Stechen im Herz

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Wenn es um das Thema Herzstiche geht, nistet sich bei vielen Betroffenen die Angst vor einem Herzinfarkt ein - meist jedoch unbegründet. Das Stechen im Herzen kann vielfältige Ursachen haben, die oftmals nicht im medizinischen Bereich zu suchen sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Stechen im Herz?

Stechen im Herz
Herzstechen, auch als Kardialgie bezeichnet, sind vom Herzen ausgehende, meist krampfartige Schmerzen im Herz- oder Brustbereich.

Herzstechen, auch als Kardialgie bezeichnet, sind vom Herzen ausgehende, meist krampfartige Schmerzen im Herz- oder Brustbereich. Der Schmerz kann auch auf die umliegenden Bereiche ausstrahlen. Das Stechen tritt oft sehr plötzlich auf und legt sich auch spontan wieder. Da die Ursachen von stechenden Herzschmerzen sehr vielfältig sein können, sind sowohl die Dauer und Intensität des Auftretens der Schmerzen, als auch die Auftrittshäufigkeit des Herzstechens ausschlaggebend für die Ursachenforschung und Diagnosestellung.

Ursachen

Als Ursache der Herzschmerzen können und müssen zahlreiche Auslöser in Betracht gezogen werden. Meist harmloses und belastungsunabhängiges Herzstechen ist oft Folge von Muskelverspannungen oder schlechtem Lebensstil (Nikotin, Alkohol, Drogen, aber auch Schlafmangel, Koffein und Bewegungsmangel).

Durch einen Druck von außen können sich im Rippenbereich Nerven einklemmen, wodurch ebenfalls Herzstiche ausgelöst werden können. Da diese Stiche nicht genau lokalisiert werden können, wird häufig von einem Stechen im Herzen gesprochen, ebenso bei Schmerzen infolge einer Lungenembolie.

Auch die Psyche kann für das Stechen im Herzen verantwortlich sein. Durch Angststörungen ausgelöste Panikattacken führen häufig zu einer falschen Atmung und diese in weiterer Folge zu Herzstechen. Das Stechen wird von den Betroffenen wiederum als bedrohlich empfunden und löst neuerlich eine Panikattacke aus. Auch besteht die Möglichkeit einer Herzphobie. Hier beschäftigt sich der Betroffene so intensiv mit der Möglichkeit einer Herzkrankheit, dass tatsächliche Herzstiche ausgelöst werden können.

Tritt das Herzstechen regelmäßig oder bei körperlicher Belastung auf, liegt der Verdacht einer körperlichen Erkrankung nah und muss medizinisch abgeklärt werden. Ein vermehrtes Auftreten des Stechens bei körperlicher Belastung ist ein Hinweis auf Angina pectoris, eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Oft tritt hier zusätzlich zum Stechen ein Beklemmungsgefühl auf.

Abzugrenzen ist davon ein beginnender Schlaganfall, der sich in verschiedenen Symptomen äußern kann: Lähmungen oder Taubheitsgefühle, Kopfschmerzen, Schwindel sowie Störungen beim Sprechen und Sehen treten auf. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion kann zur Beschleunigung des Herzschlages führen und als Folge davon zu Herzstechen.

Ein Herzinfarkt ist dann zu befürchten, wenn das Stechen länger als 20 Minuten andauert und von auf Arme, Bauch und Rücken ausstrahlenden Schmerzen sowie Atemnot und Schweißausbrüchen begleitet wird. Auf ein Abklingen der Beschwerden sollte dabei nicht gewartet werden – schon bei Verdacht auf einen Herzinfarkt ist sofort der Notruf 112 zu wählen.


Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Herzstechen hat jeder im Laufe des Lebens, wobei Schmerz nicht gleich Schmerz ist. Um festzustellen, ob es sich um eine gefährliche Erkrankung des Herzens handelt oder nicht, müssen ärztliche Untersuchungen durchgeführt werden.

