Mefloquin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Mefloquin wird ein Wirkstoff bezeichnet, der zur Behandlung und Vorbeugung von Malaria dient. Nach den Sicherheitsbeschränkungen wegen schwerer Nebenwirkungen und rückläufiger Nachfrage hat der Hersteller den Vertrieb des Medikaments in Deutschland eingestellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mefloquin?

Mefloquin
Zu den Anwendungsgebieten von Mefloquin gehören sowohl Behandlung als auch Notfallbehandlung von Malaria.
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Mefloquin wurde gemeinsam von dem Schweizer Pharmakonzern F. Hoffmann-La-Roche AG und einem Institut der US-Armee entwickelt, um die Tropenkrankheit Malaria zu behandeln. Ebenso ist mit dem synthetischen Arzneistoff eine Vorbeugung möglich.

Mefloquin ist verschreibungspflichtig und bedarf der Vorlage eines Patientenpasses. Darüber hinaus muss vor der Verordnung eine Liste für eventuelle Gegenanzeigen ausgefüllt werden. Grund dafür sind stark ausgeprägte psychiatrische und neurologische Nebenwirkungen des Medikaments, die bereits bei seiner Einführung für kontroverse Diskussionen sorgten. So wurde Mefloquin mit mehreren Selbstmorden, Selbstmordversuchen und Suizidgedanken in Zusammenhang gebracht. Ein eindeutiger Nachweis blieb jedoch aus. Mit dem Rote-Hand-Brief vom September 2013 wurden suizidale Gedanken, selbstgefährdendes Verhalten und Suizid gleichwohl als Nebenwirkungen in die Produktinformation aufgenommen.

In Deutschland war Mefloquin bislang unter dem Handelsnamen Lariam® erhältlich. In den letzten Jahren erwiesen sich die Verkaufszahlen des Arzneimittels hierzulande jedoch als rückläufig, sodass es an Bedeutung für die Malaria-Prophylaxe einbüßte. Seit 2013 ist eine Verordnung des Mittels nur noch unter speziellen Auflagen möglich. Im Februar 2016 entschloss sich der Hersteller Roche, auf die Zulassung von Lariam® in der Bundesrepublik zu verzichten. Noch im April 2016 folgte die Einstellung des Vertriebs des Mefloquin-Präparats. Apotheken und Großhandel durften das Medikament noch für weitere zwei Jahre abverkaufen. Diese Frist ist inzwischen abgelaufen; seither ist Mefloquin in Deutschland nur noch über den Einzel- oder Parallelimport erhältlich, da Lariam® in mehreren anderen Ländern der Europäischen Union weiterhin verfügbar ist.

Aufgrund der schweren Nebenwirkungen erhält der Wirkstoff keine Empfehlung zur notfallmäßigen Selbstbehandlung mehr. Nach den aktuellen Empfehlungen der DTG (Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin) hat Mefloquin wegen seines Nebenwirkungsprofils und der aufwendigen Verordnung und Beschaffung an Stellenwert verloren. Eine der Optionen zur Vorbeugung bleibt es dennoch: Bei Kindern und Langzeitreisenden gilt die nur einmal wöchentliche Einnahme als Vorteil, und Mefloquin ist das einzige in Deutschland verwendete Mittel zur Malariavorbeugung, das für die Anwendung in der Schwangerschaft zugelassen ist. Eingesetzt werden kann es bei Beachtung der Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen vor allem in Gebieten mit hohem Malariarisiko.

Pharmakologische Wirkung

Mefloquin entfaltet eine antiparasitäre Wirkung und lässt sich gegen Malariaparasiten wie Plasmodium malariae, Plasmodium vivax, Plasmodium falciparum und Plasmodium ovale einsetzen. In seiner Struktur ist der synthetische Arzneistoff mit anderen Malariamitteln wie Chloroquin und Chinin verwandt. Zu seinen Eigenschaften gehört das Stören der wichtigsten Stoffwechselabläufe der Erreger. Dadurch sterben die Parasiten schließlich ab.

