Nukleosidanaloga

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Nukleosidanalogon gilt eine Substanz, die einem natürlichen Nukleosid ähnelt. Es handelt sich namentlich insbesondere um solche Arzneistoffe, die zur antiviralen Behandlung eingesetzt werden (sogenannte nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, NRTI). Nukleosidanaloga spielen deshalb eine bedeutende Rolle zur Behandlung von Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis B (HBV) oder Hepatitis C (HCV). Nicht jedes Nukleosidanalogon ist allerdings ein NRTI: Wirkstoffe wie Aciclovir oder Penciclovir hemmen die DNA-Polymerase von Herpesviren, und Substanzen wie Pentostatin oder Cytarabin werden als Zytostatika gegen Krebserkrankungen eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Nukleosidanaloga?

Nukleosidanaloga
Das Anwendungsgebiet der Nukleosidanaloga bildet die Therapie von Virusinfektionen. Die wichtigsten Gebiete stellen hierbei die Behandlung von HIV und Hepatitis B (HBV) dar.
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Bei dem Term Nukleosidanalogon handelt es sich um einen Sammelbegriff der Humanmedizin und Pharmakologie. Hierunter werden verschiedene Stoffe bezeichnet, die Ähnlichkeiten zu den natürlichen Nukleosiden aufweisen. Als Nukleosid gelten Verbindungen aus einer Nukleinbase und Pentose, die einen wichtigen Bestandteil der Nukleinsäuren (zu denen auch die DNS zählt) bilden. Nukleosidanaloga ähneln deshalb den Bausteinen der Erbsubstanz.

Aufgrund dieser Eigenschaften gelingt es ihnen, die Vermehrung von Viren zu unterdrücken. Sie verringern hierdurch die Viruslast im Körper, was zu spürbaren Verbesserungen der spezifischen Krankheitssymptome führt.

Zu den wichtigsten Nukleosidanaloga zählen die Arzneistoffe Ribavirin, Zidovudin, Abacavir, Didanosin, Stavudin und Lamivudin. Sie werden zur Behandlung von HIV, Hepatitis B (HBV) oder Hepatitis C (HCV) eingesetzt. Eng verwandt sind die Nukleotidanaloga Tenofovir und Adefovir, die im Unterschied dazu bereits eine Phosphatgruppe mitbringen; sie kommen bei HIV und Hepatitis B zum Einsatz.

Wie gut ein Nukleosidanalogon wirkt, hängt auch davon ab, ob der Erreger unempfindlich geworden ist. Bei den Herpesviren beruht die häufigste Form dieser Unempfindlichkeit darauf, dass dem Virus das Enzym Thymidinkinase fehlt, mit dem es den Wirkstoff sonst selbst scharf schaltet; die Vertreter der Gruppe verlieren dann meist gemeinsam ihre Wirkung. Nur ein kleiner Teil der gegen Aciclovir unempfindlich gewordenen Herpesviren spricht noch auf Penciclovir an, weil bei ihnen eine andere Ursache zugrunde liegt: eine veränderte DNA-Polymerase statt einer fehlenden Thymidinkinase.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Die Wirksamkeit von Nukleosidanaloga baut wesentlich auf ihrer strukturellen Ähnlichkeit zu den Bestandteilen der Erbsubstanz auf. Die entsprechenden Stoffe werden von der Zelle aufgenommen und entfalten erst durch eine, innerhalb der Zelle erfolgende, Phosphorylierung eine relevante Wirkung. Bei dieser wandelt die Zelle das Nukleosidanalogon schrittweise zu Phosphatresten um.

Die Analoga werden quasi als „falsche“ Bauteile Bestandteil der generierten DNS. Dies führt zu einer Unterbrechung einer sonst ordnungsgemäß aufgebauten DNS-Kette und verursacht dadurch den Abbruch der Polymerisation. Die reverse Transkription des Virus wird gestoppt, und der Erreger kann sich nicht weiter vermehren. Nach einiger Zeit kommt es damit zu einer erheblichen Verringerung der Viruslast im Körper.

