Apomorphin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 10. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Ähnlichkeit des Apomorphin mit dem körpereigenen Botenstoff Dopamin macht es zu einem der wirksamsten Dopamin-Nachahmer, die der Medizin und Pharmazie heute zur Verfügung stehen. Früher vorrangig als Brechmittel eingesetzt, bedient Apomorphin heute einen erweiterten Wirkungskreis in unterschiedlichen Indikationsumfeldern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Apomorphin?

Apomorphin
Seinen häufigsten und wichtigsten Einsatz erhält der Wirkstoff bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit in der Spätphase, als Dauerinfusion oder subkutane Injektion.

Apomorphin gehört (namensgebend) zu den Aporphin-Alkaloiden. Das Morphinderivat wird durch Erhitzen von Morphin mit konzentrierter Salzsäure gewonnen. Seine Struktur ist der des menschlichen Dopamins stark verwandt. Die eher wasserresistenten Kristalle des Salzes Apomorphinhydrochlorid können in unterschiedlichen Farben auftreten, weiß, leicht gelblich-bräunlich oder grau-grün.

Unter Lichteinfluss verfärbt es sich grün. Obwohl es sich vom Morphin ableitet, wirkt das Morphinderivat selbst nicht opioid; es zählt zu den Dopamin-Agonisten. Der auslösende Effekt gleicht eher dem des körpereigenen Botenstoffes Dopamin. Das brechreizauslösende Apomorphin wurde früher vor allem bei Vergiftungen eingesetzt. Ab 2001 wirkte es in der Darreichungsform als Lutschtablette, die unter der Zunge auf die Mundschleimhaut einwirkte, bei der Behandlung der männlichen erektilen Dysfunktion mit. Diese Darreichungsform ist in Europa nicht mehr erhältlich, da die Zulassung 2006 auslief und nicht verlängert wurde.

Apomorphin wurde gelegentlich als begleitende Maßnahme im Drogenentzug verwendet. Seinen häufigsten und wichtigsten Einsatz erhält der Wirkstoff bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit in der Spätphase, als Dauerinfusion oder subkutane Injektion. Auch in der Homöopathie findet Apomorphin Verwendung. Für eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Zubereitungen liegen wissenschaftliche Belege allerdings nicht vor.

Pharmakologische Wirkung

Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wird Apomorphin heute nicht mehr eingesetzt; die folgende Beschreibung betrifft das frühere Präparat zur Anwendung unter der Zunge. Die proerektile Wirkung von Apomorphin ist im Gegensatz zu Libido-stärkenden Präparaten eher zentral mechanisch. Über die Dopamin-Anbindung im Hypothalamus erzielt der Wirkstoff über mehrere neuronale Stufen eine Entspannung der Muskulatur im Penis-Schwellkörper. Die verbesserte Blutzufuhr fördert die Erektionsfähigkeit.

Da der Wirkstoff sehr gut von den Zellen aufgenommen wird, ist die Gabe als Tablette unter der Zunge am erfolgreichsten. Hier zeigt sie durch die rasche Absorption in der Schleimhaut innerhalb von 20 Minuten den gewünschten Erfolg. Apomorphin lässt den Sexualtrieb unverändert.

Apomorphin ist besonders geeignet zur Behandlung von Parkinson-Kranken in der Spätphase. Zugelassen ist es zur Behandlung der motorischen Schwankungen (des „ON-OFF“-Phänomens), die sich mit Tabletten nicht mehr ausreichend auffangen lassen. Die Symptome dieser Krankheit sind auf einen Dopaminmangel zurückzuführen. Ursächlich dafür ist der Verlust bzw. die Zerstörung von Dopamin erzeugenden Nervenzellen im zentralen Nervensystem. Der normale Bewegungsablauf wird empfindlich gestört, Tremor (Zittern), Akinese (Bewegungsstörung) und Rigor (starke Muskelanspannung, Muskelstarre) sind die Folgen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Apomorphin ist durch seine Eigenschaft als Dopaminrezeptor-Agonist gut dazu geeignet, begleitend zu der Gabe von Levodopa die motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit zu reduzieren. Seine Wirkung liegt im Gehirn, wo es die Wirkweise des körpereigenen Botenstoffes nachahmt. Aufgrund der starken Nebenwirkungen wird es allerdings nicht als vorrangiges Mittel betrachtet.

Auch die brechreizauslösende Wirkung setzt genau hier ein, wenn bestimmte Dopamin-Rezeptoren im zentralen Nervensystem stimuliert werden. Um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen, wird mindestens zwei Tage vor Behandlungsbeginn der Wirkstoff Domperidon gegeben. Dessen Dosis wird dabei auf die niedrigste wirksame Menge eingestellt und so früh wie möglich wieder abgesetzt. Ist der Patient einmal auf Apomorphin eingestellt, lässt sich Domperidon bei manchen Patienten schrittweise verringern; ganz darauf verzichten können allerdings nur wenige, ohne dass es zu Erbrechen oder zu einem Blutdruckabfall kommt.

