Epirubicin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bei Epirubicin handelt es sich um einen Arzneistoff aus der Gruppe der Anthracycline, der vorrangig als Hydrochlorid im Zuge einer Chemotherapie eingesetzt wird, um eine Krebserkrankung zu behandeln. Präparate, die Epirubicin enthalten, sind grundsätzlich toxisch und werden deshalb als Zytostatikum bezeichnet. Zu den Hauptanwendungsbereichen von Epirubicin zählen die Behandlung von Brustkrebs und Magenkrebs sowie von fortgeschrittenen Sarkomen des Weichteilgewebes, also von Krebserkrankungen der Muskeln, Sehnen oder Bänder.
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Was ist Epirubicin?
Der pharmakologische Wirkstoff Epirubicin kommt in der Humanmedizin zum Einsatz, um verschiedene Krebserkrankungen zu behandeln. Die Substanz bildet einen wesentlichen Teil der durchzuführenden Chemotherapie bei Brustkrebs, Magenkrebs und schon weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen der Muskeln, Sehnen und Bänder.
Epirubicin wird üblicherweise in der Hydrochlorid-Form verabreicht und bildet den Bestandteil zahlreicher Zytostatika. Ein Zytostatikum ist eine grundsätzlich toxische Substanz, die aufgrund ihrer starken Wirkung als Arzneistoff eingesetzt wird, um Krebs zu behandeln.
Epirubicin weist die chemische Summenformel C 27 – H 29 – N – O 11 auf. Die in Präparaten zur Therapie verwendete Hydrochlorid-Form wird allerdings durch die Summenformel C 27 – H 29 – N – O 11 – H – Cl beschrieben.
Epirubicin hemmt die Zellteilung sowie die Bildung der Erbsubstanz von Krebszellen. Zudem wird der Aufbau von Nukleinsäuren gehemmt. Da Epirubicin für die Durchführung von Chemotherapien verabreicht wird, erfolgt die Vergabe intravenös als Infusionslösung. Der Zweck der Behandlung kann – je nach Schwere der Krebserkrankung – kurativ (zur Heilung) oder lediglich palliativ (zur Linderung der Symptome) sein.
Pharmakologische Wirkung
Epirubicin zählt zu den Zytostatika. Der Stoff an sich ist also hochgradig toxisch. Die in der Therapie verwendete Hydrochlorid-Form hemmt die RNA- und DNS-Polymerase, indem sie sich an die DNS nicht kovalent anbindet. Aufgrund dieser nicht-kovalenten Bindung kommt es zur Hemmung der DNS- und RNA-Synthese, was schließlich eine Apoptose der Krebszellen verursacht.
Als Apoptose wird der kontrollierte Zelltod verstanden, der durch eine Genexpression gesteuert wird und keine Entzündungsreaktion verursacht. Epirubicin tötet somit Krebszellen ab und hindert diese daran, sich zu vermehren bzw. den Krebs zu streuen.
In medizinischen Studien konnte belegt werden, dass der Wirkstoff schnell in die Krebszellen eindringt und sich dort im Zellkern konzentriert. Deshalb ist Epirubicin gegen zahlreiche verschiedene Krebsformen wirksam. Zu diesen zählen u. a. Magen- und Brustkrebs sowie Krebserkrankungen der Muskeln, Bänder, Sehnen und Bronchien. Zur Bekämpfung von Blasenkrebs kann Epirubicin ebenfalls verabreicht werden.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Aufgrund seiner hochtoxischen Wirkung auf Zellen bildet Epirubicin den wirksamen Hauptbestandteil zahlreicher Zytostatika. Präparate, die den Stoff enthalten, werden deshalb verabreicht, um verschiedene Krebsformen effektiv zu bekämpfen.
Dies gelingt durch eine umfassende Chemotherapie, die durch kurative oder palliative Gesichtspunkte geleitet werden kann. Hierbei wird Epirubicin intravenös als Infusionslösung unter ständiger ärztlicher Aufsicht verabreicht, um gezielt Krebszellen abzutöten. Zur Behandlung von Blasenkrebs kann der Wirkstoff auch direkt in die Harnblase eingefüllt werden, um eine exakt gesteuerte Therapie zu ermöglichen.
