Baclofen
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 10. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Baclofen wurde in den 1960-er Jahren ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt. Bei spastischen Verkrampfungen der Muskulatur hat es eine gute Wirkung. Gegen epileptische Anfälle erwies es sich dagegen als unwirksam; bei Anfallsleiden darf Baclofen heute nicht angewendet werden. Seit 2009 wird es ebenfalls zur Bekämpfung von Alkoholsucht eingesetzt.
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Was ist Baclofen?
Baclofen - chemisch C10H12ClNO2 - gehört zu den Muskelrelaxantien. Sie lösen eine krankhaft erhöhte Muskelspannung. Der Wirkstoff bindet an die GABA-B-Rezeptoren und wirkt dort als Agonist. Dabei nutzt er die Tatsache, dass er eine ähnliche molekulare Struktur wie der körpereigene Botenstoff Gamma-Aminobuttersäure hat, an den diese Eiweiße normalerweise binden.
Synthetisiertes Baclofen ist ein geruchloses, kristallines, weißes Pulver mit einer sehr schlechten Wasserlöslichkeit. Das Muskelrelaxans kann auf zwei Arten hergestellt werden und ist in den Medikamenten Lioresal®, Lebic® und verschiedenen Generika verfügbar.
Bei leichteren Krankheitsverläufen wird es oral in Tablettenform (10 mg oder 25 mg) verabreicht. Liegt jedoch beispielsweise eine schwere multiple Sklerose vor, gibt der Arzt den Wirkstoff in die Rückenmarksflüssigkeit (intrathekal). Bei Kindern und Jugendlichen wird bevorzugt die orale Gabe gewählt. Für die intrathekale Anwendung bei sehr kleinen Kindern existieren keine entsprechenden Untersuchungen. Auf diese Darreichungsform wird ebenfalls verzichtet, wenn der Patient eingeschränkte Reflexe und eine verlangsamte Zirkulation des Hirn- und Rückenmark-Liquor hat.
Pharmakologische Wirkung
Das Baclofen nutzt seinen, dem Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ähnlichen, chemischen Aufbau, indem es die Übermittlung des Nervensignals zwischen den Rückenmark-Nervenzellen blockiert. So kann das Signal gar nicht erst zum Muskel gelangen. Neben seiner muskelentkrampfenden Wirkung dämpft es auch die Aktivität des Gehirns. Bei Patienten, die Baclofen einnehmen, ist außerdem die willentliche Muskel-Betätigung eingeschränkt.
Genauer beschrieben ist der Angriffspunkt im Rückenmark. Baclofen ist chemisch ein Abkömmling der Gamma-Aminobuttersäure und regt dort eine bestimmte Untergruppe der Rezeptoren dieses Botenstoffs an, die GABA-B-Rezeptoren. Deren Anregung dämpft sowohl die einfachen, über eine einzige Umschaltstelle laufenden Reflexe als auch die über mehrere Umschaltstellen verschalteten, und sie vermindert zugleich die Freisetzung der erregend wirkenden Aminosäuren Glutamat und Aspartat. Wirkungsweise und pharmakologische Eigenschaften unterscheiden den Wirkstoff dadurch von anderen Mitteln gegen Spastik. Auf die Erregungsübertragung vom Nerv auf den Muskel selbst wirkt Baclofen dagegen nicht ein; die Muskulatur bleibt ansprechbar.
Neben der entspannenden hat Baclofen eine schmerzdämpfende Wirkung. Bei neurologischen Erkrankungen, die mit einer Spastik der Skelettmuskulatur einhergehen, gehen deshalb nicht nur die reflexhaften Muskelanspannungen zurück, sondern auch schmerzhafte Krämpfe, unwillkürlich ablaufende Bewegungsmuster und rhythmische Muskelzuckungen. Als Folgen werden eine bessere Gehfähigkeit, ein ruhigerer Schlaf, seltenere Druckgeschwüre sowie eine leichtere Entleerung der Blase beschrieben.
Baclofen verändert die Leber-Enzym-Werte im Blut, sodass Test-Ergebnisse verfälscht werden können. Daher sollte der Patient dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen, dass er Baclofen verordnet bekommt. Müssen von einer Lebererkrankung Betroffene das Medikament anwenden, so müssen ihre Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden. Bei Diabetikern sollte der Blutzuckerspiegel häufiger überprüft werden. Patienten, die Präparate mit Baclofen einnehmen müssen, sollten auf Autofahren und das Bedienen von Werkzeugen und Maschinen verzichten, denn die Wirk-Substanz beeinträchtigt das Reaktionsvermögen.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Baclofen hat sich bei der Behandlung von Personen mit multipler Sklerose, Rückenmarksverletzungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Zerebralparese, zerebrovaskulären Störungen und Muskelkrämpfen, die durch eine fehlerhafte Signalübertragung aus Rückenmark und/oder Gehirn ausgelöst werden, als ausgesprochen effizient erwiesen.