Als Brechmittel wurde Apomorphin mittlerweile durch weit verträglichere Mittel ersetzt, da vor allem bei Kindern die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Störung oder Atemlähmung gegeben ist. Bei Vergiftungen wird nach heutigem Kenntnisstand ohnehin kein Erbrechen mehr ausgelöst; an dessen Stelle ist in der Regel die Gabe von medizinischer Kohle getreten.


Verabreichung & Dosierung

Bei der Verabreichung und Dosierung von Apomorphin, das häufig zur Behandlung von motorischen Störungen bei Parkinson-Patienten eingesetzt wird, sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten. Apomorphin wird subkutan injiziert, da es bei oraler Einnahme aufgrund eines ausgeprägten First-Pass-Effekts in der Leber nicht ausreichend wirksam ist. Die Dosierung muss individuell angepasst werden, je nach Schweregrad der Symptome und der Reaktion des Patienten auf das Medikament.

Eine häufige Startdosis liegt zwischen 1 mg und 3 mg, die langsam titriert wird, um die optimale Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren. Zu Beginn der Behandlung wird oft eine Testdosis unter ärztlicher Aufsicht verabreicht, um das Risiko von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Blutdruckabfall zu reduzieren. Um Übelkeit vorzubeugen, wird häufig eine Vorbehandlung mit einem Antiemetikum wie Domperidon empfohlen.

Wichtig ist, dass Apomorphin in der richtigen Dosierung verabreicht wird, da Überdosierungen zu starken Nebenwirkungen wie starker Übelkeit, Schläfrigkeit, Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen führen können. Zudem sollte der Patient auf Anzeichen von Anämie oder Blutgerinnungsstörungen überwacht werden, da Apomorphin selten hämatologische Nebenwirkungen verursachen kann. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher erforderlich.

Für eine Behandlung kommen Patienten in Betracht, die das Einsetzen der Off-Symptomatik selbst erkennen und sich das Mittel entweder selbst spritzen können oder über eine verantwortliche Pflegeperson verfügen, die das bei Bedarf übernimmt. Die Einstellung auf Apomorphin erfolgt nach der Fachinformation unter den kontrollierten Bedingungen einer Spezialklinik und unter der Aufsicht eines in der Behandlung der Parkinson-Krankheit erfahrenen Arztes, in der Regel eines Neurologen. Zuvor wird die bestehende Behandlung mit Levodopa und gegebenenfalls weiteren Dopamin-Agonisten optimiert. Die passende Menge wird für jeden Patienten schrittweise ermittelt, indem während einer Off-Phase gespritzt und anschließend die Beweglichkeit beobachtet wird. In die Vene darf Apomorphin nicht gegeben werden, und eine grün verfärbte Lösung wird verworfen.

Neben den einzelnen Injektionen bei Bedarf gibt es eine zweite Anwendungsform, die im Alltag vieler Betroffener eine größere Rolle spielt: die Dauerinfusion unter die Haut. Sie kommt für Patienten in Betracht, die auf die Einzelgabe zwar gut ansprechen, damit aber insgesamt keine zufriedenstellende Kontrolle der Beschwerden erreichen oder sehr viele Einzelinjektionen am Tag benötigen würden. Der Wirkstoff wird dafür als bereits verdünnte Infusionslösung angeboten und über eine kleine tragbare Pumpe – eine Mini- oder eine Spritzenpumpe – gleichmäßig abgegeben. Welche Pumpe verwendet wird und wie sie eingestellt ist, legt der Arzt nach den Bedürfnissen des Patienten fest.

Die Infusion läuft dabei nur, solange der Patient wach ist. Von einer durchgehenden Anwendung über den ganzen Tag und die ganze Nacht rät die Fachinformation ab, sofern die Beschwerden nicht auch nachts schwer sind. Der Grund ist die Gewöhnung: Solange nachts eine behandlungsfreie Zeit eingehalten wird, bleibt eine Toleranzentwicklung gegenüber der Therapie offenbar aus. Die Infusionsstelle wird regelmäßig gewechselt. Zusätzlich zur laufenden Infusion sind bei Bedarf und nach ärztlicher Anweisung weiterhin einzelne Gaben möglich, und eine Verringerung der Dosierung anderer Dopamin-Agonisten kann unter der Dauerinfusion erwogen werden. In klinischen Studien war es zudem in der Regel möglich, die Levodopa-Dosis etwas zu senken; wie deutlich, fällt von Patient zu Patient sehr unterschiedlich aus und wird ärztlich überwacht.

