Glycopyrroniumbromid
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Glycopyrroniumbromid ist ein Arzneimittel der Gruppe der Parasympatholytika. Es dient als bronchialerweiternder Wirkstoff in der Erhaltungstherapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Als Anticholinergikum unterdrückt es die Wirkung von Acetylcholin im Parasympathikus.
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Was ist Glycopyrroniumbromid?
Glycopyrroniumbromid ist ein chemisch kompliziert aufgebauter Wirkstoff mit einer quaternären Ammoniumstruktur. Es besteht als inneres Salz aus einem organischen Kation und dem Anion Bromid.
Außerdem ist es chemisch verwandt mit dem Atropin. Als reine Substanz liegt es als weißes, kristallines Pulver vor. Es ist aufgrund seiner Salzstruktur in Wasser leicht löslich und in Fetten bzw. Ölen unlöslich. Glycopyrroniumbromid hat einen Bronchien erweiternden Einfluss und wird deshalb zur Behandlung von COPD eingesetzt. Es wirkt sehr schnell, aber auch langfristig, sodass es täglich nur einmal angewendet werden muss. Die Behandlung erfolgt als Pulverinhalation.
Aufgrund seiner geringen Fettlöslichkeit kann es die Blut-Hirn-Schranke kaum überwinden; psychische Nebenwirkungen sind deshalb seltener, aber nicht ausgeschlossen. Es treten vor allem Nebenwirkungen auf, welche im Zusammenhang mit einer verringerten Sekretion in den Schleimhäuten und Schweißdrüsen stehen.
Wie stark der Wirkstoff überhaupt ins Gehirn übergeht, ist nach der Produktinformation der oralen Lösung nicht bekannt; berichtet wurden in klinischen Studien dennoch Wirkungen auf das Zentralnervensystem. Bei Kindern, deren Blut-Hirn-Schranke geschädigt ist, etwa durch einen Shunt, einen Hirntumor oder eine Gehirnentzündung, ist deshalb besondere Vorsicht geboten.
Der Wirkstoff wird vor allem über die Nieren ausgeschieden, zum größten Teil unverändert; ein kleiner Teil verlässt den Körper über die Galle. Wie lange er im Körper verbleibt, hängt vom Weg der Verabreichung ab: Nach einer Gabe in die Vene ist er am schnellsten wieder verschwunden, nach einer Spritze in den Muskel etwas langsamer und nach dem Einnehmen am langsamsten.
Glycopyrroniumbromid wird in drei sehr verschiedenen Darreichungsformen angewendet, und Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen unterscheiden sich zwischen ihnen erheblich. Das Pulver zur Inhalation dient der Dauerbehandlung der COPD bei Erwachsenen, die Lösung zum Einnehmen der Behandlung eines krankhaft gesteigerten Speichelflusses bei Kindern und Jugendlichen ab drei Jahren mit chronischen neurologischen Erkrankungen, und die Injektionslösung wird in der Anästhesie eingesetzt.
Pharmakologische Wirkung
Glycopyrroniumbromid entfaltet seinen Einfluss an den muskarinartigen Rezeptoren des Parasympathikus. Dabei hemmt es die Wirkung von Acetylcholin und unterdrückt damit indirekt die Nervenweiterleitungen im parasympathischen Nervensystem (Parasympathikus).
Der Parasympathikus gehört neben dem sympathischen und dem enterischen Nervensystem (Darmnervensystem) zum sogenannten vegetativen Nervensystem. Parasympathikus und Sympathikus wirken als Gegenspieler. Der Parasympathikus ist für die inneren Funktionen des Körpers bei Ruhe verantwortlich, während der Sympathikus äußere Aktivitäten fördert. Bei erhöhter Aktivität des Parasympathikus findet eine stärkere Sekretion von Schleim in den Bronchien und Schweiß aus den Schweißdrüsen statt.
