Fentanyl
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Fentanyl wurde im Jahr 1960 von Paul Janssen entwickelt und war damals das erste Anilinopiperidin. Durch einige Modifikationen an der Molekularformel konnten aus Fentanyl seither einige Derivate entwickelt werden, die besser steuerbar sind.
Was ist Fentanyl?
Bei Fentanyl handelt es sich um ein synthetisches Opioid, das in der Anästhesie als potentes Schmerzmittel und bei der Therapie von chronischen Schmerzen als transdermales therapeutisches System angewandt wird.
Es wirkt dabei als so genannter Agonist. In Deutschland sowie in der Schweiz fällt Fentanyl unter das Betäubungsmittelgesetz, in Österreich unter das Suchtmittelgesetz.
Pharmakologische Wirkung
Fentanyl hat vorrangig eine analgetische (stark schmerzlindernde) und sedierende (beruhigende) Wirkung. Dabei ist es im Vergleich zu Morphin 120 Mal so potent. Seine Wirkdauer ist dabei kürzer als die von Morphin.
So wirkt Fentanyl bei intravenöser Anwendung bereits nach zwei bis fünf Minuten, die so genannte Halbwertzeit liegt bei etwa drei bis zwölf Stunden. Die Dosis für eine effektive Behandlung liegt bei 0,01 mg pro Kilogramm Körpergewicht, die Dosis, die zum Tod führt bei 3,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht, wobei sich die letzte Angabe auf Ratten bezieht. Bereits niedrigere Dosen können deshalb auch beim Menschen schon zum Tod aufgrund von Atemdepression führen.
Die Nebenwirkungen können allerdings generell mit denen von Morphin verglichen werden. Fentanyl löst sich gut in Fett und kann sich in fetthaltigem Gewebe deshalb gut verteilen. Hauptsächlich wird es in der Leber verstoffwechselt, weniger als zehn Prozent werden über die Nieren unverändert ausgeschieden. In Abhängigkeit vom Zustand des Patienten und der verabreichten Dosis kann Fentanyl die Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigen, beruhigend wirken, zu Bewusstseinseintrübungen führen oder aber einen schlafähnlichen Zustand herbeiführen. Letzterer Punkt ist Grund für die Anwendung in der Anästhesie.
Hauptsächlich wird Fentanyl bei Operationen in Verbindung mit einem Schlafmittel als Schmerzmittel eingesetzt und kann wahlweise auch als muskelentspannendes Mittel genutzt werden. Da Fentanyl aufgrund der Lipophilie schwer kontrolliert im Fettgewebe eingelagert und wieder freigegeben wird, werden alternativ oft die Stoffe Remifentanil, Alfentanil oder Sufentanil angewandt.
Fentanyl wirkt beruhigend, diese Wirkung kann sowohl durch andere Beruhigungsmittel als auch Alkohol verstärkt werden. Partielle Opioid-Agonisten/-Antagonisten wie Buprenorphin, Nalbuphin oder Pentazocin schwächen die schmerzstillende Wirkung des Fentanyls dagegen ab und können Entzugserscheinungen auslösen. Zu schweren Kreislauf- und Atemstörungen kann es in Verbindung mit der Einnahme von so genannten Monoaminooxidase-Hemmern kommen, weshalb zwischen der jeweiligen Einnahme ein Zeitraum von mindestens 14 Tagen liegen sollte.
Bei der Verwendung von Schmerzpflastern kann es außerdem zu einer Wechselwirkung mit Arzneimitteln gegen Sodbrennen und Magengeschwüre wie Cimetidin kommen. Auch mit Präparaten, die Johanniskraut enthalten, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Für Raucher ist es unter Umständen notwendig, dass die Dosis Fentanyl angepasst wird.
Wird ein fentanylhaltiges Arzneimittel zusammen mit einem serotonerg wirkenden Arzneimittel eingenommen, kann es zu einem gefährlichen Serotonin-Syndrom kommen, dessen Symptome Blutdruckkrisen, Halluzinationen oder auch ein Koma sein können.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Fentanyl wird in drei Formen angewendet: als transdermales therapeutisches System, als intravenöse Verabreichung in der Anästhesie und Notfallmedizin sowie als oral-transmukosales therapeutisches System (bei Durchbruchschmerzen als Lutschtablette). In den beiden zuletzt genannten Formen wird der Wirkstoff als Fentanyldihydrogencitrat eingesetzt, im Pflaster dagegen als freie Base. Gegen Durchbruchschmerz ist seit dem 20. Juli 2009 Instanyl zugelassen, das erste Fentanyl-Nasenspray mit einer EU-weiten Zulassung.
