Ondansetron

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Ondansetron handelt es sich um ein bedeutendes Antiemetikum, das der Wirkstoffklasse der Setrone zugerechnet wird. Ondansetron erreicht seine Effekte, indem es eine Inhibition der 5HT3-Rezeptoren bewirkt. Aufgrund dieser Wirkweise gilt Ondansetron auch als Serotoninrezeptor-Antagonist. Der Wirkstoff kam unter dem Handelsnamen Zofran® auf den Markt und ist heute überwiegend als Generikum unter seinem Wirkstoffnamen erhältlich. Eingesetzt wird er zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und Brechreizen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ondansetron?

Ondansetron
Das Hauptanwendungsgebiet von Ondansetron ist die Krebstherapie. Hier kommt es zum Einsatz, um die Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie zu bekämpfen.
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Ondansetron ist ein Wirkstoff, der in der Humanmedizin zur Therapie von Übelkeit, starkem Brechreiz und Erbrechen eingesetzt wird. Er gilt deshalb als Antiemetikum. Seine Wirksamkeit beruht auf seiner Aktivität im Gehirn. Dort bewirkt Ondansetron eine Hemmung der sogenannten 5HT3-Rezeptoren, was unmittelbar Einfluss auf die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn hat. Eine Wirkweise, die auch bei bestimmten Psychopharmaka angewandt wird.

In der Chemie wird Ondansetron auch als (RS)-9-Methyl-3-(2-methylimidazol-1-ylmethyl)-1,2,3,9-tetrahydrocarbazol-4-on bezeichnet, was einer chemischen Summenformel von C 18 – H 19 – N 3 – O entspricht. Die molare Masse des Arzneimittels beträgt in etwa 293,37 g/mol. Ondansetron unterliegt der Verschreibungs- und Apothekenpflicht. Die Arznei wird üblicherweise in Form von Filmtabletten oral eingenommen. In akuten Fällen kann auch eine intravenöse Darreichungsform angezeigt sein.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Nach der Einnahme von Ondansetron kommt es beim Patienten zu einer spürbaren Reduktion des Brechreizes. Diese hemmende Wirkung ist auf eine Inhibition des Botenstoffs Serotonin zurückzuführen. Serotonin steuert neben dem Hungergefühl auch die Aktivität des Magen-Darm-Trakts und stellt darüber hinaus einen bedeutenden Faktor zur Beeinflussung des menschlichen Gemüts dar. Ist der Botenstoff in zu hoher Konzentration im menschlichen Körper enthalten, kommt es zu einer Aktivierung des viszeralen afferenten Vagus und des Brechzentrums des zentralen Nervensystems (auch ZNS). Ondansetron dockt sich an die 5HT3-Rezeptoren des Gehirns an, an die sich üblicherweise auch Serotonin anbindet. Da die entsprechenden Rezeptoren für den Botenstoff nicht mehr verfügbar sind, kommt es zu einer Hemmung. Hierdurch wird der bestehende Brechreiz vermindert.

Da verschiedene Zytostatika und diverse Strahlentherapien zu einer massiven Erhöhung des Serotoningehalts führen, was Brechreize verursachen kann, wird Ondansetron vorwiegend Krebspatienten verabreicht. Zur Behandlung von nicht durch Serotonin ausgelösten Brechreizen ist Ondansetron hingegen weniger geeignet, weswegen eine Reisekrankheit durch andere Präparate zu therapieren ist.

Im Gegensatz zu weiteren Antiemetika entfaltet Ondansetron keine Wirkungen an den Histamin-, Muskarin- oder Dopaminrezeptoren, weswegen der Arzneistoff nicht zu den Psychopharmaka zählt und keinen nennenswerten Anwendungsbereich zur Behandlung psychischer Erkrankungen aufweist.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Ondansetron wird üblicherweise in Form von Filmtabletten zur oralen Einnahme verabreicht. Bei akuten Fällen ist auch die Gabe einer Infusionslösung oder die Verabreichung mittels Spritze denkbar.

Das Hauptanwendungsgebiet von Ondansetron ist die Krebstherapie. Hier kommt es zum Einsatz, um die Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie zu bekämpfen. Beide bewirken eine pathogene Erhöhung des Serotoningehalts, was zu starken Brechreizen führen kann. Ondansetron steuert dem entgegen.

Aufgrund der spezifischen Wirkweise, die auf eine Inhibition von Serotonin aufbaut, ist eine Indikation nicht zur Therapie von Reisekrankheiten gegeben.


Verabreichung & Dosierung

Bei der Verabreichung und Dosierung von Ondansetron, einem Serotonin-5HT3-Rezeptor-Antagonisten, der zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Die Dosierung hängt vom Anwendungsgebiet ab, wie z.B. Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder nach operativen Eingriffen.