Außerdem besteht eine erhöhte Motilität des Magen-/Darmkanals. Durch die Hemmung des Acetylcholins an den muskarinartigen Rezeptoren des Parasympathikus werden natürlich auch die Sekretproduktion, die Schweißbildung und die Magen-/Darmtätigkeit reduziert. Zur symptomatischen Behandlung bei einigen Erkrankungen oder zur Vorbereitung von Operationen sind solche Reduktionen von bestimmten Körperfunktionen notwendig. Die Herzfrequenz kann dagegen ansteigen, weil die bremsende Wirkung des Parasympathikus auf das Herz wegfällt.
Wie stark sich dieser Einfluss auf das Herz auswirkt, hängt ebenfalls vom Weg der Verabreichung ab. Für die Injektionslösung ist die Blockade des über den Vagusnerv vermittelten Reflexes am Herzen ein ausdrückliches Anwendungsgebiet. Für das inhalierte Pulver hält die Produktinformation dagegen fest, dass in den Studien keine Veränderung der mittleren Herzfrequenz beobachtet wurde. Bei der Lösung zum Einnehmen gehören eine mögliche Zunahme von Herzfrequenz und Blutdruck sowie Herzrhythmusstörungen zu den Gründen, aus denen bei Herzerkrankungen Vorsicht geboten ist. Auch die Dauer der Wirkung hängt vom Weg der Verabreichung ab: Nach einer Injektion in den Muskel hält die den Speichelfluss hemmende Wirkung nach Angaben der deutschen Fachinformation deutlich länger an als die von Atropin.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Glycopyrroniumbromid kommt hauptsächlich bei der symptomatischen Behandlung von COPD, der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, zur Anwendung. Hier soll die Erweiterung der Bronchien die Beschwerden lindern. Dabei wird täglich das Medikament als Pulver inhaliert. Eine Heilung der Erkrankung ist so nicht möglich, aber durch die Bekämpfung der Symptome wird die Lebensqualität der Patienten deutlich erhöht.
Das Medikament wird auch bei dem äußerst schweren Krankheitszustand der Rasselatmung angewendet. Hier ist der Patient nicht mehr in der Lage, das gebildete Sekret abzuhusten und droht zu ersticken. Das Gleiche gilt bei Schluckstörungen mit erhöhtem Speichelfluss. Auch vor Operationen wird Glycopyrroniumbromid zur Senkung der Speichel- und Schleimsekretion eingesetzt.
Da die Muskarinrezeptoren gut auf Glycopyrroniumbromid ansprechen, tritt z. B. die Wirkung zur Reduzierung des Speichelflusses bei einer Dosierung ein, bei der Nebenwirkungen noch keine Rolle spielen. Ein weiteres Einsatzgebiet von Glycopyrroniumbromid ist die Narkoseeinleitung, um auch hier die Sekretbildung herabzusetzen und einem über den Vagusnerv vermittelten Abfall der Herzfrequenz vorzubeugen. Gute Wirksamkeit zeigen die Medikamente auch bei Magen-/Darmstörungen.
So wird die erhöhte Darmtätigkeit herabgesetzt und die Magensaftsekretion reduziert. Als weitere Indikation ist auch noch die Hyperhidrosis zu nennen. Die Hyperhidrosis ist eine Erkrankung, bei welcher eine übermäßige Schweißbildung stattfindet.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Glycopyrroniumbromid sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten, um Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten. Glycopyrroniumbromid, ein Anticholinergikum, wird häufig zur Behandlung von übermäßiger Speichelproduktion und anderen spastischen Zuständen eingesetzt.
Zunächst ist die Dosierung individuell anzupassen, abhängig von der Schwere der Symptome, dem Alter, dem Gewicht und der Reaktion des Patienten. Erwachsene beginnen oft mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise erhöht wird, um die gewünschte Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren. Für Kinder und ältere Menschen sind in der Regel niedrigere Anfangsdosen erforderlich.