Aufgrund seiner toxischen Wirkung sowie der Zweckbestimmung zur Chemotherapie wird Epirubicin ausschließlich von medizinischem Fachpersonal verabreicht. Patienten können den Stoff nicht selbst in der Apotheke erwerben und anwenden.
Die Fachinformation führt als Anwendungsgebiete Brustkrebs, fortgeschrittenen Eierstockkrebs, fortgeschrittenen Magenkrebs, kleinzelligen Lungenkrebs und fortgeschrittene Sarkome des Weichteilgewebes auf; Hautkrebs gehört nicht dazu. Bei oberflächlichem Blasenkrebs und bei einem Karzinom in situ der Blase wird der Wirkstoff dagegen in die Blase eingefüllt.
Epirubicin wird in der Leber über einen zusätzlichen Weg abgebaut, der Doxorubicin nicht offensteht. Er könnte erklären, dass Epirubicin den Körper rascher verlässt und weniger giftig ist. Die für Epirubicin festgelegte Höchstmenge über die gesamte Behandlung liegt deutlich höher als die von Doxorubicin.
Verabreichung & Dosierung
Epirubicin ist ein Anthracyclin-Antibiotikum, das in der Chemotherapie zur Behandlung verschiedener Krebsarten, insbesondere Brustkrebs, eingesetzt wird. Bei der Verabreichung und Dosierung von Epirubicin sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten. Die Dosierung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Körpergewicht, der Allgemeinzustand des Patienten, die Nieren- und Leberfunktion sowie die Art und das Stadium des Krebses. Typischerweise wird Epirubicin intravenös verabreicht, entweder als Bolusinjektion oder über eine Infusion.
Ein wesentlicher Punkt ist die Überwachung der kumulativen Dosis, da Epirubicin, ähnlich wie andere Anthracycline, das Risiko einer kardiotoxischen Wirkung birgt. Diese Herzschädigung kann zu irreversiblen Schäden führen, insbesondere bei einer Gesamtmenge von über 900 mg/m² Körperoberfläche. Daher sollten regelmäßige kardiologische Untersuchungen, wie Echokardiogramme oder EKGs, durchgeführt werden, um die Herzfunktion zu überwachen.
Gemeint ist mit dieser Grenze nicht die einzelne Gabe, sondern die Summe aller Gaben im Lauf des Lebens; deshalb wird in der Krankenakte festgehalten, welche Gesamtmenge an Anthracyclinen eine Person bereits erhalten hat.
Die Herzwirkungen von Epirubicin treten in zwei Formen auf. Früh auftretende Veränderungen zeigen sich vor allem als beschleunigter Herzschlag und als Auffälligkeiten in der Herzstromkurve; sie sind meist vorübergehend, bilden sich zurück und zwingen in der Regel nicht zum Abbruch der Behandlung. Die späte Form entwickelt sich dagegen gegen Ende der Therapie, in den zwei bis drei Monaten danach oder auch erst Monate bis Jahre später; sie äußert sich als nachlassende Pumpleistung der linken Herzkammer bis hin zu einer Herzschwäche und ist die schwerwiegendere der beiden.
Soll ein Anthracyclin trotz erhöhten Herzrisikos weitergegeben werden, kann Dexrazoxan die Herzschädigung mindern. Dieser Wirkstoff wird jeweils kurz vor dem Anthracyclin gegeben und wirkt damit vorbeugend, nicht als Behandlung einer bereits eingetretenen Herzschädigung. Zugelassen ist er dafür bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die bereits eine bestimmte Gesamtmenge Epirubicin erhalten haben und weiter damit behandelt werden sollen.
Epirubicin kann auch myelosuppressiv wirken, das heißt, es unterdrückt die Knochenmarkfunktion und kann zu einer Abnahme der weißen Blutkörperchen, roten Blutkörperchen und Blutplättchen führen. Das Blutbild wird deshalb regelmäßig kontrolliert, um schweren Infektionen und Blutungen zuvorzukommen. Vor der Gabe sollte auch die Leberfunktion überprüft werden, da Epirubicin bei Leberfunktionsstörungen eine Dosisanpassung erfordert.
