Amoxapin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Wirkstoffe Amoxapin

Amoxapin gehört der Familie der Heilmittel zur Stimmungsaufhellung an. Das Antidepressivum wird rasch in den Körper aufgenommen; die stimmungsaufhellende Wirkung selbst setzt jedoch erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Einnahme ein. In Deutschland ist Amoxapin nicht im Handel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amoxapin?

Amoxapin
Amoxapin gehört der Familie der Heilmittel zur Stimmungsaufhellung an. Das Antidepressivum wird rasch in den Körper aufgenommen; die stimmungsaufhellende Wirkung selbst setzt jedoch erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Einnahme ein.

In der Bekämpfung der Depression kam über Jahrzehnte hinweg vor allem die Gruppe der trizyklischen Antidepressiva zum Einsatz. Diese konnten vorhandene Beschwerden mentalen Ursprungs hemmen und darüber hinaus eine Auflockerung der Stimmung bewirken.

Ebenso verliehen sie dem Patienten einen neuen Antrieb. Zu dieser Gattung gehört das Amoxapin. Allerdings besitzen solche Präparate einen starken Hang zum Auslösen von Nebenwirkungen. Vermehrt wird somit gegenwärtig auf einen Verzicht dieser trizyklischen Antidepressiva abgestellt – auch das Amoxapin wird dort, wo es zugelassen ist, daher nur noch selten verschrieben.

Bei Panikanfällen, Depressionen, Angstzuständen und bipolaren Störungen kommt ihm dort, wo es zugelassen ist, dennoch weiterhin eine gewisse Bedeutung zu. Bei bipolaren Störungen gelten Antidepressiva heute allerdings nicht als Mittel der ersten Wahl, weil sie einen Umschwung in eine manische Phase auslösen können. In einigen Fällen wird das Heilmittel in Kombination mit anderen Wirkstoffen verabreicht. Das Amoxapin erreicht seinen höchsten Blutspiegel je nach Konstitution und Gesundheitszustand des Betroffenen nach etwa 90 Minuten. Ein wirksamer Spiegel kann bis zu acht Stunden lang anhalten. Anschließend wird die Substanz über die Nieren ausgeschieden.

Innerhalb der trizyklischen Antidepressiva nimmt Amoxapin eine Sonderstellung ein. Sein Grundgerüst ist nicht das der klassischen Vertreter dieser Gruppe; die Substanz ist eng mit dem Neuroleptikum Loxapin verwandt, und ein Teil ihrer Abbauprodukte blockiert Dopaminrezeptoren ähnlich wie ein Antipsychotikum. Daraus erklärt sich, dass Amoxapin zwei Wirkprofile in sich vereint, die sonst auf zwei Arzneimittelgruppen verteilt sind. Für die Einordnung des Wirkstoffs ist diese Doppelnatur der entscheidende Punkt: Was über die trizyklischen Antidepressiva als Gruppe gesagt wird, trifft auch auf Amoxapin zu – aber nicht alles, was für Amoxapin gilt, lässt sich auf die Gruppe übertragen. Das betrifft vor allem die Wirkungen am Dopaminsystem, die den übrigen Vertretern der Gruppe fehlen.

Pharmakologische Wirkung

Bei Personen mit seelischen Leiden wird häufig ein Mangel des Neurotransmitters Noradrenalin verzeichnet. Dieser Botenstoff ist hauptsächlich für die Weiterleitung von Reizen durch das Nervensystem zum Gehirn verantwortlich.

Depressiv veranlagte Menschen können etwa den Straßenverkehr, das Klingeln des Telefons, die eigentlich gar nicht negativ gemeinte Frage durch den Chef sowie kleinere berufliche und private Rückschläge deutlich stärker wahrnehmen, als sie sind. Damit kommt es zu einer Reizüberflutung. Sie lässt nach, wenn die Depression selbst behandelt wird. Das Präparat hemmt die Wiederaufnahme des Botenstoffs in die Nervenzellen, sodass im zentralen Nervensystem mehr davon zur Reizübertragung zur Verfügung steht.

Daneben werden die 5-HT2-Rezeptoren durch das Amoxapin besetzt. Sie sind nun nicht mehr in der Lage, das Serotonin zu binden und dessen Signal weiterzuleiten. Auch damit geht eine geringere Anfälligkeit für Schmerzen, Verlangen jedweder Art, Hitzewallungen und gesteigerte Gehirnaktivitäten einher. Der seelische Zustand des Patienten bessert sich somit im Verlauf der Behandlung. Anders als die übrigen trizyklischen Antidepressiva blockiert Amoxapin zusätzlich die Dopaminrezeptoren vom Typ D2. Daher wirkt es zugleich antipsychotisch – und bringt damit auch das Risiko für Bewegungsstörungen mit sich, das sonst die Neuroleptika kennzeichnet. Das Konzept an sich war über Jahre hinweg hilfreich. Mittlerweile werden ihm aber zu viele Nebenwirkungen zugeschrieben.

