Diastolischer Blutdruck

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 12. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der medizinische Begriff Blutdruck bezeichnet den Druck, den das Blut auf die Blutgefäße ausübt. Die Druckbedingungen sind allerdings keinesfalls in allen Bereichen des Blutkreislaufes identisch. Dort wo das Blut zum Herzen hinströmt befindet sich der Niederdruckbereich. Im arteriellen Teil, dort wo das Blut in den Körper gepumpt wird, ist der Hochdruckbereich. Bei der normalen Messung, die routinemäßig durchgeführt wird, werden stets zwei aussagekräftige Werte ermittelt. Man unterscheidet den systolischen– und den diastolischen Blutdruck.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der diastolische Blutdruck?

Der systolische Wert entsteht durch das Zusammenziehen der Muskulatur in der linken Herzkammer. Das Blut wird dann stoßartig in die Hauptschlagader gepumpt. Die Durchblutung der Herzkranzgefäße kommt für einen Sekundenbruchteil fast zum stoppen. Der Blutdruck in den Gefäßen steigt kurz stark an. Der dabei erreichte maximale Druck ergibt den oberen Wert. Bei der Messung wird dieser immer als erstes genannt. Der Normbereich liegt bei 120 mmHg. und er ist immer deutlich höher als der diastolische Blutdruck.

Erst wenn der Herzmuskel entspannt kommt der Blutfluss wieder richtig in Gang. Jetzt setzt die Phase der Diastole ein. Dabei füllt sich die Herzkammer erneut mit Blut aus den Vorhöfen. Die Koronararterien werden versorgt. Der Druck auf die Gefäßwände nimmt dabei ab. Dieser unterste Wert wird als der diastolische Blutdruck, auch Restdruck, bezeichnet. Der Normalbereich liegt hier bei 80 bis 89 mmHg. (Maßeinheit: Millimeter Quecksilbersäule).

Funktion & Aufgabe

Eine wichtige Funktion der Diastole liegt nicht nur darin, dass während dieser Phase das Herz mit Blut gefüllt wird, sondern auch dass nach dem Ausstoßen des Blutes eine Versorgung der Koronar- oder Herzkranzarterien stattfindet. Die Diastole wechselt sich regelmäßig mit der Systole ab. Der diastolische Druck darf nicht dauerhaft erhöht sein, da sonst eine negative Wirkung auf das koronare Herzsystem entsteht. Er gibt Aufschluss darüber wie gut oder auch schlecht die Herzkranzgefäße versorgt werden.

Der diastolische Druck ist in verschiedenen Bereichen sehr wichtig. Vor allem bei jüngeren Menschen ist ein erhöhter Wert unbedingt zu beachten. Er bietet eine zuverlässige Aussage darüber, ob ein Risiko für Bluthochdruck besteht, denn häufig beginnt er in jungen Jahren mit einer einseitigen Erhöhung des unteren Wertes.

Bei höherem Lebensalter darf der diastolische Blutdruck jedoch genauso wenig vernachlässigt werden. Gerade bei Menschen mit einer koronaren Herzerkrankung, also einer Schädigung der Blutgefäße, ist dieser Wert von großer Bedeutung. Grund dafür ist, dass in der Niederdruckphase die Gefäße besonders gut durchblutet werden müssen. Unregelmäßigkeiten können hier große Gefahren mit sich bringen. So kann zum Beispiel bei einem zu hohen diastolischen Druck das Risiko für eine gefährliche Aussackung der Hauptschlagader steigen.

Auch das Verhältnis des oberen und unteren Blutdruckwertes kann von Bedeutung sein. Je größer der Unterscheid zwischen dem systolischen und diastolischen Wert ist, desto gefährlicher sind die gesundheitlichen Konsequenzen. Ein zu starker Druckunterschied belastet die Gefäße zusätzlich, und das Risiko steigt, eine chronische Herzschwäche zu bekommen.


Krankheiten & Beschwerden

Fest steht, dass sowohl ein dauerhaft erhöhter diastolischer Blutdruck ebenso wie ein zu hoher systolischer Wert zu einer Verhärtung und Schädigung der Arterien führen kann. Diese Veränderungen behindern den Blutfluss und enden im schlimmsten Fall in einem Herzinfarkt. Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit, die durch ungesunde Lebensumstände, Übergewicht, Stress, zu wenig Bewegung und vielen andere Faktoren entscheidend gefördert wird. Auch eine genetische Veranlagung kann vorhanden sein. Bluthochdruck trägt maßgeblich zur Entstehung von Herz- und Kreislauferkrankungen bei.

Im Gegensatz zu einem erniedrigten Blutdruck, der zwar unangenehm ist, aber kaum gefährlich, kommt es bei zu hohen Werten schnell zu unangenehmen Symptomen. Es können Schwindel und Erschöpfung auftreten, die Konzentration lässt nach und die Gefäße werden dauerhaft zu sehr belastet.

Weitere unklare Beschwerden können Sehstörungen und Kopfschmerzen sein, die vor allem morgens auftreten. Ist man nach einer Anstrengung kurzatmig oder bekommt man sogar Herzrhythmusstörungen ist das ein Zeichen dafür, dass der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff und Blut versorgt wird. Alle diese Symptome können durch Bluthochdruck ausgelöst werden.

Werden die erhöhten diastolischen Werte nicht behandelt entsteht eine Arterienverkalkung, die Gefäßwände verdicken sich. Durch die Verkleinerung des Durchmessers der Blutgefäße verringert sich das Blutvolumen. Dies kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Unter anderem wird die Wasserausscheidung der Nieren verringert. Eine dauerhafte Erhöhung kann auch die Gefäße in den Augen und im Gehirn schädigen. Sind die Herzkranzgefäße betroffen, kann es zu einer Enge in der Brust kommen, was in jedem Fall als Alarmzeichen zu betrachten ist.

Allgemein gilt, dass bei der Blutdruckmessung der diastolische Wert 90 mmHg nicht übersteigen sollte. Medizinisch und wissenschaftlich gesehen wird beiden Blutdruckwerten die gleiche Bedeutung beigemessen. Bei den meisten Patienten mit diagnostiziertem Bluthochdruck sind beide Werte erhöht. Eine Behandlung ist unumgänglich. Liegt nur der untere Wert über dem Normalbereich, kann auch eine andere Grunderkrankung die Ursache sein.

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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