Paclitaxel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der Wirkstoff Paclitaxel dient zur Therapie von unterschiedlichen Krebsarten. Er verfügt über die Eigenschaft, die Teilung und Vermehrung der Krebszellen zu hemmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Paclitaxel?

Paclitaxel
Der Wirkstoff Paclitaxel dient zur Therapie von unterschiedlichen Krebsarten.

Paclitaxel ist ein Zytostatikum. Es zählt zur Gruppe der Taxane und wird zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt. Dazu gehören u. a. Eierstock- und Brustkrebs. Das Mittel entstammt der Rinde der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia).

Die Forschung an Paclitaxel begann Ende der 1960er Jahre durch die Wissenschaftler M. C. Wani und Monroe E. Wall, die eine ausführliche Suche nach neuen Krebswirkstoffen starteten. 1971 gelang es den beiden Forschern, erstmals die Isolation der Substanz Paclitaxel vorzunehmen, indem sie eine Extraktion von Pazifischer Eibe durchführten. Bei diesem Vorgang stellten sie einen wucherungshemmenden Effekt auf Krebszellen fest.

In der Gegenwart wird Paclitaxel als Infusionskonzentrat angeboten. In Europa ist das Mittel seit den frühen 1990er Jahren erhältlich. Daneben gibt es seit einigen Jahren eine zweite Zubereitung, bei der das Paclitaxel an das Bluteiweiß Albumin gebunden ist und als Pulver geliefert wird. Beide Zubereitungen unterscheiden sich in Anwendungsgebieten, Dosierung, Vorbehandlung und Infusionsdauer so stark, dass sie einander nicht ersetzen dürfen.

Die albumingebundene Zubereitung ist in der Europäischen Union seit Januar 2008 zugelassen. Ihre Anwendungsgebiete sind enger gefasst als die des Infusionskonzentrats: Sie ist für den metastasierten Brustkrebs nach erfolgloser Erstbehandlung vorgesehen, wenn eine anthracyclinhaltige Therapie nicht in Frage kommt, ferner gemeinsam mit Gemcitabin als Erstbehandlung eines metastasierten Krebses der Bauchspeicheldrüse und gemeinsam mit Carboplatin als Erstbehandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms, wenn weder eine heilende Operation noch eine Bestrahlung möglich ist.

Der Unterschied zwischen beiden Zubereitungen beginnt schon beim Hilfsstoff. Paclitaxel löst sich nicht in Wasser; das herkömmliche Konzentrat braucht deshalb einen Lösungsvermittler aus Rizinusöl und dazu Alkohol. Beides bringt eigene Nachteile mit sich: Der Lösungsvermittler kann allergische Reaktionen auslösen, und der Alkoholgehalt kann Urteils- und Reaktionsvermögen beeinträchtigen – ein Gesichtspunkt unter anderem bei Schwangeren, bei Menschen mit Epilepsie, mit Lebererkrankungen und mit einer Alkoholkrankheit. Die albumingebundene Zubereitung kommt ohne beide Stoffe aus; als weiteren Bestandteil enthält sie Albumin vom Menschen.

Weil sich der Bedarf an natürlicher Pazifischer Eibe aufgrund ihrer geringen Verbreitung nicht decken lässt, erfolgte in den letzten Jahren eine partialsynthetische Gewinnung des Arzneistoffes aus Baccatin III. Diese Substanz ist in den Nadeln der Europäischen Eibe enthalten und wird durch das Ojima-Holton-Verfahren gewonnen. Alternativ ist zudem ein biotechnologischer Gewinn des Paclitaxels aus Eibenzellkulturen möglich.

Pharmakologische Wirkung

Paclitaxel stammt aus der Eibe, die zu den Nadelgehölzen gehört und über nadelförmige Blätter verfügt. Mithilfe des Arzneistoffes ist eine krebshemmende Wirkung möglich. So stört Paclitaxel die Teilung der Krebszellen und gehört der Subgruppe der Mitose-Hemmstoffe an.