Folgende Methoden zur Diagnosestellung einer Herzerkrankung stehen dem Arzt zur Verfügung:

  • Studium der Krankengeschichte des Betroffenen
  • Untersuchung der Begleiterscheinungen wie Atemnot, Beklommenheit, Leistungsverlust
  • Elektrokardiogramm (EKG, Herzstrommessung)
  • Langzeit- und Belastungs-EKG

Komplikationen

Ein Stechen im Herz ist in der Regel eine relativ schwerwiegende Beschwerde und sollte schnell behandelt werden. Ansonsten kann es im schlimmsten Falle zu einem Herzinfarkt oder einem anderen Problem mit dem Herzen kommen. Das Stechen kann oft mit einem Stechen in der Brust verwechselt werden, da es sich um Regionen handelt, welche sehr nah beieinander sind.

Hier sollte aber auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, da Probleme mit dem Herzen nicht selbst behandelt werden können und eine ärztliche Aufsicht erfordern. Wenn das Stechen im Herz nicht richtig oder rechtzeitig behandelt wird, kann dies im schlimmsten Falle zum Tode führen. Bei der Behandlung werden in der Regel Medikamente eingesetzt, die den Blutdruck verändern, um das Stechen im Herz zu mindern.

In Notfällen müssen auch Operationen durchgeführt werden. Bei den Nebenwirkungen der Medikamente handelt es sich meist um Beschwerden wie Müdigkeit oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Eine Operation am Herzen ist sehr schwerwiegend und kann auch weitere Schmerzen in dieser Region nach sich ziehen, wenn das Stechen im Herz behandelt wird. Bei diesem Symptom sollte man auf keinen Fall länger auf Besserung warten und sofort einen Arzt oder das Krankenhaus konsultieren.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wiederholt auftretendes Stechen im Herz sollte immer zuerst von einem Arzt abgeklärt werden. Besonders dringlich ist der Arztbesuch, wenn das kardiale Stechen in immer kürzeren Abständen auftritt, an Intensität zunimmt oder länger als einige Minuten bestehen bleibt. Auch bei leichtem Stechen in der linken Brust sollte zur weiteren Abklärung ein Kardiologe zurate gezogen werden. Womöglich liegt den Beschwerden eine Lungenerkrankung oder eine Rippenfellentzündung zugrunde, die unbehandelt zu Komplikationen führen kann.

Ein Arztbesuch empfiehlt sich auch bei plötzlich auftretendem Herzstechen, das mit Schmerzen und Engegefühlen in der Brust verbunden ist. Wer bereits einmal einen Infarkt oder Schlaganfall erlitten hat, sollte bei stechenden Schmerzen umgehend den Rettungsdienst einschalten. Vor allem Begleitsymptome wie Atemnot, Beklemmung und Schweißausbrüche deuten auf einen Herzinfarkt hin, der umgehend von einem Notarzt behandelt werden muss. Generell gilt also: Stechen im Herzen muss in jedem Fall möglichst sofort abgeklärt und behandelt werden, um einen schweren Verlauf zu verhindern.

Behandlung & Therapie

Unter Bezug auf das Ergebnis der diagnostischen Untersuchung obliegt es dem Facharzt (Kardiologe), die geeignete Behandlung und Therapie zu finden. Tritt das Herzstechen plötzlich auf, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Je eher mit der Behandlung, beispielsweise bei Vorliegen eines Herzinfarkts, begonnen werden kann, desto höher ist die Chance, Dauerschäden zu vermeiden und die Überlebenschancen zu erhöhen.

Liegen Muskelverspannungen vor, werden Massagen, Akupunktur und Entspannungstechniken verordnet. Bei einem eingeklemmten Nerv ist ein Besuch beim Chiropraktiker ratsam. Heute wird dabei vorrangig zu Krankengymnastik und ärztlicher manueller Medizin geraten; von ruckartigen Manipulationen an der Halswirbelsäule wird abgeraten. Zusätzlich gibt es im Falle von Herzstechen durch Panikattacken die Möglichkeit, mit einer Verhaltenstherapie den Kreislauf von Angst und Schmerzen zu durchbrechen.

Liegt eine gravierendere Erkrankung des Herzens vor, wird je nach Art und Schwere das Herzstechen mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Reicht dies nicht aus, kann es auch zu operativen Eingriffen kommen, um die Ursache des Stechens im Herzen beheben zu können. Ein Beispiel für eine operative Methode ist das Setzen eines Bypasses.

