Eierstockkrebs

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist eine bösartige Geschwulst an den Eierstöcken. Unter einem Ovarialkarzinom leiden meist ältere Frauen jenseits der Menopause.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eierstockkrebs?

Eierstockkrebs
Zu Beginn ruft Eierstockkrebs keine eindeutigen Beschwerden hervor. Allerdings können unspezifische Symptome auftreten, die auf eine ernste Erkrankung hindeuten.
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Eierstockkrebs führt erst in einem fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden und bleibt daher meist sehr lange unbemerkt. Bisher konnte nicht abschließend geklärt werden, wodurch die Erkrankung im Einzelfall ausgelöst wird.

Die Forschung geht davon aus, dass bestimmte Veränderungen im Genmaterial verantwortlich sein könnten. Weil es keine wirksame Früherkennungsuntersuchung gibt, wird Eierstockkrebs meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkt. Bestätigt sich der Anfangsverdacht, wird der Tumor operativ entfernt, anschließend folgt eine Chemotherapie. Die Heilungschancen hängen stark davon ab, in welchem Stadium der Tumor entdeckt wird; im fortgeschrittenen Stadium sind sie ungünstig.

Als Ovarialkarzinom im engeren Sinn wird der vom Deckgewebe des Eierstocks ausgehende Krebs bezeichnet. Er macht den weitaus größten Teil der Fälle aus. Deutlich seltener entstehen bösartige Geschwülste aus den Keimzellen - etwa das Dysgerminom junger Frauen - oder aus dem hormonbildenden Stützgewebe des Eierstocks.

Eierstockkrebs befällt die weiblichen Keimdrüsen und ist im Anfangsstadium auf den Eierstock begrenzt. Der Eierstock hat in der Bauchhöhle der Frau relativ viel Platz, da er im Laufe eines Zyklus bei der Heranreifung der Follikel anschwillt und viel Platz benötigt. Leider führt das dazu, dass das Wachsen eines Tumors - also letztlich die krankhafte Vergrößerung des Eierstocks - nicht bemerkt wird.

Eierstockkrebs wird in vier verschiedene Krankheitsstadien eingeteilt (FIGO-Klassifikation): FIGO I: Die Geschwulst ist auf den Eierstock begrenzt, FIGO II: Der Eierstockkrebs hat in das Becken gestreut, FIGO III: Der Eierstockkrebs hat in die Bauchhöhle gestreut und FIGO IV: Es wurden auch Metastasen außerhalb des Bauches gebildet (z.B. Lunge).

Ursachen

Die Ursachen für Eierstockkrebs sind weitestgehend unbekannt. Man geht davon aus, dass ungesunde Lebensgewohnheiten eine Entstehung begünstigen. Außerdem sind Frauen jenseits der Menopause sehr viel häufiger von einem Ovarialkarzinom betroffen als jüngere Frauen. Die Forschung geht davon aus, dass bestimmte Genmutationen letztendlich für das Entstehen eines Eierstockkrebses verantwortlich sind.

Als gesicherte Risikofaktoren gelten ein höheres Lebensalter, Kinderlosigkeit und eine Häufung von Eierstock- oder Brustkrebs in der Familie. Der wichtigste erbliche Faktor sind Veränderungen der Gene BRCA1 und BRCA2: Frauen, die eine solche Genveränderung tragen, erkranken deutlich häufiger.

Außerdem scheint es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Eisprünge, die eine Frau im Laufe ihres Lebens hatte, und einem Ovarialkarzinom zu geben. So erkranken Frauen, die aufgrund vieler Schwangerschaften oder aufgrund der Einnahme der Pille weniger Eisprünge hatten, seltener an einem Ovarialkarzinom.

Aus einem Borderline-Tumor - also einer Geschwulst zwischen gutartig und bösartig - kann sich in seltenen Fällen ein bösartiger Tumor entwickeln.