Geeignet ist dieses Medikament für Behandlungen von Durchbruchschmerzen bei erwachsenen Patienten, bei denen bereits eine Basistherapie mit einem Opioid gegen chronische Tumorschmerzen erfolgt. Fentanyl hat eine starke schmerzstillende Wirkung und wird deshalb vor allem während einer Operation als Bestandteil der Narkose eingesetzt, daneben zur Vorbereitung des Eingriffs und in der Zeit danach.
Bei starken, chronischen Schmerzen von Krebspatienten wird es in Form eines Hautpflasters als Analgetikum eingesetzt, auch eine Anwendung in der Analgesie bei chronischen Schmerzen, die nicht mit einem Tumor zusammenhängen, ist möglich. Der Notarzt darf Fentanyl bei akuten Schmerzen im Rettungsdienst einsetzen.
Verabreichung & Dosierung
Fentanyl ist ein starkes Opioid-Analgetikum, das zur Behandlung von starken Schmerzen verwendet wird, insbesondere bei Krebspatienten und nach chirurgischen Eingriffen. Aufgrund seiner Potenz und des Risikos schwerer Nebenwirkungen und Abhängigkeit ist bei der Verabreichung und Dosierung von Fentanyl besondere Vorsicht geboten.
Verabreichungsformen
Fentanyl ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter transdermale Pflaster, Injektionslösungen, Lutschtabletten, Nasensprays und sublinguale Tabletten. Die Wahl der Verabreichungsform hängt von der Schmerzintensität, der Dauer der Schmerzen und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
Dosierung
Die Dosierung von Fentanyl muss individuell angepasst werden, basierend auf der Schmerzintensität, dem bisherigen Opioidverbrauch und der Toleranz des Patienten. Bei transdermalen Pflastern beginnt die Dosierung typischerweise mit einem niedrigen Dosisbereich (z.B. 25 mcg/h) und kann je nach Bedarf alle 72 Stunden angepasst werden. Bei oralen und sublingualen Formen wird die Dosierung in kleinen Schritten titriert, um eine angemessene Schmerzkontrolle zu erreichen, ohne das Risiko einer Überdosierung zu erhöhen.
Sicherheitshinweise
Überwachung: Patienten, die Fentanyl einnehmen, sollten regelmäßig überwacht werden, um Anzeichen von Überdosierung oder Nebenwirkungen wie Atemdepression, Sedierung und Hypotonie frühzeitig zu erkennen.
Vermeidung von Wechselwirkungen: Fentanyl sollte nicht mit anderen zentral dämpfenden Substanzen wie Benzodiazepinen oder Alkohol kombiniert werden, da dies das Risiko einer lebensbedrohlichen Atemdepression erhöhen kann.
Aufklärung des Patienten: Patienten und ihre Angehörigen müssen über die richtige Anwendung, Lagerung und Entsorgung von Fentanyl informiert werden, um Missbrauch und versehentliche Exposition zu verhindern. Insbesondere transdermale Pflaster sollten außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt und nach Gebrauch sicher entsorgt werden.
Dosisanpassung bei Risikogruppen: Bei älteren Patienten und Personen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine sorgfältige Dosisanpassung erforderlich, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.
Fentanyl ist ein wirksames Schmerzmittel, das bei korrekter Anwendung erheblichen Nutzen bieten kann, erfordert jedoch eine sorgfältige Dosierung und Überwachung, um sicher und effektiv eingesetzt zu werden.
Risiken & Nebenwirkungen
Als Nebenwirkung von Fentanyl kann es zu einer Beeinträchtigung der Atmung bis hin zu Atemdepressionen kommen. Weiterhin sind Nebenwirkungen wie eine verkrampfte oder erstarrte Muskulatur, eine verlangsamte Herztätigkeit, Euphorie oder auch Angstzustände, verengte Pupillen, Erbrechen, Übelkeit sowie Verstopfung möglich. Erfolgt eine schnelle Injektion, kann es in seltenen Fällen auch zu einem kurzzeitigen Hustenreiz führen.
