Englische Wasserminze

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 13. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Englische Wasserminze (Preslia cervina, Mentha aquatica) ist eine Minzart, die man am Ufer von seichten Gewässern bzw. auf feuchten Wiesen findet. Trägt die Pflanze noch keine Blüten, so ähnelt sie auf den ersten Blick dem Rosmarin.

Vorkommen & Anbau der Englischen Wasserminze

In der Medizin werden die Wirkstoffe der Englischen Wasserminze als Phytotherapeutikum eingesetzt.

Minzen zählen zu den ältesten bekannten Heilpflanzen. Die Pflanze wird bereits seit der Antike verwendet und findet auch Erwähnung im neuen Testament. Der botanische Gattungsname „Mentha“ ist auf eine Nymphe mit dem gleichen Namen zurückzuführen, die die Geliebte von Pluto war und von Proserpina in eben diese Pflanze verwandelt wurde. Bei den Druiden galt die Minze als heilige Pflanze, bei den Kelten war sie ein Symbol für Glück und Reichtum.

Durch Züchtungen und Kreuzungen entstand eine sehr große Anzahl verschiedenster Minzarten, die auch heute noch als Gewürz- beziehungsweise als Heilmittel Verwendung finden. Je nach Zusammensetzung ihrer Wirkstoffe können sie dabei unterschiedlich eingesetzt werden.

Auf Grund der vielen Arten ist auch eine Beschreibung äußerst schwierig und so erhielt die Englische Wasserminze mehrmals einen anderen botanischen Namen. Im Volksmund wird die Englische Wasserminze auch Hirschminze genannt. Dieser Name leitet sich vom lateinischen Wort cervinus ab, das so viel wie „hirschartig“ bedeutet.

Die Heilpflanze ist im westlichen Nordafrika sowie im südlichen Westeuropa beheimatet und wächst hauptsächlich an Standorten, an denen es feucht ist. Sie zählt zur Familie der Lippenblütler und ist eine krautige Pflanze. Die Minze erreicht eine Höhe von etwa 40 Zentimeter, die Blätter werden etwa vier Zentimeter lang und sind sehr schmal. Der Wurzelstock, der unter der Erde beziehungsweise im Wasser Ausläufer treibt, ist dünn und langgliedrig. Die Englische Wasserminze hat blau-violette und manchmal auch weiße Blüten und riecht sehr stark nach Menthol.

Die Minze blüht zwischen Juni und September, wobei man die Blüten direkt an den Stängeln findet. Die Blüten sind fünfzählig und haben eine doppelte Blütenhülle. Bis in den Spätherbst entwickeln sich aus diesen dann die Samen. Die Wasserminze enthält Menthol, Limonen, ätherische Öle sowie Gerbstoffe, ist auch eine sehr gute Teichpflanze und gedeiht am Gartenteich oder in sumpfigen Böden. Am besten wächst sie dabei an sonnigen oder halbschattigen Standorten.

Die Ausbreitung der Pflanze erfolgt durch Sprossen, allerdings wuchert sie nicht, sodass eine Übernahme des Uferbereichs ausgeschlossen ist. In Töpfen ist die Wasserminze allerdings nur bedingt winterhart, daher empfiehlt es sich, diese in die Erde einzusenken.

Wirkung & Anwendung

Die Englische Wasserminze wird zur Behandlung von Blähungen, Brechreiz, Magenkrämpfen oder Übelkeit verwendet, eine Behandlung sollte aber nicht über einen längeren Zeitraum erfolgen, da einige ihrer Inhaltsstoffe zu Leberschäden führen können. In der Medizin werden die Wirkstoffe der Englischen Wasserminze als Phytotherapeutikum eingesetzt. Außerdem findet sie Anwendung bei Seekrankheit, Müdigkeit beziehungsweise Schlaflosigkeit.

Äußerlich wird sehr oft das Öl der Englischen Wasserminze angewendet, bei Kleinkindern darf dieses jedoch nicht im Nasen- und Mundbereich verwendet werden, da sonst eventuell ein Atemstillstand auftreten kann. Auf Grund mangelnder Untersuchungen sollte die Englische Wasserminze in der Schwangerschaft oder Stillzeit, bei einer Überempfindlichkeit gegenüber einem Wirkstoff und auch bei Lebererkrankungen nicht angewendet werden. Darüber hinaus eignet sich das Öl der Englischen Wasserminze bei:Herzklopfen, Schwindel, Verspannungen im Nackenbereich, Schock und Reiseübelkeit.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Darüber hinaus sind die Wirkstoffe der Minze auch in der Kosmetik unentbehrlich, wo sie die Haut reinigen und entgiften. Die frischen Blätter der Minze können immer gepflückt werden. Wer die Pflanze trocknen möchte, erntet die Stängel mit den Blättern kurz bevor sie zu blühen beginnen und bei sonnigem Wetter. Sie werden bei maximal 35 Grad getrocknet, danach werden die Blätter abgestreift und in einem geschlossenen Behälter gelagert. Wer die Wasserminze selbst sammelt, sollte sie jedoch auf keinen Fall mit der giftigen Poleiminze verwechseln.

Für einen Tee nimmt man zwei Teelöffel getrocknete Minzblätter und übergießt sie mit 250ml heißem Wasser. Anschließend fünf Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Tee lindert Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit, wird aber auch bei Kopfschmerzen, Fieber und Schwäche verwendet. Das Minzöl vermischt man am besten mit ein paar Tropfen Essig und verwendet es als Gurgelmittel bei Mundgeruch oder auch als Badezusatz, um den Körper zu erfrischen. Bei schmerzenden Gelenken kann das Minzöl auch als Einreibemittel benutzt werden.

Ihre Wirkung entfaltet die Pflanze aber auch bei Insektenstichen. Dafür kann man eine Kräuterpaste herstellen, die den Stich betäubt und kühlend wirkt. Zu diesem Zweck werden frische Wasserminze-Blätter zerquetscht und auf den Stich aufgetragen, wobei die Linderung sofort einsetzt. Das ätherische Öl kann auch auf ein Taschentuch getropft und bei Erkältungen inhaliert werden. Des Weiteren findet das Minzöl Einsatz in der Aromatherapie.

Hier fördert der Duft das klare Denken und die Konzentration und er wird daher sehr häufig bei Müdigkeit sowie Gedächtnisschwäche verwendet. Minzöle sollten aber niemals großflächig eingesetzt werden, da durch sie ein starkes Kältegefühl hervorgerufen wird. Außerdem macht das Öl munter und erfrischt, sodass von einer Anwendung am Abend abzuraten ist.


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