Cefazolin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Cefazolin handelt es sich um ein halbsynthetisches Antibiotikum, das zur Gruppe der Cephalosporine zählt. Dabei gehört das Medikament zu Cephalosporinen der ersten Generation. Cefazolin zeichnet sich durch seine bakteriziden Eigenschaften aus. Dabei beruht die Wirkung des Arzneimittels in erster Linie darauf, dass der Wirkstoff die Bildung von Zellwänden bei Bakterien beeinträchtigt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cefazolin?

Cefazolin
Cefazolin zeigt nur gegen spezielle Bakterien eine Wirkung. Dazu zählen zum Beispiel Staphylokokken, Streptococcus pneumoniae und Escherichia coli.
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Grundsätzlich zählt der Wirkstoff Cefazolin zu den Cephalosporinen, die wiederum zur Gruppe der sogenannten Beta-Lactam-Antibiotika gehören. In der Regel kommt der Wirkstoff zur Behandlung von Infektionskrankheiten zum Einsatz, die sowohl akut als auch chronisch auftreten.

Dabei besteht die Möglichkeit, das Medikament Cefazolin parenteral zu verabreichen. Zu diesem Zweck wird das Arzneimittel in Pulverform verwendet, um eine geeignete Injektions- bzw. Infusionslösung herzustellen. Die Plasmahalbwertszeit liegt dabei in der Regel bei ungefähr zwei Stunden. Das Medikament wird zum überwiegenden Teil über die Niere ausgeschieden.

Für den Wirkstoff Cefazolin werden in einigen Fällen die Synonyme Cefazolinum, Cefazolin-Natrium oder Cefazolinum natricum verwendet. Im Handel ist das Medikament ausschließlich als Pulver, aus dem eine Lösung für Injektion und Infusion zubereitet wird. In der Schweiz besitzt das Arzneimittel seit 1974 eine Zulassung. In Deutschland sind mehrere Cefazolin-Präparate als Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung im Handel.

In der Pharmazie wird Cefazolin in der Form von Cefazolin-Natrium genutzt. Bei diesem Stoff handelt es sich in der Regel um ein Pulver von weißer Farbe, das sich leicht in Wasser löst. Grundsätzlich erfolgt die Verabreichung des Medikaments entweder intramuskulär oder intravenös.

Ein Einsatz ist nur in solchen Fällen sinnvoll, in denen das Vorliegen empfindlicher Erreger gesichert ist. Cefazolin geht mitunter mit einigen unerwünschten Nebenwirkungen einher.

Pharmakologische Wirkung

Cefazolin zeichnet sich durch eine charakteristische Wirkungsweise aus, sodass das Arzneimittel für die Therapie spezieller Infektionskrankheiten geeignet ist. Prinzipiell weist Cefazolin eine bakterizide Wirkung auf, das heißt, es tötet Bakterien ab. Der Grund für diesen bakterienabtötenden Effekt liegt darin, dass der Wirkstoff die bakterielle Synthese der Zellwand beeinträchtigt. Als Folge davon sterben die Keime ab, da eine ungestörte Vermehrung nicht mehr möglich ist. Zudem weist der Wirkstoff eine relativ kurze Halbwertszeit auf.

Cefazolin zeigt jedoch nur gegen spezielle Bakterien eine Wirkung. Dazu zählen zum Beispiel Staphylokokken, Streptococcus pneumoniae und Escherichia coli. Zahlreiche andere Keime, wie etwa Proteus vulgaris, Enterokokken und Enterobacter cloacae zeigen zum überwiegenden Teil Resistenzen gegen das Medikament Cefazolin.

Funktionieren die Nieren eines Patienten problemlos, so beträgt die dominante Eliminationshalbwertszeit ungefähr zwei Stunden.

Der Angriffspunkt liegt in der Mureinschicht, auch Peptidoglycanschicht genannt, die der Bakterienzelle ihre Festigkeit gibt. Cephalosporine hemmen ebenso wie die Penicilline die Quervernetzung dieser Schicht. Vermittelt wird die Quervernetzung durch Enzyme, die Transpeptidasen; Cephalosporine ahmen deren natürliches Substrat nach und besitzen deshalb eine hohe Bindungsstärke zu ihnen. Im aktiven Zentrum des Enzyms gehen sie eine Bindung ein, die nur sehr langsam wieder gelöst wird – deshalb wird von einer nahezu unumkehrbaren Hemmung gesprochen. Gehemmt werden dadurch das Wachstum und die Vermehrung; sich teilende Bakterien gehen zugrunde. Der Anteil der Mureinschicht an der Zellwand ist nach Angabe der Fachinformation bei grampositiven Bakterien um ein Vielfaches größer als bei gramnegativen.

