Dipyridamol

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Dipyridamol wird ein Wirkstoff aus der Gruppe der Thrombozyten-Aggregationshemmer bezeichnet. Das Arzneimittel dient in erster Linie zur Prophylaxe von Schlaganfällen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dipyridamol?

Dipyridamol
Als Dipyridamol wird ein Wirkstoff aus der Gruppe der Thrombozyten-Aggregationshemmer bezeichnet. Das Arzneimittel dient in erster Linie zur Prophylaxe von Schlaganfällen.

Dipyridamol zählt zur Gruppe der Antithrombotika. Eingesetzt wird der Arzneistoff, um die Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) zu verhindern und damit Schlaganfällen vorzubeugen.

Die erste Anwendung von Dipyridamol fand im Jahr 1959 statt. Dabei wurde das Arzneimittel zur Therapie der koronaren Herzkrankheit (KHK) verwendet. In den folgenden Jahren stellte sich ein dilatierender (erweiternder) Effekt auf die Koronargefäße heraus. Schließlich gelangte Dipyridamol auch als Thrombozyten-Aggregationshemmer zum Einsatz.

Angewendet wurde Dipyridamol vor allem in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS), um Rückfällen nach einem Schlaganfall entgegenzuwirken, die im Rahmen einer zerebralen Ischämie (TIA) auftreten. In Deutschland ist gegenwärtig kein dipyridamolhaltiges Fertigarzneimittel im Handel.

Allerdings gilt ein höherer Nutzen dieser Kombinationstherapie gegenüber einer Einzelverabreichung von Acetylsalicylsäure unter Medizinern als umstritten. Gegenüber dem ebenfalls zur Vorbeugung eingesetzten Clopidogrel ergab eine große Vergleichsstudie keinen Vorteil der Kombination; Hirnblutungen traten unter ihr sogar häufiger auf. Darüber hinaus zeigen sich häufiger Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen.

Pharmakologische Wirkung

Dipyridamol weist die Wirkung auf, die menschlichen Blutgefäße zu erweitern sowie das Verklumpen der Blutplättchen (Thrombozyten) zu vermeiden. Dieser Vorgang wird in der Medizin auch als Aggregation bezeichnet. Durch dieses Verfahren ist es möglich, Verengungen oder Verschlüsse der Blutgefäße zu verhindern.

Dipyridamol verfügt über die Eigenschaft, den Transport des Nukleosids Adenosin zu blockieren. Dadurch steigt die Adenosinkonzentration im Raum zwischen den Zellen. Über G-Protein-gekoppelte Vorgänge führt dies zu einer Relaxation (Entspannung) der Muskeln, was wiederum die Erweiterung der Blutgefäße hervorruft. An den Blutplättchen wirkt Dipyridamol auf zwei Wegen: Das zurückgehaltene Adenosin lässt über den A2-Rezeptor den Botenstoff cAMP ansteigen, und die Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase erhöht zusätzlich den Botenstoff cGMP. Beides bremst das Verklumpen der Blutplättchen. Darin unterscheidet sich Dipyridamol von Clopidogrel, das den ADP-Rezeptor der Blutplättchen blockiert, und von Acetylsalicylsäure, die das Enzym Cyclooxygenase hemmt.

Seine gefäßerweiternde Wirkung entfaltet Dipyridamol vor allem in den Herzkranzgefäßen. Diese sind für die Versorgung des Herzmuskels verantwortlich. Zur Prophylaxe oder Therapie von Angina pectoris kommt Dipyridamol allerdings heutzutage nicht mehr zum Einsatz, da sich die Herzkranzgefäße in den meisten Fällen automatisch maximal erweitern, damit mehr Blut zum Herzmuskel gelangen kann. Durch die Anwendung von Dipyridamol käme es auch zum Erweitern von gesunden Herzkranzgefäßen, was deren Blutdurchfluss verstärkt. Durch diesen Vorgang erhalten die erkrankten Gefäße jedoch weniger Blut, was die Mangelversorgung des erkrankten Herzmuskelbereichs zusätzlich erhöht. Mediziner bezeichnen diesen Vorgang als Steal-Effekt.

Im Blut bindet sich Dipyridamol zu 99 Prozent an Plasmaproteine. Das Metabolisieren des Wirkstoffs findet über die Leber statt. Nach der Spitzenkonzentration fällt der Blutspiegel zunächst rasch ab, mit einer Halbwertszeit von etwa 40 Minuten; die endgültige Ausscheidung zieht sich erheblich länger hin. Aus dem Körper ausgeschieden wird Dipyridamol über den Stuhl.