Dieser Weg über die reverse Transkription beschreibt die Nukleosidanaloga gegen HIV. Die Herpesmittel der Gruppe greifen an einer anderen Stelle an: Aciclovir und Penciclovir werden erst durch eine Thymidinkinase aktiviert, die das Virus in der befallenen Zelle selbst bilden lässt, und blockieren danach die DNA-Polymerase des Erregers. Weil gesunde Zellen dieses Virusenzym nicht besitzen, entsteht dort kaum aktiver Wirkstoff. Die Zytostatika unter den Nukleosidanaloga wirken wieder anders: Pentostatin hemmt das Enzym Adenosindesaminase, dessen Aktivität in den Zellen des Lymphsystems am höchsten ist; wie daraus die Wirkung gegen bestimmte Formen von Blutkrebs entsteht, ist nach den Angaben der Fachinformation noch nicht abschließend geklärt. Der Sammelbegriff fasst damit Stoffe zusammen, die einander chemisch ähneln, im Körper aber an ganz verschiedenen Enzymen ansetzen.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Das Anwendungsgebiet der Nukleosidanaloga bildet die Therapie von Virusinfektionen. Die wichtigsten Gebiete stellen hierbei die Behandlung von HIV und Hepatitis B (HBV) dar. Die Vergabe im Rahmen einer HIV-Therapie fand erstmals im Jahr 1987 statt. Die Entwicklung der Nukleosidanaloga markierte den Beginn der modernen Kombinationsbehandlung, welche zu erheblichen Therapieerfolgen führte.

Bei modernen Präparaten der jüngeren Generation erfolgt die Anwendung einmal täglich in Form von Filmtabletten zur oralen Einnahme. Nukleosidanaloga sind damit für den Patienten selbst leicht einzunehmen. Zur Behandlung einer HIV-Infektion kommen unter anderem die Nukleosidanaloga Emtricitabin, Zidovudin, Lamivudin und Abacavir zum Einsatz; früher wurden auch Stavudin und Didanosin verwendet. Stavudin ist allerdings nicht mehr verfügbar: Die Europäische Kommission hat die Zulassung des Präparats Zerit® im Jahr 2020 zurückgenommen.

Nukleosidanaloga können erst seit Ende der 1990er Jahre zur Therapie von Hepatitis B (HBV) verabreicht werden. Zunächst wurden der zur Behandlung einer HIV-Infektion entwickelte Wirkstoff Lamivudin und das etwas jüngere Adefovir verabreicht.

Moderne Behandlungsansätze setzen hingegen auf neuere Vertreter. Namentlich werden das Nukleotidanalogon Tenofovir und das Nukleosidanalogon Entecavir verabreicht. Hiervon erhoffen sich Mediziner eine geringere Resistenzentwicklung sowie größere Erfolge bei der Langzeittherapie. Anders als bei HIV genügt zur Bekämpfung von HBV in der Regel ein einzelnes Nukleosid- oder Nukleotidanalogon; eine Kombination mehrerer Substanzen kommt vor allem dann in Betracht, wenn das Virus gegen den zuerst eingesetzten Wirkstoff unempfindlich geworden ist.

Für die zur Behandlung von HIV und Hepatitis B eingesetzten Nukleosidanaloga besteht innerhalb der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten von Amerika eine strenge Verschreibungs- und Apothekenpflicht, sodass ein Erhalt nur nach vorheriger ärztlicher Verordnung möglich ist. Äußerlich anzuwendende Nukleosidanaloga gegen Lippenherpes wie Aciclovir oder Penciclovir sind dagegen in Deutschland zwar apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig.


