Magenverstimmung

Letzte Aktualisierung am 20. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine akute Magenverstimmung ist keine eigenständige Krankheit. Es handelt sich eher um ein akutes Unwohlsein im Magen. Hervorgerufen durch schwer verdauliches Essen, vergorene Säfte oder andere Faktoren, kann die akute Magenverstimmung zu Völlegefühl, Übelkeit, Appetitmangel, Bauchkrämpfen oder Magenschmerzen führen. Bei anhaltenden Symptomen handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine harmlose Magenverstimmung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Magenverstimmung?

Definiert wird eine Magenverstimmung als ein akuter, aber nicht krankheitswertiger Zustand des Unwohlseins im Magen. Die Ursache dafür liegt meist nicht lange zurück. Es handelt sich bei der Magenverstimmung in der Regel um die nachvollziehbare Folge von zu vielen, ungeeigneten oder verdorbenen Nahrungsmitteln. Der Magen meldet daher eine Überlastung oder eine akute Vergiftung. Er möchte umgehend entlastet und geschont werden, um seine Aufgaben wieder vollständig erfüllen zu können.

Ursachen

Die Ursachen einer Magenverstimmung können vielfältig sein. Ein Abend mit viel Alkohol und vielen Zigaretten kann akute Magenverstimmungen ebenso auslösen, wie zu fettes Essen an Festtagen. Verdorbene, schwer verdauliche, unverträgliche oder sauer gewordene Lebensmittel und vergorene Getränke stellen eine häufige Ursache für akute Magenverstimmungen dar.

Wer häufig industriell verarbeitete Nahrungsmittel konsumiert, nimmt viel Fett und viel Zucker auf. Schon das kann eine Magenverstimmung mit Sodbrennen begünstigen. Auch übermäßiger Nikotingenuss kann eine Magenverstimmung auslösen, vor allem in Verbindung mit Alkohol. Es kann dadurch zu einer Übersäuerung oder einer leichten Vergiftung kommen. In der Folge können dadurch Magenverstimmungen mit Kopfschmerzen und Kater-Symptomen ausgelöst werden.

Auch hastiges Essen oder anhaltender Stress können Magenverstimmungen begünstigen. Möglich ist aber auch, dass die Symptome einer Magenverstimmung nicht als Vorboten einer sich anbahnenden Gastritis erkannt werden. Wer häufig an den typischen Symptomen einer Magenverstimmung leidet, sollte daher einen Arzt konsultieren. Außer einer Gastritis könnte auch ein Reizmagen sich ähnlich wie eine Magenverstimmung anfühlen. Bei erhöhter Empfindlichkeit im Magen sollte die Ernährung angepasst werden.

Als unverträglich erkannte Lebensmittel müssen bei einer Häufung von Magenverstimmungen weitgehend gemieden werden. Zusätzlich sollten die Symptome ärztlich untersucht werden. Auch die frühen Symptome einer Krebserkrankung werden manchmal mit den typischen Anzeichen für eine Magenverstimmung verwechselt. Da die Beschwerden einer Magenverstimmung meist für harmlos gehalten werden, werden sie oft nicht wichtig genommen.

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Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den typischen Beschwerden, die bei einer Magenverstimmung auftreten können, zählen Völlegefühl, saures Aufstoßen, Übelkeit, manchmal auch Erbrechen. Es kann zu unangenehmem Sodbrennen und Verdauungsgeräuschen im Bauch kommen. In vielen Fällen verspüren die Betroffenen keinen Appetit. Übermäßige Luftansammlungen im Bauchraum können sogar das Atmen erschweren und das Herz durch Druck nach oben belasten.

Meist können die auftretenden Symptome einer Magenverstimmung auf eine zeitnahe Ursache zurückgeführt werden. Der versehentliche Verzehr schlecht gewordener Lebensmittel oder vergorener Speisen und Getränke kann zu akuten Magenschmerzen, Krämpfen, Durchfall und Unwohlsein führen. Selbst wenn die Symptome einer akuten Magenverstimmung vorübergehender Natur sind, sollten sie ernst genommen werden.