Zur Pharmakokinetik hält die Fachinformation fest, dass Cefazolin ausschließlich außerhalb des Magen-Darm-Kanals angewendet wird; eine Einnahme als Tablette oder Saft gibt es nicht. Der Wirkstoff bindet in hohem Maß an Plasmaproteine und verteilt sich gut im Gewebe. Er passiert die Plazentaschranke und gelangt in geringen Mengen in die Muttermilch. Entscheidend für die Anwendung ist dagegen, wohin er nicht gelangt: Die Verteilung in den Nervenwasserraum und in das Kammerwasser des Auges ist unzureichend. Im Körper wird Cefazolin nicht umgebaut und liegt im Blut überwiegend unverändert vor. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Nieren – durch Filtration in den Nierenkörperchen und durch aktive Abgabe in den Nierenkanälchen –, ein kleiner Teil über die Galle. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich die Halbwertszeit verlängern, und der Wirkstoff kann sich anreichern.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Cefazolin eignet sich zur Therapie von zahlreichen Infektionen. Dabei ist das Arzneimittel grundsätzlich entsprechend der Fachinformation zu dosieren. In den meisten Fällen kommt Cefazolin entweder intravenös oder intramuskulär zum Einsatz. Das Hauptanwendungsgebiet des Medikaments stellen Infektionskrankheiten der Haut dar, die von empfindlichen Erregern verursacht werden.

Darüber hinaus eignet sich das Arzneimittel auch zur Behandlung von mittelschweren Infekten, die die Lungen, Gelenke, Knochen, das Blut, die ableitenden Harnwege oder auch die Herzklappen betreffen.

Somit kommt beispielsweise bei einer Bronchitis oder Lungenentzündung eine Verabreichung von Cefazolin in Betracht. Auch bei Infektionen in den Nierenbecken, dem Harnleiter und der Harnblase sowie der Prostata ist eine Anwendung des Arzneimittels möglich.

Außerdem kommt Cefazolin in einigen Fällen auch zur Prophylaxe zum Einsatz, wobei es insbesondere Infekten vorbeugen soll, die im Rahmen von chirurgischen Eingriffen entstehen. Dies ist zum Beispiel bei offenen Operationen am Herzen, an den Gelenken und Knochen der Fall. Cefazolin wird auch bei Infektionen der Gallenwege, der Weichteile oder bei Sepsis verabreicht.

Die Fachinformation fasst die Anwendungsgebiete als akute und chronische bakterielle Infektionen unterschiedlicher Lokalisation und Schwere zusammen, sofern die Erreger gegen Cefazolin empfindlich sind. Aufgezählt werden ohne Rangfolge Infektionen der Atemwege, Infektionen der Niere, der ableitenden Harnwege und der Geschlechtsorgane, Infektionen der Haut und der Weichteile, Infektionen der Gallenwege, Infektionen der Knochen und Gelenke, die Sepsis, die Endokarditis sowie die vorbeugende Gabe rund um Operationen mit erhöhtem Infektionsrisiko.

Die vorbeugende Anwendung bei Operationen nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Sie richtet sich nicht gegen einen nachgewiesenen Erreger, sondern soll einer Infektion zuvorkommen, die im Rahmen des Eingriffs entstehen könnte. Die Fachinformation führt sie als eigenes Anwendungsgebiet auf und knüpft sie an Operationen mit erhöhtem Infektionsrisiko. Bei den übrigen Anwendungsgebieten gilt dagegen, dass eine Behandlung nur dann sinnvoll ist, wenn empfindliche Erreger vorliegen oder mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind.

Zur Art der Anwendung gehen die Fachinformationen auseinander: Manche sehen ausschließlich die Gabe in die Vene als Injektion oder Infusion vor, andere lassen daneben die Injektion in den Muskel zu, behalten sie aber besonderen Einzelfällen nach gesonderter Nutzen-Risiko-Abwägung vor. Bei schweren und komplizierten Infektionen soll der Wirkstoff auch dort nur in die Vene gegeben werden; eine Infusion soll über einen längeren Zeitraum verabreicht werden.


Risiken & Nebenwirkungen

Im Rahmen der Therapie mit dem Arzneistoff Cefazolin sind eine Vielzahl von unerwünschten Nebenwirkungen und Beschwerden möglich, die je nach Einzelfall variieren. So wird nach der Gabe von Cefazolin zum Beispiel von Überempfindlichkeitsreaktionen sowie Beschwerden des Gastro-Intestinal-Trakts berichtet. Dazu zählen etwa Erbrechen, Durchfall und Übelkeit.