Neben den erwünschten Angriffspunkten besetzt Amoxapin – wie die übrigen trizyklischen Antidepressiva – eine Reihe weiterer Rezeptoren, ohne dass daraus ein Nutzen entstünde. Aus der Blockade der Acetylcholinrezeptoren folgen Mundtrockenheit, Sehstörungen und eine Trägheit des Darms, aus der Blockade der Histaminrezeptoren Müdigkeit und Gewichtszunahme, aus der Blockade bestimmter Adrenalinrezeptoren an den Gefäßen der Blutdruckabfall beim Aufstehen. Die unerwünschten Wirkungen dieser Arzneimittelgruppe sind also keine zufällige Sammlung, sondern lassen sich fast vollständig aus dem Rezeptorprofil ableiten. Der Wirkstoff selbst wird nach der Aufnahme in der Leber umgebaut; dabei entstehen Abbaustoffe, die eigene Wirkungen entfalten. Eine eingeschränkte Leber- oder Nierenleistung verzögert diesen Weg entsprechend.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Gegenwärtig ist der Einsatz des Amoxapins zumindest umstritten. In Deutschland steht kein Fertigarzneimittel mit diesem Wirkstoff zur Verfügung; die folgenden Angaben beschreiben die Anwendung in Ländern, in denen er zugelassen ist. Seine aufhellende Wirkung bei Depressionen, bipolaren Störungen sowie Zuständen der Angst und der Panik ist bekannt.

Die Vergabe des Medikaments erfolgt in Dosierungen von 200 bis 300 Milligramm pro Tag. Darüber hinaus können im stationären Gebrauch höhere Mengen zum Einsatz kommen. Dies ist meist dann der Fall, wenn der Betroffene auch einen Hang zur Schizophrenie aufweist. Allerdings haben die trizyklischen Antidepressiva ihre Vormachtstellung unter den Heilmitteln zur Bekämpfung der Depression weitgehend verloren. Daher ist auch für das Amoxapin im Einzelfall unter Einbezug aller gesundheitlichen Faktoren zu bestimmen, ob eine Verschreibung sinnvoll ist.

Neben den noch zu nennenden Nebenwirkungen liegt das vorrangig an der Gefahr von Bewegungsstörungen, die aus der Blockade der Dopaminrezeptoren folgt. Ebenso geht das Präparat zu starke Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen sowie Alkohol ein – es kann daher zu einem verfälschten oder sogar gesundheitsschädlichen Effekt kommen.

Für die Beurteilung des Wirkstoffs ist der zeitliche Verlauf der Behandlung wesentlich: Die unerwünschten Begleitwirkungen treten früh auf, die stimmungsaufhellende Wirkung dagegen erst nach mehreren Wochen. Gerade diese Anfangszeit, in der die Belastung durch Nebenwirkungen einem noch ausbleibenden Nutzen gegenübersteht, gilt als kritische Phase der Behandlung. Dass die trizyklischen Antidepressiva ihre frühere Vorrangstellung verloren haben, liegt dabei weniger an einer schwächeren Wirksamkeit als an ihrer Verträglichkeit und an ihrer geringen therapeutischen Breite: Bei einer Überdosierung wirken sie schwer auf Herz und Kreislauf, was bei einer Erkrankung, die mit Selbsttötungsgedanken einhergehen kann, besonders ins Gewicht fällt. Die neueren Wirkstoffgruppen sind in dieser Hinsicht weniger gefährlich.


Verabreichung & Dosierung

Amoxapin, ein trizyklisches Antidepressivum, wird in der Regel zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Bei der Verabreichung und Dosierung dieses Medikaments sind verschiedene Aspekte zu beachten. Da der Wirkstoff in Deutschland nicht im Handel ist, beschreiben die folgenden Angaben die Anwendung in Ländern mit einer Zulassung.

Dosierung: Die Anfangsdosis beträgt normalerweise 50 mg zwei- bis dreimal täglich, die bei Bedarf schrittweise erhöht werden kann. Die Maximaldosis beträgt in der Regel 300 mg pro Tag, kann jedoch in schwerwiegenden Fällen auf bis zu 600 mg pro Tag gesteigert werden. Eine schrittweise Erhöhung der Dosis ist ratsam, um Nebenwirkungen zu minimieren. Eine Einmaldosis von über 100 mg sollte vor dem Schlafengehen eingenommen werden, da Amoxapin beruhigende Eigenschaften hat.

