Amitriptylin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Amitriptylin zählt zu den Antidepressiva der ersten Stunde und ist seit Anfang der 1960er Jahre auf dem Markt. Es wird vorwiegend bei Depressionen, die mit Angststörungen einhergehen, verabreicht. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Schmerztherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amitriptylin?

Amitriptylin
Amitriptylin wird vorwiegend bei Depressionen, die mit Angststörungen einhergehen, verabreicht.

Das Antidepressivum Amitriptylin wurde 1960 erstmals hergestellt und zwei Jahre später auf dem Markt eingeführt. Bis zur Einführung der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer war Amitriptylin das weltweit meist verordnete Antidepressivum.

Und auch heute zählt dieser Wirkstoff nach wie vor zu den Psychopharmaka, die in Deutschland am häufigsten verordnet werden. Es handelt sich bei Amitriptylin um ein trizyklisches Antidepressivum, das mit drei anellierten Ringen eine charakteristische chemische Struktur aufweist. Verordnet wird das Präparat, das als Stimmungsaufheller bekannt ist, in erster Linie bei psychischen Beschwerden, bei welchen Ängste oder eine schlechte Stimmung im Vordergrund stehen.

Amitriptylin besitzt darüber hinaus eine dämpfende Wirkung auf die Psychomotorik der Patienten. Verabreicht wird das Präparat deshalb auch bei Schlafstörungen, die häufig zu den Symptomen einer Depression gehören.

Amitriptylin folgte wenige Jahre auf das Imipramin, mit dem die Behandlung der Depression durch Arzneimittel überhaupt erst begonnen hatte. Die Stoffe dieser Reihe wurden nicht am Reißbrett auf ein Ziel hin entworfen, sondern gingen aus der Suche nach neuen Beruhigungsmitteln hervor; ihre stimmungsaufhellende Wirkung fiel dabei auf und wurde erst danach zum Zweck der Entwicklung. Darin liegt der Grund, warum die trizyklischen Antidepressiva neben der erwünschten Wirkung ein so breites Spektrum weiterer Effekte mitbringen: Sie greifen an vielen Stellen des Nervensystems an, weil sie nie auf eine einzelne Stelle hin ausgewählt worden sind.

Innerhalb der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva zählt Amitriptylin zu den stark dämpfenden Vertretern. Andere Substanzen derselben Gruppe wirken eher antriebssteigernd. Die Wahl zwischen ihnen richtet sich deshalb weniger nach der Stärke der antidepressiven Wirkung als danach, ob bei einem Patienten Unruhe und Schlaflosigkeit oder eher Antriebslosigkeit im Vordergrund stehen. Das ist eine Eigenschaft der einzelnen Substanz und keine der ganzen Gruppe.

Pharmakologische Wirkung

Wie alle trizyklischen Antidepressiva wirkt auch Amitriptylin auf den Stoffwechsel des Gehirns ein, indem es in den Nervenzellen die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin hemmt.

Dies soll den Mangel an Botenstoffen, der für depressive Patienten charakteristisch ist, ausgleichen. Denn die Botenstoffe erfüllen insofern eine wichtige Rolle im Gehirnstoffwechsel, als sie sämtliche Nervenreaktionen steuern. Üblicherweise sitzen die Botenstoffe in kleinen Bläschen an den Enden der Neuronen, wo sie ausgeschüttet werden, sobald der Nerv erregt wird. Dadurch gelangen die Botenstoffe an die Rezeptoren anderer Nervenzellen und geben den Reiz weiter. Anschließend werden die Botenstoffe durch Enzyme abgebaut oder über ein spezielles Transportsystem an den ursprünglichen Speicher zurückgeleitet.

Amitriptylin besetzt das Transportsystem der Botenstoffe, wodurch der Gehirnstoffwechsel verändert wird. Damit verhindert der Wirkstoff den Rücktransport der Botenstoffe. Dadurch können diese länger am Wirkort bleiben, wodurch sich ihre Wirksamkeit erhöht. Auf diese Weise können durch Amitriptylin Spannungs- und Angstzustände gelöst und depressive Stimmungen aufgehoben werden.

Auch der Zustand chronischer Schmerzpatienten lässt sich verbessern. Denn auch hier liegt die Ursache häufig in einer gestörten Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn, wobei der Botenstoff Serotonin eine Schlüsselrolle spielt.