Lange Zeit nahm man an, dass Eierstockkrebs stets im Eierstock selbst entsteht. Nach heutigem Kenntnisstand geht ein großer Teil der häufigsten Form dagegen vom Ende des Eileiters aus und siedelt sich erst danach am Eierstock an.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu Beginn ruft Eierstockkrebs keine eindeutigen Beschwerden hervor. Allerdings können unspezifische Symptome auftreten, die auf eine ernste Erkrankung hindeuten. Am häufigsten sind eine Zunahme des Bauchumfangs, ein anhaltendes Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden, die sich nicht anders erklären lassen. Einige Frauen verspüren ungewöhnliche Menstruationsbeschwerden, zum Beispiel Störungen des Monatszyklus, Zwischenblutungen oder ausfallende Blutungen.

Während des Zyklus kann es zudem zu starken Schmerzen kommen, die im Zeitraum des Eisprungs noch einmal an Intensität zunehmen. Typisch sind auch Blutungen nach den Wechseljahren. Fortgeschrittener Eierstockkrebs kann Unterbauchschmerzen und ein Druckgefühl im Unterbauch hervorrufen. Gelegentlich stellt sich eine unerklärliche Gewichtsabnahme ein, die ihrerseits mit Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsabfall und einem zunehmenden Krankheitsgefühl verbunden sein kann.

Viele Frauen klagen zudem über Fieber und nächtliches Schwitzen. Bei fortschreitendem Eierstockkrebs kann sich eine Bauchwassersucht einstellen. Diese äußert sich durch ein Wachstum des Bauchumfanges und Druckschmerzen. Größere Tumoren drücken auf die umliegenden Organe und rufen dadurch verschiedene Beschwerden hervor. Dazu zählen unter anderem Durchfall, Verstopfung und Blähungen, vermehrter Harndrang und Harnstauung mit Flankenschmerzen.

Bestimmte Arten von Tumoren können Sexualhormone produzieren und dadurch eine Vermännlichung oder Verweiblichung bedingen. Eine Vermännlichung äußert sich durch ein verstärktes Körperhaarwachstum, Haarausfall und eine tiefere Stimme. Eine Verweiblichung äußert sich durch ausbleibende oder verstärkte Monatsblutungen, Unfruchtbarkeit und ein starkes Unwohlsein.

Diagnose & Verlauf

Da eine Geschwulst an den Eierstöcken oft keinerlei Beschwerden verursacht, wird ein krankhaftes Zellwachstum meist erst bei einer Routineuntersuchung beim Gynäkologen festgestellt. Entdeckt der Arzt beim Abtasten des Bauches eine Geschwulst, wird er im nächsten Schritt per Ultraschall nach möglichen weiteren Tumoren suchen.

Auch eine Computer- und Magnetresonanztomographie kann weiteren Aufschluss darüber geben, ob eine Tumorerkrankung vorliegt und wenn ja, ob und wohin der Krebs bereits gestreut hat. Mit letzter Sicherheit kann eine Diagnose nur durch eine Operation erfolgen. Hier entnimmt der Chirurg Gewebe bzw. entfernt die Geschwulst. Ein Pathologe untersucht im Anschluss das Gewebe und kann damit eine zuverlässige Diagnose stellen.

Tumormarker, die über eine Untersuchung des Blutes bestimmt werden, können ebenfalls darüber Aufschluss geben, ob eine Frau an Eierstockkrebs erkrankt ist. Der wichtigste dieser Marker ist CA-125. Für die Früherkennung ist er allerdings nicht geeignet, weil er auch bei harmlosen Erkrankungen erhöht sein kann und bei frühem Eierstockkrebs oft normal bleibt; er dient vor allem der Verlaufskontrolle unter der Behandlung.

Eine Frau, die unter Eierstockkrebs leidet, wird kaum eine Veränderung feststellen. Erst in einem späten Stadium kann der Bauch dicker werden, obwohl die Frau an Gewicht verliert.

Komplikationen

Je früher der Eierstockkrebs diagnostiziert und behandelt wird, desto weniger Komplikationen treten bei dieser Erkrankung auf. In diesem Fall bestehen gute Chancen auf vollständige Heilung ohne weitere Folgeschäden. Eierstockkrebs kann jedoch massive Komplikationen hervorrufen. Er wächst lange Zeit unbemerkt und wird oft erst in einem späteren Stadium diagnostiziert.