Auch die Nierenfunktion wird vor und während der Behandlung beobachtet. Die Fachinformation sieht dafür die Bestimmung des Serumkreatinins vor; ist dieser Wert deutlich erhöht, ist eine Anpassung der Dosis erforderlich.
Eine eigene Gefahr geht vom raschen Zerfall der Tumorzellen aus. Dabei werden große Mengen Purine abgebaut, was den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen lässt; die Fachwelt spricht vom Tumorlyse-Syndrom. Nach dem ersten Behandlungszyklus werden deshalb Harnsäure, Kalium, Calciumphosphat und Kreatinin im Blut bestimmt. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, eine Alkalisierung des Urins und eine vorbeugende Behandlung mit Allopurinol können die möglichen Folgen mindern.
Risiken & Nebenwirkungen
Wegen seiner grundsätzlich toxischen Wirkung auf Zellen verursacht die Therapie mit Epirubicin starke Nebenwirkungen. Das ist für Zytostatika typisch, da sie neben den Krebszellen, auf die sie zielen, auch andere Zellen schädigen können, was zu einer massiven Schwächung des Immunsystems führt.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen starker Haarausfall sowie Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Diese äußern sich in der Regel durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe, andauernde Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen. Auch Hautreaktionen wie Jucken, Rötungen oder Ausschläge verschiedener Ausprägungen sind keine Seltenheit.
Patienten, die mit Zytostatika wie Epirubicin behandelt wurden, berichten zudem über ein starkes Gefühl von Müdigkeit sowie allgemeine Antriebslosigkeit und Schwäche. Darüber hinaus kann durch die Behandlung auch eine Erkrankung des Herzmuskels (Myokard) ausgelöst werden, der für die mechanische und elektrophysiologische Funktionssteuerung des Herzens verantwortlich ist. In der Fachwelt wird dann von einer Kardiomyopathie gesprochen.
Zu den üblichen Nebenwirkungen von Epirubicin zählen zudem die Entstehung einer Anämie sowie Knochenmarksdepressionen und die Ausbildung einer Neutropenie oder Thrombozytopenie.
Besondere Vorsicht gilt der Einstichstelle. Tritt die Infusionslösung aus der Vene in das umliegende Gewebe aus, schädigt Epirubicin dieses Gewebe schwer: Es kommt zu örtlichen Schmerzen, zu Blasenbildung, zu einer ausgedehnten Entzündung und zum Absterben des Gewebes (Nekrose); dieser Vorgang kann noch Wochen nach dem Vorfall fortschreiten. Beim ersten Anzeichen wird die Zufuhr deshalb sofort gestoppt. Als Gegenmittel steht Dexrazoxan bereit, das für diesen Notfall gesondert zugelassen ist und so früh wie möglich nach dem Vorfall gegeben wird; in schweren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.
Steht Dexrazoxan nicht zur Verfügung, sehen die Fachinformationen stattdessen örtlich aufgetragenes Dimethylsulfoxid vor. Beides zugleich ist dagegen ausgeschlossen: Solange ein Paravasat mit Dexrazoxan behandelt wird, darf Dimethylsulfoxid nicht örtlich aufgebracht werden, weil es dessen Schutzwirkung aufhebt. Im Tierversuch verhinderte Dexrazoxan allein das Absterben der Haut vollständig, während bei zusätzlicher örtlicher Behandlung mit Dimethylsulfoxid Hautwunden entstanden. Dimethylsulfoxid kommt also ersatzweise in Betracht, nicht zusätzlich.
Zwei weitere unerwünschte Wirkungen betreffen die Haut und den Urin. Beschrieben ist eine Überempfindlichkeit zuvor bestrahlter Haut, die in der Fachsprache als Radiation-Recall-Reaktion bezeichnet wird: An Stellen, die früher eine Strahlentherapie erhalten haben, tritt unter der Behandlung erneut eine Hautreaktion auf. Als weitere Nebenwirkung führt die Fachinformation eine Rotfärbung des Urins in den Tagen nach der Gabe auf.