Muskelrigidität und weitere akute Risiken
Unter Fentanyl kann eine Versteifung der Muskulatur auftreten, wie sie auch von Morphin bekannt ist. Bedeutsam wird sie dadurch, dass sie die Brustkorbmuskulatur einbeziehen kann: Eine solche Thoraxrigidität erschwert die Beatmung und kann sie im Einzelfall unmöglich machen. Vermeiden lässt sie sich durch eine langsame Gabe in die Vene – bei kleineren Mengen reicht das in der Regel aus –, durch eine Vorbehandlung mit Benzodiazepinen oder durch den Einsatz muskelentspannender Mittel. Daneben können nichtepileptische Zuckungen einzelner Muskelgruppen auftreten.
Aus demselben Grund darf Fentanyl in der Anästhesie und bei Eingriffen mit erhaltener Eigenatmung nur dort angewendet werden, wo erfahrenes Personal und die Voraussetzungen bereitstehen, um bei einer plötzlichen Brustwandsteifigkeit einen Beatmungsschlauch einzuführen und bei einem Atemstillstand zu beatmen. Reanimationsausrüstung und Gegenmittel gehören in Reichweite.
Ein verlangsamter Herzschlag lässt sich mit Atropin abfangen. Nach der Gabe in die Vene kann der Blutdruck vorübergehend abfallen, besonders bei Patienten mit Flüssigkeitsmangel. Wie andere Opioide kann Fentanyl über seine Wirkung auf das vegetative Nervensystem den Druck in den Gallenwegen erhöhen; in Einzelfällen wurden Krämpfe des Schließmuskels am Gallengangsausgang beobachtet.
Langzeitanwendung: Gewöhnung, Hyperalgesie und Hormonhaushalt
Bei längerer Anwendung treten vier Erscheinungen in den Vordergrund, die bei der kurzen Gabe im Rahmen einer Narkose keine Rolle spielen.
Gewöhnung und Entzug: Der Körper gewöhnt sich an das Opioid, sodass dieselbe Menge mit der Zeit weniger wirkt. Ein plötzliches Absetzen führt bei körperlich abhängigen Patienten zu schweren Entzugserscheinungen und zu unkontrollierten Schmerzen; die Behandlung wird deshalb ausschleichend beendet, und zwar umso langsamer, je länger sie gedauert hat.
Schmerzüberempfindlichkeit: Lässt die Schmerzkontrolle nach, muss neben einem Fortschreiten der Grunderkrankung und einer Gewöhnung auch an eine opioidbedingte Schmerzüberempfindlichkeit gedacht werden. Bei ihr verstärkt das Schmerzmittel die Schmerzempfindung, statt sie zu dämpfen; sie kann sich auch darin zeigen, dass sonst harmlose Reize schmerzhaft werden. Besteht ein solcher Verdacht, wird die Opioidmenge verringert oder das Mittel nach Möglichkeit ausgeschlichen.
Hormonelle Wirkungen: Opioide wie Fentanyl können bei langfristiger Anwendung die Steuerachsen zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Nebennierenrinde sowie zwischen Hypothalamus, Hypophyse und den Keimdrüsen beeinflussen. Beschrieben sind ein erhöhter Prolaktinspiegel sowie erniedrigte Werte von Cortisol und Testosteron. Diese Verschiebungen können Beschwerden verursachen; bei Verdacht auf eine Nebennierenschwäche oder einen erhöhten Prolaktinspiegel sind Blutuntersuchungen angezeigt.
Atmung im Schlaf: Opioide können schlafbezogene Atmungsstörungen hervorrufen, darunter eine zentrale Schlafapnoe und einen Sauerstoffmangel während des Schlafs. Das Risiko steigt mit der insgesamt zugeführten Opioidmenge.
Kontraindikationen
Fentanyl ist ein starkes Opioid-Analgetikum, das zur Behandlung schwerer Schmerzen eingesetzt wird. Aufgrund seiner potenten Wirkung und des hohen Risikos für Nebenwirkungen gibt es mehrere Kontraindikationen, die eine Verwendung von Fentanyl ausschließen oder besondere Vorsicht erfordern.
