Bendamustin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 10. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bendamustin ist ein hochwirksames Chemotherapeutikum, das verglichen mit konventionellen Therapien (CHOP-Regime) bessere Behandlungsergebnisse bei bestimmten Krebs-Arten erzielt. Dabei ist es zugleich mit wesentlich weniger Nebenwirkungen verbunden als diese. Die meisten Betroffenen bewerten insbesondere den vergleichsweise selten auftretenden Haarausfall als positiv.
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Was ist Bendamustin
Bendamustin (Summenformel: C16H21Cl2N3O2) liegt als Bendamustinhydrochlorid in Krebs-Medikamenten vor. Es gehört chemisch zur Gruppe der bifunktionellen Alkylanzien und zur Untergruppe der Stickstoff-Lost-Derivate. Verglichen mit diesen verursacht es jedoch weit weniger Nebenwirkungen.
Bendamustin ist ein Zytostatikum, das Tumorzellen mittels Alkylierung deaktiviert. Es hemmt das Tumor-Wachstum sowohl bei hämatologischen als auch bei bestimmten soliden Tumoren. Bendamustin wird entweder als Mono-Präparat oder zusammen mit dem monoklonalen Antikörper Rituximab eingesetzt.
Der Wirkstoff wurde in den 1960-er Jahren in der DDR entwickelt und 1963 erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Mediziner nannten ihn IMET3393. Als Medikament erhältlich war er Ende der 1960-er Jahre (Handelsname: Cytostasan®). In der Bundesrepublik wurde es 1993 zugelassen.
Das innerhalb weniger Minuten wirksame Medikament bekämpft Krebszellen wesentlich effizienter als andere Vertreter seiner Wirkstoff-Gruppe. Es deaktiviert sie nicht nur, sondern löst auch deren Selbstmordprogramm aus (Apoptose). In der Kombinationstherapie mit Rituximab werden sogar gegen Alkylanzien resistente und refraktär reagierende Tumorzellen eingedämmt.
Die genaue Dosierung des Mittels erfolgt entsprechend dem Krankheitsbild, Grad der Vorbehandlung und der Größe der Körperoberfläche des Patienten. Bendamustin ist als Mono-Präparat unter den Handelsnamen Levact® und Ribomustin® erhältlich.
Pharmakologische Wirkung
Bendamustin zerstört die DNA der Tumorzellen durch Alkylierung. Es verändert den DNA Doppelstrang, indem es die Quervernetzung von DNA und Funktionsproteinen anregt. Dadurch entstehen Doppelhelixstrang-Brüche und auch Chromosomenstrangbrüche, die nicht mehr repariert werden können. Die Krebszelle mutiert und wird in ihrer Funktionalität gestört. Die geschädigte Erbinformation kann nicht mehr gelesen und transkribiert werden. Die entartete Zelle kann sich dadurch nicht mehr teilen/vermehren und stirbt schließlich ab. Die Reparatur beschädigter Tumor-DNS wird vor allem bei Brustkrebs sehr stark unterbunden.
Bendamustin bindet nach intravenöser Gabe zu mehr als 90% an Plasmaproteine (Albumin) und wird dennoch rasch aus dem Blut entfernt. Ein Teil des Wirkstoffs wird über die Harnwege ausgeleitet, überwiegend in Form von Abbauprodukten; die übrigen Abbauprodukte gelangen in die Galle. Nur ein kleiner Teil des verabreichten Wirkstoffs wird vom Körper nicht verstoffwechselt. Er lässt sich im Harn nachweisen.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Vorteilhaft ist, dass es unter der Behandlung mit Bendamustin zu keinen vollständigen Kreuzresistenzen gegenüber anderen Zytostatika kommt. Das Mittel ist zugelassen für die Behandlung von multiplem Myelom, indolentem Non-Hodgkin-Lymphom und chronisch lymphatischer Leukämie (CLL), jeweils unter näher bestimmten Voraussetzungen. Bei anderen Lymphomen wie dem Mantelzelllymphom und beim Morbus Hodgkin wird Bendamustin außerhalb der Zulassung eingesetzt.