Deshalb hat diese Krebsart lange Zeit, auch andere Organe im Körper zu befallen. Eierstockkrebs befällt typischerweise die Organe im Bauchraum, in fortgeschrittenen Stadien auch die Lunge. Die befallenen Zellen werden dabei häufig in die Bauchhöhle transportiert. Infolgedessen kann eine bösartige Bauchwassersucht, ein sogenannter Aszites, entstehen.

Diese entarteten Zellen können sich in weiterer Folge rasch im gesamten Organismus ausbreiten und weitere Gewebe infiltrieren. Eine weitere Komplikation bei Eierstockkrebs ist der Pleuraerguss, der durch die Krebszellen ausgelöst werden kann. Unter einem Pleuraerguss wird eine Ansammlung von Flüssigkeit in einem schmalen Spalt zwischen Lunge und Rippen verstanden. Zudem können bei Krebs an den Eierstöcken verschiedene Beschwerden im Magen-Darm-Trakt auftreten.

Bei besonders großen Tumoren besteht das Risiko, dass diese die Harnleiter im Beckenbereich einengen. Dies kann zu sehr starken Koliken und im schlimmsten Fall zu einem Versagen der Nieren führen. Weitere Komplikationen beziehen sich auf die Therapie von Eierstockkrebs. Nebenwirkungen der Chemotherapie können vielfache Probleme machen. Besonders bei jungen Patientinnen ist die Auslösung der Wechseljahre aufgrund von Operationen an den Eierstöcken eine weitere mögliche Komplikation.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eierstockkrebs ruft zunächst keine eindeutigen Symptome hervor. Mögliche Warnzeichen sollten deshalb in jedem Fall vorsorglich abgeklärt werden. Frauen, die ungewöhnliche Blähungen oder Bauchschmerzen verspüren oder plötzlich keinen Appetit mehr haben, sprechen am besten mit dem Hausarzt oder Gynäkologen. Weitere Frühsymptome: ein dauerhaft verändertes Stuhlverhalten, häufiger Harndrang und Blutungen außerhalb der Menstruation oder nach den Wechseljahren.

Im weiteren Verlauf verschlechtert sich außerdem der Allgemeinzustand und es kommt zu einem dauerhaften Unwohlsein. Wenn diese Beschwerden auftreten, ist eine ärztliche Untersuchung zu empfehlen. Spätestens, wenn ein zunehmender Bauchumfang bemerkt wird, muss ein Arzt eingeschaltet werden, der die Erkrankung diagnostizieren oder ausschließen kann. Mögliche fortgeschrittene Symptome, die umgehend abgeklärt werden müssen, sind Aufreibungen und spürbare Wassereinlagerungen im Bereich des Bauches.

Besonders gefährdet sind Frauen in fortgeschrittenem Alter, die regelmäßige Kontrollbesuche beim Frauenarzt durchführen sollten. Auch Frauen mit einer entsprechenden Krankengeschichte empfiehlt sich eine vorsorgliche Untersuchung. Grundsätzlich sollten die Warnzeichen ernst genommen und rasch abgeklärt werden. Neben Eierstockkrebs können andere Erkrankungen vorliegen, die ebenfalls diagnostiziert und behandelt werden müssen.

Behandlung & Therapie

Eine Behandlung eines Eierstockkrebs erfolgt in der Regel in zwei Schritten: Zunächst wird die Geschwulst mittels einer Operation entfernt, danach folgt eine Chemotherapie.

Bei der Operation werden in der Regel beide Eierstöcke, die Eileiter, die Gebärmutter und das umliegende Bauchfell entfernt. Der Operateur wird außerdem den umliegenden Bauchraum nach Metastasen absuchen. Ziel des Eingriffs ist es, keinen mit bloßem Auge sichtbaren Tumor zurückzulassen. Wie vollständig das gelingt, ist der wichtigste Anhaltspunkt für den weiteren Krankheitsverlauf; solche Operationen sollten deshalb in einem darauf spezialisierten Zentrum erfolgen.

Die Krebszellen des Eierstockkrebses reagieren besonders gut auf Zytostatika. Zytostatika sind Medikamente, die Krebszellen abtöten. Eine Therapie mit diesen Medikamenten ist daher angebracht, um eventuell nach der Operation vorhandene Krebszellen abzutöten. Als Standard gilt heute die Kombination der Wirkstoffe Carboplatin und Paclitaxel.