Schwere Atemwegserkrankungen
Eine bereits bestehende schwere Atemdepression schließt die Anwendung aus. Für die schnell wirksamen Zubereitungen zur Anwendung in Mund und Nase gilt dasselbe bei einer schweren obstruktiven Lungenerkrankung. Bei COPD und anderen chronischen Lungenerkrankungen ist Fentanyl dagegen nicht verboten, verlangt aber besondere Vorsicht: Opioide setzen bei diesen Patienten den Atemantrieb herab und erhöhen den Atemwegswiderstand, sodass Nebenwirkungen schwerer ausfallen können. Das Medikament kann eine Atemdepression verursachen oder verschlimmern, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.
Akute oder schwere Asthmaanfälle
Bei einem akuten oder schweren Asthmaanfall ist die Anwendung nur dort vertretbar, wo die Atmung überwacht wird und die Voraussetzungen für eine Beatmung bereitstehen, denn Fentanyl kann die Atmung zusätzlich beeinträchtigen.
Bekannte Überempfindlichkeit
Eine bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Fentanyl oder andere Opioide schließt die Anwendung aus. Allergische Reaktionen können von Hautausschlägen bis hin zu anaphylaktischen Schocks reichen.
Nicht-opioid-tolerante Patienten
Transdermale Pflaster sowie schnell wirksame Zubereitungen zur Anwendung in der Mundhöhle oder in der Nase sind nicht für opioid-naive Patienten geeignet. Sie sind Personen vorbehalten, die bereits eine Opioid-Basistherapie erhalten, da das Risiko einer schweren Atemdepression bei nicht-opioid-toleranten Personen höher ist. In der Anästhesie und in der Notfallmedizin wird Fentanyl dagegen auch bei Patienten eingesetzt, die zuvor keine Opioide erhalten haben.
Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz
Patienten mit schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz dürfen Fentanyl nur mit besonderer Vorsicht und angepasster Dosierung erhalten, da die Metabolisierung und Ausscheidung des Medikaments beeinträchtigt sein können, was zu einer Akkumulation und erhöhtem Risiko für toxische Wirkungen führt.
Unbehandelte Magen-Darm-Erkrankungen
Patienten mit paralytischem Ileus oder anderen schweren Magen-Darm-Erkrankungen sollten Fentanyl nicht verwenden, da Opioide die Darmmotilität weiter beeinträchtigen und das Risiko einer Darmverstopfung erhöhen können.
Akute Alkoholintoxikation
Die Verwendung von Fentanyl bei Patienten, die unter akuter Alkoholintoxikation leiden, ist kontraindiziert. Die Kombination kann die zentral dämpfenden Wirkungen verstärken und das Risiko einer Atemdepression und anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen erhöhen.
Erhöhter Hirndruck
Patienten mit erhöhtem Hirndruck oder Schädel-Hirn-Trauma dürfen Fentanyl nur mit besonderer Vorsicht erhalten, da Opioide den Hirndruck weiter erhöhen und die neurologische Beurteilung erschweren können.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Fentanyl ist ein starkes Opioid-Analgetikum, dessen Verwendung in Kombination mit bestimmten Medikamenten zu ernsthaften Wechselwirkungen führen kann. Diese Interaktionen können die Wirksamkeit von Fentanyl beeinflussen und das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen erhöhen.
Zentral dämpfende Substanzen
Benzodiazepine: Die gleichzeitige Anwendung von Fentanyl und Benzodiazepinen kann die dämpfenden Effekte auf das zentrale Nervensystem verstärken, was zu schwerer Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen kann.
Andere Opioide: Die Kombination mit anderen Opioiden erhöht das Risiko für eine additive Atemdepression und Sedierung, was lebensbedrohlich sein kann.
Alkohol: Alkoholkonsum verstärkt die dämpfende Wirkung von Fentanyl auf das zentrale Nervensystem, was zu schwerer Atemdepression und Sedierung führt.
CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren
CYP3A4-Inhibitoren: Medikamente wie Ketoconazol, Ritonavir, Clarithromycin und andere starke CYP3A4-Inhibitoren können den Abbau von Fentanyl verlangsamen und dessen Plasmaspiegel erhöhen. Dies erhöht das Risiko für eine verlängerte oder verstärkte Opioidwirkung und Nebenwirkungen.