Nachgewiesenermaßen wirksam ist Bendamustin jedoch auch bei der Therapie von Brustkrebs - dafür war es in der DDR zugelassen - und beim kleinzelligen Bronchialkarzinom. So beträgt beispielsweise die Überlebenszeit bei dem indolenten Non-Hodgkin-Lymphom und dem Mantelzelllymphom in späteren Krebsstadien mit der Kombinationstherapie von Bendamustin und Rituximab verglichen mit der Standard-Behandlung (CHOP-Regime) progressionsfrei etwa 70 zu 31 Monate. Bei der Gabe von CHOP schritt das Tumor-Wachstum - wenn auch gehemmt - fort.
Nicht wirksam ist Bendamustin bei Melanomen, Keimzelltumoren, Weichteilsarkomen, Leber-Karzinom, Gallengang-Karzinom und Plattenepithelkarzinom im Bereich von Kopf und Hals.
Verabreichung & Dosierung
Bendamustin wird nur parenteral verabreicht. Die gewählte Dosis liegt unter Berücksichtigung individueller Faktoren (Lebensalter, Art der Krebserkrankung, Tumorstadium, Vorbehandlung, Größe der Körperoberfläche) zwischen 50 und 150 mg/m² KOF. Das Mittel wird meist als Kurzzeitinfusion (30 bis 60 Minuten) an zwei aufeinander folgenden Tagen appliziert. Die Chemotherapie wird alle 4 Wochen wiederholt. Bei niedrigerer Dosierung (50 bis 60 mg/m² KOF) kann sie auch an bis zu 5 aufeinander folgenden Tagen verabreicht werden.
Im Handel ist der Wirkstoff als Pulver, aus dem zunächst ein Konzentrat und daraus die fertige Infusionslösung hergestellt wird. Die Zubereitung übernimmt medizinisches Fachpersonal, weil es sich um ein zellschädigendes Mittel handelt.
Vor dem Beginn eines neuen Behandlungszyklus wird das Blutbild geprüft. Die Fachinformation nennt dafür Werte, welche die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen erreicht haben sollten; werden sie nicht erreicht, verschiebt sich der Zyklus. Kommt es unter der Behandlung zu einer Dämpfung des Knochenmarks, werden weiße Blutkörperchen, Blutplättchen, roter Blutfarbstoff und neutrophile Granulozyten mindestens einmal wöchentlich kontrolliert.
Gelangt die Lösung versehentlich neben die Vene in das umliegende Gewebe, wird die Gabe sofort abgebrochen. Nach kurzer Aspiration wird die Nadel entfernt, die betroffene Stelle gekühlt und der Arm hochgelagert. Zusätzliche Maßnahmen wie die Gabe von Kortikosteroiden zeigen nach der Fachinformation an dieser Stelle keinen eindeutigen Nutzen.
Zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen kann ein Mittel gegen Übelkeit gegeben werden. Bei Patienten, die bereits einmal auf die Infusion reagiert haben, werden für die weiteren Zyklen vorbeugende Maßnahmen erwogen – etwa Antihistaminika, fiebersenkende Mittel und Kortikosteroide.