Der menschliche Körper nimmt Mefloquin gut auf; der Wirkstoff bindet sich in hohem Maße an Plasmaproteine. Die Plasmahalbwertszeit liegt bei ungefähr 20 Tagen. Das Ausscheiden des Wirkstoffes findet in erster Linie über den Stuhl statt. Bis das Mefloquin vollständig aus dem Organismus ausgeschieden ist, vergeht dementsprechend ein Vielfaches dieser Zeit. Dadurch zeigen sich auch die Nebenwirkungen des Medikaments oft noch nach mehreren Monaten.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Soweit dieser Abschnitt die Anwendung im Präsens beschreibt, bezieht er sich auf importierte Mefloquin-Präparate; ein in Deutschland zugelassenes Fertigarzneimittel mit diesem Wirkstoff gibt es seit 2016 nicht mehr.

Zu den Anwendungsgebieten von Mefloquin gehören sowohl Behandlung als auch Notfallbehandlung von Malaria. Dies gilt besonders zur Bekämpfung des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum, der sich mit anderen Präparaten gegen Malaria nur schwer behandeln lässt.

Erfolgt eine Therapie von Plasmodium-vivax-Malaria mit Mefloquin, so ist eine weitere Behandlung der in der Leber befindlichen Parasiten mit anderen Malaria-Präparaten notwendig, um Rückfällen vorzubeugen. Dazu gehört u. a. Primaquin.

Mefloquin kann auch zur Vorbeugung von Malaria eingenommen werden. Dies gilt aber nur, wenn die betroffene Person eine Reise in Regionen unternimmt, in denen Plasmodium-falciparum-Stämme auftreten. Im Zweifelsfall sollte ein spezialisierter Tropenarzt um Rat gefragt werden.

Verabreicht wird Mefloquin in Form von Tabletten. Zur Malaria-Prophylaxe erfolgt die Einnahme des Mittels einmal in der Woche nach einer Mahlzeit. Die Vorbeugung sollte bereits eine Woche vor Reiseantritt beginnen. Nach Ende der Reise muss der Patient die Einnahme des Arzneimittels weitere vier Wochen fortsetzen. Während der Einnahme von Mefloquin sollte der Patient stets den beiliegenden Patientenpass bei sich haben und jedem zuständigen Arzt vorlegen.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Anwendung von Mefloquin kann es zu psychiatrischen und neurologischen Beschwerden kommen. Zu den häufigsten Symptomen zählen ungewöhnliche Träume, Schlaflosigkeit, Schwindel, Störungen des Gleichgewichts, Schläfrigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Durchfall.

Weitere mögliche Nebeneffekte sind Depressionen, Aggressionen, Verwirrtheitszustände, Halluzinationen, Panikattacken, Verfolgungswahn, Reaktionen, die einer Psychose ähneln, Missempfindungen in den Gliedmaßen, Gangunsicherheit, Zittern, Vergesslichkeit und Ohnmacht. Bei Epileptikern besteht ein erhöhtes Risiko von Krampfanfällen. Krampfanfälle jeglichen Ursprungs in der Vorgeschichte gelten seit dem Rote-Hand-Brief von 2013 als Gegenanzeige für die Malaria-Prophylaxe und die Stand-by-Notfallbehandlung.

Darüber hinaus wird Mefloquin zugeschrieben, Selbstmordabsichten auszulösen. Zeigen sich die beschriebenen Beschwerden während der Mefloquin-Anwendung, ist die Einnahme des Wirkstoffes sofort zu beenden und der behandelnde Arzt zu informieren. Dieser hat die Möglichkeit, ein anderes Malariamittel zu verordnen.

Weil Mefloquin über eine ungewöhnlich lange Verweilzeit im Körper verfügt, können die Nebenwirkungen auch noch Monate nach dem Ende der Therapie auftreten und über Monate anhalten. Leidet der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen Mefloquin oder ähnliche Stoffe wie Chinidin bzw. Chinin, darf keine Behandlung mit dem Wirkstoff erfolgen. Dies gilt auch bei Vorliegen von schweren Leberfunktionsstörungen und Schwarzwasserfieber, bei dem es sich um eine schwere Malariakomplikation mit Hämoglobinurie handelt.