Für Erwachsene bei moderater Emesis-induzierender Chemotherapie beträgt die empfohlene orale Dosis 8 mg vor der Behandlung, gefolgt von weiteren 8 mg alle 12 Stunden. Bei stark emetogener Chemotherapie sehen die Fachinformationen als intravenöse Einzelgabe zunächst 8 mg vor. Eine höhere Einzeldosis bis zur Obergrenze von 16 mg darf nicht gespritzt, sondern nur verdünnt und als Infusion über mehrere Minuten gegeben werden; anschließend wird oral weiterbehandelt. Bei Strahlentherapie liegt die Dosierung häufig bei 8 mg alle 12 Stunden, abhängig von der Intensität der Strahlentherapie.

Für postoperative Übelkeit wird Ondansetron in der Regel intravenös verabreicht, oft in einer Einzeldosis von 4 mg unmittelbar vor der Anästhesieeinleitung oder bei Symptombeginn. Die orale Form kann auch zur Prävention angewendet werden.

Bei Kindern wird die Dosierung nach Körpergewicht angepasst. In der Regel beträgt sie 0,15 mg/kg intravenös für die meisten Anwendungsgebiete, wobei die Maximaldosis berücksichtigt werden muss.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen geboten, da die Clearance von Ondansetron verringert sein kann. Hier sollte die maximale Tagesdosis auf 8 mg beschränkt werden. Außerdem sollte das Risiko einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG beachtet werden, insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden Herzrhythmusstörungen oder Elektrolytstörungen. Weil dieses Risiko mit der Dosis steigt, gilt für die Anwendung in die Vene eine feste Obergrenze: Höhere Einzeldosen als 16 mg dürfen intravenös nicht mehr gegeben werden. Die Beschränkung betrifft also eine bestimmte Applikationsart und eine bestimmte Einzeldosis, nicht die Anwendung von Ondansetron überhaupt.

Risiken & Nebenwirkungen

Ondansetron kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Die Einnahme hat gänzlich zu unterbleiben, wenn eine medizinische Gegenanzeige besteht. Das ist immer dann der Fall, wenn konkrete Umstände vorliegen, welche die Anwendung aus ärztlicher Sicht verbieten (Kontraindikation). So darf Ondansetron nicht eingenommen werden, wenn eine Unverträglichkeit oder Überempfindlichkeit (Allergie) bekannt ist. Bei einem angeborenen Long-QT-Syndrom ist Ondansetron dagegen nicht ausdrücklich verboten, sondern zu meiden; bei Herzrhythmusstörungen mit bereits verlängerter QT-Zeit, bei einer Herzmuskelschwäche, bei Störungen des Elektrolythaushalts und bei verlangsamtem Herzschlag ist es mit Vorsicht anzuwenden. Im ersten Drittel einer Schwangerschaft soll Ondansetron nicht angewendet werden, weil eine große Beobachtungsstudie dabei ein erhöhtes Risiko für Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten beim Kind gefunden hat; Frauen im gebärfähigen Alter sollen eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen. Wer Ondansetron erhält, soll in der Stillzeit nicht stillen.

Zudem ist auf potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen zu achten. So darf Ondansetron nicht gleichzeitig mit Apomorphin, einem Medikament zur Therapie des Parkinson-Syndroms, eingenommen werden. Die beiden Wirkstoffe führen zu wechselseitig bedingten Veränderungen der Wirksamkeit, was zu unüberschaubaren Risiken führen kann. Berichtet wurden dabei ein starker Abfall des Blutdrucks und ein Verlust des Bewusstseins (Ohnmacht).

Darüber hinaus ist bekannt, dass Ondansetron zu Wechselwirkungen mit den Arzneistoffen Phenytoin, Carbamazepin und Rifampicin führt. Diese drei Wirkstoffe beschleunigen den Abbau von Ondansetron in der Leber, sodass dessen Blutspiegel und damit seine Wirkung nachlassen können. Verboten ist die gleichzeitige Einnahme aber nicht. Ferner führt Ondansetron zu einer verminderten Wirksamkeit des Schmerzmittels Tramadol, sodass ggf. auf andere schmerzlindernde Präparate zurückgegriffen werden muss.