Von der Hemmung des Rücktransports zu unterscheiden ist eine zweite Eigenschaft, die zur Wirkung gegen die Depression nichts beiträgt: Amitriptylin blockiert daneben eine Reihe von Rezeptoren, unter anderem die des Acetylcholins, die des Histamins und einen Teil derjenigen des Noradrenalins an den Blutgefäßen. Aus dieser Blockade – und nicht aus der erwünschten Wirkung – erklären sich die typischen Begleiterscheinungen: Mundtrockenheit und Verstopfung aus der Wirkung am Acetylcholin, Müdigkeit und Gewichtszunahme aus der Wirkung am Histamin, der Blutdruckabfall beim Aufstehen aus der Wirkung an den Gefäßen.

Ein weiterer Unterschied ist zeitlicher Art und für die Behandlung wichtig: Die dämpfende Wirkung setzt sofort ein, die stimmungsaufhellende erst nach Wochen. In der Zwischenzeit ist ein Patient bereits ruhiger und schläft besser, ohne dass sich an der Grundstimmung schon etwas geändert hätte – ein Umstand, der die Einschätzung des Behandlungserfolgs in den ersten Wochen erschwert und erklärt, warum eine Behandlung nicht nach wenigen Tagen als wirkungslos gelten kann.

Der Umbau des Wirkstoffs findet in der Leber statt. Dabei entsteht mit dem Nortriptylin ein Abbauprodukt, das selbst antidepressiv wirksam ist und dabei stärker auf das Noradrenalin als auf das Serotonin zielt; die Gesamtwirkung einer Behandlung ist also immer die Wirkung zweier Stoffe. Wie rasch dieser Umbau abläuft, ist von Mensch zu Mensch verschieden und erblich festgelegt, weshalb bei gleicher Menge sehr unterschiedliche Blutspiegel entstehen können. Die Abbauprodukte werden anschließend über die Nieren ausgeschieden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Verschiedene Präparate mit dem Wirkstoff Amitriptylin können wegen ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung grundsätzlich gegen alle Formen von Depressionen verabreicht werden. Bevorzugt werden sie bei Formen von Depressionen eingesetzt, die mit Unruhegefühlen und Angst einhergehen.

Weil gerade bei psychischen Erkrankungen oft nicht eindeutig zu klären ist, welches Symptom die Ursache und welches die Folge ist, wird Amitriptylin auch bei Angststörungen verabreicht. Denn diese können sich negativ auf die Stimmung auswirken, wodurch sich Symptome zeigen, die auch mit einer Depression verbunden sein können. Weil das Präparat generell eine beruhigende Wirkung hat, wird Amitriptylin außerdem bei krankhaften und chronischen Schlafstörungen verabreicht. Wegen der beruhigenden Wirkung, die das Präparat bei allen Indikationen zeigt, sollte es grundsätzlich abends eingenommen werden.

Ein weiteres Anwendungsgebiet für Amitriptylin sind chronische Schmerzen. Denn diese haben in vielen Fällen ebenfalls eine psychische Komponente. Dabei wird mit dem Wirkstoff eine relativ breite Bandbreite von Schmerzen abgedeckt, von leichten bis hin zu sehr starken Schmerzen. Amitriptylin wirkt dabei nicht wie ein herkömmliches Schmerzmittel gegen akute Schmerzen, sondern wird zur Dauerbehandlung länger bestehender, insbesondere nervenbedingter Schmerzen eingesetzt. Typische Beispiele von Anwendungen bei Schmerzpatienten sind die Vorbeugung von Kopfschmerzen bei Migräne-Patienten oder die Schmerzen am Bewegungsapparat, unter welchen Fibromyalgie-Patienten leiden.

Für die Schmerzbehandlung führt der Wirkweg über eine andere Bahn als für die Behandlung der Depression. Die vermehrte Verfügbarkeit von Noradrenalin und Serotonin wirkt auch auf die absteigenden Nervenbahnen, mit denen das Gehirn die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Rückenmark dämpft; diese körpereigene Bremse arbeitet dadurch wirksamer. Deshalb tritt die schmerzlindernde Wirkung unabhängig davon ein, ob ein Patient überhaupt depressiv ist, und sie setzt früher ein als die stimmungsaufhellende.


Verabreichung & Dosierung

Bei der Verabreichung und Dosierung von Amitriptylin sind mehrere wichtige Faktoren zu berücksichtigen, um die Wirksamkeit zu maximieren und Nebenwirkungen zu minimieren. Amitriptylin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das zur Behandlung von Depressionen, neuropathischen Schmerzen, Migräne und anderen psychischen Störungen eingesetzt wird.