Eine sogenannte Stand-by-Notfallbehandlung mit Mefloquin darf nicht stattfinden, wenn eine Depression, Schizophrenie, Psychose, allgemeine Angststörungen oder seelische Störungen vorliegen. Auch nach Selbstmordversuchen oder bei selbstgefährdendem Verhalten ist von der Gabe des Mittels abzusehen.

Durch die gleichzeitige Anwendung von Mefloquin und anderen Medikamenten können störende Wechselwirkungen auftreten. Daher darf es nicht gemeinsam mit Wirkstoffen verabreicht werden, mit denen eine Verwandtschaft besteht. Dabei handelt es sich um Chloroquin, Chinin, Chininsulfat und Chinidin. Es besteht dadurch die Gefahr von Herzschlagveränderungen und Krampfanfällen. Kontraindiziert ist ebenso die gleichzeitige Behandlung mit Halofantrin oder Ketoconazol; beide Wirkstoffe dürfen nach dem Rote-Hand-Brief von 2013 auch noch mehrere Monate nach der letzten Mefloquin-Dosis nicht eingenommen werden.

Die Wirkung von Mefloquin wird durch eine gleichzeitige Zufuhr von Johanniskraut-Extrakten abgeschwächt. Der gleiche Effekt kommt durch die parallele Einnahme des Antibiotikums Rifampicin zustande.

Wie Mefloquin heute nach Deutschland gelangt

Die Empfehlungen der DTG von 2026 beschreiben den Weg genau. Der Wirkstoff ist in Deutschland nicht mehr auf dem Markt, die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur besteht jedoch weiter. Mefloquinhaltige Präparate dürfen deshalb grundsätzlich von jeder deutschen Apotheke aus dem Ausland eingeführt werden; die Agentur führt im Einzelnen auf, in welchen Ländern der Stoff unter welcher Bezeichnung im Handel ist. Daneben besteht die Möglichkeit, in Deutschland zugelassene parallelimportierte Präparate zu beziehen.

Praktisch bedeutet das eine Wartezeit. Weil Apotheken Importarzneimittel nicht auf Vorrat halten dürfen, müssen Reisende mit einigen Tagen Vorlauf bis zum Erhalt des Medikaments rechnen. Vor einer Vorbeugung mit diesem Wirkstoff ist die ärztliche Beratung deshalb deutlich früher nötig als bei einem im Inland erhältlichen Mittel. Genau diese Umstände zählen die Empfehlungen neben dem Nebenwirkungsprofil zu den Gründen, aus denen der Stoff an Bedeutung eingebüßt hat.

Resistenzen begrenzen den Einsatz

Die Wirksamkeit von Mefloquin ist nicht überall gegeben. Die Länderübersicht der Empfehlungen von 2026 führt eine eigene Kennzeichnung für Gebiete, in denen die Vorbeugung wegen Resistenzen des Erregers nicht mit Mefloquin erfolgen soll; dort ist stattdessen auf die Kombination aus Atovaquon und Proguanil oder auf Doxycyclin auszuweichen. Ausdrücklich genannt werden Resistenzberichte unter anderem für Thailand und für Vietnam.

Die Resistenzlage ist damit neben den Gegenanzeigen der zweite Punkt, den die ärztliche Beratung vor der Reise klären muss. Welches Mittel zur Vorbeugung taugt, hängt nicht allein vom Gesundheitszustand des Reisenden ab, sondern ebenso vom Reiseziel und von der dort verbreiteten Erregerart.

Das Anwendungsgebiet ist eng gefasst

Der Rote-Hand-Brief von 2013 beschreibt das Anwendungsgebiet enger, als es die allgemeine Rede von der Malariabehandlung erkennen lässt. Für die Behandlung und für die Notfallbehandlung in Eigenregie ist der Wirkstoff danach insbesondere bei jener Form der Malaria angezeigt, die durch Plasmodium falciparum hervorgerufen wird und bei der der Erreger gegen andere Malariamittel unempfindlich geworden ist. Nach der Behandlung einer durch Plasmodium vivax verursachten Malaria soll anschließend ein Mittel aus der Gruppe der 8-Aminochinoline gegeben werden, um die in der Leber verbliebenen Formen des Parasiten zu beseitigen und Rückfällen vorzubeugen.