Zu den unerwünschten Wirkungen selbst liegen aus klinischen Prüfungen und aus der Beobachtung nach der Zulassung belastbare Häufigkeiten vor. Sehr häufig, also bei mindestens einem von zehn Behandelten, treten Kopfschmerzen auf. Häufig sind ein Wärmegefühl mit Hitzewallungen und einer Rötung der Haut sowie Verstopfung. Gelegentlich kommen Schluckauf, ein Abfall des Blutdrucks, Störungen des Herzrhythmus, Brustschmerzen, ein verlangsamter Herzschlag, Krampfanfälle und Bewegungsstörungen vor, dazu ein beschwerdefreier Anstieg der Leberwerte, der vor allem bei einer Chemotherapie mit Cisplatin beobachtet wurde. Selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zur Anaphylaxie, vorübergehende Sehstörungen wie ein Schleiersehen und eine Verlängerung der QTc-Zeit. Sehr selten wurde eine vorübergehende Blindheit beschrieben, vorwiegend nach der Gabe in die Vene; in der Mehrzahl der berichteten Fälle bildete sie sich innerhalb von 20 Minuten wieder zurück. Bei Kindern und Jugendlichen glich das Bild der Nebenwirkungen dem bei Erwachsenen.

Kontraindikationen

Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Ondansetron betreffen vor allem Patienten, bei denen das Medikament potenziell schwere Nebenwirkungen auslösen kann. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist eine bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Ondansetron selbst oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des jeweiligen Präparats. Eine früher aufgetretene Überempfindlichkeit gegen einen anderen 5HT3-Rezeptor-Antagonisten ist dagegen kein ausdrückliches Verbot, sondern ein Warnhinweis, der zur Vorsicht mahnt. Allergische Reaktionen können schwerwiegend sein und von Hautausschlag bis hin zu Anaphylaxie reichen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Risiko einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, die zu schweren Herzrhythmusstörungen, einschließlich Torsade de Pointes, führen kann. Bei Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom ist Ondansetron zu meiden; bei bestehender QT-Verlängerung und anderen Herzrhythmusstörungen ist es nur mit Vorsicht anzuwenden. Auch bei Patienten, die gleichzeitig andere Medikamente einnehmen, die das QT-Intervall verlängern, sollte Ondansetron vermieden oder mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden.

Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen sollten Ondansetron ebenfalls nur mit Vorsicht verwenden, da die Verstoffwechselung des Medikaments beeinträchtigt sein kann, was zu erhöhten Plasmaspiegeln führen könnte. In solchen Fällen wird empfohlen, die tägliche Maximaldosis auf 8 mg zu begrenzen.

Auch bei Patienten mit Magen-Darm-Obstruktionen oder schwerer Verstopfung sollte Ondansetron mit Vorsicht angewendet werden, da das Medikament die Darmmotilität verringern kann und das Risiko eines paralytischen Ileus erhöhen könnte.

Zwei weitere Gegenanzeigen nennen die Fachinformationen ausdrücklich. Die erste ist die gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin, die dort nicht als bloße Wechselwirkung, sondern als Verbot geführt wird. Die zweite hängt von der Darreichungsform ab: Die höher dosierten Filmtabletten dürfen bei Kindern nicht angewendet werden, und auch die niedriger dosierten sind für sehr kleine Kinder unterhalb einer bestimmten Körperoberfläche und eines bestimmten Körpergewichts ausgeschlossen, weil für diese Gruppe geeignetere Zubereitungen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung stehen.

Unabhängig davon wurden unter Ondansetron Fälle einer Mangeldurchblutung des Herzmuskels berichtet, bei einigen Patienten unmittelbar nach der Gabe in die Vene. Die Behandelten werden deshalb auf die entsprechenden Anzeichen hingewiesen, etwa auf Schmerzen oder ein Engegefühl in der Brust. Ein Mangel an Kalium oder Magnesium im Blut wird vor der Anwendung ausgeglichen, weil er eine Verlängerung der QT-Zeit begünstigt.