Risiken & Nebenwirkungen
Genauer als eine solche Aufzählung ist die Einteilung der Fachinformation, die jede Nebenwirkung einer festen Häufigkeitsstufe zuordnet. Als sehr häufig gelten dort ein Mangel an weißen Blutkörperchen, an Blutplättchen und an Lymphozyten sowie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schleimhautentzündung, Fieber, Erschöpfung und eine Infektion, die auch durch opportunistische Erreger wie Herpes zoster, das Cytomegalievirus oder das Hepatitis-B-Virus verursacht sein kann. Häufig sind Blutungen, Blutarmut, ein Mangel an neutrophilen Granulozyten, Überempfindlichkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Herzfunktionsstörungen wie Herzklopfen, Angina pectoris und Rhythmusstörungen, ein zu niedriger oder ein zu hoher Blutdruck, eine Störung der Lungenfunktion, Durchfall, Verstopfung und eine Entzündung der Mundschleimhaut. Häufig ist ferner das Tumorlyse-Syndrom. Gelegentlich treten ein Mangel aller Blutzellreihen, eine Lungenentzündung durch Pneumocystis jirovecii sowie ein myelodysplastisches Syndrom und eine akute myeloische Leukämie auf. Selten sind eine Blutvergiftung, ein Versagen des Knochenmarks sowie anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen; sehr selten ist ein anaphylaktischer Schock.
Zu den schwerwiegendsten Ereignissen zählen Infektionen. Unter Bendamustin sind schwere und tödlich verlaufende Infektionen aufgetreten, darunter Blutvergiftungen und Lungenentzündungen sowie Infektionen durch opportunistische Erreger. Die Behandlung kann über viele Monate nach ihrem Ende zu einem anhaltenden Mangel an Lymphozyten und an bestimmten T-Helferzellen führen; in Kombination mit Rituximab fällt dieser Mangel stärker aus. Betroffene sind dadurch anfälliger für Erreger, die einer intakten Abwehr in der Regel nichts anhaben. Sinkt die Zahl der T-Helferzellen stark ab, wird eine Vorbeugung gegen eine bestimmte Form der Lungenentzündung erwogen. Über die progressive multifokale Leukenzephalopathie, eine Erkrankung des Gehirns, wurde hauptsächlich in Kombination mit Rituximab oder Obinutuzumab berichtet, auch mit tödlichem Ausgang.
Ein eigenes Risiko betrifft Menschen, die dauerhaft Träger des Hepatitis-B-Virus sind: Bei ihnen kann die Erkrankung unter der Behandlung wieder aufflammen, in Einzelfällen bis zum akuten Leberversagen. Vor Behandlungsbeginn wird deshalb auf eine solche Infektion getestet, und Träger werden während der gesamten Behandlung und mehrere Monate darüber hinaus engmaschig überwacht.
Auch schwere Reaktionen der Haut sind beschrieben, darunter das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse und eine Arzneimittelreaktion mit vermehrten eosinophilen Granulozyten und Beteiligung innerer Organe – teils mit tödlichem Verlauf. Solche Reaktionen können fortschreiten und sich unter fortgesetzter Behandlung verstärken; dann wird die Behandlung unterbrochen oder abgebrochen. Davon zu unterscheiden sind die häufigen, meist leichten Reaktionen auf die Infusion selbst mit Fieber, Schüttelfrost, Juckreiz und Ausschlag.
In klinischen Studien zeigte sich zudem ein erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs, also für Basalzell- und Plattenepithelkarzinome. Regelmäßige Untersuchungen der Haut werden deshalb allen Behandelten empfohlen, besonders aber denen, die weitere Risikofaktoren mitbringen.
Bei Menschen mit einer Herzerkrankung wird die Kaliumkonzentration im Blut engmaschig überwacht und bei zu niedrigen Werten ausgeglichen; hinzu kommen Kontrollen mittels EKG. Über tödlich verlaufende Fälle von Herzinfarkt und Herzversagen wurde berichtet, weshalb Patienten mit gegenwärtigen oder früheren Herzerkrankungen besonders beobachtet werden.
Zerfällt sehr viel Tumorgewebe auf einmal, kann ein Tumorlyse-Syndrom entstehen. Es setzt meist kurz nach der ersten Gabe ein und kann unbehandelt zu akutem Nierenversagen führen. Vorgebeugt wird ihm durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, durch die engmaschige Kontrolle vor allem der Kalium- und Harnsäurewerte und gegebenenfalls durch harnsäuresenkende Wirkstoffe.
