Agomelatin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Agomelatin wird in Deutschland unter dem Namen Valdoxan® verkauft und ist in der Europäischen Union seit 2009 zugelassen. Es handelt sich um einen Melatonin-Rezeptor-Agonisten, welcher bei Erwachsenen zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird und dabei auch die begleitenden Schlafstörungen bessern kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Agomelatin?

Agomelatin
Agomelatin blockiert bestimmte Serotonin-Rezeptoren und fördert dadurch die Ausschüttung von Noradrenalin und Dopamin. Dadurch werden Depressionen auf chemischer Ebene bekämpft.

Agomelatin blockiert bestimmte Serotonin-Rezeptoren und fördert dadurch die Ausschüttung von Monoaminen wie Noradrenalin und Dopamin.

Dadurch werden Depressionen auf chemischer Ebene bekämpft, gleichzeitig entsteht der Nebeneffekt einer angenehmeren Nachtruhe bei Patienten, welche unter Schlafstörungen leiden. Es wird oral vor dem Schlafengehen mit etwas Wasser eingenommen und ist in Deutschland verschreibungspflichtig.

Chemisch handelt es sich um ein Naphthalin-Derivat, das dem körpereigenen Melatonin nachgebildet ist; darauf verweist auch der Name des Wirkstoffs. Entwickelt wurde die Substanz von dem französischen Arzneimittelhersteller Servier. Die Zulassung wurde zentral für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union erteilt, auf der Grundlage einer Bewertung durch die europäische Arzneimittelbehörde.

Innerhalb der Antidepressiva nimmt Agomelatin eine Sonderstellung ein. Die übrigen gebräuchlichen Gruppen greifen an der Wiederaufnahme oder am Abbau der Botenstoffe an: Die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und die Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer verzögern die Rückaufnahme der Botenstoffe in die Nervenzelle, die trizyklischen Antidepressiva hemmen diese Rückaufnahme ebenfalls, wirken daneben aber auf eine Reihe weiterer Rezeptoren, und die Monoaminoxidase-Hemmer bremsen den enzymatischen Abbau. Agomelatin geht einen anderen Weg: Es wirkt über die Melatoninrezeptoren auf den Tag-Nacht-Rhythmus ein und beeinflusst die Monoamine nur mittelbar über die Blockade eines Serotonin-Rezeptors. Aussagen über die Antidepressiva im Allgemeinen lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf diesen Wirkstoff übertragen.

Pharmakologische Wirkung

Agomelatin stammt aus der Gruppe der Melatonin-Rezeptor-Agonisten. Zugleich blockiert es den Serotonin-Rezeptor 5-HT2C und wirkt auf diesem Weg einem Mangel an Noradrenalin oder Dopamin entgegen, welche beide als Monoamine gelten.

Die klinische Depression, welche vor allem durch einen Mangel dieser beiden Monoamine hervorgerufen wird, soll durch Agomelatin bekämpft werden. Um eine erhöhte Produktion jener Neurotransmitter im Körper hervorzurufen, wird Agomelatin eingesetzt: Es bekämpft die Mangelerscheinung und führt auch zu einer erhöhten Ausschüttung von Dopamin. In bestimmten Arealen des Gehirns werden Dopamin und Noradrenalin freigesetzt, wodurch das Stimmungsbild des Patienten verbessert werden soll.

Der zweite Wirkarm betrifft die innere Uhr. Melatonin wird in der Zirbeldrüse gebildet und stimmt den Körper auf die Dunkelheit ein; seine Rezeptoren sitzen in besonderer Dichte im suprachiasmatischen Kern des Zwischenhirns, der den Tag-Nacht-Rhythmus vorgibt. Agomelatin wirkt dort wie der körpereigene Botenstoff und kann einen verschobenen oder abgeflachten Rhythmus wieder an den Tagesverlauf heranführen. Bei einer Depression sind Schlaf, Körpertemperatur und Hormonausschüttung häufig in ihrem zeitlichen Ablauf gestört; die Wiederherstellung dieses Ablaufs gilt als Teil der antidepressiven Wirkung.