Risiken & Nebenwirkungen

Die auftretenden Nebenwirkungen können von der Darreichungsform (Spritze, Tablette, Infusion) und der Häufigkeit der Einnahme abhängen. Die gängige Kombination von Apomorphin mit Levodopa macht die Verursacher der tatsächlich aufgetretenen Arzneimittel-Nebenwirkungen schwer identifizierbar.

Häufig traten neben der gesteigerten Neigung zu Brechreiz und Übelkeit auch Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen aus liegender Position), unkontrollierbare, unwillkürliche Bewegungen, Verwirrung oder Schläfrigkeit, Halluzinationen, Verdauungs- und Atemstörungen auf. Infektionen, Mundgeschwüre, Störungen der Geschmacksfähigkeit kommen vor, ebenso Entzündungen der Nasen- oder Rachenschleimhaut.

Seltener treten die vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen und Psychosen auf. Zwanghafte Verhaltensauffälligkeiten können eine Behandlungsänderung nötig machen. Wechselwirkungen bestehen zu Clozapin (Mittel bei der Behandlung von seelisch-nervlichen Symptomen) und zu gleichzeitig eingenommenen Neuroleptika. Apomorphin kann die Wirkung von Blutdrucksenkern und Alkohol erhöhen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Impulskontrollstörungen. Sie können bei Patienten auftreten, die mit Dopamin-Agonisten einschließlich Apomorphin behandelt werden, und äußern sich als Spielsucht, gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen sowie als Essattacken oder zwanghaftes Essen. Die Fachinformation führt sie unter „Nicht bekannt“ auf, weil sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen lässt; sie sieht stattdessen eine regelmäßige Überwachung darauf vor. Patienten und Pflegende werden vorab darauf hingewiesen, und die Behandlung wird überprüft, wenn solche Verhaltensweisen auftreten. Davon zu unterscheiden ist das Dopamin-Dysregulations-Syndrom, eine Suchterkrankung, die bei einigen Behandelten zu einer übermäßigen Anwendung des Präparats führt.

Apomorphin wurde außerdem mit Schläfrigkeit und mit plötzlichem Einschlafen in Verbindung gebracht. Patienten, bei denen das bereits vorgekommen ist, dürfen nach der Fachinformation kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; daneben kommen eine Verringerung der Dosierung oder ein Abbruch der Behandlung in Betracht.

An der Einstichstelle kommt es bei den meisten Patienten zu Reaktionen, insbesondere unter der Dauerinfusion. Dazu zählen Knötchen unter der Haut, Verhärtungen, Rötungen, Druckschmerz und Entzündungen des Unterhautfettgewebes; auch Reizung, Juckreiz, Blutergüsse und Schmerzen kommen vor. Gelegentlich wurde über Gewebeuntergang und Geschwüre an der Einstichstelle berichtet. Ein Wechsel der Einstichstellen kann solche örtlichen Nebenwirkungen mindern.

Ganz abgeraten wird Schwangeren und stillenden Frauen von der Einnahme, ebenso Kindern und Jugendlichen, Menschen mit einer Schwäche der Leberfunktion, mit einer bereits bestehenden Neigung zu Übelkeit, mit Hypotonie, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen. Älteren und geschwächten Menschen sollte Apomorphin nur nach sorgfältiger Nutzen-/Risikobewertung verordnet werden.

Kontraindikationen

Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Apomorphin betreffen mehrere gesundheitliche Zustände, bei denen die Anwendung des Medikaments Risiken birgt. Eine der Hauptkontraindikationen ist eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Apomorphin oder Sulfit-haltige Präparate, da dies zu schweren allergischen Reaktionen führen kann. Die Fachinformation nennt daneben Atemdepression, Demenz und Psychosen als Gegenanzeigen sowie ein Lebensalter unter 18 Jahren. Bevor eine Behandlung mit Domperidon und Apomorphin eingeleitet wird, werden zudem die Risikofaktoren für eine Verlängerung der QT-Zeit im Einzelfall bewertet, damit der Nutzen das Risiko überwiegt. Das Präparat enthält außerdem Natriummetabisulfit, das in seltenen Fällen schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und eine Verkrampfung der Bronchien auslösen kann.

Patienten mit Lebererkrankungen, die die Leberfunktion beeinträchtigen, dürfen Apomorphin nicht verwenden, da das Medikament hauptsächlich über dieses Organ abgebaut wird und eine beeinträchtigte Funktion das Risiko für toxische Wirkungen erhöht. Bei eingeschränkter Nierenfunktion nennt die Fachinformation dagegen keine Gegenanzeige, sondern lediglich eine vorsichtige Anwendung. Ebenso wird Apomorphin bei Menschen mit schweren kardiovaskulären Problemen, wie etwa Herzinsuffizienz oder instabiler Angina pectoris, nicht empfohlen, da es den Blutdruck stark senken und Herzrhythmusstörungen verursachen kann.