Schließlich ist das Risiko für ein myelodysplastisches Syndrom und für akute myeloische Leukämien bei Behandlungen mit alkylierenden Wirkstoffen erhöht. Eine solche zweite bösartige Erkrankung kann noch mehrere Jahre nach dem Ende der Chemotherapie auftreten.
Haarausfall (Alopezie) tritt seltener auf als unter vielen anderen Zytostatika und betrifft nur selten die gesamte Kopfhaut. Die Fachinformation führt ihn gleichwohl unter den häufigen Nebenwirkungen. Auch Brechreiz kommt bei einer Behandlung mit Bendamustin weniger häufig vor als bei anderen Zytostatika. Die Übelkeit tritt bei etwa einem Drittel der Patienten zeitlich verzögert auf und wird mit einem Übelkeit hemmenden Mittel (5HT3-Antagonist) behandelt.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist nach der Fachinformation in der Regel keine Anpassung der Dosis erforderlich; nur für eine schwere Nierenfunktionsstörung liegen wenig Erfahrungen vor.
Kontraindikationen
Als Gegenanzeigen führt die Fachinformation eine überschaubare Reihe von Punkten auf. Nicht angewandt werden darf Bendamustin bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Präparats, bei einer schweren Leberfunktionsstörung, bei Gelbsucht, bei einer schweren Dämpfung des Knochenmarks mit starken Veränderungen des Blutbildes, also einem Abfall der weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen, nach größeren chirurgischen Eingriffen kurz vor dem geplanten Behandlungsbeginn, bei Infektionen – insbesondere solchen, die mit einem Mangel an weißen Blutkörperchen einhergehen –, bei einer Gelbfieber-Impfung sowie in der Stillzeit.
Die Schwangerschaft steht in der medac-Fachinformation nicht in dieser Aufzählung, sondern im Abschnitt über Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Stillzeit. Ein Anwendungsverbot spricht sie dort aber nicht aus: Während einer Schwangerschaft darf Bendamustin nur angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist, denn der Wirkstoff schädigt das Erbgut und führte im Tierversuch zu Schäden am Embryo; die Schwangere ist dann über das Risiko für das ungeborene Kind aufzuklären und engmaschig zu überwachen. Ob er die Plazentaschranke überwindet oder in die Muttermilch übergeht, konnte beim Menschen nicht festgestellt werden; in der Stillzeit ist die Anwendung deshalb ausgeschlossen und es muss abgestillt werden.
Zur Empfängnisverhütung fallen die deutschen Fachinformationen verschiedener Hersteller unterschiedlich aus. Patienten in sexuell aktivem Alter sollten während ihrer Chemotherapie mit Bendamustin wirksam verhüten, männliche Patienten noch bis 6 Monate nach der letzten Infusion. Diese Frist nennt allerdings nur ein Teil der deutschen Fachinformationen; andere Hersteller setzen sie für Männer kürzer an. Auch für Frauen fallen die Angaben auseinander: Nach einem Teil der Fachinformationen endet die Frist mit der Behandlung, nach einem anderen Teil erst mehrere Monate danach. Wer beraten wird, sollte sich deshalb an der Fachinformation des tatsächlich verwendeten Präparats orientieren und nicht an einer allgemeinen Angabe. Weil eine dauerhafte Unfruchtbarkeit möglich ist, wird vor Behandlungsbeginn über die Konservierung von Samenzellen beraten.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Förmliche Untersuchungen zu Wechselwirkungen im lebenden Organismus wurden nicht durchgeführt. Die bekannten Wechselwirkungen ergeben sich daher aus der Wirkungsweise des Stoffes und aus Beobachtungen.