Nach der Einnahme wird der Wirkstoff rasch aus dem Darm aufgenommen, durchläuft jedoch bei der ersten Leberpassage einen ausgeprägten Abbau, sodass nur ein kleiner Teil unverändert in den Kreislauf gelangt. Verantwortlich dafür ist vor allem das Leberenzym CYP1A2, in geringerem Umfang sind es die Enzyme CYP2C9 und CYP2C19. Die dabei entstehenden Abbauprodukte sind nicht wirksam und werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Der Stoff verweilt nur kurz im Körper und reichert sich bei täglicher Einnahme nicht an. Aus diesem Abbauweg erklären sich zugleich zwei Eigenheiten der Substanz: die große Bedeutung der Leberfunktion für ihre Sicherheit und ihre Empfindlichkeit gegenüber Arzneistoffen, die das Enzym CYP1A2 hemmen oder anregen.

Weiterhin wird Agomelatin eine schlaffördernde Wirkung zugesprochen, weshalb die Einnahme immer direkt vor dem Schlafengehen stattfinden sollte. Als Schlafmittel ist Agomelatin jedoch nicht zugelassen; die Besserung des Schlafs gilt als Begleiteffekt der antidepressiven Behandlung. Da sich die Einnahme von Agomelatin auch auf die Leber auswirkt, darf das Präparat nicht bei bekannten Leberfehlfunktionen oder -erkrankungen eingenommen werden.

Auch während der Schwangerschaft oder unmittelbar danach ist von einer Einnahme von Agomelatin abzusehen, da der Wirkstoff in die Muttermilch gelangen kann. Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 25 Milligramm, die Höchstdosis von 50 Milligramm darf nicht überschritten werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

In Deutschland wird Agomelatin hauptsächlich gegen Depressionen bei Erwachsenen (Major Depression) eingesetzt. Da es chemisch auf einer anderen Wirkungsweise basiert als bereits etablierte Medikamente, wird es häufig bei Personen verabreicht, welche auf eine klassische Behandlung nicht ansprechen. Für die Behandlung einer chronischen Schlaflosigkeit ist Agomelatin dagegen nicht zugelassen.

In den ersten Jahren nach der Zulassung gab es nur wenige Studien zur Wirkung von Agomelatin. In einer Studie mit einer Teilnehmeranzahl von 5.800 Patienten schnitt Agomelatin besser ab als Placebo-Präparate. In weiteren drei Studien wurden jedoch keine Unterschiede festgestellt, wenn Agomelatin mit Fluoxetin oder Paroxetin verglichen wurde. Inzwischen liegen weitere Untersuchungen vor; die Bewertung der Wirksamkeit fällt darin uneinheitlich aus.

Agomelatin konnte im Rahmen dieser Studien sowohl bei Patienten mit nur leichten oder mittleren als auch schweren Depressionen angewendet werden. Die Erfolgsquote lag dort bei 60 bis 70 %. Gleichzeitig wurde bei allen Teilnehmern der Studien eine Verbesserung der Schlafqualität festgestellt, ohne dass darunter die Aufmerksamkeit während des Tages gelitten hatte. Bei demenzkranken Senioren darf Agomelatin nicht eingesetzt werden. Auch für Patienten ab 75 Jahren wird der Wirkstoff nicht mehr empfohlen, da für diese Altersgruppe keine ausreichenden Wirksamkeitsbelege vorliegen.

Zugelassen ist Agomelatin für die Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen. Für Kinder und Jugendliche unter achtzehn Jahren besteht keine Zulassung, weil für diese Altersgruppe keine ausreichenden Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen. Nach der Zulassung hat die europäische Arzneimittelbehörde den Wirkstoff mehrfach überprüft; im Mittelpunkt standen dabei die Reaktionen der Leber. Ergebnis dieser Überprüfungen sind die verbindlichen Kontrollen der Leberwerte und die Einschränkungen für ältere Patienten.