Zu den späten Folgen einer Behandlung mit Anthracyclinen zählt die Entstehung einer zweiten Krebserkrankung des Blutes. Die Fachinformation führt für Epirubicin die akute lymphatische und die akute myeloische Leukämie auf, mit oder ohne vorangehende Vorstufe. Häufiger tritt eine solche Zweitleukämie auf, wenn Epirubicin zusammen mit anderen erbgutschädigenden Krebsmitteln oder mit einer Strahlenbehandlung gegeben wird, wenn bereits ausgiebig mit Zytostatika vorbehandelt wurde oder wenn die Anthracyclin-Menge gesteigert wurde. Die Zeit bis zum Auftreten ist kurz und beträgt nur wenige Jahre.
Kontraindikationen
Epirubicin ist bei bestimmten Patientengruppen kontraindiziert, da die Anwendung erhebliche Risiken bergen kann. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist eine vorbestehende Herzinsuffizienz oder andere schwere Herzprobleme, wie zum Beispiel ein kürzlich zurückliegender Herzinfarkt oder unkontrollierte Arrhythmien. Da Epirubicin kardiotoxisch wirken kann, besteht bei diesen Patienten ein erhöhtes Risiko für eine Verschlechterung der Herzfunktion, einschließlich potenziell lebensbedrohlicher Herzkomplikationen.
Eine weitere Kontraindikation betrifft Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen. Epirubicin wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert, und bei eingeschränkter Leberfunktion kann das Medikament in toxischen Konzentrationen im Körper verbleiben, was das Risiko für schwere Nebenwirkungen erhöht. Aus diesem Grund sollte Epirubicin bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz nicht angewendet werden.
Auch bei Patienten mit einer schweren Myelosuppression, also einer deutlichen Verminderung der Knochenmarkfunktion, ist Epirubicin kontraindiziert. Da das Medikament selbst myelosuppressiv wirkt, könnte es die Blutbildveränderungen weiter verschärfen, was zu einem erhöhten Risiko für Infektionen, Blutungen und Anämie führt.
Schließlich sollte Epirubicin nicht bei Patienten angewendet werden, die zuvor mit hohen kumulativen Dosen anderer Anthracycline behandelt wurden, da dies das Risiko einer irreversiblen Herzschädigung erhöht. Eine Überempfindlichkeit gegen Epirubicin oder andere Anthracycline stellt ebenfalls eine absolute Kontraindikation dar.
Als weitere Gegenanzeige führt die Fachinformation die Stillzeit auf. Das entspricht der Regel für die gesamte Wirkstoffgruppe: Anthracycline dürfen in der Stillzeit nicht angewendet werden. In der Schwangerschaft kommen sie nur in Betracht, wenn sich die Behandlung der Mutter nicht aufschieben lässt, denn sie greifen das Erbgut an; Frauen wie Männer wenden während der Behandlung deshalb eine zuverlässige Empfängnisverhütung an.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Bei der Verwendung von Epirubicin gibt es mehrere potenzielle Interaktionen mit anderen Medikamenten, die beachtet werden müssen. Eine bedeutende Wechselwirkung besteht mit anderen kardiotoxischen Arzneimitteln, wie bestimmten Antitumor-Antibiotika (z. B. Doxorubicin) oder HER2-Antagonisten (z. B. Trastuzumab). Die gleichzeitige Anwendung solcher Substanzen kann das Risiko einer schweren Herzinsuffizienz erhöhen, weshalb eine sorgfältige Überwachung der Herzfunktion erforderlich ist.
Epirubicin kann auch mit Arzneimitteln interagieren, die die Knochenmarkfunktion unterdrücken, wie andere Zytostatika oder Strahlentherapie. Diese Kombination kann die Myelosuppression verstärken, was das Risiko für Infektionen, Anämie und Blutungen erhöht. Daher ist eine regelmäßige Überwachung des Blutbildes und gegebenenfalls eine Dosisanpassung notwendig.