Verabreichung & Dosierung

Bei der Verabreichung und Dosierung von Nukleosidanaloga, die häufig zur Behandlung von Virusinfektionen wie HIV und Hepatitis B sowie bestimmten Krebsarten eingesetzt werden, sind mehrere wichtige Punkte zu beachten.

Dosierung: Die Dosierung von Nukleosidanaloga hängt von der spezifischen Erkrankung, dem Medikament und den individuellen Patientenfaktoren ab. Zum Beispiel wird Zidovudin (AZT) für HIV-Infektionen typischerweise in einer Dosis von 300 mg zweimal täglich verabreicht. Lamivudin (3TC) wird oft in einer Dosis von 150 mg zweimal täglich oder 300 mg einmal täglich eingenommen.

Verabreichung: Nukleosidanaloga werden meist oral eingenommen; einige werden in die Vene gegeben, die Mittel gegen Lippenherpes äußerlich auf die Haut aufgetragen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, sollte aber nach den spezifischen Anweisungen des Arztes und der Packungsbeilage erfolgen, um die Wirksamkeit zu maximieren und Nebenwirkungen zu minimieren.

Nebenwirkungen: Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Müdigkeit. Schwere Nebenwirkungen können Laktatazidose, Hepatomegalie und Pankreatitis sein. Patienten sollten bei ungewöhnlichen Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen.

Nieren- und Leberfunktion: Da viele Nukleosidanaloga über die Nieren ausgeschieden werden, ist eine Dosisanpassung bei Patienten mit Niereninsuffizienz oft erforderlich. Auch die Leberfunktion sollte regelmäßig überwacht werden, insbesondere bei Medikamenten wie Lamivudin, das bei Patienten mit Lebererkrankungen wie Hepatitis B verwendet wird.

Wechselwirkungen: Nukleosidanaloga können mit anderen Medikamenten interagieren, was deren Wirksamkeit beeinflussen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann. Zum Beispiel kann die gleichzeitige Einnahme von Zidovudin und Doxorubicin das Risiko für myelosuppressive Nebenwirkungen erhöhen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Einige Nukleosidanaloga können während der Schwangerschaft eingenommen werden, andere sollten vermieden werden. Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten ihre Medikamente nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Langzeitüberwachung: Regelmäßige Blutuntersuchungen sind notwendig, um die Blutzellzahlen, Leber- und Nierenfunktionen zu überwachen und mögliche toxische Wirkungen frühzeitig zu erkennen.

Es ist entscheidend, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen und regelmäßig medizinische Überprüfungen durchzuführen, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten.

Risiken & Nebenwirkungen

Obwohl Nukleosidanaloga als gut verträglich gelten, bleibt die Einnahme nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. Häufig kommt es nach der Anwendung zu Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Patienten berichten über ein unbegründetes Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe (Durchfall). Darüber hinaus kann es auch zu einem allgemeinen Unwohlsein und Kopfschmerzen kommen.

Daneben sind auch Langzeitnebenwirkungen denkbar, die sich erst nach mehrjähriger Einnahme zeigen. Möglich ist das Auftreten von Pankreatitiden, Myelotoxizität, Polyneuropathie, Laktatazidosen und Lipoatrophie. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Nukleosidanaloga gegenüber Mitochondrien toxisch wirken. Die Intensität der giftigen Wirkungen hängt allerdings vom jeweils eingesetzten Präparat ab.

Patienten, die gegen das jeweils zum Einsatz kommende Nukleosidanalogon allergisch reagieren, müssen von einer Einnahme absehen, da eine medizinische Gegenanzeige besteht.

Kontraindikationen

Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Nukleosidanaloga umfassen mehrere klinische Bedingungen und individuelle Faktoren, die die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen können.

Allergische Reaktionen: Eine bekannte Überempfindlichkeit oder allergische Reaktion auf das spezifische Nukleosidanalogon ist eine absolute Kontraindikation. Patienten, die in der Vergangenheit allergische Reaktionen auf ähnliche Medikamente hatten, sollten alternative Therapien in Betracht ziehen.

