoxetin in den letzten Wochen eingenommen wurde.
Von besonderer Tragweite ist die Wechselwirkung mit Tamoxifen, einem Mittel der Brustkrebsbehandlung. Tamoxifen muss im Körper erst in seine wirksame Form umgewandelt werden, und diese Umwandlung läuft über CYP2D6. Bei gleichzeitiger Anwendung starker Hemmstoffe dieses Enzyms sinkt der Blutspiegel der wirksamen Form deutlich ab; eine verminderte Wirksamkeit von Tamoxifen lässt sich nicht ausschließen. Die Fachinformation rät deshalb, Fluoxetin während einer Tamoxifen-Behandlung möglichst zu meiden.
Bei Phenytoin wurden Veränderungen der Blutspiegel beobachtet, teils bis zu Vergiftungserscheinungen; die Menge ist dann vorsichtig neu einzustellen. Mit serotonerg wirkenden Arzneimitteln wie Lithium, Tramadol, Buprenorphin, den Triptanen, Tryptophan, dem MAO-B-Hemmer Selegilin und Zubereitungen aus Johanniskraut kann ein Serotoninsyndrom entstehen; hier ist eine engmaschigere Kontrolle erforderlich. Von der Kombination mit dem Antibiotikum Linezolid und dem Farbstoff Methylthioniniumchlorid (Methylenblau), beides Hemmstoffe der Monoaminoxidase, rät die Fachinformation wegen desselben Risikos ausdrücklich ab; lässt sie sich nicht vermeiden, ist eine engmaschige ärztliche Überwachung erforderlich.
Wirkstoffe, die eine Verarmung des Blutes an Natrium begünstigen, etwa entwässernde Mittel, Carbamazepin und Oxcarbazepin, verstärken diese Nebenwirkung von Fluoxetin. Mittel, die die Krampfschwelle herabsetzen, darunter trizyklische Antidepressiva, andere Wirkstoffe derselben Gruppe, Phenothiazine, Butyrophenone, Mefloquin, Chloroquin und Bupropion, erhöhen zusammen mit Fluoxetin das Risiko von Krampfanfällen.
Fluoxetin hat in gezielten Untersuchungen weder den Alkoholspiegel im Blut erhöht noch die Wirkung des Alkohols verstärkt. Dennoch rät die Fachinformation davon ab, während der Behandlung mit einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Alkohol zu trinken.
Alternative Behandlungsmethoden
Wird Fluoxetin nicht vertragen, kommen zunächst andere Wirkstoffe derselben Gruppe in Betracht, etwa Sertralin, Citalopram oder Escitalopram. Sie hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin nach demselben Prinzip, verweilen aber kürzer im Körper und greifen unterschiedlich stark in den Abbau anderer Arzneimittel ein. Gerade der letzte Punkt kann den Ausschlag geben, wenn eine Begleitmedikation über CYP2D6 abgebaut wird.
Eine zweite Möglichkeit sind Antidepressiva mit anderem Wirkprinzip, beispielsweise Venlafaxin, das neben Serotonin auch Noradrenalin betrifft. Bei der Zwangsstörung und bei der Bulimie hat die Psychotherapie einen eigenständigen Platz; bei der Bulimie sieht die Zulassung von Fluoxetin die begleitende Psychotherapie sogar ausdrücklich vor.
Bei schweren, auf Arzneimittel nicht ansprechenden Depressionen kann eine Elektrokrampftherapie erwogen werden. Zur gleichzeitigen Anwendung mit Fluoxetin liegen allerdings seltene Berichte über verlängerte Krampfanfälle vor, weshalb hier Vorsicht geboten ist.
Welche Alternative geeignet ist, hängt von der Erkrankung, vom Alter, von den Begleiterkrankungen und von den übrigen eingenommenen Arzneimitteln ab. Wegen der langen Verweildauer von Fluoxetin im Körper gehört jeder Wechsel in ärztliche Hand.
Quellen
- Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
ISBN: 9783662676844
- Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
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- Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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