Neben dem fehlenden Ansprechen auf andere Mittel ist die Verträglichkeit ein Grund für den Einsatz. Für den Wirkstoff sind, anders als für viele Wiederaufnahmehemmer, weder ausgeprägte Störungen der Sexualfunktion noch eine deutliche Gewichtszunahme beschrieben, und auch Beschwerden beim Absetzen sind für ihn nicht typisch. Dem steht die regelmäßige Überwachung der Leberwerte gegenüber, die diese Behandlung von anderen unterscheidet.


Verabreichung & Dosierung

Agomelatin ist ein Medikament, das hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Es wirkt als Agonist an Melatoninrezeptoren und als Antagonist an Serotoninrezeptoren. Bei der Verabreichung und Dosierung von Agomelatin sind mehrere Aspekte zu beachten:

Die Standarddosis beträgt in der Regel 25 mg einmal täglich, vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen. Bei unzureichender Wirksamkeit kann die Dosis nach Rücksprache mit einem Arzt auf 50 mg erhöht werden. Die Einnahme sollte unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Eine regelmäßige Überwachung der Leberfunktion ist wichtig, da Agomelatin das Risiko einer Leberschädigung birgt. Leberfunktionstests sollten vor Beginn der Behandlung und danach regelmäßig durchgeführt werden. Patienten mit bekannten Lebererkrankungen oder erhöhten Leberenzymen sollten Agomelatin nicht einnehmen.

Die Kontrolle der Leberwerte begleitet die gesamte Behandlung. Steigen die Transaminasen deutlich über den Normbereich, wird die Behandlung beendet. Treten Zeichen einer Leberschädigung auf, etwa eine Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunkler Urin, heller Stuhl oder ein anhaltender Druck im rechten Oberbauch, ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Ein erhöhtes Risiko tragen Menschen mit starkem Übergewicht, mit einer Fettleber, mit Diabetes oder mit einem schädlichen Alkoholgebrauch sowie Patienten, die weitere leberbelastende Arzneimittel einnehmen.

Agomelatin kann bei einigen Patienten Schläfrigkeit verursachen, was die Fähigkeit beeinträchtigen kann, Maschinen zu bedienen oder Fahrzeuge zu führen. Es ist ratsam, dies zu beachten und gegebenenfalls auf diese Aktivitäten zu verzichten.

Die Wirkung von Agomelatin tritt nicht sofort ein; es kann mehrere Wochen dauern, bis die volle Wirkung sichtbar wird. Anders als bei vielen anderen Antidepressiva ist beim Absetzen von Agomelatin keine schrittweise Verringerung der Dosis erforderlich; beendet werden sollte die Behandlung dennoch nur in Absprache mit dem Arzt.

Es ist wichtig, den behandelnden Arzt über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel zu informieren, da Agomelatin Wechselwirkungen mit anderen Substanzen haben kann, insbesondere mit CYP1A2-Hemmern.

Risiken & Nebenwirkungen

Agomelatin kann sich negativ auf den Energiehaushalt des Organismus auswirken, was unter anderem durch Müdigkeit und anhaltende Schläfrigkeit geprägt ist. Weiterhin kann Agomelatin Schlaflosigkeit sowie Kopfschmerzen und Migräneanfälle hervorrufen.

Auftreten können außerdem plötzlich einsetzende Angstzustände sowie Schwindel, weshalb davon abzusehen ist, nach der Ersteinnahme von Agomelatin schwere Maschinen zu bedienen. Der Verdauungstrakt kann durch das Medikament ebenfalls beeinträchtigt werden, hier werden Übelkeit sowie Verstopfung und Durchfall beklagt. Erhöhte Leberwerte sowie Rückenschmerzen und gelegentliche Sehstörungen zählen zu den Nebenwirkungen von Agomelatin.