Bei Multiple-Sklerose-Patienten, die an heftigen schmerzhaften Spasmen leiden, verabreicht der Arzt es intrathekal, um die starken Nebenwirkungen einer oralen Gabe zu vermeiden: Bei oraler Einnahme müsste Baclofen in sehr hoher Dosis aufgenommen werden, da der Wirkstoff sonst in zu geringer Konzentration dort ankommt, wo er seine Aufgabe erfüllen soll. Multiple-Sklerose-Patienten wird ein Rückenmarks-Katheter gelegt, der eine computergesteuerte Pumpe hat, mit deren Hilfe dem Körper dauerhaft Baclofen in wesentlich niedrigerer Dosierung, als bei oraler Verabreichung, zugeführt wird. Das Pumpen-Depot kann nach Bedarf durch die Haut wieder neu befüllt werden.
Der Wirkstoff setzt an den Rückenmarks-Reflexbögen an, indem er als Abkömmling der Gamma-Aminobuttersäure deren dämpfende Wirkung an den GABA-B-Rezeptoren nachahmt.
Wird Baclofen oral zugeführt, lässt seine Wirkung bereits nach wenigen Stunden nach. Der Körper scheidet es größtenteils unverändert über den Urin aus. Wie eine klinische Studie aus den 1990-er Jahren zeigt, bekämpft es bei alkoholabhängigen Personen, die zugleich an Depressionen und/oder Angststörungen leiden, als Agonist der GABA-Rezeptoren offenbar das von Substanz-Abhängigen so gefürchtete Craving, also das Verlangen nach der Substanz. Dabei hat es dieselbe hohe Wirksamkeit wie beispielsweise Diazepam - jedoch ohne so schädigende Nebenwirkungen zu haben wie dieses. Weitere klinische Studien und innovative bildgebende Techniken untermauern die Wirksamkeit von Baclofen bei Alkoholabhängigen.
Im Gegensatz zu Frankreich, wo das Präparat seit einigen Jahren für diese Anwendung zugelassen wurde, kann es in Deutschland dafür nur als off-label verwendet werden. Neuere kontrollierte Studien kamen allerdings zu widersprüchlichen Ergebnissen; die deutsche Behandlungsleitlinie zu alkoholbezogenen Störungen spricht deshalb keine Empfehlung für Baclofen aus. In Tierversuchen war Baclofen außerdem in der Behandlung von Depressionen und Ängsten wirksam.
Die zugelassenen Anwendungsgebiete sind eng an die Ursache der Spastik gebunden. Erfasst sind bei Erwachsenen die krankhaft erhöhte Muskelspannung bei multipler Sklerose, bei Erkrankungen und Verletzungen des Rückenmarks sowie eine Spastik, die vom Gehirn ausgeht. Bei Kindern und Jugendlichen steht die vom Gehirn ausgehende Form im Vordergrund, etwa nach einer frühkindlichen Hirnschädigung, nach Unfällen mit Beteiligung der Hirngefäße oder bei Tumor- und Abbauerkrankungen des Gehirns. Hinzu kommen Muskelkrämpfe bei Rückenmarkserkrankungen unterschiedlicher Herkunft, darunter Entzündungen des Rückenmarks, Querschnittslähmungen nach Unfällen und eine Einengung des Rückenmarks von außen.
Verabreichung & Dosierung
Die Behandlung mit Baclofen wird einschleichend begonnen. Sie startet mit einer niedrigen Menge, die in mehrtägigen Abständen schrittweise gesteigert wird, bis die Beschwerden ausreichend zurückgehen. Angestrebt wird eine Erhaltungsmenge, bei der Krämpfe und Muskelsteife nachlassen, der für aktive Bewegungen nötige Muskeltonus aber erhalten bleibt. Diese Gratwanderung erklärt, warum die Einstellung Zeit braucht: Wer seine erhöhte Muskelspannung zum Stehen, Gehen oder für das Gleichgewicht benötigt, kann durch eine zu weit getriebene Entspannung an Halt verlieren und stürzen. Auch für die Kreislaufregulation kann ein gewisser Muskeltonus von Bedeutung sein, sodass gelegentliche Krämpfe bewusst in Kauf genommen werden.