Verabreichung: Amoxapin wird oral eingenommen, normalerweise in Tablettenform. Es ist wichtig, die Einnahme wie verordnet fortzusetzen, auch wenn sich die Symptome verbessern, da ein plötzlicher Abbruch zu Entzugserscheinungen führen kann.

Überwachung: Da Amoxapin das Herz-Kreislauf-System beeinflussen kann, sollten Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen engmaschig überwacht werden. Auch das Suizidrisiko kann insbesondere zu Beginn der Therapie erhöht sein, daher ist eine sorgfältige Überwachung auf Stimmungsschwankungen oder verändertes Verhalten notwendig.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen: Amoxapin sollte nicht zusammen mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) eingenommen werden und ist bei Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen trizyklische Antidepressiva kontraindiziert.

Die Verabreichung und Dosierung von Amoxapin erfordert eine individuelle Anpassung, um die Wirksamkeit zu optimieren und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.

Risiken & Nebenwirkungen

In der Anwendung wirkt das Amoxapin oftmals leicht dämpfend. Es kann den Blutdruck erhöhen und Temperaturschwankungen im Körper auslösen. Häufiger als ein Anstieg ist allerdings ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, der zu Stürzen führen kann. Ebenso ist es an geringen Sehstörungen und Schwindelgefühlen beteiligt.

Letztgenannte führen in einigen Fällen zu einem Erbrechen sowie zu weiteren Beschwerden im Bereich des Magens und Darms. Die vorgenannten Symptome bleiben zumeist aber auf wenige Tage beschränkt und sollten sich anschließend wieder normalisieren. In der langfristigen Anwendung verhilft das Amoxapin darüber hinaus immer wieder zu leichten Gewichtszunahmen.

Je nach seelischem Zustand des Patienten können bei einer falschen Dosierung Angstzustände oder ein Gefühl der Beklommenheit und Nervosität leicht ansteigen. Hier wäre über eine Reduzierung der verschriebenen Menge zu entscheiden. Gleiches gilt für einen länger anhaltenden gestörten Schlaf, der von Albträumen begleitet sein kann. Eine Besonderheit gegenüber den anderen trizyklischen Antidepressiva sind Bewegungsstörungen: Weil Amoxapin auch Dopaminrezeptoren blockiert, kann es zu Muskelsteifigkeit, Zittern und bei längerer Anwendung zu einer Spätdyskinesie kommen.

Ein Teil der genannten Beschwerden schwächt sich im Verlauf der Behandlung ab, weil sich der Körper an die Rezeptorblockade gewöhnt; andere, etwa die Gewichtszunahme, nehmen mit der Dauer der Anwendung eher zu. Die Spätdyskinesie ist dabei diejenige Erscheinung, die auch nach dem Absetzen bestehen bleiben kann – sie ist der Preis für den zusätzlichen Angriffspunkt am Dopaminsystem, den die übrigen trizyklischen Antidepressiva nicht besitzen. Ein zweiter Punkt betrifft das Beenden der Behandlung: Wird der Wirkstoff abrupt weggelassen, können Unruhe, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die nicht mit einer Rückkehr der Depression zu verwechseln sind. Diese Erscheinungen sind kein Zeichen einer Abhängigkeit, sondern eine Gegenreaktion des an den Wirkstoff gewöhnten Nervensystems.

Kontraindikationen

Amoxapin, ein trizyklisches Antidepressivum, hat einige spezifische Kontraindikationen, die bei der Verschreibung berücksichtigt werden müssen. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist die gleichzeitige Anwendung von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) oder innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen, da dies zu schwerwiegenden Wechselwirkungen führen kann, die das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen.

Eine weitere Kontraindikation betrifft Personen mit bekannter Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Amoxapin oder andere trizyklische Antidepressiva. Eine Allergie kann sich durch Hautausschlag, Atembeschwerden oder Schwellungen im Gesicht oder an anderen Körperteilen äußern und erfordert sofortige ärztliche Hilfe.

Patienten mit aktuellen oder zurückliegenden kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Arrhythmien sollten Amoxapin meiden, da das Medikament die Herztätigkeit beeinflussen kann. Auch bei Epilepsie oder anderen Krampfanfällen sollte Vorsicht geboten sein, da Amoxapin das Risiko für Anfälle erhöhen kann.

Schließlich ist Amoxapin nicht für Patienten mit akutem Delirium oder unbehandeltem Engwinkelglaukom geeignet, da es die Symptome verschlimmern kann. Auch Menschen mit Lebererkrankungen sollten das Medikament nur mit Vorsicht und unter ärztlicher Überwachung einnehmen, da es die Leber belasten kann.