CYP3A4-Induktoren: Rifampicin, Carbamazepin und Phenytoin sind Beispiele für Medikamente, die die CYP3A4-Aktivität erhöhen und dadurch den Abbau von Fentanyl beschleunigen können, was zu einer verringerten Wirksamkeit führt.
Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)
Die gleichzeitige Anwendung von Fentanyl mit MAO-Hemmern, wie Phenelzin oder Tranylcypromin, kann zu schwerwiegenden und unvorhersehbaren Wirkungen führen, einschließlich eines Serotonin-Syndroms oder einer hypertensiven Krise. MAO-Hemmer sollten mindestens 14 Tage vor Beginn der Fentanyl-Behandlung abgesetzt werden.
Serotoninerge Medikamente
Die gleichzeitige Anwendung von Fentanyl mit serotonergen Medikamenten, wie SSRIs, SNRIs und Triptanen, kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen. Symptome umfassen Verwirrtheit, Hyperthermie, Tachykardie und Hyperreflexie (gesteigerte Reflexe).
Muskelrelaxantien
Die gleichzeitige Anwendung von Fentanyl mit Muskelrelaxantien kann die neuromuskuläre Blockade verstärken und das Risiko einer Atemdepression erhöhen.
Die Kenntnis dieser potenziellen Wechselwirkungen ist entscheidend für die sichere Verwendung von Fentanyl, insbesondere bei Patienten, die mehrere Medikamente einnehmen.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Fentanyl nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist, stehen mehrere alternative Opioid- und Nicht-Opioid-Analgetika sowie andere Schmerzbehandlungsmethoden zur Verfügung.
Opioid-Alternativen
Morphin: Ein häufig verwendetes Opioid für starke Schmerzen. Es hat eine längere Wirkdauer als Fentanyl und ist für viele Patienten eine geeignete Alternative.
Hydromorphon: Ein starkes Opioid, das oft bei Patienten verwendet wird, die Morphin nicht vertragen. Es ist deutlich stärker wirksam als Morphin, bleibt in seiner Wirkstärke aber weit hinter Fentanyl zurück, und kann sowohl oral als auch parenteral verabreicht werden.
Oxycodon: Ein wirksames Opioid, das häufig für moderate bis starke Schmerzen verwendet wird. Es ist in verschiedenen Formulierungen erhältlich, einschließlich retardierter Formen für anhaltende Schmerzbehandlung.
Nicht-Opioid-Analgetika
Paracetamol: Geeignet für leichte bis mäßige Schmerzen und kann in Kombination mit Opioiden zur Schmerzreduktion verwendet werden.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Medikamente wie Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac können entzündungsbedingte Schmerzen lindern und sind besonders nützlich bei muskuloskelettalen Schmerzen.
Gabapentin und Pregabalin: Antikonvulsiva, die zur Behandlung neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden. Sie sind hilfreich bei chronischen Schmerzzuständen, die auf Nervenschäden zurückzuführen sind.
Andere Behandlungsansätze
Nervenblockaden: Injektionen von Lokalanästhetika oder Steroiden in oder um Nerven können akute und chronische Schmerzen lindern.
Physiotherapie: Bewegungstherapien und manuelle Techniken können bei chronischen Schmerzen helfen, insbesondere bei muskuloskelettalen Beschwerden.
Akupunktur: Eine alternative Therapie, die durch das Setzen von Nadeln in bestimmte Körperpunkte Schmerzlinderung bieten kann.
Psychologische Therapien: Techniken wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT) können bei der Bewältigung von chronischen Schmerzen und den damit verbundenen psychologischen Belastungen helfen.
Die Wahl der geeigneten Alternative zu Fentanyl hängt von der Art und Schwere der Schmerzen, den individuellen Patientenbedürfnissen und den zugrunde liegenden medizinischen Bedingungen ab. Eine sorgfältige Abwägung der Risiken und Vorteile ist entscheidend, um eine effektive und sichere Schmerzbehandlung zu gewährleisten.
Quellen
- Geber, C., Gierthmühlen, J., Klinger, R., Rittner, H. (Hrsg.): Praktische Schmerzmedizin.
ISBN: 9783662736074
- Larsen, R.: Anästhesie.
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- Rossaint, R., Werner, C., Zwißler, B. (Hrsg.): Die Anästhesiologie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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