Anwendung nach dem Ersatz einer Herzklappe

Ein eigenes, älteres Anwendungsgebiet von Dipyridamol betrifft Menschen, denen eine Herzklappe durch eine künstliche ersetzt wurde. An der Oberfläche einer solchen Klappenprothese werden die Blutplättchen vermehrt aktiviert, und ihre Überlebenszeit im Blut verkürzt sich krankhaft. Diese verkürzte Überlebenszeit gilt als ein wesentlicher Grund dafür, dass sich nach dem Eingriff Gerinnsel bilden und mit dem Blutstrom fortgeschwemmt werden können. Dipyridamol verlängert die verkürzte Überlebenszeit der Blutplättchen wieder, und zwar umso ausgeprägter, je höher die zugeführte Menge ist.

In drei kontrollierten Studien mit zusammen 854 Personen, denen eine Herzklappe ersetzt worden war, senkte Dipyridamol zusätzlich zu dem Gerinnungshemmer Warfarin die Zahl der Gerinnselverschleppungen nach dem Eingriff um 62 bis 91 Prozent gegenüber Warfarin allein. Unter der Zweifachbehandlung traten solche Ereignisse bei 1,2 bis 1,8 Prozent der Behandelten auf. In drei weiteren Untersuchungen mit 392 Personen, die Dipyridamol zusammen mit cumarinartigen Gerinnungshemmern erhielten, lag der Anteil zwischen 2,3 und 6,9 Prozent. Die Gerinnungshemmung wurde dabei zwischen 24 Stunden und vier Tagen nach dem Eingriff begonnen, Dipyridamol zwischen 24 Stunden und zehn Tagen danach; nachbeobachtet wurde ein bis zwei Jahre lang.

Bemerkenswert ist, dass Dipyridamol die Prothrombinzeit nicht verändert, also jenen Laborwert, an dem die Wirkung von Warfarin abgelesen wird. Die beiden Stoffe greifen an verschiedenen Stellen der Blutgerinnung an. Auch die Blutungsneigung war unter der Zweifachbehandlung in diesen Studien weder häufiger noch schwerer als unter Warfarin allein; in Einzelfällen wurde allerdings eine verstärkte Blutung während oder nach einer Operation beobachtet.

Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung

Dipyridamol wird nach der Einnahme aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Bei der Retardform, wie sie in der festen Kombination mit Acetylsalicylsäure verwendet wird, werden die höchsten Blutspiegel nach etwa zwei Stunden erreicht; die Spanne reicht von einer bis zu sechs Stunden. Eine fettreiche Mahlzeit senkt den Spitzenwert und die insgesamt aufgenommene Menge um etwa 20 bis 30 Prozent. Da die Aufnahme von Adenosin in diesem Bereich der Blutspiegel ähnlich stark gehemmt wird, gilt dieser Einfluss der Nahrung als klinisch nicht bedeutsam.

Der Arzneistoff ist stark fettlöslich. In das Gehirn gelangt er im Tierversuch dennoch kaum. Das Verteilungsvolumen im Gleichgewichtszustand liegt bei etwa 92 Litern; es beschreibt, wie weit sich ein Wirkstoff rechnerisch über den Körper verteilt. Die Bindung an Eiweiße im Blut entfällt vor allem auf das saure Alpha-1-Glykoprotein und auf Albumin.

Abgebaut wird Dipyridamol in der Leber, hauptsächlich durch Kopplung an Glukuronsäure. Das dabei entstehende Monoglukuronid besitzt nur eine geringe eigene Wirkung. Im Blutplasma liegen etwa 80 Prozent der Gesamtmenge unverändert vor und rund 20 Prozent als Monoglukuronid. Etwa 95 Prozent dieses Abbauprodukts gelangen über die Galle in den Stuhl, wobei ein Teil aus dem Darm erneut aufgenommen wird. Über die Nieren wird die unveränderte Substanz so gut wie nicht ausgeschieden, das Abbauprodukt nur zu etwa fünf Prozent.

Nach einer Gabe in die Vene fällt der Blutspiegel in drei Abschnitten ab: zwei rasche Phasen, die zusammen rund 70 Prozent der gemessenen Gesamtmenge ausmachen, und eine langgezogene letzte Phase mit einer Halbwertszeit von etwa 15,5 Stunden. Bei der Retardform ist wegen der verzögerten Aufnahme nur noch diese letzte Phase erkennbar; sie beträgt dort etwa 13,6 Stunden. Weil Dipyridamol so stark an Eiweiße gebunden ist, lässt sich der Wirkstoff durch eine Dialyse kaum aus dem Blut entfernen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Zur Anwendung gelangt Dipyridamol meist gemeinsam mit Acetylsalicylsäure, um Schlaganfällen, die durch einen Gefäßverschluss im Gehirn hervorgerufen werden, vorzubeugen; in Deutschland steht dafür gegenwärtig kein Fertigarzneimittel zur Verfügung. Ein wichtiges Einsatzgebiet des Wirkstoffes stellt zudem die medizinische Diagnostik dar. So wird Dipyridamol in der Myokardszintigraphie sowie in der Belastungsechokardiographie genutzt.