Bei Patienten, die Antikoagulanzien wie Warfarin einnehmen, kann Epirubicin die Blutgerinnung beeinflussen und das Blutungsrisiko erhöhen. Die Gerinnungswerte werden deshalb engmaschig überwacht und die Menge des Gerinnungshemmers wird entsprechend angepasst.
Epirubicin kann durch Arzneimittel, die die Leberenzymaktivität beeinflussen (wie bestimmte Antiepileptika oder Azol-Antimykotika), in seiner Wirkung verändert werden. Diese Medikamente können den Metabolismus von Epirubicin entweder beschleunigen oder verlangsamen, was zu einer verminderten Wirksamkeit oder erhöhten Toxizität führen kann. Daher sollten Patienten, die solche Medikamente einnehmen, engmaschig überwacht und die Dosis sollte gegebenenfalls angepasst werden.
Schließlich kann die Kombination von Epirubicin mit Substanzen, die die renale Ausscheidung beeinflussen (z. B. Cyclosporin), zu einer erhöhten Epirubicin-Toxizität führen, da das Medikament langsamer aus dem Körper ausgeschieden wird.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Epirubicin nicht vertragen wird, stehen mehrere alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, je nach Art und Stadium der Krebserkrankung. Ein häufig verwendetes alternatives Anthracyclin ist Doxorubicin, das in vielen ähnlichen Indikationen eingesetzt wird. Es besitzt jedoch ebenfalls kardiotoxische Eigenschaften, weshalb bei bestehender Herzproblematik auch andere Alternativen in Betracht gezogen werden sollten.
Ein weiteres Alternativmedikament ist Mitoxantron, ein Anthracendion-Derivat, das weniger kardiotoxisch ist als die klassischen Anthracycline. Es wird oft bei Patienten eingesetzt, die Anthracycline nicht vertragen, und zeigt eine gute Wirksamkeit, insbesondere bei bestimmten Formen von Brustkrebs und hämatologischen Erkrankungen. Frei vom Herzrisiko ist Mitoxantron allerdings nicht: Auch für diesen Wirkstoff ist eine kumulative Höchstmenge festgelegt, und eine vorangegangene Behandlung damit zählt zur Gesamtbelastung des Herzens.
Beruht die Unverträglichkeit dagegen auf einer Überempfindlichkeit, scheiden sowohl Doxorubicin als auch Mitoxantron aus: Die Gegenanzeige erfasst neben dem Wirkstoff selbst auch die übrigen Anthracycline und die Anthracendione.
Für Patienten, die Anthracycline aufgrund der Kardiotoxizität nicht erhalten können, kann eine Behandlung mit Taxanen wie Paclitaxel oder Docetaxel in Betracht gezogen werden. Diese Medikamente wirken durch die Hemmung der Zellteilung und werden häufig in Kombination mit anderen Chemotherapeutika verwendet.
Bei bestimmten Krebsarten können auch Platin-haltige Medikamente wie Cisplatin oder Carboplatin eine Alternative sein. Diese Substanzen wirken durch die Schädigung der DNA in Krebszellen und werden in verschiedenen Kombinationstherapien verwendet.
Neben diesen chemotherapeutischen Optionen kann auch eine zielgerichtete Therapie mit HER2-Antagonisten (wie Trastuzumab) oder Tyrosinkinase-Inhibitoren (wie Lapatinib) in Betracht gezogen werden, insbesondere bei HER2-positivem Brustkrebs. Diese Therapien zielen spezifisch auf Krebszellen ab und bieten eine weniger toxische Alternative zu klassischen Chemotherapien.
Quellen
- Engelhardt, M., Mertelsmann, R., Duyster, J. (Hrsg.): Das Blaue Buch – Chemotherapie-Manual Hämatologie und Onkologie.
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- Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J.: Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
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- Eucker, J., Scholz, C. W. (Hrsg.): Facharztwissen Hämatologie Onkologie.
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- Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
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- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
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