Im Rahmen der Zellteilung kommt es zum Aufbau von Mikrotubuli (Fadenbündeln). Im entscheidenden Moment sind diese in der Lage, verdoppelte Chromosomen, die Teil des Erbguts sind, an sich zu ziehen. Durch diesen Vorgang stellen sie die Bildung einer unabhängigen Zelle sicher.

Im Gegensatz zu dem Zytostatikum Vinblastin sowie dem Gicht-Präparat Colchicin, die sich unmittelbar hemmend auf den Mikrotubuli-Aufbau auswirken, kann Paclitaxel deren Abbau verhindern. Auf diese Weise entsteht eine unnormale Bündelstruktur der Mikrotubuli im Rahmen des Zellzyklus, was wiederum zur Behinderung der Erbgutteilung führt. Durch das Stabilisieren der Mikrotubuli wird außerdem der gesamte innere Aufbau der Zellen in Mitleidenschaft gezogen. In der Fachsprache heißt Paclitaxel deshalb ein antimikrotubulärer Wirkstoff: Er fördert die Zusammenlagerung der Mikrotubuli aus ihren Bausteinen und hält sie stabil, indem er ihren Zerfall hemmt. Weil die Zelle diese Fäden im Verlauf der Teilung fortlaufend umbauen muss, bringt gerade ihre Starre den Vorgang zum Erliegen.

Paclitaxel verfügt über die Eigenschaft, sich auf sämtliche teilende Zellen auszuwirken. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen. Die Krebszellen sind davon jedoch stärker betroffen, da ihre Teilung besonders rasch verläuft.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Paclitaxel kann zur Behandlung von verschiedenen Krebsarten zur Anwendung kommen. So wird es gemeinsam mit dem Zytostatikum Cisplatin zur Therapie von fortgeschrittenem Eierstockkrebs dargereicht.

Das Mittel eignet sich außerdem, wenn im Anschluss an einen chirurgischen Eingriff Reste des Tumors im Körper verblieben sind, die eine Größe von mehr als einem Zentimeter erreichen. Auch beim Auftreten von Metastasen (Tochtergeschwülsten) ist eine Therapie mit Paclitaxel möglich, wenn platinhaltige Substanzen nicht zu einer Besserung führen.

Verabreicht wird Paclitaxel außerdem bei Brustkrebs, bei dem bereits eine Metastasenbildung in den benachbarten Lymphknoten aufgetreten ist. Allerdings bedarf es dazu einer Vorbehandlung mit Cyclophosphamid und Anthracyclinen.

Paclitaxel eignet sich weiterhin zur Kombinationstherapie mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab, wenn bei der Patientin ein spezieller Wachstumsrezeptor auf den Krebszellen besteht und eine Anthracyclin-Behandlung nicht geeignet ist. Zur alleinigen Anwendung gelangt Paclitaxel nur dann bei einer Brustkrebsbehandlung, wenn die Anthracyclin-Therapie keinen Erfolg hat.

Lassen sich bei einem nicht-kleinzelligen Bronchialkrebs Bestrahlungen oder operative Eingriffe nicht vornehmen, wird Paclitaxel zusammen mit Cisplatin verabreicht. Als geeignet gilt die Anwendung von Paclitaxel außerdem bei einem Kaposi-Sarkom. Dabei handelt es sich um eine spezielle Krebsart, die sich in erster Linie bei AIDS-Patienten zeigt.