Dabei lässt sich mit der Gabe von Dipyridamol im Rahmen von kontrollierten Bedingungen wie einer Blutdruckmessung oder einem EKG-Monitoring eine medikamentöse Belastung des Herzens erzielen. Auf diese Weise ist es möglich, die Durchblutung des Herzmuskels per Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie oder die Wandbewegungen per Sonographie (Ultraschalluntersuchung) zu beurteilen.

Die Einnahme von Dipyridamol findet oral statt. Zu diesem Zweck werden täglich Kapseln eingenommen. In der Diagnostik wird der Wirkstoff dagegen als Infusion in eine Vene gegeben.


Stellenwert in der Vorbeugung und in der Diagnostik

Die feste Kombination aus Acetylsalicylsäure und retardiertem Dipyridamol wurde in der europäischen Schlaganfall-Präventionsstudie ESPS-2 geprüft. An ihr nahmen 6602 Personen teil, die innerhalb der drei Monate zuvor einen ischämischen Schlaganfall oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns erlitten hatten. Über zwei Jahre senkte die Kombination das Schlaganfallrisiko gegenüber Acetylsalicylsäure allein um 22,1 Prozent, gegenüber retardiertem Dipyridamol allein um 24,4 Prozent und gegenüber einem Scheinmedikament um 36,8 Prozent. Für die Sicherheit ergab dieselbe Studie keinen entsprechenden Vorteil: Blutungen im Magen-Darm-Trakt traten unter der Kombination mit 2,97 Prozent je Jahr häufiger auf als unter Acetylsalicylsäure allein mit 2,06 Prozent, und Blutungen im Schädelinneren mit 0,39 Prozent je Jahr häufiger als unter Acetylsalicylsäure allein mit 0,24 Prozent.

Der diagnostische Einsatz beruht auf derselben gefäßerweiternden Eigenschaft, die den Wirkstoff für die Behandlung der Angina pectoris ungeeignet macht. Da sich gesunde Herzkranzgefäße unter Dipyridamol stärker weiten als verengte, entsteht ein messbares Gefälle der Durchblutung zwischen gut und schlecht versorgten Bereichen des Herzmuskels. Genau dieses Gefälle macht die Untersuchung sichtbar.

Für diesen Zweck wird Dipyridamol nicht geschluckt, sondern in eine Vene gegeben. Auf diesem Weg erreicht der Wirkstoff rasch einen hohen Blutspiegel, und die Kreislaufwirkung setzt entsprechend schnell ein und klingt nach dem Ende der Zufuhr wieder ab. Das unterscheidet die einmalige Anwendung in der Diagnostik grundlegend von der dauerhaften Einnahme zur Vorbeugung.

Vor Untersuchungen dieser Art wird der Kreislauf des Patienten fortlaufend überwacht. Der Grund dafür liegt in der Wirkung selbst: Dieselbe Umverteilung der Durchblutung, die das Bild liefert, kann die Versorgung eines bereits schlecht durchbluteten Herzmuskelbereichs vorübergehend weiter verschlechtern. Deshalb wird die Untersuchung nur unter Bedingungen vorgenommen, unter denen sich eine solche Reaktion sofort erkennen und behandeln lässt.

Bei Personen, die Dipyridamol als Tablette einnehmen und zusätzlich eine medikamentöse Belastungsuntersuchung mit Dipyridamol, Adenosin oder Regadenoson benötigen, wird die Tabletteneinnahme vor der Untersuchung rechtzeitig unterbrochen. Unterbleibt das, steigt das Risiko für Nebenwirkungen an Herz und Kreislauf, und die Aussagekraft der Untersuchung kann leiden.

Treten bei der Untersuchung oder nach einer Überdosierung Beschwerden auf, lassen sich die Kreislaufwirkungen von Dipyridamol durch Xanthinabkömmlinge wie Aminophyllin wieder aufheben. Es handelt sich dabei um dieselbe Stoffgruppe, die bei der vorbeugenden Behandlung als Gegenspieler auftritt.

Risiken & Nebenwirkungen

In manchen Fällen kann es durch die Anwendung von Dipyridamol zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Benommenheit, Kopfschmerzen, Schmerzen in den Muskeln, Hitzewallungen, Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Rötungen der Haut sowie zu niedrigen Blutdruck.

Selten leiden die Betroffenen auch unter einer verschlimmerten Angina pectoris oder überempfindlichen Reaktionen wie Nesselsucht und Ausschlägen auf der Haut. Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs kann sich die Blutungsneigung verstärken.