Für die vorbeugende Einnahme ist die Eingrenzung noch schärfer: Empfohlen wird sie ausschließlich für Reisende, die in Gebiete mit mehrfach unempfindlichen Stämmen von Plasmodium falciparum reisen. In Zweifelsfällen soll die Wahl des Mittels erst nach tropenmedizinischer Beratung getroffen werden.

Checkliste und Patientenpass vor der Verordnung

Seit Mitte 2013 soll Mefloquin nur noch verschrieben werden, wenn zuvor eine Checkliste zur Abfrage möglicher Gegenanzeigen ausgefüllt und den Reisenden ein Patientenpass ausgestellt wurde. Der Rote-Hand-Brief aus dem September 2013 nennt daneben einen Leitfaden für medizinisches Fachpersonal, den der Hersteller zusammen mit der Checkliste und dem Patientenpass zur Verfügung stellte.

Er verpflichtete die verordnenden Ärzte außerdem zu einem bestimmten Gesprächsinhalt: Zu geben war ein vollständiger Überblick über das neuropsychiatrische Nebenwirkungsprofil, dazu die Aufforderung an die Patienten, die Gebrauchsinformation zu lesen, sowie die Aushändigung des Patientenpasses. Hinzu kam die Anweisung, die Einnahme sofort zu beenden und umgehend ärztlichen Rat einzuholen, falls bestimmte Beschwerden auftreten. Ausdrücklich genannt sind dabei Suizidgedanken, selbstgefährdendes Verhalten, starke Angst, ein Gefühl der Unruhe, Verwirrung, Misstrauen gegenüber anderen, Trugwahrnehmungen des Sehens oder Hörens, Niedergeschlagenheit und jede Veränderung des seelischen Zustands.

Weil schwere Nebenwirkungen häufig bereits nach der ersten oder zweiten Einnahme auftreten, raten die Empfehlungen von 2026 dazu, bei erstmaliger Anwendung deutlich vor der Abreise mit der Vorbeugung zu beginnen. Zeigt sich eine Unverträglichkeit, lässt sich dann noch vor Reiseantritt ein anderes Mittel finden.

Weitere Warnhinweise aus dem Rote-Hand-Brief

Neben den neuropsychiatrischen Reaktionen führte der Rote-Hand-Brief vier weitere Risikobereiche auf. Zur Wirkung auf das Herz heißt es, Patienten sollten einen Arzt aufsuchen, wenn während der Vorbeugung Zeichen einer Herzrhythmusstörung oder Herzklopfen auftreten; in seltenen Fällen können solche Beschwerden schweren Nebenwirkungen am Herzen vorausgehen.

Jeder Patient mit Sehstörungen soll an einen Arzt überwiesen werden, weil bestimmte Erkrankungen der Netzhaut oder des Sehnervs einen Abbruch der Behandlung erfordern können. Berichtet wurde ferner über Fälle einer Polyneuropathie, also einer Schädigung mehrerer Nerven, die sich durch Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Muskelschwäche äußert. Treten solche Zeichen auf, soll Mefloquin abgesetzt werden, um einer bleibenden Schädigung zuvorzukommen.

Schließlich wurde über eine Pneumonitis, eine Entzündung des Lungengewebes, berichtet, die möglicherweise allergisch ausgelöst war. Patienten, die unter der Einnahme Atemnot, trockenen Husten oder Fieber entwickeln, sollen sich ärztlich untersuchen lassen. Für die Anwendung über lange Zeiträume hält der Brief fest, dass das Mittel in klinischen Studien nicht länger als ein Jahr gegeben wurde; ist eine längere Anwendung nötig, sollen regelmäßige Untersuchungen einschließlich der Leberwerte und wiederholter augenärztlicher Kontrollen stattfinden.