Auch nach einer schweren Erkältung erleben viele Menschen ähnliche Symptome. Ihnen läuft nachts zäher Schleim aus den Nasennebenhöhlen in den Rachen. Von dort gelangt der Schleim in den Magen. Das nachfolgende Unwohlsein mit Übelkeit und Appetitlosigkeit kann den Symptomen einer Magenverstimmung ähneln, ohne dass eine akute Magenverstimmung vorliegt.

Komplikationen

Normalerweise verlaufen akute Magenverstimmungen ohne Komplikationen. Die auftretenden Symptome sollten durch Schonung und Entlastung binnen eines Tages ausgestanden sein. Meist enden die Beschwerden nach der Ausscheidung des verdorbenen Essens bzw. der vergorenen Getränke.

Komplikationen können entstehen, wenn es sich nicht um eine Magenverstimmung, sondern eine andere Erkrankung oder eine akute Vergiftung handelt. Die Symptome können sich anfangs ähneln. Sie entwickeln dann aber zu dramatischeren Verläufen. Die gefühlte Magenverstimmung erweist sich möglicherweise als leichte Alkoholvergiftung, als Fleisch- oder Fischvergiftung oder Salmonellenerkrankung. Aus diagnostischen Fehlinterpretationen können jederzeit Komplikationen erwachsen.

Als Komplikation solcher Entwicklungen können vor allem bei älteren Menschen und kleinen Kindern schwere Dehydrationen resultieren. Die drohenden Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste müssen zeitnah ausgeglichen werden, sonst führen sie zu einem lebensbedrohlichen Zustand.

Außerdem können sich die Beschwerden einer angenommenen Magenverstimmung als länger anhaltend erweisen. In diesem Fall könnte es sich um eine Gastritis handeln. Diese kann unbehandelt zu Magengeschwüren oder langfristig zu Magenkrebs führen. Um solche Komplikationen auszuschließen, solte bei anhaltenden Magenbeschwerden ein Arzt aufgesucht werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine akute Magenverstimmung kann problemlos selbst behandelt werden. Sie sollte sich bei angemessener Schonung des Magens nach einem Tag erledigt haben. Ist das nicht der Fall und die Symptome bestehen fort, ist der Arztbesuch anzuraten. Gleiches gilt, wenn sich die anfänglichen Beschwerden im Tagesverlauf verschlimmern.

Kommt es zu Fieber, häufigem Erbrechen, flüssigen Durchfällen und starker Übelkeit, sollte der Betroffene einen Arzt holen. Statt einer Magenverstimmung könnte eine behandlungsbedürftige Akuterkrankung dahinter stecken. Diese kann sich beispielsweise durch einen aufgetriebenen und verhärteten Bauch anzeigen. Der Arztbesuch ist auch angeraten, wenn es regelmäßig zu Magenverstimmungen kommt. Möglicherweise steckt dann eine ernste Erkrankung dahinter.

Auch schwere und lebensbedrohliche Erkrankungen können sich zunächst mit milden bis mittelschweren Symptomen ankündigen. Eine Krebserkrankung im Magenbereich zeitigt zunächst keine dramatischen Beschwerden. Nur der rechtzeitige Arztbesuch ermöglicht eine Früherkennung. Er kann daher lebensrettend sein. Nicht jede Magenverstimmung ist gefährlich. Es gilt aber auch: Nicht jedes Unwohlsein im Magen ist automatisch ungefährlich.

Diagnose

Die Diagnose einer Magenverstimmung wird in der Regel zunächst vom Betreffenden selbst gestellt. Er erinnert sich vielleicht, zu viel gegessen oder getrunken zu haben. Möglicherweise hatte der Betroffene bereits den Verdacht, eine bestimmte Speise sei nicht mehr genussfähig und verzehrte sie trotzdem. Bessern sich die Symptome durch Schonung und Entlastung des Magens, kann es bei der Selbstdiagnose bleiben.

Sind die Symptome aber gravierender oder halten länger an, ist eine medizinische Diagnostik sinnvoll. Der Arzt kann zunächst durch Befragung ermitteln, welche Ursachen der Patient für seine Magenverstimmung vermutet. Er kann durch einen Tastbefund ermitteln, ob Verhärtungen im Bauchraum oder Schwellungen von tastbaren Organen vorliegen. Der Mediziner kann den Bauch mit dem Stethoskop auf ungewöhnliche Geräuschentwicklungen abhören. Die Beschau der Zunge kann Aufschluss über ungewöhnliche Verfärbungen, Schwellungen oder Gerüche geben. Ist der Befund unauffällig, wird der Mediziner dem Betroffenen vermutlich zu mehr Schonung und einer reizarmen, möglichst basischen Kost raten.