Die Tagesmenge wird auf mehrere Einzelgaben über den Tag verteilt. Die Tabletten werden unzerkaut zu den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit geschluckt. Besonders vorsichtig wird bei älteren Menschen, bei Kindern, bei einer vom Gehirn ausgehenden Spastik und bei eingeschränkter Nierenfunktion dosiert, weil unerwünschte Wirkungen in diesen Gruppen häufiger auftreten. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion sind bereits geringe Mengen mit Anzeichen einer Überdosierung in Verbindung gebracht worden; eine engmaschige Überwachung ist dann angezeigt, und Zeichen wie Verwirrtheit, Orientierungsstörungen, Schläfrigkeit oder eine getrübte Wahrnehmung gelten als Warnsignale.
Zu Beginn der Behandlung sind häufigere ärztliche Kontrollen üblich, damit eine allgemeine Muskelschwäche, ein plötzlicher Verlust der Muskelspannung, Müdigkeit oder Verwirrtheit rasch bemerkt und die Menge angepasst werden kann. Die Behandlung ist in aller Regel auf lange Sicht angelegt. Bleibt eine Besserung auch unter der höchsten verträglichen Menge über einen längeren Zeitraum aus, wird über die Fortführung neu entschieden.
Risiken & Nebenwirkungen
Baclofen-Medikamente werden vor dem Absetzen ausschleichend eingenommen, um negative Wirkungen wie Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, Krampfanfälle und Konzentrationsstörungen zu vermeiden. Wird die Zufuhr über eine intrathekale Pumpe plötzlich unterbrochen, kann ein lebensbedrohliches Entzugssyndrom mit hohem Fieber, verstärkter Spastik und Bewusstseinsstörungen entstehen. Auch nach der Einnahme über den Mund kann ein plötzlicher Abbruch der Behandlung nach längerer Anwendung schwerwiegende Folgen haben: Beschrieben sind Angst- und Verwirrtheitszustände, Halluzinationen, Psychosen, ausgeprägte Unruhe, Krampfanfälle, Bewegungsstörungen, ein beschleunigter Puls, erhöhter Blutdruck, Fieber sowie ein Zerfall von Muskelgewebe. Hinzu kommt ein Rückschlageffekt, bei dem die Spastik vorübergehend stärker ausfällt als vor der Behandlung. Außerhalb von Notfällen wird die Menge deshalb über einen längeren Zeitraum stufenweise verringert. Bei Neugeborenen, die im Mutterleib mit dem Wirkstoff in Berührung gekommen sind, wurden ebenfalls Entzugserscheinungen einschließlich Krampfanfällen beobachtet.
Kontraindikationen
Nicht angewandt werden sollte das Mittel bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei Epilepsie und anderen zerebralen Anfallsleiden sowie bei Nierenschäden im Endstadium. Für die Behandlung einer Spastik bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, bei Parkinsonismus oder infolge peripherer Verletzungen ist Baclofen nicht geeignet. Schwangeren sollte Baclofen nur nach eingehender Nutzen-Risiko-Abwägung und nur oral verabreicht werden, da der Wirkstoff durch die Plazenta hindurchtreten kann. In der Muttermilch von Stillenden kann er ebenfalls vorkommen. Obwohl bisher noch keine Schädigungen bei Säuglingen durch Baclofen auftraten, wird das Medikament - wenn überhaupt - am besten in geringer Dosis eingesetzt.
Von diesen echten Gegenanzeigen zu unterscheiden sind Umstände, die lediglich besondere Vorsicht verlangen. Dazu zählen seelische Erkrankungen wie Psychosen, Schizophrenie, Manie und Depressionen sowie akute oder länger bestehende Verwirrtheitszustände, weil sich solche Zustandsbilder unter der Behandlung verschlechtern können. Bei Menschen, die Baclofen erhielten, sind Suizide und suizidnahe Ereignisse berichtet worden; in den meisten dieser Fälle lagen zusätzliche Risikofaktoren wie eine Alkoholabhängigkeit, eine Depression oder frühere Suizidversuche vor. Eine engmaschige Begleitung gilt bei dieser Patientengruppe deshalb als notwendig, und auf eine Verschlechterung des Befindens oder ungewöhnliche Verhaltensänderungen wird besonders geachtet.
Baclofen kann die Bildung von Magensäure anregen. Bei bestehenden oder früheren Geschwüren im Magen-Darm-Trakt ist deshalb Zurückhaltung geboten. Vorsicht gilt ebenso bei Durchblutungsstörungen des Gehirns, bei eingeschränkter Leberfunktion, bei Erkrankungen von Herz und Lunge, bei einer Schwäche der Atemmuskulatur, bei Störungen der Blasenentleerung sowie bei neurologischen Krankheitsbildern, die bereits mit schlaffen Lähmungen einhergehen. Bei einer akuten Vergiftung, etwa durch Alkohol oder Schlafmittel, wird der Wirkstoff nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt.