In den vergangenen Jahren sind weitere Medikamente hinzugekommen. Bei einem Teil der Patientinnen wird zusätzlich der Antikörper Bevacizumab gegeben, der die Blutversorgung des Tumors hemmt. Nach Abschluss der Chemotherapie können außerdem sogenannte PARP-Hemmer wie Olaparib oder Niraparib als Erhaltungstherapie in Tablettenform eingesetzt werden; sie verzögern einen Rückfall vor allem dann, wenn eine Veränderung der Gene BRCA1 oder BRCA2 vorliegt.

Aussicht & Prognose

Die Prognose bei Eierstockkrebs ist davon abhängig, in welchem Stadium der Krebs diagnostiziert wird und wann die Behandlung beginnt. Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung immer tödlich. Wird der Krebs noch in einem frühen Stadium ohne Metastasen entdeckt, besteht eine sehr gute Chance auf vollständige Heilung. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn der Tumor auf den Eierstock beschränkt ist und restlos entfernt werden kann.

Wenn Tumorzellen zurückbleiben, kommt es früher oder später wieder zu einem Rückfall. Insgesamt hat der Eierstockkrebs jedoch eine schlechte Prognose, weil er meist erst sehr spät entdeckt wird. Im Anfangsstadium bestehen noch keine Beschwerden. Wenn die ersten Symptome auftreten, haben sich meist schon Metastasen entwickelt, die sich im gesamten Bauchraum ausbreiten.

Bei Ausweitung des Krebses auf den Bauchraum müssen oft Teile des Bauchfells, des Darms und anderer Organe entfernt werden. Auch dann ist es in Einzelfällen noch möglich, den Krebs vollständig zu besiegen, wenn die verbleibenden Tumorzellen durch eine anschließende Chemotherapie abgetötet werden.

Sehr schlecht sind die Aussichten jedoch, wenn sich der Krebs bereits auf den gesamten Körper ausgedehnt hat. Dann entwickeln sich auch in Leber und Lunge Metastasen. In diesem Stadium beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung noch etwa 14 Monate. Insgesamt liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei Eierstockkrebs bei 40 Prozent.

Diese Zahlen gelten für das häufige Ovarialkarzinom älterer Frauen. Für die selteneren Keimzelltumoren wie das Dysgerminom, das vor allem junge Frauen betrifft, ist die Aussicht deutlich günstiger: Diese Tumoren sprechen sehr gut auf eine Chemotherapie an, und die meisten Patientinnen werden geheilt.


Vorbeugen

Da bisher keine konkreten Ursachen für Eierstockkrebs gefunden werden konnten, gibt es auch keine allgemeine Empfehlung hinsichtlich der Vorbeugung. Frauen, die im Laufe ihres Lebens häufiger schwanger waren oder über einen langen Zeitraum die Antibabypille eingenommen haben, haben aber ein geringeres Risiko, an einem Ovarialkarzinom zu erkranken. Bei Anzeichen außerhalb der Norm - beispielsweise Blutungen außerhalb der Regelblutung - sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Eine Untersuchung, mit der sich Eierstockkrebs bei beschwerdefreien Frauen zuverlässig früh erkennen ließe, gibt es dagegen nicht. Weder die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke noch die Bestimmung des Tumormarkers CA-125 im Blut eignet sich als Reihenuntersuchung; beide führen häufig zu falschem Alarm und unnötigen Operationen, ohne die Sterblichkeit zu senken.

Frauen, in deren Familie Eierstock- oder Brustkrebs gehäuft aufgetreten ist, sollten sich humangenetisch beraten lassen. Bestätigt sich eine Veränderung der Gene BRCA1 oder BRCA2, stehen engmaschige Kontrollen und die vorbeugende Entfernung von Eierstöcken und Eileitern nach abgeschlossener Familienplanung zur Wahl.