Die Zulassung unterscheidet dabei genauer, als es auf den ersten Blick scheint. Beim Eierstockkrebs trennt sie die Erstbehandlung der fortgeschrittenen Erkrankung gemeinsam mit Cisplatin von der Zweitbehandlung nach dem Versagen einer platinhaltigen Standardtherapie. Beim Brustkrebs kennt die Zulassung außerdem die Anfangsbehandlung eines örtlich fortgeschrittenen oder metastasierten Tumors gemeinsam mit einem Anthracyclin, sofern eine solche Therapie für die Patientin in Frage kommt; die Behandlung im Anschluss an eine Operation gilt als Alternative zu einer verlängerten Therapie mit Anthracyclin und Cyclophosphamid. Beim fortgeschrittenen Kaposi-Sarkom kommt Paclitaxel in Betracht, wenn eine vorangegangene Behandlung mit liposomalen Anthracyclinen erfolglos geblieben ist; die Datenlage zur Wirksamkeit ist hier nach der Fachinformation begrenzt.

Die Darreichung von Paclitaxel findet in Form einer intravenösen Infusion statt. Vor jeder Infusion des herkömmlichen, lösungsmittelhaltigen Paclitaxels müssen alle Patienten eine Vorbehandlung aus einem Kortikosteroid, einem Antihistaminikum und einem Magensäureblocker erhalten, weil sonst schwere Überempfindlichkeitsreaktionen drohen. Für die albumingebundene Zubereitung ist eine solche Vorbehandlung nicht vorgesehen.

Die Infusion gehört in die Hand eines in der Behandlung mit Zellgiften erfahrenen Arztes, und eine Ausrüstung für die Notfallbehandlung muss bereitstehen. Während der Gabe wird die Einstichstelle beobachtet, damit die Lösung nicht ins umliegende Gewebe austritt; geschieht das doch, kann es dort zu Schwellung, Schmerzen, Rötung und Verhärtung kommen. In eine Schlagader darf Paclitaxel nicht gegeben werden.

Vorgesehen ist Paclitaxel für Erwachsene. Das Konzentrat wird vor der Gabe verdünnt und durch einen feinporigen Filter in die Vene geleitet. Behältnisse und Schläuche aus Polyvinylchlorid sind dabei zu vermeiden, weil der Lösungsvermittler aus ihnen den Weichmacher DEHP herauslösen kann; verwendet werden stattdessen Glas- oder Polypropylenflaschen, Beutel aus Polypropylen oder Polyolefin und mit Polyethylen beschichtete Infusionssets. Bei Patienten mit einem Kaposi-Sarkom ist eine schwere Entzündung der Mundschleimhaut selten; tritt sie in schwerer Form auf, wird die Menge in den folgenden Zyklen verringert. Für die übrigen Anwendungsgebiete führt die Fachinformation die Entzündung der Schleimhäute dagegen unter den sehr häufigen Nebenwirkungen. Beim Kaposi-Sarkom erhielt in der Zulassungsstudie die Mehrzahl der Behandelten zusätzlich einen Wachstumsfaktor, der die Bildung weißer Blutkörperchen anregt; die Blutwerte, ab denen ein neuer Zyklus begonnen werden darf, sind für diese Gruppe niedriger angesetzt als sonst.


Risiken & Nebenwirkungen

Die Anwendung von Paclitaxel kann mitunter störende Nebenwirkungen zur Folge haben. Am häufigsten treten Infektionen an den oberen Atemwegen auf. Dazu gehören Schnupfen, Halsschmerzen, Mundsoor und Lippenherpes. Darüber hinaus kann es zu Erkrankungen der Harnwege, Blutungen, Blutarmut (Anämie), einen Mangel an weißen Blutkörperchen, Schleimhautentzündungen, Hautausschläge, Hitzewallungen, Missempfindungen an den Nerven, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Muskelbeschwerden, Gelenkschmerzen, Haarausfall sowie Ödeme an den Gliedmaßen kommen.

Als seltenere Nebenwirkungen gelten Schwindelgefühle, Nervenfunktionsstörungen, Nervosität, grippe-artige Beschwerden, Kopfschmerzen, Geschmacksveränderungen, Ohrensausen, Herzrasen, Ohnmachtsanfälle, Juckreiz, Akne, Wadenkrämpfe, Knochenschmerzen, Rückenschmerzen, Schmerzen in der Brust, Depressionen, Schüttelfrost und Fieber. Sehr selten löst sich ein Nagel vom Nagelbett; für diesen Fall rät die Fachinformation, Hände und Füße während der Behandlung vor Sonnenlicht zu schützen. Leichte und vorübergehende Veränderungen an Nägeln und Haut sind dagegen häufig und verlangen diese Vorsichtsmaßnahme nicht.

