Stuhluntersuchung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 30. August 2018
Kategorie: Behandlungen

Eine Stuhluntersuchung stellt für die meisten Menschen eine unangenehme Methode zur Ermittlung der Krankheitsursache dar. Dabei liefert eine solche Probe häufig zuverlässige Erkenntnisse. Sie kann im Rahmen von Prävention oder Therapie angewendet werden.

Was ist die Stuhluntersuchung?

Bei Stuhl handelt es sich um das Endprodukt der Verdauung. Er besteht aus unterschiedlichen Komponenten. Hier sind neben nicht verwertbaren Nahrungsresten auch Darmschleimhautzellen, Verdauungssäfte und Bakterien zu nennen. Liegt eine Erkrankung vor, kann diese zum Beispiel anhand einer Bakterienpopulation oder durch die Auffindung von Parasiten im Stuhl diagnostiziert werden.

Bei der Stuhluntersuchung ist zunächst die Abgabe einer Stuhlprobe des Patienten notwendig. Diese wird entweder direkt in der Praxis genommen oder mit dem passenden Material zu Hause. Grundlage der Stuhluntersuchung ist schließlich die Beurteilung verschiedener Faktoren. Zu diesen gehören neben Farbe und Gewicht auch mögliche Blutkörperchen und Konsistenz. Zum einen wird der Kot durch eine äußerliche Betrachtung untersucht, zum anderen durch verschiedene Methoden im medizinischen Labor.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Stuhluntersuchung dient der Früherkennung und Diagnose. Auf diese Weise können mögliche Erkrankungen erkannt werden, bevor erste Symptome auftreten. Bei einigen Krankheiten spielt eine frühe Diagnose für den weiteren Verlauf und die Prognose eine wichtige Rolle. Im Rahmen von Krebs kann so zum Beispiel das Leben des Patienten gerettet werden. Bestehen bereits Beschwerden, liefert die Untersuchung des Kots einen ersten Hinweis, verifiziert oder falsifiziert den bereits bestehenden Verdacht.

Die meisten Erkrankungen bedürfen für eine nachhaltige Therapie eine richtige Einschätzung der zugrundeliegenden Ursache. Diese bietet eine Stuhluntersuchung bei zahlreichen gesundheitlichen Erscheinungen. Zunächst wird das äußere Abbild des Kots untersucht. In einigen Fällen können hier bereits Spuren von Blut und Eiter entdeckt werden. Unterschiedliche Farbtöne deuten auf verschiedene Erkrankungen hin. So kann ein weißlicher Stuhl zum Beispiel auf einen Gallenverschluss aufmerksam machen. Keine vorhandene Verfärbung bedeutet jedoch nicht, dass weitere Tests keine Auffälligkeiten offenbaren. Das Gewicht des Stuhls kann nur dann interpretiert werden, wenn keine Probe entnommen wurde, sondern der Patient die Anweisung erhalten hat, seinen gesamten Stuhl zu sammeln.

Bei der Stuhluntersuchung ist zunächst die Abgabe einer Stuhlprobe des Patienten notwendig. Diese wird entweder direkt in der Praxis genommen oder mit dem passenden Material zu Hause.

Menschen scheiden in der Regel etwa 100 bis 200 Gramm Kot täglich aus. Bei Vegetariern und Veganern ist die Menge aufgrund einer ballaststoffreicheren Ernährung oft erhöht. Größere Anteile können zum Beispiel auf Glutenunverträglichkeit, Fettstuhl oder eine schlechte Nährstoffaufnahme des Organismus hinweisen. Einige Erkrankungen werden durch einen blutigen Stuhl begleitet. Dabei liegt dieses manchmal versteckt in den Ausscheidungen und wird somit als okkult bezeichnet, weil rein äußerlich keine Hinweise auf das Vorliegen von roten Blutkörperchen vorhanden ist. Um okkultes Blut zu offenbaren, müssen bestimmte Tests angewendet werden. Es wird zwischen dem chemischen und immunologischen Test differenziert. Während der erste durch den Arzt vollzogen wird, ist der zweite zu Hause anwendbar.

Für den chemischen Okkultbluttest müssen Patienten an drei Tagen eine Stuhlprobe einreichen. Der Kot wird auf die vorgesehenen Felder des Teststreifens aufgetragen und anschließend dem behandelnde Arzt eingereicht. Im Labor hilft eine spezifische Reagenzflüssigkeit zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten. Diese wird auf die einzelnen Stuhlproben getropft. Verfärbt sich das Feld blau, liegen kleine Anteile von Blut im Kot vor. Ein solcher Test kann bereits einen sehr geringen Gehalt an Blutkörperchen feststellen und gilt als sehr zuverlässig, insofern bestimmte Faktoren beachtet werden.

So sollte der Fleischkonsum vor und während des Tests minimiert werden. Frauen sollten nach ihrer Periode drei Tage abwarten, bevor sie mit der Probe beginnen. Der immunologische Test eignet sich für die Anwendung zu Hause. Wieder müssen Patienten an drei Tagen Proben sammeln. Diese werden in einer Flüssigkeit gelöst und die Substanz auf einen Teststreifen gegeben. Innerhalb von fünf bis zehn Minuten zeigt der Test das Ergebnis an. Eine chemische Untersuchung gilt jedoch als aussagekräftiger.

Der Tumor M2 PK Test hilft bei der Auffindung von bestimmten Enzymen, die durch Krebszellen hergestellt werden. Auf diese Weise kann somit eine Aussage über einen eventuellen Tumor getroffen werden. Der Test kann zu Hause durchgeführt und ins Labor geschickt werden. Die Versicherung bezahlt eine solche Leistung jedoch nicht. Es ist mit Kosten von ungefähr dreißig Euro zu rechnen.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Winkler, R., Otto, P., Schiedeck, T.: Proktologie. Thieme, Stuttgart 2011


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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