Am wichtigsten ist die Verstärkung am Knochenmark: Wird Bendamustin mit anderen Arzneimitteln kombiniert, die ihrerseits das Knochenmark dämpfen, kann die Wirkung auf die Blutbildung stärker ausfallen. Allgemeiner formuliert die Fachinformation, dass jede Maßnahme, die den Allgemeinzustand verschlechtert oder die Knochenmarkfunktion beeinträchtigt, die Giftigkeit von Bendamustin erhöhen kann.
Die Kombination mit Ciclosporin oder Tacrolimus kann eine übermäßige Unterdrückung des Immunsystems zur Folge haben, mit dem Risiko einer Wucherung von Lymphzellen.
Zytostatika können die Bildung von Antikörpern nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff vermindern und dadurch das Infektionsrisiko erhöhen, was tödliche Folgen haben kann. Bei Patienten, deren Abwehr durch die Grunderkrankung ohnehin geschwächt ist, wiegt dieses Risiko schwerer. Für die Gelbfieberimpfung ist die Kombination sogar eine ausdrückliche Gegenanzeige.
Am Abbau von Bendamustin ist ein bestimmtes Enzym des Cytochrom-P450-Systems beteiligt. Wechselwirkungen mit Hemmstoffen dieses Enzyms sind daher möglich; die Fachinformation nennt beispielhaft Fluvoxamin, Ciprofloxacin, Aciclovir und Cimetidin.
Eine Besonderheit betrifft Allopurinol: Es kommt zur Vorbeugung des Tumorlyse-Syndroms infrage, doch wurden unter der gleichzeitigen Anwendung mit Bendamustin einzelne Fälle des Stevens-Johnson-Syndroms und der toxischen epidermalen Nekrolyse berichtet. Der Nutzen der Vorbeugung und dieses Risiko sind daher gegeneinander abzuwägen.
Alternative Behandlungsmethoden
Welche Behandlung anstelle von Bendamustin infrage kommt, hängt von der Erkrankung ab, gegen die es eingesetzt wird. Bei der chronisch lymphatischen Leukämie ist Bendamustin nach der Fachinformation für die Erstbehandlung derjenigen Patienten vorgesehen, für die eine Kombinationstherapie mit Fludarabin nicht geeignet ist – diese Kombination ist an dieser Stelle also die vorrangige Alternative.
Bei den indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen ist der Wirkstoff als alleinige Behandlung für Patienten zugelassen, deren Erkrankung während oder kurz nach einer Behandlung mit Rituximab oder mit einem Rituximab-haltigen Schema fortgeschritten ist. Auch hier beschreibt die Zulassung die vorangehende Behandlung mit und die Stellung von Bendamustin danach.
Beim multiplen Myelom sieht die Fachinformation Bendamustin in Kombination mit Prednison für ältere Patienten vor, bei denen eine Übertragung eigener Blutstammzellen nicht in Betracht kommt und bei denen eine Nervenschädigung die Anwendung von Thalidomid- oder Bortezomib-haltigen Therapien ausschließt. Auch das benennt die Alternativen mit: Wo diese Hindernisse fehlen, stehen die genannten Therapien und die Stammzellübertragung zur Verfügung.
Bei den Lymphomen, gegen die Bendamustin traditionell abgegrenzt wird, bleibt das CHOP-Regime die konventionelle Vergleichsbehandlung. Und wo die Erkrankung auf Bendamustin nicht anspricht, ist von Bedeutung, dass unter der Behandlung keine vollständigen Kreuzresistenzen gegenüber anderen Zytostatika auftreten – ein Wechsel der Wirkstoffgruppe bleibt also möglich.
Quellen
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437426223
- Engelhardt, M., Mertelsmann, R., Duyster, J. (Hrsg.): Das Blaue Buch – Chemotherapie-Manual Hämatologie und Onkologie.
ISBN: 9783662677483
- Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J.: Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
ISBN: 9783609512242
- Kreuzer, K.-A. (Hrsg.): Referenz Hämatologie.
ISBN: 9783132400535
- Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
ISBN: 9783662607473