Die sorgfältige Berücksichtigung dieser Kontraindikationen ist entscheidend, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten und potenzielle Risiken zu minimieren.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Bei der Verwendung von Amoxapin, einem trizyklischen Antidepressivum, gibt es mehrere potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die beachtet werden sollten.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer): Die gleichzeitige Anwendung von Amoxapin und MAO-Hemmern oder die Einnahme innerhalb von 14 Tagen nach Absetzen eines MAO-Hemmers kann zu schwerwiegenden Reaktionen führen, darunter hypertensive Krisen und Serotonin-Syndrom.

Anticholinergika: Amoxapin kann die Wirkung von Anticholinergika wie bestimmten Antihistaminika, Medikamenten gegen Übelkeit und Harninkontinenz verstärken. Dies kann zu erhöhter Mundtrockenheit, Verstopfung und Blasenproblemen führen.

Zentral dämpfende Substanzen: Amoxapin kann die Wirkung von Substanzen verstärken, die das zentrale Nervensystem dämpfen, wie Alkohol, Beruhigungsmittel, Schlafmittel und bestimmte Schmerzmittel. Die Kombination kann zu erhöhter Sedierung und verminderter Reaktionsfähigkeit führen.

Blutdruckmedikamente: Die gleichzeitige Anwendung von Amoxapin und blutdrucksenkenden Medikamenten kann deren Wirkung beeinträchtigen. Bestimmte Medikamente wie Clonidin können durch Amoxapin in ihrer Wirkung abgeschwächt werden.

Antikoagulantien: Amoxapin kann die Wirkung von oralen Antikoagulantien wie Warfarin verstärken und das Risiko von Blutungen erhöhen.

Schilddrüsenhormone: Bei gleichzeitiger Einnahme von Amoxapin und Schilddrüsenhormonen kann die antidepressive Wirkung verstärkt werden, was die Dosierung und Überwachung beeinflusst.

Die Überwachung und Anpassung der Dosierungen sowie die Vermeidung spezifischer Kombinationen können helfen, Risiken und unerwünschte Wirkungen zu minimieren.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Amoxapin, ein trizyklisches Antidepressivum, nicht vertragen wird oder – wie in Deutschland – nicht im Handel ist, stehen eine Reihe von alternativen Behandlungsmethoden und Wirkstoffen zur Verfügung. Die Wahl der Alternativen hängt von der spezifischen Diagnose, den individuellen Bedürfnissen des Patienten und den möglichen Nebenwirkungen ab.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs): SSRIs wie Fluoxetin, Sertralin und Escitalopram sind gängige Alternativen zu trizyklischen Antidepressiva. Sie wirken, indem sie den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, was bei der Behandlung von Depressionen und Angststörungen hilfreich ist.

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs): SNRIs wie Venlafaxin und Duloxetin sind ebenfalls wirksame Alternativen, da sie sowohl den Serotonin- als auch den Noradrenalinspiegel beeinflussen.

NDRIs (Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer): Bupropion ist ein NDRI, der sich von anderen Antidepressiva unterscheidet und oft bei Patienten eingesetzt wird, die keine trizyklischen Antidepressiva vertragen oder zusätzliche Hilfe bei der Raucherentwöhnung benötigen.

Mirtazapin: Mirtazapin ist ein noradrenerges und spezifisch serotonerges Antidepressivum (NaSSA), das bei Patienten eingesetzt werden kann, die auf andere Medikamente nicht gut ansprechen oder unter Appetitlosigkeit leiden.

Therapie und nicht-medikamentöse Ansätze: Psychotherapie, wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT), und Lebensstiländerungen, wie regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung, können ebenfalls zur Behandlung von Depressionen beitragen.

Welche dieser Möglichkeiten in Betracht kommt, hängt weniger von einer allgemeinen Rangfolge ab als von dem, was im Einzelfall im Vordergrund steht. Die neueren Wirkstoffgruppen unterscheiden sich untereinander weniger in der Stärke der antidepressiven Wirkung als in ihrem Nebenwirkungsprofil: Der eine Stoff dämpft, der andere wirkt eher antreibend, der eine begünstigt eine Gewichtszunahme, der andere Schlafstörungen. Hinzu kommt, dass alle genannten Wirkstoffe dieselbe Wirklatenz von mehreren Wochen aufweisen, sodass jeder Wechsel des Präparats erneut Zeit beansprucht. Bei einer Depression mit psychotischen Merkmalen, für die das doppelte Wirkprofil des Amoxapins einmal sprach, wird heute üblicherweise ein Antidepressivum mit einem Antipsychotikum kombiniert.

Die Auswahl der geeigneten Alternative erfordert eine sorgfältige Abwägung der individuellen Patientenbedürfnisse und eine ärztliche Überwachung.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., Kannt, A., Ruth, P.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Lüllmann, H., Mohr, K., Wehling, M., Hein, L.: Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783133685184

Das könnte Sie auch interessieren