Sehr seltene Nebenwirkungen beinhalten unter anderem eine plötzliche Hepatitis sowie suizidales Verhalten oder Suizidgedanken, was dem ursprünglichen Effekt des Medikaments entgegenläuft. Insbesondere aufgrund der erhöhten Leberwerte sind regelmäßige Funktionstests dieses Organs bei der Verabreichung von Agomelatin empfehlenswert. Es darf nicht verabreicht werden, wenn gleichzeitig Medikamente wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin eingenommen werden.

Die Leber steht im Mittelpunkt des Sicherheitsprofils. In den meisten Fällen bleibt es bei einem Anstieg der Leberwerte, der nach dem Absetzen zurückgeht; sehr selten sind schwere Leberschäden bis hin zum Leberversagen beobachtet worden. Die Anstiege zeigen sich vorwiegend in den ersten Behandlungsmonaten, weshalb die Kontrollen in dieser Zeit besonders eng gesetzt werden.

Wie bei anderen Antidepressiva kann sich die Stimmung in den ersten Wochen vorübergehend verschlechtern, bevor die eigentliche Wirkung einsetzt. Eine engmaschige Begleitung zu Beginn der Behandlung ist deshalb üblich, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen und bei Patienten, die bereits früher Suizidgedanken hatten.

Kontraindikationen

Agomelatin, ein Antidepressivum, sollte in bestimmten Fällen nicht verwendet werden. Zu den wichtigsten Kontraindikationen gehören:

Lebererkrankungen: Eine der wichtigsten Kontraindikationen für Agomelatin ist eine bestehende Lebererkrankung. Patienten mit einer aktiven Lebererkrankung, erhöhten Leberenzymen (Transaminasen) oder einer Geschichte von Leberfunktionsstörungen sollten Agomelatin nicht einnehmen. Dies liegt daran, dass Agomelatin das Risiko einer Leberschädigung erhöhen kann.

Überempfindlichkeit: Patienten, die allergisch oder überempfindlich auf Agomelatin oder einen seiner Inhaltsstoffe reagieren, sollten dieses Medikament vermeiden. Allergische Reaktionen können schwerwiegend sein und Hautausschläge, Schwellungen oder Atembeschwerden umfassen.

Kombination mit CYP1A2-Hemmern: Die gleichzeitige Einnahme von starken CYP1A2-Hemmern, wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin, ist kontraindiziert, da diese Medikamente die Konzentration von Agomelatin im Blut erhöhen und somit das Risiko von Nebenwirkungen steigt.

Schwangerschaft und Stillzeit: Obwohl die Datenlage begrenzt ist, wird die Verwendung von Agomelatin während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, da das Risiko für das ungeborene Kind oder den Säugling nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

Bipolare Störung: Patienten mit einer bipolaren Störung oder Manie sollten Agomelatin mit Vorsicht verwenden, da Antidepressiva das Risiko von manischen Episoden erhöhen können.

Die Gegenanzeigen folgen im Kern zwei Linien. Die erste betrifft die Leber: Weil der Wirkstoff dort abgebaut wird und selbst leberschädigend wirken kann, schließen eine bestehende Lebererkrankung und erhöhte Leberwerte die Anwendung aus, und aus demselben Grund sind Arzneistoffe verboten, die diesen Abbau blockieren. Die zweite Linie betrifft Gruppen, für die kein Wirksamkeitsnachweis vorliegt; hier stehen Anwendungsbeschränkungen, etwa bei einer Demenz und im höheren Lebensalter.

Es ist wichtig, dass Patienten vor der Einnahme von Agomelatin mit ihrem Arzt sprechen, um sicherzustellen, dass das Medikament für sie geeignet ist.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Agomelatin, ein Antidepressivum, kann mit anderen Medikamenten interagieren, was zu einer veränderten Wirksamkeit und einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen führen kann. Hier sind einige wichtige Wechselwirkungen:

CYP1A2-Inhibitoren: Medikamente wie Fluvoxamin und Ciprofloxacin hemmen das Enzym CYP1A2, was den Abbau von Agomelatin verlangsamt. Dies kann zu einer erhöhten Agomelatin-Konzentration im Blut führen und das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Daher ist die gleichzeitige Einnahme dieser Medikamente kontraindiziert.