Insbesondere auf der Haut in der Nähe der Injektions- oder Infusionsstelle zeigen sich in einigen Fällen allergische Reaktionen in Form von Exanthemen, Pruritus oder Urtikaria. Außerdem klagen manche Patienten während der Therapie mit Cefazolin über Appetitverlust oder Schmerzen in der Bauchgegend.

Bei Überempfindlichkeitsreaktionen zeigen sich teilweise Fieber, Angioödeme oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock. Weitere mögliche Nebenwirkungen des Arzneimittels sind zum Beispiel eine hämolytische Anämie, Eosinophilie, Leukopenie, Neutropenie und Thrombozytopenie.

Cefazolin darf in keinem Fall zum Einsatz kommen, wenn bei dem betroffenen Patienten bereits eine Unverträglichkeit bzw. Überempfindlichkeit gegenüber dem Medikament bzw. anderweitigen Antibiotika aus der Gruppe der Beta-Lactame bekannt ist.

Darüber hinaus ist während der Stillzeit von einer Verabreichung des Medikaments abzusehen, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Auch Frühgeborene sowie Säuglinge im ersten Monat nach der Geburt sind nicht mit Cefazolin zu behandeln.

Zudem ist zu beachten, dass bei einer bestehenden Allergie gegen Penicillin in einigen Fällen eine Kreuzallergie vorkommt. Treten im Rahmen der Behandlung mit dem Wirkstoff Cefazolin Nebenwirkungen auf, ist umgehend ein Arzt zu konsultieren.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Fachinformation ordnet die unerwünschten Wirkungen nach Häufigkeitskategorien. Häufig, also bei bis zu einem von zehn Behandelten, treten Beschwerden des Magen-Darm-Trakts auf – Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitmangel, Blähungen und Bauchschmerzen – sowie allergische Hautreaktionen in Form von Exanthemen, Urtikaria und Juckreiz.

Gelegentlich kommen schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen wie ein angioneurotisches Ödem oder Arzneimittelfieber vor, außerdem umkehrbare Veränderungen des Blutbildes wie Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie und Eosinophilie, eine leichte vorübergehende Erhöhung der Leberenzyme sowie eine Entzündung der Vene an der Infusionsstelle.

Selten sind Störungen der Blutgerinnung mit Blutungsneigung sowie eine interstitielle Nierenentzündung und andere Nierenerkrankungen. Sehr selten treten ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock, eine umkehrbare Leberentzündung und eine Gelbsucht durch Gallenstauung auf. Ohne Häufigkeitsangabe führt die Fachinformation die pseudomembranöse Enterokolitis, die Agranulozytose und die hämolytische Anämie, neurologische Beschwerden wie Krampfanfälle – vor allem bei Überdosierung oder eingeschränkter Nierenfunktion –, das Kounis-Syndrom sowie Zweitinfektionen mit unempfindlichen Erregern oder Pilzen auf.

Warnhinweise

Von den Nebenwirkungen zu unterscheiden sind die Warnhinweise, also die Umstände, die eine besondere Vorsicht verlangen, ohne die Behandlung auszuschließen.

Der erste betrifft die Überempfindlichkeit. Cefazolin kann schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen. Eine Kreuzallergie zu anderen Beta-Lactam-Antibiotika, insbesondere zu den Penicillinen, ist möglich. Bei Patienten mit einer allergischen Veranlagung, etwa mit Asthma oder Heuschnupfen, ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Im Zusammenhang mit einer solchen allergischen Reaktion sind Fälle des Kounis-Syndroms berichtet worden. Dabei treten zusammen mit der allergischen Reaktion Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems bis hin zum Herzinfarkt auf.

Wie nahezu alle Antibiotika kann Cefazolin eine antibiotikaassoziierte und eine pseudomembranöse Kolitis auslösen, deren Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich reicht. Treten während oder nach der Behandlung schwere, anhaltende oder blutige Durchfälle auf, ist an diese Form der Darmentzündung zu denken; ein Abbruch der Behandlung und eine gezielte Therapie sind dann zu erwägen. Mittel, die die Darmbewegung hemmen, sind in diesem Fall ausdrücklich kontraindiziert.

Bei längerer oder wiederholter Anwendung kann es zu Zweitinfektionen mit Erregern kommen, die gegen Cefazolin unempfindlich sind, einschließlich Pilzen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Anpassung der Menge erforderlich, weil sich der Wirkstoff sonst anreichert.