Bei diagnostischen Auffälligkeiten können weitere Diagnosemethoden zur Anwendung kommen. Eine Sonografie kann organische Ursachen eingrenzen oder ausschließen. Der Atemtest auf Helicobacter pylori könnte eine Gastritis bestätigen oder ausschließen. Bestätigen sich die festgestellten Auffälligkeiten, sodass eine organische Ursache vermutet wird, kann der Arzt den Patienten zur Magenspiegelung oder einer MRT-Untersuchung des Bauchraumes an einen Facharzt überweisen.

Behandlung & Therapie

Die Selbstbehandlung einer Magenverstimmung kann durch Entlastung und Schonung eingeleitet werden. Grüne Heilerde in Wasser kann Sodbrennen lindern. Sie befreit den strapazierten Magen von Spaltprodukten und aufgenommenen Toxinen. Homöopathika wie Okoubaka D6 oder Nux Vomica D6 können meist erfolgreich gegen Übelkeit, Unwohlsein und leichte Vergiftungsfolgen durch Genussgifte eingesetzt werden.

Auch entblähende Magen-Darm-Tees oder Lefax Kautabletten können zur Entlastung hilfreich sein. Zwei Liter reines Trinkwasser oder Kräutertee verdünnen die überschüssige Magensäure. Bei akuten Magenschmerzen, Sodbrennen und Krämpfen können kleine Schlucke heißes Wasser schnelle Linderung verschaffen. Gegebenenfalls sorgen Ruhe und Wärme für die nötige Entspannung des Magens. Hilft das alles nichts, verordnet der Hausarzt bei einer schlimmeren Magenverstimmung Schonkost, Haferschleim und Bettruhe. Er kann ergänzend zu Antazida, Naturheilmitteln wie Iberogast® oder einem Medikament raten, das die Darmperistaltik anregt.

Die Behandlung einer schlimmeren Magenverstimmung sollte ursachenbezogen und schonend sein. Handelt es sich wider Erwartung nicht um eine akute Magenverstimmung, fällt die Therapie komplexer aus. Bei einer Gastritis können zunächst die akuten Beschwerden medikamentös behandelt werden. Sinnvoll sind aber auch eine Ernährungsumstellung auf basische Kost. Stressabbau sowie der Verzicht auf säurebildenden Lebens- und Genussmittel wie Alkohol, Nikotin, zuckerhaltige Colagetränke oder Kaffee hilft, den Zustand zu verbessern.

Aussicht & Prognose

Die Prognose ist gut, wenn es sich tatsächlich um eine akute Magenverstimmung handelt. In diesem Fall leitet die Selbstbehandlung meist binnen weniger Stunden eine Besserung ein. Bei einer nicht erkannten Lebensmittelvergiftung oder einer leichten Salmonellose ist die Prognose nur dann gut, wenn diese Erkrankungen zeitnah richtig behandelt werden. Der drohende Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust kann bei einer Fehldiagnose dramatische Folgen zeitigen.

Diese können insbesondere für kleine Kinder, chronisch Kranke und ältere Menschen bedrohlich werden. Eine akute Gastritis hat ebenfalls eine gute Prognose, wenn bereits die ersten die Symptome einer Magenschleimhautreizung oder -entzündung ernst genommen werden. Tritt die Gastritis jedoch regelmäßig auf, sollte die Ernährung überdacht werden. Auch der Konsum von Alkohol, Nikotin, Kaffee, zuckerhaltigen sowie kohlensäurereichen Colagetränken kann eine Gastritis begünstigen.

Bei wiederholtem Auftreten besteht die Gefahr, dass die Gastritis chronisch wird. In diesem Fall ist die Prognose deutlich schlechter. Aus der chronifizierten Gastritis können sich Magengeschwüre, häufiges Sodbrennen als Anzeichen eines chronischen Reflux-Syndroms oder Magenkrebs entwickeln. Schlechter ist die Prognose auch, wenn fälschlicherweise eine Magenverstimmung angenommen und nicht behandelt wird.