Die schwerwiegendste Sofortreaktion ist eine schwere Überempfindlichkeit mit behandlungsbedürftiger Atemnot, Blutdruckabfall, Schwellungen und Nesselsucht. Trotz der vorgeschriebenen Vorbehandlung trat sie bei weniger als einem von hundert Behandelten auf. Kommt es dazu, wird die Infusion sofort beendet, und eine erneute Behandlung mit dem Wirkstoff scheidet aus. Leichtere Erscheinungen wie eine Gesichtsrötung oder ein Hautausschlag zwingen dagegen nicht zum Abbruch; sie waren in den Studien deutlich häufiger. Weil solche Reaktionen früh auftreten, werden die Patienten in den ersten Behandlungszyklen und besonders in der ersten Stunde der Infusion engmaschig überwacht.

Die Unterdrückung der Blutbildung im Knochenmark, vor allem der Mangel an neutrophilen weißen Blutkörperchen, ist die Nebenwirkung, die den Umfang der Behandlung begrenzt. Häufige Blutbildkontrollen gehören deshalb zur Therapie, und ein neuer Behandlungszyklus beginnt erst, wenn sich die Zahlen der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen wieder erholt haben.

Häufig ist außerdem eine Schädigung der Nerven an Händen und Füßen. Sie äußert sich als Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Brennen, kann schon nach dem ersten Behandlungszyklus beginnen und mit der Zahl der Zyklen zunehmen; schwere Verläufe sind selten. In Verbindung mit Cisplatin tritt sie häufiger und ausgeprägter auf als unter Paclitaxel allein. Nach dem Ende der Behandlung bessern sich die Empfindungsstörungen meist innerhalb einiger Monate, können aber auch länger bestehen bleiben. Eine bereits aus früheren Behandlungen bestehende Nervenschädigung schließt eine Therapie mit Paclitaxel nicht aus.

Am Herzen wurden während der Infusion niedriger wie erhöhter Blutdruck und ein verlangsamter Herzschlag beobachtet; die Patienten bleiben dabei meist beschwerdefrei, und eine Behandlung ist im Allgemeinen nicht nötig. Schwere Störungen der Erregungsleitung sind selten. Wird Paclitaxel mit Doxorubicin oder mit dem Antikörper Trastuzumab kombiniert, muss die Herzfunktion vor Beginn und während der Behandlung regelmäßig untersucht werden.

Wie stark die einzelnen Beschwerden ausfallen, hängt von der Erkrankung und von der Begleitbehandlung ab. Muskel- und Gelenkschmerzen traten in den Studien bei einem großen Teil der Behandelten auf, waren aber nur bei wenigen schwer ausgeprägt. Eine Blutarmut war häufig, eine ausgeprägte Blutarmut dagegen deutlich seltener; wie stark sie ausfällt, hängt auch davon ab, wie hoch der Blutfarbstoff schon vor Beginn der Behandlung lag. Beschrieben ist ferner eine Veränderung der Hautfarbe an behandelten Stellen.

Es liegen auch einige Gegenanzeigen gegen Paclitaxel vor. So darf das Mittel nicht verabreicht werden, wenn beim Patienten eine ausgeprägte Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff oder – beim herkömmlichen Infusionskonzentrat – gegen den darin enthaltenen Lösungsvermittler aus Rizinusöl vorliegt. Weitere Kontraindikationen sind nicht-behandelbare Infektionen im Falle eines Kaposi-Sarkoms, eine zu niedrige Zahl neutrophiler weißer Blutkörperchen vor Behandlungsbeginn sowie schwere Störungen der Leberfunktion. Bei Herzfunktionsstörungen oder leichten Leberfunktionsstörungen muss der Arzt zwischen Risiko und Nutzen genau abwägen.