Die Verabreichungsform kann variieren: Glycopyrroniumbromid ist als Tablette, Injektionslösung und als Pulver zur Inhalation verfügbar. Bei oraler Einnahme sollte das Medikament vor den Mahlzeiten eingenommen werden, um die beste Absorption zu gewährleisten. Bei der Injektion ist auf aseptische Techniken zu achten, um Infektionen zu vermeiden.
Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit bestehenden Erkrankungen wie Glaukom, Prostatavergrößerung, Magen-Darm-Stenosen oder Myasthenia gravis geboten, da Glycopyrroniumbromid anticholinerge Effekte verstärken kann. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, insbesondere anderen Anticholinergika, müssen sorgfältig überwacht werden, um additive Effekte und potenzielle Nebenwirkungen zu vermeiden.
Häufige Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt und Sehstörungen sollten überwacht und gegebenenfalls durch Dosisanpassungen oder symptomatische Behandlungen gemindert werden. Patienten sollten auch über mögliche Symptome einer Überdosierung informiert werden, wie starke Mundtrockenheit, erhöhter Puls, Verwirrtheit und Hitzewallungen, und angehalten werden, sofort medizinische Hilfe zu suchen, falls solche Symptome auftreten.
Risiken & Nebenwirkungen
Wie bei allen Medikamenten treten auch beim Einsatz von Glycopyrroniumbromid Nebenwirkungen auf. Als Nebenwirkungen treten eventuell Mundtrockenheit, Verstopfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Harnwegsinfektionen und auch Sehstörungen auf.
Dabei ist zu sagen, dass diese Nebenwirkungen meist relativ mild sind. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Glycopyrroniumbromid ist eine Anwendung kontraindiziert. Außerdem darf Glycopyrroniumbromid nicht in Kombination mit anderen Parasympatholytika eingesetzt werden.
Bei der Lösung zum Einnehmen, die über Wochen und Monate gegeben wird, fällt die Bilanz anders aus: Dort sind Nebenwirkungen häufig, und die Produktinformation nennt als häufigste Mundtrockenheit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Harnverhalt, ein Hitzegefühl und eine verstopfte Nase. Sie treten bei höheren Mengen und bei längerer Anwendung häufiger auf. Sehr häufig ist eine gesteigerte Reizbarkeit; häufig sind Unruhe und Schläfrigkeit sowie Infektionen der oberen Atemwege, der Harnwege und eine Lungenentzündung.
Mehrere Nebenwirkungen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Weil Glycopyrroniumbromid die Sekrete eindickt, kann es das Risiko für Atemwegsinfektionen und für eine Lungenentzündung erhöhen; tritt eine Lungenentzündung auf, wird die Behandlung beendet. Weil der Speichelfluss vermindert wird, steigt das Risiko für Erkrankungen der Mundhöhle und des Zahnfleischs; tägliche Mundpflege und regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen sind deshalb vorgesehen. Und weil das Schwitzen gehemmt wird, kann der Körper überhitzen; heiße Witterung und Fieber sind daher Anlass, die Behandlung zu unterbrechen und ärztlichen Rat einzuholen. Dasselbe gilt bei Verstopfung, Harnverhalt, allergischen Reaktionen und Verhaltensänderungen.
Das inhalierte Pulver ist ausdrücklich nicht zur Akutbehandlung bestimmt. Es dient der einmal täglichen Dauerbehandlung und ist als Notfallmedikament bei plötzlicher Atemnot nicht geeignet. Auch ein paradoxer Bronchospasmus, also eine Verengung statt einer Erweiterung der Atemwege, ist unter Inhalationsbehandlungen beschrieben worden und kann lebensbedrohlich sein; er verlangt den sofortigen Abbruch der Behandlung.
Weiterhin ist Glycopyrroniumbromid durch seine ionische Struktur fettunlöslich und überwindet die Blut-Hirn-Schranke deshalb nur in begrenztem Ausmaß. Zentralnervöse Störungen wie Gedächtnisstörungen, Verwirrtheitszustände oder Halluzinationen treten dadurch seltener auf, sind in klinischen Studien aber dennoch beobachtet worden.