Die praktisch wichtigste Abgrenzung betrifft die Meningitis: Weil Cefazolin nur unzureichend in das Nervenwasser übertritt, ist es zur Behandlung einer Hirnhautentzündung nicht geeignet. Das ist ein Unterschied zu Cephalosporinen späterer Generationen wie Cefotaxim oder Ceftazidim, für die die bakterielle Hirnhautentzündung zu den Anwendungsgebieten zählt.

Zwei weitere Hinweise betreffen den Alltag: Das Arzneimittel enthält Natrium, was bei einer natriumarmen Kost zu berücksichtigen ist. Und kommt es unter der Behandlung zu Erbrechen oder Durchfall, kann die Wirksamkeit oral eingenommener Verhütungsmittel beeinträchtigt sein.

Zur Stillzeit hält die Fachinformation fest, dass Cefazolin in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht und beim Säugling zu Durchfällen und einer Besiedelung mit Sprosspilzen führen kann; wird die Behandlung der Mutter für dringend notwendig erachtet, soll sie ihr Kind während der Behandlung nicht stillen. In der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Drittel, ist der Wirkstoff nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko zu geben, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen und Cefazolin die Plazenta passiert.

Kontraindikationen

Die Fachinformationen nennen im Kern drei Gegenanzeigen, die Aufzählung fällt aber je nach Präparat etwas länger aus. Die erste ist eine Überempfindlichkeit gegen Cefazolin, gegen andere Cephalosporine oder gegen einen der sonstigen Bestandteile. Die zweite betrifft frühere Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp oder schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Penicilline oder andere Beta-Lactam-Antibiotika. Die dritte sind Frühgeborene und Säuglinge im ersten Lebensmonat.

Diese drei Punkte schließen eine Anwendung aus. Von ihnen zu trennen sind die oben genannten Warnhinweise, die lediglich Vorsicht, eine Anpassung der Menge oder eine engmaschigere Überwachung verlangen. Die Unterscheidung ist praktisch bedeutsam: Eine leichte Unverträglichkeit gegen ein Penicillin in der Vorgeschichte ist etwas anderes als eine frühere schwere Reaktion vom Soforttyp.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Da Cefazolin nicht umgebaut, sondern unverändert über die Nieren ausgeschieden wird, betreffen die wichtigsten Wechselwirkungen den Weg der Ausscheidung und die Nierenfunktion selbst.

Probenecid hemmt die Ausscheidung über die Nieren. Dadurch steigen die Konzentration und die Verweildauer von Cefazolin im Blut.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit hoch dosiertem Heparin und mit oralen Gerinnungshemmern können Gerinnungsstörungen und in deren Folge Blutungen auftreten.

Es ist nicht auszuschließen, dass Cefazolin die nierenschädigende Wirkung von Aminoglykosiden und von rasch wirkenden entwässernden Mitteln wie Furosemid verstärkt. Bei gleichzeitiger Behandlung sollte deshalb die Nierenfunktion kontrolliert werden.

Eine vierte Wechselwirkung betrifft nicht die Wirkung, sondern die Diagnostik: In seltenen Fällen können der nicht-enzymatische Harnzuckernachweis und der Coombs-Test falsch positiv ausfallen. Ein falsch positiver Coombs-Test kann die Verträglichkeitsprüfung vor einer Bluttransfusion beeinträchtigen.

Alternative Behandlungsmethoden

Welche Substanz an die Stelle von Cefazolin tritt, hängt vom Erreger, vom Ort der Infektion und vom Grund des Wechsels ab.

Steht eine Unverträglichkeit im Vordergrund, ist zunächst zu klären, ob sie die ganze Gruppe betrifft. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine scheiden auch die übrigen Vertreter dieser Gruppe aus, und wegen der möglichen Kreuzallergie kommen Penicilline nur eingeschränkt in Betracht. In diesem Fall kommen Antibiotika anderer Stoffklassen in Betracht, etwa Makrolide oder Clindamycin.

Geht es dagegen um eine Wirkungslücke, ist die Richtung eine andere. Cefazolin gehört zur ersten Generation der Cephalosporine und erfasst vor allem grampositive Erreger. Wird ein breiteres Spektrum im gramnegativen Bereich benötigt, kommen Vertreter späterer Generationen wie Cefuroxim, Cefotaxim oder Ceftazidim in Frage. Bei einer Hirnhautentzündung scheidet Cefazolin von vornherein aus, weil es nicht ausreichend in das Nervenwasser gelangt.

Grundsätzlich gilt für einen Wechsel dasselbe wie für die Erstauswahl: Nach Möglichkeit sollte der Erreger bestimmt und seine Empfindlichkeit geprüft werden, bevor ein anderes Antibiotikum gewählt wird.


Quellen

  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Salzberger, B. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Infektionskrankheiten und Impfungen.
    ISBN: 9783437238178

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