Es kann sich um behandlungsbedürftige Probleme mit dem oberen Darmabschnitt, der Galle, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse handeln. Werden diese nicht zeitnah erkannt und behandelt, können schwere Folgeerscheinungen drohen. Daher sollten anhaltende und unerklärliche Beschwerden im Bauchraum niemals ignoriert werden.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen eine Magenverstimmungen ist durchaus möglich. Die eigenhändige Zubereitung frischer, weitgehend basischer Lebensmittel ist eine gute Grundlage für anhaltendes Wohlbefinden. Zurückhaltung bei ungesunden Lebensmitteln, industriell hergestellten Fertigprodukten und bestimmten Genussmitteln führt bei den meisten Menschen zu anhaltend guter Gesundheit.

Ein ausgeglichener Lebensstil und genügend Schlaf halten vital und leistungsfähig. Trotz dieser Maßnahmen kann es gelegentlich zu einer Magenverstimmung kommen. Keimbelastungen, sich anbahnende Unverträglichkeiten oder beginnende Gärungsprozesse werden nicht immer rechtzeitig erkannt. Der gesunde Menschenverstand legt jedoch nahe, dass nicht gekühltes Essen verderben oder mit Keimen belastet sein kann.

Besondere Vorsicht sollte bei der Lagerung und Zubereitung von Gerichten mit rohen Eiern und rohem Fleisch obwalten. Angemessene Küchenhygiene ist ratsam, um Magenverstimmungen vorzubeugen. Moderate Essens-Portionen und eine ausgeglichene Ernährung mit wenig Fleisch, Zucker und Fett begünstigen eine anhaltend gute Gesundheit. Bei Menschen, die gesund leben, kommt es nur selten zu einer Magenverstimmung.

Das können Sie selbst tun

Bei einer akuten Magenverstimmung gibt der Organismus ein Signal für falsches Verhalten oder Überlastungsfolgen ab. Dieses Signal zu beachten, kann weitere Folgen vermeiden helfen. Hin und wieder bei der Ernährung oder weltlichen Genüssen über die Stränge zu schlagen, ist normal. Trotzdem ist Zurückhaltung bei ungesunden Genuss- und Nahrungsmitteln die bessere Wahl.

Selbst aus frischen Zutaten zu kochen, ist eine kluge Maßnahme. Frisch verarbeitete Lebensmittel stellen eine ausreichende Nährstoffversorgung und anhaltendes Wohlbefinden sicher. Ein gesunder Lebensstil hält auch den Magen gesund. Stress, Streitigkeiten, finanzieller Druck oder unbewältigte seelische Probleme können eine Magenverstimmung begünstigen. Der Magen wird dann zum Sprecher des gesamten Organismus. Seine warnenden Signale wahrzunehmen und das Verhalten anzupassen, kann weitere Magenverstimmungen verhindern.

Wichtig ist auch, die Ernährung und den gewohnten Lebensstil dem jeweiligen Alter anzupassen. Dank eines veränderten Stoffwechsels sind im Alter nicht mehr alle Lebens- und Genussmittel gleich gut bekömmlich. Eine akute Überforderung der Verdauungsorgane macht sich daher eher als Magenverstimmung bemerkbar. Es ist im Alter sinnvoll, besser auf sich zu achten. Auch an Festtagen besteht kein Grund, die gewohnte Zurückhaltung beim Essen zugunsten von Völlerei aufzugeben.

Genussfähigkeit beruht nicht auf den gegessenen Lebensmittelmengen, sondern auf der bewussten Wertschätzung aller Aromen, Farben und Texturen. Durch langsames und bewusstes Kauen können diese Genüsse intensiviert werden. Damit wird dem Verdauungssystem ein Teil der Arbeit abgenommen. Wird weitgehend basische Kost verzehrt, ist das ein Garant dafür, dass es einem dauerhaft gut geht. Säurebildende Genuss- und Nahrungsmittel sollten nur einen kleinen Teil der verzehrten Lebensmittel ausmachen.

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Baenkler, H.-W., et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2010
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012


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