CYP1A2-Induktoren: Faktoren, die das CYP1A2-Enzym induzieren, wie z. B. Rauchen, Rifampicin und Carbamazepin, können die Wirksamkeit von Agomelatin durch beschleunigten Abbau verringern. In solchen Fällen kann die therapeutische Wirkung von Agomelatin beeinträchtigt sein.

Alkohol: Der gleichzeitige Konsum von Alkohol kann das Risiko von Leberschäden erhöhen. Da Agomelatin bereits eine potenzielle Belastung für die Leber darstellt, sollte der Alkoholkonsum während der Behandlung minimiert oder vermieden werden.

Antidepressiva: Obwohl keine direkten Wechselwirkungen mit anderen Antidepressiva beschrieben wurden, ist Vorsicht geboten, wenn Agomelatin zusammen mit anderen Antidepressiva verwendet wird, da dies das Risiko einer Verschlechterung von Manien oder Hypomanien bei Patienten mit einer bipolaren Störung erhöhen kann.

Nicht jeder Hemmstoff des Enzyms CYP1A2 wiegt dabei gleich schwer. Neben den starken Hemmern, deren gleichzeitige Gabe ausgeschlossen ist, gibt es mäßig wirksame, zu denen unter anderem Östrogene und damit auch orale Verhütungsmittel gehören; sie verlangen lediglich Vorsicht. Umgekehrt fällt bei starken Rauchern der Wirkstoffspiegel niedriger aus, weil Inhaltsstoffe des Tabakrauchs dasselbe Enzym anregen; ein Rauchstopp während der Behandlung kann den Spiegel folglich ansteigen lassen.

Vor Beginn einer Behandlung mit Agomelatin ist es wichtig, den Arzt über alle anderen Medikamente zu informieren, um potenzielle Wechselwirkungen zu vermeiden und eine sichere und wirksame Behandlung zu gewährleisten.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Agomelatin nicht vertragen wird oder nicht wirksam ist, stehen verschiedene alternative Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen zur Verfügung:

Andere Antidepressiva: Es gibt mehrere Klassen von Antidepressiva, die je nach individueller Verträglichkeit und Wirksamkeit eingesetzt werden können:

  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) wie Venlafaxin oder Duloxetin sind eine Alternative zu SSRIs.
  • Trizyklische Antidepressiva (TCAs) wie Amitriptylin oder Nortriptylin sind eine ältere Klasse, die in bestimmten Fällen eingesetzt werden kann.

Nichtmedikamentöse Ansätze:

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität wurde in Studien mit einer Verringerung der Symptome von Depressionen in Verbindung gebracht.
  • Lichttherapie: Besonders bei saisonaler Depression kann Lichttherapie hilfreich sein.

Weitere Medikamente:

  • Mirtazapin ist ein Antidepressivum, das bei einigen Patienten eine gute Wirkung zeigt.
  • Bupropion ist eine weitere Alternative, die besonders bei Patienten mit Müdigkeit oder Energiemangel geeignet sein kann.
  • Trazodon wird wegen seiner dämpfenden Eigenschaft ebenfalls abends eingenommen; anders als Agomelatin greift es unmittelbar in die Übertragung der Monoamine ein.

Welche dieser Möglichkeiten in Frage kommt, richtet sich weniger nach der Stärke der antidepressiven Wirkung, die sich zwischen den Gruppen nur wenig unterscheidet, als nach der Verträglichkeit, den Begleiterkrankungen und den übrigen Arzneimitteln des Patienten.

Die Wahl einer alternativen Behandlung sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen, um die beste Option basierend auf den individuellen Bedürfnissen und der Krankengeschichte des Patienten zu finden.

Quellen

  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Freissmuth, M., Offermanns, S., Böhm, S. (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783662684696
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432673
  • Falkai, P., Laux, G., Kapfhammer, H.-P., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.
    ISBN: 9783662741702

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