Bei einer Periduralanästhesie oder Spinalanästhesie gilt es als empfehlenswert, Dipyridamol 48 Stunden vor dem Eingriff abzusetzen, wenn der Stoff mit Acetylsalicylsäure kombiniert wird. Schon unmittelbar nach dem Eingriff ist jedoch eine Fortsetzung der Darreichung möglich.

Wird Dipyridamol zu rasch abgesetzt, drohen Angina-pectoris-Anfälle und im schlimmsten Fall sogar ein Herzinfarkt.

Eine Behandlung mit Dipyridamol darf nicht stattfinden, wenn der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff leidet. Auch bei schweren Herzerkrankungen muss eine Dipyridamol-Therapie unterbleiben. Dazu gehören kürzlich erlittene Herzinfarkte, eine schwere Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Angina-pectoris-Anfälle, eine Verengung oder Verstopfung der Aortenklappen, unkontrollierte Störungen des Blutflusses sowie Kreislaufversagen.

Während der Schwangerschaft muss vor der Anwendung von Dipyridamol eine Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Das Gleiche gilt für die Stillzeit. Für Kinder ist Dipyridamol nicht geeignet.

Beim Gebrauch von Dipyridamol mit anderen Arzneimitteln sind unerwünschte Wechselwirkungen zu beachten. So können Xanthinderivate, zu denen zum Beispiel Theophyllin oder das im Kaffee vorhandene Koffein zählen, die positiven Effekte des Thrombozyten-Aggregationshemmers abschwächen. Wird Dipyridamol mit Blutverdünnern wie Cumarinen kombiniert, hat dies eine Wirkungsverstärkung des Mittels zur Folge. Zudem wird der Wirkungseffekt von Bluthochdruck-Präparaten durch die Gabe von Dipyridamol erhöht.

Zur Häufigkeit der Beschwerden liegen Zahlen aus zwei Studien an Personen vor, denen eine Herzklappe ersetzt worden war und die Dipyridamol zusammen mit einem gerinnungshemmenden Cumarin erhielten. Schwindel wurde dort von 13,6 Prozent der Behandelten berichtet gegenüber 8,2 Prozent in der Vergleichsgruppe ohne Dipyridamol, Beschwerden im Bauchraum von 6,1 gegenüber 3,5 Prozent, Kopfschmerzen von 2,3 gegenüber 0,0 Prozent und Hautausschlag von 2,3 gegenüber 1,1 Prozent. Bei langfristiger Einnahme verschwinden die anfänglichen Beschwerden meist wieder. Nach der Markteinführung wurden außerdem in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zu Krampf der Bronchien und Schwellungen im Kehlkopfbereich, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen, Missempfindungen der Haut, eine Leberentzündung, ein Mangel an Blutplättchen sowie Gallensteine gemeldet.

Vorsicht ist bei ausgeprägter koronarer Herzkrankheit geboten, etwa bei instabiler Angina pectoris oder kurz zurückliegendem Herzinfarkt: Brustschmerzen können sich unter Dipyridamol verstärken. Auch bei niedrigem Blutdruck ist Zurückhaltung angezeigt, da der Wirkstoff die Gefäße in der Körperperipherie erweitert. Im Zusammenhang mit Dipyridamol wurden erhöhte Leberwerte und Fälle von Leberversagen berichtet, weshalb die Leberwerte einer Kontrolle zugänglich sein sollten.

Bei den Wechselwirkungen verdient die Gruppe der adenosinergen Mittel besondere Erwähnung. Dipyridamol erhöht den Blutspiegel von Adenosin und verstärkt dessen Kreislaufwirkungen; für Regadenoson, einen Wirkstoff mit Angriffspunkt am Adenosin-A2A-Rezeptor, gilt dasselbe. Umgekehrt kann Dipyridamol die Wirkung von Cholinesterasehemmern abschwächen, wie sie unter anderem bei der Myasthenia gravis eingesetzt werden; die Beschwerden dieser Erkrankung können sich dadurch verschlechtern.

Bei einer Überdosierung stehen die Kreislaufwirkungen im Vordergrund. Beschrieben sind ein Wärmegefühl, gerötete Haut, Schwitzen, Unruhe, Schwächegefühl und Schwindel; hinzu kommen können ein Abfall des Blutdrucks und ein beschleunigter Herzschlag. Behandelt wird nach den Beschwerden, bei starkem Blutdruckabfall mit einem kreislaufstützenden Mittel. Eine Magenspülung kommt in Betracht, eine Blutwäsche dagegen kaum, weil der Wirkstoff fast vollständig an Eiweiße gebunden im Blut vorliegt.

Quellen

  • Barthels, M., Alban, S.: Das Gerinnungskompendium.
    ISBN: 9783131317520
  • Pötzsch, B., Madlener, K. (Hrsg.): Hämostaseologie.
    ISBN: 9783642015434
  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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