Überempfindlichkeitsreaktionen wurden auch bei Patienten beobachtet, die schon zuvor auf andere Blocker der 5HT3-Rezeptoren überempfindlich reagiert hatten. Eine Überempfindlichkeit gegen ein Setron spricht damit auch gegen die übrigen Vertreter dieser Wirkstoffgruppe. Treten Atembeschwerden auf, werden sie behandelt und aufmerksam beobachtet, denn sie können die ersten Zeichen einer solchen Reaktion sein. Eine weitere Besonderheit betrifft Operationen an den Rachenmandeln: Wird Ondansetron dort vorbeugend gegen Übelkeit und Erbrechen gegeben, kann es eine verborgene Nachblutung verdecken, weshalb die Operierten sorgfältig überwacht werden. Erhalten Kinder und Jugendliche Ondansetron zusammen mit Zellgiften, die die Leber belasten, wird die Leberfunktion engmaschig kontrolliert. Umgekehrt gibt es keinen Hinweis darauf, dass Ondansetron selbst den Abbau anderer, üblicherweise gleichzeitig gegebener Arzneimittel beschleunigt oder bremst: Untersuchungen mit Alkohol, mit Beruhigungs- und Narkosemitteln sowie mit entwässernden Mitteln ergaben keine bedeutsamen gegenseitigen Beeinflussungen. Erfahrungen mit einer Überdosierung liegen nur in geringem Umfang vor; beschrieben wurden dabei Sehstörungen, eine ausgeprägte Verstopfung, ein niedriger Blutdruck und eine vorübergehende Störung der Erregungsleitung im Herzen.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Bei der Verwendung von Ondansetron bestehen verschiedene potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die sowohl die Wirksamkeit des Medikaments als auch das Risiko von Nebenwirkungen beeinflussen können. Eine der wichtigsten Interaktionen betrifft Medikamente, die das QT-Intervall im EKG verlängern, wie Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron), bestimmte Antibiotika (z. B. Erythromycin), Antidepressiva (z. B. Citalopram) und einige Antipsychotika. Die gleichzeitige Anwendung dieser Substanzen mit Ondansetron kann das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen wie Torsade de Pointes erhöhen.

Ondansetron wird in der Leber von mehreren Enzymen der Cytochrom-P450-Familie abgebaut, nämlich von CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2. Gerade diese Vielfalt entschärft einen Teil der möglichen Wechselwirkungen: Wird eines dieser Enzyme gehemmt oder arbeitet es angeboren schwächer, wie es bei einem Mangel an CYP2D6 vorkommt, übernehmen in aller Regel die übrigen. Der Abbau von Ondansetron und der Bedarf an Wirkstoff ändern sich dadurch nicht in bedeutsamem Ausmaß. Andererseits können CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin die Wirksamkeit von Ondansetron vermindern, indem sie dessen Abbau beschleunigen.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Serotonin-Agonisten oder Serotonin-wirksamen Medikamenten, wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRIs), besteht das Risiko eines Serotonin-Syndroms, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung, die durch überschüssiges Serotonin im Gehirn verursacht wird.

Zusätzlich können Medikamente, die die Darmmotilität beeinflussen, wie z. B. Opioide oder Anticholinergika, die Nebenwirkungen von Ondansetron auf den Magen-Darm-Trakt verstärken, da Ondansetron selbst die Darmbewegungen verlangsamen kann.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Ondansetron nicht vertragen wird, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, um Übelkeit und Erbrechen zu behandeln. Eine häufige Alternative sind andere Serotonin-5HT3-Rezeptor-Antagonisten wie Granisetron oder Palonosetron, die ähnliche Wirkungsmechanismen wie Ondansetron aufweisen, aber möglicherweise besser vertragen werden. Palonosetron hat eine längere Wirkdauer und ist daher besonders bei Chemotherapie-bedingter Übelkeit eine gute Alternative.

Ein weiteres häufig eingesetztes Medikament ist Metoclopramid, das als Dopamin-Antagonist wirkt und ebenfalls Übelkeit und Erbrechen hemmt. Es ist besonders wirksam bei Übelkeit, die durch Migräne oder gastrointestinale Störungen verursacht wird. Metoclopramid hat jedoch eigene Nebenwirkungen, insbesondere bei längerer Anwendung, wie das Risiko für extrapyramidale Symptome (Bewegungsstörungen). Genau deswegen ist sein Einsatz seit 2014 behördlich eingeschränkt: Die höher konzentrierten flüssigen Zubereitungen und die höher dosierten Zäpfchen verloren ihre Zulassung, und die Anwendungsdauer ist heute eng begrenzt.

Dimenhydrinat und Promethazin, die zur Gruppe der Antihistaminika gehören, sind ebenfalls wirksame Alternativen, insbesondere bei reisekrankheitsbedingter Übelkeit oder postoperativem Erbrechen. Sie wirken beruhigend und blockieren Histaminrezeptoren im Brechzentrum des Gehirns.

Bei postoperativer Übelkeit oder Übelkeit infolge von Chemotherapie kann auch der Wirkstoff Aprepitant, ein Neurokinin-1 (NK1)-Rezeptorantagonist, eingesetzt werden. Er wird oft in Kombination mit anderen Antiemetika verwendet und zeigt gute Wirksamkeit bei der Prävention von verzögertem Erbrechen.

Nicht-medikamentöse Ansätze wie Akupressur oder Akupunktur sowie Verhaltens- oder Ernährungstherapien können ebenfalls zur Reduktion von Übelkeit beitragen, insbesondere bei Patienten, die auf medikamentöse Therapien empfindlich reagieren.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
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  • Layer, P., Rosien, U. (Hrsg.): Praktische Gastroenterologie.
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  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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