Die Dosierung muss individuell angepasst werden, beginnend mit einer niedrigen Anfangsdosis, die schrittweise erhöht wird, um die Verträglichkeit zu prüfen und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren. Die übliche Anfangsdosis für Erwachsene beträgt 25 mg pro Tag, die allmählich auf eine Erhaltungsdosis von 50-100 mg pro Tag gesteigert werden kann. In einigen Fällen können höhere Dosen erforderlich sein, wobei die Maximaldosis in der Regel 150-200 mg pro Tag nicht überschreiten sollte. Diese Bereiche gelten für die Behandlung von Depressionen. In der Schmerztherapie wird Amitriptylin deutlich niedriger dosiert; die schmerzlindernde Wirkung tritt dort unabhängig von der stimmungsaufhellenden ein.

Die Einnahme erfolgt vorzugsweise einmal täglich am Abend oder in geteilten Dosen, um die sedierende Wirkung und mögliche Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit zu verringern. Es ist wichtig, Amitriptylin regelmäßig zur gleichen Zeit einzunehmen, um konstante Blutspiegel zu gewährleisten.

Patienten sollten über mögliche Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung, verschwommenes Sehen und Gewichtszunahme informiert werden. Da Amitriptylin das QT-Intervall verlängern kann, ist Vorsicht geboten bei Patienten mit Herzproblemen oder anderen Medikamenten, die das QT-Intervall beeinflussen. Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden, um Entzugssymptome zu verhindern; eine langsame Dosisreduktion ist empfehlenswert.

Risiken & Nebenwirkungen

Patienten, die das Präparat verabreicht bekommen, klagen sehr häufig über Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Schwindel, Müdigkeit, Störungen im Herz-Kreislauf-System, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Sprachstörungen sowie Gewichtszunahme. Ein Durstgefühl, innere Unruhe, Geschmacksstörungen oder Konzentrationsmangel zählen ebenso zu den häufigen Nebenwirkungen wie ein Verlust der Libido.

Gelegentlich können Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Durchfall oder Veränderungen des Blutbildes auftreten. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von weiteren möglichen Nebenwirkungen. Deshalb sollte die etwa zweiwöchige Einstellung auf das Präparat unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Denn bei zu starken Nebenwirkungen muss gegebenenfalls auf ein anderes Präparat ausgewichen werden. Zudem sollten die Nebenwirkungen größtenteils abklingen, sobald die Einstellungsphase abgeschlossen ist. Auch die Entwöhnung beim Absetzen des Präparats sollte langsam und stufenweise erfolgen.

Bei älteren Menschen ist besondere Vorsicht geboten. Die anticholinergen Wirkungen des Präparats – Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt, Verwirrtheit – sowie der Blutdruckabfall beim Aufstehen mit der damit verbundenen Sturzgefahr treffen sie stärker. Amitriptylin wird deshalb in der PRISCUS-Liste der für ältere Menschen potenziell ungeeigneten Arzneimittel geführt.

Eine besondere Rolle spielt das Verhalten bei einer Überdosierung. Trizyklische Antidepressiva haben einen vergleichsweise geringen Abstand zwischen der wirksamen und der gefährlichen Menge; im Vordergrund stehen dabei Störungen des Herzrhythmus und Krampfanfälle. Bei Menschen mit Selbsttötungsgedanken wird dieser Umstand bereits bei der Verordnung berücksichtigt.

Betroffen ist außerdem die Fahrtüchtigkeit, besonders zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosissteigerung: Müdigkeit, Schwindel und die Störung des Scharfsehens in der Nähe beeinträchtigen das Reaktionsvermögen. Zusammen mit Alkohol verstärkt sich dieser Effekt.

Kontraindikationen

Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Amitriptylin umfassen verschiedene medizinische Bedingungen und Situationen, in denen das Medikament nicht sicher angewendet werden kann. Eine der Hauptkontraindikationen ist eine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Amitriptylin oder andere trizyklische Antidepressiva. Personen mit einer solchen Allergie sollten das Medikament nicht einnehmen.

Eine weitere wichtige Kontraindikation ist das Vorhandensein einer akuten Herzinsuffizienz oder eines kürzlich zurückliegenden Herzinfarkts. Amitriptylin kann das Herz belasten, indem es das QT-Intervall verlängert und Arrhythmien fördert, was bei Patienten mit Herzerkrankungen gefährlich sein kann. Auch bei Patienten mit bekannten QT-Verlängerungen oder in Kombination mit anderen QT-verlängernden Medikamenten sollte Amitriptylin vermieden werden.

Patienten mit Engwinkelglaukom sollten Amitriptylin ebenfalls nicht einnehmen, da das Medikament den Augeninnendruck erhöhen und die Symptome verschlechtern kann. Zudem ist bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen Vorsicht geboten, da die Leber das Medikament abbaut und eine beeinträchtigte Leberfunktion das Risiko von Toxizität erhöht.