Schwere Lebererkrankungen: Patienten mit schweren Lebererkrankungen, wie z.B. dekompensierter Leberzirrhose, sollten Nukleosidanaloga nur unter strenger ärztlicher Aufsicht verwenden. Diese Medikamente können die Leberfunktion weiter beeinträchtigen und zu schweren Komplikationen führen.

Schwere Niereninsuffizienz: Da viele Nukleosidanaloga über die Nieren ausgeschieden werden, kann eine schwere Niereninsuffizienz das Risiko einer Akkumulation und Toxizität erhöhen. Eine sorgfältige Dosisanpassung und Überwachung sind erforderlich.

Laktatazidose und Hepatomegalie: Patienten mit einer Vorgeschichte von Laktatazidose oder Hepatomegalie, insbesondere wenn diese mit einer Steatose einhergeht, sollten Nukleosidanaloga vermeiden oder unter strenger Überwachung anwenden, da diese Zustände durch die Medikamente verschlimmert werden können.

Pankreatitis: Patienten mit einer Vorgeschichte von Pankreatitis sollten Nukleosidanaloga mit Vorsicht verwenden, da einige dieser Medikamente das Risiko einer Pankreasentzündung erhöhen können.

Schwangerschaft und Stillzeit: Einige Nukleosidanaloga sind in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert, da sie potenziell teratogene Wirkungen haben oder über die Muttermilch ausgeschieden werden können. Schwangere und stillende Frauen sollten die Risiken und Vorteile der Therapie mit ihrem Arzt sorgfältig abwägen.

Myelosuppression: Patienten mit bereits bestehender Myelosuppression oder hämatologischen Erkrankungen sollten Nukleosidanaloga mit Vorsicht anwenden, da diese Medikamente das Risiko für Knochenmarkssuppression und Anämie erhöhen können.

Kombination mit bestimmten Medikamenten: Nukleosidanaloga können mit anderen Medikamenten interagieren, was zu erhöhten toxischen Wirkungen führen kann. Von der gleichzeitigen Anwendung von Zidovudin und Ribavirin rät die Fachinformation ab, weil eine durch Ribavirin ausgelöste Blutarmut dadurch stärker ausfallen kann. Wird Zidovudin zusammen mit Doxorubicin gegeben, sind Nierenfunktion und Blutbild besonders sorgfältig zu überwachen und die Menge eines der beiden Mittel ist bei Bedarf zu verringern.

Eine sorgfältige Anamnese und kontinuierliche Überwachung sind erforderlich, um die Sicherheit der Behandlung mit Nukleosidanaloga zu gewährleisten.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Nukleosidanaloga, die zur Behandlung von Virusinfektionen wie HIV und Hepatitis B sowie bestimmten Krebsarten eingesetzt werden, können mit verschiedenen Medikamenten interagieren, was die Wirksamkeit beeinflussen und das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann.

Antiretrovirale Medikamente: Bei der Behandlung von HIV werden Nukleosidanaloga regelhaft mit weiteren antiretroviralen Arzneimitteln kombiniert, etwa mit Proteaseinhibitoren oder Nicht-Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren. Auch untereinander können sich die Vertreter der Gruppe beeinflussen: Stavudin (d4T) hebt die Wirkung von Zidovudin (AZT) im Laborversuch auf, weshalb die gleichzeitige Anwendung beider Stoffe nach der Fachinformation vermieden werden soll.

Myelosuppressive Medikamente: Medikamente, die das Knochenmark unterdrücken, wie einige Chemotherapeutika (z.B. Doxorubicin) und Antimetaboliten (z.B. Hydroxyurea), können die myelosuppressiven Effekte von Nukleosidanaloga verstärken. Diese Kombination kann zu einer erhöhten Gefahr schwerer Anämie und Neutropenie führen.