Kontraindikationen
Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Glycopyrroniumbromid umfassen mehrere medizinische Zustände und Situationen, in denen das Medikament nicht sicher oder wirksam ist. Eine der Hauptkontraindikationen ist das Vorliegen eines Engwinkelglaukoms, da Glycopyrroniumbromid den Augeninnendruck erhöhen kann und das Glaukom verschlimmern könnte.
Patienten mit einer obstruktiven Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, wie z.B. Pylorusstenose oder paralytischem Ileus, sollten Glycopyrroniumbromid ebenfalls nicht verwenden. Das Medikament kann die Magen-Darm-Motilität weiter verringern und die Obstruktion verschlimmern. Ähnlich gilt dies für Patienten mit einer schweren Colitis ulcerosa, da anticholinerge Medikamente das Risiko einer toxischen Megakolonbildung erhöhen können.
Eine weitere wichtige Kontraindikation ist die Myasthenia gravis, eine Erkrankung, die durch eine gestörte neuromuskuläre Übertragung gekennzeichnet ist. Glycopyrroniumbromid kann die Symptome dieser Erkrankung verschlechtern, da es die cholinerge Übertragung hemmt.
Patienten mit Harnverhalt oder einer schweren Prostatavergrößerung sollten ebenfalls von der Anwendung von Glycopyrroniumbromid absehen. Das Medikament kann die Blasenentleerung erschweren und den Harnverhalt verschlimmern.
Darüber hinaus sollte Glycopyrroniumbromid bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit oder Allergie gegen das Medikament oder einen seiner Bestandteile nicht angewendet werden. Die Möglichkeit von allergischen Reaktionen, einschließlich Anaphylaxie, macht es erforderlich, solche Fälle zu vermeiden.
Welche dieser Gegenanzeigen im Einzelfall gilt, hängt von der Darreichungsform ab. Für das inhalierte Pulver führt die Produktinformation als einzige Gegenanzeige die Überempfindlichkeit auf; Engwinkelglaukom und Harnverhalt verlangen dort lediglich besondere Vorsicht. Die Produktinformation der Lösung zum Einnehmen dagegen führt neben der Überempfindlichkeit ein Glaukom, einen Harnverhalt, eine schwere Nierenfunktionsstörung einschließlich der dialysepflichtigen Niereninsuffizienz sowie Darmverschluss, Colitis ulcerosa, gelähmten Darm, eine Verengung des Magenausgangs und eine Myasthenia gravis in der Vorgeschichte an; hinzu kommen Schwangerschaft und Stillzeit. Für die Injektionslösung nennt die Fachinformation unter anderem ein Glaukom, mechanische Verengungen der Harnwege und des Magen-Darm-Trakts, einen gelähmten Darm, eine schwere geschwürige Dickdarmentzündung und eine Myasthenia gravis.
Für Kinder unter drei Jahren wird die Lösung zum Einnehmen nicht empfohlen, weil nur sehr wenige Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen. Bei Menschen über 65 Jahren soll sie ebenfalls nicht angewendet werden: Der Wirkstoff verbleibt dort länger im Körper, und zur kurzfristigen Anwendung in dieser Altersgruppe liegen nur wenige Daten vor. Für das inhalierte Pulver wiederum sieht die Produktinformation bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren keinen relevanten Nutzen in der Behandlung der COPD.
Insgesamt erfordert die Anwendung von Glycopyrroniumbromid eine sorgfältige Abwägung der Risiken und eine gründliche Anamnese, um potenzielle Kontraindikationen zu identifizieren und sicherzustellen, dass die Behandlung für den jeweiligen Patienten geeignet ist.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Glycopyrroniumbromid kann mit verschiedenen anderen Medikamenten interagieren, was die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie beeinflussen kann. Eine wichtige Gruppe von Interaktionen betrifft andere anticholinerge Medikamente. Die gleichzeitige Anwendung von Glycopyrroniumbromid mit anderen anticholinergen Substanzen, wie Atropin oder Scopolamin, kann die anticholinergen Effekte verstärken und das Risiko für Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt und Verwirrung erhöhen.