Auch Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen, insbesondere solchen mit schweren psychotischen Symptomen, sollten Apomorphin nicht erhalten, da es das Risiko von Halluzinationen und Wahnvorstellungen erhöhen kann. Kontraindiziert ist zudem die gleichzeitige Anwendung von Ondansetron, da diese Kombination zu schwerem Blutdruckabfall und zu Bewusstlosigkeit führen kann; entsprechende Wirkungen sind auch bei anderen Antiemetika aus der Gruppe der 5-HT3-Antagonisten möglich.

Schließlich sollte Apomorphin bei Patienten, die an einer orthostatischen Hypotonie leiden, vermieden werden, da es den Blutdruck weiter senken und zu Schwindel oder Ohnmacht führen kann.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Bei der Verwendung von Apomorphin bestehen verschiedene potenzielle Interaktionen mit anderen Medikamenten, die beachtet werden müssen. Eine wichtige Interaktion tritt mit Dopamin-Antagonisten auf, wie zum Beispiel Antipsychotika (Neuroleptika), die häufig bei psychiatrischen Erkrankungen verwendet werden. Diese Medikamente können die Wirkung von Apomorphin abschwächen, da sie die dopaminergen Rezeptoren blockieren, auf die Apomorphin abzielt.

Antiemetika aus der Gruppe der 5-HT3-Antagonisten, insbesondere Ondansetron, dürfen nicht gleichzeitig mit Apomorphin angewendet werden, da diese Kombination zu schwerem Blutdruckabfall und zu Bewusstlosigkeit führen kann. Stattdessen wird häufig Domperidon zur Vorbeugung von Übelkeit empfohlen, da es diese Interaktion nicht aufweist.

Darüber hinaus können Medikamente, die den Blutdruck beeinflussen, wie blutdrucksenkende Mittel (z. B. Beta-Blocker oder ACE-Hemmer), in Kombination mit Apomorphin zu verstärkter Hypotonie führen. Besonders bei Patienten mit orthostatischer Hypotonie ist Vorsicht geboten, da die Kombination das Risiko von Schwindel und Ohnmacht erhöhen kann.

Apomorphin sollte auch mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die Medikamente einnehmen, die die QT-Zeit verlängern, wie bestimmte Antibiotika, Antidepressiva oder Antiarrhythmika, da dies das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen kann. Regelmäßige Überwachung und eine sorgfältige Abstimmung der Therapie sind daher wichtig.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Apomorphin nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, insbesondere für Patienten mit Parkinson-Krankheit, die motorische Fluktuationen haben. Eine wichtige Alternative sind Levodopa-Präparate, oft kombiniert mit Decarboxylase-Hemmern wie Carbidopa oder Benserazid, die die Verfügbarkeit von Dopamin im Gehirn erhöhen und motorische Symptome wirksam kontrollieren.

Ein weiterer Ansatz sind Dopaminagonisten wie Pramipexol, Ropinirol oder Rotigotin (als transdermales Pflaster). Diese Wirkstoffe wirken direkt auf Dopaminrezeptoren und können die motorischen Funktionen verbessern, ohne die Schwankungen von Levodopa zu verursachen. Sie bieten eine weniger invasive Alternative zu Apomorphin.

Monoaminooxidase-B-Hemmer (MAO-B-Hemmer) wie Rasagilin oder Selegilin sind ebenfalls eine Option. Sie verlangsamen den Abbau von Dopamin im Gehirn und verlängern die Wirkdauer von Levodopa, was insbesondere in frühen Stadien der Parkinson-Krankheit hilfreich ist.

Eine weitere Alternative ist die Tiefe Hirnstimulation (THS), ein chirurgischer Eingriff, bei dem Elektroden im Gehirn implantiert werden, um die motorischen Symptome zu lindern. Diese Methode wird bei Patienten angewendet, bei denen medikamentöse Therapien nicht mehr ausreichend wirken oder starke Nebenwirkungen verursachen.

Zusätzlich können Amantadin oder COMT-Hemmer wie Entacapon verwendet werden, um die Wirkdauer von Levodopa zu verlängern und „Off“-Phasen zu reduzieren.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Menzel, S., Gudermann, T., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804736634
  • Diener, H.-C., Gerloff, C., Dieterich, M., et al. (Hrsg.): Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen.
    ISBN: 9783170399662
  • Diener, H.-C., Fink, G. R. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Neurologie.
    ISBN: 9783437210044
  • Masuhr, K. F., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie.
    ISBN: 9783132410961

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