Ribavirin: Die gleichzeitige Verwendung von Ribavirin, das häufig zur Behandlung von Hepatitis C eingesetzt wird, mit bestimmten Nukleosidanaloga wie Zidovudin kann das Risiko einer schweren Anämie erhöhen.

Probenecid: Probenecid, ein Medikament zur Behandlung von Gicht, kann die renale Clearance von Nukleosidanaloga wie Zidovudin verringern und deren Plasmaspiegel erhöhen, was das Risiko von Nebenwirkungen erhöht.

Ganciclovir: Bei gleichzeitiger Verabreichung von Ganciclovir, einem Medikament zur Behandlung von CMV-Infektionen, und Nukleosidanaloga kann das Risiko einer Neutropenie erhöht sein.

Methadon: Wird Methadon zusammen mit Zidovudin angewendet, steigt der Blutspiegel des Nukleosidanalogons an, sodass die Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Zidovudin-bedingten Giftwirkung überwacht werden sollten.

Rifampicin: Rifampicin senkt den Blutspiegel von Zidovudin deutlich ab und kann dessen Wirkung damit ganz oder teilweise aufheben. Beide Arzneimittel sollen deshalb nicht gleichzeitig angewendet werden.

Andere Nukleosidanaloga: Die Kombination mehrerer Nukleosidanaloga kann zu einer erhöhten Toxizität führen. Ein Beispiel ist die Kombination von Zidovudin und Ribavirin, unter der eine Blutarmut häufiger und stärker auftritt; der zugrunde liegende Mechanismus ist bislang ungeklärt.

Eine sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls Anpassung der Medikation ist erforderlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Nukleosidanaloga nicht vertragen werden, gibt es verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Therapie von Virusinfektionen und bestimmten Krebsarten.

Antiretrovirale Therapie (HIV):

Nicht-Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTIs): Diese Medikamente, wie Efavirenz und Nevirapin, hemmen die Reverse-Transkriptase des HIV-Virus durch einen anderen Mechanismus als Nukleosidanaloga.

Proteaseinhibitoren (PIs): Medikamente wie Lopinavir/Ritonavir und Darunavir verhindern die Reifung viraler Proteine, was zu unreifen und nicht-infektiösen Viruspartikeln führt.

Integrase-Inhibitoren: Raltegravir und Dolutegravir blockieren das Enzym Integrase, das HIV-DNA in die Wirts-DNA integriert.

Hepatitis B und C:

Pegyliertes Interferon-alpha: Diese Therapie nutzt ein modifiziertes Interferon, um das Immunsystem zu stärken und virale Replikation zu verhindern.

Direkt wirkende antivirale Medikamente (DAAs): Bei Hepatitis C werden DAAs wie Sofosbuvir, Ledipasvir und Velpatasvir verwendet, die verschiedene Schritte im Replikationszyklus des Virus hemmen.

Krebsbehandlung:

Monoklonale Antikörper: Diese zielgerichteten Therapien, wie Trastuzumab und Rituximab, binden spezifische Proteine auf der Oberfläche von Krebszellen und markieren sie für das Immunsystem oder blockieren Wachstumsrezeptoren.

Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs): Medikamente wie Imatinib und Erlotinib blockieren spezifische Enzyme, die für das Wachstum und die Teilung von Krebszellen notwendig sind.

Chemotherapeutika: Alternative Wirkstoffe wie Methotrexat und Cisplatin können bei der Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt werden und wirken durch Hemmung der Zellteilung.

Immunmodulatoren:

Thalidomid und Lenalidomid: Diese Medikamente modulieren das Immunsystem und hemmen die Angiogenese, was besonders bei bestimmten Blutkrebserkrankungen wirksam ist.

Es ist wichtig, die Wahl der alternativen Therapie sorgfältig mit einem Arzt zu besprechen, um die beste individuelle Behandlungsstrategie zu finden und mögliche Nebenwirkungen zu minimieren.

Quellen

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