Letztlich sind die Ursachen von Herzstechen erkennbar und therapierbar. Im Falle schwererer Erkrankung ist der Erfolg der Therapie abhängig von einer raschen Diagnose und Behandlung.

Aussicht & Prognose

Bei einem Stechen im Herz muss auf jeden Fall umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieses Symptom kann im Einzelfall auf einen Herzinfarkt hinweisen. Daher sollte immer ein Arzt gerufen oder aufgesucht werden, wenn das Stechen im Herz aufkommt.

Bleibt eine ernsthafte Herzerkrankung als Ursache unbehandelt, so kann es zu einem Herzinfarkt oder zu einer anderen Komplikation am Herzen kommen. Falls das Symptom oder der Infarkt nicht schnell genug behandelt werden, kann im schlimmsten Fall der Tod eintreten. Nach dem Infarkt leidet der Patient häufig an einer eingeschränkten Belastbarkeit oder anderen Beschwerden.

Die Behandlung erfolgt beim Stechen im Herz entweder mit Hilfe von Medikamenten oder durch einen operativen Eingriff. Je nach Grunderkrankung ist es nicht immer möglich, die Ursache für das Stechen im Herz komplett einzudämmen, allerdings kann das Symptom selbst eingeschränkt werden.

Allgemein wirkt sich eine gesunde Ernährung und eine gesunde Lebensweise positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Falls das Stechen im Herz vor allem nach dem Konsum von Alkohol und anderen Drogen auftritt, müssen diese abgesetzt werden.

In den meisten Fällen führt eine Behandlung zur Entlastung des Symptoms und zu einem positiven Krankheitsverlauf. Universell kann allerdings keine Voraussage gemacht werden, da der Verlauf der Krankheit stark von der zugrunde liegenden Herzerkrankung abhängt.


Vorbeugung

Da eine tatsächliche Erkrankung des Herzens oft schwerwiegende Folgen hat, ist es sinnvoll, mit einer gesunden Ernährung (Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Drogen), mit einem aktiven Lebensstil und sportlichen Aktivitäten zum Stressausgleich und zur Gewichtskontrolle einem Stechen im Herzen vorzubeugen. Auch eine regelmäßige Kontrolle der Herzfunktionen beim Arzt kann die Entstehung einer gravierenden Herzerkrankung verhindern.

Das können Sie selbst tun

Stechen im Herz kann Anzeichen einer schweren Herzerkrankung sein und sollte umgehend medizinisch abgeklärt werden. Meistens handelt es sich jedoch um harmlose Muskelverspannungen, die sich durch Entspannungsmaßnahmen reduzieren lassen. Verspannungen lassen sich durch Massagen, Krankengymnastik oder Akupunktur lindern. Auch die Osteopathie bietet Therapieansätze, die eine rasche Linderung der Beschwerden versprechen.

Psychisch bedingtes Herzstechen in Folge psychischer Beschwerden kann mit Hilfe psychotherapeutischer Maßnahmen reduziert werden. Auch Entspannungstechniken zum Stressabbau wie etwa Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation helfen. Bei seelischen Belastungen empfiehlt es sich außerdem, das Gespräch mit Freunden und Familienmitgliedern zu suchen.

Herzstechen in Folge von Alkohol- und Drogenmissbrauch sollte ausschließlich von einem Arzt behandelt werden. Stechen im Herz, das mit Kopfschmerzen, Schwindel und Taubheitsgefühlen verbunden ist, deutet auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hin. Die Erstmaßnahme ist dementsprechend der Anruf beim Rettungsdienst. Anschließend sollte die Kleidung gelockert und vorhandene Zahnprothesen entfernt werden. Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte der Oberkörper erhöht gelagert werden. Bei Erbrechen oder Bewusstlosigkeit mit erhaltener Atmung muss der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden; setzt die Atmung aus, ist sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen.

Quellen

  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Pinger, S.: Repetitorium Kardiologie.
    ISBN: 9783769136876
  • Spes, C., Klauss, V. (Hrsg.): Facharztprüfung Kardiologie.
    ISBN: 9783437211157
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443488

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