Gemeldet wurden außerdem Fälle von unsachgemäßem Gebrauch, von Missbrauch und von Abhängigkeit. Bei Menschen mit einer Suchterkrankung in der Vorgeschichte wird deshalb darauf geachtet, ob sich Warnzeichen entwickeln: eigenmächtige Steigerungen der Menge, ein auf die Beschaffung ausgerichtetes Verhalten oder eine nachlassende Wirkung bei gleichbleibender Menge.
Interaktionen
Baclofen verstärkt die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln, anderen Muskelrelaxantien, Psychopharmaka, Schmerzmitteln und bestimmten Antidepressiva. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Parkinsonmitteln, die den Botenstoff Dopamin ersetzen, kann es zu Wahnvorstellungen kommen. Um unvorhersehbare Risiken auszuschließen, darf es unter keinen Umständen zusammen mit Alkohol genommen werden.
Der gemeinsame Nenner der meisten dieser Wechselwirkungen ist die dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Schlafmittel, Opioide, beruhigend wirkende Antidepressiva und andere zentral angreifende Muskelentspanner wie Tizanidin verstärken die Müdigkeit und Benommenheit, die Baclofen ohnehin hervorruft. Zugleich steigt das Risiko einer Atemdepression, also einer gefährlich flachen Atmung. Bei Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen und bei geschwächter Atemmuskulatur wird deshalb besonders auf Atmung und Kreislauf geachtet.
Bei der Kombination mit Levodopa und einem Decarboxylase-Hemmer, wie sie in der Parkinson-Behandlung üblich ist, wurden neben Verwirrtheit und Halluzinationen auch Kopfschmerzen, Übelkeit und Unruhe beobachtet; ebenso ist eine Verschlechterung der Parkinson-Beschwerden beschrieben. Trizyklische Antidepressiva können die Wirkung so weit verstärken, dass die Muskulatur ausgeprägt erschlafft. Wird gleichzeitig Lithium eingenommen, können sich überschießende Bewegungen verstärken. Bei blutdrucksenkenden Arzneimitteln ist mit einem stärkeren Blutdruckabfall zu rechnen, sodass deren Menge angepasst werden muss.
Eine eigene Rolle spielen Arzneimittel, die die Nierenfunktion beeinträchtigen. Weil Baclofen den Körper überwiegend unverändert über die Niere verlässt, kann eine solche Beeinträchtigung zu einer Anreicherung des Wirkstoffs und damit zu Vergiftungserscheinungen führen. Die Nierenwerte werden in dieser Lage engmaschig kontrolliert und die zugeführte Menge daran angepasst. Bei einer schweren Vergiftung mit Baclofen lässt sich der Wirkstoff durch eine Blutwäsche wirksam aus dem Körper entfernen.
Alternative Behandlungsmethoden
Baclofen ist nicht das einzige Mittel gegen eine krankhaft erhöhte Muskelspannung. Zur selben Arzneimittelgruppe der zentral angreifenden Muskelentspanner gehört unter anderem Tizanidin. Werden beide zugleich angewendet, verstärkt sich allerdings die dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Reicht die Wirkung über den Mund nicht aus oder sind die Nebenwirkungen zu stark, bleibt die Zufuhr über eine Pumpe in die Rückenmarksflüssigkeit als Ausweg. Für eine Spastik, die auf rheumatischen Erkrankungen, einem Parkinsonismus oder Verletzungen der äußeren Nerven beruht, ist Baclofen nicht vorgesehen; hier kommen andere Behandlungswege in Betracht.
Unabhängig vom gewählten Arzneimittel bleibt die Bewegungstherapie ein tragender Teil der Behandlung. Krankengymnastische Übungen erhalten den Muskeltonus, der für Haltung und Bewegung gebraucht wird, und ergänzen die medikamentöse Entspannung, statt sie zu ersetzen.
Für den zweiten, in Deutschland nicht zugelassenen Einsatzbereich – die Rückfallvorbeugung bei Alkoholabhängigkeit – benennt die deutsche Behandlungsleitlinie eigene Mittel. Sie empfiehlt für die Zeit nach dem Entzug eine Behandlung mit Acamprosat oder Naltrexon im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans. Nalmefen kann in bestimmten Fällen erwogen werden, ebenso Disulfiram, wenn andere zugelassene Therapieformen ohne Erfolg geblieben sind; Disulfiram ist für dieses Anwendungsgebiet in Deutschland allerdings nicht mehr zugelassen.
Quellen
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437426223
- Geisslinger, G., Menzel, S., Gudermann, T., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
ISBN: 9783804736634
- Diener, H.-C., Gerloff, C., Dieterich, M., et al. (Hrsg.): Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen.
ISBN: 9783170399662
- Diener, H.-C., Fink, G. R. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Neurologie.
ISBN: 9783437210044
- Masuhr, K. F., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie.
ISBN: 9783132410961