Darüber hinaus kann Glycopyrroniumbromid die Wirkung von Medikamenten beeinflussen, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Zum Beispiel können die anticholinergen Effekte von Antihistaminika, trizyklischen Antidepressiva und einigen Antipsychotika verstärkt werden, wenn sie zusammen mit Glycopyrroniumbromid eingenommen werden. Diese Kombinationen können Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt und Verwirrtheit verstärken und das Risiko einer anticholinergen Vergiftung erhöhen.
Auch die Wirkung von Medikamenten gegen Bewegungsstörungen, wie Levodopa bei der Parkinson-Krankheit, kann durch Glycopyrroniumbromid beeinträchtigt werden. Es kann zu einer Verschlechterung der Parkinson-Symptome kommen.
Darüber hinaus kann Glycopyrroniumbromid die Absorption von anderen oral eingenommenen Medikamenten beeinflussen, indem es die Magenentleerung verlangsamt. Dies kann die Wirksamkeit von Medikamenten wie Digoxin, die eine konstante Resorption erfordern, beeinträchtigen.
Patienten, die Protonenpumpenhemmer oder andere Medikamente zur Behandlung von Magensäure verwenden, sollten ebenfalls vorsichtig sein, da Glycopyrroniumbromid die Magensäureproduktion beeinflussen kann und somit die Wirkung dieser Medikamente verändern kann.
Insgesamt ist es wichtig, dass Ärzte und Apotheker die gesamte Medikation eines Patienten berücksichtigen, um potenzielle Interaktionen zu identifizieren und entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Patienten sollten auch angehalten werden, ihre vollständige Medikamentenliste offenzulegen, um Risiken zu minimieren.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Glycopyrroniumbromid nicht vertragen wird, stehen mehrere alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung und den spezifischen Bedürfnissen des Patienten.
Für die Behandlung von übermäßiger Speichelproduktion (Sialorrhoe) können andere Anticholinergika wie Scopolamin oder Atropin in Betracht gezogen werden. Diese Medikamente wirken ähnlich wie Glycopyrroniumbromid, indem sie die Speichelproduktion verringern, haben jedoch unterschiedliche Nebenwirkungsprofile, die besser vertragen werden könnten.
Botulinumtoxin-Injektionen sind eine weitere wirksame Alternative zur Behandlung von Sialorrhoe. Botulinumtoxin wird in die Speicheldrüsen injiziert, um die Speichelproduktion temporär zu reduzieren. Diese Methode bietet den Vorteil einer gezielten Wirkung mit einer relativ langen Wirkungsdauer von mehreren Monaten.
Für Patienten mit spastischen Zuständen oder Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen) können andere Medikamentenklassen wie Muskelrelaxanzien (z.B. Baclofen) oder Beta-Blocker (z.B. Propranolol) eingesetzt werden, je nach den spezifischen Symptomen und Bedürfnissen des Patienten. Diese Medikamente wirken über unterschiedliche Mechanismen und können besser vertragen werden als Anticholinergika.
Darüber hinaus können nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Verhaltenstherapie oder physikalische Therapien hilfreich sein, insbesondere bei Kindern oder Patienten, die empfindlich auf Medikamente reagieren. Spezielle Übungen und Techniken können helfen, die Kontrolle über Symptome wie übermäßigen Speichelfluss zu verbessern.
Die Auswahl der geeigneten Alternative sollte individuell und in Absprache mit einem Arzt erfolgen, unter Berücksichtigung der spezifischen gesundheitlichen Bedürfnisse und der bisherigen Reaktionen des Patienten auf verschiedene Behandlungen.
Quellen
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