Schon eine mittelschwere Einschränkung der Leberfunktion kann die Unterdrückung der Blutbildung verstärken; diese Patienten werden deshalb besonders sorgfältig beobachtet. Selten wurde eine schwere Entzündung des Dickdarms beobachtet, auch bei Patienten, die keine Antibiotika erhielten – bei schwerem oder anhaltendem Durchfall während oder kurz nach der Behandlung ist daran zu denken. Wird zusätzlich die Lunge bestrahlt, kann sich unabhängig von der Reihenfolge eine Entzündung des Lungengewebes entwickeln.

Über die Anwendung von Paclitaxel in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Informationen vor. Es darf jedoch während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, da es wie andere Zytostatika zu Schädigungen des ungeborenen Kindes führen kann. Während des Stillens ist Paclitaxel sogar ausdrücklich gegenangezeigt, da nicht bekannt ist, ob das Mittel beim Menschen in die Muttermilch übergeht, im Tierversuch aber ein Übertritt in die Milch nachgewiesen wurde; das Stillen muss für die Dauer der Behandlung unterbrochen werden.

Paclitaxel kann das Erbgut schädigen. Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter müssen deshalb während der Behandlung und mehrere Monate darüber hinaus für eine zuverlässige Empfängnisverhütung sorgen. Männern wird zudem geraten, sich vor Beginn der Behandlung über das Einfrieren von Samenzellen beraten zu lassen, weil eine bleibende Unfruchtbarkeit möglich ist.

Vor der Anwendung von Paclitaxel bei Eierstockkrebs ist es wichtig, das Präparat stets vor dem Zytostatikum Cisplatin zu verabreichen. Bei umgekehrter Anwendung droht sonst eine stärkere Beeinträchtigung der Knochenmarkfunktion.

Abgebaut wird Paclitaxel in der Leber vor allem über die Enzyme CYP2C8 und CYP3A4. Arzneimittel, die diese Enzyme hemmen – darunter Erythromycin, Fluoxetin, Clopidogrel, Cimetidin und mehrere Mittel gegen HIV wie Ritonavir –, können die Belastung des Körpers mit Paclitaxel und damit seine Giftigkeit erhöhen. Von der gleichzeitigen Gabe von Stoffen, die dieselben Enzyme anregen, wird umgekehrt abgeraten, etwa von Rifampicin, Carbamazepin und Phenytoin: Sie können die Wirkung von Paclitaxel abschwächen. Wird Paclitaxel zusammen mit Doxorubicin eingesetzt, soll es mit zeitlichem Abstand nach diesem gegeben werden, weil sonst der Abbau von Doxorubicin verzögert sein kann.

Ein Gegenmittel gegen eine Überdosierung gibt es nicht. Behandelt werden dann die zu erwartenden Hauptwirkungen: die Schädigung des Knochenmarks, die Schädigung der Nerven und die Entzündung der Schleimhäute. Bei Kindern und Jugendlichen kann eine Überdosierung des lösungsmittelhaltigen Präparats zusätzlich mit einer Alkoholvergiftung einhergehen.

Dass Paclitaxel selbst die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt, ist nicht gezeigt worden; zu beachten ist beim herkömmlichen Konzentrat der Alkoholgehalt. Weil dieses Präparat langsam über mehrere Stunden infundiert wird, fällt die Wirkung des Alkohols geringer aus, als die enthaltene Menge zunächst vermuten lässt.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Engelhardt, M., Mertelsmann, R., Duyster, J. (Hrsg.): Das Blaue Buch – Chemotherapie-Manual Hämatologie und Onkologie.
    ISBN: 9783662677483
  • Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J.: Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783609512242
  • Eucker, J., Scholz, C. (Hrsg.): Facharztwissen Hämatologie Onkologie.
    ISBN: 9783437212079

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