Wechselwirkungen im Einzelnen

Der Rote-Hand-Brief beschreibt eine Wechselwirkung in beide Richtungen. Zum einen kann die gleichzeitige Anwendung von Mefloquin und Mitteln gegen Krampfanfälle wie Valproinsäure, Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin deren Blutspiegel senken und damit die Anfallskontrolle verschlechtern; die Spiegel sind deshalb zu überwachen. Zum anderen kann die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die die Krampfschwelle herabsetzen, das Risiko für Krampfanfälle erhöhen. Genannt werden trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Bupropion, Antipsychotika, Tramadol, Chloroquin und einige Antibiotika; die Empfehlungen von 2026 zählen zusätzlich Alkohol und andere Rauschmittel dazu.

Dieselben Empfehlungen raten davon ab, Mefloquin mit Substanzen zu verbinden, die das QTc-Intervall im EKG verlängern können. Bei bedeutsamen Störungen der Erregungsleitung am Herzen und bei gleichzeitiger Behandlung mit einem Antiarrhythmikum der Klasse IA, also einem chinidinartigen Natriumkanalblocker, soll der Wirkstoff nicht gegeben werden.

Vorsicht ist ferner bei Mitteln geboten, die das Enzym CYP3A4 hemmen oder anregen. Mefloquin selbst erhöht über diesen Weg den Blutspiegel von Rivaroxaban. Zusammen mit Cumarinen kann es deren gerinnungshemmende Wirkung verstärken: Reisende, die auf solche Mittel eingestellt sind, sollen ihren Gerinnungswert vor Beginn der Vorbeugung messen und ihn noch vor der Abreise erneut kontrollieren lassen. Auch mit blutzuckersenkenden Tabletten sind Wechselwirkungen möglich, sodass die Blutzuckereinstellung vor der Reise zu überprüfen ist.

Anwendung bei besonderen Personengruppen

Für die Schwangerschaft halten die Empfehlungen von 2026 fest, dass bei keinem Malariamittel Gewissheit über die Unbedenklichkeit für das ungeborene Kind besteht und deshalb in jedem Einzelfall streng abzuwägen ist. Mefloquin ist danach vom ersten Schwangerschaftsdrittel an zur Vorbeugung einsetzbar; aus der Anwendung bei mehreren tausend Schwangeren lässt sich ableiten, dass kein erhöhtes Risiko einer Fruchtschädigung besteht.

Bei Kindern gilt die nur einmal wöchentliche Einnahme als Vorteil. Über das Risiko neuropsychiatrischer Nebenwirkungen ist auch hier umfassend aufzuklären, wobei zu deren Häufigkeit im Kindesalter nur sehr wenig bekannt ist. Die Tabletten lassen sich zerdrückt mit einem Stück Banane geben oder in Wasser, Milch oder Fruchtsaft auflösen; das Medikament schmeckt allerdings sehr bitter.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Anpassung nötig, weil der Wirkstoff überwiegend in der Leber umgebaut wird; auch Dialysepatienten können ihn erhalten, sollen ihn aber möglichst nach der Blutwäsche einnehmen. Umgekehrt kann bei beeinträchtigter Leberfunktion die Ausscheidung verlängert sein, was zu höheren Blutspiegeln und mehr Nebenwirkungen führt. Bei einer Epilepsie darf Mefloquin zur Vorbeugung nicht eingesetzt werden, und schon eine idiopathische Epilepsie in der Familie gilt als Gegenanzeige. Bei Flugzeugführern ist der Wirkstoff kontraindiziert; auch Reisende mit Tätigkeiten, die ungestörte Aufmerksamkeit, räumliche Orientierung und Feinmotorik erfordern, etwa Taucher, sollen ihn nicht nehmen.

Quellen

  • Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
    ISBN: 9783437216428
  • Salzberger, B. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Infektionskrankheiten und Impfungen.
    ISBN: 9783437238178
  • Mehlhorn, H.: Die Parasiten des Menschen.
    ISBN: 9783662653142
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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