Nachsorge

Bei der Nachsorge des Eierstockkrebses stehen nach abgeschlossener Therapie die Erkennung eines erneuten Auftretens des Tumors, die Überwachung und Behandlung von Nebenwirkungen der Therapie, die Unterstützung der Patientinnen bei psychischen und sozialen Problemen sowie die Verbesserung und Aufrechterhaltung der Lebensqualität im Mittelpunkt.

Im Anschluss an die Therapie sind alle drei Monate Kontrolluntersuchungen beim Gynäkologen empfohlen. Wie lange die Kontrollen notwendig sind, hängt von der Einschätzung des behandelnden Arztes ab. Normalerweise beginnt der Gynäkologe die Kontrolluntersuchung mit einem ausführlichen Gespräch, wobei neben körperlichen Beschwerden auch psychische, soziale und sexuelle Probleme relevant sind.

Danach führt der Gynäkologe in der Regel eine gynäkologische Untersuchung und eine Ultraschalluntersuchung durch. Patientinnen, bei denen keine besonderen Symptome auftreten, benötigen keine weiteren speziellen Untersuchungen. Treten im Verlauf Beschwerden, wie beispielsweise eine Zunahme des Bauchumfanges durch Wassereinlagerungen oder Atemnot auf, können weiterführende Untersuchungen, unter anderem CT, MRT oder PET/CT sinnvoll sein.

Beschwerden, die im Verlauf auftreten, sollten von betroffenen Patientinnen ernst genommen werden und mit dem behandelnden Gynäkologen besprochen werden. Die Therapie des Eierstockkrebses beinhaltet oft radikale Operationen. Daher sollten die Kontrolluntersuchungen genutzt werden, um mögliche Folgen der Operation früh erkennen und behandeln zu können. Auch eventuelle Nebenwirkungen von notwendigen Chemotherapien können durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen überwacht werden.

Das können Sie selbst tun

Die Behandlung von Eierstockkrebs ist von einem Onkologen durchzuführen. Zumeist wird eine Kombination aus Operation und Chemotherapie durchgeführt. Die reine Selbstbehandlung ist nicht empfehlenswert und sollte lediglich therapiebegleitend erfolgen. Durch alternative Heilmethoden und Naturheilkunde lassen sich jedoch die Begleiterscheinungen lindern und die Genesung unterstützen.

Akupunktur und Akupressur vermögen begleitende Schmerzen und Übelkeit sowie Angstzustände und innere Unruhe zu lindern. Generell ist alles zu empfehlen, was dem Körper und der Seele gut tut. Vor allem die psychische Belastung für betroffene Frauen ist nicht zu unterschätzen. Neben einer Psychotherapie helfen auch Yoga und andere Achtsamkeitsübungen.

Diese lassen sich leicht in den Alltag einbauen und können Stress reduzieren sowie das Risiko einer Depression mindern. Regelmäßige Massagen sowie Lymphdrainagen wirken entspannend auf Körper und Geist. Bei Hautirritationen helfen Salben mit Arnika oder Ringelblume. Die Pflanzen Mönchspfeffer und Frauenmantel haben eine regulierende Wirkung auf den weiblichen Hormonhaushalt. Sie stabilisieren den Zyklus und lindern Unterleibsschmerzen.

Auch die Homöopathie bietet therapieunterstützende Präparate: Arnika wirkt entzündungshemmend und Sulfur leitet Giftstoffe aus. Die Phytotherapie konnte mit Mistelpräparaten Erfolge verzeichnen. Der Mistel wird eine wachstumshemmende Wirkung auf Tumorzellen sowie immunstärkende Eigenschaft zugesprochen. Ein Nachweis, dass Misteln oder homöopathische Mittel den Verlauf eines Eierstockkrebses günstig beeinflussen, steht allerdings aus; sie können die Operation und die Chemotherapie nicht ersetzen und sollten nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Wichtig ist zudem eine vitalstoffreiche Ernährung, um den geschwächten Organismus – vor allem während der Chemotherapie – zu unterstützen.

Quellen

  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783132411012
  • Eucker, J., Scholz, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Hämatologie Onkologie.
    ISBN: 9783437212833
  • Böcker, W., Denk, H., Heitz, P. U., Moch, H. (Hrsg.): Lehrbuch Pathologie.
    ISBN: 9783437171437
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443488

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