Amitriptylin sollte nicht in Kombination mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) verwendet werden, da dies zu schweren und potenziell lebensbedrohlichen Wechselwirkungen führen kann, einschließlich einer hypertensiven Krise oder eines Serotonin-Syndroms. Eine ausreichende Pause zwischen der Einnahme dieser beiden Medikamentengruppen ist erforderlich.

Darüber hinaus ist Vorsicht geboten bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Harnverhalt, Prostatahypertrophie, Epilepsie oder Manie, da Amitriptylin diese Zustände verschlechtern kann.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Amitriptylin kann mit einer Vielzahl anderer Medikamente interagieren, was die Wirksamkeit beeinflussen und das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann. Eine bedeutende Interaktion besteht mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern). Die gleichzeitige Einnahme kann zu schweren Reaktionen wie hypertensiven Krisen oder dem Serotonin-Syndrom führen. Daher ist eine Wartezeit von mindestens 14 Tagen zwischen der Einnahme von MAO-Hemmern und Amitriptylin erforderlich.

Eine weitere wichtige Interaktion besteht mit Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern, wie bestimmte Antiarrhythmika, Antipsychotika und Antibiotika. Die Kombination kann das Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen, einschließlich Torsade de Pointes, erhöhen.

Amitriptylin verstärkt die Wirkung von Alkohol und anderen zentral dämpfenden Substanzen wie Benzodiazepinen und Opioiden, was zu verstärkter Sedierung und Atemdepression führen kann. Auch die gleichzeitige Anwendung mit Anticholinergika (z.B. Atropin, bestimmte Antihistaminika) kann die anticholinergen Nebenwirkungen von Amitriptylin verstärken, wie Mundtrockenheit, Harnverhalt und Verstopfung.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Guanethidin, Betanidin, Clonidin, Reserpin und Methyldopa kann durch Amitriptylin abgeschwächt werden, weil der Wirkstoff deren Aufnahme in die Nervenzellen behindert beziehungsweise ihrem Angriffspunkt entgegenwirkt. Darüber hinaus kann die gleichzeitige Einnahme von CYP2D6-Inhibitoren (wie Fluoxetin oder Paroxetin) die Konzentration von Amitriptylin im Blut erhöhen und das Risiko toxischer Wirkungen verstärken.

Der Systematik nach lassen sich diese Wechselwirkungen auf drei Wege zurückführen. Der erste ist der Abbau in der Leber: Was die dort zuständigen Enzyme hemmt, hebt den Spiegel des Wirkstoffs an, was sie anregt, senkt ihn. Der zweite ist die Summierung gleichartiger Wirkungen – dämpfender, anticholinerger oder auf die Erregungsleitung des Herzens gerichteter – mit denen anderer Arzneimittel. Der dritte ist der Eingriff in den Haushalt der Botenstoffe selbst, aus dem sowohl die Gefahr des Serotonin-Syndroms als auch die Abschwächung der genannten Blutdrucksenker folgt.

Es ist wichtig, dass Patienten ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente informieren, um potenziell gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden und die Therapie sicher zu gestalten.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Amitriptylin nicht vertragen wird, stehen mehrere alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, je nach der zu behandelnden Erkrankung. Für Depressionen können selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) wie Fluoxetin, Sertralin oder Citalopram eine geeignete Alternative sein. Diese Medikamente haben ein anderes Nebenwirkungsprofil und werden oft besser vertragen.

Bei neuropathischen Schmerzen, für die Amitriptylin häufig eingesetzt wird, können andere Antidepressiva wie Duloxetin (ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, SNRI) oder Venlafaxin hilfreich sein. Gabapentin und Pregabalin, die als Antikonvulsiva klassifiziert sind, werden ebenfalls häufig zur Behandlung neuropathischer Schmerzen eingesetzt und bieten eine alternative Wirkstoffgruppe.

Für Patienten, die an Migräne leiden, können Betablocker wie Propranolol, Kalziumkanalblocker wie Verapamil oder Antikonvulsiva wie Topiramat als Prophylaxe verwendet werden. Auch hier bieten sich Alternativen aus verschiedenen Medikamentenklassen an.

Neben pharmakologischen Optionen gibt es auch nicht-medikamentöse Ansätze. Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) kann effektiv zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt werden. Akupunktur, Physiotherapie und transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) können bei der Behandlung chronischer Schmerzen hilfreich sein.

Patienten, die Amitriptylin nicht vertragen, sollten in Absprache mit ihrem Arzt eine geeignete Alternative wählen, die sowohl wirksam als auch gut verträglich ist.

Quellen

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  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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